Ihre Meinung zu: WM 2006: Staatsanwaltschaft klagt Ex-DFB-Funktionäre an

23. Mai 2018 - 17:39 Uhr

Das deutsche "Sommermärchen" wird nun vermutlich doch noch ein Fall fürs Gericht. Im Zusammenhang mit der Fußball-WM 2006 hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen ehemalige DFB-Chefs erhoben.

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Kommentare

Die Mühlen der Justiz mahlen extrem langsam

Meldung im Oktober 2017:
Die Steuerfahnder des Finanzamtes sehen das allerdings ganz anders: Der Buchungsvorgang (--> 6,7 Mio € für die nie stattgefundene WM-Gala) sei konstruiert worden, um den Fiskus zu täuschen. Damit sei der Tatbestand der Steuerhinterziehung erfüllt, hieß es in einem Vermerk der Behörde bereits im Frühjahr 2017 (!).

Frage an den Staatsanwalt: warum braucht man 1 Jahr, um eine Anklage zu formulieren??? Der Fall ist doch plump und durchsichtig.

Juristisches Sommermärchen

Aus diesen Anklagen wird absehbar ein justisches Sommermärchen im wahrsten Sinne des Wortes.

Es hat den Anschein, dass so getan wird, als werde ernstlich ermittelt, um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, der Rechtsstaat funktioniere in bestimmten sozialen Schichten nicht.

Am Ende wird es ein "Märchen" bleiben - weil bestimmte Personen und Institutionen nicht "beschädigt" werden dürfen.

Geringe Strafe wahrscheinlich

Wenn man die hier im Raum stehende Summe im Verhältnis zu den ca 27 Mio bei Ulli Hoeness stellt (wobei das Gericht seltsamerweise bei 27 aufhörte, zu zählen), kann sogar ein Bewährungsstrafe herauskommen. Allerdings, und das ist das eigentlich Kuriose, wird mit einer Steuerhinterziehung der möglich Kauf der WM so wunderbar im Nebel versenkt. Als die ersten Hinweise daruf bekannt wurden, lag nämlich noch KEINE Verjährung vor!

ich fands damals besonders absurd

daß geschäftsleute, die den polizisten für die arbeit in der hitze mit cola und brötchen danken wollten, vom SPD-Granden und finanzminister hans w. eichel mit steuern bedacht wurden

re bernd39

"Allerdings, und das ist das eigentlich Kuriose, wird mit einer Steuerhinterziehung der möglich Kauf der WM so wunderbar im Nebel versenkt."

Der mögliche Kauf der WM ist strafrechtlich gar nicht relevant. Da gibt es nichts im Nebel zu versenken.

Kurzsichtige Justiz

Mal wieder typisch deutsch, das ganze. Und zwar absolut deutsch. Da sitzt mal wieder irgendwo ein Staatsanwalt , der ansonsten wahrscheinlich nicht viel zu sagen hat, und heftet den Verantwortlichen der WM in Deutschland nun noch ein juristisches Nachspiel wegen Steuerhinterziehung an. Der Staatsanwalt sollte sich mal fragen, wieviele Millionen die WM dem deutschen Fiskus in die Kassen gespült hat und dann gegenrechnen. Da sind die Beträge, um die es hier geht, peanuts. Dazu war die WM ein voller Erfolg und alle hatten eine gute Stimmung. Es ist das Gleiche wie damals bei Lothar Späth. Er ließ sich einen Flug und noch paar andere Kleinighkeiten zahlen, dafür kamen durch gutes Verhandeln jedes Jahr Milliarden nach Baden-Württemberg. Und dann griff ihn wegen einer Lapalie ein Journalist an und es wurde von Skandal geredet. Am Schluss wird zusammengezählt und wenn die Bilanz positiv ist und keiner zu Schaden kam, hat sichs doch allemal gerechnet.

Gleichheit

Ich finde es schön das ihrer Meinung nach ein möglicher Gesetzesverstoss gegengerechnet werden kann...das Ziel rechtfertigt also alle Mittel! Danke für diese Rechtstaatliche Erkenntnis!

WM

Spannender ist das hier auf dem Umweg über ein mögliches Steuervergehen doch noch eine Bestrafung für den Schmu bei der WMvergabe möglich ist...muss irgendwie an Al Capone denken :-)

@ Jochen Peter um 21:44:

@ Jochen Peter um 21:44: klassische Schönred-Argumentstion für Korruption. Alle Korrupten - und auch übrigens Diktatoren - rechtfertigen ihre Vorgehensweise mit dem Nutzen fürs große Ganze, die vielen Menschen. Darum kuscht die Regierung vor der Autoindustrie und selbst Heckler und Koch jetzt: was soll die Anzeige? Die paar 10.000 Euro gegenüber ganz vielen Arbeitsplätzen bei HK. Ach so, und natürlich ein paar Tote durch diese Waffen auf anderne Kontinenten. Aber das ist ja ganz weit weg und zählt deswegen nicht.
Denken Sie besser über die Mechanismen von Korruption nach bevor Sie solchen Käse schreiben. Ganz offensichtlich sind Ihnen die Grundlagen - auf denen der immernoch nahezu beste Rechtsstaat auf dem Planeten basiert - absolut unklar.

Das hätte wirklich niemand

Das hätte wirklich niemand vermutet, ausgerechnet unsere Vorbilder.

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