Ihre Meinung zu: Pressefreiheit in der Türkei - Kontrolle mit Notwendigkeit?

25. April 2018 - 6:54 Uhr

In keinem anderen Land sitzen so viele Journalisten in Haft wie in der Türkei, kritisieren die "Reporter ohne Grenzen". Karin Senz hat mit türkischen Journalistinnen gesprochen - und ist auf gegensätzliche Sichtweisen gestoßen.

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Kommentare

Hintergrundinformationen?

"Es erstaunt mich schon. Wenn es um die BBC, CNN oder die 'New York Times' geht, wird das professionell genannt. Bei uns ist sofort von Unterdrückung die Rede."
Da bin ich ja mal auf den Faktenfinder gespannt!

Diese Werbung der ARD für eine Unrechts-Diktatur

ist schlicht weg nicht zu ertragen.
Gülen und Erdogan sind Weggefährten, die schon in den frühen Neunziger ganz klar ihre Ziele definiert haben.
Abschaffung der Demokratie und ein Umbau zu einen islamischen Staat.
Sie sind beide Brüder im Geiste, nur die Gier der Macht trennte sie.
Wer Gülen einen Terroristen nennt muss Erdogan auch einen Terroristen nennen.
Erwartet die ARD, dass durch die milden Worte der ein oder andere Türke sein Wahlverhalten überdenkt?

Übrigens wird in Afrin und anderen türkisch okkupierten Gebieten jeden Tag weiter geraubt, gemordet, geplündert und vertrieben. Darüber könnte die ARD berichten anstatt Erdogantreuen Demokratiefeinde das Wort zu überlassen.

Türkei

Die Türkei zählt nicht zu Europa oder habe ich da was verpasst. Ganze 3% liegen auf Europa mehr nicht, man soll nicht die Tatsachen verdrehen.

Es ist ein Jammer, dass viele

Es ist ein Jammer, dass viele Türken gar nicht checken, wie die Meinungsfreiheit in den Medien direkt und indirekt eingeschränkt ist und sie hauptsächlich mit Staatspropaganda versorgt werden.

Türkei

Solange die Türkei nicht Mitglied der EU sind, haben wir keinen Einfluß auf inner Türkische Verhältnisse.

Die türkischen Bürger haben sich die Regierung selber gewählt. Es sei daran erinnert, das die deutschen Bürger dies auch 1933 getan haben. Jeder bekommt das, was er möchte.

Warnen dürfen wir aber schon.

RE: um 09:30 von Werner40

".... viele Türken gar nicht checken, wie die Meinungsfreiheit in den Medien direkt und indirekt eingeschränkt ist"

Es ist ein Jammer , dass man von Ferne den Türken Unmündigkeit unterstellt.
Keine Sorge ; die Leute sind ausgiebig und breit informiert.

RE: um 09:07 von Ausgemerkelt 2.0

"...Die Türkei zählt nicht zu Europa"

Das moderne Verständnis von Europa macht nicht an den geographischen Linien halt.

RE: um 08:18 von schutzbefohlener

".....Abschaffung der Demokratie und ein Umbau zu einen islamischen Staat."

es ist schlicht nicht zu ertragen, dass die vermeintliche bloße Erhaltung der Demokratie eine Gesellschaft weiter bringt.

Mich stört es , dass man nur

Mich stört es , dass man nur dann von einer unterdrückten Pressefreiheit redet, wenn ein Journalist eingesperrt wird.
Aber nie, wenn Journalisten Ihre kritischen Ansichten über Dinge in Europa erst gar nicht zur Blatt bringen dürfen, weil es dem Verleger bzw. Chefredakteur nicht passt. Oder wiederum Journalisten in der Linie des Verleger schreiben und berichten müssen! .

Ein Beispiel wäre, wie damals FOX News geschlossen für den Irak-Krieg regelrecht geworben hat.
Ist das die Pressefreiheit?

Vielleicht hat sie recht?

Die Aussagen von Frau Meryem Atlas werden verständlich, wenn man sich die Weltkarte der Pressefreiheit mal etwas genauer ansieht. Es sollte überall weiß sein, aber selbst Japan ist orange. USA, England, Frankreich nicht weiß, sondern gelb. Am Schlimmsten ist es in Asien und Afrika. Die Regierungen dort haben die Medien voll unter Kontrolle. Die Türkei grenzt an solche Länder. Wir dagegen haben nur Polen als bedenklichsten Nachbarn. Ich glaube wir und da schließe ich mich nicht aus, vergleichen die Türkei oftmals mit Deutschland, wir sollten sie aber besser mit Ländern wie Aserbaidschan, Saudi-Arabien oder Ägypten vergleichen. Das ist das Umfeld der Türkei und da schaut es in Bezug auf Pressefreiheit zappenduster aus.

innere und äußere Pressefreiheit...

Die Fähigkeit [von Journalisten, Juristen, Politikern] komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen leidet natürlich, wenn Einkommen und Karrierechancen davon abhängen, diese Zusammenhänge eben gerade nicht so genau zu verstehen.

[Prof. Mausfeld, Universität Kiel]

Es braucht also nicht nur eine äußeren Pressefreiheit (Rechte der Medien als Ganzes) sondern auch die inneren Pressefreiheit (Rechte von Journalisten innerhalb der Medien, d. h. ihre Unabhängigkeit von Weisungen seitens Vorgesetzten bzw. Auftraggebern)

Und auch das reicht oft nicht aus, wenn all die vielen freien Mitarbeiter der Medien feststellen müssen, dass sie zwar jederzeit eine Reportage über Flüchtlingskriminalität verkaufen können, aber auf Analysen von Steuergerechtigkeit, Ausbeutung, Folgen der Privatisierung regelmäßig sitzenbleiben.

Oder die festangestellten Journalisten, dass sie als Mitglied der Atlantikbrücke oder INSM weit bessere Karrieren machen als z.B. als Mitglied von Attac...

Die Meinungsvielfalt wird aus vielen Richtungen bedroht

Eine der gefährlichsten, aber auch offensichtlichsten ist die Verfolgung von unliebsamen Journalisten und Medien, wie sie in der Türkei oder China stattfinden. Das wird zurecht angemahnt. Denn diese wirkt sich auf alle Medien aus, und kann im Land kaum umgangen werden.

Ebenfalls gefährlich, aber weit weniger offensichtlich sind Anreize und Vorgaben der jeweiligen Verlage. Und hier hat Frau Atlas recht, dies geschieht in allen Ländern. In Deutschland gibt es sogar ein Gesetz [https://de.wikipedia.org/wiki/Tendenzschutz], das dies durchsetzt.
Der Journalist ist verpflichtet, sich an die politische Linie der Verlagseigentümer zu halten. Und das sind, von den Ö/Re einmal abgesehen, fast immer schwerreiche Familien mit entsprechenden Wünschen (schlanker Staat, niedrige Steuern, kein Sozialwesen, Privatisierung)

So haben wir hier zu Themen wie Islam, Flüchtlinge, Rechte eine große Präsenz und Meinungsvielfalt in der Presse.
Nicht aber zu Privatisierung, Steuer- und Verteilungsgerechtigkeit

Jeder denkt das Pressefreiheit

darin gemessen wird wie frei jeder seine Ansichten kundtun kann.
Das stimmt leider nicht. In USA und Deutschland können Journalisten nicht frei über die Misstände in Israel berichten. Die Grenzen sind ganz klar vorgegeben.
Seit Wochen wird in Frankreich demonstriert, mit Ausschreitungen, wird in deutschen Medien nur als Randnotiz berichtet.
Wen Demonstrationen solchen Ausmasses in der Türkei oder Iran stattfinden würde, wäre es jeden Abend Nachricht Nummer 1.
Das heißt die Personen die Entscheiden welche Nachrichten es Schaffen auf die Titelseite zu gelangen, sind die Personen die die Pressefreiheit einschränken.
Ich bin sicher viele Pressevertreter würden (Journalisten, die ich persönlich kenne) gerne über andere Missstände auf der Welt berichten. Dürfen sie aber nicht, weil es nicht mit der politischen Ausrichtung der Chefredakteure übereinstimmt.
Wer entscheidet was in TS als Top Nachricht um 20:00 berichtet wird. Sendungen anderer Länder haben deutlich andere Prioritäten.

Danke. Die Überhebliche Verurteilung

einiger Kommentatoren ist unerträglich.
Wir deutsche sind sowieso bekannt dafür, mit dem gehobenem Zeigefinger andere zu kritisieren. Dabei ist die Gleichschaltung der Medien eine deutsche Erfindung.

Vergisst Bitte nicht: Deutschland hat nur friedliche Nachbarn, die ab und zu mal im Fußball die deutschen besiegen wollen. Ich möchte mal sehen, wie das System in Deutschland sich verändert, wenn mann Iran, Irak und Syrien als Nachbarn hat.

Kontrolle mit Notwendigkeit?

Kontrolle mit Notwendigkeit? Wenn es Massenverhaftungen gibt? Wie kann man das denn so unkommentiert stehen lassen? Gegensätzliche Sichtweisen? Wenn "alternative Fakten" erzählt werden? Das sind doch alles Euphemismen für krasse Rechtsverletzungen die da geschehen. Wer kommt als nächstes zum Thema Menschenrechte zu Wort? Putin?

@ bitterer Pille

Danke.
Endlich einer der verstanden hat wie Meinungsbildung / Beeinflussung der Meinung funktioniert.

@bittere Pille

Schwerreiche Familien. Ich würde Oligarchen sagen.

13:25, Exillant

>>Ein Beispiel wäre, wie damals FOX News geschlossen für den Irak-Krieg regelrecht geworben hat.
Ist das die Pressefreiheit?<<

Ja.

Weil nämlich Fox nur ein Presseorgan von vielen ist.

Und der amerikanische Staat nicht in die Presse hineinregiert.

Obwohl Trump, Erdogans Bruder im Geiste, es gern täte.

13:03, Exillant

>>RE: um 08:18 von schutzbefohlener
".....Abschaffung der Demokratie und ein Umbau zu einen islamischen Staat."

es ist schlicht nicht zu ertragen, dass die vermeintliche bloße Erhaltung der Demokratie eine Gesellschaft weiter bringt.<<

Was wollen Sie mit diesen rätselhaften Worten sagen sagen?

Demokratie ist überflüssiges Pillepalle?

Ich verstehe Sie nicht.

@adc, bitterer Pille

Ich möchte Sie beide bitten, die Beeinflussung von Pressearbeit durch die Exekutive eines Staates und die Mechanismen, die in einem kapitalistischen Staat auf die Verlagshäuser wirken, sauber zu trennen.

IMHO gibt es an der Tatsache an sich, daß eine Zeitung eine klare politische Linie vertritt, wenig zu kritisieren. Die TAZ muss nicht die Parteilinie der AfD und die WELT nicht die der Linkspartei abbilden.

Gefährlich wird es, wenn einzelne Pressekonzerne Monopolstellungen einnehmen, wie man es in Deutschland leider beobachten kann. Die Konzentration auf dem Medienmarkt schreitet voran.

Das ist aber trotzdem immer noch eine andere Nummer als direkte staatliche Beeinflussung bis hin zur Gleichschaltung, wie es Erdogan anstrebt.

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