Ihre Meinung zu: Gesetz zu Sprechzeiten: Zuckerbrot und Peitsche für Ärzte

23. Juli 2018 - 15:12 Uhr

Gesundheitsminister Spahn will für Ärzte die Mindestzahl ihrer Sprechstunden für Kassenpatienten erhöhen, damit diese schneller Termine bekommen. Die Ärzte sollen zudem mit Boni zu weiteren Leistungen ermutigt werden.

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Kommentare

mehr Sprechstunden anzubieten,

was soll so ein Vorschlag
wenn ein Arzt zu viele Patienten behandelt kriegt er das nicht bezahlt
wer arbeitet denn in unserem Land für nix ?

Das wären 50 Wochenstunden

Da Ärzte im Durchschnitt zu jeder Arbeitsstunde am Patienten eine weitere Stunde für den Bürokram arbeiten (Abrechnung mit der Krankenkasse, die tägliche Buchführung, Schreiben aufsetzen wo nötig für die Patienten, Diagnosen für Patienten und für Überweisungen an den nächsten Arzt schreiben usw. usw.), dann bedeuten 25 Stunden am Patienten mindestens 50 Wochenstunden für den Arzt.

Oder das deutsche bürokratische System wird vereinfacht.

verstehe ich nicht

Mein Hausarzt hat offizielle Sprechstunden für insgesamt 28 Stunden in der Woche. Z.B. Montags von 8h bis 11h und von 15h bis 18h. Das Wartezimmer ist aber den ganzen Tag voll, sowohl über die Mittagszeit als auch abends bis 19h oder später. Und die Patienten kommen auch alle dran. Dafür arbeitet der Mann bis zur Erschöpfung.
Wenn jetzt pro Tag nochmal 2 Stunden auf dem Praxisschild dazu kommen, hat er definitiv nicht mehr Zeit für die Patienten als vorher. Reine Augenwischerei. Wir brauchen mehr Ärzte.

Es gibt Ärzte

Die behandeln ausschließlich Privat Patienten.
Können diese Ärzte tatsächlich gezwungen werden, auch Kassenpatienten zu behandeln?

@Lyn 16:02

Es gibt Ärzte
Die behandeln ausschließlich Privat Patienten.
Können diese Ärzte tatsächlich gezwungen werden, auch Kassenpatienten zu behandeln?

Ich bin mir gar nicht sicher, ob ich mich von einem Arzt behandeln lassen möchte, den man dazu gezwungen hat.

@ Lyn

Nein, die haben meiste keine KV-Zulassung und sind nicht teil des Systems

@Lyn :

Nein, können sie nicht.

Im Gegenteil, die Kassenärztliche Vereinigung stellt ja einen "Verteilerschlüssel" auf, in welchem Gebite wie viel Ärzte tätig sein dürfen. Wenn selbige mit den Krankeskassen abrechnen wollen ( "Kassenzulassung" ).

Von daher sind die KÄV auch mitschuld daran, daß es in manchen Gegenden zu wenig Ärzte gibt.

Ich kann jeden Arzt verstehen, der ohne Kassenzulassung ( ergo : nur für Privatpatienten ) arbeiten möchte.

Mehr Ärzte

und das auf dem Land, das ist wichtig. In den Großstädten ist die Ärztezahl sowieso zu hoch.
Nur auf dem Land verdient er nicht viel, das muss geändert werden.

Augenwischerei - Fehl- und Überregulation

Als Kassenarzt kann ich da nur lachen. Ich kann mich doch nicht teilen. Und der Tag hat auch nur 24 Stunden an denen nebenbei vielleicht auch noch meine Grundbedürfnisse und die meiner Familie dazugehören. Ich sehe auch nicht, dass wir zwingend mehr Ärzte benötigen. Ich sehe ein bildungspolitisches Versagen, weil den Menschen nichts Brauchbares und Nachhaltiges über Gesundheit und Gesunderhaltung beigebracht wird in unserem Bildungssystem. Ich sehe ein Systemversagen, weil der Kapitalismus allen beibringt, dass sie Kunden wären. Patient sein, ist aber etwas anderes. Und ich sehe ein Totalversagen der berufs- und standespolitischen Organisationen, diese Sachverhalte an die Politiker, die die Bodenhaftung völlig verloren haben zu vermitteln und uns an der Basis der Leistungserbringung vor so einem Irrsinn zu schützen. Traurig.

Mehr offene Sprechstunden

Bedeutet doch nur: weniger Termine, die Patienten ausmachen können, also noch längere Wartezeiten auf solch einen Termin. Und auch mehr Wartezeiten bei den offenen Sprechstunden, es sei denn, man limitiert die Arztbesucher. Sofern also die Ärzte nicht noch länger arbeiten als sie es sowieso schon tun, ist nichts gewonnen. Mein Hausarzt arbeitet schon am Limit, auch ein Arzt darf mal Feierabend haben!

Warum denn mehr Geld?

Ich kann keine Peitsche sehen.

Ärzte müssen behandeln, ohne Angst vor Regress zu haben. Der Hebel ist erst einmal bei den Kassen anzusetzen. Und schon gar nicht mit Prämien arbeiten.

Aber sie müssen auch behandeln, wenn es nicht das Riesengeld gibt. Und Ärzte müssen auch dann da sein, wenn es notwendig ist.

Die kassenärztlichen Vereinigungen sollten ganz einfach außerhalb der Sprechzeiten in unmittelbarer Nähe von Notaufnahmen Bereitschaftspraxen betreiben, die dann auch besetzt sind. Da brauch es keine Telefonhotline oder sinnlose Notfallgebühr. Wenn der Patient ohne wirklichen Notfall in der Notaufnahme ist, kann ihn der Arzt dort sofort an die Praxis weiter schicken.

Sprechstunden

Ich habe Ärzte gesehen die alle 6 Minuten ein Patienten durchschleusen, das ist keine Behandlung. Die Zeit für jeden Patienten wird jetzt also noch knapper. Entweder werden wir weniger krank oder es gibt mehr Ärzte, alles andere ist Blödsinn.

15:51 von frosthorn

verstehe ich nicht

Mein Hausarzt hat offizielle Sprechstunden für insgesamt 28 Stunden in der Woche. Z.B. Montags von 8h bis 11h und von 15h bis 18h. Das Wartezimmer ist aber den ganzen Tag voll, sowohl über die Mittagszeit als auch abends bis 19h oder später. Und die Patienten kommen auch alle dran. Dafür arbeitet der Mann bis zur Erschöpfung.
Wenn jetzt pro Tag nochmal 2 Stunden auf dem Praxisschild dazu kommen, hat er definitiv nicht mehr Zeit für die Patienten als vorher. Reine Augenwischerei. Wir brauchen mehr Ärzte.
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Solange die soziale Absicherung im Krankenhausdienst sicherer ist, werden sich nicht mehr Ärtze für Risiko entscheiden.
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Jetzt ist natürlich mit mehr Geld für Alle das Problem wie immer gelöst?
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Wie bei der Arbeitslosenversicherunng, wo nur ein Drittel nicht in der Verwaltung versickert.

18:51 von Kabi "Mehr offene

18:51 von Kabi
"Mehr offene Sprechstunden
Bedeutet doch nur: weniger Termine, die Patienten ausmachen können, also noch längere Wartezeiten auf solch einen Termin. "

Quatsch.
Offene Sprechzeiten brauchen Leute, die aktut krank geworden sind.

Termine kann man für Vorsorge und chronisch Kranke machen aber eben nicht bei akuter Krankheit.

Ich habe mir einen Arzt gesucht der offene Sprechstundent hat.

Meine Frisörin ünrigens auch. Alle anderen können sich ihre Termine in die Haare schmieren.

15:51 von frosthorn Wieso? Er

15:51 von frosthorn

Wieso? Er kann doch seine Sprechzeiten beibehalten, nur eben ohne Terminvereinbarung.

Also dass Fachärzte Termine

Also dass Fachärzte Termine machen ist ja nicht die Frage.

Es geht um niedergelassene Allgemeinmediziner, die einfach auch verpflichtet sind, die Leute zu behandeln, die AKUT erktankt sind!

DIE gucken nämlich sowas von in die Röhre, wenn sie 40 Fieber haben und erst mit Termin nach ihrem Ableben drankommen, weil sies bis dahin ins Gras gebissen haben !

Dieser ganze Terminkack in den Allgemeimarztpraxen ins übrigens mit ein Grund, weshalb akut Kranke mit ner Grippe oder Magen-Darm, was auch echt übel sein kann und es einem richrig dreckig geht,
dann einem nichts anderes übrig bleibt, als in die Notfallaufnahme zu dackeln!

Ich bin schon mit akutem Mittelohrentzündung u ein anderes mal mit akutem Hörsturz beim Hohrenarzt weggeachickt worden, weil ich keinen Termin hatte !

DAS darg ja wohl nicht wahr sein!

War aber so!

Jeder Hausartz nimmt sich seine eigene Zeit...

ich soll öfters kommen, doch hat der Arzt nicht mal 5Minuten Zeit insgesamt eingeräumt.
Muss zudem jedes Quartal eine neue Überweisung zur teilstationären Behandlung abholen, so-was bräuchte eigentlich nicht sein...
Des weiteren werden Patienten zur Zuzahlung gebeten (für Alles und jenes, was man eigentlich ebenfalls einsparen könnte, es werden Zusatzgebühren verlangt, von Patienten, welche das Geld eigentlich selber benötigen usw.

Ich bin mir nicht sicher, ob

Ich bin mir nicht sicher, ob es tatsächlich ein Problem mit Haus- und Kinderärzten gibt.
Ein Problem ist die Wartezeit auf einen Termin bei einem Facharzt - sofern man Kassenpatient ist. Da muss man oft mehrere Monate warten, bevor man an der Reihe ist. Da darf sich niemand wundern, wenn die Menschen in die Notaufnahme spazieren, z. B. bei unklaren Herzbeschwerden, derentwegen man vom Hausarzt zum Kardiologen überwiesen wurde. Das bedeutet für die Betroffenen monatelang Sorge, was denn nun dahinter steckt. Und das empfinde ich als Zumutung. Da helfen auch keine bildungspolitischen Maßnahmen zur allgemeinen Gesundheitsvorsorge.

Am 23. Juli 2018 um 18:48 von Sosomar

"Als Kassenarzt kann ich da nur lachen. Ich kann mich doch nicht teilen. Und der Tag hat auch nur 24 Stunden ….
Ich sehe auch nicht, dass wir zwingend mehr Ärzte benötigen. Ich sehe ein bildungspolitisches Versagen, weil den Menschen nichts Brauchbares und Nachhaltiges über Gesundheit und Gesunderhaltung beigebracht wird in unserem Bildungssystem."
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Der Irrglaube vieler Patienten ist, das die verschriebenen Medikamente die Gesundheit wieder zurückbringt. Eine Umstellung der Ernährung, weniger Alkohol usw. wird erst umgesetzt, wenn der Körper total streikt. Auch dann wird erst einmal auf den Arzt eingeprügelt.
Ich bin selbst an Diabetes 2 erkrankt und habe durch Selbstdisziplin die Krankheit unter Kontrolle. Insulin ist für mich seit über einem Jahr ein Fremdwort.
Das Internet ist dabei sehr hilfreich gewesen. Aber man muss auch den Willen haben.

Offene Sprechstunden sind

Offene Sprechstunden sind keine Lösung. Privatpatienten werden weiterhin einen festen Termin bekommen, für die Kassenpatienten verlängert sich nur die Wartezeit beim Arzt. So wird das "Zwei-Klassen-System" zementiert.
Was wir brauchen ist eine komplette Umgestaltung zur Bürgerversicherung. Also ein System, in dem alle gleich behandelt werden.
Und wir brauchen mehr Fachärzte. Da wären die kassenärztlichen Vereinigungen gefragt, den Verteilungsschlüssel zu ändern.
Das erfordert schon der demographische Wandel. Auch wenn die Zahl der Menschen im Land gleich bleibt oder sogar sinkt. Dadurch, dass der Anteil an alten Menschen steigt, steigt auch der Anteil an kranken Menschen.

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