Ihre Meinung zu: Rettungsschiff "Lifeline" darf in Malta anlegen

26. Juni 2018 - 13:53 Uhr

Noch hat die "Lifeline" keine offizielle Bestätigung: Doch laut Italiens Regierung darf das Rettungsschiff mit 233 Migranten in Malta anlegen. Italien und Frankreich wollen einige von ihnen aufnehmen.

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Kommentare

Aus welchen Gründen hat Malta

Aus welchen Gründen hat Malta denn bisher abgelehnt Flüchtlinge aufzunehmen?

Ein erster Schritt in die

Ein erster Schritt in die richtige Richtung - andernfalls hätten sich die Mittelmeer-Anrainer-Staaten aus meiner Sicht der unterlassenen Hilfeleistung schuldig gemacht.
Es ist auch richtig, wenn die 233 Menschen auf verschiedenen Staaten verteilt werden - es geht nicht, dass nur die Mittelmeer-Anrainer als verantwortlich betrachtet werden, so wie es auch Seehofer gerne hätte. Wenn es nach ihm ginge, würden alle Flüchtlinge dort bleiben.
Und natürlich muss dann geprüft werden, ob die Menschen ein Recht auf Asyl haben und ob es verantwortbar ist, sie in ihre Heimat zurück zu schicken. Aber bitte alles in der richtigen Reihenfolge.

Wird denn ...

... das Schiff nun beschlagnahmt und die Besatzung festgenommen, damit sich dies nicht wiederholen kann?

Irgendwie pervers

Erst schicken die Europäer Hilfslieferungen nach Afrika damit die vielen Kinder nicht verhungern.
Aber sobald sie erwachsen sind, möchte sie am liebsten niemand von den "Gönnerstaaten" aufnehmen.

Vorsätzlich fahrlässig

Ein Kapitän der ein Schiff, das für 24 Mann zugelassen ist, absichtlich so steuert, dass er eine Vielzahl von anderen Personen aufnehmen muss handelt unverantwortlich und gehört vor Gericht.

Stellen Sie sich einfach mal vor, ein Ausflugdampfer auf dem Starnberger See würde die 8 fache Anzahl von Passagieren aufnehmen. Der Kapitän wäre sofort sein Patent los.

Wenn Hilfe geleistet werden soll, dann mit den dafür tauglichen Mitteln.

Was geschieht

mit dem Schiff und den Rettern? Brechen Sie danach wieder an die libysche Küste auf und das Drama beginnt von Neuem?

malta

und wie kommen die dann ins gelobte land? oder fühlen sie sich auf malta schon sicher genug?

Ermittlungen gegen den Kapitän

Hoffe sehr, dass gegen den Kapitän juristisch vorgegangen wird, wenn er gegen die Anweisungen der italienischen Küstenwache verstossen hat.

Am 26. Juni 2018 um 15:16 von meta1960

Inhaltlich gebe ich Ihnen ja Recht.

Nur: Staaten können sich nicht der unterlassenen Hilfeleistung schuldig machen. Rechtlich ist das ganze ein bisschen schwierig. In Seenot geratenen muss jeder Staat nach dem Internationalen Übereinkommen von 1979 zur Seenotrettung HIlfe leisten. Nun könnten Italien und Malta aber argumentieren, dass die 233 Menschen an Bord der Lifeline nicht mehr in Seenot waren. (Gan so einfach ist es nicht, deswegen versucht Italien ja, die libysche Küstenwache vorzuschieben.)

Wenn etwas passiert, sind die jeweiligen Staaten bzw. ihre Regierungen m.E. moralisch verantwortlich, da man von einem europäischen Land wohl erwarten kann, dass es ein paar hundert Menschen helfen kann; rechtlich ist es etwas komplizierter.

@meta1960:

Sie meinen es sicherlich moralisch gut, Moral ist aber nicht alles. Es geht hier nicht nur konkret um die Lifeline, sondern darum, wie viele Schiffe ihr folgen werden (ich verweise am Rande auf das enorme Bevölkerungswachstum Afrikas und die vermutlich allein dadurch zunehmende Not) und wie viele Menschen in den kommenden Jahren in Ihrem Sinne „auf verschiedene Staaten verteilt“ werden sollen/müssen, wie viele Personen tatsächlich „zurück geschickt werden“ (können). Wir reden eben nicht nur über Einzelfälle, hier 200 Migranten, da 200 Flüchtlinge, sondern über langfristige internationale Entwicklungen, sprich: kontinuierliche größere Flucht- und Migrationsbewegungen in eine Richtung, und darüber, was diese in den westlichen Aufnahmeländern verändern.

Immerhin!

Zitat: "Malta erwägt, Ermittlungen gegen den Kapitän des Rettungsschiffes der deutschen Organisation Mission Lifeline aufzunehmen. Der habe bei der Rettung der Migranten vergangene Woche Anweisungen der italienischen Behörden ignoriert, teilte die Regierung in Valletta mit. Die Regierung in Rom habe angeordnet, die Bergung der libyschen Küstenwache zu überlassen."

Immerhin!

Wenigstens hält sich Malta noch halbwegs an den Rechtsstaat!

@ Der Wutbürger

Wissen Sie, was Sie da eigentlich ausdrücken? Sollten wir keine Hilfslieferungen mehr schicken, damit die Kinder nicht erwachsen werden??

Die allermeisten Staaten aus der "ersten" Welt engagieren sich stark in den Entwicklungsländern. Nahrungsmittel etc. bei akuten Lagen und Hilfe zur Selbsthilfe regulär. Leider aber scheint diese Hilfe nicht anzukommen, falsch eingesetzt zu werden oder aber Begehrlichkeiten zu wecken, die die Menschen aus dem Land ziehen.

Die Probleme der Bevölkerung können nur dort vor Ort gelöst werden. Deswegen Hilfe mit Augenmaß und sinnvoll.

weil Malta nicht Milionen Leute aufnehmen kann

die jetzt kommen, nachdem sie wissen ,sie werden aufgenommen.Irgendwann wird es krachen

und schon wieder

feiern Schlepperorganisationen und ihre Helfershelfer, die selbsternannten Seenotretter mit Schiff und Spendengeldern, einen Triumpf und das Spielchen geht munter weiter. Das suggeriert Allen: Habt keine Angst, ihr werdet auf alle Fälle nach Europa gebracht.
Richtig wäre und hätte vor allem dem Seerecht etsprochen: Den nächsten Hafen anzulaufen, und der wäre in Lybien gewesen.

@von zöpfchen

...und an die Kette gelegt wird um nicht wieder auslaufen zu können!

ist denn der kapitän wenigstens

eingesperrt worden? es kann doch nicht sein, daß ein für wenige menschen zugelassenes boot sich auf das einfangen von hunderten begibt

Handel in Zeiten der Globalisierung

Ignorieren ging ja beim „besten Willen“ nicht mehr.

Solange die EU mit Handelspraktiken wie beispielsweise dem Verscherbeln der Überschüsse ihrer Massentierhaltung (Hühnerfüße u.a.) nach Afrika "macht", dadurch den dortigen Markt kaputtmacht und somit den Leuten die Existenzgrundlage entzieht, braucht sie sich über die Flüchtlingsströme von dort nicht zu wundern.

Vielleicht sollte die EU besser auf das mit solchen und anderen menschenverachtenden Handelspraktiken (Stichwort Waffenexporte) „verdiente“ Geld verzichten und sich zum Ausgleich „Grenzschutzabkommen“ mit Regierungen, die sich schon wegen der (finanziellen) Vorteile, die sie daraus ziehen wenn sie solche Abkommen einhalten in der Wahl der Mittel zu deren Durchsetzung einen Dreck um solche „Feinheiten“ wie Menschenrechte scheren sparen.

Um das zu wissen, müsste jedem halbwegs informierten Bürger allein die regelmäßige (Bild-)Berichterstattung zu den Zuständen auf den Flüchtlingsrouten (Libyen, Algerien u.a.) völlig reichen.

Die afrikanischen Flüchtling

werden anders als die syrischen grösstenteils als Armutsmigranten eingestuft für die das europäische Flüchtlings und Asylrecht nicht zutrifft.
Insofern bin ich auch dafür dass man für die relativ wenigen die ein Recht haben in der EU zumindest temporär aufgenommen zu werden einige Kontrollzentren in nordafrikamischen Ländern zu instalieren was aber nicht einfach sein wird.
Damit würde Italien und Griechenland erheblich entlastet sowie die kriminelle schlepperindustrie mit ihren zahlreichen Opfern weiter veringert.

@skimble69

Ja, klar, wenn man auf hoher See Menschen im Not sieht, dann einfach vorbeifahren und sagen, der Schiff ist nicht dafür zugelassen. Ich denke, da sehe ich einen Unterschied zwischen Hilfe und Ausflugfahrt, für die man Geld kassiert...

Fehlentscheidung

Gefühlsduselei bringt hier nicht weiter. Harte Signale an die illegalen Migranten ist das Mittel der Wahl.

Prioritäten

@ skimble69
„Ein Kapitän der ein Schiff, das für 24 Mann zugelassen ist, absichtlich so steuert, dass er eine Vielzahl von anderen Personen aufnehmen muss handelt unverantwortlich und gehört vor Gericht.“

Für Sie hat das sture Befolgen bürokratischer Vorschriften als unbedingten Vorrang vor Humanität, Realitätssinn und eigenständigem Denken, oder wie muss man Ihren Kommentar verstehen?

Unter dem Aufgezählten ist insbesondere das Treffen selbstständiger Entscheidungen in Notsituationen, das Erkennen und (verantwortliche!) Abwägen der im konkreten Einzelfall jeweils gegebenen Möglichkeiten sowie das Setzen von Prioritäten zu verstehen.

Malta hat 6000 Flüchtlinge

aufgenommen. Habe mit den Leuten heute in Valetta und in Bugibba gesprochen. Die sagen alle: Das war das integrierbar machbare bei ca. 335000 Einwohnern.
Mehr auf keinen Fall.
Wer die Verhältnisse hier sieht mit eigenen Augen kann dem nur zustimmen.

Italien blockiert seine Aussengrenze

" Die Regierung in Rom habe angeordnet, die Bergung der libyschen Küstenwache zu überlassen."
Wie man bei einem vorigen Bericht erfuhr nehmen die Frontexschiffe keine Flüchlinge auf sondern informiert eher die lybische Küsten wache.
"Schutz der Aussengrenzen"
ist mittlerweile zum verharmlosenden Begriff geworden für Abschottung der europ. Aussengrenzen.
Selbst die Kanzlerin spricht neuerdings von davon.

@Nettie (18:41): Prioritäten

""@ skimble69 „Ein Kapitän der ein Schiff, das für 24 Mann zugelassen ist, absichtlich so steuert, dass er eine Vielzahl von anderen Personen aufnehmen muss handelt unverantwortlich und gehört vor Gericht.“

Für Sie hat das sture Befolgen bürokratischer Vorschriften als unbedingten Vorrang vor Humanität, Realitätssinn und eigenständigem Denken"

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Zulassungen haben ihre Gründe. Sie sind zur Sicherheit, nicht zum Ärgern gedacht.

Alles, was Überladen wird, geht kaputt - im Fall eines Schiffes geht es unter.
Auf See können Sie auch keinen Kahn einsetzen, das Schiff muss schon das eine oder andere Unwetter aushalten können.
Da sind die Wellen etwas höher, als in der Badewanne und die Fracht muss fest und darf nicht zu groß sein, damit das Schiff nicht zum Kentern gebracht wird.

15:44 von skimble69

Stellen Sie sich einfach mal vor, ein Ausflugdampfer auf dem Starnberger See würde die 8 fache Anzahl von Passagieren aufnehmen. Der Kapitän wäre sofort sein Patent los
.
stimmt
aber wenn er mit derselben Begründung Schiffbrüchige ersaufen ließe,
würde er sich im Gefängnis wiederfinden
und das mit recht

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