Kommentare

Der Appetit kommt beim Essen.

Der Vertrag von Lausanne in 1923 kam erst zustande nach Jahrhunderte der Unterdrückung der Griechen durch die Türken und nach schrecklichen Kriegen. Die Griechen wären töricht diesen Vertrag im Frage zu stellen . Wer nur Teilbereiche im Frage stellt, stellt damit den ganzen Vertrag im Frage. Im übrigen wird es Erdogan auch wohl um die Erdöl und Gasvorkommen gehen die sich hier befinden. Gerade bei den Griechischen Inseln.

Spaltung

Wie Herr Erdogan die Spaltung im eigenen Land vorantreibt, was nur von den Bildungsfernen als die Verschaffung von Respekt verstanden wird, so erweist sich Erdogan auch hier in seinem diplomatischen Unvermögen als Spalter und erreicht genau das Gegenteil von dem, was viele Türken wollen. Respekt. Es geht ihm nicht um eine friedliche Nachbarschaft mit den Griechen auf Augenhöhe, denn die Grenzfrage ist seit nahezu 100 Jahren geregelt und sollte erledigt sein, nein hier geht es um plumpe Machtinteressen. Das wird die Türkei kaum auf Augenhöhe mit anderen Staaten bringen. Die werden sich stattdessen fragen, wie sie einem Politiker und seinem Land Respekt zollen sollen, der selbst in vielen Fällen zeigt, das Respekt vor staatlicher Souveränität (türkische Wahlkampfauftritte in BRD usw.), der anderen Meinung (über 100 000 Inhaftierte), demokratischen Grundwerten oder wissenschaftlichen Grundwahrheiten (Evolution) ein Fremdwort zu sein scheint.

Erdogan Träumt den Osmanischen Traum

Er träumt davon den starken osmanischen Staat der von aller Welt gefürchtet und geachtet wird, wieder aufleben zu lassen. Das eint im Inneren und macht nach Außen stark. Jetzt rollt er ein neues Stück Geschichte auf. Die Konfrontation mit der Eu und der westlichen Welt geht weiter.
Aber er kann nun viel besser mit Putin - der vom zaristischen Russland träumt- sprechen, als mit jedem anderen, bis die zwei entdecken, dass damals Russland und die Osmanen krieg geführt haben. Und dann.....aufwachen!

Die Wiederkehr der 20er Jahre?

Die weltpolitischen Probleme, die uns heute plagen, lassen sich auf den Zerfall der Großreiche, also des osmanischen, des österreichisch-ungarischen und des russischen nach dem ersten Weltkrieg zurückführen. Gerade Griechenland und die Türkei haben damals ungeheuer grausame, blutige Kriegshandlungen gegeneinander begangen, die mit dem Vertrag von 1923 eigentlich beendet sein sollten.

Und da will Erdogan also ansetzen und die Sache wieder aufrollen?

Leider passt er damit in unsere Zeit, die weltweit eine reaktionäre Renaissance des Nationalismus erlebt.

Hoffentlich werden Trump, Erdogan, Netanjahu, Putin, Orban, diese Herrscher neuen, alten Typs, nicht zu den Totengräbern unserer Welt.

Sollte es einmal ein

Sollte es einmal ein Vereinigtes Europa ( siehe auch Schulz' Parteitagsrede von heute: " bis 2030 " ) geben und die Türkei Mitglied sein, dürften diese Fragen keine Priorität für die Türkei mehr haben.

Alles klar

Wer bis jetzt noch dafür war, die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei fortzuführen, sollte spätestens jetzt wissen, warum die Türkei nicht zu Europa gehört: rückwärtsgewandt und nur auf eigene Vorteile ausgerichtet, partnerschaftliches Verhalten ein Fremdwort.

Ich hoffe, dass es endlich alle merken ...

14:30, friedrich peter...

>>Der Vertrag von Lausanne in 1923 kam erst zustande nach Jahrhunderte der Unterdrückung der Griechen durch die Türken und nach schrecklichen Kriegen.<<

Griechenland wurde 1460 vom osmanischen Reich, welches ja auf das byzantinische und damit auf das oströmische Reich und Alexander den Großen zurückgeht, erobert und diesem einverleibt. 1821 kam es zur griechischen Revolution. Durch das Londoner Protokoll vom 3. Februar 1830, vom Osmanischen Reich am 24. April anerkannt, wurden Zentralgriechenland, der Peloponnes und die Kykladen zum selbstständigen Staat Griechenland erklärt.

Die blutigen Kriege und dann den Vertrag von Lausanne gab es im Gefolge des ersten Weltkrieges in den 20ern, mit immensen Grausamkeiten auf sowohl türkischer als auch griechischer Seite.

@ 14:38 von Mein blauer Engel

Bitte, man hat sich nicht bei der Türkei bedient, sondern einigen der Völker, die die Türken in den Jahrhunderten zuvor kriegerisch unterdrückt haben, die Unabhängigkeit wiedergegeben. Leider hat es nicht für alle gereicht, z.B. für die Kurden. Aber die Griechen sind nun mal wirklich keine Türken und die Inseln der Ägäis sind nun mal seit alters her griechisches Gebiet, in dem auch einige türkische Muslime gesiedelt haben. Der Vielvölkerstaat des Osmanischen Reiches ging, als er in Korruption und Willkürherrschaft versank, unter. Und das was übrig blieb, ist die Türkei, die nunmehr versucht, wieder die Anrainerstaaten zu unterjochen und sich damit zur Lokalgröße zu erheben. Doch sollte die Türkei erst einmal ihre Hausaufgaben machen und sich in einen modernen Staat wandeln. Griechenland trägt auch heute noch schwer an dem osmanischen Erbe einer durch und durch ineffektiven Verwaltung. Aber Gewaltenteilung mit unabhängiger Justiz hat man, im Unterschied zur Türkei, inzwischen erreicht.

Wann, wenn nicht jetzt

Die angesprochene Themen sind zu wichtig, um diese auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.

re fatahland

"Griechenland wurde 1460 vom osmanischen Reich, welches ja auf das byzantinische und damit auf das oströmische Reich und Alexander den Großen zurückgeht, erobert und diesem einverleibt"

Ich nehme zu Ihren Gunsten an, dass da das Relativpronomen versprungen ist.

Ansonsten wäre es eine sehr skurrile Historie.

@16:06 von Kalküllator

Die angesprochene Themen sind zu wichtig, um diese auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.

Was alle anderen anbelangt, sind diese Themen seit 1923 erledigt.

Ein geben und nehmen

Das Lausanner-Abkommen wird sicher neu bewertet werden müssen. Wann? spätestens dann, wenn die Zypern-Frage bei den Türken angefragt wird.

Karten auf den Tisch gelegt

Erdoğan sieht natürlich, dass er nicht mit internationalen Sanktionen belegt wurde, als er einfach in den Irak einmarschierte. Er fragt sich jetzt, geht das vielleicht auch in der Ägäis? Mich würde nicht wundern, wenn die Türkei, ähnlich wie im Falle von Zypern, einfach Tatsachen schafft. Das gäbe natürlich Krieg zwischen beiden Ländern, aber die Türkei wäre militärisch eindeutig überlegen. Ich traue Erdoğan alles zu.

15:57, Autograf

>>Der Vielvölkerstaat des Osmanischen Reiches ging, als er in Korruption und Willkürherrschaft versank, unter.<<

Das osmanische Reich kollabierte, wie auch die anderen Vielvölker-Großreiche, als Resultat des ersten Weltkriegs. Das hatte eher wenig mit Korruption und Willkürherrschaft zu tun.

Der Friedensvertrages von Sèvres

wartet immer noch auf die Umsetzung! Bitte der Reihenfolge nach Herr Erdogan.

16:11, karwandler

>>re fatahland
"Griechenland wurde 1460 vom osmanischen Reich, welches ja auf das byzantinische und damit auf das oströmische Reich und Alexander den Großen zurückgeht, erobert und diesem einverleibt"

Ich nehme zu Ihren Gunsten an, dass da das Relativpronomen versprungen ist.

Ansonsten wäre es eine sehr skurrile Historie.<<

Das osmanische Reich war der direkte Nachfolger des oströmischen/byzantinischen. Dieses endete 1453 mit der Eroberung seiner Hauptstadt Konstantinopel, die seit 1930 Istanbul heißt, durch die Osmanen. So entstand das osmanische Reich.

Sehr grob vereinfacht beschrieben.

Allerdings war die alte oströmische Herrlichkeit seit dem 13, spätestens 14. Jahrhundert nur noch ein Schatten ihrer selbst.

re fatahland slim

"Das osmanische Reich war der direkte Nachfolger des oströmischen/byzantinischen"

Von Nachfolge kann man dann reden, wenn etwas aus den Kategorien dynastische/rechtliche/kulturelle Nachfolge zutrifft. Z.B. Die Nachfolge des römischen Reiches durch das fränkische und später das deutsche Reich.

Das byzantinische Reich ist schlicht untergegangen.

Erdogan hat recht

Was nützen Vereinbarungen die nicht eingehalten werden? Wenn die türkische Minderheit ihre Geistlichen nicht selber wählen dürfen - und zwar aus ihren Reihen, dann ist das eine besonders harte Einschränkung ihrer Rechte.

Vielen ist auch nicht bekannt, dass Athen die einzige Hauptstadt Europas ist, wo es keine Moschee gibt, weil die Behörden das nie genehmigen. Im Gegensatz dazu hat allein Istanbul über 200 Kirchen! Das sagt eigentlich schon alles aus. Ist Griechenland nicht in der EU?

geht es um Religion oder Politik?

>>Eine Überarbeitung des Vertrags von Lausanne ist laut Erdogan auch nötig,weil die Muslime im griechischen Grenzgebiet Westthrakien ihren geistlichen Führer nicht selbst wählen dürfen, während die christliche Gemeinschaft in der Türkei größere Freiheiten hat, ihre Patriarchen zu bestimmen. Erdogan nannte dies als einen Beweis dafür, dass der Vertrag von Lausanne nicht gerecht angewandt werde. <<

Ich frage mich hier, geht es um Religion oder Politik in diesem Vertrag? Ich weiß es nicht, da ich es nicht recherchiert habe. Aber was mich interessieren würde ist:Warum mischt sich ein Staatsoberhaupt in religiöse Fragen in einem Nachbarland ein? Und weiter unten steht dann auch noch, daß er sich für die Belange der Türkischen Minderheit einsetzt. Was jetzt? Geht es um Muslime oder Türken? Bitte mal aufklären.

Minderheiten in Griechenland

Man stelle sich nur mal vor die türkische Regierung würde der griechischen Minderheit in der Türkei vorschreiben wollen, wer ihre geistlichen Führer (Priester etc) zu sein haben.
Abgesehen davon, dass die Griechen das niemals akzeptieren würden, nein, auch die EU würde sich einmischen und Druck auf die Türkei ausüben.

Aber genau das gleiche machen die Griechen in ihrem Land - mit den Türken. Und die EU? Mischt sich nicht ein. Und wenn die EU hier stumm bleibt, ist es kein Wunder, dass Erdogan als Anwalt der Leute auftritt. An wen sollten die sich sonst wenden bitte?

Heißer Schnee

Wann ist die Türkei unter Präsident Erdogan denn je in den Irak marschiert? Da hätte ich gerne mal gerne einen Zeitpunkt von Ihnen erfahren mit Beweis

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