Ihre Meinung zu: Modellprojekt der Stadt Bremen: Briefträger als gute Seele

9. April 2018 - 8:53 Uhr

Gesprächspartner, Bargeldlieferant und nebenbei noch ein paar Briefe bringen: Bremer Postboten sollen sich künftig verstärkt um Senioren kümmern. Die neuen Dienstleistungen sind Teil eines Pilotprojekts.

Artikel auf tagesschau.de
Bewertung:
1.666665
Durchschnitt: 1.7 (6 votes)
Schlagwörter der Meldung:
Geo-Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

Ernsthaft?

Dieses Vorhaben werde ich mal unserem Briefträger berichten - sofern ich ihn denn überhaupt zu Gesicht bekomme. Er wird wahrscheinlich laut lachen.
Man hat ihm nämlich kürzlich die Route "optimiert" (sprich: wesentlich verlängert) so dass er nun bei uns (wir wohnen in der letzten Straße seiner Route) meist erst zwischen 17-18 Uhr, wenn überhaupt kommt. Vor der "Optimierung" hatten wir unsere Post regelmäßig ca. 14 Uhr im Kasten.
Und jetzt soll er auch noch zusätzliche Zeit aufwenden, um nach den alten Leuten zu sehen? Keine Frage, das ist eine sinnvolle Sache, aber ich frage mich ernsthaft wie die ohnehin schon stark belasteten Postboten das auch noch machen sollen!

Vielleicht auch Daten sammeln?

In einer angeblich überalternden Gesellschaft lassen sich dabei bestimmt interessante Daten sammeln und gewinnbringend verkaufen.

Oha.

Neben dem Zeit- und individuellen Persönlichkeitsfaktor der Postboten sehe ich da teilweise auf Gut-Glück-Überfälle auf harmlose Briefträger, die Senioren Geld "mitbringen" sollen. Oder verkleidete falsche Postboten, die in Seniorenwohnungen für Raubzüge eindringen, da ihnen ja neuerdings die Tür freiwillig zumindest einen Spalt breit geöffnet wird (?). Ein Postboten-Kostüm dürfte für Kriminelle gerade in wärmeren Monaten kein Problem darstellen.

Sollen normale Postboten für die "Aufklärung und Ansprache von Älteren Menschen" fortgebildet werden? Werden sie sich fälschungssicher im Großformat ausweisen müssen?
Wer sagt den Senioren, dass der Typ, der da vor ihrer Tür steht vertrauenswürdig ist und sie mit ihm "reden sollen"?

Ich halte den Ansatz fast für einen Schildbürgerstreich, zumindest für zweifelhaft.
Haben die Bremer keine Stadtteil(sozial)arbeiter, die ihren Kreis ausweiten können?
Was soll eine Einrichtung mit einem Tablet - Vorlesestunde für alle und Personal entlasten?

Modellprojekt der Stadt Bremen:Briefträger als gute Seele

Werden denn im Gegenzug die Zustellbezirke entsprechend verkleinert ? Wohl eher nicht.Die Zusteller sollen nur mehr belastet werden.
In manchen Bereichen fällt wegen Personalmangels schon heute die Zustellung tageweise aus.Bei der Bundesnetzagentur mehren sich die Beschwerden.

Höchst zweifelhafte Idee

Möglicherweise gibt es Briefträger, die für diesen Service über das erforderliche Maß an Empathie verfügen, aber das ist längst nicht die Norm.
Weiterhin ist der Service auch nicht ganz ungefährlich. So könnte sich ein "Bösewicht" als Postbote ausgeben, um sich z.B. Zutritt zur Wohnung zu verschaffen.
Und wer kontrolliert, ob die Arbeit überhaupt erbracht wurde?

Briefträger als Sozialingenieur

Die Idee ist nich nicht so neu, wie es hier
dargestellt wird.

Bereits vor ca. 3 Jahren gab es - auch hier
im TSForum - genau diese Vorstellung.

Aber es zeigt doch nun klar, und dafür muß
ich der TS danken, den Stand der Entwicklung
in diesem unseren Lande unter dem Merkelregime.

Reine Theorie

Ich bin 75 und leide genau wie viele Alte unter Einsamkeit. Die Jungen haben einfach andere Interessen und Aufgaben als wir. Aber wenn ich die Briefträger beobachte - ich habe Zeit dafür - tun sie mir oft leid. Ich mag sie noch nicht mal nach den kleinesten Kleinigkeiten fragen, so gehetzt wirken die oft.

Ich finde die Idee

Ich finde die Idee grundsätzlich gut, auch wenn man sich über Absicherungen gegen Trickbetrüger Gedanken machen muss. Gab es solche auch schon Versuche in anderen Ländern? Ist natürlich besonders auf dem Land gut, wo die Post immer von den selben Booten kommt und man sich kennt (wie bei meinen Eltern).

Darstellung: