Kommentare

Neuer Tarifvertrag

27 Monate ist eine viel zu lange Laufzeit in der augenblicklichen sehr guten Konjunkturphase.

Geht so

Der Produktivitätsfortschritt in Deutschland wird wohl jährlich um die 1 % betragen. Dazu die Zielinflationsrate von 1,9 % ergibt einen jährlichen Lohnzuwachs von 2,9 %. Mit den Sonderzahlungen wird das wohl so in etwa hinkommen.

Damit die Eurozone nicht auseinanderbricht, müssten die deutschen Lohnabschlüsse höher ausfallen. Aber das wollen wir ja nicht.

Komplizierte Lösung zur Gesichtswahrung?

Die Arbeitgeber hatten eigentlich 6.8% angeboten.

Die Gewerkschaften wollten aber einen teilweisen Ausgleich für Teilzeit, was die Arbeitgeber als unfair ablehnten.

Jetzt gibts nur 4,3% plus Zusatzgeld, das dann in freie Tage umgewandelt werden kann.

Warum muß das so kompliziert sein? Nur weil sich die Gewerkschaft in ihrer Forderung verrannt hat und jetzt einen gesichtswahrenden Kompromiss brauchte?

Einfache Lösungen sind nicht immer "fair". Komplizierte Lösungen schaffen aber meist auch wieder andere Ungerechtigkeiten, weil es immer vom Einzelfall abhängt, ob die eine oder andere Lösung vorteilhaft ist.

Man sollte auch aufhören, den Sozialstaat immer wieder bei den Unternehmen abladen zu wollen. Wichtiger ist, daß das Einkommen, das ein Unternehmen als ganzes erwirtschaftet "gerechter" zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern verteilt wird, und daß die Finanzierung des eigentlichen Sozialstaates gerecht verteilt wird.

Wechsel

Ich glaube, ich wechsle die Branche und ziehe nach BW. Und wenn ich dann noch bedenke, dass die Gewerkschaften noch mehr gefordert haben...

Zurück zur 40 Stunden Woche

Nichts anderes bedeutet dieser Abschluss.

Ich weiß nicht, ob die IG-Metall ihren Mitgliedern damit nicht einen Bärendienst erwiesen hat. Hoffentlich wird das von den Mitgliedern abgelehnt.

Äh...

Sind das jetzt 4,3% Gehaltserhöhung pro Jahr für die nächsten 27 Monate?

Oder 4,3% Gehaltserhöhung insgesamt für die nächsten 27 Monate?

Falls letzteres hätten die Gewerkschaften eine *jährliche* Gehaltserhöhung von 1,89% erreicht. Also in etwa Inflationsausgleich. Glückwunsch... da wünscht man sich doch jemanden wie Weselsky her, keine von den Arbeitnehmern bezahlte Arbeitgebervertreter-Gewerkschaftler.

Dann: 28h-Woche möglich, ok... aber wohl nicht wie gefordert bei vollem Lohnausgleich?

Und zuletzt: Noch mehr 40h-Verträge? Damit noch mehr Leute kaum mehr Zeit für ihre Familie haben, während andere weiter arbeitslos bleiben?
Klar... ohne Arbeitslose könnten Arbeitgeber und Arbeitnehmer ja auf Augenhöhe verhandeln. Sowas muss natürlich dringend verhindert werden, könnte ja die Gewinne gefährden...

Reife Leistung... ich wette, die Verhandler der IGM zahlen auch höchstens 25% über Listenpreis für einen Neuwagen. Gekonnt ist eben gekonnt...

die gGewerkschaft der Zeit

Nun anstatt höhere Löhne durchzusetzen ermöglicht sie jetzt eine art tariferhöhung in zeitausgleich umzutauschen. wie praktikabel soll so ine prozentuale Lösung sein? Ein nicht so toller Kompromiss, der schafft nämlich nichtmal die erwachtete Arbeitszeitverkürzung bei Lohnausgleich. Weder der Verkürzung ist da einen Dienst getan als noch mehr Geld bei weniger Arbeit. Für die einfach zu kalkulierenden Vollzeitkräfte natürlich wird sich das Prozent mehr bei der tariflichen Lohnerhöhung sicher freuen und das bei guter wirtschaftlicher Lage, mhh. Die Automatisierung ist wieder kein Stück gestoppt worden und noch mehr Arbeitsplätze werden draufgehen. Ansonsten müsste das Tariferhöhungsfreizeitersatzkonte aber mindestens um eine Stelle wachsen. xD

Zuerst den euen Tarifvertrag lesen!

Eine Bitte an Alle. Bitte zuerst den Tarifvertrag genau lesen und dann erst kommentieren. Unsere Zeit ist zu wertvoll um Unfug zu lesen....

Um 4% plus

... beim Lohn war einigermassen vorhersehbar. Ob sich dagegen die 28-Stunden-Option oder der (Wieder-)Einstieg in die 40-Stunden-Woche durchsetzt, wird sich erst zeigen müssen. Im Kampf Geld vs. Freizeit würde ich in Zeiten der Vollbeschäftigung eher auf's Geld tippen.

Fair...

Ich finde, es ist ein fairer Abschluss für diejenigen, die mehr in die Tasche haben wollen oder flexible Arbeitszeiten. Passst doch....

Warum muss ich Mathe lernen?!

Das brauche ich später nieee wieder!

Und hier, liebe Kinder, sehen wir die Folgen dieser Einstellung:

Nein, liebe Arbeitnehmer und Gewerkschaftsvertreter: Eine niedrige Lohnerhöhung und Einmalzahlungen sind *nicht* dasselbe wie eine angemessene Lohnerhöhung!

Ja, vielleicht dieses Jahr. Aber in der nächsten Verhandlungsrunde gibt es die nächste Lohnerhöhung nur auf den aktuellen Lohn, nicht auf die Einmalzahlungen (daher der Name)

Leicht nachzurechnen:

Sagen wir mal:
Gehalt: 40.000€
Lohnerhöhung 4%/Jahr
0: 40.000
1: 41.600
2: 43.264
10: 59.210

Lohnerhöhung 2%/Jahr + Einmalzahlung
0: 40.000
1: 40.800 (40.000 + 2% Erhöhung) + 800 (2% von 40.000) = 41.600 (soviel wie eine 4%ige Erhöhung, yay)
2: 41.616 (40800 + 2%) + 816 (2% von 40.800) = 42.436 (Soviel wie eine 4%ige Erhöhung, yay... aber halt nur auf die 40.800€, nicht wie bei regulären Gehaltserhöhungen auf 41.600)
10: 48.760 (Ein Kleinwagen weniger im Jahr... hmm...)

wenn man die Kommentare

so liest, könnte man denken es ist alles schlecht - leider vergessen viele dass die Metaller ein deutliches höheres Lohnniveau haben als zum Besipiel die Baubranche!

Also ich würde mich freuen über 4,3 % und noch ein paar andere angenehme "Zutaten"!
Aber Zufriedenheit ist nicht der Deutschen Stärke!

Kompromiss zu Lasten der Beschäftigten

Um es auf den Punkt zu bringen,
die IGM hat einen unnötig komplexen Kompromiss geschaffen damit Sie nach außen nicht unglaubwürdig erscheint.

Dabei ist manchmal ein Zugeständnis zu Gunsten anderer Vorteile auch ein Zeichen der Stärke und würde mit Sicherheit Anerkennung verdienen.

Nicht aber in diesem Fall.

Ergebnis: Verzicht auf ordentliche Lohnerhöhung zu Gunsten einer fragwürdigen befristeten Arbeitszeitflexibilität und dies bei einer sehr langen Laufzeit des Tarifvertrages?!

Das 1 mal 1.

Ordentliche Lohnerhöhungen bei kürzeren Tarif-Laufzeiten können dann durchgesetzt werden wenn die Wirtschaft (seit Jahren) boomt. Davon profitiert die Wirtschaft und die EU. Also wenn nicht jetzt, wann dann?

Flexibilisierung der Arbeitszeiten bzw. ein Anspruch auf befr. Arbeitszeitreduzierung mit anteiligen Ausgleich lassen sich am besten in Zeiten durchsetzen/Verhandeln wenn die Wirtschaft stagniert etc..
Zudem besteht schon heute ein Anspruch auf vorl. Arbeitszeitreduzierung!

entschuldigung...

Da habe ich wohl etwas zu schnell gerechnet, und in meinem Beispiel die Einmalzahlung nach 10 Jahren vergessen. Diese soll das neue Jahresgehalt optisch so aufblasen, dass der Arbeitnehmer tatsächlich wieder 4% mehr in der Tasche hat als im Jahr davor. Allerdings halt wieder nur auf das reguläre Gehalt, das bis dahin nur um 2% im Jahr gestiegen ist. Das wären im Beispiel 956€, das Gesamtgehalt damit 49.716€, und damit nur noch 9.494€ weniger als bei einer regulären Gehaltserhöhung um 4% statt 2% + Einmalzahlung.

Bis dahin haben die Mitglieder von Gewerkschaften, die nicht auf den Trick mit der Einmalzahlung hereinfallen, insgesamt 43.946€ mehr verdient.

Jetzt könnte man noch ausrechnen, wie teuer die Arbeitnehmer der Trick mit den 27 Monaten kommt - wie gesagt sind 4,3% auf 27 Monate halt nur 1,89% pro Jahr und damit gerade mal Inflationsausgleich - wären dann aber entgültig deprimiert.

Guter Tarifabschluss bei genauem Blick

Zu den 4,3 Prozent müsst ihr noch die 27,5 Prozent sowie die 400 Euro fix dazurechnen (ist beides jährlich und dauerhaft).
Dann liegen wir doch deutlich über dem arbeitgeberangebot . Dazu noch die wahloption, für Kinder, Pflege und Schicht 8 freie Tage (inklusive 2 freie Tage Zuschuss vom Arbeitgeber) und den Anspruch auf kurze Vollzeit (Reduzierung auf bis zu 28 Stunden). Ist doch echt nicht schlecht.

Kritik an die Gewerkschaft?

Es ist Typisch. Eine Gewerkschaft verhandelt einen Tarifvertrag und alle meckern. Eine Gewerkschaft verhandelt nur für ihre Mitglieder, die in dem Geltungsbereich arbeiten. Kein Gewerkschaftssekretär unterzeichnet etwas, ohne vorher durch die Mitglieder legitimiert worden zu sein. Alle Kolleginnen und Kollegen die nicht Mitglied in der Gewerkschaft sind, sind auch nicht betroffen, es sei denn, sie haben eine Anlehnung an den Tarifvertrag im Arbeitsvertrag zugestimmt.
Auch verstehe ich die Kritik an den in Freizeit umwandelbaren Zusatzgeld nicht. Wenn ein Mitarbeiter für sich der Meinung ist, lieber weniger arbeiten zu wollen, dann ist doch diese für den Arbeitnehmer wählbaren Flexibilität sinnvoll.
Grüße

Arbeitnehmervertretung?

Einen Abschluss zu haben ist besser als keiner. Siehe Kfz Handwerk NRW...
In meinen Augen sollte die IG-metall (und das ist meine größte Kritik) nicht sich selbst sondern die Mitglieder im Fokus haben. Es gibt da nämlich Unterschiede...
Nicht jeder Metaller möchte weniger arbeiten. Gerade wer jung ist und will, und ggf. eine Familie plus Haus hat, möchte vielleicht sogar (zeitlich begrenzt) 50h/Woche arbeiten... Auch diese Möglichkeit sollte geboten werden. Nach einer gewissen Zeit kann man dann reduzieren und die wöchentliche Arbeitszeit wieder reduzieren, wenn zB Kitagebühren durch Schuleintritt wegfallen. Egal wie arbeitswillig man ist, das ist nicht möglich, aber Reduzierung, wieder nur gut für die Alten der Abschluss...

Einigung im Tarifstreit der Metaller

Das ist ein einigermaßen passabler Abschluß.Ab 2019 gibt es dann knapp über 4 Prozent Lohnerhöhung(durch die Auszahlung von 27,5 % vom Monatseinkommen).

Aber er hat natürlich einen Pferdefuß:Er gilt für die Kernbelegschaften nicht für die Randbelegschaften,die Leiharbeiter und Werkvertragler.In der Autoindustrie sind das bis zu einem Drittel der Beschäftigten.Für sie gilt meist:Niedriglohnland Deutschland,selbst die neoliberale IWF-Chefin forderte kürzlich Lohnerhöhungen in Deutschland,wirklich war.

Viele Arbeitgeber…

können dem doch gar nicht nachkommen. Es gibt viele kleine Betriebe, die es ohnehin schon schwer genug haben, in neue Technologien zu investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Eine angebrachte Lohnerhöhung wäre hier das sinnvollste gewesen.
Die Einmalzahlungen sind zwar ein nettes Gimmick, finden jedoch bei den nächsten Lohnerhöhungen keine Berücksichtigung.

@ 08:21 von hammer

"wenn man die Kommentare
so liest, könnte man denken es ist alles schlecht - leider vergessen viele dass die Metaller ein deutliches höheres Lohnniveau haben als zum Besipiel die Baubranche!

Also ich würde mich freuen über 4,3 % und noch ein paar andere angenehme "Zutaten"!"

Jein...

Natürlich verdienen die Metaller deutlich besser als die meisten anderen Branchen. Insbesondere natürlich die Stammbelegschaften großer Konzerne. Übrigens bereits mit nur einer Facharbeiterausbildung erheblich mehr als nicht-tariflich beschäftigte Ingenieure nach einem 6-jährigen Diplom/Masterstudium.

Ich würde mich auch über ein Facharbeitergehalt von Daimler freuen.

Aber: Das ändert nichts an der Tatsache, dass sich selbst in der Metallbranche die Gewinne in den letzten 20 Jahren verdreifacht haben, während die Gehälter inflationsbereinigt kaum gestiegen sind.
Hier müssen endlich auch die Arbeiter wieder beteiligt werden.

Das gilt so natürlich auch für andere Branchen...

08:18 von Deutschland_im_...

"Wenn ich das, was man da liest, rein Geldmäßig durchrechne, Lande ich bei ca. 2.13% Lohnsteigerung pro Jahr über die 27 Monate betrachtet."

Das ist jetzt aber ziemlich großzügig gerechnet, und wäre ziemlich genau die jährliche Lohnsteigerung von 4,3% auf 24 Monate.
Auf 27 Monate verteilt bleiben davon noch ziemlich genau 1,89% übrig. Also nichtmal mehr eine Zwei vor dem Komma.

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