Kommentare

unverständlich

dass das nicht schon längst geändert wurde. Die kinderlose Ehe bringt der Gesellschaft in der Tat keinen einzigen Vorteil. Es gibt also keinen Grund, sie steuerlich zu fördern (das schreibe ich übrigens, obwohl ich selbst davon profitiere). Umgekehrt sollten ALLE Familien, also auch alleinerziehende, Patchworkfamilien und ebenso unverheiratete Paare mit Kindern steuerlich unterstützt werden. Ich kann mir kein einziges Argument vorstellen, dass für die jetzige Regelung spricht. Außer natürlich, dass die gut verdienenden kinderlosen Ehepaare nicht begeistert sein werden. Aber für die ist die Regelung eben auch nicht gedacht.

Ein gutes Thema

Den Befürwörtern des Ehegattensplitting, die erzählen "schließlich müsse der Ehepartner auch für den Unterhalt beider haften und zu Not dem Staat die Sozialunkosten für den arbeitslosen Partner ersparen" sei gesagt:

Selbst Minderjährige haften genauso für ihre Eltern, denn das Kindergeld und der Unterhalt für die Kinder wird als Einkommen der Bedarfsgemeinschaft angerechnet und wenn das Kind "zu viel" Unterhalt bekommt, dann wird es auf das arbeitslose Elternteil "umgebucht". Kinder ab 15 können schon mal angehalten werden sich einen kleinen Nebenjob zu suchen - aber nicht um das eigene Taschengeld aufzubessern.

Daher wäre eigentlich ein Bedarfsgemeinschaft-Splitting angemessen.

Und wenn die Oma, die in der Bedarfsgemeinschaft lebt, auch noch ihre Rente als Einkommen angeben und sich beteiligen muss, dann ist es umgekehrt auch richtig, dass auch Oma in das Familiensplitting fällt. Dann kann man sich um Oma auch zu Hause kümmern.

Verständlich erklärt, aber

Zuerst Lob und Dank für die gute vereinfachte Darstellung eines nicht ganz einfachen Konzeptes.

Der Beitrag betont, dass das Ehegattensplitting eine Subvention von über 20 Mrd. Euro für 13 Millionen Ehepaare bedeutet.
Diese Zahlen ließen sich einfacher einordnen, wenn auch noch gesagt worden wäre, wie viel Millionen Familien von einem Familiensplitting nach französischem Vorbild profitieren würden und wie viele Ehepaare nicht mehr so gut gestellt wären. Das dürfte sich ja über den Daumen gepeilt schon sagen lassen, oder?

Nun mal langsam, das Ehegattensplitting ist ja auch sinnvoll

Wenn man heiratet, übernimmt man ja auch die volle Verantwortung gerade auch Finanziell für einen anderen Menschen (Miete, Wohnung, Pflegekosten, Unterhalt etc.) Das möchte der Staat halt gezielt fördern, weil verheiratet oder Lebenspartnerschafft den Staat entlastet, wenn z.B. einer arbeitslos wird oder in Hartz4 fällt, muss der Ehegatte beazhlen und es gibt nichts vom Staat. Also ist Ehegattensplitting was immer so verteufelt wird eine durchaus sinnvolle Sache. Es soll damit wenigstens ein wenig Förderung vom Staat für Partnerschaften und gegen Singlehaushalte und Einzelegoismus sein. Ob dann mit Kindern im Haus, einer zuhause bleibt oder beide arbeiten usw. ist doch eher Privatsache. Es spricht natürlich nichts dagegen, auch dieses Splitting zu erweitern und Kinder mit einzubinden.
Aber immer pauschal das Ehegattensplitting zu verteufeln ist falsch. Man nimmt als Ehepaar dem Staat auch viele Lasten ab. Z.b. auch die Wohnungsnot wäre noch größer, wenn wir noch mehr Singles hätten

Ich würde es mal so umschreiben...

...in den USA lebt man um zu arbeiten und in Großteilen der EU arbeitet man um zu leben. Letzteres ist eine Errungenschaft die man nicht in Abrede stellen sollte, ansonsten sind wir ganz schnell da wo US Amerikaner schon jetzt sind.
Und immer wieder diese Studien und Statistiken das die Frauen weniger arbeiten bzw. viel weniger bekommen als Männer...wer weiß was wäre wenn die Männer die Kinder bekämen und dann erstmal zu Hause bleiben müßten.

Bei mir und meiner Frau war es bei allen Kindern anders. Da blieb ich 6 Monate zu Hause und sie ging wieder arbeiten und warum...na weil sie mehr verdiente. Das ist ja auch vollkommen logisch.

Beim Familiensplitting sehe ich in Deutschland die Gefahr, das z.B. jugendliche Kinder dann ja auch ihren Lohn mit einberechnet bekommen, denn es werden die Einkünfte aller Familienmitglieder einberechnet. Das mag bei Kleinkindern sinnvoll sein aber nicht wenn man erwachsene Kinder noch zu Hause hat.

Falsch erklärt!!! Bundesverfassungsgericht beachten!

Das Ehegattensplitting ist nach einem Richterspruch des Bundesverfassungs-Gerichts eingeführt worden, weil Ehepaare sonst grundsätzlich schlechter dastehen würden, gäbe es das Ehegattensplitting nicht. Denn der besondere Schutz der Ehe spielt hier eine Rolle. Und das Thema "Hausfrauen": Das ist ein Beruf. Denn wenn Haus & Hof & Kinder vorhanden sind, dann ist es durchaus sinnvoll, wenn eine Person zu hause ist.
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Und eine Frage wird nicht beantwortet. Wo sollen denn jetzt die ganzen Hausmänner und Hausfrauen plötzlich arbeiten? Gibt es neue Arbeitsplätze, die auch gut bezahlt! werden? Oder war da nicht was mit Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz / massiver Arbeitsplatz-Abbau.
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Also wo bitte, sollten die denn alle nun arbeiten? Und wenn das nicht funktioniert, müssten alle "Hausmänner" und "Hausfrauen" auch als Hartz4 oder Aufstocker finanziert werden. Und nun?
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Dieser "Faktenfinder" war ein Witz. Sorry!

Familiensplitting

Eines der zentralen Themen der AFD seit April 2016, das jetzt auf einmal von anderen übernommen werden soll. Dieser Artikel bringt es sehr gut auf den Punkt: Bisher nur Gerede keine Taten. Und dann wundert man sich, daß sich Deutsche 2 mal überlegen, ob sie sich Kinder leisten können. Es wäre längst an der Zeit so etwas umzusetzen, das würde auch Alleinerziehende entlasten

Familien helfen? Und gar noch

Familien helfen? Und gar noch Kindern helfen?
Nicht mit der kinderlosen Merkel.

Warum sollte sie so etwas befürworten?
Weder sie selbst noch auch ihre Lobby-Freunde hätten etwas davon. Das Ehegattensplitting dagegen ist super klasse gerade für Topverdiener. Oft ist die legale Steuerersparnis höher als die Lebensunterhaltskosten einer beliebigen Frau die dafür geheiratet wird.
Plus: wer am 30.12 heiratet, bekommt das Ehegatten Geschenk rückwirkend für das ganze Jahr.

Lach

da wird der eine wegen 50000 Euro in der Schweiz zum Verbrecher und der andere, der 50000 Euro am Fiskus durch Splitting schleust, ist der brave Bürger, der sich an Gesetze hält. Ich muss tatsächlich lachen.

Wenn die Medien nicht hin und wieder diese absurden Realitäten ausgraben würden, hätte man kaum noch was zu lachen.

Ich frage mich wie lange es dauert, bis der Bürger, der nicht genug hat, um in der Schweiz ein Konto zu führen oder durch Splitting reich zu werden, sich sagt, dass er nicht mehr als sein "bescheidenes" Leben zu verlieren hat. Ein Umstand, der für das eine oder andere Leid im Krieg, verantwortlich war. Wen wundern noch nationalistische Parteien. Sobald diese den Zorn und Enttäuschung nicht lindern können, werden neue kommen, die mit den etablierten Parteien wirklich nichts mehr gemein haben werden.

Wird es aber im neuen Anlauf Rückzugsorte geben, für die die sagen, so war das alles nicht gewollt?

Nicht nur Gerechtigkeitsfrage

Ob das Splitting gerecht ist, darüber kann man lange diskutieren. Warum soll es nicht gerecht sein, dass Paare, die ihr Einkommen zusammenschmeißen und gemeinsam ausgeben, steuerlich gleich behandelt werden - unabhängig davon, ob einer einen größeren Anteil am Einkommen erwirtschaftet oder beide etwa den gleichen?

Die Frage ist eher, ob das Splitting, so wie es ist, unerwünschte Effekte hat. Da ist zum einen die genannte Hausfrau mit gut verdienendem Mann - würde sie arbeiten gehen, würde sie die eheliche Steuergemeinschaft über die Progression in eine höhere Steuerklasse bringen, das lohnt sich oft kaum. Zum anderen können solche Familienmodelle dazu führen, dass einer der beiden nach einiger Zeit allein kaum in der Lage wäre, seinen Lebensunterhalt oder eine brauchbare Rente zu erwirtschaften. Wenn also das Lebensmodell nicht über ein ganzes Leben aufgeht, können die Folgen ziemlich unanbgenehm sein.

Und da sollte man schon mal nachdenken, ob das Splitting sinnvolle Anreize setzt.

Der Faktenfinder verschweigt leider etwas wesentliches.

Das "Hausfrauen"-dasein gefördert werden würde, ist schlicht eine Mähr.
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Denn jedem Ehepaar steht es ja frei, sich für eine entsprechende Steuerklasse zu entscheiden. Will die "Hausfrau" oder "Hausmann" arbeiten, können beide auf die Steuerklasse 4 gehen, und sind der Steuerklasse 1 gleichgestellt.
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Ungeklärt auch, wo denn nun alle noch zusätzlich arbeiten sollen, und zwar so gut bezahlt, das keine ex-Hausfrau aufstocken muss. Denn das wäre auch wieder eine teure Angelegenheit für Alle.
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Das aktuelle System funktioniert sehr gut. Das Unverheiratete hier einen Neid entwickeln, liegt in der Natur der Sache. Ist dem Grundgesetz und dem Bundesverfassungsgericht aber - zurecht - völlig egal. Da zählen dann die wirklichen Fakten.

Diese Studie

von der hier berichtet wird ist ein großer Quatsch. Wie man solch eine Studie hinbekommt und als aufrichtig darstellt ohne dabei "rot anzulaufen" hat es faustdick hinter den Ohren oder er wird dafür üppig entlohnt (Unterstellung)! USA und Besipiel Deutschland sind überhaupt nicht vergleichbar da Urlaub, Krankheit, Wochenarbeitszeit - einfach alles ganz anders geregelt ist. Na ja - man gibt sich die Mühe es so darzustellen als ob...
Aber unterm Strich hat das nicht oder nur sehr wenig mit dem Ehegattensplitting zu tun, zudem finde ich den begriff "Hausfrauenehe" sehr diskriminierend - aber in dieser Richtung regen sich Presse und Politiker viel weniger auf - politischer Mainstream eben!

Familiensplitting statt Kindergeld

Es würde schon Sinn machen, dass Familien mit Kindern besser zu stellen als kinderlose Ehepaare. Das Kindergeld sollte durch entsprechende Steuer-Freibeträge substituiert werden. Das hätte auch eine demografische Lenkungsfunktion.

Durch die Förderung des Ehetrauscheins mit Steuern, halbe GEZ-Gebühren und ADAC-Mitgliedschaften werden Ledige überdurchschnittlich belastet, auch wenn sie Elternteil sind. Das ist ungerecht.

11:54 von frosthorn - Gedankenfehler

Die "Ehe" wurde auch nicht für den Staat geschaffen, sondern für die Menschen. Die Ehe muss überhaupt keinen Vor- oder Nachteil für den Staat erbringen. Das ist nicht das Ziel einer Ehe.
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Auch unverheiratete mit Kindern bekommen das Kindergeld. Und hierüber kann / sollte der Staat steuern. Das Ehegattensplitting ist ein Resultat eines höchst richterlichen Urteils des Bundesverfassungsgerichts. Und wir fahren alle sehr gut damit, denn wo die ganzen Eheleute nun noch zusätzlich - gut bezahlt! - arbeiten sollen bei schwindenden Arbeitsplätzen, das wird leider nicht verraten.

@michicu

"wenn z.B. einer arbeitslos wird oder in Hartz4 fällt, muss der Ehegatte beazhlen und es gibt nichts vom Staat" Am 11. September 2017 um 12:10 von michicu

Wo Sie H4 erwähnen: Bekommt auch nur 1 Elternteil H4, darf ein Kind pro jahr max. 50€ geschenkt bekommen. Alles darüber zählt als Einkommen und wird auf das elternteil, bzw. die Familie als Einkommen verteilt.
Das Kind haftet also genauso.
Warum dann kein Familiensplitting?

12:15 von Marcus Funk - AfD? sorry, das ist albern.

Schon 2001 wollten die Grünen das Familiensplitting einführen. Der Hut ist uralt. Die AfD ist eher diejenigen, die jetzt nach fast 20 Jahren auch noch mit fremden Federn "schmücken" will.

@Atlantiker

"Ungeklärt auch, wo denn nun alle noch zusätzlich arbeiten sollen, und zwar so gut bezahlt, das keine ex-Hausfrau aufstocken muss. Denn das wäre auch wieder eine teure Angelegenheit für Alle." Am 11. September 2017 um 12:22 von Atlantiker

Nein, das ist geklärt, das nennt sich dann "Bedarfsgemeinschaft" und man darf weiterhin füreinander haften und zahlen.

Ehegattensplitting

Das Ehegattensplitting ist gerecht, denn es führt dazu, dass Ehepaare mit gleichem Gesamteinkommen gleich hohe Steuern bezahlen. Da sie nach den gesetzlichen Bestimmungen auch zu gegenseitigem Unterhalt verpflichtet sind und damit eine Wirtschafts- und Einstehensgemeinschaft bilden, ist die Bemessung der Steuer an dem gemeinsamen Einkommen ein Gebot der Gerechtigkeit. Wer das Ehegattensplitting abschaffen will, sollte sich erst überlegen, wen er dadurch trifft: die abhängig Beschäftigten nicht aber die Freiberufler oder Selbständigen. Denn jeder Handwerker wird mit seiner Frau eine BGB-Gesellschaft gründen bei der der Gewinn 50 : 50 aufgeteilt wird. Damit erreicht er das Splittingergebnis. Auch der Arzt wird seine Frau als Sprechstundenhilfe mit einem hohen Gehalt einstellen, und sich so dem Splitting nähern. Und wer hohes Vermögen hat, kann die Erträge auf die beiden Partner aufteilen. Gerechtigkeit schafft man so nicht. Nötig ist die Verbesserung der Kinderbetreuung, Ganztagsschulen

@Atlantiker

"Auch unverheiratete mit Kindern bekommen das Kindergeld" Am 11. September 2017 um 12:26 von Atlantiker

Das haben Sie doch auch noch bekommen.

Kein Wunder ...

... ist die Geburtenrate in F deutlich höher als bei uns. Hinzu kommen dort aber auch, dass Kindertagesstätten viel besser organisiert sind (verlässlicher) und z.B. Kinder bei der Bahn fast kostenlos mitfahren. In D. kostet die "Aufzucht" eines Kindes durchschnittlich 80.000€ (ohne Studium und Kindergeld abgezogen). Das ist von einen Geringverdiener schwierig zu stemmen: Kein Wunder also die zunehmende Kinderarmut - pfui an unsere Gesellschaft! Ob das mit dem Familien-Splitting verbessert würde, glaube ich nicht: Das hilft den Steuer zahlenden Bürgern etwas, aber den Gering-Verdienern gar nicht.

12:26 von ähhhhh ... weil ?

Es würde schon Sinn machen, dass Familien mit Kindern besser zu stellen als kinderlose Ehepaare. Das Kindergeld sollte durch entsprechende Steuer-Freibeträge substituiert werden. Das hätte auch eine demografische Lenkungsfunktion.
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Bis auf "Lenkungsfunktion": einverstanden. (Historisch war es nie "einfacher", Kinder groß zu ziehen, als heute, dennoch sinken überall (!) in Europa die Geburtenraten. Das hat also ganz andere Gründe) Das Kindergeld ist die Stellschraube.
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Aber was spricht sachlich gegen das Ehegattensplitting? Stellschraube.

Steuereinnahmerekord!

Der Staat hat so hohe Steuereinnahmen wie noch nie. Warum soll hieraus eine Neiddebatte gezimmert werden? Man sollte das Ehegattensplitting lassen wie es ist, man kann doch bei den immer höher werdenden Steuereinnahmen auch zusätzlich die Familien mit Kindern steuerlich fördern.

Warum hieraus eine Neiddebatte gemacht wird, wo es bei den hohen Steuereinnahmen gar nicht notwendig ist, ist mir schleierhaft. Außerdem wäre es den meisten Bürgern nicht vermittelbar, zurecht.

"Hausfrauenehe"

auch wenn es sicher nicht so gemeint war
den Begriff hier so zu verwenden klingt abwertend
mir gefällt das Konzept Familie, mit einer Person die sich explizit um die Familie kümmert
und damit bewege ich mich wohl nicht mit der Bevölkerungsmehrheit im Einklang,
wohl aber dem GG
was nicht heißt, dass das französische Model nicht so seinen Reiz hat
Vorteile bietet gegenüber Alleinerziehenden

@Atlantiker

"Die "Ehe" wurde auch nicht für den Staat geschaffen, sondern für die Menschen."
Dann ist es auch nicht nötig dass der Staat dafür eine Steuervergünstigung gibt. Wenn die Ehe schon nicht mehr ohne diesen Anreiz auskommt hat sie offensichtlich keinen großen menschlichen Wert mehr.

Familiensplitting vs Kindergeld

Kindergeld und Familiensplitting haben unterschiedliche Funktionen, und das eine lässt sich nicht unbedingt durch das andere ersetzen. Vom Familiensplitting profitieren können nur Haushalte, die Steuern zahlen - je mehr Einkommen da ist, desto größer die Entlastung. Kindergeld bekommen alle. Kindergeld durch Familiensplitting zu ersetzen entspricht also einer Umverteilung von arm zu reich.

Aber Familiensplitting heißt ja nicht, dass Ehegatten, so vorhanden, nicht mehr berücksichtigt werden. In Frankreich kann ein Paar selbst wählen, ob es eine gemeinsame oder jeder seine eigene Steuererklärung abgibt. Kinder werden dann entweder auf das gemeinsame Einkommen, oder zur Hälfte jedem der Partner angerechnet. Das funktioniert prima und fördert tatsächlich Haushalte mit Kindern.

Im Gegenzug...

.. wird aber dann erwartet, dass man seinen arbeitslosen Ehepartner finanziert, während Unverheiratete die Möglichkeit haben, diese Finanzierung dem Staat zu überlassen.
Das Ehegattensplitting ist dafür eigentlich ein sinnvoller Ausgleich.

Auch die angebliche "Förderung der Hausfrauenehe" halte ich eher für vorgeschoben. Wer arbeiten will, und Arbeit findet, wird arbeiten, unabhängig davon, ob er (oder sie) jetzt auf dem Papier mehr oder weniger Steuern bezahlt.
Tatsächlich sind diese Steuerklassen ja nur ein Hilfskonstrukt, nachher werden ja eh einfach alle Einnahmen zusammengerechnet und gemeinsam versteuert. Besonders gut zu sehen, wenn beide niedrigere Einkommen haben, und bei der Steuererklärung selbst der mit Steuerklasse 5 fast die ganzen gezahlten Steuern zurückbekommt.

Nee.. aber das Ehegattensplitting bringt halt sehr gut Verdienenden, und denen die von ihren Kapitalerträgen leben nichts, deshalb kann das weg, ohne das CDU-Kernklientel zu verärgern.

Ehegattensplitting

Der maximale Vorteil durch Ehegattensplitting liegt bei ca. 15.000 €, was voraussetzt, dass ein Ehegatte gar nichts verdient und der andere ein Einkommen von mehr als 500.000 € hat. Also erst nachschauen/nachdenken, dann "kommentieren"!

12:26 von ähhhhh

werden Ledige überdurchschnittlich belastet/Steuer-Freibeträge substituiert
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das werden die ohnehin

oder wer hat mehr von unserem Krankenkassenbeitragssystem
ein Lediger der dasselbe einzahlt wie ein Familienvater mit 10 Kinder
und (Steuer) Freibeträge für Kinder, wieviel Steuern zahlt überhaupt eine Familie mit Kindern ?

Zusätzlicher Bonus für Besserverdiener.

Ehegattensplitting lohnt sich nur für Gut- und Besserverdiener. Die, die wirklich Unterstützung brauchen, haben gar nichts davon. Aufstocker z. B. brauchen sich über Ehegattensplitting keine Gedanken zu machen. Auch für Familien, die den Mindestlohn gerade so überschreiten, ist das keine Hilfe.
Das ändert sich auch nicht mit Familiensplitting.
Nur die, die viel haben, bekommen einen Extrabonus.
Aber dass sind natürlich auch die, die Union wählen.

Das Einzige, was in meinen Augen wirklich eine Verbesserung bringen könnte, wäre ein Bedingungsloses Grundeinkommen. Nur da werden Familien mit wenig Einkommen im Verhältnis besser unterstützt als Familien mit hohem oder sehr hohem Einkommen.

Für Alle, denen das zu radikal ist, könnte auch erst einmal die Steuer VERNÜNFTIG reformiert werden. Z. B. Steuerbefreiung auf die ersten 1000€, egal wieviel Jobs notwendig waren um dieses Einkommen zu erzielen.

Atlantiker hat natürlich völlig recht

"wo denn nun alle noch zusätzlich arbeiten sollen, und zwar so gut bezahlt, das keine ex-Hausfrau aufstocken muss."

Die Produktivität wächst im langjährigen Durchschnitt schneller als die Wirtschaft. Jedes Jahr können wir 1,5% mehr Produkte und Dienstleistungen verkaufen, brauchen aber 2,5% weniger Arbeitsstunden um die gleiche Menge wie letztes Jahr zu produzieren. Bleiben rund 1% Arbeitsstunden, die jedes Jahr wegfallen.

Idealerweise durch Arbeitszeitreduzierung bei vollem Lohnausgleich, aber in der Realität durch Entlassungen, oder fehlende Neueinstellungen nach Pensionierungen.

Und da sitze ich jetzt nun als arbeitsloser Diplomingenieur, und würde mich freuen wenn *entweder* meine Frau mit ihrem Master in Mikrobiologie/Krebsforschung *oder* ich einen halbwegs vernünftigen Job finden könnte, und muss lesen wie irgendwelche Politiker fabulieren, das steuerliche Hilfskonstrukte wie die Steuerklasse 5 Leute von der Arbeit abhielten.

Finde ich ehrlich gesagt etwas beleidigend.

Familiensplitting …

… wäre Förderung und Stärkung von sozialer Gerechtigkeit. Und davon reden doch (fast) alle Parteien immer wieder.

Im Wahlkampf 2017 habe ich dieses Stichwort allerdings noch nicht gehört, von keiner einzigen Partei.

Das französische Modell scheint mir da ein guter Ansatzpunkt, da auch Kinder nicht verheirateter Eltern einbezogen werden (und wohl auch die von Alleinerziehenden, denn ein Elternpaar gibt es ja immer - auch wenn das aus dem Beitrag nicht eindeutig hervorgeht).

Mich würde wirklich interessieren, welche Partei(en) sich mit welchen Argumenten seit Jahrzehnten gegen ein Familiensplitting aussprechen.

(Fast) alle Parteien betonen immer wieder, dass sie etwas für Familien und Kinder tun wollen. (Sehr) viel heiße Luft und eine mehr oder weniger untaugliche Gesetzgebung.

Wenn ich auf die Jahre seit 1998 zurückblicke: warum widerspricht die CDU/CSU/SPD/FDP/Grünen-Regierungspolitik so sehr dem eigenen Anspruch, familien- und kinderfreundlich sein zu wollen?

Irgendwie ratlos …

Danke Tagesschau

Endlich wenn die AFD immer mehr vorrückt, werden die Programmthemen auch mehr angesprochen.

Selbstverständlich ist die Familiensplitting ein besseres Konzept und es ist die Verschuldung der etablierten Parteien, dass sie dieses Modell nicht eingeführt haben.

Dieses Beispiel zeigt wieder mal wie wichtig es ist im Parliament eine richtige Oppositionspartei zu haben.

Erklärung?

@ 12:19 von heimatplanetmars

"da wird der eine wegen 50000 Euro in der Schweiz zum Verbrecher und der andere, der 50000 Euro am Fiskus durch Splitting schleust, ist der brave Bürger"

Weil das eine legal und durchaus vernünftig ist, und das andere Diebstahl an der Gemeinschaft?

"Wenn die Medien nicht hin und wieder diese absurden Realitäten..."

Was? Dass wer gemeinsam verdient und gemeinsam ausgibt auch gemeinsam versteuert wird? Was genau ist daran absurd?

"Ich frage mich wie lange es dauert, bis der Bürger, der nicht genug hat, um in der Schweiz ein Konto zu führen oder durch Splitting reich zu werden"

Durch Splitting wird man nicht reich. Dazu braucht es zwei gute Einkommen (gut, oder eine Erbschaft). Bei beiden bringt das Splitting aber nichts..

"Wen wundern noch nationalistische Parteien"?

Mich. Klar werden besonders Mittelschicht und working poor ausgebeutet. Dagegen müsste man aber links wählen, keine fremdenfeindliche Version der FDP

@ 12:10 von michicu

Wenn man heiratet, übernimmt man ja auch die volle Verantwortung gerade auch Finanziell für einen anderen Menschen (Miete, Wohnung, Pflegekosten, Unterhalt etc.) Das möchte der Staat halt gezielt fördern, weil verheiratet oder Lebenspartnerschafft den Staat entlastet, wenn z.B. einer arbeitslos wird oder in Hartz4 fällt, muss der Ehegatte beazhlen und es gibt nichts vom Staat.[...]

Tja, das klingt auf den ersten Blick ganz logisch. Wenn man dann aber sieht das über 35% aller Ehen wieder geschieden werden, Tendenz steigend, sieht die Sache schon wieder anders aus. Die finanziell umhüteten Hausfrauen haben nämlich dann jahrelang nicht gearbeitet, keine Fortbildung gemacht, keine Rente eingezahlt ect.
DAS sind dann nämlich die Frauen die in Hartz 4 fallen.

Ich bin ja für das BGE. Zwei Menschen, jeweils mit etwa 1000€ Nettoeinkommen, können gemeinsam überall in Deutschland menschenwürdig leben. Und wenn sie dann Arbeit finden, ist sogar ein ganz klein bisschen Luxus drin.

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