Ihre Meinung zu: Resistente Keime: Novartis stoppt Antibiotika-Entwicklung

13. Juli 2018 - 16:27 Uhr

Multiresistente Keime verbreiten sich immer mehr. Gleichzeitig ziehen sich große Pharma-Konzerne aus der Antibiotika-Forschung zurück. Auch Novartis hat nun die Entwicklung der wichtigen Mittel gestoppt.

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Kommentare

schwierige Situation

soll man einem Unternehmen vorschreiben
mit dem Geld seiner Aktionäre Roulette zu spielen ?
und wenn denen das Risiko größer erscheint,
als Gewinne damit zu machen

Es lohnt sich nicht

Die Entwicklung von Antibiotika kostet Millionen, die man angesichts der Überreglementierung auf dem Pharmamarkt möglicherweise nicht mehr rein bekommt. Den Rückzug der Pharmafirmen kann man gut verstehen, es kann nicht alle Medikamente geben.

Gibt ja nur 3 Möglichkeiten:

Gibt ja nur 3 Möglichkeiten:

1) Die Industrie betreibt weiter freiwillig Forschung in gemeinnützigen Bereichen.

2) Die Industrie wird zu zuletzt genanntem gezwungen.

3) Es findet keine annähernd ausreichende Forschung statt.

Wenn man Angelegenheiten öffentlichen Interesses an privatwirtschaftliche Unternehmen übergibt, braucht man sich nicht zu wundern, wenn die am Ende sagen, das lohne sich nicht für sie. Allgemeine Gesundheit ist für Unternehmen anscheinend nur finanziell quantifizierbar und auch nur interessant, wenn's um die Gewinnausfälle durch die Krankheit eigener Mitarbeiter geht.

Ich versteh' auch nicht, wie man immernoch denken kann, Konzerne hätten irgendwelche moralischen Ansprüche.

Rücksichtsloses Geldverdienen

Das Verhalten der multinationale Pharmakonzerne ist unverantwortlich. Nur das rücksichtslose Geldverdienen scheint eine Rolle zu spielen. Das schon jetzt Tausenden nicht geholfen werden kann und in absehbare Zeit kein wirksames Antibiotika mehr zur Verfügung steht ist diesen Multis total gleich. Die Forschung ist zu schwierig und zu teuer. Soll doch der Steuerzahler, sprich die Universitäten, dies finanzieren. Ich denke spätestens jetzt ist der Gesetzgeber aufgerufen die Arzneimittelpreise in den verschiedenen Ländern zu vergleichen und die Unternehmen zu Ordnung zu rufen oder billigere Parallelimporte zu zulassen.

Besser die stellen die Entwicklung ein

dann züchten wir unsere Keime nicht noch weiter hoch. Kommt ein neues Mittel auf dem Markt, werden alle vorherigen Mittel doch sowieso in der Tierzucht "verfüttert". Es sollte Antibiotika für Menschen geben und solches für Tiere und beide müssen sich ausschließen. Dann kann man auch wieder munter weiter forschen und basteln um neue Medizin auf den Markt zu bringen. Solange wie aber die Medizin nur vermischen wie so ein Quaksalber und Scharlatan und so die Verbreitung von Krankheiten und ihre Vielfalt auch noch fördern, solange bringt jeder Fortschritt nichts, muss er ja ständig nur den Rückschritt ausgleichen.

Aber was nützt einem die Intelligenz, wenn man die Weisheit nicht hat? Die Politik treibt kräftig mit an diesem Stilluntergang, verhindert sie doch eine kollektive Gesellschaft gleicher Individuen.

Zitat aus dem Artikel :

"...Wir müssen langfristig denken und uns auf Bereiche konzentrieren, die unserer Meinung nach am besten geeignet sind, sich positiv auf die Patienten auszuwirken..."

Ersetze "Patienten" durch "Geschäftsergebnis / Gewinne", dann passt´s wohl ;)

Universitäten

sollten mit ihrer Grundlagenforschung endlich auch wieder in der Pharmazie innovativ sein. Es ist völlig falsch, die kostenspielige Neuentwicklung von Medikamenten allein der Wirtschaft zu überlassen. Macht man sonst ja auch nicht. Entweder der Staat beteiligt sich an Forschungsprogrammen oder forscht selbst in seinen staatlichen Universitäten. Dazu sind die nämlich da, die Lehre spielt nicht die Hauptrolle, wie manch einer heutzutage meint. Sondern noch immer sind Universitäten wissenschaftliche Denkfabriken, Lehre dient zur Heranziehung von Nachwuchs, nicht um das akademische Mittelmaß mit einem BA auszubilden - dass machen eigens dafür geschaffene Colleges. Sollte sich auch in Deutschland rumsprechen.

Limitationen des Kapitalismus...

Ist etwas nicht ertragreich genug wird eben aufgehört. Chronische Erkrankungen wie die Herz/Kreislauf betreffen, Diabetes, Krebs und andere Krankheiten der Industrienationen sind einfach profitabler. Das heißt, die Regierungen der Welt müssen endlich mehr tun!
Zwar wird viel mit öffentlichen Geldern geforscht, um neue Substanzen zu finden und Angriffspunkte und Wirkmechanismen zu testen, aber um aus solchen Kandidaten ein marktreifes, möglichst wirksames und zugleich für Patienten ungiftiges Produkt zu machen, werden viele Millionen benötigt.
Die meisten Kandidaten fallen was Zytotoxizität u. ä. angeht bereits früh in der Entwicklung raus, denn auch wenn sie Bakterien abtöten könnten, schaden sie menschlichen Zellen zu sehr.
Die WHO hat letztes Jahr übrigens eine Liste mit Erregern veröffentlicht, für welche besonders dringend neue Antibiotika benötigt werden: http://www.who.int/news-room/detail/27-02-2017-who-publishes-list-of-bac...

Am 13. Juli 2018 um 19:43 von Jayray

"Solange wie aber die Medizin nur vermischen wie so ein Quaksalber und Scharlatan und so die Verbreitung von Krankheiten und ihre Vielfalt auch noch fördern, solange bringt jeder Fortschritt nichts, muss er ja ständig nur den Rückschritt ausgleichen."

Na, aber hallo. Die Medizin ist doch längst wach. Lesen Sie mal ein paar Artikel zum Thema "Antibiotic Stewardship", das ist eines der ganz großen Themen auf den relevanten Kongressen, schon seit einigen Jahren.
Aber der rationale und restriktive Einsatz von Antibiotika kann das Problem nur mildern und die Entwicklung verlangsamen, nicht gänzlich stoppen.
Neue Antibiotika - und wichtiger noch, ganz neue Klassen von Antibiotika anstatt Weiterentwicklungen bekannter Substanzen - werden benötigt.
Aber die Forschung - insbesondere jenseits des Labors, nämlich an gesunden Freiwilligen und später an Patienten - ist langwierig und extrem teuer. Aktuell können sich das eben nur Pharmafirmen leisten. Da muss ein Umdenken in der Politik her.

Lasst mich raten ...

... gleich kommt die Forderung, das sei die Sache der Reg. und Institute, solche Forschung mit öffentlichen Geldern zu machen. Und wenn‘s dann gefunden ist, kratzen sie wieder an der Türe um den Reibach zu machen - mit verschwindend kleinem Risiko. Wie‘s im Bäckerhandwerk heißt: ‘s Zehnerle und ‘s Weckle.

@ Oberstudienrat? um 19:29

Ihre Worte: "Den Rückzug der Pharmafirmen kann man gut verstehen, es kann nicht alle Medikamente geben."

Ist Ihnen eigentlich bewusst, wie viele Menschen vor der Entdeckung des Penicillins an diversen bakteriellen Infektionskrankheiten verstorben sind?
Wir brauchen dringend neue Antibiotika, da Bakterien ungeheuer wandlungsfähig sind. Es gibt inzwischen eine Reihe von Bakterienstämmen, die resistent gegen bestimmte Antibiotika sind. Das heißt, die Behandlung ist dann wirkungslos. Dann helfen nur noch Reserveantibiotika, die eben nicht breit eingesetzt werden dürfen, damit sie ihre Wirkung nicht verlieren.
Wenn es keine neuen Antibiotika gibt, werden künftig wieder sehr viele Menschen an Infektionen sterben, die derzeit noch gut behandelbar sind.
Ich habe keinerlei Verständnis für den Rückzug der Pharmafirmen.

Dass hier ist eine Fehlentscheidung von Novartis

Hier sage ich mal ehrlich an die Adresse der Pharma-Konzerne:

dieser Rueckzug hier:

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/novartis-antibiotika-forschung-101....

Nun hat sich Novartis aus diesem Kampf zurückgezogen. Das Unternehmen stellt seine Forschung an neuen Medikamenten gegen antibiotikaresistente Bakterien ein. Etwa 140 Mitarbeitern in den USA wurde gekündigt. Auch die Entwicklung neuer Mittel gegen Viren wurde eingestellt. In einer Mitteilung erklärte Novartis, seine Ressourcen in anderen Bereichen zu bündeln. Der neue Chef des Konzerns, Vas Narsimhan, hatte erst kürzlich die Bedeutung neuer Medikamente gegen Krebs und Herz-Erkrankungen hervorgehoben. Beide Bereiche gelten als deutlich lukrativer.

ist eine absolute Fehlentscheidung, weil es hier um das Retten von Menschenleben geht, Novartis. Und hier frage ich euch mal ganz ehrlich: bedeuten euch Menschenleben so wenig?? Ich bin ehrlich gestanden sehr enttäusch von euch, Novartis.

Woran das wohl liegen mag

Schreibe ich einen Song, so sind die Rechte daran noch 75Jahre nach meinem Tod bei meinen Erben.
Dafür braucht es neben etwas Talent ein Blatt Papier und einen Stift.
Entwickle ich für durchschnittlich eine Milliarde ein neues Medikament, so hab ich maximal 25 Jahre Schutz. Davon vergehen in der Regel 8 innerhalb der Entwicklungszeit.
Also müssen in 17 Jahren 1 Milliarde Gewinn mit einem Medikament reinkommen.
Wenn nun aber neue Antibiotika nur als Reserve verwendet, oder ein neues Medikament nur für wenige Patienten anwendbar ist, rechnet sich das schlicht und ergreifend nicht.
Man darf nicht vergessen, dass die meisten Pharmaunternehmen börsennotiert sind, und ihre rechtliche Verpflichtung gegenüber den Aktionären haben.
Und nun schauen wir alle mal, wie wir unsere private Alterssicherung verwirklicht haben.
Ursache und Wirkung.

Und dass hier stimmt so nicht - es gibt teilweise Missbrauch

Weiterhin frage ich Novartis mal ehrlich:

sind euch Gewinn und eure Aktionäre so viel wichtiger als Menschen die auf solche Medikamente warten und die eventuell sonst sterben werden?? Und zu dem hier:

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/novartis-antibiotika-forschung-101....

Laut dem Verband forschender Pharma-Unternehmen (VfA) ist die Entwicklung neuer Antibiotika-Klassen schwierig. Sie gelinge nur mit weit höherem Aufwand als vor der Jahrhundert-Wende. Zugleich seien die Ertragsmöglichkeiten gering, weil Ärzte ausdrücklich dazu angehalten würden, neue Mittel als "Reserve-Antibiotika" zu verstehen.

sage ich mal:
Nein, Ärzte sind dazu angehalten, so wenig wie möglich Antibiotika zu verschreiben um gerade diese Waffen nicht stumpf zu machen. Aber: es gibt einfach Patienten und einige wenige Ärzte, die hier Missbrauch mit Antibiotika treiben, genauso in der Tiermast.

@ Gerd Hansen um 19:52

Zitat aus dem Artikel: "...Wir müssen langfristig denken und uns auf Bereiche konzentrieren, die unserer Meinung nach am besten geeignet sind, sich positiv auf die Patienten auszuwirken..."
Ihre Worte:
"Ersetze "Patienten" durch "Geschäftsergebnis / Gewinne", dann passt´s wohl ;)"

Volle Zustimmung! Und Ergänzung:
Die Pharmafirmen verdienen natürlich viel mehr Geld an Medikamenten gegen z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, da dies chronische Erkrankungen sind. D.h. die Medikamente müssen meist lebenslang eingenommen werden. Antibiotika dagegen nur wenige Tage bis Wochen.
Medikamente gegen Krebs sind in aller Regel sehr, sehr teuer. Die Kosten werden auch in aller Regel von den Kassen übernommen. Da ist der Gewinn um ein Vielfaches höher als bei Antibiotika.

Jaha das haben wir fein

Jaha das haben wir fein hingekriegt, uns multiresistente Keime heranzuzüchten...
Ich meine, ohne uns hätte die Natur das gar nicht so hingekriegt, wo findet man in der Natur schon Umstände, die die Evolution von Multiresistenz forcieren?
Abgesehen von z.B. exotischen Pilzen und einer Handvoll Pflanzen mit entsprechenden Abwehrmechanismen gg. Krankheitserreger gibt's das nicht normalerweise.

Und wenn man liest, wie in asiatischen Garnelenfarmen Antibiotika einfach ins Meer gekübelt werden, wundert einen gar nichts mehr in dieser Hinsicht (nicht,dass europ. Farmen besser wären, siehe Reserveantibiotika und allgemein den massenhaften Einsatz in der Agrarindustrie, aber auch in der Humanmedizin).

In 10-20-30 Jahren können die Menschen dann mal erleben, wie es so mit Wundheilung und Infektionen war, damals im Mittelalter; dann werden halt wieder Menschen in der Masse an kleinen nicht verheilenden Infektionen verrecken.
Vielleicht wird Aderlass wieder populär, wer weiß...

Beide Bereiche sind gleichermaßen wichtig Novartis

Es ist ja richtig, dass Krebsmedikamente und Herzmedikamente genauso wichtig sind wie solche Antibiotika gegen multiresistente Erreger. Und diese multiresistenten Erreger werden zur Gefahr fuer alle Patienten in den Krankenhäusern, Novartis. Es kann potentiell jeden erwischen.

Deswegen: Novartis braucht mehr Mittel, um neben dem vorgenannten Bereich eben auch diesen Bereich in Sachen Antibiotika abdecken zu können. Und dann wäre eben die Frage, wie man auch dabei helfen kann. Seid ihr irgendwo in Deutschland an der Börse oder sowas?? Denn dort finde ich euren Namen nämlich bislang nicht. Oder unter welchem Namen findet man euch in Deutschland an der Börse?? Denn dann wäre ich unter Umständen bereit, Aktien von euch aufzukaufen, Novartis. Da hätte ich im nächsten Jahr oder Ende des Jahres eventuell Mittel frei. Mal sehen.

Maximierung um jeden Preis

Dafür muss man schon Verständnis aufbringen: Es geht um Gewinnmaximierung in der Pharmaindustrie, Maximierung der Gesundheit ist dabei nachrangig. Im vorliegenden Fall muss dies nicht unbedingt Entsetzen hervorrufen. Wenige Antibiotika bedeuten gleichzeitig ein natürliches Regulativ unkontrollierter Population und helfen somit dem nachhaltigen Fortbestand der Menschheit.

was lernen wir?

"Der neue Chef des Konzerns, Vas Narsimhan, hatte erst kürzlich die Bedeutung neuer Medikamente gegen Krebs und Herz-Erkrankungen hervorgehoben. Beide Bereiche gelten als deutlich lukrativer."

"Laut dem Verband forschender Pharma-Unternehmen (VfA) ist die Entwicklung neuer Antibiotika-Klassen schwierig. Sie gelinge nur mit weit höherem Aufwand als vor der Jahrhundert-Wende. Zugleich seien die Ertragsmöglichkeiten gering,..."

"Novartis teilte auf Anfrage des NDR mit ... Wir müssen langfristig denken und uns auf Bereiche konzentrieren, die unserer Meinung nach am besten geeignet sind, sich positiv auf die Patienten auszuwirken,..."

am positivsten, liebe kapitalisten bei novartis, wirkt sich fuer mich als patient aus, das ich nach einer krebs- und/oder herz-operation nicht wegen multiresistenter keime trotzdem krepiere.

aber damit koennt ihr ja nicht genuegend kohle scheffeln.

veralbern kann ich mich alleine.

Daher hat das Helmholtz-Zentrum mit dem hier recht

Aus dem Grund hat das Helmholtz-Zentrum mit dem hier:

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/novartis-antibiotika-forschung-101....

Angesichts der globalen Problematik zunehmender Resistenzen sei der Rückzug von Novartis aus der Forschung in diesem Bereich "keine gute Nachricht", sagt Mark Brönstrup vom Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung.

recht. Ja, das ist eine schlechte Nachricht fuer viele betroffene Patienten in den Krankenhäusern. Allerdings sage ich mal zu dem hier:

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/novartis-antibiotika-forschung-101....

"In einem Zeitalter der zunehmenden Antibiotikaresistenz sollten neue Entwicklungen in diesem Bereich die höchste Priorität haben."

Hier stimmt die Gewichtung nicht. Auch Krebsmedikamente und Herzmedikamente sind mindestens genauso wichtig. Von daher wäre Novartis gut beraten, sich breiter aufzustellen. Das wäre wichtig.

@ Oberstudienrat, um 19:29

Wissen Sie eigentlich, um was es hier geht?
Die Entwicklung von Antibiotika gegen multiresistente Erreger ist ebenso wichtig wie die Entwicklung von Medikamenten gegen Krebs. Mindestens! Ihnen scheint nicht klar zu sein, dass Pharmakonzerne nicht nur die Pflicht haben, ihre Kassen (auf oft dubiose Weise) zu füllen, sondern dass sie verdammt nochmal vor allem dazu da sind, das Wichtigste, das ein Mensch hat, nämlich seine Gesundheit, sicherzustellen.
“Es kann nicht alle Medikamente geben.“ Abgesehen davon, dass “alle“ völlig unsinnig ist, gehören Antibiotika zu denjenigen, die neben einigen anderen mit absolutem Vorrang erforscht und entwickelt werden müssen.

Manuka-Honig als Alternative

Meines Erachtens müssen bei der Lösung des Problems der Antibiotikaresistenz dringend alternative Wege beschritten werden. Denn auch wenn die Pharmaindustrie neue Antibiotika entwickeln sollte, werden die Bakterien irgendwann auch gegen diese Mittel resistent. Hier könnte Naturmedizin(Honig) eine gute Alternative sein. Schon in der Antike setzte man Honig bei der Wundversorgung und zur Behandlung vieler anderer Krankheiten ein. Besonders wirksam ist hier der neuseeländische Manukahonig, der aus dem Nektar der Südseemyrthe gewonnen wird. Studien an der University of Sydney und der TU Dresden haben ergeben, daß dieser auch gegen multiresistente Keime wirkt und diese sich auch nicht an ihn anpassten. Das einzige Problem ist, daß der Hoig bislang offiziell noch kein Medikament ist und daher mit etwa 50 bis 100 Euro pro Glas zu Buche schlägt. Hier müsste etwas geschehen!

@ Benutzername

Ich versteh' auch nicht, wie man immernoch denken kann, Konzerne hätten irgendwelche moralischen Ansprüche.

Haben Sie auch nicht. Auf der anderen Seite hat die Medikamentenentwicklung nichts mit Moral zu tun. Es werden die Medikamente entwickelt, die einen finanziellen Gewinn wahrscheinlich erscheinen lassen. Ich selbst gehe z. B. auch nicht aus moralischen Gründen zur Arbeit.

@ friedrich peter

jetzt ist der Gesetzgeber aufgerufen die Arzneimittelpreise in den verschiedenen Ländern zu vergleichen und die Unternehmen zu Ordnung zu rufen oder billigere Parallelimporte zu zulassen.

Sie haben leider immer noch nicht verstanden, dass dann eben noch weniger geforscht wird und immer weniger neue Medikamente entwickelt werden. Die billigen Nachahmer sind gut und schön, aber aus dem Blickwinkel der Innovation betrachtet letztlich ziemlich wertlos.

Ist doch logisch...

Die Entwicklung eines Arzneimittels kostet Milliarden, die erst mal wieder reingeholt werden müssen. Verdient wird an dem Stoff nur so lange, wie der Patentschutz läuft, und der startet am Beginn der Entwicklung, so dass häufig nur 8 Jahre Marktexklusivität bleiben, bevor die Generika auf den Markt strömen. Normalerweise. Doch bei Antibiotika ist es so, dass sie erst einmal auf der Reserveliste landen, als Mittel der letzten Wahl, wenn die alten bekannten versagen. Dadurch wird das Arzneimittel kaum eingesetzt und die Firma verdient kaum etwas, und bevor es von der Reserve- zur Standardtherapie wird, ist das Patent durch und die Generikahersteller haben den Markt schon unter sich aufgeteilt und ihre Rabattverträge mit den Krankenkassen geschlossen. Wieso sollte also noch ein Originator sich an Antibiotika setzen, die in der Entwicklung viel kosten, nach Marktreife aber kaum etwas einbringen?

@ Jayray

Kommt ein neues Mittel auf dem Markt, werden alle vorherigen Mittel doch sowieso in der Tierzucht "verfüttert".

Sorry, das ist völliger Unsinn.

@BenutzernameHier (19:36)

Wenn man Angelegenheiten öffentlichen Interesses an privatwirtschaftliche Unternehmen übergibt, braucht man sich nicht zu wundern, wenn die am Ende sagen, das lohne sich nicht für sie. Allgemeine Gesundheit ist für Unternehmen anscheinend nur finanziell quantifizierbar und auch nur interessant, wenn's um die Gewinnausfälle durch die Krankheit eigener Mitarbeiter geht.
Ich versteh' auch nicht, wie man immernoch denken kann, Konzerne hätten irgendwelche moralischen Ansprüche.

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Wenn es so wäre wie Sie schreiben, dann gäbe es keine Orphan Drugs, weil sich die Entwicklung von Arzneimitteln für seltene Krankheiten, die vielleicht nur 100 Leute auf der Welt haben, nicht lohnt. Tatsächlich aber kommt die Pharmaindustrie auch hier einem Moralkodex nach, der nicht allein wirtschaftlichen Aspekten genügt. Diese Arzneimittel werden in Mischkalkulation entwickelt. Was man aber nicht macht ist Arzneimittel zu entwickeln, an denen später nur die Generikahersteller verdienen.

@eli (22:39)

Universitäten sollten mit ihrer Grundlagenforschung endlich auch wieder in der Pharmazie innovativ sein. Es ist völlig falsch, die kostenspielige Neuentwicklung von Medikamenten allein der Wirtschaft zu überlassen. Macht man sonst ja auch nicht. Entweder der Staat beteiligt sich an Forschungsprogrammen oder forscht selbst in seinen staatlichen Universitäten. Dazu sind die nämlich da, die Lehre spielt nicht die Hauptrolle, wie manch einer heutzutage meint. Sondern noch immer sind Universitäten wissenschaftliche Denkfabriken, Lehre dient zur Heranziehung von Nachwuchs, nicht um das akademische Mittelmaß mit einem BA auszubilden - dass machen eigens dafür geschaffene Colleges. Sollte sich auch in Deutschland rumsprechen.
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Naive Vorstellung, die nichts mit der Realität zu tun hat. Die Unis haben nicht die Mittel und Kapazitäten, um Forschung in diesem Rahmen zu betreiben. Es kommt selten vor, dass an der Uni mal was Bahnbrechendes entdeckt wird. Ich weiß, wovon ich rede.

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