Ihre Meinung zu: Exklusiv: Neues Gutachten zur Bluttat im Münchener OEZ

7. Juni 2018 - 18:00 Uhr

David S. tötete 2016 am Münchner OEZ neun Menschen. Aus Fremdenhass oder weil er gemobbt wurde? Darüber herrscht Unklarheit. Ein neues Gutachten, das WDR und "SZ" vorliegt, stützt nun die Sicht der Polizei. Von Lena Kampf.

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In der Sache ist es eine Mischung aus Amoklauf und politisch

Ganz ehrlich:

hier sehe ich es so als eine Mischung aus einerseits politischem Motiv als auch einen gewissen Anteil von Amoklauf.

Das Grundmotiv war wohl zu Beginn dieses Mobbing hier:

https://www.tagesschau.de/inland/muenchen-amok-107.html

Weil David S. von türkischstämmigen Jugendlichen gemobbt worden sein soll, steht für sie die persönliche Kränkung im Vordergrund, nicht sein Rassismus.

Dieses Mobbing hat den Hass in ihm geschuert und dann hat er sich immer weiter in diesen Hass hineingesteigert, woraus dann zusätzlich dieses politische Motiv entstanden ist:

https://www.tagesschau.de/inland/muenchen-amok-107.html

Bewusst hinterlassen hatte er der Polizei nur eine einzige Datei, sie war auf seinem PC sofort auffindbar. Unter dem Titel "Ich werde jetzt jeden Deutschen Türken auslöschen egal wer.docx" abgespeichert, war der Inhalt kurz: "Das Mobbing wird sich auszahlen. Das Leid was mir zugefügt wurde, wird zurückgegeben."

Ursachen finden

Solche abscheulichen Taten sind, egal von wem und welcher Seite der Gesellschaft ausgeführt, rechtsstaatlich zu verfolgen und zu ahnden. Aber leider überfluten uns die Medienmeldungen nun schon fast im Wochenabstand mit Morden zwischen den Kulturen. Sollte das nicht ein Weckruf sein, dass hier insgesamt etwas völlig schief, ja geradezu aus dem Ruder läuft?
Was will und kann der Rechtsstaat tun, um ein friedliches Zusammenleben zu gewährleisten?
Man sperrt erst mal ein, was völlig okay ist, wenn man den Täter hat. Aber geht man wirklich an die Ursachen dieser verabscheuungswürdigen und sinnlosen Bluttaten?
Wenn u.a. Integration gelingen soll und gleichzeitig eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung erreicht werden soll, müssen die Morde aufhören!

Na ja,...

...Mobbing durch türkisch-stämmige Mitschüler kann doch sicherlich zu einem generalisierten Fremdenhass beitragen, oder? Und das ist wirklich eine seltsame Aneinanderreihung von Zufällen, wenn da kein rechtsextremer Bezug bestehen soll. Ich finde es durchaus glaubwürdig, dass er rechtsextrem war, aber das schließt eine psychische Störung oder andere Faktoren ja nicht aus. Im Gegenteil, ich würde denken, dass bei ideologisch motivierten Taten dieser Art häufig noch andere Faktoren mit reinspielen, sei es Mobbing, mangelnde Zukunftsperspektiven, Depression und Selbsthass etc., gilt doch nicht nur für Rechtsextremismus.

Re um 19:59 von Demokratieschue...

Weil David S. von türkischstämmigen Jugendlichen gemobbt worden sein soll, steht für sie die persönliche Kränkung im Vordergrund, nicht sein Rassismus.

///
Re auch wenn es in ihr Weltbild nicht passt es war Rache für das Mobbing und kein Rassismus . Aber sie und alle wo schreien meine lieben türkischstämmigen Jugendliche wenn man ihnen sagt passt euch an und hört auf ,dann kommt die rechte Keule , sind an diesen Zustände mitschuld und nicht die anderen.Sie unterbinden mit ihrer Unterstellung Nazi bei allen wo es ansprechen eine Änderung.Am ende sind es die anderen aber Sie sind es wo die Zustände fördert in Wirlichkeit!!!

Na ja, David S. ist der Sohn

Na ja, David S. ist der Sohn iranischer Fluechtlinge. die 1990 nach Deutschland kamen, er besass neben der deutschen, auch die iranische Staatsbuergerschaft. Daher finde ich persoenlich das Motiv Mobbing als plausibler.

Geschossen auf Jedermann

Wer damals die Videos in den Nachrichten gesehen haben erkennen, dass der Typ neben den "Umsonst bei McDonalds"-Angelockten auch auf einen Zeugen geschossen hat, der den Typ aus großer Entfernung zur Rede gestellt hat. Soweit ich das noch in Erinnerung habe sollte das Motiv auch gewesen sein, dass der Typ solche Leute erschiessen wollte, die aus allem ihren persönlichen Profit schlagen wollten und alles umsonst bekommen wollten.

Das dem Typen Fremdenfeindlichkeit nachgesagt wurde ist mir garnicht aufgefallen. Mir schien es auch eher so, als ob er sich wegen sozialen und wirtschaftlichen Gründen "Rächen" wollte. Ist der nicht arbeitslos geworden kurz vor dem Attentat?

Fremdenhass oder gemobbt - Es

Fremdenhass oder gemobbt - Es gibt auch: Fremdenhass und gemobbt: Nazismus und Narzissmus können leider eine unselige Verbindung eingehen, das ist nicht immer eine Frage des "entweder-oder"; sozialpsychologisch betrachtet ist das nicht so selten. Auch im Fall der 9fachen Tötung am Münchner Olympia-Einkaufzentrums scheint es den Untersuchungen zufolge diesen Zusammenhang ja zu geben. Welche Überschrift letztlich gewählt wird, ersetzt nicht die differenzierte Analyse.

Selbstverständlich vermag ich

Selbstverständlich vermag ich nicht zu beurteilen, welches Motiv hier stärker wiegen mag, zumal beide sich nicht ausschließen.
Allerdings ist es bemerkenswert, dass mir - entgegen der Behauptung im Text - kein einziger islamistischer Anschlag bekannt ist, bei dem die Psyche des Täters eine Rolle gespielt haben soll.
Rechte sind anscheinend immer gestörte Einzeltäter, Islamisten anscheinend nie. Interesssant.

@andreas74

David S. hat komplett verdrängt, selbst zu eben jener Gruppe zu gehören, die er als Untermenschen bezeichnet hat. Er hat sich ja auch den Namen David extra für die Tat kurz vorher zugelegt, als Künstlernamen. David gegen Goliath. Bekanntlich hieß er eigentlich Ali. Von daher kann man sehr wohl von einer politischen Tat ausgehen, auch wenn diese durch persönliche Mobbingerfahrung getriggert wurde.

Rassismus

Ein einfaches und rassistisches Statement - bewusst oder unbewusst - ist, es könne keinen rechtsextremem Hintergrund geben aufgrund des Migrationshintergrundes des Täters. Muss man "weiß" sein um Rassist sein zu dürfen?

Rechtsterrorist & gleichzeitig Amokläufer

D.S. war bekennender Hitler-Fan und Neo-Nazi, war stolz als Iraner (wie die Inder) ein echter Arier zu sein (im Gegensatz zu den Deutschen/Germanen). Er war türkenfeindlich & frauenfeindlich und wurde von Türken, aber hauptsächlich Türkinnen angeblich gemobbt und abgewiesen (Anmachen), weshalb fast alle Opfer Türkinnen waren, Motiv war also Türkenhass und gekränktes Ego/Stolz. Und der Jahrestag zum Massenmord & bzw. Kindermassenmord vom kaltblütig christlich-fanatischem Neo-Nazi Terroristen Breivik mit seiner Kreuzzug-Dogmatik und seinem dementsprechenden Manifest war natürlich KEIN Zufall - wer das Gegenteil behauptet, auch die Polizei - muss sich tatsächlich den Vorwurf gefallen lassen auf dem rechten Auge blind zu sein und die Statistik zu schönen was rechtsextreme Morde betrifft. Die Polizei wertet nämlich nur 75 der 188 Morde durch Rechtsextreme, hier wird also schamlos auf dreiste Weise vertuscht und beschönigt von Seiten der Strafverfolgungsbehörden, ein trauriger Justizskandal!

Wie krampfhaft man versucht

Wie krampfhaft man versucht die Tat in die rechte Ecke zuschieben. Jedes Mittel scheint recht zu sein um rechten Seite Schaden zuzufügen. Einfach nur ein Zeichen der Hilflosigkeit und der eigenen Schwäche.

Wer ist kranker, das Resultat

Wer ist kranker, das Resultat oder die Ursache?

Hintergrund: sunnitische Türken, schiitische Iraner

Na, der Hintergrund ist rassistisch und zwar auch von den türkisch stämmigen ausgehend. Iraner in Deutschland sind nicht dem sozialen Hintergrund einer (oft zu prekären sozialen Schichten wie die entsprechende deutsche zählende) türkischen Gastarbeiterfamilie zuzuordnen, sondern eher einer gebildeten Elite, die zudem nicht sunnitisch ist. Iraner selbst werden als indoeuropäisch gezählt und die ausgewanderten zeichnen sich durch besondere Integration in die deutsche Gesellschaft aus. Das heißt mobbing durch türkische Jugendliche trifft einmal das "Opfer"verhalten des Täters und wird verstärkt durch die rassistische Haltung gegenüber Iranern durch Türken. Insofern hat sich der Täter mit Deutschen identifiziert und zur Selbstberuhigung sozusagen sich ein rechtradikales Teutonen Weltbild zu eigen gemacht. Also ist der Schluss richtig, nicht das Rechtsradikale Element seiner Natur hat ihn so handeln lassen, sondern vielmehr ist die rechtsradikale Haltung seine Zuflucht.

Warum kommt der Beitrag heute?

Für mich ist es eine Ablenkung gegenüber der Tat von Wiesbaden.

@EU-Schreck

das von ihnen genannte Statement kommt aber im Artikel nicht vor. Wer behauptet sowas? Rassisten gibt es in allen Farben. Man kann es allerdings seltsam finden, dass jemand einen Hass auf spezielle, vermeintlich Andersartige entwickelt (z.B. muslimische Menschen mit Migrationshintergrund aus einem orientalischen Kulturkreis) obwohl er selbst zu eben jener Gruppe gehört. Allerdings verleugnete der Täter hier den Ali und hielt sich für einen David. Damit ist das wieder plausibel. So als ob ich mir einbilden würde, Pole (Grieche, Schweizer...) zu sein, um dann Deutsche zu hassen, obwohl ich selbst Deutscher bin.

@andererseits

Ich sehe es auch als ein sowohl als auch. Es war ein Verdienst der Aufarbeitung, die politische Seite herauszuarbeiten.

Aber in dieser Kombination nun die „entscheidende“ Seite herausstellen zu wollen, ist pseudogenau.

Wäre schön...

wenn die Polizei auch bei anderen Amokläufern so bemüht wäre, herauszufinden, ob das nur ein Amoklauf eines Verwirrten war oder ein nüchterner Terrorakt, für den man dann z.B. "den Islam" insgesamt verantwortlich macht.

Ich glaube, das Problem ist nicht so sehr, dass man der Polizei hier vorwirft, hier auf dem rechten Auge blind zu sein, sondern eher, dass sie bei anderen viel zu schnell damit aufhört, nach Ursachen zu suchen.

Ich glaube, dass letztlich JEDER, der so etwas tut, ein armer Irrer ist. Und jeder versucht dann, sich an etwas Großes und Wichtiges zu hängen, eben weil er nicht nur ein armer Irrer sein will. Ob das "das Volk" oder Allah oder was auch immer ist.

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