Ihre Meinung zu: Toter Flüchtlingsjunge: Schlepper zu Haftstrafen verurteilt

4. März 2016 - 16:53 Uhr

Im Prozess um den ertrunkenen Flüchtlingsjungen Alyan Kurdi wurden zwei syrische Schleuser wegen Menschenschmuggels zu vier Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. Vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung sprach das türkische Gericht sie aber frei.

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Kommentare

Ein Schritt in die richtige Richtung ...

Wenn der Urteil auch andere Schlepper von den Machenschaften abschrecken kann, dann sollte auch gegen türkische (!) Schleuser genau so geurteilt werden.

Auf der anderen Seite hat niemand die Familien gezwungen sich auf die offensichtlich unsichere Überquerung einzulassen, im Gegenteil die Familien haben sogar dafür bezahlt, dabei ist die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften nicht im Preis enthalten ...

Solche Vorfälle könnten auch temporär die Motivation der potentiellen illegalen Grenzüberschritte senken, wenn die Eltern wirklich sich sorgen um ihre Kinder machen würden ...

Wenn die Grenzen zunehmend geschlossen werden, dann werden solche Unglücke wohl kaum vermeidbar sein.
Deswegen sollte Türkei nicht als Transitland betrachtet werden, sondern kurzfristig den Syrier den Aufenthalt bieten, damit nach der Friedensumsetzung die Flüchtlinge zurückkehren können.
Es bedarf an aktiven Friedensumsetzung in Syrien und Verhandlungen mit der syr. Regierung, d.h. Ursachen bekämpfen ...

35 Jahre für fahrlässige Tötung

wären angebracht und ein abschreckendes Beispiel für alle Schlepper

Abdullah Kurdi

Dankeschön für den guten Bericht.

Sie haben ein wichtiges Detail unerwähnt gelassen.
Der Vater des getöteten Jungen wurde ebenfalls angeklagt. Abdullah Kurdi ist dem Prozess jedoch ferngeblieben.

Gab es im Verlaufe des Verfahrens neue Erkenntnisse, warum die Menschen bei der Überfahrt ertrunken sind?

Laut Bericht eines Journalisten, der in der gleichen Nacht im gleichen Seegebiet in einem anderem Schlepperboot mitgefahren ist, war das Meer sehr ruhig.
Herr Kurdi hatte seinerzeit der Presse gegenüber die extrem unglaubwürdige Behauptung gemacht, hohe Wellen hätten den Bootsführer dazu gebracht, in Panik über Bord zu springen. Er selbst hätte dann das Steuer übernommen und wenig später sei das Schlauchboot gekentert.

Welcher Richter soll diese Geschichte glauben?
Kein Mensch springt bei schwerer See freiwillig in die Fluten, zumal das Boot da noch gar nicht gekentert war.

Bitte bleiben Sie an diesem Prozess dran.

Komisch, ich hatte diese Geschichte ganz anders

in Erinnerung.

Der Vater des Jungen flüchtete aus Syrien und war seit 3 Jahren in der Türkei. Also in Sicherheit.
Da der Vater sich in Deutschland seine Zähne kostenlos machen lassen wollte, riskierte er die Überfahrt.

Ach ja, der Vater war selbst ein Schlepper und vermietete Boote, die zum Bersten gefüllt waren.

Hier erfahre ich eine ganz andere Geschichte.

Hm, wem soll ich jetzt glauben: Den öffentlichen Medien oder den unabhängigen Medien im (noch) freien) Internet?

Diese lumpige Haftstrafe ist eine zusätzliche Verhöhnung des kleinen Jungen.

Lebenslänglich hätte das Mindeste sein können.

Unglaublich die Rechtsprechung.

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Kurden und Türkei
Es ist überhaupt anzumerken, dass hier ein kurdischer Junge mit Mutter und Bruder umkam. Kurden aus Kobane, die in der Türkei eben nicht freundlich aufgenommen wurden, sondern als Flüchtlinge nur auf die zivile HIlfe von türkisch kurdischen Grenznachbarn angewiesen waren.
Je ärmer , desto riskanter die Überfahrt - die Schlepper bieten natürlich preislich differenziert an: dieser Junge hatte ja noch nichtmal eine Schwimmweste, die sonst Standard ist - aber mit Schwimmweste passen weniger Leute ins Boot und damit ist die Überfahrt teurer!
Auf der anderen Seite gilt es zu Bedenken
Wieso meint Hans und Kreti aus Syrien inzwischen, nur noch Heil in der illegalen Überfahrt in die EU zu sehen (Kontingente für besonders Bedürtige gibt es schon lange z.B. nach Deutschland aus Jordanien und dem Libanon!) Natürlich wurden falsche Signale gleich zu Beginn der EU-Enterungen gesendet: komme im sehuntüchtigen Boot, du wirst auf dem Meer gerettet und sofort weiter geleitet

in damaligen Berichten stand, dass die Familie gar nicht nach Deutschland wollte, da sie eine Wohnung und Arbeit in der Türkei sowie ein Visum für Canada hatten.
Erst aufgrund der Einladung von Frau M. hat sich diese Familie dann auf einen Abstecher nach Deutschland eingelassen. Bis auf den Vater soll niemand überlebt haben. Die "Flüchtlingspolitik" von Frau Dr. M. hat zu diesem Leid beigetragen.

Wohin wollten diese armen Seelen, wer hat.....

Wohin wollten diese armen Seelen, wer hat sie ermutigt oder gar eingeladen, diese waghalsige Überfahrt anzutreten?
Die Türkei war doch schon ein sicherer Ort und weshalb wollten diese Leute nach Europa? Wer hat sie ermuntert nach Europa zu kommen, wer diese menschenverachtenden Busfahrer, Taxifahrer oder Schleuser zu ihrer Geschäftsidee gebracht? Musste man diese armen Menschen hierzu auffordern, ihr Leben zu riskieren um gar nach Deutschland zu gelangen? Waren es die vielleicht gar die vielen bunten Luftballons am Münchner Hauptbahnhof oder nur das froh gelaunte "Welcome" einer zuversichtlichen Mom Merkel?

re morgentau19

"Der Vater des Jungen flüchtete aus Syrien und war seit 3 Jahren in der Türkei. Also in Sicherheit.
Da der Vater sich in Deutschland seine Zähne kostenlos machen lassen wollte, riskierte er die Überfahrt.

Ach ja, der Vater war selbst ein Schlepper und vermietete Boote, die zum Bersten gefüllt waren."

Und als schwerreicher Schlepper hatte er nichts besseres zu tun als sich mit Frau und Kind in ein überladenes Gummiboot zu setzen?

"Hm, wem soll ich jetzt glauben: Den öffentlichen Medien oder den unabhängigen Medien im (noch) freien) Internet?"

Selbst wenn ich einen guten Rat geben würde: Sie informieren sich sowieso weiter auf rechten Webseiten.

nicht die Schlepper...

Nicht die Schlepper sind die Schuldigen für den Tod der Geflüchteten, sondern das europäische Grenzregime.
Die Festung Europa hat diese Menschen auf die unsichere Reise in den Tod gezwungen.

und nicht nur die im Meer ertrunkenen

viel zu wenig wird von den afrikanischen Schleppern berichtet. Mit überladenen LKW fahren sie durch die Sahara .Irgendwo im Nichts laden sie ihre "Kunden" dann ab. Unzählige verhungern oder verdursten.
Von der Schuld kann ich Frau Merkel nicht freisprechen. In der Zeit der Handy`s Internet und Fernsehen hat sie es versäumt sich hinzustellen und Klartext zu reden. Die Migranten nennen sie Mama Merkel. Sie glauben ihr. Da zu sprechen ist nicht die Aufgabe irgend eines EU Ministers oder des Auswertigen Amtes. Es ist ihre verdammte Pflicht und Schuldigkeit. Vorgestern im Fernsehen : ein Mann am Grenzzaun zu Mazedonien. Er sagte : "warum kam das nicht im Fernsehen,daß wir nicht weiter können"

@ 19:34 von Rückenwind

Zitat: "Vorgestern im Fernsehen : ein Mann am Grenzzaun zu Mazedonien. Er sagte : "warum kam das nicht im Fernsehen,daß wir nicht weiter können""

Also das, was Sie vorgestern im Fernsehen gesehen haben kam nicht im Fernsehen ?

Erstaunlich, daß Sie es dennoch im Fernsehen sehen konnten.

Gruß, zopf.

Gerechtigkeit ...

Man redet umsonst von Gerechtigkeit, solange das größte der Schlachtschiffe nicht an der Stirn eines Ertrunkenen zerschellt.
Paul Celan

@Rückenwind

Wenn Sie sich nur 1 Sekunde in die Lage dieser Menschen versetzen würden, würde auch Ihnen ein Licht (mindestens aber ein Teelicht) aufgehen.
Wenn ein Mensch in Not ist und weiß, dass in westeuropäischen Ländern die meisten Menschen nicht hungern müssen und auch keine Fassbomben aufs Dach geschmissen bekommen dann, ja dann würden Sie sich auch in so eine Nussschale begeben.

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