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Polen

ist doch an sich alles richtig? Polen wurde doch auch von den Nazis angegriffen, wie sollten die dann an einem Holocaust beteiligt sein? Ich sehe keinen Widerspruch an sich.

12:06, Hackonya2

>>Ist doch an sich alles richtig? Polen wurde doch auch von den Nazis angegriffen, wie sollten die dann an einem Holocaust beteiligt sein? Ich sehe keinen Widerspruch an sich.<<

Die Welt ist nicht schwarz-weiß.

In jedem Land, das von den Nazis besetzt wurde, gab es Kollaborateure.

Warum soll das in Polen anders gewesen sein als beispielsweise in Frankreich?

Und Antisemitismus hat in Polen eine ebenso lange Tradition wie in Deutschland und ist dort, wie auch bei uns, nach wie vor verbreitet.

re hackonya2

"ist doch an sich alles richtig? Polen wurde doch auch von den Nazis angegriffen"

In alles von den Nazis besetzten Ländern gab es einheimische Kollaborateure.
Tun Sie doch nichts so, als wüßten Sie das nicht.

um 12:06 von Hackonya2

"ist doch an sich alles richtig? Polen wurde doch auch von den Nazis angegriffen, wie sollten die dann an einem Holocaust beteiligt sein? Ich sehe keinen Widerspruch an sich."

In dem Polen (Einwohner, nicht das Land) mit den Nazis kollaboriert haben.

Ich behaupte aber, dass wenn dem so war, dieses nur in Einzelfällen so war. So wie es in jedem Land mehr oder weniger Kollaborateure gab.

Die Frage ist, ob es "organisierte Zusammenarbeit" gab.

Ich glaube nicht. Aber glauben heißt nicht wissen. Wer weiß, was in den ganzen Wirren damals an Dokumenten usw. verlorenging.

Ich empfinde dieses Gesetz sehr bedenklich, denn es könnte dazu führen, dass eine korrekte Aufarbeitung der Nazibesetzung in Polen verhindert werden könnte.

Es ist nie gut, wenn ein Teil der Geschichte komplett abgeschlossen wird.
Und wenn er mit der Begründung: "wir hatten damals nichts damit zu tun" abgeschlossen wird, dann sieht das auch sehr verdächtig aus.

Auch, wenn die Regierung Polens (vermutlich) recht hat.

Eigentlich sehe ich das Gesetz nicht als umstritten an,

allein das Strafmaß finde ich unangemessen hoch - Außer, man geht wider besseren Wissens verleumderisch (gar geschäftsmäßig) in dieser Weise vor, denn dann können bis zu drei Jahre Haft durchaus gerechtfertigt sein.

Auch das man Polen nicht mehr straffrei Kollaboration vorwerfen darf, ist an sich richtig, da es in dieser Pauschalität einfach nicht stimmt - Es waren nur einzelne Gruppen, nicht aber der polnische Staat.

Insgesamt wird die Redefreiheit durch dieses Gesetz nicht beschnitten! Zwar sage auch ich manchmal leichtfertig "polnische Konzentrationslager", aber das meine ich rein geographisch, denn betrieben wurden diese KZs auf okkupiertem Territorium durch die SS.

Eigentlich sinnvoll. Aber

Eigentlich sinnvoll.
Aber wenn man bedenkt, dass zur Feierlichkeit der Befreiung Auschwitzes keiner der Befreier eingeladen wurde, jedoch einige Betreiber, dann stellt sich die Frage ob es hier konsequent ist oder eher Augenwischerei.

@Hackonya2 - 12:06

"... ist doch an sich alles richtig? Polen wurde doch auch von den Nazis angegriffen, wie sollten die dann an einem Holocaust beteiligt sein? Ich sehe keinen Widerspruch an sich."

Nur macht es für Menschen jüdischer Herkunft keinen Unterschied, ob die Ermordung ihrer Angehörigen durch Nazis oder denen, die den Nazis dabei Amtshilfe geleistet haben, erfolgte.
Dass es diese Unterstützer in den besetzten Gebieten gab, ist historisch belegt - nur möchte Polens Regierung nun diesen Makel per Gesetz von sich weisen.

Wenn man sich die Rede von Frau Lasker-Wallfisch gestern im Bundestag zu Herzen nimmt, dürfte das Verleugnen des Holocaust nicht der Weg sein, aus dem begangenen Unrecht Lehren für den Wert einer freiheitlich, demokratischen Gesellschaft zu ziehen.

@ 12:06 von Hackonya2

Es zeugt von keiner Aufarbeitung indem man sagt, man hat mit dem Ganzen nichts zu tun und wer darüber spricht ist ein Straftäter.

Was sagen die Historiker dazu?

Zitat: "Der polnische Senat hat trotz aller Kritik ein umstrittenes Gesetz zum Umgang mit dem Holocaust verabschiedet: Wer Polen eine Beteiligung an den NS-Verbrechen zuschreibt, muss mit harten Strafen rechnen."

Ich halte es für falsch, wenn eine Regierung den Umgang mit der Vergangenheit vorschreibt.

Entscheidend ist, was tatsächlich passiert ist und nicht das, von dem was man möchte, dass es passiert ist oder auch nicht.

Dass die Polen in der Mehrheit nichts mit dem Holocaust zu tun hat, das ist wohl richtig, zumal Polen das erste Land war, das von den Nazi okkupiert und unterdrückt wurde.

Was sagen denn Historiker zu dieser Frage? Was ist denn tatsächlich passiert?

Geschichte Polens

Nach aussen bringen die Polen - auf twitter und in anderen Foren - das Argument vor, Deutsche wollen die eigene Weste weiss waschen mit dem Verweis auf "polnische" Lager.

Eine solche Argumentation ist mir noch nie begegnet. Wenn, so kann ich mir vorstellen, dass die Rede sein kann von "polnischen" Lagern - aus Unachtsamkeit, nicht Vorsatz.

Das neue polnische Gesetz um diese Begrifflichkeit dient einzig der Ablenkung von der Tatsache, dass *jedwede* Verwicklung polnischer Staatsbürger in die schrecklichen Taten von Nazis geleugnet werden soll. Das Gesetz dient der Neuschreibung und Weisswaschung polnischer Geschichte.

strafbar

Die polnische Untergrundarmee, die "Amia Krajina" war in weiten Teilen antisemitisch. Juden in ihren Reihen waren unerwünscht, sie bekämpfte jüdische Partisanen und beraubte, verfolgte und ermordete untergetauchte Juden in Polen. Diese Wahrheit zu benennen, soll künftig strafbar sein in Polen.

https://tinyurl.com/y8qmdgdl

und Schulz plädiert mit mehr

und Schulz plädiert mit mehr Europa und sieht es als wichtig für Deutschland..
Die Polen oder die PiS verbietet per Gesetzt die Wahrheit. Tolles Europa, wie in der Türkei, aber die sind zum Glück nicht drin.

@ breiter bart

"Dass die Polen in der Mehrheit nichts mit dem Holocaust zu tun hat, das ist wohl richtig, zumal Polen das erste Land war, das von den Nazi okkupiert und unterdrückt wurde."

Tschechien war das erste Land, das von den Nazis okkupiert und unterdrückt wurde (Österreich hat das nochmal eine Sonderrolle).

wenn morgen bestraft wird, wer behauptet,...

2 mal 2 sei 4, dann werde ich der erste sein, der dies tut!

im ernst: warum fuerchten sich polen so sehr vor diesem wort, dass sie seinen gebrauch mit strafe bewaehren? wuerde nicht auch reichen, den sprecher einen narren zu schelten, und ihm ein geschichtsbuch in die hand zu druecken?

genau so uebrigens denke ich ueber die strafbarkeit der ausschwitzleugnung. wer dies tut, verlaesst den boden des geschichtlich bewiesenen und disqualifiziert sich.

aber ist er hierdurch kriminell?

Es ist nun mal nicht so eindimensional.

Bzgl. der territorialen und militärischen Expansion war Polen ein Gegner und Opfer von NS-Deutschland, wie viele andere Länder auch. Aber auch in Polen gab es starken Antisemitismus, und der vermeintliche gemeinsame Feind machte manchen zu Freunden. Nur zur Erinnerung: Die Shoa war in Polen im Mai 1945 noch nicht vorbei, das Pogrom von Kielce passt 100%ig in die Nazi-Ideologie, wurde aber ohne deutsche Beteiligung von (befreiten) Polen verübt.

"Die" Deutschen, "Die" Polen etc. gab und gibt es nicht. Überall gab es antisemitische Überzeugungstäter, willfährige Mitläufer, duldsame Schweigende und engagierte Widerständler. Der Versuch, den Holocaust als Problem und Schuld nur einer einzelnen Nation hinzustellen, ist geschichtsverfälschend und spaltend. Aber genau das will dieses Gesetz.

Geschichtsklitterung

Bei der posthumen Verleihung der Freiheitsmedaille an Jan Karski durch Präsident Obama hat dieser mißverständlich die "polish deathcamps" erwähnt. Gemeint war mit diesem Begriff eine geografische Beschreibung. Präsident Obama löste damit in Polen eine Welle der Empörung aus, worauf er sich beim polnischen Volk entschuldigte. Die Todesmaschinerie der KZs wurde ohne Zweifel von Deutschen ersonnen und in gang gesetzt.
Allerdings sieht das polnische Gesetz vor, daß künftig jeder Verweis auf eine polnische Verstrickung in Verbrechen gegen die Menschlichkeit bzw. in Kriegsverbrechen während des 2. Weltkriegs strafrechtlich sanktioniert werden kann. Doch die gab es ebenso ohne Zweifel. Und daher ist dieses Gesetz nichts anderes als der Versuch einer nationalistischen Geschichtsklitterung.

Streisand-Effekt

Dieses Gesetz dürfte nach hinten losgehen:

"Als Streisand-Effekt wird ein Phänomen bezeichnet, wonach der Versuch, eine unliebsame Information zu unterdrücken oder entfernen zu lassen, öffentliche Aufmerksamkeit nach sich zieht und dadurch das Gegenteil erreicht wird, dass nämlich die Information einem noch größeren Personenkreis bekannt wird."

de.m.wikipedia.org/wiki/Streisand-Effekt

Geschichtsklitterung wurde

Geschichtsklitterung wurde auch gerne im kommunistischen Polen betrieben. Schade, dass die PiS davon nicht Abstand nimmt.

Trennung erforderlich!

In Deutschland ist man sich zu 97/98/99 Prozent der Verbrechen des NS-Regimes bewusst, leugnet sie nicht und wird hoffentlich auch in Zukunft eine verantwortungsvolle Rolle dazu einnehmen.

Wenn es jetzt Kritik von deutscher Seite an diesem Gesetz gibt, dann nicht um zu relativieren oder gar abzustreiten - dessen sollten sich die Polen bewusst sein und das sollte Deutschland ebenso oft betonen.

Geschichtskundige sollten wissen, dass es auch in Polen lange vor der NS-Besetzung Antisemitismus gab. (Bitte googlen: "Zweite polnische Republik").

Insofern ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen, dass es auch während der NS-Zeit in Polen Menschen gab, die diesem Antisemitismus des Dt. Reiches auch im eigenen Land "mitgelebt" haben.

Ein Gesetz, dass aber die Forschung und Aufklärung hinsichtlich des Ausmaßes, der Größenordnung und der evtl. Beteiligung von staatlichen Stellen verhindert, ist völlig fehlgeleitet.

Geschichtsrelativierung

Natürlich wird hier Geschichte relativiert! Es ist vollkommen falsch, wenn man bei den KZs von "polnischen Lagern" spricht! Ebenso ist es auch falsch, Polen eine pauschale Kollaboration zu unterstellen!

Jedoch muss man sich fragen, was Polen bald 73 Jahre nach Kriegsende damit noch erreichen möchte? Ist dieses Gesetz nicht viel zu spät erlassen worden? Kurz nach Kriegsende hätte man vielleicht noch Verständnis zeigen können! Bloss nichts mit den Nazis zu tun haben! Aber 73 Jahre danach wirkt es nur noch wie Glättung der Geschichte! Und das passt einfach nicht!

Ich kann ohnehin nicht verstehen, dass sich Parlamente nicht mit der Gegenwart und Zukunft beschäftigen, sondern lieber altes aus der Kiste holen, um so ein populistisches, völlig an der Sache vorbeigehendes Gesetz durchzuhauen.

Es waren

Polen bei der Jagd, der Verhaftung und dem Transport in die KZ´s beteiligt aber nicht der polnischen Staat. Auschwitz stand auf polnischem Boden aber gehörten nicht dem polnischen Staat. Daher ist die Bezeichnung / Aussage Auschwitz als polnisches KZ zu bezeichnen, falsch.
Aber, polnische Bürger waren an den Verbrechen beteiligt und das ist Fakt und bewiesen.

strafbar

Gedenke ich des Gottesgesetzes, "(...) wenn jemand unter einem Fluch steht,
weil er einem öffentlichen Aufruf zur Zeugenaussage nicht Folge leistete und
verschwieg, was er gesehen oder gehört hat;"

- sind die polnischen Bürger unschuldig geblieben? -

"Da sind die einen,
die Gottes Gesetz nicht kennen:
Wenn sie Unrecht tun,
werden sie auch ohne dieses Gesetz verloren gehen.
Und da sind die anderen
denen Gott sein Gesetz schriftlich gegeben hat:
Wenn sie unrecht tun
werden sie aufgrund eben dieses Gesetzes verurteilt werden."

(Gute Nachricht Bibelübersetzung, 2000 / 3. Mose, Kapitel 5, Vers 1 und Römer, Kapitel 2, Vers 12)

Wer wollte nun Gottes Verzeihung, in Jesus Christus angeboten, verschmähen?

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