Ihre Meinung zu: Nachwahl in Pennsylvania: Demokrat Lamb erklärt sich zum Sieger

14. März 2018 - 6:38 Uhr

Es geht denkbar eng zu bei der Nachwahl in Pennsylvania - nun hat sich der Demokrat Lamb zum Sieger erklärt. Es wäre eine empfindliche Niederlage für die Republikaner. Doch noch sind nicht alle Stimmen ausgezählt.

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Kommentare

Ich würde mir wünschen, dass

Ich würde mir wünschen, dass die ÖR, hier die ARD, nicht solch missverständliche bis falsche Artikel veröffentlicht.

1. Es fehlen nicht "Tausende" Stimmen, sondern ca. 1400.
2. Ob es eine automatische Nachzählung überhaupt geben kann, ist aufgrund der unpräzisen Passagen im Wahlgesetz von PA rechtlich unklar.
3. Es ist zwar richtig, dass DT in diesem Wahlkreis 20% mehr Stimmen bekam, relevanter sind aber die Zahlen für das Repräsentantenhaus. Die niedrigste Marge für die GOP in diesem Wahlkreis in den letzten 5 Wahlen war +28%.
4. Den 18. Wahlbezirk wird es zu den Midterms nicht mehr geben, da der SC von PA das Gerrymandering der GOP für verfassungswidrig erklärt hat und alle Wahlkreise neu gezogen hat. Sollte die ARD eigentlich wissen.

Ich lege mich fest: der Wendepunkt

Trendwende in Pennsylvania, das seit einer Generation deutlichst (60:40) republikanischen wählte.
Personelle Instabilität und Unmut in Trumps Regierungsmannschaft.
Ehebruch-Skandal um die Pornodarstellerin und das Schweigegeld.
Und und und...
Trumps Waagschale sinkt jetzt nachweislich.

Die Demokraten sollten den früheren Vizepräsidenten Joe Biden (unter Obama) in Stellung bringen.
Es wäre wünschenswert, dass er die nächste Chance bekommt. Sie wird wohl bald kommen.

der nächste Streit...

Briefwähler sind mehrheitlich konservativ in den USA. Da gehören viele der im Ausland eingesetzten Soldaten dazu. Sich mit 200 Stimmen Vorsprung jetzt schon zum Wahlsieger zu erklären, halte ich für gewagt bis unverschämt.

Spricht nicht für den Demokraten, ...

... sich bereits jetzt zum Sieger zu krönen.

Lamb ist der Gewinner dieser Wahl ...

... auch wenn über den Sieg und den Gewinn des Sitzes noch die Briefwahlstimmen entscheiden.

Der Wahlkreis (18th congressional district) war über eine Dekade in fester Hand der Republikaner. Bei den Kongresswahlen 2014 und 2016 fiel er ihnen bzw. dem Abgeordneten Tim Murphy zu jeweils 100 % zu, weil er als so „tiefrot“ galt, dass es keinen Gegenkandidaten gab. Bei den Präsidentschaftswahlen 2016 lag Trump hier um rund 20 % vorn.

Konservative SuperPACs haben 10,7 Mio $ in den Wahlkampf der GOP gepumpt, weil dieser Wahlkreis als Symbol gilt. Sollte sich das Wahlergebnis bestätigen und - nach einem möglichen und wahrscheinlichen Re-count - bestehen bleiben, wäre das eine Sensation.

Ob Conor Lamb tatsächlich den Sitz erringt, zeigt sich erst in ein paar Stunden oder gar Tagen. Einen 100 %-Sitz der Republikaner von "unbesiegbar" zu einen "offenen Rennen" zu machen, erhebt ihn auf jeden Fall zum Gewinner.

Wieso diese Wahl soviel mediale Aufmerksamkeit auf sich zieht ..

ist dem Fakt geschuldet, dass Pennsylvania für Trump das „Musterhaus“ ist. Deswegen haben der Präsident und die GOP für einen einfachen Kongresswahlbezirk unglaublich viel an persönlichem und monetärem Aufwand aufgeboten. Trump selbst, Vice-President Mike Pence, Trump jr., Tochter Ivanka, Kelly Conaway - alle erschienen auf der Bildfläche. Konservative Geldgeber intervenierten mit über 10,7 Mio. $.

Es gibt 86.000 Haushalte mit Gewerkschaftszugehörigkeit, davon etwa 18.000 Stahlarbeiter-Haushalte. Insofern sieht Donald Trump das auch als eine Art Testlauf, wie seine Zoll-Politik für Stahl- und Alu bei denjenigen ankommt, die ihn 2016 zum Präsidenten gemacht haben und es 2020 wieder machen sollen.

@jog

Vielen Dank für die wertvollen Zusatzinfos! Hätt' ich sonst lange nach gesucht...

@jog @Cosmopolitan_Citizen

Nicht schlecht, nur leicht unverständliche Abkürzungen.
Während man 'GOP', für Republikaner, mit Google noch als 'Grand Old Party' herausbekommen kann funktioniert das bei 'SC' nicht mehr. 'SuperPACs'? 'Gerrymandering' kennt, wie ich, auch nicht jeder.
Gut dass Details geschrieben werden, wenn es dazu noch verständlich wäre wäre es großartig.

Who cares?

Würde in den USA auch über Landtagswahlen im Saarland berichtet? Aber wenn ein Demokrat irgendwo im Reich des Bösen gewinnt, dann muss man das hier natürlich lobend hervorheben. Durchschaubar...

Leider trifft alles das in

Leider trifft alles das in diesem Fall nicht zu. In PA sind seit Jahrzehnten die Briefwahlergebnisse der Dems besser als die Ergebnisse "an der Urne", und auch heute war es in allen Bezirken so. Es fehlen noch die Briefwahlergebnisse von 2 Bezirken, ca. 1400 Stimmen, und der GOP-Kandidat hat in diesen fehlenden Bezirken mit +6% gewonnen.
Bei einem Vorsprung von 597 Stimmen (nicht 200, wie Sie behaupten) liegt die Wahrscheinlichkeit bei 99%, dass Lamb gewonnen hat.
Wissen > Ideologie.

07:19 von Paul Puma

"Spricht nicht für den Demokraten, ...
... sich bereits jetzt zum Sieger zu krönen."

Stimmt, das entspricht sonst eher dem Verhalten der Republikaner, siehe Bush Jr., Trump etc.

Anerkannte USA Ökonomen die

im Gegensatz zu showman Trump Wirtschaft verstehen sagen die "Strafzölle" werden Arbeitsplätze vernichten in der US Autoindustrie und auch in der längst nicht mehr wettbewerbsfähigen Stahlindustrie.
Das geschah nämlich unter Pres Bush der Denkfehler wurde dann von Trump Obama angelastet

Umgerechnet auf die USA würde das Ergebnis ...

... die Republikaner bei den November midterms die Mehrheit im Repräsentantenhaus kosten. Die Demokraten haben in den letzten Monaten auch bei Wahlen auf Ebene der Staatenparlamente signifikant Stimmen gewonnen und der GOP 37 Sitze abgenommen.

Aber: der "swing" von special elections lässt sich nicht 1:1 auf eine nationale Gesamtwahl übertragen. Er kann nur einen Trend anzeigen.

Viele Wahlkreise für das Repräsentantenhaus sind durch das Gerrymandering so parteiisch gezogen, dass sich die GOP in ihre Mehreit regelrecht einbetoniert hat. Es bedürfte einer regelrechten "blauen Welle" mit einem fast zweistelligen Vorsprung der Demokraten, um die 24 fehlenden Sitze zu knacken.

Allerdings zeigt das Wahlergebnis des 18. Districts in PA, dass deutlich mehr Abgeordnetensitze plötzlich wettbewerbssensitiv sind, als die politischen Analysten noch vor kurzem für möglich hielten.

Analogien

Ich kenne mich in den Feinheiten der US-Wahlbezirke nicht wirklich aus. Aber die Story klingt, als ob bei uns in Bayern die SPD einen Wahlkreis in Niederbayern gewinnen würde.
Aber es zeigt sich, dass offensichtlich Wähler nicht alles mit sich machen lassen und auch der Einsatz von viel Prominenz und Geld keinen Wahlerfolg garantiert. Nicht mal in den USA.
Sollten die Wähler erkannt haben, dass die Trump´sche Politik nicht wirklich "für den kleinen Mann" ist und dass er nur ein "Establishment" durch ein anderes ersetzt?
Würde mich freuen, wenn es ein Zeichen wäre, dass unzufriedene Wähler in ihrer "Wut" Sprücheklopfer durchschauen können.

@08:15 von Der_Mahner

Würde in den USA auch über Landtagswahlen im Saarland berichtet? Aber wenn ein Demokrat irgendwo im Reich des Bösen gewinnt, dann muss man das hier natürlich lobend hervorheben. Durchschaubar...

Nur geht es hier nicht um die Wahl zur Pennsylvania General Assembly, was ihrer Landtagswahl entsprechen würde, sondern um eine Nachwahl in den US-Kongress, was eine Wahl auf Bundesebene in DE entsprechen würde. Fail...

@Marcus2: Valider Punkt

PAC: Political Action Commitee, sammelt Spenden von Mitgliedern für Parteien oder Kandidaten

SuperPACs (dahinter stehen meist Unternehmen oder große private Geldgeber) dürfen einem Kandidaten nicht direkt Zuwendungen in die Wahlkampfkasse einbezahlen, aber "unabängig" Kampagnen für ihn fahren. Die Einfallsschneise in die Politik für Big Money, z.B. der Koch-Brüder oder der Familie Mercer.

SC = Supreme Court
(hier gemeint der SC des Staates Pennsylvania)

GOP= Grand old Party
Hier in den Staaten die gebräuchlichere Bezeichnung für die Republican Party

@Marcus2 @Cosmopolitan_Citizen: Ergänzung

Vielleicht noch als kleine Ergänzung:
Gerrymandering bezeichnet das Ziehen von Wahlbezirksgrenzen. Durch das US-Wahlrecht ist das Gewinnen von Wahlbezirken deutlich wichtiger, als die eigentliche Stimmenzahl - zumindest bei Wahlen, die über Wahlmänner entschieden werden. Wenn man also einen Wahlbezirk deutlich verliert und dafür 2 knapp gewinnt, hat man 2 Wahlmänner für sich und einen gegen sich, obwohl man ggf. nur 40% der tatsächlichen Stimmen geholt hat.

Die USA sollten von einem

Die USA sollten von einem Mehrheitswahlsystem auf ein Verhältniswahlsystem umstellen. Das würde Koalitionen erlauben und den Wählerwillen besser abbilden.

@09:09 von Gatekeeper

Wenn man also einen Wahlbezirk deutlich verliert und dafür 2 knapp gewinnt, hat man 2 Wahlmänner für sich und einen gegen sich, obwohl man ggf. nur 40% der tatsächlichen Stimmen geholt hat.

Ist also quasi wie bei uns, nur ohne Ausgleichsmandate.

Stand 4:28 local time: noch alles offen

Der Wahlbezirk Westmoreland County, der normalerweise stark der GOP zuneigt, ist noch nicht völlig ausgezählt. Die Wahl kann also noch auf den letzten Meter drehen.

Das ändert aber nichts an der Generalaussage:

- die GOP hat massiv Stimmen verloren
- GOP-Wahlkreise, die als uneinahmbar galten, stehen nun im Wettbewerb
- Conor Lamb und die Demokraten haben deutlich an Vertrauen und an Stimmen hinzugewonnen
- Trump hat in PA keinen sicheren Hinterhof

@09:30 von cowboy8

"@09:09 von Gatekeeper
Wenn man also einen Wahlbezirk deutlich verliert und dafür 2 knapp gewinnt, hat man 2 Wahlmänner für sich und einen gegen sich, obwohl man ggf. nur 40% der tatsächlichen Stimmen geholt hat.
Ist also quasi wie bei uns, nur ohne Ausgleichsmandate."

Und bei uns ohne die Möglichkeit für eine lokale Regierung die Grenzen der Wahlbezirke genau so zu ziehen, dass sie für die eigene Partei optimiert sind - eben "Gerrymandering".

Selbstkrönung?

Selbstkrönung?
Das Aufteilen des Dinosauriers vor der Jagd kann bitter enden.

Das war politisch eine riesige Dummheit!

Wie kann man, zumal als erfahrener Politiker, so dumm sein, sich vor Auszählung der nicht unerheblichen Briefwahlstimmen, selbst zum Wahlsieger zu küren?
Wenn der Vorsprung zu seinem politischen Kontrahenten haushoch wäre, wäre es zwar immer noch stillos, aber bei so einem knappen Ausgabg der Wahl, wo jede Stimme das Zünglein an der Waage sein kann, ist das einfach nur dumm und wenn er letztlich dich noch verliert, was absolut möglich ist, mehr als peinlich.

Wegweiser für die Senatswahlen im November

Die Tatsache, dass es so ein knappes Rennen gibt im 18. District in Pennsylvania zeigt, dass die Demokraten sehr gute Chancen haben im November die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat zu holen. Geschieht dies, kann man jede Gesetzesinitiative von Trump und der GOP blockieren. Trump müsste dann mit den Demokraten verhandeln. 2020 ist sicher nochmal ne andere Nummer, aber ich glaube, dass die Demokraten mit einem halbwegs normalen Kandidaten Trump schlagen werden.

@Der Mahner 08:15

Sie wissen schon, dass seit extrem langer Zeit kein Demokrat dort gewonnen hat in diesem District. Dies wäre so als würde die SPD in einem extrem konservativen Dorf in Niederbayern gewinnen.

@ Werner40

"Die USA sollten von einem Mehrheitswahlsystem auf ein Verhältniswahlsystem umstellen. Das würde Koalitionen erlauben und den Wählerwillen besser abbilden."

Sie meinen, so wie in Deutschland? Bei der letzten Wahl haben 32,9% CDU und 20,5% SPD gewählt. 46,6% wählten andere Parteien.

Beim Mitgliedervotum der SPD waren 34% gegen eine Grosse Koalition. 34% von 20.5% Wählerstimmen sind 6,97%. Zählen wir diese zu den 46,6% der anderen Parteien, kommen wir zu dem Ergebnis, dass 53,6% der Wähler keine Groko wollten. Glauben Sie wirklich, dass die heute beschlossene Koalition "den Wählerwillen besser abbildet"?

Die Bundesrepublik hatte in den letzten 36 Jahren ganze drei verschiedene Kanzler. Es gibt Monarchien, in denen die Könige öfter wechseln, als in Deutschland die Kanzler. Schöne Demokratie.

Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie verboten.

@Cosmopolitan Citizen 07:48

Sehe ich genauso. Die Stahlarbeiter sind nicht dumm. Die checken dass Trumps Zoll Politik für Stahl und Alu katastrophale Auswirkungen haben wird. Trump wird sich sehr gut überlegen ob er die Zollpolitik und Handelskriegpolitik weiterfährt.

In der Sache hoffe auch auf die Demokraten!

In der Sache stehe ich hinter den Demokraten und ich druecke den Demokraten beide Daumen und beide großen Zehen dass sie haushoch gewinnen und Trump zur Hölle schicken!

@ Democrats:
Show Trump the rearlights! Send him to hell. Tell him: Trump, you are fired!!

Von daher Lamb:
go for it! I keep my fingers crossed for you!!

... erklärt sich zum Sieger

Und ich Naivling dachte immer, dass die Wahlkommission oder etwas anderes amtliches den Sieger feststellt. Toll, ich stelle mir gerade vor, dass so etwas auch in anderen Bereichen gemacht wird z.B. im Sport. Am Besten noch vor dem Wettkampf, würde man viel Zeit sparen.

Die Republikaner sind

die Ursache Ihrer ewigen Uneinigkeit daran schuld dass immer mehr Mesnchen Demokraten wählen, obwohl jeder weiss dass diese auch nicht besser sind und im Grunde genommen zur Schwächung der USA verantwortlich sind.
Was wollen die Republikaner eigentlich? Sind an der Macht aber Boycottieren sich in allen Richtungen selber. Sie sind kein Pfefferling wehrt und an einem Scheitern Ihrer Einigkeit und villeicht Wiederwahl selber Schuld.
Hier geht es nicht darum ob man Trump mag oder nicht, Amerikaner verlangen Einigkeit und Politik von Ihren gewählten Republikanern!

@aus_Tallahassee 10:38

Stillos hin oder her, selbst wenn Saccone noch gewinnt ist er ein Looser. Wer es nicht schafft in einem ultra republikanischen District den Trump mit 20% Vorsprung gewonnen hat und wo jeder Wähler gegen Abtreibung ist und Waffen liebt klar mit 5-10% Vorsprung zu gewinnen ist ein Verlierer. Lamb ist alo so oder so ein Gewinner und für die GOP ist das Ergebnis eine Katastrophe.

@ 10:53 von Sasquatch

Sie haben ja so recht. Wäre es nicht besser, wenn man bei jeder Wahl die abgegebenen Stimmen pro Partei im Verhältnis zu allen Wahlberechtigten setzen ? Z.B. Wahlberechtigte: 60 Mio, davon SPD: 8 Mio, CDU: 25 Mio, Grüne: 5 Mio, ... Daran kann man die Zustimmungwerte doch viel besser ablesen. Wer rechnet denn bei der jetzigen Praxis genau nach, wenn eine Mehrheit verkündet wird ?

10:53 von Sasquatch ...

Was schreckt sie so an der Demokratie, das sie sich aller denkbaren Taschenspielertricks befleißigen müssen, sie zu diskreditieren. Wenn die traditionellen Parteien noch weiter in die Defensive geraten, wird die Demokratie doch nicht besser - die Politik verlagert sich nur weiter auf irgendwelche Nebenkriegsschauplätze, das macht niemanden satt.

10:53, Sasquatch

>>Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie verboten.<<

Ein oft gehörtes Bonmot unklaren Ursprungs. Von Tucholsky, dem es oft zugeschrieben wird, stammt es sicherlich nicht.

Es wird oft und gern von Antidemokraten verwendet, die damit die parlamentarische Demokratie als solche diskreditieren wollen. Aus diesem Grunde verwende ich es nicht.

11:35, Bernburger49 @ 10:53 von Sasquatch

>>@ 10:53 von Sasquatch
Sie haben ja so recht. Wäre es nicht besser, wenn man bei jeder Wahl die abgegebenen Stimmen pro Partei im Verhältnis zu allen Wahlberechtigten setzen ? Z.B. Wahlberechtigte: 60 Mio, davon SPD: 8 Mio, CDU: 25 Mio, Grüne: 5 Mio, ... Daran kann man die Zustimmungwerte doch viel besser ablesen. Wer rechnet denn bei der jetzigen Praxis genau nach, wenn eine Mehrheit verkündet wird ?<<

Ich finde es ein klein wenig deprimierend, wie hier ein bekennender Sozialist, den ich eigentlich sehr schätze, und ein Forist, der aus seiner demokratiekritischen Haltung im Forum nie einen Hehl gemacht hat, in, nach meinem Verständnis etwas wohlfeiler, Kritik am parlamentarischen System zusammenfinden.

Ich finde, wir sollten etwas achtsamer sein. Die Geschichte ist leider für immer weniger Menschen eine Lehre.

cowboy8 9:30

„Ist also quasi wie bei uns, nur ohne Ausgleichsmandate.“

Etwas komplizierter ist es hier schon. Wir haben in D eine Kombination von Verhältnis- und Mehrheitswahlrecht, also von Direktmandaten einerseits und Mandaten über die Landeslisten andererseits. Das führt (nicht nur über Ausgleichsmandate) dazu, dass die Stimmen gegen einen Direktkandidaten eben nicht sang- und klanglos unter den Tisch fallen, wenn beide Stimmen eines Wählers der gleichen Partei gegeben werden.

Das reine Verhältniswahlrecht hätte auch wieder seine Nachteile, etwa eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine starke Zersplitterung der Parlamente, sodass man sich aus guten Gründen für diesen Mix entschieden hat.

Tricksereien beim Zuschnitt der Wahlbezirke sind in D also bei weitem schwieriger zu realisieren und haben eine geringere Tragweite.

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