Ihre Meinung zu: Wahlen in Russland als "simulierte Demokratie"?

17. März 2018 - 20:00 Uhr

Putin bis 2042? Russische Intellektuelle gehen davon aus, dass Präsident Putin nicht nur diesmal wiedergewählt wird. Sie halten die Wahl für eine "teure Show". Von Golineh Atai.

Artikel auf tagesschau.de
Bewertung:
2.66154
Durchschnitt: 2.7 (65 votes)
Schlagwörter der Meldung:
Geo-Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

Irgendwie habe ich die

Beiträge von Golineh Atai vermisst. Es war klar, dass sie nun vor den Wahlen in Russland wieder auftauchen. Vielleicht sollte sie auch mit anderen Menschen sprechen und nicht nur mit denen, die die gewünschte Meinung vertreten.

Ein echter "Golineh Atai-Bericht"

Wieder einmal ein polemischer Golineh Atai-Bericht. Hauptsache es wird negative Stimmung gegen Putin gemacht. Objektivität schaut ganz anders aus. Aber das habe ich von Golineh Atai nicht anders erwartet.

Wer hätte das gedacht ...

Putin versucht die Wahlen in Russland zu beeinflussen.

Zitat: "Der Zustand eines

Zitat: "Der Zustand eines permanenten Krieges mit dem Westen erlaube es Putin, sich an der Macht zu halten. Krieg sei das "Hauptprojekt Putins" seit nunmehr fast 20 Jahren."

Damit wird dokumentiert wie die MSM ticken.

Von der westlichen Verweigerung zur Zusammenanrbeit mit der RF schweigt man lieber.

Die wahren Kriegstreiber sitzen im Westen und beharren darauf,uns einzutrichtern, dass
wir die Guten mit den richtigen Werten sind.

Bigotter geht es nicht !

Ein typischer Atai-Artikel !

Lesen und schnell vergessen...!

Die ARD als unabhängiges Medium disqualifiziert sich jeden Tag mehr.

Tolle Russlandberichterstattung

Ich bin überrascht. Eigentlich hätte ich von den deutschen Medien etwas Zurückhaltung erwartet. Stattdessen wird aus allen Rohren geschossen.
Das wird dann wohl wieder in einem neuen Allzeittief des Zuschauervertrauens in die öffentlich rechtlichen Medien, seit der vollkommen unabhängigen Berichterstattung über die Ukrainekrise, münden.
Respekt, Ihr lasst kein Fettnäpfchen aus.
Ich bin schon ganz gespannt was wohl am 26.03.2018 in der deutschen Presse zu lesen ist. Vermutlich gar nichts.
Traurig das mit an zu sehen.

Das System Putin

Ich bin von der Heimat meines Vaters mittlerweile tief enttäuscht. Das System Putin hat den Staatsapparat und die gleichgeschaltete Presse so im Griff, dass es gegen Putin überhaupt keine Alternative zu geben scheint. Putins Weg scheint für die russiche Nation eine Art "heilige Mission" zu sein. Man huldigt regelrecht einem rechten Nationalisten. Wo ist die Kritikfähigkeit und die Selbständigkeit der Russen abgeblieben?
Sind erscheinen mir so hörig.

Das geht nicht.

Das ein Land sich einfach anders verhält als es der hehre Westen mit seiner moralischen Überlegenheit und seinen immer so vorbildlich gelebten Werden sich vorstellt. Entweder man ist so wie unsere "Eliten" sich das vorstellen oder man ist immer das Böse schlechthin. Vielleicht lernt man hier erst einmal, dass es nicht nur schwarz und weiß sondern auch eine ganze Menge Farbtöne dazwischen gibt.

Sieben Parteien gibt es da

Sieben Parteien gibt es da zur Auswahl.
Die wichtigste: Die Kommunisten.
Die träumen von sozialer Markt Wirtschaft, wenn man sich ihr Programm durchliest.
Obwohl die Welt inzwischen von Neo Liberalen Halsabschneidern bestimmt wird.
Die bestimmen inzwischen, wo es lang geht.

Zahlenspiele

"Die Wahrheit sei einfacher: "In Russland gibt es eine große Zahl von armen Menschen. 20 Millionen Russen leben unterhalb der Armutsgrenze [...] Diesen Menschen wird im Staatsfernsehen erzählt, wie schlecht der Westen sei, wie schlecht die USA seien, und dass diese daran schuld seien, dass es ihnen schlecht geht."

Wenn in Russland 20 Mil Menschen arm sind, sind das ca. 14% der Bevölkerung.

Laut Statista sind in Deutschland 19,7% der Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen.

Die Sanktionen gegen Russland sind wohl auch ein Grund für die Armut im Lande.

Die Zahlen sprechen für sich.

Intellektuelle im Land

alles klar
schliesslich weiss jeder, dass die Gruppe die Wahrheit gepachtet hat
nicht nur in Russland

Wahlen

Wir tun alles dafür das Putin auch weiterhin Präsident bleibt.
Durch die Wiedereröffnung des kalten Krieges, massgeblich durch unser Mitwirken, bleibt den Russen nichts anderes sich um "den starken Mann" zu sammel.
Das dies so gewünscht ist erhöhen die Gewinne der Waffenlobby.

wie geht es weiter?

Und worin soll nun der Fortschritt für das Land Russland liegen? Es sieht so aus, als hätte man in 100 Jahren seit der Zarenherrschaft letztlich nur geringe Fortschritte gemacht. Was soll die militärische Stärke nützen, wenn diese Art von Herrschaft sich wie Mehltau über das Land legt (Geheimdienstmitarbeiter auf 70 % der wichtigen Posten) ? Was hat Russland von einem neuen Zaren ?

sollte Golineh Atai

nicht endlich mal damit anfangen, NEUTRAL aus Russland zu berichten? man muss ihr allerdings lassen, mit welcher beharrlichkeit sie die negativen seiten versucht zu finden.

wenn das ein paar intellektuelle so sehen, ist das deren sache. seit wann sprechen "ein paar" intellektuelle für das ganze russische volk. fakt ist nun mal, so wenig es mir und vielen anderen passt, dass die mehrheit der Russen Putin weiterhin an der spitze sehen will. und auch wenn uns Frau Atai hier anderes glauben machen möchte: die Russen, mit denen ich geredet habe (und das sind vornehmlich fernfahrer, also keine "staatskader" oder Putin-begünstigte), wollen Putin an der spitze sehen und die lachen immer, wenn jemand behauptet, es gäbe doch gar keine demokratischen wahlen und sagen mir, ich sollte nicht so viel west-propaganda schauen...

Alles Sehen ist perspektivisches Sehen

a) "Historiker Medwedew mit der von oben angeschobenen Militarisierung der Gesellschaft............. "

man sollte dem Historiker Medwedew mal die Rüstungsbudgets der einzelnen Staaten zeigen

b) Jewgenija Albats: "Die Wahrheit sei einfacher: "In Russland gibt es eine große Zahl von armen Menschen. 20 Millionen Russen leben unterhalb der Armutsgrenze....."

Frau Albats sollte sich mal die Zahlen ansehen, wieviele Menschen in Amerika von Lebensmittelmarken abhängig sind

c) Historiker und Politikwissenschaftler Sergej Medwedjew: "Ich halte einen Putin bis mindestens 2042 für gut möglich", "Putins gesunde Lebensweise und neue medizinische Möglichkeiten könnten dem neuen alten Präsidenten ein hohes Alter bescheren"

der Mann kann sogar das zuerwartende Lebensalter vorhersagen, und anscheinend 25 Jahre in die Zukunft schauen.

Gruß
Traurigkeit

Fair bleiben

@ Gogolo:
Wieder einmal ein polemischer Golineh Atai-Bericht.

Der Bericht ist in keiner Weise polemisch. Bitte bleiben Sie fair und diskutieren Sie auf einer sachlichen Ebene. Falls Sie auf dieser Ebene Argumente haben.

Freie Presse, sorry

@ huppyfluppy:
Tolle Russlandberichterstattung. Ich bin überrascht. Eigentlich hätte ich von den deutschen Medien etwas Zurückhaltung erwartet.

Schade, so gibt es Offenheit und authentische Kritik an einem Präsident, um den andernorts ein Führerkult zelebriert wird.

trauriger whataboutism

Natürlich gibt es andere Staaten mit Problemen. Aber wie weit müssen die eigenen gediehen sein, wenn anstelle einer Diskussion der Zeigefinger auf die anderen gerichtet wird.

Nebenbei bemerkt

Fast jeder Russland-experte, der hier zitiert wird hat irgendwann in den USA studiert, übrigens Alexej Navalnij auf Empfehlung von Jewgenija Albats auch...

20:07 von Gogolo

"Ein echter "Golineh Atai-Bericht"
Wieder einmal ein polemischer Golineh Atai-Bericht. Hauptsache es wird negative Stimmung gegen Putin gemacht. Objektivität schaut ganz anders aus. Aber das habe ich von Golineh Atai nicht anders erwartet."
Sie nehmen also für sich in Anspruch, zu wissen, was wirklich 'objektiv' ist?
Da kann ich Sie nur selbst zitieren: "Objektivität schaut ganz anders aus."

Falschinformationen über die Sanktionen

@ Andereperspektive:
Die Sanktionen gegen Russland sind wohl auch ein Grund für die Armut im Lande.

Ich bitte darum, nicht unbewusst oder sogar bewusst der russischen Meinungsmache auf den Leim zu gehen. Sie können sich leicht informieren, wer von den Sanktionen betroffen ist. Es geht um etwa 100 Personen aus dem Putin-Umfeld mit Auslandskonten in der EU, und Personen die an Rüstungsunternehmen beteiligt sind oder die Milizen in der Ukraine unterstützen.
Die russischen Verbraucher spüren überhaupt nichts von den Sanktionen. Wenn sie arm sind und mit hoher Inflation zu kämpfen haben, dann hat das ganz andere Gründe.

Falsch. Lesen und verstehen.

Wahlen in RUS bei dem Unterdrücken jedweder Opposition und bei absoluter Meinungsmache Putins in allen Medien ... das sind einfach keine Wahlen. Sie machen sich lächerlich.

@ suomalainen @ ex_Bayerndödel @ Gogolo

Warum schießen Sie sich so auf Golineh Atai ein? Das empfinfde ich als grob unfair. Was hat die Frau getan, außer kritisch zu berichten? Mit Kritik an Putin muss man sich sachlich auseinandersetzen, aber bitte nicht auf dieser Ebene.

20:04 von ex_Bayerndödel

"Vielleicht sollte sie auch mit anderen Menschen sprechen und nicht nur mit denen, die die gewünschte Meinung vertreten."

Wär doch auch nur ein Feigenblatt für den Grundtenor der Peter Scholl-Latour Preisträgerin.Komisch der hat nie so einseitig berichtet.

Man kann Putin kaum toppen

Bei totaler Unterdrückung aller Opposition, bei absoluter Hoheit über alle Medien und bei extrem einseitiger Dauer-Beeinflussung - da sind die 70/70 mind. zu erwarten (Wahlbeteiligung/Zustimmung). Tippe eher auf 70/80. Immerhin nicht CHN mit 2970 Stimmen und 100% Zustimmung. Aber: Das sind in RUS schlicht keine "Wahlen".

Bewusste Falschinformationen

@ ex_Bayerndödel:
Die Erfahrung spricht eine andere Sprache. Der Ausverkauf der Bodenschätze war in vollem Gange, als Jelzin an der Macht war.

Das ist falsch und es wäre nicht schwer, sich richtig zu informieren, denn die Zahlen sind frei zugänglich. Russland verkauft jetzt in der Putin-Ära wesentlich mehr Öl und Gas an den Westen als in der Zeit von Präsident Jelzin. Also welchen Sinn sollen solche Bemerkungen vom "Ausverkauf" haben?

Auf Lebenszeit glaube ich nicht

Ich denke, dass Putin aus gesundheitlichen Gründen irgendwann nicht mehr den Drang verspürt und dies wäre auch ok, er ist schließlich mit eine Unterbrechung von 4 Jahren seit 1999 im Amt. Die Wahl sehe ich auch als eine Show an solange nicht jeder Kandidat die gleiche Aufmerksamkeit bekommt in den Medien und Putin nicht an Duellen teilnimmt und sich den kritischen Fragen seiner Kontrahenten stellt.
Er hat meiner Ansicht nach Angst bei solchen Duellen in die Ecke gedrängt zu werden und eine schlechte Figur zu machen.
Zudem ist es schlichtweg Unfair das mehr Wahlwerbespots von Putin gezeigt werden als von jedem anderen Kandidat/Kandidatin. Er steht ja nicht alleine zur Wahl!

Demokratie besteht nicht nur aus Wahlen

Wenn die wichtigen Massenmedien von Putins Staatsapparat und den ihm wohlgesinnten Oligarchen finanziert werden und wenn der Staat vom Geheimdienst in allen Lebensbereichen durchzogen ist, dann ist es keine Demokratie. Demokratie besteht nicht nur aus Wahlen. Zur Demokratie gehört auch z.B. die Gewaltenteilung und unabhängige Medien.

Beides ist in Russland so stark eingeschränkt, dass man nicht von einer Demokratie sprechen kann, wo jeder sich seine Meinung bilden kann.

Stärke nach außen und Schwäche nach innen

Es ist kein Zufall, dass der Mordanschlag von Salisbury gerade jetzt kam. Es ist ein eindeutiges Signal an alle Russen im Exil und an alle Gegner Putins. Außerdem kommt Putin die diplomatische Konfrontation mit dem Westen gerade recht. So kann er sich als der Beschützer der russischen Nation aufschwingen.

Ein altes Muster autoritärer Staaten: Die Ablenkung von inneren Problemen gelingt mit der Schaffung äußerer "Feinde". Dass Putin sich alle Sympathien im Ausland verscherzt, scheint er in Kauf zu nehmen.

Inverview mit Jewgenija Albats

Ich staune immer wieder, wie es Frau Atai in einem vom Geheimdienst kontrollierten Regime gelingt, solche Interviewpartner wie Jewgenija Albats zu finden. Die russische Führung muss so schlecht sein, dass sie nicht einmal als Unrechtsstaat taugt. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass Oppositionelle unbehelligt leben und sogar öffentlich wirken können.

"Albats: Man muss den Menschen erklären, warum er schon 18 Jahre an der Macht ist. Russlands Propagandisten haben nur eine Antwort darauf gefunden - und zwar, dass Putin Gottes Botschafter auf Erden sei."
> Gibt es eine Putin-Sekte oder woher hat Frau Albats diesen Unsinn? Mit "Gottes Botschafter" lässt sich im 21. Jahrhundert doch kein halbwegs gebildeter Mensch mehr ködern. (In Deutschland bezeichnet man dauerpräsente Regierungschefs übrigens als "alternativlos".)

Golineh Altai

Sie könnte über das Wetter in Russland berichten, welches aktuell doch sehr kalt und ungemütlich ist. Manche Foristen würden sie virtuell dafür ebenso ablehnen. Ich frage mich nur, warum ich von eben jenen Foristen niemals Kritik an Putins Politik lese? Gibt es in deren Augen tatsächlich nicht einen einzigen Kritikpunkt? Auch wenn ich die Groko nicht als Wunderheilmittel aber als einzig realistische Möglichkeit der Regierung ansehe, so habe ich dennoch Punkte, die ich kritisiere. Warum nur wird Putin von all seinen Anhängern nur angehimmelt und es wird kein bisschen Kritik geäußert? Ist er wirklich perfekt? Fragen über Fragen...

Viel Spekulation

Dass die Gegner von Präsident Putin kein gutes Haar an ihm lassen ist ja nun keine Überraschung.

Was mich überrascht hat, waren die Spekulationen, die weit in die Zukunft reichen. Da bin ich mal gespannt, was davon wenigstens in naher Zukunft eintritt.

Unsachlich

@ patzie: ... hat nie so einseitig berichtet.

Es ist mir ein Bedürfnis, Frau Atai gegen solche unsachlichen Vorwürfe in Schutz zu nehmen.

Wahlen als "simulierte Demokratie"?

Liest sich wie eine Bildheadline

@soumalainen 20:36

Es ist nicht Golineh Atais Aufgabe den Führerkult von Putin mitzumachen. Für Sie und andere scheint neutral zu sein zu bedeuten, dass man schreibt wie toll und klasse Putin ist, sorry, aber die ist nicht die Aufgabe Atais.
Wenn Sie und die russischen Freunde die Sie kennen dies als West-Propaganda bezeichnen, wenn man kritisch über Putin berichtet bitte, es hat sie absolut niemand gezwungen hier zu lesen!
Ich bin dankbar, dass Golineh Atai diesen einseitigen Personenkult um Putin der sich offensichtlich auch in diesem Forum breit machen nicht mitmacht und kein Blatt vor den Mund nimmt. Dies mag einigen Foristen nicht gefallen aber damit sollten die sich abfinden.

Frau Atai ...

... war ja lange Zeit untergetaucht.
Wie auch immer, ist mir ja auch egal.
Nur, so wie ich sie von daher kenne, so erlebe ich sie jetzt zu den Präsidentschaftswahlen in Russland.
Aktuell wie damals sucht Frau Atai für ihre Interviews mit Russen irgendwelche unbekannte "Aktivisten", "Menschenrechtler" oder "Putin-Gegner" auf und trifft sich meist in Hinterzimmern mit denen, um uns ARD-Kunden von dort die Stimmung im Lande zu vermitteln.
Das nervt wirklich sehr - immer und immer diese düstere graue Stimmung in Russland, wenn sie auf den Sender sind.
Vorschlag in Güte:
Gehen Sie doch wie z.B. Ina Ruck vom WDR kürzlich zu Russen (hier Russlanddeutsche in Deutschland lebend) auf die Straße, in deren Treffpunkte in der Kneipe usw. und befragen sie die authetisch nach ihrer Meinung zu der Wahl in Russland.
Oder gibt es in ihrem ARD-Studio in Moskau kein Straßen, Cafe's oder Einkaufszentren?

Eine andere Sichtweise ...

... von jemandem, der nicht nur - wie ich und die Meisten hier - eine Meinung hat , sondern eine Qualifikation:

http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_83277358/
joerg-baberowski-wir-sollten-froh-sein-dass-putin-an-der-macht-ist-.html

Schade, dass derartiges meist nur in homöopathischen Dosen zu lesen ist.
Frank-Walter Steinmeier hat dafür allerdings eine plausible Erklärung:
„Die Leser müssen das Gefühl haben, dass sie nicht einer einzelnen Meinung ausgesetzt sind. Reicht die Vielfalt in Deutschland aus? Wenn ich morgens manchmal durch den Pressespiegel meines Hauses blättere, habe ich das Gefühl: Der Meinungskorridor war schon mal breiter. Es gibt eine erstaunliche Homogenität in deutschen Redaktionen, wenn sie Informationen gewichten und einordnen. Der Konformitätsdruck in den Köpfen der Journalisten scheint mir ziemlich hoch.“

Und das alles hier, im freien Westen, auch ganz ohne Putin und KGB-Seilschaften. Erstaunlich. Und erschreckend.

Informationsdefizit

@ Sisyphos3:
vor der 4. Amtszeit da kenne ich noch mehr Laender wo der Regierungschef gerade seine 4. Amtszeit antritt

Halten Sie Putin für den russischen Regierungschef?

Die erweiterte Amtszeit von ...

Herrn Xi (China) wird mit einem Artikel durchgewunken.
Aber die Präsidentenwahl in Russland bekommt gleich mehrere Artikel, die sogar die Legitimierung in Frage stellt.
Warum eigentlich?

Wir wissen doch schon heute das Putin die Wahlen in Russland für einen gewissen Wladimir Wladimorwitsch Putin beeinflussen wird, da Putin seit einigen Jahren bei allen Wahlen mitmischt.
Desweiteren manipuliert dieser Putin auch das Wetter. Letztes Wochenende waren es noch angenehme 15-17°C nun sind es wieder Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, also ein Grund noch mehr Nachrichten zu konsumieren und somit den russischen Wahlen eine gewisse Legitimierung zu verleihen. Immerhin sind wir ja "internationale Beobachter".

Ich bin der Überzeugung das man dieser journalistischen Meisterleistung nur noch mit Sarkasmus begegnen kann. Das legitimiert auch den Journalismus von Frau Atai und ihren Freunden.

Am 17. März 2018 um 21:46 von Juri Gerasimenko

Wer hier bewußt falsch informiert ist für mich klar.

Es geht nicht um die Menge Öl und Gas, welches verkauft wird. Es ging dem Westen darum, die Betriebe, welche die Rohstoffe förden zu kaufen.
Es ist nämlich ein Unterschied, ob ich etwas zu Marktpreisen kaufen muss oder ob ich die Verfügungsgewalt darüber habe.

Ein Tipp an alle Putin-Gegner ...

Zitat: "Krieg sei das "Hauptprojekt Putins" seit nunmehr fast 20 Jahren. Das Fernsehen müsse eine belagerte Nation zeigen: "Im Krieg wechselt man nicht die Führung aus.""

Das mag sein, dass Putin all die Konfrontationen und Sanktionen gegen Russland für seine machtpolitischen Zwecke und seine Propaganda nutzt.

Wie wäre es damit, Putin die Möglichkeit dieser Propaganda zu entziehen, sagen wir dadurch, indem wir all die Konfrontationen und Sanktionen auflüsen und wieder eine auf Freundschaft und Frieden basierte Beziehung zu den Russen aufbauen?

Ich kenne keinen vernünftigen Grund, warum wir das nicht tun sollten.

@suomalainen

"die Russen, mit denen ich geredet habe (und das sind vornehmlich fernfahrer, also keine "staatskader" oder Putin-begünstigte), wollen Putin an der spitze sehen und die lachen immer, wenn jemand behauptet, es gäbe doch gar keine demokratischen wahlen und sagen mir, ich sollte nicht so viel west-propaganda schauen..."
Die Russen, mit denen ich überwiegend Kontakt habe, sind Techniker und Programmierer. Die meisten von denen sagen, dass sie Putin nicht wählen. Aber nicht alle. Dazu muss ich erwähnen, dass alle, dieser Personen, die mittlerweile in D wohnen, Putin nicht wählen. Von denen, die in Russland wohnen, gibt es jedoch einige, die Putin wählen. Komischerweise die Älteren. Und das erinnert mich an die "Wahlen" in der DDR. Ich habe das Gefühl, dass diese Menschen immer noch denken (vielleicht berechtigt), dass das System ihre Entscheidung zu werten weiß.

@Juri Gerasimenko

"Man huldigt regelrecht einem rechten Nationalisten."

Richtig man huldigt im Westen einen rechten Nationalisten, nämlich Herrn Nawalny. Dessen Wahlprogramm ist sogar noch löchriger als das der AfD.

"Wo ist die Kritikfähigkeit und die Selbständigkeit der Russen abgeblieben?"

Denen Russen ist die Freiheit nur mal nicht so wichtig, woran das liegt kann verschiedene Gründe haben. Ich persönlich habe eine Theorie, die besagt dass die Verherrlichung der Freiheit in Russland einen massiven Schlag bekommen hat, weil man in den 90er Jahren schlicht übertrieben hat. Übrigends hat Russland in den 90ern genauso gehandelt wie es die westliche Wertegemeinschaft wollte, manchmal hat man sogar in Russland übertrieben. Darum haben wir ja Witze über den russischen "Tanzbär" Jelzin gemacht.

"Sind erscheinen mir so hörig."

Sie sind hörig, genauso wie die Westeuropäer hörig sind. Unsere Jugend ist konservativ eingestellt. Und nach der Verzweiflung der 68er kommt die Resignation der 2000er.

Renaissance von Stalin

Im heutigen Russland feiert der totalitäre Diktator Stalin eine Renaissance und eine neue Verehrung seiner Standbilder. Seine Verbrechen werden vergessen.
Der Militarismus wird wieder ausgegraben mit Standbildern von Kalaschnikow und Molotow. Die Feiern des Sieges über Deutschland werden immer penetranter und expliziter.

Russland unter Putin ist auch ein Rückmarsch in alte Sowjet-Tugenden und leider auch eine Rückbesinnung auf einen autoritären Staat und einen national-konservativen Führerkult.

Untergetaucht? Was soll das?

@ wolf 666
Frau Atai war ja lange Zeit untergetaucht.

Darf ich fragen, was eine solche Bemerkung bezweckt? Bleiben Sie bitte bei den Inhalten und bleiben Sie bitte fair, auch wenn jemand eine von Ihrer meinung abweichende Meinung vertritt.

Frau Atai ...

... die Kommentare im Blog stoßen hoffentlich auch zu Ihnen durch und ich denke, dass sie mitbekommen, dass Ihre Berichterstattung zu den Präsidentschaftswahlen in Russland
bei der Mehrzahl der Kommentatoren nicht gut ankommt.
Auch bei mir nicht - in aller Deutlichkeit.
Können Sie denn wirklich nicht einmal ihre Einbahnstraße verlassen, alles aber auch alles, was in Russland passiert und Rang und Namen hat nur grau in grau darzustellen.
Und das machen sie in jedem ihrer Artikel/Berichte.
Mit Ausnahme von irgendwelchen unbekannten "Aktivisten", "Menschenrechtlern", "Umweltschützern" oder "Putin-Gegnern", die sie als lobendes Beispiel für die Zukunft Russlands verkaufen.

Ich mag das Land

Russland und die Einwohner. Es tut mir leid was Deutschland und Deutsche dem Land angetan haben.

Es tut mir auch leid wenn sich Journalisten wenig in andere Kulturen und Situationen reindenken koennen.

Man kann nur dafuer werben Unterschiede verstehen zu lernen.

@ Juri Gerasimenko

"Der Bericht ist in keiner Weise polemisch. Bitte bleiben Sie fair und diskutieren Sie auf einer sachlichen Ebene. Falls Sie auf dieser Ebene Argumente haben."

Er ist polemisch im Sinne einer schreienden Einseitigkeit. Warum geht Frau Altai nicht mal hin und interviewt auch mal Intellektuelle und Akademiker, die sehr wohl auf Putins Linie liegen und spürt auch mal denen nach?

Oder noch besser: Einfach mal die normalen Leute auf der Straße fragen, bevorzugt solche, die durchaus eine differenzierte Sichtweise sowohl des Fürs als auch des Widers haben und sich auch entsprechend artikulieren können. Denn Intellektuelle stellen nur einen minimalen Teil einer Gesellschaft dar und sind auch dadurch "intellektuell", dass sie überhaupt keinen Draht zum Fühlen und Trachten der einfachen Menschen mehr haben.

Bitte nicht unkritische Begriffe adaptieren

@ Juergen:
Es ist nämlich ein Unterschied, ob ich etwas zu Marktpreisen kaufen muss oder ob ich die Verfügungsgewalt darüber habe.

Schon der Begriff "Verfügungsgewalt" über die Bodenschätze ist doch ein Begriff aus der antiwestlichen Propaganda-Mottenkiste.

Am 17. März 2018 um 22:03 von BreiterBart

Das zählt in die Abteilung fromme Wünsche.

Mich überzeugt..

... was Frau GA - aus ihren Gefühlen heraus - so für wahr hält, überhaupt nicht. Seien wir froh, dass wir dort Putin noch recht lange dort am Ruder sehen; stellen Sie sich doch nur einfach nur mal vor, eine 'Figur' wie Donald hätte dort das Sagen. Nicht das, was sich europäische Edeldemokraten und Feindenker so wünschen, ist entscheidend, sondern das was uns den Frieden - unter den gegebenen Umständen - sichert.

Putin war Mitarbeiter des KGB

Putin war Mitarbeiter des KGB in der DDR. Die StaSi war nach dem Vorbild des KGB gestaltet. Der KGB konnte der StaSi gegenüber Initiativen anschieben und das letzte Wort für sich in Anspruch nehmen.

Man kann auch sagen, die StaSi war eine Dependanz des KGB und Putin persönlich mittelbar beteiligt am Unterdrückungssystem, unter dem das halbe Land über 40 Jahre lang leiden musste. Millionen unserer Landsleute.

Wie wenig Verstand und Bewusstsein muss man als Deutscher haben, diesen Mann heute zu feiern ...

Sollen wir uns vor Putin entschuldigen?

@ BreiterBart:
Wie wäre es damit, Putin die Möglichkeit dieser Propaganda zu entziehen, sagen wir dadurch, indem wir all die Konfrontationen und Sanktionen auflüsen und wieder eine auf Freundschaft und Frieden basierte Beziehung zu den Russen aufbauen?

Spielen Sie Schach? Sie können in dem Spiel nicht gewinnen, wenn Sie nicht die nächsten Züge des Gegners voraus sehen können.

Wenn der Westen zu Kreuze kriecht, kommt Putins zweite Strategie zum Tragen: den Westen als zu weich, als schwulenfreundlich, als hilflos, als ohne Rückgrat darzustellen.

Verschwörungstheorien & Fake News ....

Zitat: " Sergej Medwedjew von der Moskauer "Higher School of Economics" hält es für realistisch, dass Putin auch in den nächsten Jahrzehnten noch Präsident bleibt"

Das ist jetzt mal wieder einer der berühmten Verschwörungstheorien & Fake News, richtig?

um 21:46 von Juri Gerasimenko

"Bewusste Falschinformationen
@ ex_Bayerndödel:
Die Erfahrung spricht eine andere Sprache. Der Ausverkauf der Bodenschätze war in vollem Gange, als Jelzin an der Macht war.

Das ist falsch und es wäre nicht schwer, sich richtig zu informieren, denn die Zahlen sind frei zugänglich. Russland verkauft jetzt in der Putin-Ära wesentlich mehr Öl und Gas an den Westen als in der Zeit von Präsident Jelzin. Also welchen Sinn sollen solche Bemerkungen vom "Ausverkauf" haben?"

Einen kleinen Unterschied:
- bei Jelzin floss das Geld von verkauften Gas und Erdöl in die Tasche von Oligarchen (sonst wie könnte man in der kurze Zeit Milliardär werden);

- bei Putin kommt es am meisten in die Staatskasse, sonst wie könnte Putin die Armee auf den höchsten Stand bringen?

Begrenzungen der Amtszeit

In jeder Demokratie sollte es eine Begrenzung der Amtszeiten geben.
Da die Legislaturperioden unterschiedlich sind, sollte die maximale Amtszeit 11 Jahre betragen.

@Andereperspektive 20:22 Uhr

Andere Perspektive ist immer lohnenswert... waren Sie je in Russland und haben die Armut dort gesehen? Sicher nicht, da Sie mit der Armutsdefinition in D vergleichen...?!
Ich hoffe ich habe jetzt verstanden, was die Redaktion bemängelt! Ich wünsche Allen und besonders den Redakteuren einen schönen Abend!

Auf den Punkt gebracht.

Von der vermeintlichen Alternativlosigkeit von Autokraten hört man komischerweise immer. Es ist bewundernswert, wie die Menschen die Augen davor verschließen, dass sie durch eben diese alternativlose Elite mithilfe von Irreführung (Populismus) geschaffen wird. Ab Mitte der Neunziger Jahre wurde die Opposition auf allen Ebenen annihiliert: auf politischer, gesellschaftlicher, medialer, akademischer, kultureller, und sogar auf religiöser Ebene. Während dessen hat das Land verlernt zu nähen, Lebensmittel herzustellen, Maschinen zu bauen, und zu forschen etc. In den top 200 der besten Universitäten der Welt ist keine einzige russische zu finden.

Von Russen hört man aber oft, dass mit Putin doch vieles „besser“ geworden ist, was den statistischen Daten und Fakten einfach nicht entspricht. Die Popularität von Putin ist daher nicht mit seinen politischen und wirtschaftlichen Erfolgen zu erklären, deshalb finde ich den Erklärungsansatz im Artikel und in den Interviews ziemlich zutreffend.

21:55 von Juri Gerasimenko

@ patzie: ... hat nie so einseitig berichtet.

"Es ist mir ein Bedürfnis, Frau Atai gegen solche unsachlichen Vorwürfe in Schutz zu nehmen."

Na da haben sie wohl noch nie Reportagen oder Bücher von Peter Scholl-Latour gesehen bzw. gelesen.Ausserdem hat er die Qualität des aktuellen Journalismus kritisiert.

Putins Alternativlosigkeit

Anderer Erklärungsversuch:

Die Bewohner der Millionenstädte Sibiriens sind auf vergünstigtes Gas angewiesen (Produktivität zu gering um den Weltmarktpreis zu zahlen). Jetzt liefern es staatliche Unternehmen. In einer "westlichen" Demokratie (Trennung von Staat und Wirtschaft) müsste dies über staatliche Subventionen erfolgen -> hohe Steuern nötig.

In einem echten Mehrparteiensystem sind diese Steuern aber jederzeit gefährdet, denn die Unternehmen und die wirtschaftlich starken Regionen (Moskau, St. Petersburg) wollen niedrige Steuern.

Privatwirtschaft und Mehrparteiensystem bedeutet also ggf., dass die (für das Kapital überflüssigen) Menschen in Sibirien frieren oder fliehen müssen. Daher Putins Beliebtheit gerade außerhalb von Moskau und St. Petersburg: Sein System bietet ein (bescheidenes) Auskommen, das der westliche Kapitalismus (siehe Jelzin) nicht garantieren könnte.

@ Magfrad

"Es ist nicht Golineh Atais Aufgabe den Führerkult von Putin mitzumachen. Für Sie und andere scheint neutral zu sein zu bedeuten, dass man schreibt wie toll und klasse Putin ist, sorry, aber die ist nicht die Aufgabe Atais."

Nein, das ist es natürlich nicht! Aber Frau Atai ist es ihrem Beruf schuldig, zwecks Objektivität auch Gegenstimmen zu präsentieren. Was jedoch Frau Atai versucht ist, Ihre eigene politische Meinung durch die Einseitigkeit Ihrer Berichterstattung in der Öffentlichkeit zu verankern!

Im Übrigen: Frau Atai hat den Titel "Journalistin des Jahres 2014" nicht für Ihre Berichterstattung in der Ukraine-Krise bekommen, sondern ihn als Inschutznahme vor der massiven Kritik erhalten, die damals an Ihrer höchst selektiven Berichterstattung geäußert wurde. Die Jury hatte den Eindruck, man müsse sich bei der teilweise persönlich gewordenen Kritik schützend vor einer der Ihrigen stellen.

Hat leider die Qualität der Berichterstattung seitens Frau Atai nicht wirklich verbessert.

@wolf 666 . Meinungsfreiheit muss dich anwidern

Wo ist dein wirkliches Problem? Anscheinend kommst du nicht damit klar, das Frau Atai nicht nur reine Propaganda für Putin macht, sondern auch die anderen Seiten Russlands zeigt.
Diese Jubelarien kannst du vielleicht in den russischen Systemmedien erleben, von daher würde ich dir empfehlen auf den Konsum von Berichten der ARD zu verzichten und dich an den Jubelarien von RT und Sputnik zu erfreuen. Die stellen Russland so da, wie es dir behagt, und du wirst dein Glück bei den gleichgeschalteten russischen Systemmedien finden.

Sie haben gemeinsam:

Putin, Lukaschenko, Kim, Nasarbajev und Karimov - alle Präsidenten auf Lebenszeit und alle kontrollieren alles im eigenen Staat. Was noch? Sie haben Millionen und noch viel mehr auf dem privaten Konto. Unglücklicher Weise hat einer von denen die A und H Bomben !!

@Juri Gerasimenko

Ich schätze Ihre differenzierten Beiträge, und durch Ihren russischen Familienhintergrund vermute ich bei Ihnen auch fundiertere Kenntnisse der Zustände in Russland als bei den meisten anderen Kommentatoren.

Sehen Sie es denn auch so wie Golineh Atai in ihrem Artikel, dass die russische Exekutive und die wichtigen "Player" in der Industrie fest in den Händen der Geheimdienste sind (FSB und ?).

Mit einer (um differenzierte Informationen bemühten) Außensicht auf Russland (war noch nie dort, kenne in meinem Umfeld keine russisch-stämmigen Menschen):

Ich sehe dort keinen Politiker (keine Partei/Bewegung), der/die in der Lage wäre, das Land "gedeihlich" zu regieren.

Nawalny mag zwar ein ernsthafter Kämpfer gegen die Korruption sein, aber ich halte ihn für einen "schlimmen Nationalisten", der Putin in dieser Beziehung nicht nachsteht. Wäre er Präsident, würde sich an Russlands Auftreten nach außen etwas ändern? Ich denke nicht.

Schirinowski? Bitte nicht!
Grudinin? Was will er?
Der Rest?

Ein interessantes bild

das sich hier in den Kommentaren ergibt, denn der Widerspruch zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung tritt offen zu Tage.

Sehr offen.

17. März 2018 um 22:19 von Phonomatic

"Wie wenig Verstand und Bewusstsein muss man als Deutscher haben, diesen Mann heute zu feiern ..."

Wer feiert denn Putin hier,warum immer diese Übertreibungen.

@Am 17. März 2018 um 22:20 von Juri Gerasimenko

Zitat: "Wenn der Westen zu Kreuze kriecht, kommt Putins zweite Strategie zum Tragen: den Westen als zu weich, als schwulenfreundlich, als hilflos, als ohne Rückgrat darzustellen."

Worin besteht das "zum Kreuze kriechen", wenn man die ständigen und grundlosen Konfrontationen und Sanktionen gegen Russland auflöst?

Und: keine Bange: Russland kommt erst gar nicht in die Situation, den "Westen" als etwas anderes als "weich" zu sehen. Der Westen, allen voran die EU und Deutschland sind ja nicht einmal in der Lage, seine eigenen Grenzen zu schützen.

Sie fordern nicht im Ernst Hofberichterstattung?

@ RoyalTramp:
Er ist polemisch im Sinne einer schreienden Einseitigkeit.

Falsch. Weder schreiend noch einseitig.

Warum geht Frau Altai nicht mal hin und interviewt auch mal Intellektuelle und Akademiker, die sehr wohl auf Putins Linie liegen und spürt auch mal denen nach?

Das tut sie sehr wohl. Aber auch nicht ganz ohne kritische Zwischentöne. Golineh Atai ist nach meiner Beobachtung eine sehr authentische Journalistin.

Reiner Hof-Journalismus ist langweilig. Das wollen Sie nicht im Ernst hier lesen. Ich auch nicht. Wenn jemand Putin regelrecht "anbetet", fordert das ja schon unsere Kritik heraus. Ich höre auch niemandem zu, der Merkel anbetet.

@ thorsten64 - Personenkult

Der Personenkult um Putin ist einfach nur peinlich. Und als "Figur" ist er auch nicht besser als Donald.
Wenn Putin gegen Tataren und Juden hetzt und von seinen "Wunderwaffen" fabuliert, kann einem Angst und Bange werden.
Und welchen Frieden Putin sichert, kannst du ja mal Tschetschenen, Georgier, Krimtataren, Syrer und Ukrainer fragen. Putin führt einen Krieg nach dem anderen, obwohl das russische Volk eigentlich Frieden wünscht.

@Juri Gerasimenko - Sollte uns Putin nicht egal sein?

22:20 von Juri Gerasimenko:
"Wenn der Westen zu Kreuze kriecht, kommt Putins zweite Strategie zum Tragen: den Westen als zu weich, als schwulenfreundlich, als hilflos, als ohne Rückgrat darzustellen."

Mal davon abgesehen, dass er damit Recht hätte: Was wäre denn schlimm daran? Kann es uns nicht völlig egal sein, was Putin über uns denkt?

Die Oligarchen haben die Bodenschätze im Griff

@ FWJA:
Einen kleinen Unterschied:
- bei Jelzin floss das Geld von verkauften Gas und Erdöl in die Tasche von Oligarchen

Bei Putin auch. Was soll sich daran verändert haben? Putins Machtzirkel kontrolliert nicht nur die Medien.

- bei Putin kommt es am meisten in die Staatskasse, sonst wie könnte Putin die Armee auf den höchsten Stand bringen?

Das ist die offizielle russiche Staatspropaganda, die Sie hier wiederholen. (Und ein bisschen Militarismus).

"Ich bin der Überzeugung das

"Ich bin der Überzeugung das man dieser journalistischen Meisterleistung nur noch mit Sarkasmus begegnen kann. Das legitimiert auch den Journalismus von Frau Atai und ihren Freunden."

///

Sarkasmus hilft einzig dem sarkastischem.

Worum geht es wirklich? Es geht darum, zuzuhören statt zu interpretieren.
Es geht darum, zu verhandeln, statt zu blockieren.
Es geht darum, dem Leben eine Chance zu geben, statt die Waffen sprechen zu lassen.

@FWJA - Ausverkauf

22:21 von FWJA:
"Russland verkauft jetzt in der Putin-Ära wesentlich mehr Öl und Gas an den Westen als in der Zeit von Präsident Jelzin. Also welchen Sinn sollen solche Bemerkungen vom 'Ausverkauf' haben?""

"Ausverkauf" meint, dass die Unternehmen in private Hände gelangen und somit die Gewinne nicht dem Staate zugute kommen.

@ birdycatdog

"Warum nur wird Putin von all seinen Anhängern nur angehimmelt und es wird kein bisschen Kritik geäußert?"

Weil die Kommentarfunktion hier nur Beiträge mit 1000 Zeichen zulässt, die unteranderem auch ich gerade mal damit befüllen kann, für eine differenziertere Sichtweise in der Russland-Berichterstattung einzutreten. Mehr nicht. Kritik an Putin sol man gerne vorbringen, ABER der Berufsethos verpflichtet Journalisten, zwecks Objektivität beide Seiten der Medaillen zu präsentieren. Dabei - entschuldigen Sie, wenn ich es so sage - versagt Frau Atai eklatant (siehe auch Ukraine, siehe auch Syrien). Mir persönlich erklärt sich nicht ihre persönliche Aversion gegenüber Putins Regierung, aber das spielt auch keine Rolle. Es ist ihre Pflicht, sich hierbei ein Stück weit zurückzunehmen und auch der Gegenseite Raum zu geben.

Das geht übrigens wunderbar, auch ohne Putin gleich glorifizieren zu wollen!

Perspektive

Wir sollten aufhören Russland und seine Regierung für deren Vorstellung von Demokratie zu kritisieren.
Das ist keine westliche Demokratie, das wissen wir und das wissen auch die Russen, aber sie sind damit weitaus zufriedener als wir...

Ob Präsident, erster Parteisekretär, Kaiser oder Zar, wir sollten die russische Regierung hinnehmen.

Was man kritisieren darf und sollte, dass ist ein fehlender Rechtsstaat (wenn also Regierung, Gerichte und Parlament Hand in Hand arbeiten und z.B. Menschen unschuldig verurteilt werden) und eine aggressive Außenpolitik gegen uns und unsere Verbündeten.

Ersteres wird ganz zurecht kritisiert, jedoch immer mit dem unnötigen Zusatz der fehlenden Demokratie, die aber wollen die Russen doch selbst nicht.
Bei Zweiterem wird es interessant, denn natürlich bricht Russland internationales Recht gegenüber der Ukraine, aber:
Die Ukraine ist kein NATO Verbündeter, kein EU Verbündeter und kein Deutscher Verbündeter und wir nicht die Weltpolizei!

@1A Polyglott - Daten, Zeiträume & Selbstwahrnehmung

22:24 von 1A Polyglott:
"Von Russen hört man aber oft, dass mit Putin doch vieles ,besser' geworden ist, was den statistischen Daten und Fakten einfach nicht entspricht."

Welche Daten und Fakten vergleichen Sie denn und auf welche Zeiträume beziehen sie sich? Möglicherweise vergleichen Sie hier unterschiedliche Dinge.

Darüber hinaus sagen Wirtschaftsdaten wenig über die Zufriedenheit der Wähler aus. Ein Ausruf wie "Uns geht es gut!" hat eine völlig andere Bedeutungen, wenn mit "uns" nicht das Volk, sondern die (Volks-)Wirtschaft gemeint ist.

22:38 von c4--

Ein guter Beitrag, danke! Ich denke auch, wir sollten Russland sich selbst überlassen. Da, wo Russland die Interessen von uns stört, sollten wir mit aller Härte zurückschlagen. Doch tut dies Russland, im Moment nicht! Wenn das russische Volk Putin wählt, muss es mit ihm zurecht kommen.

Darstellung: