Ihre Meinung zu: Rundgang durch Fukushima: Alles unterm Deckel

10. März 2018 - 13:35 Uhr

Die unterirdische Eismauer um die Ruine ist zwar fertig, doch das Grundproblem bleibt - irgendwo hinterm Eis strahlt es in Fukushima weiter. Die Brennstäbe sind nach wie vor nicht gefunden. Von Jürgen Hanefeld.

Artikel auf tagesschau.de
Bewertung:
4.11111
Durchschnitt: 4.1 (9 votes)
Schlagwörter der Meldung:
Geo-Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

Strahlende Zukunft

Selbst wenn die Brennstäbe gefunden werden, sie strahlen weiter, bis in die Weite Zukunft. Und "sichere" Endlager gibt es auch nicht, weil es hundertprozentige Sicherheit niemals geben wird. Atomkraft war nie sicher, und unwirtschaftlich ist sie sowieso, dazu kommt das die meisten Kosten für Bau, Endlagerung der Brennstäbe, und Abbau von Schrottmeilern auf den Steuerzahler abgewälzt werden.

@13:45 von Thomas Wohlzufrieden

Die Steuerzahler von heute und morgen waren doch die Energiebezieher von gestern. Und alle hatten sich doch über die billigen Preise gefreut. Auch ich habe mich gefreut. Und nur wenige hatten sich darüber gewundert und protestiert. Ich leider auch nicht.

Atomenergie ist faktisch

Atomenergie ist faktisch nicht beherrschbar.
Atomenergie ist das Paradebeispiel dafür, dass Gewinne privatisiert und Verluste und "Entsorgungs"kosten (was für ein verharmlosender Begriff...) sozialisiert werden - sprich über Steuern, Abgaben etc. den Bürgerinnen aufgebürdet werden:
Das sind die beiden Hauptgründe, die klar gegen Atomenergie sprechen. Ich kann das gar nicht mehr "friedliche Nutzung" nennen, weil das nach dem Begriff "Entsorgung" die nächste sprachliche Gesundbeterei ist. Leider ist neben anderen Ländern auch Japan dabei, vor dieser Wahrheit wieder die Augen zu verschließen.

Was nützt denn die Eismauer

wenn die Brennstäbe noch nicht gefunden worden sind,wird das zurückfliessende Wasser davon aufgehalten und abgepumpt ?
Oder ist das nur so eine Beruhigung Maßnahme für die Menschen dort.

normales Wasser mit Tritium?

" In normalem Wasser findet man 60.000 Becquerel Tritium pro Liter." Das ist eine fehlerhafte Vorstellung von normalem Wasser. Tritium kommt natürlich auf der Erde nicht vor. Deswegen enthält "normales" Wasser überhaupt kein Tritium. Falls doch, stammt es aus der Kerntechnik.

Gruselig

Dass man noch nicht mal weiß, wo sich die Brennstäbe befinden. Wieviele Sarkophage a la Chernobil oder Eismauern a la Fukushima will man denn noch für tausende Jahre ansammeln, bevor man sich von diesem Wahnsinn verabschiedet?

Die Kosten für die Aufräumarbeiten, müssten eigentlich

auf den Strompreis in Japan aufgeschlagen werden. So ähnlich wie es bei uns der Kohlepfennig war.
Ich weiß nicht wieviel das ausmachen würde, aber es wäre für die japanischen Stromkunden sicher ein interessanter Posten auf der Stromrechnung, der zum Nachdenken anregt.

@ 14:59 von lolli32

...........:"Tritium (von altgriechisch τρίτος trítos ‚der Dritte‘) ist ein in der Natur in Spuren vorkommendes Isotop des Wasserstoffs.".......
.........:"Becquerel [bɛkə'rɛl], abgekürzt Bq, ist die SI-Einheit der Radioaktivität."
Was willen Sie uns mit Ihrem Post sagen?

@ 14:59 von lolli32

Becquerel, abgekürzt Bq, ist die SI-Einheit der Aktivität einer Menge einer radioaktiven Substanz. Die Aktivität gibt die mittlere Anzahl der Atomkerne an, die pro Sekunde radioaktiv zerfallen: 1 Bq = 1 s−1 (lt. Wiki). Deshalb ist die Angabe 60.000 Bq Tritium pro Liter völliger Blödsinn. @ lolli32 - Selbstverständlich kommt Tritium auf der Erde natürlich vor, allerdings nur in sehr geringen Mengen. Es entsteht durch Höhenstrahlung in der Athmosphäre/Stratosphäre.

Radioaktivität, nicht Hitze.

Aus dem Artikel:
Nur, dass die Temperaturen noch immer so hoch sind, dass selbst Spezialkameras nach wenigen Einsätzen kaputt sind.
Tatsächlich sind die Temperaturen überhaupt kein Problem, was die Kameras kaputt macht, ist die Radioaktivität.

Auch die Zahlen zur Tritiumaktivität erscheinen mir viel zu hoch. Laut anderem Quellen liegt die normale Tritiumaktivität pro Liter Trinkwasser im Bereich von unter einem bis wenige Bequerel. 60kBq/l (bzw. kg) wäre die doppelte Aktivität von natürlichem Kalium, welches einen wesentlichen Faktor für die natürliche Strahlenbelastung darstellt.

Einseitig und falsch!

Es gibt keine Energieversorgung ohne Risiken und Nebenwirkungen.
Warum denn immer wieder diese unsäglichen "Beschreibungen".
Immer wieder, Deutschland hat den Aussteig beschlossen, mit Neckarwestheim wird bald das letzte AKW abgeschaltet.
Ob die AKWs in unserer Nachbarschaft, Frankreich,Schweiz, Tschechien, Belgien... sicherer sind möchte ich bezweifeln.
Immerhin haben die AKWs klimafreundlichen Strom geliefert.

Jede Energiegewinnung hat ihre Probleme.
Auch der Solarstrom ist dabei, denn Cadmium ist giftig, es kann sich allmählich im Körper anreichern und eine chronische Vergiftung hervorrufen.

Millionen von Solarzellen enthalten Cadmium. Entsorgung ungelöst!

z.B.
Blei und Cadmium sowie ihre Verbindungen Cadmium-Sulfid und Cadmium-Tellurid sind nach der europäischen Direktive über gefährliche Substanzen als giftig oder gesundheitsschädlich klassifiziert“

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/
entsorgung-die-schmutzigen-seiten-der-solarenergie-1579062.html

@14:59 von lolli32

Tritium kommt natürlich auf der Erde nicht vor. Deswegen enthält "normales" Wasser überhaupt kein Tritium.

Das ist falsch. Normales Wasser enthält geringe Mengen an Tritium. Selbiges bildet sich in der oberen Atmosphäre, kommt also natürlich vor. Allerdings wären 60kBq/l extrem.

Die Lüge!

Die Atomkraft, die Stromerzeugung ist nicht beherrschbar. Warum dann? Der Profit ist das Ziel. Alles Andere muss sich unterordnen. Japan lügt wie einst die Ukraine.

"Japan hält an der Atomkraft unverdrossen fest"

.. und das ist richtig und gut so.

Japan ist nicht Deutschland, wo Zukunftsangst, Unverstand, Desinformation und Technophobie den Marsch in die energietechnische Antike mit vorgestrigen Energiequellen, die aphysikalisch mit "erneuerbar" betitelt werden, bereiteten.

J bleibt bei Kernkraft, genauso, wie die anderen beiden Nationen, wo es zuvor Kernschmelzen gab (USA, UA).

Während Deutschen immer noch erzählt wird, dass Tschernobyl und Fukushima "Tausende von Toten" nach sich zögen, startet weltweit die Kerntechnik durch.
Alleine im mittleren Osten steht eine Vervierfachung an. China baut alles, was in D verboten ist.

Kerntechnik ist eine Leuchtturmtechnologie die, GRÜN-Linke hier, genauso wie die Biotechnologie, abschossen.

Viele Tote gab es in Fukushima aufgrund von Elektrizitätswerken leider auch.
In den Bergen dahinter brach ein Damm eines Wasserkraftwerkes. 300 Menschen ertranken.
Nur ein Fakt, der vielen, die kaum jemand in D kennt.

obwohl der bericht versucht beschwichtigend sachlich

daherkommt;
horror.
man muss ihn einfach zweimal-dreimal-viermal lesen,
dann müßte auch dem dümmsten klar werden,dass das ein horror-bericht ist.
über eine horror situation.
einfach nachdenken über die themenkomplexe und die logischen folgen.

da ist überhaupt nix im griff.
die stündlich "neu" entstehende vergiftung hat allein für sich katastrophale ausmaße.

"das" alles muss ja irgendwo hin,verbreitet sich, diffundiert,muß irgendwann irgendwie "entsorgt" werden - was ja gar nicht geht in des wortes sinn.

und der zeitfaktor ist der nächste horror.
eiswand?
haha-was da eine energie verbraucht wird.
was da alles abfließt- so und anders- in das grundwasser und in die bucht..

man kann zb. anhand von bekannten meereströmungen die auswirkungen mittlerweile bis kanada messen.

kaufen deswegen derzeit-artikel gestern in den öffentlich -rechtlichen- soviele superreiche anwesen auf neuseeland?

schliesslich,- die ausbreitung erreicht die südliche halbkugel und dort bestimmte regionen zuletzt.

@Schiebär45

Bei der "Eismauer" ging es ursprünglich darum, das Einströmen von Grundwasser in die Untergeschosse der Reaktorbauten zu verhindern.
Das unkontrolliert einströmende Wasser wurde nach Kontakt mit dem was da so rumliegt und schwimmt kontaminiert und musste zusätzlich zum Kühlwasser gelagert/gereinigt werden. Da die Menge recht beträchtlich war, wollte man den Zufluss von Grundwasser stoppen. Eigentlich war im zweiten Schritt das Einziehen einer Spundwand geplant, um selbigen Zweck zu erfüllen. Ich habe aber keine aktuellen Informationen, wie weit dieser Schritt ist.

(Quelle: Yomiuri Shinbun, jap. Tageszeitung, Stand 2016)

um 15:23 von GeMe

So viel ich weiss, ist eine Mehrheit der japanischen Bevölkerung nunmehr gegen AKW's. Die Regierung aber nicht, ganz im Gegenteil. Man darf vermuten, dass da auch noch ein paar Leute von der japanischen Atombombe träumen.
Tragisch ist, dass es offenbar nicht möglich ist, eine Alternative zur Dauerregierungspartei LPD aufzubauen.

@andererseits

"Atomenergie ist das Paradebeispiel dafür, dass Gewinne privatisiert und Verluste und "Entsorgungs"kosten (was für ein verharmlosender Begriff...) sozialisiert werden - sprich über Steuern, Abgaben etc. den Bürgerinnen aufgebürdet werden"

Wie schon jemand anders weiter oben sagte: Nutzniesser waren alle Bürgerinnen (auch die männlichen).

Ansonsten ist das Unsinn: als die AKW gebaut wurden waren das alles staatliche Vorhaben. Privatisiert wurde erst nach einer ganzen Weile. Die AKW hat der Staat zu verantworten, also ist es auch gerecht wenn er für die Entsorgung aufkommt. Und die zwischenzeitlichen Gewinne haben die Unternehmen ordnungsgemäß versteuert...

Natürliches Tritium

"... wodurch sich in der Biosphäre ständig ca. 3,5 kg Tritium aus natürlicher Produktion befinden zu 99 % in oberflächennahen Schichten der Ozeane" (Wikipedia). 3,5 Kg Tritium verteilt in allen Gewässer der Erde sind
0,0000... Bq/l Wasser, und nicht 60000 wie in dem Artikel behauptet. Der Äußerung impliziert, dass Tepco Wasser mit 60000 Bq/l wohl als unbedenklich erklärt und in die Umwelt abgibt. Der Deutsche Grenzwert für die uneingeschränkte Freigabe für Tritium ist 1000000 Bq/l. Es ist aber nicht in Ordnung, Wasser mit 60000 Bq/g als "normal" zu benennen, auch wenn es nach dem Gesetz als unbedenklicht gilt, weil es trotzdem mit künstlicher Radioaktivität kontaminiert ist.

System der Beschönigung

Radioaktivität kann man leicht beschönigen und verharmlosen, denn man kann sie nicht riechen, nicht schmecken, nicht sehen. Die Art, wie das gerade in Japan passiert, macht uns sprachlos.

@DLGPDMKR

"Während Deutschen immer noch erzählt wird, dass Tschernobyl und Fukushima "Tausende von Toten" nach sich zögen, startet weltweit die Kerntechnik durch.
Alleine im mittleren Osten steht eine Vervierfachung an. China baut alles, was in D verboten ist."

Wenn man alle Kosten seriös rechnet ist die Kernenergie Unsinn.

D braucht sie schlichtweg nicht. Ich lebe lieber mit dem Gedanken, dass mir ein Windrad auf den Kopf fällt als dass ein Meiler hochgeht. Und der nächste Unfall kommt. Die Frage ist nur wann.

15:23 von GeMe

«Die Kosten für die Aufräumarbeiten, müssten eigentlich auf den Strompreis in Japan aufgeschlagen werden. So ähnlich wie es bei uns der Kohlepfennig war.»

Das wird in Japan nicht geschehen.
Oder wenn doch, dann nur in sehr geringem Umfang.

Eines der ganz großen Mysterien des japan. Staates und der Gesellschaft ist die schon fast "mafiös" zu nennende Verquickung der Politik mit dem staatlichen Atomenergie-Konzern TEPCO.

In Japan nennt man diese Kumpanei "Das Atomdorf".

Die Verbandelung geht so weit, dass Demonstranten gegen bestehende AKW (und deren Wieder-Inbetriebnahme nach dem Reaktorunglück von Fukushima) in einer Art Repressalien und Gefährdungen ausgesetzt sind (auch durch staatliche Polizeikräfte, mehr noch durch TEPCO-Wachpersonal), wie man es sich mit einem europäischen Staats- und Demokratieverständnis kaum vorstellen kann.

Der "zum Fukushima-Zeitpunkt" amtierende Ministerpräsident wollte das einschränken. Er spielt in der heutigen Politik in Japan keine Rolle mehr …

um 15:39 von gman

Der Risiko-Vergleich zwischen Photovoltaik und Atomkraftwerken ist unsinnig. Wie Fukushima zeigt, zeitigen ernste Unfälle bei einem AKW virtuell Ewigkeitsfolgen, ganze Gegenden verlieren auf lange Zeit ihren Status als sicherer Lebensraum. Dazu kommt, dass schon die Förderung von Uran eine Riesenschweinerei ist, übrigens alles andere als CO2-neutral. Aber das wird von den AKW-Befürwortern stets ausgeblendet. Auch der Abbau eines intakten Werkes ist extrem aufwendig, so dass sich das Ganze insgesamt nur rechnet, wenn die Allgemeinheit kräftig via Subventionen zubuttert. Wer heute noch ein AKW baut, tut es, weil er Interesse an der militärischen Nutzung hat, wirtschaftlich ist es völlig widersinnig. Und ja, auch Photovoltaik ist nicht problemlos, Brandgefahr, Entsorgungsprobleme, aber das sind vergleichsweise Peanuts. Das Beste wäre aber natürlich schon, den Energieverbrauch so niedrig zu halten wie möglich.

Eismauer

Nicht beschrieben ist, wie viele hunderte Jahre so eine Eismauer unterhalten werden muss. Die Japaner betreiben damit eine Vogel-Strauss-Politik. Vielleicht brauchen sie ein neues Kernkraftwerk um die Eismauer zu unterhalten.

Dabei hätten sie jetzt genügend unbrauchbares Land für Solarstromgewinnung. Oder ist überall verseuchte Erde und verseuchtes Wasser gelagert?

@16:16 von Skywalker

Wenn man alle Kosten seriös rechnet ist die Kernenergie Unsinn.

Ein Irrglaube. In den VAE bauen Südkoreaner gerade 4 PWRs zu je 4.5 Mrd USD. Grundlastfähig wie jedes KKW.

Das werden die Plastikflügelchen am Stahlmast nie leisten. Ohne Thermische Kraftwerke wird es niemals gehen. Es sei denn man sehnt sich nach zivilisatorischem Rückschritt.

Ich stimme zu, dass 100%ige Sicherheit unmöglich ist. Kernschmelzen a la Fukushima sind aber nur bei konventionellen KKW möglich.
Alleine die pure Kleine der SMR reduziert die Wahrscheinlicheit einer Schmelze um Zehnerpotenzen. Ob es überhaupt eine Auswirkung nach außen gibt ist "umstritten".

Der Zug ist nicht aufzuhalten. Deutschland, einst führend, verkommt zu einem technologischen Entwicklungsland.

um 14:27 von Bayuware

Die Steuerzahler von heute und morgen waren doch die Energiebezieher von gestern. Und alle hatten sich doch über die billigen Preise gefreut.
//
Re da irren sie sich ,schon damals war bekannt,dass A-Strom nur wegen der Zuschüsse von den Steuerzahler so billig ist.Das wusste auch Merkel bei der Verlängerung ,es war aber ihr damals wichtiger die Lobby und Börse zu versorgen. Nach ihrer Abschaltung wegen Wahlen und Stimmenangst wusste sie auch ,dass der Steuerzahler dann haften muss.Still und heimlich werden die Kosten vertuscht .Als normaler Angestellter in so einem Fall würde schon der Staatsanwalt reinhauen. Sagen sie bitte nicht mehr der Strom war billig .Es war allen bekannt wo ein klein wenig Intresse hatten .

Strich drunter.

Das Gute ist ja: Japan ist ein Inselreich.

Da können die Leute, wenn ihnen die Sache endgültig zum Hals heraus hängt, leichter abhauen.

So in 300 bis 400 Jahren...

16:24 von gamundio

«Dabei hätten sie jetzt genügend unbrauchbares Land für Solarstromgewinnung. Oder ist überall verseuchte Erde und verseuchtes Wasser gelagert?»

So einfach ist es mit der Energieerzeugung in Japan einerseits nicht.

Ein Land von einer Größe, die geringfügig über der von Deutschland liegt.
Mit ≈ 125 Mio. Einwohnern, die sich wegen der extremen Topografie auf ca. 25% der Landesfläche zusammendrängen müssen.

Die restlichen ca. 75% sind kaum besiedelbar.
Schroffe Berge, 110 aktive Vulkane, permanente Erbebengefahr, sehr häufig heftige Taifune. Ein Land der geografischen und klimatischen Extreme mit sehr wenig eigenen Bodenschätzen.

Andererseits ist die Energieversorgung nicht zusammengebrochen, als nach Fukushima alle AKW landesweit abgeschaltet wurden, und es für längere Zeit auch blieben. Sehr mysteriös!

Ich habe (beruflich bedingt) mehrere Monate in Japan gelebt.
Dieses Land ist ein einziges Mysterium.
Faszinierend schön in manchen Aspekten, zutiefst verstörend in anderen …

Alles unterm Deckel ...

Man hätte auch sagen können, alles unterm Teppich oder eben "fein bemäntelt". Hauptsache die Illusion der ordentlichen und kontrollierten Welt lebt weiter.

Die atomare Bedrohung, sie keiner wahrhaben will

Der Macht des Atoms können nicht mal Roboter trotzen, entweder aufgrund der Strahlung oder wegen Temperaturen. Die ELektronik versagt ebenso wie sonst was. Die "Human-Liquidatoren" aller Generationen halten sogar noch mehr aus als die Technik. Schaut man sich an, wie das Atom Menschenleben bedroht und verschlingt, ... kann man sich nur noch fassungslos an die Stirn klatschen, dass immer noch global neue AKWS entstehen.

Pharao-Problem

Das eigentliche Problem sind nicht die relativ wenigen direkten und indirekten Opfer, die durch Atomunfälle verursacht wurden. Opfer fordert jede Energietechnologie. Das eigentliche Problem ist der Atommüll, der für viele Hunderttausend Jahre sicher aufbewahrt werden müsste. Eine Zeitperiode, die weit länger ist , als die Geschichte der Steinzeitmenschen. Das ist schlicht unvorstellbar, wenn man bedenkt, dass selbst die Pharaonengräber nach wenigen Generationen ausgeraubt wurden, weil deren Nachkommen nicht in der Lage waren, diese zu schützen.

Zu 16:18 von pnyx "kein Vergleich!"

Der Risiko-Vergleich zwischen Photovoltaik und Atomkraftwerken ist unsinnig.

Ich habe nichts verglichen, sondern darauf hingewiesen, dass es keine Energie gibt, die ohne Risiken und Nebenwirkungen ist.

.. auch hier nicht verharmlosen. Wie baut sich denn Cadmium ab? Die Entsorgung der Brennstäbe erfolgt immerhin unter staatlicher Kontrolle. Wie ist das bei den Solarmodulen. Gibt es denn da ein Konzept oder Regelungen?
Die ersten Entsorgungen sind fällig. Wer organisiert, wer führt durch, wer bezahlt.

Gefördert wurde weit mehr als sonstwo. Zwanzig Milliarden € werden jährlich alleine mit der EEG-Umlage von den Verbrauchern für die unwirtschaftliche Erzeugung und den Profit bezahlt.

Warum haben wir seit Jahren höchste und ständig steigende Strompreise?! Wenn man die Emissionen ansieht, ist trotz der dreistelliger Milliarden nichts gewonnen für Klima und Umwelt. Das ist so keine Alternative.
Richtig ist:
Die umweltfreundlichste Energie ist die, die wir nicht verbrauchen!

@YokoOno

Danke für die Info! Nun verstehe ich es besser.

@ 16:10 Skywalker

Tja - so gehören manche Kommentare auch zur "Gesundbeterei": Sie wollen also allen Ernstes die Tatsache, dass "Unternehmen die Gewinne ordnungsgemäß versteuert haben" als Ausrede dafür gelten lassen, dass - auch für Sie nachprüfbar - die Gewinne natürlich privatisiert wurden und werden und die Allgmeinheit die in zig Milliarden gehende Kosten der noch völlig ungeklärten Endlagerungsfrage zu tragen hat. Was bewegt Sie dazu? Und zudem bleibt die Tatsache, dass diese Form der Energiegewinnung nicht beherrschbar ist: Schauen Sie einfach mal nach Tschernobyl und Fukushima und vor allem auf die Menschen, die dort leb(t)en.

Steinzeittechnik

Die Atomernergie ist von vorgestern aus den vierziger/fünfziger Jahren, wo man sie noch als Universalheilmittel für alles betrachtete, man wollte sogar PKW's mit Atomantrieb bauen, und man dachte, gegen die Strahlung könnte man sich zuverlässig schützen, in dem man sich mit einer Zeitung zudeckt. Heute wissen wir es besser, Atomkraft stammt aus der Steinzeit der Energieforschung und ist nicht beherrschbar. Und es liegt in den Händen der jeweiligen Völker und Wähler, ob sie den nächsten Generationen eine saubere Welt hinterlassen wollen oder eine, in der sich strahlender Atommüll stapelt.

@zöpfchen, 16:48

Ich stimme Ihnen da absolut zu. Um den Atommüll dauerhaft zu sichern, sind Zeiträume zu bedenken, die unsere Gesellschaftsformen bis heute noch nicht alt sind. Niemand kann sagen, dass das gelingen wird.

Insofern ist es auch abstrus, Kritikern dieser Technologie Technikfeindlichkeit vorzuwerfen. Es ist eher Skepsis gegenüber Menschen, nicht zu Unrecht, wenn man auf die Geschichte schaut, wie oft Menschen unvernünftig und auf Kosten anderer gehandelt haben.
Wer noch immer auf Atomkraft setzt, verschließt vielmehr die Augen vor den Problemen, den Risiken und Gefahren sowie dem menschlichen Leid, dass da noch entstehen wird, wenn die Menschheit nicht immenses Glück hat.

@andererseits - Ich pflichte Ihnen zu 100% bei und...

...möchte versuchen einen Grund zu präsentieren
warum das so ist.

Die Menschen die dafür verantwortlich sind
Atomenergie zu genehmigen leben eben nicht lange genug um den Schaden den sie damit anrichten noch zu erleben.

Alleine wenn man sich die Halbwertzeiten ansieht und die mittlere Lebenserwartung eines Menschen dagegen setzt sollte es doch eigentlich bei vernüftigen Menschen "klick"
machen.
Aber Fehlanzeige.

Eins ist aber sicher, die Rechnung wird kommen.
Es ist nur eine Frage der Zeit.

Trotz der großen Risiken

halten immer noch viele Länder auf unserer Erde an Atomkraftwerke fest.Indien plan z.Zt. das größte A-Werk zu bauen mit Hilfe franzöischer Technologie.

17:04 von Thomas Wohlzufrieden

«Atomkraft stammt aus der Steinzeit der Energieforschung und ist nicht beherrschbar. Und es liegt in den Händen der jeweiligen Völker und Wähler, ob sie den nächsten Generationen eine saubere Welt hinterlassen wollen oder eine, in der sich strahlender Atommüll stapelt.»

Ja und nein.

Ja dazu, dass Kernenergie eine Hochrisiko-Technologie ist, die bei Versagen katastrophale Schäden für viele Generationen hervorbringen kann.

Ja dazu, dass die wahren Kosten (Uran-Gewinnung, Zwischen- und Endlagerung der verbrauchten Brennstäbe) niemals irgendwo in realistischer Weise in die Strompreise einbezogen wurden. Wäre es so gewesen, hätten wir in Deutschland schon in den 1970/80-er Jahren wohl höhere Strompreise bezahlen müssen, als wir das heute tun.

Nein dazu, als dass die Japaner in irgendeiner Art und Weise durch Wahlen die Energiepolitik des Landes mitbestimmen könnten.

Es gibt dort keine politisch bedeutsamen Parteien, die gegen die Kernkraft wären. Dort herrscht "Das Atomdorf" …

um 17:24 von schabernack

Danke für Ihre Antwort. Sie schreiben: "Es gibt dort (Japan) keine politisch bedeutsamen Parteien, die gegen die Kernkraft wären. Dort herrscht "Das Atomdorf" …Zitat Ende. Jetzt frage ich Sie: Wer hindert die Japaner daran, eine entsprechende Partei zu gründen? Offensichtlich ist es doch eher so, das hierfür nicht genügend Interesse in der japanischen Bevölkerung vorliegt, jedenfalls nach meiner Einschätzung. Gruß.

Das sind keine Stäbe mehr in ihrer urspruenglichen Form

Zum Punkt Brennstäbe:

http://www.tagesschau.de/ausland/fukushima-ruine-101.html

Aber auch nach sieben Jahren weiß Tepco noch nicht, wo sich die geschmolzenen Stäbe eigentlich befinden. Hirose windet sich, bevor er diese Tatsache bestätigt. An einem Punkt, wo das Dosimeter nur 100 Mikrosievert pro Stunde beträgt, sagt er entnervt: "Wir glauben, dass sich in den Reaktorblöcken 1 und 3 das meiste Material geschmolzen am Boden des Ausgleichsbehälters gesammelt hat. Aber wir wissen es nicht. Für Block 2 könnte es sein, dass ein Teil noch oben im Druckbehälter steckt."

Diese Brennstäbe in ihrer bisherigen Form in den geborstenen Reaktordruckbehältern gibt es nicht mehr. Wonach man suchen muss, ist eine glutfluessige Masse hochradioaktiver Lava die sich entweder im Containment befindet (wenn es die Containments ueberhaupt noch gibt) oder aber sich bereits durch den Boden des Kraftwerks geschmolzen hat und auf dem Weg ins Grundwasser ist!

So viel zur Wahrheit.

um 16:56 von gman

Die Regulierung von Entsorgung / Rezyklierung von Solarmodulen muss an die Hand genommen werden, das stimmt sicher. Das sollte bei entsprechendem politischem Willen aber kein Problem sein.
Sie erwähnen 20 Mia. Subvention. Ohne das näher anzuschauen, kann man sagen, dass die Subvention für Atomstrom um ein Mehrfaches höher lag und, wie die Dinge jetzt politisch geregelt sind, noch lang nicht beendet ist, auch weit übers Ende der Stromproduktion hinaus.
Die steigenden Strompreise haben u. a. damit zu tun, dass die Industrie von der EEG weitgehend ausgenommen ist. Und die Emissionen sind nicht auf dem wünschbaren Niveau hauptsächlich wegen der Kohle.

Natürliches Tritium

@lolli32 14:59
"Tritium kommt natürlich auf der Erde nicht vor. Deswegen enthält "normales" Wasser überhaupt kein Tritium. Falls doch, stammt es aus der Kerntechnik."
Ein wenig Recherche brachte mich zur Erkenntnis, dass Tritium auf natürliche Weise in der Stratosphäre entsteht, und eine Halbwertszeit von ca 12 Jahren hat. Aber 60.000 Bq pro Liter Wasser kommt mir sehr hoch vor und muss wohl ein Irrtum sein. Ich fand nämlich auch, dass Kalium Hauptquelle natürlicher Radioaktivität in Organismen ist, und der Mensch dadurch im Schnitt etwa 4000 Bq hat. Bei einem Wasseranteil von 70%-80% kann das mit den 60.000 Bq nicht stimmen.

Meine Gedanken

sind bei den vielen Männern, die sich um ihre & unsere verstrahlte Gegenwart kümmern. Eine Zukunft gibt es für diese nämlich nicht mehr, weil sie sich täglich dem Tode aussetzen!

Ich hoffe inständig, dass Tepco diese hoch anerkennenswerten Arbeiter (& ihre Familien) auch überdimensional entlohnt hierafür!

Denn sonst ist nichts 'unterm Deckel' - außer dass die Lügereien über die Sicherheit der AKW-Nutzung weiterhin irgendwie beschönigt, reingewaschen wird. Demnächst nämlich woanders auf der Welt!

Thermokraftwerke

@16:34 von DLGPDMKR
"Ohne Thermische Kraftwerke wird es niemals gehen."
Das glaube ich zwar nicht. Aber wenn es schon thermische Kraftwerke sein müssen, dann bitte Fusionskraftwerke. Leider wird in diese Forschung lächerlich wenig Geld gesteckt, verglichen mit Ausgaben, die der Menschheit nicht nützen, sondern schaden.

Zu 18:27 von pnyx -"Genau ansehen"-

Am 10. März 2018 um
um 16:56 von gman
---Sie erwähnen 20 Mia. Subvention. Ohne das näher anzuschauen, kann man sagen, dass die Subvention für Atomstrom um ein Mehrfaches höher lag und, wie die Dinge jetzt politisch geregelt sind, noch lang nicht beendet ist, auch weit übers Ende der Stromproduktion hinaus.

@pnyx, sorry, aber so geht das nicht.
Sie sollten sich das wirklich genauer anschauen.
20 Mrd.€ jährlich beträgt alleine die Umverteilung mit der EEG-Umlage, quasi von Arm nach Reich. Die Mieterfamilie in der Stadt zahlt quasi die unwirtschaftliche Erzeugung und den Profit des Grundbesitzers. Die EEG-Umlage ist es nicht alleine. Die Netzkosten, der Ausbau wird ebenfalls den einfachen Stromverbrauchern überlassen. Die Solarbesitzer verabschieden sich in den Eigenverbrauch. Klima-, Umwelt und Energiewende sind allgemeine Aufgaben, die nicht den einfachen Stromkunden belasten dürfen.

Jedenfalls bis jetzt sprengt die Förderung der EE in D jeden Vergleich weltweit.

18:10 von Demokratieschue...

"" Diese Brennstäbe in ihrer bisherigen Form in den geborstenen Reaktordruckbehältern gibt es nicht mehr. Wonach man suchen muss, ist eine glutfluessige Masse hochradioaktiver Lava die sich entweder im Containment befindet (wenn es die Containments ueberhaupt noch gibt) oder aber sich bereits durch den Boden des Kraftwerks geschmolzen hat und auf dem Weg ins Grundwasser ist!""
#
Dann dürfte diese glutflüssige Masse ja doch das Grundwasser verstrahlen. Eine mir sehr schauerliche Vorstellung und das dann auf Jahrzehnte.

Ein paar Fakten

Effektive Gesamtdosis durch den Reaktorunfall Fukushima außerhalb Japans: <0,001mSv/a.

In Deutschland wohl noch deutlich geringer.

Rauchen einer Zigarette: 1,2µSv=0,0012mSv.

Der Konsum einer einzigen Zigarette ist also um Welten gefährlicher als alles, was wir von Fukushima abbekommen, weil ja nicht nur die Radioaktivität das gefährliche am Rauchen ist.

Passiv-Rauchen will ich jetzt gar nicht thematisieren.

17:49 von Thomas Wohlzufrieden

«Wer hindert die Japaner daran, eine entsprechende Partei zu gründen? Offensichtlich ist es doch eher so, das hierfür nicht genügend Interesse in der japanischen Bevölkerung vorliegt, jedenfalls nach meiner Einschätzung.»

Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten.

1. ist es nicht gerade ein herausragendes Merkmal der japanischen Kultur, Kritk zu üben. Schon gar nicht laut in der Öffentlichkeit, schon gar nicht gegen die Regierung.

2. regiert in Japan seit dem 2. Weltkrieg so gut wie ununterbrochen die LDP des jetzigen Ministerpräsidenten Shinzo Abe (momentan mit einer 2/3 Mehrheit). Die LDP ist die Partei der Kernenergiebefürworter und bildet zusammen mit TEPCO und (Teilen) der öffentlichen Verwaltung "Das Atomdorf".
Nicht ganz einfach zu erklären, was das ist.
"http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-77855784.html" bietet einen ersten Ansatz.

3. gibt es in Japan eine grüne Partei. Das Parteien- und "Demokratiesystem" des Landes ist "ganz anders" als von Europa gewöhnt …

@19:47 von strawberryfields

"Der Konsum einer einzigen Zigarette ist also um Welten gefährlicher als alles, was wir von Fukushima abbekommen"
Das ist WhatAboutIsm in bester Qualität. Preisverdächtig, meine Stimme hätten Sie!

In "normalen" Wasser?

"In normalem Wasser dürfen sich laut Vorgaben höchstens 60.000 Becquerel Tritium pro Liter befinden."

Das wäre mal was für den Faktenfinder. Die 60.000 Becquerel sind der zulässige Grenzwert für Atomkraftwerkseinleitungen, und nicht "normales" Wasser. Das ist eine totale Verharmlosung. Ja, Kraftwerke verklappen auch im normalen Betrieb Tritium, und schon das ist fragwürdig. Aber die Menge Tritium, die aktuell in Fukushima gespeichert ist, entspricht in etwa der Emmision von sämtlichen US-Atomkraftwerken über 1000 Jahre. Wie unangemessen, dass sich die Fischer da Sorgen machen.

"mehr als eine Million Liter verstrahltes Wasser"

"850 monströse Stahltanks auf dem Gelände, die mehr als eine Million Liter verstrahltes Wasser enthalten"

Noch so eine fragwürdige Formulierung. Formal ist dieser Satz wahr, allerdings enthällt jeder der Tanks eine Million Liter verstrahltes Wasser. Da fehlt dringend ein "jeweils". Ansonsten könnte man denken, das gillt für alle Tanks zusammen.

Komplett verstrahlt

Ist ja eine ganz tolle Nummer, diese Eiswand.
Nur leider ist wahrscheinlich bereits das gesamte Grundwasser der Insel komplett verstrahlt. Ein japanischer Professor, welcher vom Fach ist, hat bereits vor Jahren das Problem thematisiert (und wurde sehr schnell mundtot gemacht). Er hat damals festgestellt, daß auch Tokio bereits vollkommen verstrahlt ist. Das liegt seiner Aussage nach an der Wasserproblematik. Da eine Eismauer nach sieben Jahren auch nichts mehr.
Ich werde Japan für meinen Teil sicherlich in meinem Leben nicht mehr besuchen - ist mir viel zu riskant. Eigentlich hätte die ganze Insel längst komplett evakuiert werden müssen - und das wahrscheinlich für immer.

Darstellung: