Ihre Meinung zu: BGH-Urteil zu Facebook: Auch digitale Inhalte sind vererbbar

12. Juli 2018 - 12:54 Uhr

Der BGH hat entschieden, dass eine Mutter auf das Facebook-Konto ihrer verstorbenen Tochter zugreifen darf. Die Richter zogen in ihrer Begründung die Parallele zu Dokumenten auf Papier. Von Gigi Deppe.

Artikel auf tagesschau.de
Bewertung:
3
Durchschnitt: 3 (2 votes)
Schlagwörter der Meldung:
Geo-Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

Der Beitrag enthält u.a. 1 interessantes Detail:

>Sie können diese Erkenntnisse auch in einem anderen Prozess verwenden. Der Fahrer der U-Bahn hat sie nämlich als Erben der Tochter auf Schmerzensgeld verklagt: Das Mädchen habe ihren Tod bewusst herbeigeführt und ihn damit geschädigt.<
----------------------------
Wenn das so stimmt, scheint sich im Bereich "Schmerzensgeld" in DE etwas zu bewegen.

Löschen auch beim Adressaten

Die notwendige Folge dieses Urteils muss sein, dass der Sender einer Nachricht diese mit einem Verfallsdatum (also einer Selbstlöschung) verschickt und/oder diese auch in fremden Postkästen löschen kann bzw. das kopieren und drucken (screenshooten) unterbinden kann. Technisch alles möglich.

@ eli

Nein, das kann in keinem Fall die Lösung sein. Wenn ich eine Nachricht in welcher Form auch immer weitergebe (mal abgesehen vom gesprochenden Wort unter 4 direkt anwesenden Augen) dann muss ich mir bewusst sein, dass diese Nachricht so bestehen bleibt - solange bis der Adressat sie vernichtet. Das ist bei Briefen, Postkarten, Zetteln, SMS, Emails und allen anderen Kommunikationsformen mit Speicherfunktion (Facebook-Chats und PNs gehören dazu) einfach üblich und richtig. Es gilt ja auch gerade für Liebesbriefe, (Nackt-)Fotos etc.

Komplexer würde es nur beim unwissentlichen Mitschneiden von Telefonaten, Videotelefonie oder ähnlichem und Fotos gegen den eigenen Willen etc.. Aber das ist hier nicht Thema.

Insgesamt muss man sich auch und gerade im digitalen Zeitalter immer noch vorher Gedanken machen, wem man was genau schreibt. Das gehört zur (digitalen) Medienbildung. Man muss dann ja auch für das Geschriebene je nach dem Verantwortung übernehmen.

Eritas

das ist ja interessant

zum Datenschutz der anderen Chat-Teilnehmer wird also gesagt, dass der irrelevant sei, weil der Account ja schließlich auch gehackt werden könnte.
Das eröffnet ja den Datenhaien ganz neue Möglichkeiten. In Zukunft können sie meine Daten also ruhig auch ohne mein Einverständnis an jedermann verscherbeln oder verschenken. Schließlich könnte ja sich ja auch irgendjemand illegalen Zugang dazu verschaffen ... oder ich zahle meine Miete nicht. Begründung: das Geld könnte mir ja auch geklaut werden, dann würde es der Vermieter auch nicht kriegen.

Ansonsten bin ich entsetzt über dieses Urteil. Das Mädchen hatte ja wohl entschieden, seinen Eltern nur das zu erzählen, was diese auch wissen sollten. Warum kann das nicht respektiert werden? Nur weil sie als Tote keine Rechte mehr hat?

@eli, 14:53

[...] dass der Sender einer Nachricht diese mit einem Verfallsdatum (also einer Selbstlöschung) verschickt und/oder diese auch in fremden Postkästen löschen kann bzw. das kopieren und drucken (screenshooten) unterbinden kann. Technisch alles möglich.

Die Technik möchte ich sehen. Ich erkläre mich gern bereit, Ihnen zu beweisen, dass ich und damit jeder sie umgehen kann.

"Der Fahrer der U-Bahn hat sie nämlich als Erben der Tochter auf Schmerzensgeld verklagt"
.
=> wie widerlich ist das denn?
.
Einer meiner Freunde ist S-Bahnfahrer. Auch er hatte schon "Personenschaden im Gleis".
Um wieder arbeitsfähig zu werden, musste er eine psychologische Behandlung in Anspruch nehmen.
Sein Arbeitgeber hat nicht von ihm verlangt, die Verwandten des Toten auf Schadenersatz zu verklagen, daran wird es also nicht liegen

Finde ich bedenklich ...

... wenn hier alles vererbt wird. Z.B: die chats im fb messenger. Chat wird von vielen wie Telfonieren genutzt und wenn dies dann, auch nach dem Tod, anderen offengelegt wird, eventuell als Pflichterbeteil Verwandten, mit denen man ein nicht gutes Verhältnis hatte ... finde ich sehr schwierig. Meine Mobiltelefonmailbox wird doch auch nciht vererbt oder?

Ich will es nicht glauben

Es kommt tatsächlich mal ein Urteil, dass man auch nachvollziehen kann.

Natürlich sind digitale Inhalte vererbbar. Genauso wie intime Inhalte eines Tagebuchs von den Erben eingesehen werden können, oder früher Liebesbriefe geschrieben wurden, sind es auch digitale Inhalte.

@hut, 15:15

Natürlich sind digitale Inhalte vererbbar. Genauso wie intime Inhalte eines Tagebuchs von den Erben eingesehen werden können, oder früher Liebesbriefe geschrieben wurden, sind es auch digitale Inhalte.

Dass jemand intime Inhalte meines Tagebuchs liest, würde ich ebenfalls für charakterlos halten, und als Erbe würde ich das auch nicht tun. Und für mich ist es keine Selbstverständlichkeit, dass meine Erben automatisch Zugang zu meinen Geheimnissen erhalten, die ich zu Lebzeiten aus gutem Grund für mich behalten habe. Und das noch mit der lapidaren Begründung, dass sie sie gern erfahren würden.

Endlich wird wieder Recht gesprochen

Geht doch liebe Richter, endlich mal ein ausgewogenes Urteil ohne die knute aus Brüssel

Schade. Was ich meiner

Schade. Was ich meiner Chatpartnerin mitteile ist für die bestimmt und für sonst niemand.

Urteil überfällig

Danke für dieses dem gesunden Menschenverstand folgenden Urteil! Was nimmt sich FB eigentlich an Frechheit heraus, eigene Rergeln aufzustellen wie die Romanfigur Pippi Langstrumpf?

Bravo!

Ich weiß, dass Richter weder Beifall noch Kritik an ihren Urteilen mögen. Ich erlaube mir trotzdem, das Urteil mit Beifall zu begrüßen... Ich hoffe mich erneut freuen zu dürfen, wenn die Klage des U-Bahn-Fahrers kostenpflichtig abgewiesen wird. Eltern, die ihr Kind verloren haben mit einer solchen Klage zu belasten halte ich - die Damen hier mögen mir meine Ausdrucksweise verzeihen- für eine gewaltige Sauerei.

@frosthorn

In Punkto Datenschutz lesen Sie das meiner Meinung nach falsch.

Es geht hier NUR um die VERERBUNG bei verstorbenen Personen.

Und wenn jemand einem anderen ( Verstorbenen ) etwas, in welcher Form auch immer, geschrieben hat, dann ist das bis dato ( "analog" ) auch immer so gewesen, daß ERBEN das alles lesen können.

In Punkto "umgehen" bin ich voll bei Ihnen ( und wenn jemand einen Bildschirm mit ´nem alten Fotoapparat oder Handy fotografiert um es zu "arcivieren" ... )

Darstellung: