Kommentare

Pipi ist auch bei uns umstritten

Pipi Langstrumpf war auch in unseren Breiten schon Teil einer Debatte, wegen dem "Negerkönig", der dann zum "Südseekönig" wurde. Aus dem selben Grund wurde Huckleberry Finn kritisiert.

Mich würde mal interessieren, ob es in China Star Trek gibt, denn zum einen wird darin eine quasi sozialistische Gesellschaftsordnung und eine militärische Organisation dargestellt, aber auch eingebettet in eine liberale demokratische Gesellschaft.

Pippi

Ja klar ist Pippi Langstrumpf subversiv und schädlich für kleine Kinder, da bestehe ich aber drauf, worauf soll man als Europäer denn sonst stolz sein?

Na und ? Auch in Deutschland

Na und ? Auch in Deutschland macht sich die übliche Koalition aus Volkspädagogen und moralischen Besserwissern dafür stark das "Pippi Langstrumpf' Bücher aus Kinderbuchregalen verbannt oder zumindest umgeschrieben werden da in ihnen das Wort "Negerkönig " vorkommt ( kein Scherz ).

"irgendwie kindgerechter geschrieben"?

Gerechter?

Was, wenn es nicht mehr bekannt ist was ein Kind, in Wahrheit, braucht?

Gottlob aber,
wenn endlich aufgeräumt wird mit diesen 'Kinderbüchern' die in Träumereien, Illusionen leiten, eine Macht ausübend um das Leben des Kindes zum Verderben zu bringen.

Wenn man so rechnet…

… Liegen zwischen der Veröffentlichung von "Pippi Langstumpf" (1945) und der s.g. Pillen-Revolution (und auch dem 1968) so ca. 20 Jahre. Also, wenn der Zusammenhang stimmt, dürften die Genossen auch mindestens daran recht haben, dass die Kinderbücher dem Verfasser (und dem Herausgeber) die Macht zur Weltveränderung geben.

Kinderbücher Unterliegen...

einer gewissen Popkultur die weit Verbreitet sind. In China gibt es auch viele Tolle Geschichten. Sie müssen einfach erzählt (Verfilmt) werden. Dann kommen sie mehr zur Geltung. Wenn man Japan zum Vergleich nimmt haben die auch alles angenommen aus den Westen, sind aber ihre eigene Kultur immer Treu geblieben, und haben auch neues geschaffen. Man nehme nur die Filme von Hayao Miyazaki "Mein Nachbar Totoro". Das kann mit jeden Kinderbuch oder Film aus den Westen Aufnehmen.

Es ist ja legitim, ...

... wenn China den chinesischen Kinderbüchern etwas in die Puschen helfen will. Was aber, wenn es keine gibt, die den chinesischen Konsumenten ansprechen?

Restriktionen passen nicht zu Büchern...

Die "Quellen des (Anm. selbstständigen) DENKENS und des LERNENS der Kinder" werden auch durch die politisch korrekte Abänderung von Texten bei uns beeinflusst und kontrolliert.

Wat den een sin uul,

is den annern "längst nicht seine Nachtigallin", nicht wahr, liebe Redaktion der Tagesschau? In Deutschland schreiben multikulturelle Meinungsmanipulatoren "Pippi Langstrumpf" um, verbannen klassische Opern von den Bühnen, lassen Texte weg oder schreiben Inszenierungen haarsträubend aber politisch korrekt um - das scheint Sie offenbar nicht zu interessieren. Aber wenn in China ein Sack Reis umfällt, dann geht gleich die Alarmsiren. Für Sie kommt eigentlich nur ein Bibelvers in Frage: Was suchst Du den Splitter im Auge Deines Nächsten, wo in Deinem Auge doch ein Balken ist!

Vorsicht Satire: Pippi Langstrumpf ist brandgefährlich

Der "Negerkönig" ist nur die Spitze des Eisbergs. Das Mädchen (Pippi) lebt in asozialen Verhältnissen allein und widersetzt sich dem Jugendamt, ihr Vater hat keinen festen Wohnsitz und sogar ein Affe darf in ihrem Bett schlafen was dem Tierschutz zuwiderläuft und außerdem unhygienisch ist! Und Karl May oder Mark Twain ? Diese Bücher sollten erst recht verboten werden um die Kinder vor rassistischen Beeinflussungen zu bewahren. Die in diesen Büchern vorgestellten Geschlechterrollen widersprechen eklatant der Genderpolitik. Auch Kinderbücher aus den 50 und 60er Jahren gehören auf den Index! Für Kinder darf es nur noch akzeptable Filme a la "Bob der Baumeister" und ähnliche Filme über Fabelwesen oder sprechende Fische aus dem Hause Disney geben!

Totalitäre Staaten haben es sehr schwehr!

Meine 5-jährige Tochter hat die Pipi-Filme auch schon gesehen. Bis jetzt macht sie noch einen ganz normalen Eindruck. Dieser chinesischen Pipi-quatsch ist ja noch harmlos, weil keine Kinder dafür eingesperrt werden weil Sie Pipi-Bücher lesen und Pipi-Filme anschauen. Im Gegensatz dazu bin ich viel mehr über die Entwicklungen in Russland beunruhigt, wo Menschen die die Bibel lesen, christliche Lieder singen, beten und mit anderen über das Paradies reden und dafür als Terroristen eingesperrt werden sollen. Am 05. April wird in Russland entschieden ob die mehr als 170.000 Zeugen Jehovas in Russland als extremistische Terrorgruppe verboten werden. Nicht jeder mag sie, weil Sie an den Türen klingeln und einige wenige deswegen genervt sind oder weil sie keine „weltlichen Feiertage“ beachten. Aber jeder Mensch auf der Erde weiß, sie sind ehrlich, gesetztestreu und freundliche Menschen. Darüber sollte die Tagesschau einmal berichten und nicht nur über PIPIFAX...

Die die alles in PC zensieren wollen

Sollten sich doch freuen. In China wird eine andere Meinung und freies Denken ebenso wenig toleriert und versucht zu zensieren wie von den Bekannten PC Anhängern in Medien und Politik. Nur die Ideologie unterscheidet sich.

In China werden ja schon legal öffentliche Onlinepranger betrieben in denen nach Punkten bewertet wird, ob ich ein guter Bürger bin. Ähnliches wurde von Feministen, SJW und anderen der PC anhängenden Gruppen auch schon gefordert. Da wird dann bewertet ob ich auch immer schön PC bin.

Repressive Methoden auf beiden Seiten.

Wenn man sich die

Wenn man sich die Ritalin-Opfer ansieht, die nicht nur der (mangelnden) Erziehung sondern auch zB Kinderbüchern wie "Pippi Langstrumpf" geschuldet sind, können Kinderbücher selbstverständlich gefährlich sein. In erster Linie sind allerdings Eltern gefährlich, die solche Kinderbücher nicht verstehen und sie trotzdem ihren Kindern zu Gemüte führen. Und wenn ich mir die Indoktrinationsversuche an Kindern, nicht nur in der Literatur, sondern auch und gerade in den TV-Kinderprogrammen ansehe, dann glaube ich an große Gefahren für Kinder.

China gegen Kinderbücher NEU

China hat wie bekannt andere Erziehungsmethoden als wir Europäer. Das sollten wir bei einer Kritik berücksichtigen.
Natürlich wäre es gut, auch chinesische Kinder
könnten ähnlich Bücher wie unsere genießen .Aber bei einer Einwohnerzahl von über
eine Milliarde Menschen sind andere Voraussetzungen zu berücksichtigen. .Auch wir
Deutschen profitieren gut von den Erfolgen dieses
Landes , das sollten wir bei unserer Kritik
berücksichtigen.

hmm...

es ist sicher nicht verkehrt, der allgegenwärtigen Rosaprinzessinenwelt von Disney einen Dämpfer zu verpassen - nicht nur in China. So früh muß man die Kinder nicht in Kontakt mit vorgefertigten Vorletztjahrhundert-Geschlechterrollen bringen. Ein genereller Bann (oder die chinesische Variante davon, die sich "zurückhaltendere Registrierung" nennt aber den gleichen Effekt hat) geht aber zu weit. Es gibt weltweit so schöne Kinderbücher und -filme, von der Augsburger Puppenkiste über Studio Ghibli bis Michael Ende.

Echt jetzt?!

@ 12:11 von Ramuthra

Wirklich? Es geht hier um Kinderbücher in China, und Sie nutzen die Gelegenheit um zu jammern, dass Sie nicht mehr "Nigger" oder "Kaffer" sagen dürfen?

Bevor Sie weiter über Repression reden ein kleiner Hinweis:

Das Recht auf freie Meinungsäußerung regelt das Verhältnis zwischen Staat und Bürger, es hindert den Staat daran, die freie Meinungsäußerung zu beschränken.

Andere Bürger haben sehr wohl das Recht, Ihre Äußerungen zu kritisieren, sich beleidigt zu fühlen, und zu entscheiden, dass sie nichts mehr mit Leuten wie Ihnen zu tun haben wollen. Das ist dann *deren* Recht auf freie Meinungsäußerung.
Wenn Sie alles als Repression betrachten, was nicht Ihren abstrusen Vorstellungen entspricht, dürften Sie ein sehr wütendes, unglückliches Leben führen.

Zitat:"es ist sicher nicht

Zitat:
"es ist sicher nicht verkehrt, der allgegenwärtigen Rosaprinzessinenwelt von Disney einen Dämpfer zu verpassen - nicht nur in China. So früh muß man die Kinder nicht in Kontakt mit vorgefertigten Vorletztjahrhundert-Geschlechterrollen bringen."

Ähm - sie haben wohl seit mehr als 10 Jahren KEINE Disney-Produktion mehr gesehen

oder

wie erklären sie dann solche taffen Mädels wie "Merida" oder "Elsa"

Davon mal abgesehen - entnehme ich den TS-Artikel mehr "vielleicht" oder "könnte sein"
als
das dies konkrete Politik der chinesischen Regierung ist

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Auch die Apologethen der

Auch die Apologethen der politischen Korrktheit fanden Pipi "gefährlich"

Ist Pippi Langstrumpf gefährlich? :o))

Klar doch: Sie ist eine anarchistische Demokratin, die Tiere achtet und ihnen sogar die gleichen Rechte einräumt. Die als Kind ihr eigenes Reich in der Villa Kunterbunt regiert und alleine ganz viele Piraten inklusive Blutswente und Messerjockel bekämpfen und dabei ihren Vater, einen "politischen Häftling", befreien kann...

Manch' konservative Menschen sehen Pippi Langstrumpf auch in Deutschland eher kritisch. Und natürlich ist in China solch ein Gebaren sehr unerwünscht.

@ 12:11 von nie wieder spd

"Wenn man sich die Ritalin-Opfer ansieht, die nicht nur der (mangelnden) Erziehung sondern auch zB Kinderbüchern wie "Pippi Langstrumpf" geschuldet sind, können Kinderbücher selbstverständlich gefährlich sein. In erster Linie sind allerdings Eltern gefährlich, die solche Kinderbücher nicht verstehen und sie trotzdem ihren Kindern zu Gemüte führen."

Was wissen Sie über Ritalin und seine Anwendung hinsichtlich welcher Diagnose? Und inwiefern sind da Kinderbücher und Eltern gefährlich?

" Und wenn ich mir die Indoktrinationsversuche an Kindern, nicht nur in der Literatur, sondern auch und gerade in den TV-Kinderprogrammen ansehe, dann glaube ich an große Gefahren für Kinder."

Das müssen Sie mir erklären. Sandmännchen auch?

Naja...

Wie immer drehe ich jede Information für mich erstmal ins Gegenteil, um mir danach eine Meinung bilden.

Also stelle ich mir vor das chinesische Kinderbücher in Deutschland seit Jahren den Markt dominieren würden. Und dann stelle ich mir eine deutsche Behörde vor, welcher unser eigenen Kultur bei den Kinderbüchern etwas mehr Luft verschaffen will und versucht diese so beliebten chinesischen Bücher etwas zurückzudrängen.
Und dann stelle ich mir vor was unsere Medien dazu sagen würden...

Kultur

Also die Chinesen sollen sich mal locker machen. Solche Regulierungen bringen nie etwas - sie machen im Gegenteil die anderen Kulturen und die Bücher nur noch interessanter.
Ich als Bayer kann da klar sagen: Bayern ist vielen kulturellen Einflüssen ausgesetzt. Aus Deutschland und auch weltweit. Hier leben die verschiedensten Leute und jeder liest, was er will. Aber: Die bayrische Kultur lebt und wird gepflegt.
Also: Positive Bestärkung der eigenen Kultur, Förderung von Traditionen, aber keine Verbote!

Pippi gefährlich?

Wenn eine auf Gehorsam gedrillte Gesellschaft ein Kinderbuch wie Pippi, in dem die Heldin sich nichts sagen lässt, für gefährlich hält, sagt das mehr über diese Gesellschaft als über das Buch aus.

Pippi? Anarchie pur!

Natürlich ist Pippi Langstrumpf gefährlich! Die Geschichten sind Anarchie pur und für eine so fürsorgliche Staatsführung wie die chinesische mit Sicherheit ein Alptraum! Aber genau diese Anarchie macht ja die Faszination dieser Geschichten für Kinder aus. Die grundsätzliche Frage lautet: Will man Kinder zu gehorsamen Sataatsbürgern erziehen, oder will man sie in ihrer Erziehung mit alternativen Lebensentwürfen konfrontieren, aus denen sie dann hoffentlich später selbstbestimmt den für sie am besten infrage kommenden wählen, damit aktiv annehmend, dass es in einer pluralistischen Gesellschaft auch Rebellen geben muss, die die Gesellschaft infrage stellen und alternative Ideen entwickeln. Im Westen erkennen wir den grossen Mehrwert mündiger Staatsbürger und speziell der Querdenker zugunsten der gesellschaftlichen Innovation.

Nicht nur in China!

Auch hierzulande wurden klassiker Umgeschrieben (neben Pipi Langstrumpf auch Die Kleine Hexe) um dem PC-Neusprech gerecht zu werden.

@Mischpoke West

"Auch hierzulande wurden klassiker Umgeschrieben [...] um dem PC-Neusprech..."

Die Änderungen waren wohl eher freiwillig bzw. entstanden aus gesellschaftlichem, nicht aus politischem Druck. Ursache war hier eine Weiterentwicklung unserer Gesellschaft. "Politische Korrektheit" ist kein Selbstzweck, sondern dient ausschließlich dem Schutz (!) von Minderheiten und Benachteiligten. Ich würde den Begriff "menschliche Korrektheit" bevorzugen, das beschreibt es besser.

In China hingegen ist das ein Zeichen für eine stehengebliebene Gesellschaft, die sich gegen Neues abschottet. Das ist so ziemlich das genaue Gegenteil von politischer Korrektheit.

@ Erich Kästner

>>> Ursache war hier eine Weiterentwicklung unserer Gesellschaft.
.
Ich verstehe was Sie meinen, aber ein "Klassiker" benötigt keine Weiterentwicklung, das liegt in der Natur der Sache. Und ungeliebte Wörter aus der Gesellschaft zu verbannen würde ich ebenfalls nicht als Weiterentwicklung bezeichnen. Aber vlt. bin ich auch einfach altmodisch.

@ um 11:31 von Matrose Na und ? Auch in Deutschland

Auch in Deutschland wurden Kinderbücher von Enid Blyton politisch korrekt umgeschrieben, Zeichentrickserien, wie z. B. Schweinchen Dick, aus dem Programm verbannt. Alles nur, um unsere Kinder nicht zu gefährden. In Großbritannien wurde der Golliwog von Robinsons Marmeladengläsern entfernt, weil er angeblich nicht politisch korrekt war.
Sind wir im Westen wirklich freier und besser als die Chinesen?

Pipi Langstrumpf und der Negerkönig

Es ist jetzt schon ein paar mal erwähnt worden, dass im Zuge der politischen Korrektheit Pipi Langstrumpf "umgeschrieben" oder zumindest kritisiert worden sei.

Damals war die Nutzung des Wortes "Negerkönig" nicht schlimm, sondern einfach normal. So hat man damals gesprochen - heute spricht man so nicht mehr und Astrid Lindgren hätte es in der Neuzeit sicher auch anders geschrieben.

Ein Kinderbuch an die moderne Sprache anzupassen finde ich nicht schlimm. Es geht dabei doch nicht um eine staatlich gelenkte, politische Gehirnwäsche von Kindern. Es wird lediglich ein Wort durch ein anderes ersetzt, das nicht generell als abwertend gilt.

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass man einige Kinder damit überfordert, wenn man sie darüber aufklären will, wie politisch aufgeladen dieser Begriff ist und das er zwar im historischen Kontext in Ordnung war, heute von der unüberlegten Nutzung aber Abstand genommen werden sollte.
Damit sind anscheinend selbst einige Erwachsene überfordert.

Schade,....

daß nun auch Pipi Langstrumpf der "political correctness" zum Opfer gefallen ist! Die fanatisierten Vertreter der "political correctness" übersehen nur, daß sie eben damit ihre eigene Denkweise verraten!

schon klar.

aus einer aufmüpfigen, selbstbewußten göre wird irgendwann eine aufmüpfige, selbstbewußte frau.
was, eine frau ?
und dann auch noch selbstbewußt ?
nein, das darf es nicht geben.
die oberen in china fröstelt es ...

16:04 Indigen

sind wir im Westen wirklich freier und besser als die Chinesen?....
Nein aber wir zeigen sehr gern mit Finger auf andere das gibt uns so ein Überlegenheitsgefühl (und das nicht nur gegenüber China).

Naja

Wer China kennt, weiß, was dort derzeit vor sich geht. Nachdem man vormals versucht war, weltgewandter zu werden (indem man Fremdsprachen lernte, auch Politiker-Kinder auf intern. Schulen/Unis gingen, westliche Verhaltensmuster immitiert wurden) ist nun eine Phase der Rückbesinnung auf eigene Kultur bzw. das im Gange, was für die Identität Chinas wichtig sei. Ich finde es nicht schlecht, wenn ein Land grundsätzlich eine Richtung hat. Und der Großteil der Chinesen schätzt auch das Mehr an Stabilität und Orientierung. Vielen Chinesen fehlen auch Dinge wie "Pippi Langstrumpf" genausowenig wie uns im Westen jene Geschichten, welche sich um die Tierkreiszeichen oder anderes drehen. "Verbote" oder Regulierungsversuche um Bücher oder Filme zeigen aber auf, wo China heutzutage noch steht, und wie stark die Sorge vor Inhalten eher harmloser Schriftstellern oder Künstlern doch ist. Insbesondere weil es insgesamt Wenige sind, die an Dingen wie westlicher Kinderliteratur überhaupt Interesse haben.

Ja, ja die subversive Pippi und das totalitäre China

Wenn man die Sprache spricht und in China lebt, kann man oft sehr einfach diverse westliche Medienberichte nachprüfen. In diesem Falle benötigte es mich knapp eine Minute auf Taobao (chinesisches Amazon Equivalent) nach den Büchern zu suchen. Die gesammelten Pippi Bücher sind frei erhältlich um 167 rmb. Einzelbänder sind ab 9.90 rmb zu haben. Kann den Link gerne nachreichen.

Falls an der ganzen Geschichte etwas dran sein sollte, dann höchstens, dass China die veröffentlichung von neuen (!) Kinderbüchern beschränkt um den eigenen Markt zu schützen.
Also Import und Export aus dem Ausland weiterhin erlaubt. Genauso wie es China auch bei Hollywood Massenproduktionen seit Jahren macht um den eigenen Filmmarkt zu schützen. Genauso wie das nahe Frankreich ;-)

@WiPoEthik 16:14

Sie haben ungewollt das Problem sehr schön beschrieben, obwohl Sie ja gerade Partei für die modernen Tugendwächter ergreifen wollen. Stellen sie sich doch vor, wir müssten sämtliche deutschsprachige Literatur und alle Übersetzungen dahingehend redigieren, diese an "moderne" Sprachregelungen oder politische oder gesellschaftliche Gepflogenheiten anzupassen! Goethes "Werther" oder "Faust" sind - nach heutigen Maßstäben einiger Protagonisten nicht "politisch korrekt". Ja, Friedrich Schiller oder Gotthold Ephraim Lessing ist sogar "subversiv"! Und Grimms Märchen könnten Sie überhaupt gleich als "nicht kindgerecht" in die Tonne treten !

Fahrenheit 451

Von Ray Bradbury. Diese Lektüre empfehle ich allen Kommentatoren hier, aber auch den Journalisten. Darin wird das Problem - das kein chinesisches oder russisches sondern auch ein deutsches Problem ist, sehr schön illustriert!

Jagdfliegerinnen gesehen... die haben wie es scheint nichts von Pippi gelernt...

Pippi in der BRD der 50iger Jahre

Nur ein paar Anmerkungen zu der teilweise recht überheblichen Diskussion zu Pippi und China:
Lindgrens Figur war auch in Schweden umstritten und sie fand zunächst nach dem Krieg keinen Verleger für ihren Roman in der BRD. Und als der Roman und seine Nachfolger dann im Oetinger-Verlag erschienen, wurden sie von den damaligen Moralwächtern (Kirchen und entsprechende politische Parteien) äußerst kritisch gesehen. Schon damals gab es heftige Diskussionen um Begriffe wie "Spunk", die sich dann später mit "Negerkönig" usw. fortsetzten.

Der Boom von Pippi begann erst in den späten 60iger Jahren mit den Kindern der Eltern, die in der miefigen und autöritären BRD nach 1945 aufgewachsen waren. Und die Romane wurden kommerziell ausgeschlachtet bis zum Anschlag. Kindergärten mit dem Namen "Villa Kunterbunt" müssen inzwischen Lizensgebühren an die Lindgren-Familie bezahlen.

Also irgendwie sollte man ein wenig mehr Geschichtsbewusstsein entwickeln, bevor man sich hier über China aufregt.

12:30 von bitterepille

"Wenn Sie alles als Repression betrachten, was nicht Ihren abstrusen Vorstellungen entspricht, dürften Sie ein sehr wütendes, unglückliches Leben führen."

Ihrem Kommentar nach zu urteilen reden Sie von sich?
Oder hab ich das missverstanden?

Zwei Meinungen! Zwei Kulturen!

Die Westeuropäer haben ihre Kindermärchen und +Kinderbücher und die Chinesen haben ihre Kinderbücher und ihre Kindermärchen! Beide Kulturen sind mehr als verschieden, nicht, dass sie diametral sind, nein, sie sind einfach anders, sonst nichts. Die Westeuropäer
sind gehalten diese historischen Realitäten zu respektieren. Dazu kommt, dass im Westen auch keine chinesischen Kinderbücher auf dem Markt sind! Mit Sicherheit haben die Westeuropäer andere Probleme! Oder nicht?

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