Ihre Meinung zu: Flugzeugabsturz in Russland: Hinweis auf Instrumentenfehler

13. Februar 2018 - 16:30 Uhr

Fehlerhafte Instrumente könnten den Absturz eines russischen Flugzeuges mit 71 Todesopfern verursacht haben. Das ergab eine vorläufige Analyse der Flugschreiber. Weitere Ergebnisse stehen noch aus.

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Kommentare

So viel zum Thema Terrorismus

Einige hier meinten sofort auf die Terrorismus Schiene zu gehen und ihre Islamfeindlichkeit zu frönen. Diese vorläufige Analyse zeigt etwas ganz anderes und verdeutlicht, dass die Kritik an der Sicherheit in russischen Flugezeugen berechtigt ist.

Also wenn man dem AVHerald

glauben darf, dann haben die Piloten die Pitotsondenheizung* nicht eingeschaltet. Trotz tief hängender Wolkendecke.
Anders als die Piloten die 15 Flüge vorher geflogen sind.
Natürlich spielen dann die Instrumente verrückt, aber das Problem war erst Mal menschliches Versagen.
Und nicht ein anderes Flugzeug oder mangelnde Wartung, wie manche Kommentatoren hier vorher prophezeit hatten.
Hoffentlich entschuldigen sich diese für ihre durch nichts gedeckten und absolut falschen Mutmaßungen.

*Für nicht Flugerfahrene: zur Geschwindigkeitsmessung gibt es mehrere (Redundanz!) kleine Röhrchen, die im Wind stehen. An Hand des gemessenen Drucks kennt man dann die Geschwindigkeit (grob erklärt).
Diese Röhrchen sollten logischerweise nicht vereisen, deswegen gibt es dort eine Heizung für.

Das kann doch nicht sein...

selbst wenn die Geschwindigkeitssensoren vereist gewesen sein sollten (damaliger AirFrance Absturz vor Brasilien) - so kurz nach dem Start geht doch jede Maschine zunächst mit Vollschub auf Reiseflughöhe und GPS gibt es ja auch noch (oder haben die das etwa dort nicht???)
Außerdem - meine gelesen zu haben, lt. Augenzeugen sei das Flugzeug brennend abestürzt...

Ein GPS-System, dass die Geschwindigkeit anzeigt...

...kostet weniger als 100 Euro. Das ist schwer zu verstehen... Michael Streibel

Menschliches Versagen

Sollten die Pitotsonden vereist gewesen sein, so handelt es sich um einen Bedienunggsfehler, da deren Heizung nicht eingeschaltet wurde. Es hat also nichts mit dem Flugzeugtyp Ukrainischer Bauart zu tun. Antonow Flugzeuge gelten als sehr zuverlässig. Abstürze auf Grund falscher Geschwindigkeitsanzeigen durch vereiste Pitotsonden hat es darüber hinaus auch mit Flugzeugen westlicher Bauart schon gegeben.

Menschliches Versagen?

Das ist möglich.
Wer Russland kennt, weiß auch, dass manche Sicherheitsvorschriften relativ lax gehandhabt werden. In Russland sagt man gerne: Es wird schon gut gehen.

Pitotrohr-Heizung schaltet sich doch automatisch ein!

Das kann nicht der alleinige Grund sein. Die Pitotrohr-Heizung schaltet sich doch von alleine ein, oder nicht? Wenn es nicht so wäre, würde bei jedem Flug, auch im Sommer, das Leben von der Vergesslichkeit des Piloten abhängen.

@ 18:39 von MichaStr

... Und das System funktioniert auch innerhalb eines Faradayschen Käfigs und ist für Flugzeuge zugelassen?

Fachleute

Es ist schon sehr interessant die Kommentare zu verfolgen. Hier gibt es scheinbar viele ungeduldige Fachleute und auch einige selbsternannte Experten zum Thema Fluiddynamik, die uns voller Hingabe die Funktion der Geschwindigkeitsmessung erklären. Was hilft das bitte jetzt noch den Opfern des Unglücks ?
Wartet doch bitte die Untersuchungen ab und bildet euch dann ein Urteil.

18:39 von MichaStr

...Ein GPS-System, dass die Geschwindigkeit anzeigt...kostet weniger als 100 Euro. Das ist schwer zu verstehen....

GPS zeigt mir nur die Geschwindigkeit über Grund an. Ist bei einem Flugzeug nicht umbedingt von Vorteil. Z.B. Windgeschwindigkeit von hinten = 60 km/h.
Startgeschwindigkeit dann 270km/h + 60 km/h. Ist nicht das beste Beispiel, aberes verdeutlicht warum man die Geschwindigkeit des Fliegers im Medium Luft braucht.

@ 18:39 von MichaStr

<< Ein GPS-System, dass die Geschwindigkeit anzeigt......kostet weniger als 100 Euro. Das ist schwer zu verstehen.. >>
///
Ein GPS zeigt die Geschwindigkeit über dem Boden an. Für die Piloten ist aber die Geschwindigkeit durch die Luft viel wichtiger.

nicht wirklich schwer zu verstehen.

@18:39 von MichaStr

Ein GPS-System, dass die Geschwindigkeit anzeigt <,> kostet weniger als 100 Euro. Das ist schwer zu verstehen...

Ein GPS, das ihnen die Geschwindigkeit relativ zum Boden anzeigt (was ein GPS macht), ist dafür, das das Flugzeug physikalisch in der Luft bleibt aber unerheblich. Wichtig ist für ein Flugzeug primär die Geschwindigkeit relativ zur umgebenden Luft. Ein Flugzeug, das mit 140 Knoten Rückenwind geschoben, eine Geschwindigkeit relativ zum Boden von 140 Konten erreicht, stürzt trotzdem ab, weil die Geschwindigkeit relativ zur umgebenden Luft und damit auch der Auftrieb in dem Fall gleich null ist.
Ist das für Sie leichter zu verstehen?

@18:53 von No pasaran

Und das System funktioniert auch innerhalb eines Faradayschen Käfigs und ist für Flugzeuge zugelassen?

Der Faradaysche Käfig ist nicht das Hauptproblem, Flugzeuge sind heutzutage i.d.R. nämlich mit GPS ausgestattet. Aber zur Geschwindigkeitsmessung ist das GPS für Flugzeuge ungeeignet, weil es die Groudspeed (Geschwindigkeit relativ zum Boden) anzeigt. Wichtig für die Aerodynamik (und damit dem Verbleiben des Flugzeugs in der Luft) ist hingegen die Airspeed (Geschwindigkeit relativ zur umgebenden Luft). Diese ist nämlich für den Auftrieb verantwortlich.

GPS

Für Flugzeuge ist es essentiell wichtig, die Geschwindigkeit mit welcher sie sich durch die sie umgebende Luft bewegen, zu messen - nicht die Geschwindigkeit über dem Erdboden: deshalb die Pitot- oder Staurohre. GPS zeigt aber nur die Geschwindigkeit in Bezug auf den Erdboden an, was zwar gut für Routenberechnungen zu nutzen ist, aber nichts über die Geschwindigkeit des Flugzeugs in der Umgebungsluft (also die eigentliche Flugfähigkeit) aussagt. Angenommen man hätte 30-40 Knoten Rückenwind, das würden sie dann nicht feststellen können und hilft ihnen recht wenig, wenn sie beim langsamen Landeanflug plötzlich feststellen müssen, dass sie bereits zu langsam sind und deshalb mit Strömungsabriss abstürzen bevor sie gelandet sind...

Kaum vorstellbar

Wäre das Flugzeug zu langsam gewesen, hätte der Pilot noch eingreifen können. Bei ähnlichen Unfällen mit westlichen Maschinen kamen weitere Fehlfunktionen und sehr schlechte Sicht hinzu, sodass der Pilot die Fluglage nicht visuell erkennen konnte, oder das Flugzeug befand sich in sehr niedriger Flughöhe, sodass keine Zeit für eine Reaktion blieb. Die Antonov war allerdings in ausreichender Höhe, sodass selbst ein Flugschüler das Flugzeug hätte retten können. Die Augenzeugen berichten auch nicht von einem Trudeln, was nach einem Strömungsabriss eine Rettung sehr erschwert hätte. Allerdings erhält ein Jet, der nach einem Strömungsabriss ins Trudeln gerät, keine Zulassung.
Nein. Eine Explosion, vll. wegen technischer Mängel, Wartungs- und/oder Bedienfehler, ist meiner Ansicht nach, die wahrscheinlichste Erklärung.

@ferrari2k, @Thomas Wohlzufrieden , @Heißer Schnee

Im Artikel steht: "oder weil der Schalter defekt war und nicht umgelegt werden konnte, darüber könne man derzeit nur spekulieren"

Menschliches Versagen ist zwar nicht ausgeschlossen, es gibt aber durchaus noch andere Möglichkeiten.

Wollen wir nicht am besten einfach in Ruhe die Ermittlungen der Profis abwarten?

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