Kommentare

So unterschiedlich sind die Ansichten

"Damit steige allerdings auch das Risiko, dass gefährliche Krankheiten ausbrechen, warnte die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften."

Was sagt die WHO:"The risk from dead bodies after disasters due to natural hazards is misunderstood by many professionals and the media. Even local or international health workers are often misinformed and contribute to the spread of unfounded rumors..."
WHO, Management of dead bodies: Frequently asked questions, Online Q & A
2 November 2016

Differenzierungen???

In den letzten Tagen wurde im Fernsehen und in den Nachrichten mehr oder weniger nur über die Überschwemmungen in den USA berichtet. Ich frage mich ernsthaft ob die USA einen anderen Stellenwert hat als Südasien, auch was die Opferzahlen betrifft??? Eine Berichterstattung sollte doch neutral sein, oder?

Traurig

Ich habe eben die 13 Uhr Nachrichten im Radio gehört, mit keinem Wort wird da diese Unglück in Asien mit so vielen Toten angesprochen, das erste Thema ist mal wieder der Hurrikan, der jetzt Louisana erreicht hätte.

Warum sind uns die Menschen in Amerika mehr Wert als in Asien?

Der Vergleich...

...zwischen der Katastrophe in Texas und und Bangladesch fällt zu Ungunsten des letzteren aus.
Während sich die Zahl der um's Leben gekommen Personen in Texas um einige wenige handelt, sind es in Südasien mindestens hundertmal mehr.
Umgekehrt wird es bei der Schadenshöhe sein.

Merkwürdige Schwerpunkte in der Berichterstattung

Lassen wir Überschwemmungen in den reichen USA jetzt einmal beiseite.

Es wird Zeit, dass UNO-Organisationen und karitative Verbände aktiv werden und dass Spendenkonten für dieses Desaster angegeben werden, zumindest für die Menschen in Bangladesch und Nepal (Indien ist ja prinzipiell auch ein sehr reiches Land).

Wenn ein Drittel eines Landes unter Wasser steht und hunderte Menschen und vermutlich hunderttausende Tiere sterben, dann ist das existenzbedrohend für das ganze Land, und es kann sich wohl ohne Hilfe nicht erholen.

Monsun ist ein ursprünglich natürliches Phänomen

Der Monsun ist ein ursprünglich natürliches Phänomen und sorgte eigentlich für die Fruchtbarkeit der Länder dort. Dass er sich durch den Klimawandel regelmäßig verstärkt und mittlerweile fast immer schlimmere Folgen hat, ist schon seit Jahren so. Ab und zu wurde berichtet.
Der Unterschied zu den USA und der "lauteren" Berichterstattung von dort ist wohl, dass dort wesentlich größere Vermögenswerte vernichtet werden. Das ist ja der Riesenirrtum unserer Zeit und unserer Gesellschaft: dass Geld mehr Wert wäre als Menschen.

@ Ludek - 12:39

"In den letzten Tagen wurde im Fernsehen und in den Nachrichten mehr oder weniger nur über die Überschwemmungen in den USA berichtet. Ich frage mich ernsthaft ob die USA einen anderen Stellenwert hat als Südasien, auch was die Opferzahlen betrifft???"

Die Frage muß man wohl mit einem klaren "Ja" beantworten.

Der Umfang & die Tiefe der Berichterstattung über Katastrophen oder Gewaltakte in der Dritten Welt fällt i.d.R. immer kürzer aus, als bei vergleichbaren Ereignissen in der Ersten Welt. Einfach mal die Berichterstattung über Dürren, Überschwemmungen, Massaker oder Krankheiten (z.B. Ebola in Afrika) der letzten Jahrzehnte in der Dritten Welt heranziehen.

"Eine Berichterstattung sollte doch neutral sein, oder?"

Mit Neutralität hat dies m.E. nichts zu tun. Eher mit der Dichte der Reporter vor Ort & der Wichtigkeit für das "Weltgeschehen" (im Fall des Hurrikans in den USA richten sich ja nun alle Augen auf Trump).

Weitere Schlüsse kann nun jeder selbst ziehen.

Klimawandel.

Dass für die Zunahme derartiger Katastrophen der weltweite Klimawandel zumindest mitverantwortlich ist, wird von kaum jemandem bestritten.

Umstritten ist bekanntlich, inwiefern der Mensch und menschliche Industrie an diesem Klimawandel Schuld trägt.

Die Frage ist aber, ob wir es uns angesichts der vielen Opfer leisten können, menschliches Verhalten nicht zu ändern, wenn zumindest die Möglichkeit besteht, dass der Mensch dafür mitverantwortlich ist.

Denn vollkommen ausschließen kann das nach gegenwärtigem Wissensstand keiner.

@ Ulli62 - 15:08

"Das ist ja der Riesenirrtum unserer Zeit und unserer Gesellschaft: dass Geld mehr Wert wäre als Menschen."

Dieser "Irrtum" ist die unabdingbare Voraussetzung für das weltweit herrschende kapitalistische Wirtschaftssystem (wie ja auch der Name schon nahelegt: es geht um Kapital - nicht um Menschen). Anders könnte man ja auch die Ausbeutung der Ressourcen - natürlicher wie menschlicher - ohne Rücksicht auf Erhaltung der weltweiten Lebensgrundlagen der Menschheit nicht erklären oder rechtfertigen.

Dieser "Irrtum" ist systemimmanent. Und eine tatsächliche Änderung der grundsätzlichen Sicht- & daraus resultierenden Vorgehensweise ist nicht wirklich in Sicht, trotz zahlreicher Lippenbekenntnisse aus Politik & Wirtschaft ...

endlich wird über das Leid am anderen Ende der Welt berichtet

Das ist nicht so telegen, wie Frau Trump in ihren Stöckeln.
Auch wird hier nicht so viel Wohlstandsplunder vernichtet wie in der westlichen Welt.

Es sind halt nur Asiaten in einem der ärmsten Länder der Welt.

Daher liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung bei den USA.

Hmmm

"Umstritten ist bekanntlich, inwiefern der Mensch und menschliche Industrie an diesem Klimawandel Schuld trägt."
Falsch. Dort ist nichts umstritten, es ist ganz klar, auch in wie weit die menschlichen Emissionen daran Schuld tragen, oder so zusagen der anthropogene Anteil des Klimawandel beträgt ca. 100%.

@ Masterblunt83 - 13:05

"Ich habe eben die 13 Uhr Nachrichten im Radio gehört, mit keinem Wort wird da diese Unglück in Asien mit so vielen Toten angesprochen, das erste Thema ist mal wieder der Hurrikan, der jetzt Louisana erreicht hätte.

Warum sind uns die Menschen in Amerika mehr Wert als in Asien?"

Die Antwort liegt m.E. klar auf der Hand:

Die eine Katastrophe findet in der Ersten Welt statt, es wird nur eine vergleichsweise geringe Opferzahl geben, aber es werden Sachwerte in Millionenhöhe vernichtet & das Geschehen wird u.U. mindestens regional einigen Einfluß auf die Wirtschaft haben.

Die andere Katastrophe findet in der Dritten Welt statt, es kommen zahlreiche Menschen um, aber die Auswirkung auf die Wirtschaft wird sich in engen Grenzen halten.

In den USA trifft es einen wichtigen Verbündeten aus der Ersten Welt, in Asien "nur" ein paar weltpolitisch irrelevante arme Staaten mitsamt deren Bevölkerung.

Die Voraussetzungen der Berichterstattung könnten klarer nicht sein.

@pucca, 16:30

Natürlich ist das umstritten. Fragen Sie doch in den USA nach, angefangen von der Politik bis hinein in die naturwissenschaftlichen Fakultäten.

Sie rennen bei mir offene Türen ein. Aber leider sind nicht alle auf unserer Seite.

Darstellung: