Kommentare

Kl. Aussageschwäche

Die Aussagen treffen so zu; dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Eine kl. Unebenheit findet sich in der Aussage, dass die Nichtwähler die Demokratie gefährden. Wenn irgendwie man sich mit dem Staat beschäftigt, dann taucht immer sehr schnell der Begriff "Demokratie" auf und wird in allen möglichen und unmöglichen Verbindungen verwendet. Demokratisch ist alles, was Meinungsbildung ist, die durch Wahlen, Abstimmungen zustande kommen. Da muss dann nicht zwingend geheim stattfinden, sondern es geht um die Willensbildung und da kommt es nicht darauf an, wie viel sich daran beteiligen. Es sei denn, es geht um qualifizierte Mehrheiten. Man kann also nicht sagen, dass bei 30, 40 oder wie viel auch immer Prozent Nichtwähler es keine Demokratie gibt. Allerdings kann man in Frage stellen, ob das Ergebnis repräsentativ und auch belastbar ist. Nichtwähler gefährden nicht die Demokratie, sondern beeinflussen Ergebnisse, die als verwertbare Volksmeinung in Frage gestellt werden können.

Ich kann zwar wählen und

ich sollte auch wählen. Aber ich habe keine Auswahl wirklicher Alternativen.
.

warum gehen nicht mehr 90%

zur Wahl?
zu den Wahlen?
Es gibt sehr viele Umfragen zu Wahlen.
Bei den Umfragen geben möglicherweise viele Personen an, dass si nicht zur Wahl gehen.
Warum werden diese Personen nicht nach dem Grund gefragt?
Ist es
-Desinteresse an Politik?
-Protest (z.b. Agenda 2010)?
-kein Einfluss auf Parteien?
-gebrochene Wahlversprechen oder Aussagen zu Regierungsbündnissen?
-verlorene Identität im falschen Staat?
Ich habe keine Ahnung welche Gründe es noch für Nichtwähler gibt und wie die Gründe prozentual verteilt sind.

Warum ist wählen wichtig?

Ich gehe wählen und ich weiß, was ich wähle. Für jeden Wahlberechtigten, der von seinem demokratischen Recht nicht Gebrauch macht, gewinnt meine eigene Stimme an Wert. Daher mache ich mir keine Sorgen darum, ob andere wählen gehen.

Keine Auswahl?

@ 22:14 von pauline_8

"Ich kann zwar wählen und ich sollte auch wählen. Aber ich habe keine Auswahl wirklicher Alternativen."

Ist doch ganz einfach. Den Umfragen nach wird die cDU wieder so viele Stimmen kriegen, dass sie entweder mit der sPD, oder mit Grünen und FDP, oder mit FDP und AfD regieren kann.

Wenn Sie das wollen, ok.
Wenn Sie sich irgendwas besseres vorstellen können - wählen Sie's.

Wer weiß, vielleicht meint der Schulz es ja ernst mit seinem kurz vor der Wahl gefundenen Interesse an sozialer Gerechtigkeit.
Oder die Linken. Die reden davon nun schon seit über zehn Jahren, vielleicht sollten die mal die Gelegenheit kriegen, sich zu beweisen.
Vielleicht schaffen es auch die Piraten über die 5%-Hürde. Wünschen würde ich es mir.

Etwas besseres als die Neoliberalen finden wir überall.

Keine Ausreden bitte

@ pauline_8
Ich kann zwar wählen und ich sollte auch wählen. Aber ich habe keine Auswahl wirklicher Alternativen.

Es gibt über 30 Parteien, den Einwurf kann ich nicht ernst nehmen.

nicht so mutlos...

@ 22:22 von collie4711

"-Desinteresse an Politik?"

Naja, wer aus Desinteresse an seiner Gesundheit täglich seine zwei Burger mit 1,5l Cola runterspült darf sich nachher auch nicht über seinen Bauch beschweren.

-Protest (z.b. Agenda 2010)?

Pfft... wer gegen die Agenda 2010 protestieren will wählt die Linkspartei. Was sollte der SPD besser zeigen was man von ihrem neoliberalen Kurs hält als den Teil der SPD zu wählen, der sich damals aus Protest gegen *genau das* von ihr abgespalten hat?

-kein Einfluss auf Parteien?

Eintreten? Eigene Partei gründen?
Petition gegen die 5%-Hürde unterzeichnen?

Utopia

@ collie4711
warum gehen nicht mehr 90% zur Wahl?

Nicht mehr? In welcher Vorzeit soll die Wahlbeteiligung denn mal bei 90 % gelegen haben?

Trägheit

@ collie4711
Ich habe keine Ahnung welche Gründe es noch für Nichtwähler gibt und wie die Gründe prozentual verteilt sind.

Wahlforscher haben das längst herausgefunden. Es ist überwiegend Desinteresse und Trägheit.

@ bittere Pille

Pfft... wer gegen die Agenda 2010 protestieren will wählt die Linkspartei.

... oder die FDP.

@Mannemer Bub - Nur eine Zahl

Es gibt über 30 Parteien, den Einwurf [ich habe keine Auswahl wirklicher Alternativen.]kann ich nicht ernst nehmen.

Von den 30 spielen nur wenige eine Rolle. Das Gefühl keine Alternative zu haben ist weit verbreitet, so wollen viele zwar eine andere Politik, aber nur in einem Gewissen Maße, das von den Parteien am Rande des Spektrums (afd bis Linke) überschritten wird.

Die Wahl einer solchen Partei würde vielleicht etwas ändern, und in bestimmten Bereichen wäre das vielleicht sogar wünschenswert. Aber eben nur in bestimmten, will man zB. den Grünen vielleicht Sozialpolitik übertragen sieht es in Bereich Wirtschaft schon ganz anders aus. Als Beispiel.
Dann ist das Gefühl keine Wahl zu haben durchaus begründet - selbst wenn es objektiv vielleicht der Fall ist.

@Manemer Bub

"Nicht mehr? In welcher Vorzeit soll die Wahlbeteiligung denn mal bei 90 % gelegen haben?"

.

Nun bei der Bundestagswahl von 1972 gab es das.
https://de.wikipedia.org/wiki/Bundestagswahl_1972

Meine Frau und ich nutzen seit einiger Zeit die Briefwahl

Man kann sich ganz in Ruhe den Wahlzettel durchlesen und sich dann über die Kandidaten und Parteien informieren.
Wenn man dann seine Entscheidung getroffen hat, schickt man die Unterlagen zurück.
Kein Stress im Wahllokal wenn man dort den Zettel auffaltet und vielleicht noch überlegt seine Stimme einer kleinen Partei zu geben.

Wer nicht wählen geht, darf auch nicht meckern, denn es ist ihm oder ihr offensichtlich egal von wem er/sie regiert wird.

@Pauline_8: Eine bessere Alternative als "die Alternative" finden Sie überall auf dem Wahlzettel. Ich bin schon lange Atheist und würde eher die Bibeltreuen Christen wählen.

@Mannemer Bub, 23:42

In welcher Vorzeit soll die Wahlbeteiligung denn mal bei 90 % gelegen haben?

Den Artikel nicht gelesen? 1972 betrug die Wahlbeteiligung 91%.

das hat schon Franz-Josef Strauß erkannt

das sowohl sehr hohe als auch sehr niedrige Wahlbeteiligungen das Ergebnis zugunsten extremistischer Parteien beeinflussen. Das versteht man auch ohne lange Erklärungen.

Ich bin trotzdem Anhänger einer Wahlpflicht. Von mir aus kann man den Stimmzettel ja um eine Zeile erweitern für ein Kreuzchen "keine der angetretenen Parteien". Aber so, wie es jetzt ist, bestimmen ausgerechnet die Frustrierten, die das Gefühl haben, nichts bewegen zu können, überhaupt nicht mit. Dabei wären deren Wünsche und Sehnsüchte vielleicht der wichtigste Beitrag.

Kann man Abkehr vom Lobbyismus wählen ?

Meine größte Sorge ist die, das Lobbyisten zuviel Einfluss auf Politik haben, Politiker, die ja eigentlich VOLKSvertreter sind vertreten eigentlich nur die Wirtschaft unseres Landes. Das wäre dann in Ordnung, wenn Erfolge auch angemessen an Arbeitnehmer weitergegeben werden, was aber nicht der Fall ist. Stattdessen werden Mechanismen wie Zeitarbeit oder Befristung zur Selbstverständlichkeit. Wie konnte es geschehen dass selbst erfolgreiche Firmen ihr Personal stets zum Teil über eigene Zeitarbeitsfirmen beziehen ? Dass seit Jahren über Facharbeitermangel geklagt wird, der bei angemessener Bezahlung längst behoben sein müsste ?

Und gerade die Partei die sich immer als die Partei der Arbeitnehmer verstanden hat hat daran fleissig mitgearbeitet. Auch rot-grün, eh nicht mehr machbar, würde hier wohl nichts ändern. Linke kommt für mich wegen ihrer Vergangenheit nicht in Frage, das Wählen ist da für mich echt schwierig. Nichtwählen hilft aber der afd.
Ich weiss es wirklich nicht...

ein wichtiger mann hat gesagt

wenn man das falsche wählen will, soll man lieber zuhause bleiben

Die Behauptungen sind vollkommen unhaltbar

Ich habe selten so eine Ansammlung an unsinnigen Argumenten gehört, der Leute zum Wählen motivieren soll.
Unsere Demokratie ist also gefährdet, wenn wir nicht wählen gehen?
Die sog. Demokratie haben wir noch überhaupt nicht umgesetzt - die ist noch genau so unfertig, wie der BER...
Wo werden wir denn von der Politik berücksichtigt?
Sind wir etwa zum EU Beitritt gefragt worden?
Oder zur Euroeinführung mit der Abschaffung der D-Mark?
Zu den Bankenrettungen oder der grenzenlosen Griechenland-Hilfe?
Ich bin sicher, das alles hätte nicht stattgefunden, wenn es entsprechende Referenden gegeben hätte.
Haben uns unsere Volkvertreter vorher danach gefragt, ob wir damit einverstanden sind? NEIN.
Daher ist es eine Illusion zu glauben, wir hätten eine Wahl.
Und keine der vertretenen Parteien repräsentiert meine Agenda.
Daher gehe ich auch nicht wählen.
Wenn ich Brötchen kaufen will und die Verkäuferin sagt mir, sie hat nur Knäckebrot, dann kaufe ich auch nichts, nur weil´s nichts anderes gibt.

@claireannelage, 00:08

Linke kommt für mich wegen ihrer Vergangenheit nicht in Frage

Missverstehen Sie das jetzt nicht als Wahlwerbung für die Linken, das liegt mir fern. Aber: die Vergangenheit jedweder Partei sollte man nicht zum Kriterium für die Stimmabgabe machen. Das sind nun mal dynamische Prozesse über Jahre und Jahrzehnte.
Ich lebe in den alten Bundesländern, und wenn ich mich mit Vertretern der Linken unterhalten habe, wollte von denen noch keiner eine DDR 2.0 oder hat den Schießbefehl verteidigt. Was die aber jetzt für Ziele haben, finde ich schon interessant.
Außerdem: eine FDP (ehemals Zentrumspartei), die dem Ermächtigungsgesetz zugestimmt hat? Eine SPD, in deren früheren Reihen ein Herr Noske ("Blut-Noske") zu finden ist? Eine CDU, die einen Filbinger hat zu Amt und Ehren kommen lassen und in der nach dem Krieg scharenweise Nazis untergekommen sind? Ist bei denen die Vergangenheit auch ein Kriterium für Sie?

@ pauline 8

.....aber sie haben doch hoffentlich eine Meinung darüber, was Ihnen wichtig ist ?
Dann lesen sie die Parteiprogramme, machen den “Bundestagswahl-Test“ hier unter Tagesschau.de und lassen ihr Gefühl und ihren Kopf entscheiden.
Aber bitte finden sie keine Ausreden von “fehlenden Alternativen“, um nicht zur Wahl zu gehen.
Es ist ein Privileg, das man nicht zu selbstverständlich nehmen sollte !
Nichts für ungut !

@voller 4711

Eine weitere - traurige - Möglichkeit haben Sie vergessen:
Bequemlichkeit, gewachsen in vielen Jahren Frieden und sozialer Marktwirtschaft.
Unsere Komfortzone ist gross geworden.....

@ 00:08 von claireannelage

"Meine größte Sorge ist die, das Lobbyisten zuviel Einfluss auf Politik haben, Politiker, die ja eigentlich VOLKSvertreter sind vertreten eigentlich nur die Wirtschaft unseres Landes. Das wäre dann in Ordnung, wenn Erfolge auch angemessen an Arbeitnehmer weitergegeben werden, was aber nicht der Fall ist. Stattdessen werden Mechanismen wie Zeitarbeit oder Befristung zur Selbstverständlichkeit."

Dann wäre die Lösung einfach. Aber

"Linke kommt für mich wegen ihrer Vergangenheit nicht in Frage"

Die Linke ist ein Zusammenschluss aus PDS und WASG. Letztere war eine linksgerichtete politische Partei in Deutschland, die sich vorrangig aus regierungskritischen SPD-Mitgliedern und Gewerkschaftern gebildet hatte.

Dass die wegen ein paar PDS-Hanseln immer noch nicht gewählt werden, obwohl ihr Wahlprogramm für die unteren 80% das sinnvollste wäre dürfte in erster Linie den fleißigen CDU-Wahlhelfern von der Bild-Zeitung zu verdanken sein.

warum wird heut zu Tage alles erklärt?

Sind die Menschen nicht mehr schlau genug selbst zu entscheiden ob sie wählen oder nicht?
Die Demokratie ist immer dort gefährdet wo Menschen nicht mehr ernst genommen werden.
Es bleibet dabei .... die Gedanken sind frei.

Wählen ist wichtig

dafür haben die Generationen vor uns gekämpft, um dieses Recht durchzusetzen. Mein Opa sagte immer "Wahlrecht ist Wahlpflicht". Ich bin zwar gegen eine wirkliche Wahlpflicht, aber wir sollten froh sein, wählen zu können. Ich bin mir nicht sicher, wie lange wir das noch können, gibt ja schon jetzt Ideen, die Legislaturperioden auszuweiten. Jetzt spricht man zunächst von 5 Jahren, aber es fängt ja immer klein an.

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