Ihre Meinung zu: Polen will offenbar KZ-Gedenkstätte Majdanek umbenennen

20. März 2018 - 11:38 Uhr

Die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Majdanek soll nach dem Willen der polnischen Regierung umbenannt werden, um die deutsche Verantwortung für die hier begangenen Verbrechen zu betonen.

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Kommentare

Sinnfreie Aktion

Im Sprachgebrauch werden die Gedenkstätten immer Maidanek und Auschwitz heißen.

Oder wird jemand, der Maidanek besichtigt, darüber schreiben: ich habe das staatliche Museum in Majdanek. Gedenkstätte im ehemaligen deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager (1941-1944) besucht ...

Aua ...

Merkt die polnische Regierung gar nicht, wie lächerlich sie sich mit solchen Aktionen macht? Das grenzt ja schon an behandlungspflichtigen Verfolgungswahn.

Sinnhaftigkeit der Aktionen der Polnischen Regierung

Für Deutschland und deren Staatsbürger stellt sich die Frage, warum gerade jetzt es so wichtig geworden ist, auf vielerlei Weise die Unschuld des polnischen Volkes zu betonen. Gleichzeitig soll die Schuld Deutschlands besonders hervorgehoben werden.
Warum genau dieser Zeitpunkt? Kürzlich hatte Polen ja eine Art Reparationsvorderung an Deutschland gestellt. Auch will Polen überhaupt keine Flüchtlinge aufnehmen.
Es fällt einem schwer, hier keinen Zusammenhang zu sehen. Außerdem sucht man nach Strafmaßnahmen um östliche EU-Mitgliedstaaten dazu zu bewegen auch Flüchtlinge aufzunehmen. Irgendwie sträuben sie Sich jedoch. Länder (inklusive unserer neuen Bundesländer) die einst hinter dem eisernen Vorhang lagen sind schon mit wenigen Flüchtlingen völlig überlaufen und überfremdet.
Man wird sie über kurz oder lang zwingen, egal wie gut sie sich selbst darstellen und uns verteufeln wollen.
Ich persönlich wünsche mir, dass mehr Flüchtlinge aufgenommen werden auch gegen den Willen Polens.

Kollaboration kann man nicht austilgen

Es ist doch allseits bekannt, dass die deutsche Waffen-SS das KZ betrieben hat. Leider wissen aber auch die meisten Leute - sogar in Polen - dass viele Wärter Polen waren. Es wurden auch schon viele Polen in der Nachkriegszeit als Täter verurteilt.

@Paul Hoos

Ihr persönlicher Wille in allen Ehren. Aber irgendwie muss sich Deutschland auch einmal bewusst werden, dass andere Staaten auch andere Ansichten und Gepflogenheiten haben. Ob man das gut findet oder nicht, es sind selbständige Staaten, die nicht durch Deutschland moralisiert und bevormundet werden wollen.

Ironischerweise

habe ich erst durch die Diskussionen über dieses Gesetz davon erfahren wie verbreitet Antisemitismus in Polen war und noch immer ist.

Traurig und gefährlich

Diese Tendenz in Polen ist traurig und gefährlich. Zunächstmal: Wir nennen Auschwitz "Auschwitz" - und nicht "Oswjecim". Und jeder, wirklich jeder, der dort hinfährt, WEISS, dass es sich um ein Vernichtungslager handelt, das die Deutschen dort errichtet haben. Auf den ersten Blick bringt eine solche Umbenennung also eh nichts, da die Tatsachen ja bekannt sind.
Aber dann kommt schon die Frage, warum man nach einem sehr erfolgreichen Weg der Aussöhnung wieder anfängt, die deutsche Schuld - die keiner verleugnet - so in den Vordergrund zu stellen und alte Feindbilder zu bedienen.
Und da wird es dann gefährlich: Denn externe Feindbilder dienen eigentlich immer dazu, von anderen, internen Problemen abzulenken. In Polen eignen sich die Deutschen dazu. Dass man dann gleichzeitig wieder die Opferrolle annehmen kann, kommt wie gerufen. Ja, Polen hat MASSIV unter der deutschen Besatzung gelitten, keine Frage. Aber waren wirklich alle Polen Opfer? - So hätte es die polnische Regierung aber gerne!

Ablenkmanöver

Mir ist es peinlich, wie die polnischen Rechten hier von der eigenen Beteiligung am Holocaust ablenken wollen. Nationalismus geht anscheinend nicht ohne Manipulation und "Vergessen".

Was soll das?

Ich verstehe nicht, warum Polen geschichtliche Sachverhalte und die Namen bestimmter Orte nicht so lässt, wie sie sind.

Kein Mensch wird die Schuld Adolf Hitlers an den Geschehnissen jemals vergessen. Und die Schuld der Täter, die unsagbares Leid über viele Menschen gebracht haben.

Polen irritiert mich hier.

um 13:13 von Genter

„Aber irgendwie muss sich Deutschland auch einmal bewusst werden, dass andere Staaten auch andere Ansichten und Gepflogenheiten haben.“
Es geht nicht nur darum, was Deutschland will und welche Meinung viele Deutsche haben, sondern darum, was Polen als Mitgliedsland der EU mal unterschrieben hat. Eine Union von vielen Staaten kann nur gut zusammen arbeiten, wenn alle Mitgliedsstaaten an einem Strang ziehen. Schließlich haben alle Mitgliedsstaaten einen Teil ihrer Souveränität freiwillig an die Union abgegeben.

Es ist immer einfach und angenehm...

... die Schuld dem anderen zu geben. Wahre Größe zeigt man aber erst dann, wenn man die Schuld auch bereit ist, bei sich zu suchen, zu finden und um Verzeihung zu bitten.
Das gilt nicht nur für die Polen, sondern auch für die SPD (ehemalige Volkspartei), Merkel (illegale Einwanderung), und für jeden Menschen.

Natürlich trugen Deutsche die Hauptschuld, Kollaboration gab es aber mit vielen Polen. Jetzt werde ich von der polnischen Justiz verfolgt?

@pkszler

Schließlich haben alle Mitgliedsstaaten einen Teil ihrer Souveränität freiwillig an die Union abgegeben.

Richtig, und ansonsten gerne den Briten folgen. Die Privilegien genießen, aber sich bei den Verpflichtungen drücken geht jedenfalls nicht.

Deutsches Konzentrationslager beim Namen zu ...

nennen ist kein logisch und die Folge der deutschen Geschichte die unsere Vorfahren zu verantworten haben und wir als Jüngere zu verstehen haben. Punkt.
Irgendwas anderes hinein zu kritteln wäre fatal.
Es bleibt und wird immer so sein, dass "der Tod ein Meister aus Deutschland" war... (L. Rosh?) Es geht auch nicht darum wer alles noch und wer beteiligt und wie wir diese Schuld "aufrechnen" können. Das können wir nämlich nicht. Wir stehen auch als Nachgeborene in der Verantwortung des Holocaust und sollten diese Verantwortung für die Zukunft wahrnehmen. - Eine andere Frage sehe ich, warum die polnische Regierung (nicht das polnische Volk!) eine andere Sprachreglung wünscht. Warten wir gelassen ab. Als Deutsche kommen wir niemals mehr aus der unsäglichen "Nummer des Völkermords" heraus. Bleiben wir neuere Friedensstifter. Lehnen wir jeglichen Militarismus und Waffenverkäufe in alle Welt ab! Handeln wir als überzeugte Friedensmacher. Damit dienen wir Deutschland und der Welt.

Warum.........

......... muß eine Schuld die feststeht, noch extra betont werden.
Über die polnische Geschichte gibt und gab es genug Zeitzeugen und die Geschichte kann nun mal nicht neu geschrieben werden, auch wenn Polen das so möchte.

Es war ein deutsches Vernichtungslager...

Keine Polnische Regierung hat den Bau oder den Betrieb zu Verantworten.
Wenn es offensichtlich bereits Verwirrung darüber gab (polnische Todeslager) gab es ja gute Gründe das klarzustellen.

Natürlich gab es Kollaboration in der Bevölkerung. Kein Gesetz in Polen verbietet es Personen zu benennen die mit den Nazis zusammen "gearbeitet" haben.

Auch das neue nicht..

Wenn die ein knappes

Wenn die ein knappes dreiviertel Jahrhundert nach Kriegsende keine anderen Sorgen haben...

Sinnvoll?

Bis vor kurzem hat niemand in dem Zusammenhang an polnische Schuld gedacht.
Das ganze Thema Schuld hat sich ja bald erledigt, wegen der Zeit.
Was soll das? Normal würde man sagen: „So dämlich sind nur die Deutschen.“

14:52 von pkeszler

Was verstehen sie unter "Souveränität abgegeben" ?. Polen hat sich doch deshalb nicht mit allen Handlungen gnadenlos an die EU ausgeliefert. Hier geht es lediglich um einen landesinternen Verwaltungsakt. Und @BotschafterSarek: Deshalb muss doch kein Land aus der EU raus - welche Verpflichtung soll da Polen denn haben?

um 16:19 von Genter

"Hier geht es lediglich um einen landesinternen Verwaltungsakt."
Dass Polen über 70 Jahre nach dem Ende des II. WK solche Umbennungsaktionen durchführen will, macht doch nur deutlich, dass ihre Regierung den II. WK noch nicht verarbeitet und dass sie große Minderwertigkeitskomplexe in der EU hat.
"Was verstehen sie unter "Souveränität abgegeben" ?"
Lesen Sie bitte mal den EU-Vertrag, den ihre damalige polnische Regierung unterschrieben hat.

Mal wieder pauschalisiert

@Michel.Worms01

Sie verwenden völlig unangebrachte Pauschalisierungen.

Nicht alle Deutsche haben Vorfahren, die sich schuldig gemacht haben. Neben zahlreichen Menschen mit Migrationshintergrund gibt es tatsächlich auch Menschen, die weder durch Rüstungsproduktion noch durch Handlungen im Inland - im Ausland waren die meisten eh nie- etwas Verwerfliches gemacht haben.

Insofern sollte auch nicht von "den Deutschen" in diesem Zusammenhang gesprochen werden, sondern nur von "Deutschen". Es sei denn man befürwortet Erb- und Kollektivschuld.

Tatsache ist, D hat die Lager

Tatsache ist, D hat die Lager gebaut und fürchterliches angerichtet. Tatsache ist aber auch, dass es genügend Mitläufer, auch u.a.in Polen gab, die die Augen verschlossen haben
und mitgemacht haben. Das sollte nicht geleugnet werden.
Es ist zu hoffen, dass sich so etwas nie wiederholt.
Was mich stört ( bin nach dem Krieg geboren)
ist, dass immer noch der Nachkriegsgeneration ein Schuldgefühl aufgebürdet wird. Soll das bis in alle Ewigkeit weitergehen?

@hembo

Was mich stört ( bin nach dem Krieg geboren) ist, dass immer noch der Nachkriegsgeneration ein Schuldgefühl aufgebürdet wird. Soll das bis in alle Ewigkeit weitergehen?

Schuldgefühl würde ich das nicht nennen. Aber in der Verantwortung, die Geschichte nicht zu vergessen, aus ihr zu lernen und darauf zu achten, dass sie sich zumindest bei uns nicht wiederholt, stehen wir durchaus in besonderer Weise.

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