Kommentare

Zensur

... ist immer etwas perfides, etwas unehrliches und Zensur ist immer die Entmündigung der Bevölkerung. Niemand denkt so schlecht von der eigenen Bevölkerung und hat so wenig Zutrauen in sie, wie ein totalitäres Regime.

Vielen Dank, liebe Tagesschau, dass Sie das Thema aufgreifen.

Wenn es um die eigene "Würde" geht,

werden manche Leute schon ganz schön paranoid.

Wer selbst in alten Kinderbüchern Angriffe auf sich selbst zu entdecken meint, sollte sich ernsthafte Sorgen machen.

Und solche Leute herrschen über ein Riesenland!

Angst könnte einem bei dem Gedanken werden!

Wie schwach …

… muss ein Regime sein, wenn es solche Mätzchen für notwendig erachtet?

und warum bei uns noch erlaubt?

Schließlich hat der nichtmal eine Hose an!

Naja, wir haben s auch

Naja, wir haben s auch geschafft Kinderbücher (u.a. Pippi Langstrumpf) umschreiben zu lassen, nur weil sich manch einer an gewissen Begrifflichkeiten störte.

Trotzdem natürlich ein absolutes Armutszeugnis für diejenigen die so etwas nötig haben.

Tja...getroffene Hunde bellen sage ich nur dazu

Zu dem hier:

http://www.tagesschau.de/ausland/pu-xi-zensur-101.html

Die Ähnlichkeit zwischen Pu und Xi scheint für viele Chinesen schon länger offensichtlich: Bereits 2013 tauchten Bildmontagen, in denen Xi mit Pu in Verbindung gebracht wurden, in den sozialen Netzwerken auf: Xi wurde zusammen mit dem damaligen US-Präsidenten Barack Obama bei einem Spaziergang gezeigt, daneben Pu der Bär in einer fast identischen Pose mit seinem Kompagnon Tigger.

sage ich mal:
wenn die Chinesen in dieser Comic-Figur Herrn Xi wiedererkennen, dann haben die wohl in den Spiegel gesehen. Und was folgt daraus??
Richtige Antwort: getroffene Hunde bellen.

Konsequenz: Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung und von daher ist sowas kein illegaler Inhalt.

Suchanfragen unter dem chinesischen Namen "Kleiner Bär Winnie" wurden aber mit einem Error-Zeichen beantwortet. Darin enthalten war ein Hinweis, es handle sich um "illegalen Inhalt".

Wieder ein Buch mehr, das in

Wieder ein Buch mehr, das in Kassel auf der Documenta14 als Baustein für den Tempel der verbotenen Bücher dienen kann. Und wie bei jedem anderen in Ländern dieser Erde verbotenem Buch: es ist ein verbotenes Buch zuviel und braucht den Protest freiheitsliebender Menschen. Botschaften, Konsulate etc. sind dafür geeignete Orte.

@ 12:08 von BWilaschek

Da stimme ich Ihnen und auch den anderen Usern voll zu. China macht sich einfach nur lächerlich.

Einfach nur peinlich

Totalitären Regimes fehlt es immer an Selbstsicherheit und Souveränität. Stets und ständig sieht man Bedrohungen von allen Seiten. Woher mag das wohl kommen? Schlechtes Gewissen? Wohl eher nicht.

Bis zu einem halbwegs demokratischen Umgang miteinander wird es wohl noch Jahrzehnte dauern - wenn denn eine demokratische Öffnung in China überhaupt jemals geduldet werden sollte.

@BWilaschek

Sie mögen dem chinesischen Regime eine moralische Schwäche nach Westlichen Standards attestieren, aber sicherlich keine politische. Wie auch immer es hierzulande läuft, da sind die Maßstäbe klar gestaffelt: Stabilität an erster Stelle. Die totale Kontrolle des öffentlichen Meinungsaustauschs wird sicher ihre Wirkung haben; und sowas fängt nun mal im Kleinen an, bevor Größeres aufbrodelt. Es sind deutliche Signale - "Wir sehen alles, also denkt gar nicht erst daran aufmüpfig zu werden."

Es wirkt bei den meisten.

Ein freiheitliches Gesellschaftsmodell ist nun mal leider Gottes nicht alternativlos.

@ 13:16 von Stephan G

Zitat: Bis zu einem halbwegs demokratischen Umgang miteinander wird es wohl noch Jahrzehnte dauern - wenn denn eine demokratische Öffnung in China überhaupt jemals geduldet werden sollte. Zitat Ende
Ich denke, die Öffnung wird irgend wann einmal kommen. Totalitäre Regime überleben nur so lange, so lange die breite Bevölkerung dumm gehalten wird. Menschen mit Bildung sind denkende Menschen. Und vor denen haben diese Regime Angst. Die Zensur ist doch nichts anderes als Menschen vom Lesen, sprich lernen abhalten zu wollen. Wir werden sehen, dass dies in Zukunft nur mit roher Gewalt möglich sein wird. In China und Anderenorts.

Zensur zum Schutz der eigenen Kultur?

Ich kann mir gut vorstellen, dass sich die chinesische Führung gar nicht an dem satirische Gedanken stört, sondern eher an dem Einfluss auf die chinesische (Kinderbuch-) Kultur. (Wobei in diesem Fall noch etliche Figuren folgen müssten.)

Die Fotomontagen wurden durch die Zensur auf jeden Fall noch bekannter. Der Schuss ging also nach hinten los.

@Stephan G - Es muss nicht immer der totalitäre Gedanke sein.

13:16 von Stephan G:
"Totalitären Regimes fehlt es immer an Selbstsicherheit und Souveränität."

Wussten Sie, dass das Märchen "Rotkäppchen" in einigen US-Staaten verboten ist?

Es muss nicht immer der totalitäre Gedanke hinter einer Zensur stehen. Es gibt auch andere Gründe, die für uns schlichtweg nicht nachvollziehbar sind (im Fall von Rotkäppchen ist es die Flasche Wein).

Irgendwie vermisse ich die

Irgendwie vermisse ich die hier schon obligatorischen Kommentare, in denen die Zensur als einzig richtiges Mittel im Kampf gegen den kapitalistischen Klassenfeind und zum Schutz der einzigen wirklichen Demokratie der Welt gerechtfertigt wird. Wobei, ich kann auch gerne darauf verzichten.

ist es bei uns besser?

hier soll gar das zigeunerschnitzel verboten werden.

14:21 von Karl Napf

"ist es bei uns besser? hier soll gar das zigeunerschnitzel verboten werden." - Nein, das soll es nicht.

14:21, Karl Napf

>>ist es bei uns besser?
hier soll gar das zigeunerschnitzel verboten werden.<<

Das Schnitzel mit der Paprikasauce gewiss nicht. Höchstens seine Bezeichnung.

Interessant ist allerdings, wie Foristen hier (Sie sind ja nicht der erste im Thread) die persönliche Paranoia eines Staatsoberhauptes bzw. seiner Schergen mit dem Versuch bei uns, tatsächliche oder gefühlt rassistische Formulierungen aus dem öffentlichen Sprachgebrauch zu entfernen, gleichsetzen.

Sie meinen, es gäbe ein demokratisches Recht auf schlechtes Benehmen?

@14:05 von Nachfragerin

Wussten Sie, dass das Märchen "Rotkäppchen" in einigen US-Staaten verboten ist?

Wusste ich nicht. Weils nicht stimmt. "Verboten" ist Rotkäppchen nur in Kalifornien und dort nur an 2 Schulen (tatsächlich wegen dem Wein), was bedeutet, dass es nicht in der Schulbibliothek geführt und nicht im Unterricht gelesen wird. Ob das jetzt nachvollziehbar ist, sei mal dahin gestellt, aber es klingt schon mal ganz anders als "in einigen Staaten verboten".

Wurde nun das Buch verboten, oder die Zeichnungen?

Ich bin ein großer Fan von Puh dem Bären. Aber vom Original! (Jetzt, wo ich meinen Text noch mal durchlese, hört sich das doppeldeutig an. ;-) )

Dieses "von sehr geringem Verstand" habe ich immer als Anspielung auf die Welt der Erwachsenen verstanden, deren Handeln eben nicht immer durch einfache nachvollziehbare Logik zu erklären war. (Hat sich seit der Geburt des Bären etwas geändert? So ist das mit Klassikern.)

Mit einer so liebenswürdiger herzensguter Figur verglichen zu werden würde so manchen Politiker ins Grübeln und ihm vielleicht Gewissensbisse bringen. Daher vielleicht das Verbot.

Zu erwähnen bleibt noch, dass auch die anderen Figuren, wie der depressive, selbstbezogene Esel oder der hyperaktive, durchgedrehte Tiger ihre Macken haben.

Ps. Beschwerde: Die Figur des Bären wurde oft kopiert und einige Geschichten hinzugedichtet, die nicht an das Original reichen. Damit will sich sowieso keiner vergleichen lassen.

@Karl Napf

"ist es bei uns besser? hier soll gar das zigeunerschnitzel verboten werden."

Sie wollen doch nicht ernsthaft Rassismus (Schubladendenken, das für ganze Menschengruppen gilt) mit einem albernen Gag über eine Einzelperson vergleichen? Oder um auf Ihre Frage zu antworten: selbstverständlich ist es bei uns besser, weil hier lächerliche Gags über Politiker (siehe Satire/Comedy!) definitiv nicht verboten werden!

Andere Betrachtungsweise

In vielen unserer westlichen Augen wirkt so etwas lächerlich. Ich empfehle einmal aus Sicht einer anderen Kultur auf solche Vergleiche zu schauen. Die Lächerlichkeit könnte einer Missbilligung weichen.

@cowboy8, @Nachfragerin

Ganz abgesehen davon, dass das (nicht reale) Verbot von Rotkäppchen in keiner Weise vergleichbar wäre mit dem (realen) Verbot von Winnie Puh.
Ich verstehe nicht, warum in diesem Forum so viele User unbedingt Äpfel mit Birnen vergleichen müssen ...

@Ritchi

" Ich empfehle einmal aus Sicht einer anderen Kultur auf solche Vergleiche zu schauen. Die Lächerlichkeit könnte einer Missbilligung weichen."

Kultur? Das klingt so als wäre es in China Konsens, dass sowas verpönt ist. Das ist es nicht! Die Leute, die sich solche Gags erlauben, sind wohl ebenfalls Chinesen und die sind wohl kaum unbeholfene Rüpel. Es ist also nicht die chinesische "Kultur", die sowas missbilligt. Es ist eine politische Partei!

der Grund

Der Grund für die Zensur ist die ungenierte Nacktheit des Bären. Diese läuft durchgehend ohne Hose herum, und oftmals zeigt er sein entblößtes Hinterteil. Das war doch klar, das die chinesische Führung hier über kurz oder lang reagiert.

faterlanslim

Ein ganz übler Kommentar. Ein demokratisches Recht auf schlechte Vergleiche?

Find ich richtig

Da muss ich nicht mal durch Augen einer anderen Kultur schauen. Solche Spielereien im Internet sind billig und lästig. Es ist gut, wenn man sie irgendwie stoppen kann. Die missbrauchten Bilder sind dabei Opfer der unnötigen und endlos nachgeahmten Spielereien. Das erinnert mich an die Beobachtung von Trumps Handschlag. Weltweit sind die Medien auf dieses dümmliche Thema aufgesprungen und verführten eine ganze Weltbevölkerung dazu, die Berichte und Bilder, die aus übertriebenem Starren auf Trumps Handschläge resultierten, zu lesen und zu schauen. Dass er bei nächster Gelegenheit nicht mehr seine Hand reichte, nachdem sich alle zum Starren positioniert hatten, war abzusehen.

Super

Als George W Bush sich an einer Brezel verschluckte, hatten seine Gegner sofort ein Bild. Sie brauchten nur eine Brezel auf einem Stock in die Höhe zu halten und konnten so ihren Protest gegen die gesamte Politik der USA ausdrücken.

Als hier in Hamburg einem Anwohner seine Klobürste aus Sicherheitsgründen abgenommen wurde, brauchte jeder, der sich gegen ein Zuviel an Polizeisicherheit aussprechen wollte, nur eine handelsübliche originalverpackte Klobürste für 99 Cent mit sich herum zu tragen.

Wer auch immer gegen die Zensur Chinas protestieren möchte, kann ab sofort ein Winnieh-Puh-Bild benutzen. Und das ist doch eine sehr nette Form, denn Winnieh-Puh ist ein echter Sympathieträger. Leichter kann es die Zensur ihren Kritikern eigentlich gar nicht machen.

16:29, SanVito

>>faterlanslim
Ein ganz übler Kommentar. Ein demokratisches Recht auf schlechte Vergleiche?<<

Sie können sich nur auf meinen Kommentar von 14:52 beziehen. Wenn Sie mich überhaupt meinen, was bei Ihrer höchst eigenwilligen Nickschreibung ja nicht sicher ist.

Aber was habe ich denn da womit verglichen?

@ Ritchi

"Ich empfehle einmal aus Sicht einer anderen Kultur auf solche Vergleiche zu schauen."
Ach, ich dachte, wir hätten eine Globalisierung, nicht nur von Autos und Waffen, sondern auch von Kinderbüchern, Ideen, Bildern, technologischen Neuerungen, Musikaufnahmen, Filmen usw. Wir haben doch im Westen auch allerhand fernöstliche Dinge im Angebot.
Stimmt das etwa nicht? Abschottung statt Globalisierung?

@Ritchi um 15:34

Ich kenne persönlich viele Menschen aus der Volksrepublik, die Ihnen widersprechen würden. Sie sind aber nicht der erste, der den Kulturrelativismus zu pervertieren versucht. Zensur von Satire ist kein Merkmal einer Kultur, sehr wohl aber typisch für Autokarten und Dogmatiker. Ich hoffe Sie nehmen sich Zeit, darüber nachzudenken, und darüber, was Sie noch so für absurde Merkmale bestimmten Kulturen andichten.

18:02, zyklop

>>@ Ritchi
"Ich empfehle einmal aus Sicht einer anderen Kultur auf solche Vergleiche zu schauen."
Ach, ich dachte, wir hätten eine Globalisierung, nicht nur von Autos und Waffen, sondern auch von Kinderbüchern, Ideen, Bildern, technologischen Neuerungen, Musikaufnahmen, Filmen usw. Wir haben doch im Westen auch allerhand fernöstliche Dinge im Angebot.
Stimmt das etwa nicht? Abschottung statt Globalisierung?<<

China ist wirtschaftlich aggressiv weltweit unterwegs und viele Chinesen studieren im Ausland, auch in Deutschland.

Gleichzeitig behandelt die Regierung ihre Bürger wie unmündige Kinder und möchte alle Einflüsse, die dazu führen könnten, daß sie den Machtanspruch der Oligarchen in Frage stellen, von ihnen fernhalten.

Das sind entschieden zu viele Widersprüche, um das System stabil zu halten.

Das wissen die Herrschenden dort natürlich, deswegen ihre teils lächerliche Paranoia.

@Rosengregor

"Wer auch immer gegen die Zensur Chinas protestieren möchte, kann ab sofort ein Winnieh-Puh-Bild benutzen" Am 17. Juli 2017 um 17:11 von Rosengregor

Mensch, jetzt eine T-Shirt-Fabrik in China haben und Puh darauf drücken...

Nicht nur China,

sondern die ganze Welt wäre ein besserer Platz, würden uns lauter Winnies regieren!

Pfui, China!!

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