Ihre Meinung zu: Schweiz: Bergstürze zerstören erneut mehrere Häuser

1. September 2017 - 10:31 Uhr

In der Schweiz haben zwei Bergstürze erneut mehrere Häuser zerstört. Betroffen waren vor allem die Dörfer Bondo und Promontogno im Kanton Graubünden. Berichte über Verletzte oder Vermisste gibt es nicht.

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Kommentare

Es wird im Endeffekt darauf hinauslaufen

dass bestimmte Gefahrenbereiche von menschlicher Besiedlung geräumt werden.

In Bondo sind weitere Millionen Kubikmeter Gestein am abstuerzen

Bei Blick.ch liest man, dass es noch lange nicht vorbei ist, und dass weitere 500'000 bis eine Million Kubikmeter Gestein akut abbruchgefährdet sind:

http://tinyurl.com/y8jpdxom
blick.ch: Bergell von der Aussenwelt abgeschnitten (am 31.08.2017 | Aktualisiert um 10:17 Uhr)

Akute Absturzgefahr

Am Grenzberg zu Italien, dem Piz Cengalo, waren am Mittwoch letzter Woche drei Millionen Kubikmeter Gestein abgebrochen. Das Material wurde danach als Murgang über das Seitental Bondasca ins Haupttal Bergell bei Bondo geschoben. Eine Wiederholung der Naturkatastrophe, bei der acht Menschen ihr Leben verloren und mehrere Gebäude beschädigt wurden, scheint nicht ausgeschlossen.

Am Piz Cengalo befinden sich laut Gartmann 500'000 bis eine Million Kubikmeter Gestein, die «akut absturzgefährdet» sind. Doch niemand weiss, ob überhaupt oder wann das Material abstürzen könnte.

@ karwandler (10:44): dieses ganze Gebiet wird wohl aufgegeben

hi karwandler

Es wird im Endeffekt darauf hinauslaufen dass bestimmte Gefahrenbereiche von menschlicher Besiedlung geräumt werden.

Um ehrlich zu sein:
ich sehe es so, dass Bondo wird aufgegeben werden muessen, weil da noch deutlich mehr ins Rutschen gekommen ist und noch etliche Millionen Kubikmeter Gestein abbruchgefährdet sind laut blick.ch.

Und auch bei Spino kommt ebenfalls immer mehr runter. Aus dem Grund wird man dort nicht mehr hinkönnen und die Menschen werden sich andere Gegenden suchen muessen, wo sie hinziehen können. Denn wenn der Permafrost in den Alpen verschwindet, dann werden eines Tages eventuell weitere Alpenberge in sich zusammenfallen und ebenfalls zu Muren werden. Denn Berge arbeiten und stehen niemals still. Erinnere dich daran, was in Lengede damals vor langen Jahren geschehen ist.

Wenn uns nicht der Himmel auf ...

den Kopf fällt - das war doch die (einzige ) Furcht der Gallier im Dorf der Verrückten... Zumindest den Schweizern, in nächster Zeit vermutlich noch weiteren Bergbewohnern, fallen ihre Berge auf den Kopf - eine ganz reale Furcht, eine Gefahr, der man weichen muss.
Was wird das bedeuten, wenn wir Klimaflüchtlinge im eigenen Kulturraum haben, werden wir dadurch offener für die Nöte der entfernter lebenden, oder werden die ewig nörglerischen Gründe finden, weiter vom Ende der Welt und vom Ende der Ressourcen zu lamentieren.

Die Regionen werden nicht

Die Regionen werden nicht aufgegeben.
Noch nie hat der mensch lebensraum kampflos aufgegeben.
Ob nun Deiche(NL) oder stoische Routine (USA),
Der mensch weicht nicht.
Eher könnte ich mir vorstellen, dass die Berge ordentlich verputzt werden.
Der mensch ist nunmal nicht rational.

Bergstürze zerstören mehrere Häuser

Da der Mensch glaubt, ihm gehöre die ganze Welt, meint er auch, er kann mit ihr machen was immer er will!
Da wird abgeholzt für den Profit, und dann wundert man sich, dass die Gesteinst- und Schlammmassen ganze Dörfer verschütten.
Da wird weiter die Luft verpestet, dass die Wirtschaft nur so brummt!
In einigen Jahren sind die Umweltkosten höher, als die wirtschaftlichen Gewinne.
Der Mensch sollte sich der Natur anpassen, und nicht die Natur sich ihm anpassen.
Das funktioniert nicht.
Hoffendlich lernt der Mensch das wieder!

@Demokratieschule

Bondo liegt in Graubünden etwa 800 Meter üdM. - Ich bezweifle das hier nach der Eiszeit je Permafrost herrschte. - Diese Bergstürze haben wohl eher mit dem Dauerregen zu tun.

@Einerer

Ja, schauen Sie sich doch die Landkarte der Schweiz an: wenn alle ihren alpinen Lebensraum aufgeben und ins Tiefland ziehen würden, dann würde es ein bisschen eng, sie würden ihre herrliche Heimat und ihre Lebensform verlieren, und Almwirtschaft und Tourismus als Lebensgrundlage und Wirtschaftsstandbein für alle wären auch hin.

Wer wüsste besser als die dort Lebenden, wie sehr die Alpen überall durch Erosion gefährdet sind; das war immer schon so und wird sich durch schmelzende Gletscher nun noch zuspitzen. Aber zumindest sind Schweizer Meister darin, alles permanent zu vermessen, entsprechend Vorsorge zu treffen, wo das möglich ist und Warnsysteme zu erfinden und zu installieren (und sie auch ernstzunehmen). Man könnte sagen, was die Niederländer in Flutabwehr und Überschwemmungsschutz sind, sind die Schweizer im Umgang mit den Gefahren der Bergwelt.

Kontrollierte Sprengungen

Errosion gab es schon immer. Das Leben an der Küste, nahe von Flußläufen oder im Gebirge bot schon immer Risiken. Abseits davon bleibt aber nur sehr wenig Lebensraum für den Menschen. Die Frage ist ganz simpel wie man damit umgeht.

Lawinen sprengt man gerne kontrolliert, damit sie den Menschen nur wenig gefährden. Vermutlich wir man das auch bei vielen dieser Erdrutsche machen müssen. Es wird nur wesentlich teurer und aufwendiger werden.

kleiner Denkfehler

@ Rebel-Lion - Es ist richtig, Bondo liegt auf 834 m und im Ort gibt es keinen Permafrost. Aber von Bondo sind auch KEINE Muren abgegangen sondern von dem rundum liegenden Gebirge. Dies ist bis zu 3.500 m hoch und nach den Schweizerischen Angaben löste sich der Bergsturz aus ca. 2.500 m. In diesen Höhen GIBT bzw. gab es Permafrost wie auch bei Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze (2.962 m).

@Rebel-Lion: Schwerkraft

Wie der Name sagt, stürzt da etwas von oben nach unten - in die andere Richtung wird von der Schwerkraft verhindert.
In der Schweiz sind die Berge oben und die Täler bzw. Orte unten.
Unten: Bondo (800m),
Oben: Pizzo Cengalo, etc. (3300m) einschließlich des sich Ihrer Einschätzung verweigernden Permafrostes.

@clafaro: gefällt mir!

;-)

@Rebel-Lion

"Diese Bergstürze haben wohl eher mit dem Dauerregen zu tun"

Das ist normale Erosion im Hochgebirge. Entscheidend ist die Schwerkraft, Tektonik und das stetige Nagen von Wetter mit viel Zeit.

Es gibt nicht den Grund.

Es gibt Gründe

und einer davon ist der schmelzende Permafrost im Hochgebirge.
Das führt zu zunehmender Erosion und wird wohl so weitergehen.
Ist schon länger bekannt...
http://www.faz.net/aktuell/wissen/erde-klima/alpen-wenn-der-permafrost-s...

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