Ihre Meinung zu: Sinn Fein: Auf dem Weg zur linken Protestpartei

10. Februar 2018 - 20:11 Uhr

Es ist mehr als ein Generationswechsel: Die Adams-Nachfolgerin McDonald will die irische Sinn Fein zur linken Protestpartei formen - und so in die Regierung. Von Stephanie Pieper.

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Kommentare

Sinn Fein

ist Mitglied der Fraktion der Europäischen Linken im Europaparlament. Sie als linke Protestpartei zu charakterisieren ist also nichts Neues.

Was ist daran zu verurteilen?

Daß es ausgerechnet in Deutschland noch Kräfte gibt, die nach den eigenen Erfahrungen eine Vereiniggung von zwei Teilen eines Landes ablehnen, muß verwundern. Außer man gehört zu denen, die die deutsche Wiedervereinigung immer noch für einen Fehler halten.
Daß in Nordirland Frieden herrscht, darf doch nicht darüber hinwegtäuschen, daß dieser EIGENTLICH ein Frieden ist, der von einer Besatzungsmacht einem besetztem Land aufgezwungen wurde.
Hat man nicht auch dem Saarland die Entscheidung überlassen, ob es zu Frankreich, oder Deutschland wollte? Was wäre denn, wenn? Hätten wir dann Bürgerkrieg an der Saar?
Also unterstützen wir die Iren und Nordiren bei einer friedlichen und demokratischen Entscheidung. Ohne Druck von außen. (schon gar nicht aus Brüssel.)

Sinn Fein

Es gibt kaum eine andere politische Partei Europas (direkt und inderekt) die mehr Blut (von schuldlosen Menschen) an ihren Händen hat als Sinn Fein.

Wieso muß immer alles Links sein?

Wieso muß immer alles Links sein? Europa muß endlich aus der sozialistischen Ecke herauskommen. Freiheit und Selbstbestimmung statt Sozialzwang.

Systemkonform

Sinn Fein ist auf dem besten Weg, eine systemkonforme linke Partei zu werden. Gregor Gysi lässt grüßen.

@Bernd39!

Ich stimme nicht immer mir Ihnen überein, aber mit Ihrem Kommentar über diese Meldung ist absolut alles gesagt was man vernünftigerweise dazu sagen kann.

@ b-m um 23.31 Uhr

"...Muss endlich aus der sozialistischen Ecke...".
Sozialistisch hat nichts mit Sozial zu tun!

Irische Einheit

Nie zuvor standen die Chancen dafür so gut, wie jetzt. Viele EU-Befürworter, die sonst eher pro-britisch waren, sind jetzt pro-irisch. Klar ist aber jedoch auch, dass eine derartige Einheit nur möglich sein kann, wenn die Ulster Unionists mitziehen. Und das kann nur funktionieren, wenn man in Dublin dazu bereit ist, die Verfassung soweit zu ändern, dass der Provinz Ulster bestimmte utonome Sonderrechte wie Minderheitenschutz zugestanden wird, ähnlich wie es mit der dänischen Minderheit in Südschleswig gehandhabt wird.
Aber auch dann gibt es große Unterschiede: Nordirland ist wirtschaftlich stärker und deutlich dichter bevölkert als die Republik Irland. Es wäre also auch ein demographischer Unterschied zu überwinden, der vermutlich den der deutschen Einheit noch überwiegt. Von daher stünde, sollte dieses Ziel verfolgt werden, ein steiniger Weg bevor.

@123Scears (22:37)

Es gibt kaum eine andere politische Partei Europas (direkt und inderekt) die mehr Blut (von schuldlosen Menschen) an ihren Händen hat als Sinn Fein.
___

Da fallen mir auf Anhieb einige ein.
Der Konflikt entstand schließlich schon vor über 100 Jahren, als Irland sich vom Vereinigten Königreich abnabelte und dessen Schwäche im 1. Weltkrieg dafür zu nutzen wusste. Und im Vergleich zu dem Blut, das in den beiden Weltkriegen floss, ist der IRA-Terror eher als bedauerliche Episode zu führen. Und auch hier wäre ich vorsichtig bei einseitigen Schuldzuweisungen: Die nordirischen Unioisten, allen voran der Oranierorden, haben ihr gehöriges Scherflein dazu beigetragen, den Konflikt anzuheizen.

Übrigens, da ja gerade so auf die EU geschimpft wird: erst durch die EU und das Europa der Regionen ist es in Nordirland und im Baskenland ruhig geworden: es war doch auf einmal egal, zu welchem Land man gehörte, man war immer ein Teil Europas, und die Politik wurde in Brüssel gemacht.

Ist die protestantisch-unionistische Partei DUP

nicht gerade in einer Koalition mit den Torys, um Mrs May fehlende Stimmen zu sichern? Dann ist es doch aus diesem und anderen Gründen ganz klar, warum diese Partei nicht min Sinn Féin verhandeln möchte...

Der Nord-Irland- Konflikt begleitet mich schon mein gesamtes (denkendes) Leben. Wäre es nicht so traurig, müsste ich lachen, da das "Fleckel" wirklich klein ist, kaum Einwohner , Reichtümer oder Bodenschätze hat und auch geostrategisch eher uninteressant ist - Es ist ein Konflikt der Sturköpfe, wieder einmal auch bedingt durch Religionszugehörigkeit: Anglikaner (Protestanten) vs. Katholiken.

Was ist so schwer daran, eine Verfassung mit gleichen Rechten für alle, inklusive Erbrecht und Religionsfreiheit auf den Weg zu bringen und dann den "House of Lords" Good Bye zu sagen? Das hätte, wie bei jeder ehemaligen Kolonie, schon in den 1950er Jahren geschehen können, denn dann wäre das ganze Elend mit der IRA erspart geblieben.

@123Scears

Es gibt kaum eine andere politische Partei Europas (direkt und inderekt) die mehr Blut (von schuldlosen Menschen) an ihren Händen hat als Sinn Fein.
Wollen sie damit sagen, dass die Opfer des Nationalsozialismus und des Stalinismus "schuldig" waren? Und was ist mit den Opfern Europäischer Kolonialpolitik und den Opfern des kalten Krieges in der "dritten Welt". Bei all diesen Dingen haben europäische politische Parteien aktiv mitgewirkt.
Und was ist mit den regierenden Parteien Europas, welche die von ihnen regierten Länder als Teil der sogenannten "Koalition der willigen" in den unsäglichen Irakkrieg geführt haben, mit all seinen bis heute andauernden Folgen?

re 22:37 von 123Scears

>>Es gibt kaum eine andere politische Partei Europas (direkt und inderekt) die mehr Blut (von schuldlosen Menschen) an ihren Händen hat als Sinn Fein.<<

Meine Güte! Ohne belastbare Beweise sollten Sie mit solchen Äußerungen vorsichtiger sein, da mit dem "Karfreitagsabkommen" nicht nur Kampfhandlungen der IRA eingestellt wurden, sondern dies auch den Beginn der Diplomatie durch die neu gegründete Sinn Féin einläutete. Das kann man nicht einmal mit der HDP und der PKK vergleichen!

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