Ihre Meinung zu: Ex-FBI-Chef Comey: Nicht regelkonform, aber politisch neutral

14. Juni 2018 - 21:39 Uhr

Ex-FBI-Direktor Comey hat laut einem Bericht der US-Justizaufsicht bei den Ermittlungen zu den Clinton-E-Mails gegen etablierte Regeln verstoßen. Hinweise auf politische Voreingenommenheit als Motiv gebe es aber nicht.

Artikel auf tagesschau.de
Bewertung:
1.8
Durchschnitt: 1.8 (5 votes)
Schlagwörter der Meldung:
Geo-Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

Die Schadensbilanz: groß für Clinton, theoretisch für Trump

Der Report der Inspector General zeitigt folgende Ergebnisse:

(1) FBI Director Comey hätte wenige Tage vor der Wahl die Wiedereröffnung der Untersuchung wegen der privaten eMail Nutzung von Clinton nicht durch einen Brief an den Congress öffentlich machen dürfen. Zudem hat er unterlassen den Input des Justizministeriums einzuholen.

(2) Die Durchführung der Untersuchung wie auch die Empfehlung, Clinton nicht anzuklagen, wurden NICHT beanstandet. (Hier irrt der Autor des Artikels). Damit wird aber auch die Unterstellung Trumps als gegenstandslos zurückgewiesen, die Untersuchung sei zugunsten von Clinton gedreht worden.

(3) Kritisiert wird die durch SMS-Messages gezeigte „Bereitschaft“ der Agenten Peter Strzok und Lisa Page, Trump als Präsidenten zu verhindern. Konkrete Aktionen fanden nicht statt.

Für die Präsidentschaftsambitionen Hillary Clintons war die ergebnislose Wiederaufnahme ein GAU.

Für Trump ist der "Schaden" theoretisch.

@ Tagesschau.de

„Es wird zudem erwartet, dass Trump den Bericht für neue Angriffe gegen Trump [?] und Mueller nutzen wird.“
Da müsst ihr euch schon entscheiden.
Auch wenn ich die Trauer des Verfassers dieses Berichtes verstehe - immerhin ists eine Bestätigung für Trump - darf ein Journalist nicht so nachlässig sein, sein Werk ungeprüft zu veröffentlichen.
Erst recht nicht bei einem Medium, das vor langer Zeit mal für sich in Anspruch nahm, die Referenznachrichtensendung zu produzieren.
Lang, lang ists her.

Die bittere Ironie: Comey tat selbst, was man Clinton vorwarf

Eine besondere Ironie:

Clinton wurde vorgeworfen, durch die Nutzung ihres privaten E-Mail-Servers fahrlässig mit Informationen des Außenministeriums umgegangen zu sein. Deswegen wurde ihr Verhalten und ihr Umgang mit ihren Mails dieser Untersuchung durch das FBI unterzogen.

Nun stellt sich heraus: Comey verschickte ebenfalls offizielle EMails an seine private E-Mailadresse.

In der politischen Auseinandersetzung werden nun zwei Wellen aufeinander prallen:

Die Trump-Fraktion wird die SMS von Strzok und Page zum Thema machen und vermutlich zum x-ten Mal versuchen, die Untersuchung des Sonderermittlers Muller zu attackieren.

Die Demokraten werden sich fragen, wie ihre Kandidatin auf dem letzten Meter durch eine gegenstandslose Veröffentlichung um den Wahlsieg gebracht wurde.... und ob das Treffen von Trump jr. mit der russischen Anwältin Natalia Weselnizkaja im Trump Tower nur die Spitze eines Eisberges war, um Clinton durch eine gesteuerte Schmutzkampagne zu Fall zu bringen.

Korrektur

Sehr geehrter Nutzer "Nie wieder SPD".

Vielen Dank für Ihren Hinweis. Die Meldung wurde dementsprechend korrigiert.

Ich wollte das"sehr geehrte Tagesschau.de-Team" auch auf diesen Fauxpas hinweisen. Ja, es stimmt traurig, dass die Qualität nachlässt; beinahe tagtäglich fallen mir bei Tagesschau.de redaktionelle "Schlampigkeiten" auf. Und das bei den Geldern, die der ÖR zur Verfügung hat!

@nie wieder S...: Trump wurde ausdrücklich nicht bestätigt

"[...]- immerhin ists eine Bestätigung für Trump -"

Das ist es ausdrücklich nicht. Der Inspector General hat in seinem Report das Gegenteil dokumentiert.

Der IG hatte einiges am Handling der Untersuchung und an der mangelnden Einhaltung von Regeln auszusetzen - auch Punkte welche Clinton am meisten schädigten - sowie das SMS-Gebahren und der offensichtliche "Bias" von 2 FBI-Agenten aber das Ergebnis der Untersuchung und die Empfehlung, Clinton nicht anzuklagen, war aus seiner Sicht in Ordnung. Insofern werden Trump's Behauptungen widerlegt. Wie so oft.

Darstellung: