Ihre Meinung zu: Saudi-Arabien ergreift weitere Maßnahmen gegen Kanada

8. August 2018 - 18:47 Uhr

Studenten sollen Kanada verlassen, saudische Bürger ihre medizinische Behandlung dort abbrechen: Die jüngsten Maßnahmen Saudi-Arabiens gegen Kanada treffen auch die eigene Bevölkerung. Von Carsten Kühntopp.

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Kommentare

Vernünftige saudische Reaktion

Der saudische Prinz handelt völlig rational. Die kanadische Regierung hat mit ihrer Forderung nach der Freilassung Badawis und Gewährung von Menschenrechten eine rote Linie überschritten. Das alte Gespenst „Regime change“ ist von den Toten wiedererwacht. Wann begreifen die Politiker im Westen endlich, dass die Gewährung bürgerliche Freiheiten im muslimischen Raum kontraproduktiv ist. Schon vergessen: Syrien, Ägypten, Libyen? Das Endergebnis war überall das gleiche: Gewalt, Tote und noch weniger Freiheit. Muslimische Werte und Menschenrechte sind momentan inkompatibel.

Also wir sollten

uns mit Kanada solidarisch zeigen, und keine Patienten und Studenten auf nehmen.
Kanada ist doch auch ein guter Freund von uns nehme ich an.

Eingeschnappt

Das zeigt beispielhaft die Denkweise absoluter Herrscher: Kritik ist unerwünscht und wird als Affront verstanden. Und wenn sie berechtigt war, reagiert man um so eingeschnappter und maßloser.

Es wird wohl noch ein paar Jährchen dauern, bis die Aufklärung auch in Saudi-Arabien angekommen ist.

Ach ja, da ich eben das Statement von „zöpfchen“ lese: Die Bürger können bürgerliche Freiheiten sehr gut handhaben. Es sind die absolut Herrschenden, die damit nicht zurechtkommen. Q.E.D.

RE:zöpfchen

"Der saudische Prinz handelt völlig rational."
Was ist daran rational, wenn SA wirtschaftlich mehr verliert als Canada. Zudem die vielen Stunden, die "umgesiedelt" werden müssen.

"Wann begreifen die Politiker im Westen endlich, dass die Gewährung bürgerliche Freiheiten im muslimischen Raum kontraproduktiv ist. Schon vergessen: Syrien, Ägypten, Libyen? Das Endergebnis war überall das gleiche: Gewalt, Tote und noch weniger Freiheit. Muslimische Werte und Menschenrechte sind momentan inkompatibel."

Die Kämpfe in Syrien und Libyen haben keinen Bezug zu bürgerliche Freiheiten oder deren Abschaffung. Schauen sie sich Tunesien an, da funktioniert es doch ganz gut.
Ich glaube sie pflegen wieder mal ihre Islamophobie hier im Forum. Nicht das erste Mal.

Gruß Hador

Kanada handelt völlig richtig!

Wenn man den Menschen bürgerliche Freiheiten giebt,dann will auch niemand eine andere Regierung,oder kann ja dann dieselbige ab-wählen „Regime change“ will in den meisten faellen das eigene Volk!

@ 20:07 von zöpfchen

Und wann begreifen Sie denn endlich, dass sich kein Land von den Saudis erpressen lassen darf. Ich würde dafür plädieren, dass sich der gesamte Westen den Forderungen von Kanada nach der Freilassung Badawis und der Gewährung von Menschenrechten anschließt. Als Erstes müssten alle Waffenlieferungen gestoppt und die Verträge annulliert werden. Aber Panzer gehen doch den Menschenrechten vor. Und das wissen die Despoten dieser Welt, und dazu zähle ich auch die Saudis genau.
Es ist doch im Jahr 2018 beschämend, dass wegen der Einhaltung von Menschenrechten ein derartiger Disput entsteht.

Richtig

Islam und Menschenrechte, wie sie in der UN-Charta verfasst sind, werden in Ihrem Schrifttum auch niemals kompatibel werden können. Dazu ist der Islam zuviel Wirtschaftsideologie, erfunden von einem Warlord (so würde man diesen "Propheten" heute nennen). Die Leute, die diese Ideologie heute noch benutzen, wissen auch genau, warum sie das tun, Saudi-Arabien und die iranischen Mullahs inbegriffen. Wie die Extremvariante aussehen könnte hat in aller Deutlichkeit der IS gezeigt: Die totale Sklavenwirtschaft.
Der Islam geht die Sache eben noch etwas direkter an, als das westliche Ausbeutungssystem.

Beistand

Jetzt wäre doch mal Gelegenheit einer befreundeten Nation beizustehen. Ich meine natürlich Kanada. Ich könnte endlich wieder mal stolz auf mein Land sein. Da ja bestimmt Trump-Amerika auf Seiten der innigen Freunde Saudi-Arabiens zu finden ist.
Zeigen wir Solidarität mit Kanada!!!
Zu was für Wünschen ich immer noch fähig bin.....

Erst mal durchatmen

Die Saudis haben wahrlich keinen Grund, allzu sauer auf die kanadische Regierung zu sein. Bitte mal tief durchatmen und wieder zu normalen Beziehungen zurück kehren. Der Streit zwischen im Grunde pro-westlich eingestellten Ländern ist gewiss nicht nötig.

@ zöpfchen

Schon vergessen: Syrien, Ägypten, Libyen? Das Endergebnis war überall das gleiche: Gewalt, Tote und noch weniger Freiheit. Muslimische Werte und Menschenrechte sind momentan inkompatibel.

Sorry, ich hielte es für typisch westlich und typisch arrogant, wenn man den Islam pauschal als undemokratisch oder mit Demokratie nicht "kompatibel" abtun wollte.

Wer nichts mit "einem der

Wer nichts mit "einem der reaktionärsten Regime der Welt" (NZZ) zu tun hat, kann stolz sein. Niemand braucht ein Regime, das mit der al Kaida zusammen Krieg führt (AP) und in der halben Welt Moslems radiakalisiert. Kanada sollte froh sein.

@ Putins

"Der Streit zwischen im Grunde pro-westlich eingestellten Ländern ist gewiss nicht nötig." Am 08. August 2018 um 23:08 von Putins

Machen Sie Witze?
Kanada gehört zum Westen, Saudi-Arabien verfolgt eigene Interessen. Weltweit und seit Jahrzehnten.

Da müssen Sie mir

Da müssen Sie mir weiterhelfen, zöpfchen. Ich würde ja von Ironie/Sarkasmus ausgehen, wenn sich das durch ihren gesamten Kommentar ziehen würde, tut es aber nicht. Also was genau hat ein Tweet mit der Forderung, eine Aktivistin freizulassen, mit einem Regime change zu tun? Insbesondere wenn dieser Tweet aus kanadischer Richtung kommt?

Schlimm genug, dass sowas albernes wie ein Satz auf einem Onlineportal wie Twitter überhaupt irgendeinen politischen Einfluss hat (Trump sei dank...). Die Gewährung bürgerlicher Freiheiten hat im Übrigen recht wenig mit der aktuellen Lage in genannten Staaten (evtl. mit Ausnahme von Ägypten) zu tun. Da geht es erstens um Geopolitik, zweitens um Geopolitik, drittens.... und irgendwann ganz weit hinten kommt das "angebliche" Argument der Menschenrechte. Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass einen Trump oder vergleichbar das auch nur die Bohne interessiert, wer in Syrien mit welchen Waffen umgelegt wird, oder etwa doch?

@ pnyx

Wer nichts mit "einem der reaktionärsten Regime der Welt" (NZZ) zu tun hat, kann stolz sein. Niemand braucht ein Regime, das mit der al Kaida zusammen Krieg führt (AP) und in der halben Welt Moslems radiakalisiert. Kanada sollte froh sein.

Richtig, vielen Dank.
Kanada zieht sich wirtschaftlich und politisch übrigens auch gerade aus dem Iran zurück. Das reaktionäre Regime im Iran unterstützt auch nachweislich mehrere Terrororganisationen im Nahen Osten. Bei solchen religiösen Regimen wie Saudi-Arabien oder Iran stößt demokratische Diplomatie an Grenzen.

@ zöpfchen

Der saudische Prinz handelt völlig rational. [...] Muslimische Werte und Menschenrechte sind momentan inkompatibel.

Angenommen Sie hätten mit dem inkompatibel recht (was Sie nicht haben), dann würde der Prinz doch folglich völlig irrational handeln. Haben Sie sich nur vertippt?

regime change in saudi

regime change in saudi arabien ?schöner spaß.
das sind dort unsere besten verbündeten.usa werden nie zulassen das kanada das königshaus verjagd. lol

um 23:25 von gestört aber geil

Falsch. Keinen Dank.
Der Iran unterstützt keine Terrororganisationen. Im Gegenteil, er bekämpft sie, wie z. B. in Syrien. Und zwar auf Wunsch der rechtmässigen Regierung, während Saudiarabien im Yemen einen 'Präsidenten' unterstützt, der seit Jahren nicht im Yemen lebt, dessen Amtszeit seit vier Jahren abgelaufen ist. Und wie ich schon angedeutet habe, sie kooperieren dort laut AP mit al Kaida. Sie versuchen die Tatsachen auf den Kopf zu stellen.

als ob

als ob unsere Regierung das Rückrad hätte Saudi Arabien wegen Menschenrechtsverletzungen aber auch nur anzusprechen, man will ja weiterhin Waffen verkaufen die weiter Kriege verursachen die Mehr Leute nach Europa treiben um noch
mehr Leuten die vorher nichts kaufen konnten in Industriestaaten Fertigsuppen, Anti-Depressiva und iPhones zu verkaufen.

Wann wacht die EU auf?

Dass weder die EU noch die USA Kanada bisher beisprangen, dürfte keine große Überraschung sein. Die beiden Waffenbrüder USA und Saudi-Arabien sind gerade dabei, den Iran - mit unabsehbaren Folgen für die Golfregion - zu destabilisieren. Da werden die USA natürlich nichts gegen den „demokratischen“ Partner Saudi-Arabien unternehmen. Zumal Trumps Verhältnis zum wirklich demokratischen Nachbarn Kanada ja eher „angespannt“ ist.
Von der EU darf man sowieso gar nichts erwarten. Die Union lässt sich beim Handel von Trump erpressen (Europa kauft nun brav Sojabohnen und Fracking-Produkte). Auch der Iran wird aufgrund weiterer Erpressung durch die USA hängen gelassen.
Anstatt sich auf internationaler Ebene mit Staaten wie Kanada, Russland, China, ... gegen die USA zu verbünden, wird eine Freundschaft mit den USA beschworen, die von Trump selbst nur mit Füßen getreten wird. Man fragt sich, wann unseren EU-Politiker endlich aufwachen - sie geben ein jämmerliches Bild ab.

@ pnyx

Falsch. Keinen Dank.
Der Iran unterstützt keine Terrororganisationen. Im Gegenteil, er bekämpft sie wie z. B. in Syrien.

Na dann.
Saudi-Arabien unterstützt übrigens auch keine Terrororganisationen sondern bekämpft sie lediglich, z.B. im Jemen.

Schwund an diplomatischer Kultur

Die Saudische Regierung möchte sich den Erfolg der (moderaten) Reformen nicht aus der Hand nehmen lassen, ganz offensichtlich folgt daraus das harte Vorgehen gegen die Aktivistin, die durch Ihre Tweets den Eindruck erweckt hatte, dass Reformen ein Verdienst der Oppositon sind.
Das ist ein aus westlicher Sicht ein inakzeptables Vorgehen, es fragt sich jedoch, ob die recht populistisch vorgetragene Forderung von Frau Freeland wirklich klug bzw. zielführend ist. Eine weniger öffentliche, diplomatische Intervention wäre sicher hilfreicher gewesen.
Für eine Islam-Schelte eigent sich die Angelegenheit aber gar nicht, weil vergleichbares Verhalten einer so angegeriffenen Regierung in asiatischen und einigen europäschen Staaten sicher gleichermaßen vorstellbar ist.
Das Verhalten von Frau Freeland ist zwar nachvollziehbar, aber es zeigt auch den Schwund der diplomatischen Kultur in der Weltpolitik.

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