Ihre Meinung zu: Terroropfer: "Das Menschliche bleibt auf der Strecke"

22. März 2017 - 3:02 Uhr

Erst die Rechnung aus dem Leichenschauhaus, dann das Kondolenzschreiben. Viele Hinterbliebene der Opfer des Berliner Terroranschlags fühlen sich im Stich gelassen. Der Opferbeauftragte Weber fordert besonders eine Veränderung.

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Kommentare

Das ist ja toll das der Staat

Das ist ja toll das der Staat 200 000 Euro zu Verfügung stellte. Das wären bei 12 Toten und ca 50 Verletzten, immerhin ca 3226 Euro pro Kopf.

Daneben betrachtet fällt die Spende eine Popband (die zumindest ich nicht kenne) von allein 100 000 Euro kaum ins gewicht.

Perfekte Bürokratie für Katastrophen?

Sensible Hilfe bei Massen von Opfern per Verwaltungsanweisung? Wie bitte soll das gehen? Jeder Ausländer würde sagen: Typisch Deutsch. Das sind Fälle, die nur unter dem Titel übersetzlicher Notstand laufen können. Hier braucht es keine schön vorgeplanten Prozeduren für die Verwaltung, sondern beherzte Politiker. Helmut Schmidt hat das Hamburger Hochwasser nicht per Verwaltungsanweisung behandelt, sondern indem er sich genau über die hinwegsetzte. Was benötigt wird, sind Leute in Führungspositionen, die dann auch tatsächlich die Führung übernehmen und nicht (wie auch in der Silvesternacht in Köln) auf den Verwaltungsbericht warten. Die Germanwingskatastrophe ist hier ein Musterbeispiel (jede Fluggesellschaft ist gedanklich auf solche Katastrophen vorbereitet, sollte die Politik auf Terroranschläge auch), da hat sich die Unternehmensführung sofort gekümmert, Leute in Flugzeug zum Ort geflogen, und schnell mehr gezahlt, als die Berliner Opfer je bekommen werden.

Gute Vorsaetze

Gut dass man sich darueber Gedanken macht und aus Fehlern lernen will.

Es schien, dass die Sorge um Migranten

bei Merkel und Presse groesser war als die Sorge um das Wohl der Buerger.

Das kam nicht gut an und dauerhaft wird nachhallen.

Das sind die Sachen, die Bürger zornig machen.

"Für Flüchtlinge überschlägt man sich, die eigenen Leute interessieren wenig." So denkt man im Volk. Wenn man solche Tendenzen aufgreift und in die Überlegungen mit einbezieht ist man natürlich ein Populist. Menschlichkeit nur um den "anständigen Deutschen" heraus zu kehren? Latenter deutscher Selbsthass, der Anteilnahme blockiert? Fakt ist jedenfals, dass
Mitleid und Solidarität in Deutschland politisiert sind. Das durchzieht Gegenwarts Ereignisse ebenso, wie Ereignisse der Vergangenheit. Man denke an die haarsträubenden Versuche einer "Historikerkommission" Dresden und den Bombenkrieg der Aliierten pseudo - wissenschaftlich zu relativieren.
Die genannten Tendenzen in Geschichte und Gegenwart, deuten auf ein gestörtes Selbstwertgefühl hin. Gut erkennbar im Vergleich: Man sehe beispielsweise ausländische, vor allem britische Berichterstattung in der BBC an. Da erfährt man den angemessenen Umgang mit deutschen Schicksalen aus Gegenwart und Vergangenheit. Das ist tröstlich.

Zweierlei Maß

Menschlichkeit, die man in jeder Form von uns fordert, wenn es z.B. um die Aufnahme von Flüchtlingen gehen soll;

aber eine fehlende Menschlichkeit denjenigen gegenüber, die in Europa Not leiden, sei es durch Terror, Erdbeben oder Finanznot.

Der Staat MUSS ein Vorbild sein, wenn Bürger dazulernen sollen.
So baut sich Unverständnis auf und immer weniger Menschen sind bereit, sich für alles und jeden zu verausgaben, wenn sie sehen, dass ggf. im eigenen Fall sie selbst zu den Vergessenen gehören würden.

Denn Behörden hier Vorwürfe

Denn Behörden hier Vorwürfe zu machen ist dich sehr simpel, denn die sind mit solchen Extremsituationen auch überlastet, das sind auch nur Menschen die bei all dem Leid was sie zu sehen bekommen entsprechend reagieren.
Natürlich wurden sie ausgebildet und irgend jemand hätte drauf kommen können die Opfer zu besuchen. Aber Vorwürfe zu machen.... die Erwartungen mancher Menschen an andere sind teilweise etwas hoch!

Fehler müssen zu Änderungen führen

Die Beschwerden der Opfer über mangelnde Teilhabe und die Fehler der Behörden im Umgang mit den Opfern sind sicher berechtigt. Im Grunde setzt dies die Linie des Versagens staatlicher Stellen schon im Umgang mit dem Täter fort. Es zeigt wie wenig Deutschland in Wahrheit auf derartige "Ereignisse" vorbereitet, und wie vielleicht auch realitätsfern das zuvor gezeichnete Bild der Sicherheitslage in Deutschland war (im positiven wie negativen Sinne).

Zu hoffen jedenfalls bleibt, daß man nun an den richtigen Stellen daraus lernt, und sich diese Fehler nicht wiederholen.

Es ist schon eigenartig....

.... daß ein viertel Jahr nach diesem scheußlichen Verbrechen, auf die Opfer und deren Hinterbliebenen hingewiesen wird. Bisher gings nur um den Täter und gegenseitige Schuldzuweisung der Behörden.

Zügig entscheiden

Im Nachhinein ist man natürlich immer schlauer - eigentlich. Das werden die kommenden Wochen zeigen, ob das Innenministerium es schafft eine Lösung zu finden - falls ein Verantwortlicher dort diesen Arikel gelesen hat.
Die ganzen Umstände - auch was man mit dem Spediteur gemacht hat - zeugen in meinen Augen davon, dass es keinen Plan für den Ernstfall gibt und schon gar keinen Verantwortlichen. Und das macht mir Angst.

Die Frage ist, wie entsteht politisches handeln.

Die Politik handelt aus 2 Gründen, entweder es wird Druck aufgebaut oder man sieht für sich selbst einen Vorteil.
Die Hinterbliebenen sind mit sich selbst beschäftigt und sind zum Druckaufbau nicht in der Lage. Die Medien sind zu sehr damit beschäftigt Missstände im Ausland aufzuzeigen, da bleiben keine Kapazitäten mehr für Deutschland. Eine Frau Alternativlos könnte natürlich einiges bewegen aber sie ist noch zu erschrocken über das Letzte was sie bewegte. Deutschland ist eine Baustelle und bleibt eine Baustelle, weil das ganze System unproduktiv ist. Wir befinden uns ständig im Wahlkampfmodus, weil irgendwo ist immer eine Wahl. Die Politiker brauchen ihre Energie für diese Wahlen, da kann man sich nicht auch noch um Probleme kümmern.

Interessant ist in diesem Zusammenhang,

daß immer mehr Betroffene dazu neigen die Unmenschlichkeit, die ihnen zu Teil geworden ist, als eine Art unbewusste Rachegelüste an den Täter, seine Familie und seine angeblichen "Kontaktpersonen" sozusagen weitergeben, indem sie vom Staat härtestes Durchgreifen fordern und den Tod eines eventuellen Attentäters als eine Art "gerechte Strafe" begreifen. Das ist die Wende hin zu einem, ja durchaus mafiösen, Rachesystem wie es auch z.B. im archaischen Albanien gedeiht .
Unmenschlich handelt aber auch ein Staat, er solche Vorfälle zum Wahlkampf missbraucht und Gesetze durchboxt die in keinem Zusammenhang mit dieser Tat stehen. Wenn wir doch nur, beispielsweise, nach Bestechungs- und Betrugsvorfällen im Bundestag ähnlich hart durchgreifen würden, dann freilich wäre er ein Garant für "Menschlichkeit". Den Verlust derselben zu beklagen mag gut klingen- alleine ohne Hinweis darauf diese wiederherzustellen und zu erhalten ist es populistiscn

Der Umgang spricht Bände

Eine Politik oder Behörden, die keine Verbundenheit zeigen können, haben den Kontakt zu den Menschen verloren. Dieses System der reinen Verwaltung ist nur noch ökonomisch. Es tut mir leid auch diese Behandlung der Terroropfer erfahren zu müssen. Dieses ist unwürdig.

Berlin ist leider an Kaltschnäuzigkeit kaum zu überbieten

Ich habe jahrzehntelang selbst dort gelebt und bis zum Wegzug eine zunehmende Verrohung und Gleichgültigkeit bemerkt, und das geht nicht nur mir so, das bemerken einige Berliner Freunde von mir schon lange. Von behördlicher Seite ist es besonders schlimm, man blickt kaum noch auf, wenn etwas geschieht, und geht gleich zur Tagesordnung zurück und ist "dafür nicht zuständig". Man zuckt mit gleichgültiger Miene mit den Achseln, und das war es dann.

Meine Familie ist in Berlin Gewaltopfer gewesen, wir sind mehrmals beklaut worden, es gab Einbruchsversuche und Diebstahl, Zerstörung unseres Eigentums sowie Körperverletzung. Es wurde nie etwas geahndet, sämtliche Fälle wurden in kürzester Zeit eingestellt. Zusammenschlagen mit mehrtägigem Krankenhausaufenthalt galt als "Bagatelle". Man ist zudem so behandelt worden, als wäre man noch selbst schuld. Es wundert mich von daher nicht, wie mit den Opfern des Terroranschlags umgegangen wurde. Ich schäme mich für meine alte Heimatstadt.

Unsere Behörden arbeiten nach

Unsere Behörden arbeiten nach "Schema F" und lassen sich durch NICHTS in ihrem täglichen Büroalltag stören. Krankenhausbesuche und sich um Menschen vor Ort kümmern? Nee.

Das ist ein GRUNDSÄTZLICHES Problem, denn wir haben hier im Bezirk viele Vorhaben, da fasst man sich nur an den Kopf, denn da werden mit überflüssigen Ampeln und einer schlechten Fahrbahnführung der Berufsverkehr gestört, naturnahe Straßen zugeteert und für das Wasser undurchdringlich gemacht und da geht es bei der Schaffung von Naturschutzgebieten (dank EU-Vorschrift) um jeden Quadratmeter ... egal wie sinnlos (weil Menschen gleich daneben wohnen und sich das nicht natürlich sein wird).

Bürokraten in unseren Behörden halten sich zu sehr an ihre Vorschriften und DENKEN NICHT, denn es gibt IMMER unterschiedliche Lösungswege, selbst in den Vorschriften.

Die Kritik an den Medien kann ich teilen, denn nur wenn wir Meldungen über solche Attentate KLEIN HALTEN, gibt es keinen "Ruhm" für die Täter und es wird uninteressant

Bundesrat als Sicherheitsrisiko

Der rot/grün dominierte Bundesrat sieht nach den islamischen Terroranschlägen und massenhaften Übergriffen keinen Handlungsbedarf. Die Angehörigen werden verhöhnt. Das ist mittlerweile Alltag in Deutschland. Die deutsche Politik ist eine Gefahr für ganz Europa.

Obacht Deutschland

"Opfer müssen darauf vertrauen können, dass es Verantwortlichen ernst damit ist, Täter angemessen zur Verantwortung zu ziehen und schnell und unkompliziert für erlittenes Leid zu entschädigen. Passiert das nicht, geht das Vertrauen in ein gut funktionierendes Rechtssystem verloren"

Täter zur Verantwortung ziehen... klingt gut, nur befinden wir uns in Deutschland, hier ist augenscheinlich das Wohl der Täter höchstes Rechtsgut. Es ist mehr als Verständlich das eine Organisation wie der "Weisse Ring" auf die Opfer hinweist, schließlich gibt es allerlei Erklärungen, Anteilnahme, Aufmerksamkeit und Zuwendung + eine verständnisvoll Justiz für die Täter. Für Opfer von Gewalt bleibt meist nur der lapidare Hinweis "Es gibt keine 100% Sicherheit".
Für Ofer von Terroristen dann zusätzlich Zahlen aus der Unfallstatistik...

Sprachlos

"Dass das Leid der Opfer öffentlich zu wenig thematisiert und oft auch in der medialen Berichterstattung zu wenig fokussiert wird, beobachten wir immer wieder", heißt es von Seiten des Weißen Rings."

Wie soll auch das Leid der Opfer thematisiert werden - wenn in Deutschland doch die Aufmerksamkeit dem Täter gilt - meist als Projektionsfläche für eine absurde Milde!

ist doch normal hier in de

Alles normal, weil Politik es so will.
Beispiele:
1-Polizeibeamter wird im Dienst tödlich verletzt und stirbt. Da geht dann unter den Kollegen der Hut rum für die Familie, weil der Dienstherr so wenig gibt.
2-Unsere Soldaten im Auslandseinsatz-der Dienstherr scheut sich vor den Folgekosten, fordert gar eine private Versicherung für die Soldaten.

Besser vorbereiten?

"damit Betroffene - sollte es einen weiteren Anschlag geben - künftig optimal betreut und versorgt werden"
lese ich und merke, dass mir die Vorstellungskraft fehlt, was dieser Satz bedeutet.
Ich will nicht, dass es weitere Anschläge gibt!
Vorsorge muss getroffen werden, auf allen Ebenen, damit die Nachsorge erst gar nicht vonnöten ist!

Zu "Leid der Opfer zu wenig thematisiert"

""Dass das Leid der Opfer öffentlich zu wenig thematisiert und oft auch in der medialen Berichterstattung zu wenig fokussiert wird, beobachten wir immer wieder", heißt es von Seiten des Weißen Rings."

Das würde ich so gar nicht sehen.
Nicht jeder hat es gerne, dass sein Leid medial ausgeschlachtet wird, vor allem nicht, wenn es so frisch ist, dass er / sie sich erstmal sammeln muss, um den Alltag herumzubekommen.

Das sollte jedes Opfer für sich selbst entscheiden.

Beim Täter ist es anders. Er hat die Tat meist geplant und musste damit rechnen, dass diese dann öffentlich diskutiert wird.

@um 04:37 von Tonkien

Sie kennen die Band One Republic nicht? Ihr Song "Counting Stars" läuft momentan in den meisten Radiosendern rauf und runter...
"said no more counting Dollars-we will be counting stars"
(aus dem Text desselben)

um 06:56 von yolo

nach längerem Nachdenken war mein Kommentar zu kurzsichtig und ich möchte Ihnen und Ihrer Sicht völlig und den anderen Kommentaren die das selbe sagen zustimmen!

Da hat sich jemand umfassend Gedanken dazu gemacht, wie zukünftig Menschen, die z.B. von Anschlägen direkt betroffen sind, unterstützt werden können. Und das in ausreichend zeitlichem Abstand, um auch die Meinungen der Betroffenen aufnehmen zu können. Das ist sinnvoll und zukunftsgerichtet. Dass dieses Ansinnen in diesem Forum fast nur zu Kritik und Häme führt, spricht für sich, und ist sicher kein Zeichen von Fürsorge für die Betroffenen.

@ um 07:35 von ophorus

Unmenschlich handelt aber auch ein Staat, er solche Vorfälle zum Wahlkampf missbraucht und Gesetze durchboxt die in keinem Zusammenhang mit dieser Tat stehen.
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Wenn man bedenkt, dass der IS der gesamten westl. Welt den Krieg erklärt hat und wir nicht nur in Afghanistan, sondern auch in anderen Ländern bereits mit Soldaten im Einsatz sind, kann man terroristische Attentate entweder als solche bezeichnen, oder aber auch einen kriegerischen Akt dahinter bewerten.
Je nachdem, wie die Politik die Sicht darauf lenken möchte, stellen wir fest, dass Länder unterschiedlich auf diesen Krieg, in dem wir uns unlängst befinden, auch seine Opfer unterschiedlich bewertet.

Die Sache ist also sehr viel komplizierter.
Hier zu Lande ist man eher davon überzeugt, die Bürger ruhig halten zu müssen, keine Angst zu verbreiten und Dt. nicht als Kriegspartei zu benennen.
Das ändert sich jetzt gerade in der öffentl. Wahrnehmung, weil die USA uns dazu zwingt, endlich ehrlich sein zu müssen.

@tombär

"ist doch normal hier in de Alles normal, weil Politik es so will." Am 22. März 2017 um 08:32 von tombär

Da bin ich ganz Ihrer Meinung.
Es ist jetzt zwar die Gelegenheit da mediales Interesse zu erzeugen, weil es sich um Anschlagsopfer handelt, aber Opfer unterschiedlicher Taten oder Unfälle, die verhindert hätten werden können, gab es in Deutschland schon vorher und der Umgang ist nicht anders gewesen.

@ Austriaco

Dem stimme ich 100 % zu.

Danke, für die kurzen klaren Worte.

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