Ihre Meinung zu: Italiens Wirtschaftsreformen - ein Minusgeschäft für die Industrie?

5. Juli 2018 - 8:31 Uhr

Die neue italienische Regierung will mit einem Paket an Reformen die Wirtschaft aufpolieren - und setzt die Arbeitnehmer in den Fokus. Ein Ansatz, der in der Industrie für Murren sorgt. Von Tassilo Forchheimer.

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Kommentare

Laut einem Bericht von Dradio

Laut einem Bericht von Dradio Kultur im März 2017 werden in Italien pro Jahr 250 Milliarden Euro an Steuern hinterzogen. Was tut die neue Regierung denn dagegen?
Wie sieht denn das italienische Rentensystem aus? Wann kann man unter welchen Bedingungen in Rente gehen, wie wird das Rentensystem finanziert, wie hoch ist die italienische Rente?
Und wieso tun sich die italienischen Arbeitnehmer schwer mit befristeten Jobs?
Tun sich nicht vielmehr die italienischen Arbeitgeber schwer mit unbefristeten Arbeitsverträgen?

Populismus pur

Vielleicht reicht es ja dem Klientel, wenn man nur die schönen Seiten der Bemühungen der Regierung darlegt. Dass wenigere befristete Verträge auch insgesamt wenigere Verträge nach sich ziehen, weil die Firmen sich nicht auf riskante langfristige Einstellungen festnageln lassen, bleibt unerwähnt.

gute Maßnahmen

Gute Maßnahmen sind nichts wert, wenn sie von schlechten Menschen ergriffen werden.

Populismus?

Man kann natürlich alles schlechtreden. Und wenn die ungeliebte neue italienische Regierung Dinge beschließt, die gut für ihre Wähler sind, dann kann das natürlich auch nur schlecht sein.

Populismus und wirkliche Probleme

Die Probleme Italiens sind nicht EU, Euro, die zu starke Konkurrenz aus Nordeuropa. Die wirkliche Probleme sind Korruption, Mafia, fehlende strikte Arbeitsgesetze, zu kurze Wochen- und Lebensarbeitszeit, fehlende Steuereintreibung...….Es gibt durchaus sehr erfolgreiche Italienische Unternehmen in der Nahrungsmittel-, Süßwaren-, Verpackungs-,Auto-Autozubehörindustrie, aber viele produzieren lieber im Ausland.

Des Pudels Kern

"Dass stattdessen nun Arbeitnehmerrechte gestärkt würden, sei ein "sehr negatives Signal an die Unternehmer", so der Industrieverband Confindustria."
Das findet dann seine Krönung in der Meldung, daß sich deutsche Automobilbosse mit dem US-Botschafter treffen, um über Handelsbeschränkungen zu sprechen.
Wohlgemerkt, nicht der deutsche Wirtschaftsminister, geschweige denn der zuständige EU-Kommissar führen Gespräche. Die Bosse!
Da ist natürlich die Stärkung von AN-Rechten nur hinderlich. Man sollte solche Meldungen schon mal im Gesamtzusammenhang sehen.

und immer die Rentenkeule

was ist dabei wenn weniger Menschen da sind
weniger Umweltverschmutzung weniger Resourcenverschwendung
einer schreibt es werden 250 Mrd Steuern hinterzogen,
wenn dagegen was tut hat man schon das Geld für die Rente
ist das so toll ein Bevölkerungswachstum ….
irgendwann haben wir mal 100 Mrd Menschen
sind dann die Renten sicherer ?

Italiens Wirtschaftsreformen-ein Minusgeschäft für die Ind ...

Auf die Ankündigung prekäre,rechtlose Arbeitsverhältnisse zu begrenzen,Abfindungen für Beschäftigte erhöhen zu wollen,reagiert Confindustriea prompt.Wobei der Niedergang italienischer Industrie wohl eher andere Gründe hat.Nämlich das Niederkonkurrieren in der Eurozone aus dem Norden.

Bemerkenswert in dieser Sache ist auch,daß die vorangegangene Regierung Renzi aus eher "linken" Parteien(PD und ökologische Linke) genau eine gegensätzliche Politik betrieben hat:Entrechtung in der Arbeitswelt.

Als Urlaubsland ist Italien abhängig

davon, dass zum Einen in der Reisezeit gutes Wetter sein muss und dass die Urlauber aus dem Ausland viel Geld mitbringen. Wenn die neue "populistische" Regierung
jedoch Urlauber vergrault, wie es zuletzt in Griechenland und der Türkei der Fall war, dann sieht es schlecht aus. Ob die Mafia soviel Einfluss hat und ob die Mitglieder der Regierung "sauber" sind, das wird bald herausstellen.

Man sollte der neuen Politik in Italien eine Chance geben,

jedenfalls hat mich die Reaktion Italiens gegen die NGOs positiv überrascht.
Es spricht sicherlich auch nichts gegen kontrollierte Migration, solange nicht Schlepper bestimmen, wer nach Europa kommt und wer nicht.
Ich stelle mir sowieso inzwischen die Frage, ob Merkels Flüchtlingsfreundlichkeit nicht ein Agreement mit der deutschen Wirtschaft ist.
Verwerflich wäre aber, dass nicht die Wirtschaft, sondern die Bürger die Zeche zahlen, entweder über ehrenamtliche Tätigkeiten, über gewaltige Abgaben und/oder Verlust der Kontrolle.
Verbunden mit der weiteren Ausbeutung der arbeitenden Bevölkerung durch mehr Konkurrenz.

Ein Minusgeschäft? Und wenn

Ein Minusgeschäft? Und wenn dem so wäre, für was hat man den die EU, die kann das am Ende doch wieder irgendwie bezahlen, die Hauptsache wir Italiener können uns weiter einen schönen Lenz machen. Sollen sich doch anderen die Sorgen machen.

Steuern werden nicht nur in Italien nicht gezahlt.

Das was die US Konzerne in Deutschland an Steuern zahlen ist auch nicht besonders.
Leider beschäftigen wir uns nur mit Flüchtlingen, da bleiben keine Kapazitäten frei, um Steuern einzutreiben.
Der letzte Gipfel hat gezeigt, wie schnell man Ergebnisse bekommt, wenn Druck vorhanden ist, nur wer soll Druck machen?
Wir reden doch nur über Flüchtlinge.

Arbeitnehmerrechte

Endlich tut eine Regierung auf der Welt etwas für Arberitnehmer und schon schreien die Wirtschaftsverbände. Demokratien werden von den Mennschen bestimmt und nicht von Kapitalinteressen. Mehr als die Hälfte der Wähler sind Arbeitnehmer.
Die Unternehmen machen Milliardengewinne und können nie genug bekommen.
Schade, dass es Populisten braucht, um die Interessen der arbeitenden Bevölkerung zu schützen.
Höhere Abfindungen bei unberechtigten (!) Kündigungen wären auch in Deutschland angebracht. Das deutsche Recht schützt nur Arbeitgeber vor hohen Abfindungen. Einen Mindestbetrag für Arbeitnehmer gibt es nicht (§ 9 und § 10 Kündigungsschutzgesetz).

@friedrich peter... um 09:54Uhr

Volle Zustimmung und begleitend dazu verweise ich auf den Bericht der TS über die Jahre zurückliegende italienische Wirtschaft!

Die Rente ist in Gefahr es werden

Einwanderer gebraucht? Ach herrje. Wenn die Einwanderer genug verdienen würden um alle Sozialleistungen selber zu erwirtschaften wäre das ein echter Erfolg. Alleine das was an Kindergeld, Wohngeld, Heizkostenzuschläge etc bezahlt wird geht weit über deren Einkommen hinaus. Das liegt an der schlechten Bezahlung und vorallem an der miesen Qualität ihrer Ausbildung, insofern überhaupt vorhanden.

Der 'Industrie' ist auch kein

Der 'Industrie' ist auch kein Argument zu blöd. Sie braucht eben eine kluge Führung um den Menschen zu nutzen.

Das beste Mittel gegen befristete Verträge

ist eine niedrige Arbeitslosigkeit, denn dann werden die befristeten Verträge anschließend eh in unbefristete umgewandelt, weil die Arbeitgeber die Leute einfach brauchen. Nur bei den wirklich Faulen lässt man die Verträge dann noch auslaufen.

Italien sollte also von der deutschen Politik lernen, hier lechzen die Arbeitgeber nach jedem am Arbeitsmarkt verfügbaren Mann. DAS schafft goldene Verhältnisse für Arbeitnehmer.

@ 10:42 von sprachloser

Völlig undifferenziert und daher gefährlich verallgemeinernd Ihr Gedankengang.

Nur ein paar Beispiele, dass sehr wohl (gut) ausgebildete Einwanderer für das Funktionieren der sozialen und wirtschaftlichen Strukturen bereits seit Jahren dienen und in Zukunft weitere Zigtausende in Deutschland gebraucht werden:
medizinische Pflegekräfte aus Osteuropa und Vorderasien, Erntehelfer in der Landwirtschaft, Ärzte für den ländlichen Raum, Mitarbeiter für die verarbeitende Lebensmittelindustrie, Ingenieure, Handwerker, und und und.

@Berd39

Sie sagen es, ich fand die Formulierung:
Die Automobilbosse sind bereit ihrerseits ebenfalls auf Importzölle für US-Autos zu verzichten...

Also für diesen Satz gibt es genau 2 Interpretationsmöglichkeiten:

Der Journalist der Beitrag schrieb hat recht wenig Ahnung von seinem Geschäft und von eindeutigen Formulierungen.

Oder, die Zuständigen Politiker stecken so tief in der Tasche der Automobilindustrie, dass deren Zustimmung nur Formsache ist sobald die Autolobby ihre Absichten kund getan hat.

Nach dem Dieselskandal, der nicht existenten strafrechtlichen Verfolgung von VW-Topmanagern und der vehementen Weigerung der Regierung dafür zu sorgen das VW tatsächlich Geld ausgeben muss um seine Betrügerei wieder gut zu machen... da tendiere ich zu 2.

11:12 von klaus666

"Italien sollte also von der deutschen Politik lernen, hier lechzen die Arbeitgeber nach jedem am Arbeitsmarkt verfügbaren Mann. DAS schafft goldene Verhältnisse für Arbeitnehmer."
Na sicher doch,als ob wir keinen grossen Niedriglohnsektor und jede Menge Befristungen haben.Ihre Aussage hat mit der Realität nichts zu tun.

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