Ihre Meinung zu: Fukushima: Zwischen Trauer und mühsamer Normalität

11. März 2018 - 12:03 Uhr

Mit einer Trauerzeremonie hat Japan der Opfer des Tsunamis und der Atomkatastrophe von Fukushima vor sieben Jahren gedacht. In der Region bemüht sich die Regierung um die Rückkehr zur Normalität - mit mäßigem Erfolg. Von Jürgen Hanefeld.

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Kommentare

Das Land des Lächelns

In Japan ist die Wahrung des Gesichtes (Anscheins) das Allerwichtigste. TEPCO hat nach dem Unglück vom Staat 42 Milliarden zur Beseitigung der Schäden sowie zur Entschädigung der Betroffenen erhalten. So weit ich weiß, hat bisher jeder Betroffene lächerliche 8.000 Euro erhalten, ob er nun ein Häusle oder einen Bauernhof samt Vieh verloren hat. Nun gibt man also Geld für die Rückkehr, damit man sehen kann, dass alles so schlimm nicht war. Die armen Menschen!

Die Angehörigen, sind den

Die Angehörigen, sind den damaligen Verantwortlichen unendlich verbunden, dass diese mit ihrer Entscheidung, trotz der allgemein bekannten und tatsächlichen Unmöglichkeit Atomkraftwerke in diese Erdbebenreichste Gegend der Welt zu bauen diese Opfer damit in gefährlichem Atommüll verwandelt zu haben. Wie man weiß, geht man nun mit der selben Technik weiter voran, weil dieses Mal natürlich nichts mehr passieren kann, mal wieder ...

Ist die ARD wirklich in Tokio ?

Wie kann ein ARD Tokio Studio den 11.3. allen Ernstes auf eine Schlagzeile wie „Fukushima sieben Jahre danach - ARD Tokio zum Fukushima Gedenken“ reduzieren? Das grenzt entweder an Zynismus oder Unwissenheit oder der Kombination von beiden.

Japan hat heute zu aller erst an die Opfer des Megabebens und des verheerenden Tsunamis gedacht, der zigtausende Menschenleben forderte und ganze Landstriche verwüstete (im gesamten Artikel nimmt dieser Umstand gerade mal 2 Worte ein) Haben Herr Hanefeld und Herr Halasz wirklich heute (und die letzten 7 Jahre ) japanisches Fernsehen gesehen ? Jemals eine japanische Zeitung gelesen? Aber leider wurde schon kurz nach der Explosion der Reaktorblöcke in Fukushima dai-ichi AKW im März 2011 die gesamte Katastrophe medial auf ‚Fukushima‘ reduziert. Ein echtes Trauerspiel, das einem jedes Jahr wieder von deutschen Medien vor Augen geführt wird. Der Super GAU war und ist auch eine Katastrophe keine Frage, aber eben kein isoliertes Ereignis.

Fukushima

So schlimm der Atomunfall auch war, die Toten kommen von der Überschwemmung, nicht durch die Radioaktivität.

Unfassbarl, wie man die

Unfassbarl, wie man die Realität eines verstrahlten Gebietes nicht einsehen will, und den Leuten keine alternativen Wohnungen (relativ zu ihrem ursprünglichen Besitz) erstattet.

Unfassbar, dass man die Ärmsten so letztlich nötigt, sich verstrahlen zu lassen. Sie hatten überhaupt keine Schuld an diesem Gau.

Tohoku-Erdbeben und Tsunami

Japan gedenkt der Opfer des Tsunami: über 18000. Die Zahl der Toten der Reaktorkatastrophe dagegen: 0 (siehe http://www.nuklearforum.ch/de/aktuell/medien/medienmitteilungen/fukushim...).
Das heißt nicht, dass die Reaktorkatastsrophe keine war - aber es ist zynisch, die eigentlichen Opfer unter den Tisch fallen zu lassen, weil sie politisch nicht verwendbar sind.

schleichender Prozess..........

@-crastro : 14.02. :

merke: die negativen folgen von Radioaktivität ist
für d. Umwelt/Menschen
ein schleichender Prozess
u. kann Jahre bis zum "Ausbruch" dauern .
Wer das weiß, erkennt d.
Brisanz der dortigen Lage ..

Das ist unterm Strich das Depremierende , quasi
diese "Unsichtbarkeit d. Stoffes" .

Die Eiswand war keine Lösung

"Tepco's 'ice wall' fails to freeze Fukushima's toxic water buildup" titelt Reuters am 8. März 2018.
Die Eiswand sollte die hochgiftigen Rückstände einschließen. Dafür wurde sie für über 300 Millionen Dollar um den Unglücksort gebaut. Nun musste der Betreiber TEPCO melden, dass die Mauer nicht funktioniert. Noch schlimmer. Sie verteilt zusätzlich Radioaktivität.
Seit August 2017 sind durchschnittlich 141 Tonnen Grundwasser pro Tag in den Reaktor und die Turbinen eingedrungen - also sogar noch mehr als die 132 Tonnen pro Tag, die in den neun Monaten vor der Fertigstellung der Mauer in die zerstörte Anlage gesickert sind.
Schlechte Nachrichten für die Gewässer und die Menschen und Tiere der Region. Die japanische Regierung überlegt das vergiftete Wasser ins Meer zu leiten.

https://www.reuters.com/article/us-japan-
disaster-nuclear-icewall/tepcos-ice-wall-
fails-to-freeze-fukushimas-toxic-water-
buildup-idUSKCN1GK0SY

Sieben Jahre

"Sieben Jahre danach: Japans Regierungschef Abe bei der Trauerzeremonie für die Opfer der Fukushima-Katastrophe"

Wirklich? Trauerzeremonie für die Opfer der Fukushima-Katastrophe? Nein, dies ist eine Trauerzeremonie für die Tsunami-Opfer.

@15.14koandra:sehr richtig- die brennstäbe ?

können nach angaben der artikel hier/quellen nicht aufgefunden werden.
logo, die sind seit langem und bleiben noch sehr viel länger eine glühend heisse brutalstrahlende masse,die sich immer tiefer und tiefer da von da wo sie halt war nach unten durchglüht.
warum noch mal hies dieser anti-atomfilm damals "chinasyndrom"? - genau, weil man ds bild des unaufhaltbaren durchglühens durch die erde als bild installlieren wollte - als warnung.

in japan haben wir das jetzt de facto-allen warnungen zum trotz.
niemand hält diese masse auf.
man kommt gar nicht heran.

stündlich breitet sich die strahlung immerweiter aus,konataminiert immer mehr,diffundiert -grundwasser,meerwasser,luft,nahrungskette, usw.

und das geht die nächsten tausend jahre weiter.

da macht keiner was.

eiswand - siehe 15.14h
und so wird das mit so ziemlich allem sein.

absolut unbeherrschbar die sache?

re firmian

"Das heißt nicht, dass die Reaktorkatastsrophe keine war - aber es ist zynisch, die eigentlichen Opfer unter den Tisch fallen zu lassen, weil sie politisch nicht verwendbar sind."

Der Tsunami ist Geschichte, die Opfer werden betrauert, das Zerstörte wiederhergestellt.

Fukushima endet nie. Daher die unterschiedliche Wahrnehmung. Mit "politisch nicht verwendbar" daherzukommen ist blanker Zynismus.

Unbelehrbar

Ich glaube nicht, das Landwirtschaftliche Erzeugnisse aus dem betroffenen Gebiet essbar sind, und ich glaube auch nicht, das eine Rückkehr der Bewohner gesundheitlich unbedenklich wäre. Die Verstrahlung wird die ganze Region noch über sehr lange Zeit unbewohnbar machen. Leider haben die Verantwortlichen daraus aber keinerlei Lehren gezogen.

@Ritchie & firmian

Sie haben Recht, die Toten sind direkte Folge des Tsunami und nicht des Tepco-Unfalls.

Falls Sie jedoch ( wie ihre Beiträge zumindest mir suggerieren ) damit sagen wollen, daß Atomkraft sicher ist:

Daß die Bewohner nach über 7 Jahren nicht bzw. teilweise nur unter Lebensgefahr in ihr Zuhause zurückkehren können ist direkte Folge der Atomkraft.

Hätten dort Windenergieanlagen gestanden, so hätte es auch die Toten gegeben, allerdings ohne weitere Folgen für die Natur sowie die Überlebenden und deren Nachkommen!

@ 14:26 von firmian: Auch nur die halbe Wahrheit

Zwar ist kein Todesfall, der dirket auf die freigesetzte Strahlung zurückzuführen wäre bekannt (und das Vorgehen der japanischen Regierung wird auch dafür sorgen, daß dies so bleibt), aber man muß mit bis zu 3000 Menschen rechnen die indirekt durch die Reaktorkatastrophe ihr Leben verloren.

Das waren zunächst Krankenhauspatienten, die evakuiert werden mußten und denen es so an der nötigen medizinischen Betreuung fehlte.

Der weitaus größte Teil dabei sind Menschen die durch die Katastrophe alles verloren und aufgrund der Umstände den Lebenswillen verloren, alte und kranke Menschen starben einfach verfrüht, sehr viele begingen in ihrer Verzweiflung Selbstmord.

Hinzu kommen noch Arbeiter die tödliche Unfälle bei den Aufräum- und Dekontaminationsarbeiten erlitten.

Die Zahl der Menschen, die aufgrund der freigesetzten Strahlung an Krebs erkranken und daran sterben werden ist nur sehr schwer abzuschätzen und fast gar nicht zu beweisen, es wird sie aber trotzdem geben.

Gruß, zopf.

Zahlenwirrwarr der Messtabellen für Laien kaum lesbar

Warum in aller Welt, müssen denn Laien über dieses Thema berichten? Da könnte doch wenigstens mal jemand mit Fachkunde im Strahlenschutz gegenlesen. Ein Millisievert pro Jahr international üblich? Verstrahlte Erde? Nein, leider fehlen nicht nur die international üblichen Begriffe, sondern auch die erforderliche Neutralität der Berichterstattung ist zu vermissen.

@ 19:26 von ances

Zitat: "Zahlenwirrwarr der Messtabellen für Laien kaum lesbar

Warum in aller Welt, müssen denn Laien über dieses Thema berichten?"

Diese Aussage bezieht sich nicht auf die Berichtenden, sondern auf die Bewohner, die mit den Meßtabellen vieler einzelner Punkte in den betroffenen Gebieten und mit Meßtabellen zum Zustand der Nahrung allein gelassen werden.

Jede Gemeinde hat viele Meßpunkte, an den meisten öffentlichen Gebäuden, an öffentlichen Plätzen, Schulen, Spiel- und Sportplätzen sowie an den Ortsrändern wird gemeßen, dazu kommen noch private Meßungen.

Alle diese Meßergebnisse weichen voneinander ab, sei es aufgrund der unterschiedlich hohen Kontamination, sei es durch Fehler bei der Durchführung der Meßungen.

Dazu kommt noch die Unsicherheit, welchen Wert man als unbedenklich betrachten kann und das Bewußtsein, daß ein paar Meter neben einer unbedenklichen Meßung der nächste Hotspot liegen kann.

Menschen deren Heimat so etwas angetan wurde, tun mir Leid.

Gruß, zopf.

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