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Ausgezeichnet ...

... ein längst überfälliger Artikel!

Hier fehlt noch die Information, wie oft...

... die Tagesschau in ihren eigenen Berichten schrieb: "Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtet.... " oder ".... laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte", etc.... ohne auch nur im geringsten auf die nun angedeutete Problematik hinzuweisen, und diesem Verein dadurch einen dicken und komfortablen Mantel der Glaubwürdigkeit zu verleihen.
.
Wie oft war es wohl? 50 Mal? Schon 100 Mal?
.
Die genaue Zahl würde mich wirklich interessieren. Die TS könnte das schnell mit einer Suche in den Berichten der letzten Jahre selbst herausfinden, und diese Information als Update hinzufügen.

"Die haben Aktivisten auf der

"Die haben Aktivisten auf der Regime-Seite und auf der Rebellen-Seite, die kommunizieren direkt mit dem Leiter der Beobachtungsstelle"

...na dann sollte man doch mal das GCHQ fragen,ob der Typ tatsächlich hunderte Aktivisten vor Ort hat.
...Denen sollten die Verbindungsdaten ja vorliegen...
...und wie kann er dann noch sein Geschäft betreiben,bei all den Anrufen & der anschließenden Sortierung & Aufbereitung
der Informationen? ( & Interviews)

"Amnesty nutze die Zahlen der Beobachtungsstelle und vergleiche sie mit anderen. Es sei eine Quelle neben anderen."

-> demnach macht Amnesty ja bessere journalistische Arbeit als so manches Medium...die nutzen die "Beobachtungsstelle" als eine Quelle von vielen.Versuchen die Angaben zu verifizieren.
So manches Medium griff oftmals NUR auf die "Beobachtungsstelle" zurück

Volker Bräutigam,ex-TAGESSCHAU-Redakteur:

"Eine Nachricht, deren Wahrheitsgehalt sich nicht überprüfen und die sich nicht anderweitig bestätigen lässt, ist keine Nachricht."

Verlässlichkeit

Schon lange ist bekannt, daß diese Beobachtungsstelle ein Pool von Fragezeichen ist, nur schade daß viele Journalisten und auch vor allem Amnesty aus den Fragezeichen lesen.
Von Realitätstreue kann man da wohl nicht sprechen.

"Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte"

Glauwürdig, unparteiisch, wohl eher nicht!

Bei den Toten macht die Beobachtungsstelle keinen Unterschied.

Das will ich glauben, aber "wer" dafür verantwortlich ist; geht haupsächlich in eine Richtung!

Z.B. ..............Nachrichten über Massaker, für die die Syrische Beobachtungstelle die Syrische Armee oder die Russische Luftwaffe verantwortlich macht.

Das Amerika "seine" Rebellen ebenfalls mit "Bombadierungen" unterstüzt, wo auch Hunderte sterben, wird höchst selten mal so am Rande im Kleingedruckten mit erwähnt.

So viel zur Neutralität der "Beobachtungsstelle!

Aber das stört die ARD-Berichterstattung ja nicht!

Die Berichte der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte" gelten ja als bewiesene Fakten!

Liegts an der aktuellen Programbeschwerde,

dass dieser Bericht endlich auf der TS erscheint?
Es ist längst überfällig, dass diese obskure Organisation endlich mal in einem Artikel genauer betrachtet wird. Wenn die 90%ige Treffgenauigkeit der Organisation stimmen würde, dann wäre dies schon sehr hoch, obwohl sich fast alle Medien weltweit in ihren Berichten aus Syrien häufig auf diese Quelle beziehen, zumeist als Primärquelle und sogar als einzige Quelle.
Die im Artikel beschriebenen Informationen aus Kreisen aller Konfliktparteien wird dennoch vielerseits stark angezweifelt, da der Betreiber seit Jahren explizit gegen das Assad Regime propagiert und daher die gebotene Neutralität stark angezweifelt werden darf.
Dennoch freut es mich, dass die bislang meist ungeprüft übernommene Quelle nun wenigstens als kritisch beschrieben wird.

Im Lauf der Zeit stellt sich

Im Lauf der Zeit stellt sich ja heraus, ob Meldungen mehr oder weniger zutreffend waren. Ohne Systematik habe ich persönlich den Eindruck, dass Osama Suleiman halbwegs zutreffend berichtet, allerdings mit sehr deutlicher Schlagseite Richtung Rebellen. Wenn genaue Opferzahlen angegeben werden ist sowieso grösste Skepsis angebracht. Es ist kaum je möglich, genau festzustellen, wieviele Opfer es bei einem grossen Unglück oder gar bei Kriegshandlungen gegeben hat. Ungefähr-Angaben wären ehrlicher. Die Frage ist eben immer, was man aus seinen Quellen - von deren Stärken und Schwächen man ja meist weiss - macht.

Wenn ich das mal kurz ...

zusammenfassen darf.

Die Daten der syrischen Beobachtungsstelle sollte man mit Vorsicht genießen, obwohl sie laut einem Freund eines Freundes zu 90% wahr sind?

Ist jene Stelle nun glaubwürdig, oder nicht? 90% heißt deutlich ja, aber selber sagt die ARD das es nicht so sei.

Rollen wir mal die Sache von der anderen Seite auf.
Wann wird jene Organisation zitiert?
Meistens bei Berichten welche sich gegen den IS, oder gegen die syrische Regierung richten.
Ich habe noch keinen Verweis auf jene Organisation gesehen, in dem Rebellengruppen für eine Verletzung der Menschenrechte verantwortlich sind. Zwar gab es öfters den Hinweis das beide Seite nicht ganz sauber sind, aber nie gab es eine einzelnen gesonderten Bericht.

Nun noch was kurioses. Wenn man die Menschenrechtsorganisation zitiert nimmt man als Bekräftigung gerne noch AI mit ins Boot, obwohl AI Teile der Informationen auch von jener Organisation bekommt?

Woher kommt das Geld?

Ein schöner Artikel, der die Beobachtungsstelle mal näher beleuchtet. Was mir fehlt ist, wie das ganze finanziert wird?
Auch wenn die Informanten kein Geld bekommen, sondern nur die notwendigen Kommunikationsmittel.
Auch die müssen bezahlt werden. Internetplattformen und Leute, die diese pflegen, müssen bezahlt werden.

Das Geld kommt schätze ich mal nicht aus einem Bekleidungsgeschäft.

Danke

Danke für diesen sachlichen Bericht über eine wichtige Quelle für die Ereignisse in Syrien. Ich selber lese täglich die Informationen der Al Masdar news. Sie ist regierungsfreundlich, hat aber offenbar seriöse Informanten nicht zuletzt beim syrischen Militär.

Man kann keiner Seite mehr glauben und

trauen. An den Journalisten liegt es sicher nicht.
Was beim Krieg zu erst stirbt, ist die Wahrheit.

"Aber manche behaupten, der

"Aber manche behaupten, der Leiter der Beobachtungsstelle sei nicht völlig neutral ... ."

Wie kann man nur auf solch eine These kommen ?

1. unter dem Pseudonym Rami Abdulrahman
seine langjährige Aktivistentätigkeit gegen das syrische System unter Baschar al-Assad als "Nom de Guerre".

2.
gleiche Nachrichten auf seiner Webseite
in englisch & arabisch.
Allerdings wurden für die Taten unterschiedliche Parteien von ihm beschuldigt

3.
Persönliches Treffen von Ihm mit syrischen "moderaten Rebellen"; in Kasachstan im 5-Sterne Hotel dokumentiert. (wie das wohl finanziert wurde?)

Objektiv

Eindeutig ist wohl, dass diese "Beobachtungsstelle" auch Partei ist. Sie steht auf der Seite der "Rebellen", wer immer die sind, vielleicht nicht gerade auf Seiten des IS/Daesh. Aber die Tendenz ist gegen Assad gerichtet. Ob man das nun gut findet oder nicht, es sollte berücksichtigt sein. Denn objektiv sind die Berichte aus Großbritannien eher weniger.

Jetzt bin ich überzeugt.

Aus dem Bericht :
>>Einen unserer Kontakte haben wir nach der Syrischen Beobachtungsstelle gefragt.Er rief einen Freund in Aleppo an. ... Ich glaube, das ist alles zu 90 Prozent wahr.<<

Also einer der Journalisten hier KENNT einen, der einen KENNT, der dann GLAUBT.

Nun gut ... irgendwie muss man ja recherchieren, dachte ich. Dann las ich das nochmal.

>>Die haben Aktivisten auf der Regime-Seite und auf der Rebellen-Seite<<

Wie soll das gehen, wenn sie nur über die Regierung herfallen ? Aber das Sahnehäubchen kommt noch :

>>Frage: "Werden die Aktivisten bezahlt? Antwort: "Besprich das doch am besten mit dem Leiter der Beobachtungsstelle direkt! Ich darf keine Details erzählen."<<

Also muss ich umformulieren :

Also einer der Journalisten hier KENNT einen, der einen KENNT, der dann GLAUBT und für diesen Glauben BEZAHLT wird. In welcher Höhe, möchte er nicht sagen.

Und das nur, um einen Putsch dem Volk als Demokratie zu verkaufen. Danke.

Die beste Aussage lautet:

"Im besten Fall sind die Berichte aus Syrien unvollständig oder ungenau. Im schlechtesten Falle sind sie politisch motiviert, übertrieben oder gleich ganz gefälscht."
.
Das sollten sich mal alle Kommentatoren, die diese "Syrische Beobachtungsstelle" zitieren, merken und beachten!

Ich denke ...

... ein wirklich informativer und sachlicher Bericht.

Danke dafür ;-)

Wichtiges Thema im Syrien-Konflikt

"Mit mangelnder Neutralität kann man leben, wenn man davon weiß."

Wenn die Alternativen fehlen, muss man wohl damit leben. Ein fader Beigeschmack wird dennoch bleiben.

Ich vermisse auch den Hinweis, dass diese Organisation auf der Seite der Rebellen steht. Ich würde daher vermuten, dass die Informanten hauptsächlich Gegner Assads sind. Von den Verbrechen der Rebellen wird man daher eher selten etwas lesen.

An sich ist es aber schön, dass dieses Thema mal aufgegriffen wurde. Etwas Selbstkritik schafft Vertrauen beim Leser.

Lob an die Tagesschau,

dass endlich auch offiziell die Glaubwürdigkeit von "SOHR" hinterfragt wird. Ein graues Feld, in dem die mangelnde Nachprüfbarkeit der Meldungen angesprochen wird, ist da nämlich viel zu wenig!
Ich kann das Dilemma gut verstehen. Einerseits muss man berichten, andererseits hat man fast nur diese eine Quelle zur Verfügung. Vielleicht sollte man hier auch öfter die Syrische Nachrichtenagentur SANA befragen und mit SOHR vergleichen. Die Wahrheit wird wohl in der Mitte liegen...

Glaubhaft

Ich habe lange Nachrichten ausarbeiten müssen. Es gibt keine unabhängige Quellen, jeder Informant/in findet die eine oder andere Seite besser.
Die Arbeit besteht daraus mehrere Quellen zu haben, zu vergleichen, und das "Richtige" raus zu holen.
Da eigentlich jederzeit neue Informationen verlangt werden, und es die oft nicht gibt, fangen Journalisten an zu fantasieren. Die wollen ja Geld verdienen, und jeder Sensationsnachricht bringt einnahmen.
Ich habe Nachrichten über Gefechte gelesen in Gebiete wo ich als Blauhelm war, und vor Ort war nichts los.
Problem ist das mindestens 50% alles glaubt was irgendwie in irgendeine Zeitung steht. Und die unglaubwürdigste Zeitungen werden am meisten gelesen.
Die Beobachtungsstelle ist nicht perfekt, aber wer mehr als 75% richtig liegt ist besser als viele Geheimdienste.

jedenfalls gebührt Herrn Schwenk Dank für diesen Beitrag

Wenigstens versucht er die Schwierigkeiten einer objektiven Berichterstattung zu beschreiben. Ich war lange, sehr lange eine unvoreingenommene Konsumentin unserer Nachrichten in den ÖR und auch der Presse. Spätestens beim 2. Irakkrieg war mein "kindliches" Vertrauen zerstört. Bis Dato galt "wir sind die Guten" und je nach Bedarf wie es politisch passte "die anderen die Bösen". Ein Reporter der NT der kritisch dem Irakkrieg gegenüberstand und auch so berichtete (wurde deswegen auch gefeuert) und inzwischen auch andere seiner Zunft bekennen im Nachhinein, wir hätten den Irakkrieg verhindern können, wenn wir recherchiert, kritisch nachgefragt nicht im Patriotismuszwang ersoffen wären, wenn wir also das getan hätten was eigentlich unsere Aufgabe ist.

Bis...

...jetzt konnte man der Beobachtungsstelle noch keinen gravierenden Fehler nachweisen.
Diese Stelle wird auch von AI, HRW und vielen Journalisten (bei Informanten von ARD-Journalisten zu 90%) als recht zuverlässig beschrieben.

Was die Neutralität betrifft:
Das diese Stelle eher auf Seiten der syrischen Opposition steht ist wohl kein Geheimnis.
Soll sie deshalb zu den Verbrechen des Regimes Assad schweigen?
Eindeutig Nein!
Im übrigen hat diese Stelle auch von Verbrechen der Opposition berichtet und diese Berichte wurden auch hier bei der Tagesschau erwähnt.
Der Grossteil der Verbrechen wird, wie nicht nur die Beobachtungsstelle berichtet, von dem Regime Assad begangen.
AI, ÄoG, HRW und auch die UN berichten ähnliches.

Es ist ja momentan....

..... ein generelles Problem zuverlässige Informationen zu erhalten.

17:23, Strubbi

"Die Beobachtungsstelle ist nicht perfekt, aber wer mehr als 75% richtig liegt ist besser als viele Geheimdienste."

Der beste Satz zum Thema hier bisher.

Zumindest meiner unmaßgeblichen Meinung nach.

richtig guter Journalismus

"Manchmal ist wirklich guter Journalismus aber nahezu unmöglich - in Syrien zum Beispiel."

Ja? wie wäre es so:
"Aufgrund der schwierigen Sicherheitslage ist es uns leider nicht möglich, die hier zitierten Behauptungen zu verifizieren."

Auch DAS ist richtig guter Journalismus. Einfach mal sagen, wenn man nicht Bescheid weiß!

<<nett...

..aber soll das nun die Rechtfertigung sein, in jeder Berichterstattung statt Nachricht, den grauen Balken mit dem Hinweis einzublenden, um Hinweise aus der Bevölkerung als Beweis zu positionieren?

Wenn

Berichterstattung mit solch fragwürdigen Informationen arbeitet, dann sollte ARD vielleicht besser ganz darauf verzichten, oder aber, wann immer Nachrichten aus dieser Quelle genutzt werden, deren Fragwürdigkeit
anders als bisher, klar herausstellen.

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Liebe User,
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18:48, gaddafifan

"Wenn Berichterstattung mit solch fragwürdigen Informationen arbeitet, dann sollte ARD vielleicht besser ganz darauf verzichten, oder aber, wann immer Nachrichten aus dieser Quelle genutzt werden, deren Fragwürdigkeit
anders als bisher, klar herausstellen."

Die Tagesschau weist immer, wenn sie sich auf diese Stelle beruft, darauf hin, dass deren Informationen nicht unabhängig verifizierbar sind.

Das reicht Ihnen nicht?

Assads Medien kann man am

Assads Medien kann man am wenigstens glauben, das ist vornherein klar, ISIS liefert auch nichts anders als Propagandabilder, da kann man nur Freiwilligen glauben, die ihr Leben opfern um die Wahrheit ungeschminkt zu zeigen.

@17:43 von german-canadian

Naja ich würde schon behaupten, dass bspw. die Nachricht, dass im Herbst 2011 in der Stadt Hama neugeborene Babys gezielt von der syrischen Armee getötet wurden, was sich nachträglich als unwahr herausstellte, als ein gravierender Fehler bezeichnet werden kann.
Wenn man die Seite besucht, scheint es doch sehr einseitig zu sein, zu Lasten des Assad Regimes. Es mag ja tatsächlich der Fall sein, dass ein Großteil der Verbrechen von Assad und seinen Schergen begangen wird, dennoch hat es einen Beigeschmack, wenn eine offensichtlich regimekritische wenn nicht regimefeindliche Organisation, seit Jahren als Primärquelle genutzt wird.

Vorsicht

Also endlich mal...mit Vorsicht genießen, ein "Netzwerk der Rebellen berichtet..." wie steht im Artikel?"...politisch motiviert..."Ich erinnere nur,was für hetzerische "Berichte" über die Flüchtlinge,wie auch immer motiviert,bei FACEBOOK und anderen Netzwerken im Umlauf waren und sind,an den Haaren herbeigezogen,mit dem Ziel Stimmung zu machen.Was für Massaker von russischen Truppen?Der Sprachgebrauch "...Die Beobachtungsstelle stütze sich auf ein relativ großes Netzwerk von Aktivisten in Syrien und liefere ganz gute Informationen. Das klingt recht positiv....",für wen klingt das positiv?Selbst das mit den Faßbomben ist nicht bestätigt.Irgendwann ist der Sprachgebrauch andersd geworden,lange wurde berichtet "Assads Regime hat...",jetzt heißt es "Assadads Regime soll..."Die Unschuldsvermutung?"Der Klarname des Betreibers, Osama Suleiman, steht HEUTE in Wikipedia."Der Name steht schon seit mindestensMonaten bei Wiki,und er ist auch DER EINZIGE in dieser Organisation.Viele User schrieben

Programmbeschwerde wegen Nutzung obskurer Nachrichtenquellen

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte:
"Ihr Chef und einziger Beschäftigter ist der Brite Ossama Suleiman. Er ist ein dreimal vorbestrafter Dunkelmann, der im Jahr 2000 aus Syrien nach England übersiedelte, sich den Namen Rami Abdurrahman gab und als „Direktor“ der „Beobachtungsstelle“ firmiert. Der Süddeutschen Zeitung zufolge betreibt er mit seiner Frau einen Kleiderladen und wurde von einer Gruppe, in der er in London für diese ominöse Beobachtungsstelle tätig war, schließlich rausgeworfen; deren Internet-Domain habe Suleiman "geklaut"; 2012 hat sich diese Gruppe aufgelöst."

kritikfähig?

Na so viel Ehrlichkeit muss man ja der Tagesschau lassen. Statt sich selbst aus mehreren Quellen zu bedienen (ich unterschlage mal die Handvoll "Informanten"), wird die Beobachtungsstelle zitiert.
"Mit mangelnder Neutralität kann man leben, wenn man davon weiß." Ja, insbesondere, wenn man dann versucht die Neutralität herzustellen. Dies ist aber seit Jahren nicht der Fall. So bleibt die Weitergabe der Propaganda der Beobachtungsstelle - auch mit Hinweis versehen - der übliche Weg.
Vielleicht sollte man immer sana.sy verlinken, damit der Öffentlichkeit gewahr wird, welche militärischen Aktionen denn von den Rebellen ausgehen - Mörserbeschuss und Scharfschützen inklusive.
Alternative würde sich auch die internationale und z.T. besser vernetzte Presse anbieten - die Washington Post verwies auf die Studie des ORB International bzgl. der Befindlichkeiten der Syrer:
http://www.opinion.co.uk/perch/resources/syriadata.pdf

@21:42 von Justin

Welche Möglichkeiten der Prüfung bzgl. der Nachrichten haben Sie denn?

17:43 von german-canadian

Na da erinnere ich mal an die Giftgasangriffe von Ghuta.
Klare Fehlinformationen der Beobachtungsstelle.
Das wurde dann auch noch von HRW und AI übernommen.
Und wie später nachgewiesen wurde, stammten die Geschosse aus dem von Rebellen gehaltenen Bereich. Dazu äußerten sich die o.g. allerdings nicht mehr.
Im übrigen ist es albern, die gleiche Quelle zu nehmen und sich dann über die Übereinstimmung zu freuen.

Licht unterm Scheffel

Ich hätte nie geglaubt, dass ich hier mal eine Lanze für die ÖR brechen sollte. aber es gab schon gute, wirklich nachdenkliche und ausgewogene Dokus zu Syrien, wie "Syrien-Krieg - die größte Falle" (ARD, 2015) von Hubert Seipel (auch auf youtube). Es gibt schweizer Journalisten, oder die eher linksgerichtete Karin Leukefeld, die etwas mehr zum Thema sagen können als tägliche Zahlen von Opfern und Verletzten vom Hörensagen, ohne dass wir je erfahren wer nun wen verletzte und warum, und Täter und Opfer im Info-War-Stil mal der und mal jener Seite zugeschoben werden. Sehr viel mehr dürfte aus der selbsternannten Beobachtungsstelle nicht herauszukriegen sein. Man weint Journalisten mit Überblick und historischem Background wie Scholl-Latour mehr als eine Träne nach.

@Erich78

"Unter Kritik geriet die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte im Herbst 2011, als zahlreiche Medien, darunter CNN, eine auf einem Bericht vom SOHR beruhende Falschmeldung verbreiteten, nach der in der Stadt Hama neugeborene Säuglinge in Brutkästen gezielt getötet worden seien, indem das syrische Regime die Stromversorgung des Krankenhauses unterbrochen habe. Während CNN als Quelle für seine Falschmeldung die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte angab, zitierte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte auf ihrer Internetseite daraufhin CNN als ihre Quelle. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte stellte in weiterer Folge klar, dass sie nicht behauptet habe, dass die Unterbrechung der Stromversorgung absichtlich herbeigeführt worden sei. Fakt sei aber, dass die Kinder in den Brutkästen starben."

Soviel zu dem gravierenden Fehler.

@ 21:42 von Justin

Assads Medien kann man am wenigstens glauben, das ist vornherein klar...

Absolut richtig. Man darf sich bei jeder wichtigen Nachricht niemals auf nur eine Quelle verlassen.

...da kann man nur Freiwilligen glauben, die ihr Leben opfern um die Wahrheit ungeschminkt zu zeigen.

Das muss ich bezweifeln! Seit Anbeginn der Kriegsgeschichte gab es Propaganda, die im Laufe der Jahrtausende stetig verfeinert wurde.
Wichtig ist daher, woran diese Freiwilligen glauben. Ob sie objektiv sind, ist eine rein rhetorische Frage! Wer sich für etwas einsetzt, kann nicht objektiv urteilen. Ich kenne diese "Freiwilligen" nicht, bin aber sicher, dass alle hinter ihrer Freiwilligkeit bestimmte Pläne und Hoffnungen hegen, die nicht eigenen Traditionen und Gedanken entstammen.

@german-canadian

17:43 von german-canadian:
"Das diese Stelle eher auf Seiten der syrischen Opposition steht ist wohl kein Geheimnis. Soll sie deshalb zu den Verbrechen des Regimes Assad schweigen?

Natürlich nicht. Aber wenn immer nur die Sichtweise einer Kriegspartei wiedergegeben wird, kann das keine objektive Berichterstattung sein.

"Der Grossteil der Verbrechen wird, wie nicht nur die Beobachtungsstelle berichtet, von dem Regime Assad begangen. AI, ÄoG, HRW und auch die UN berichten ähnliches."

Sie schreiben doch selbst, dass diese Beobachtungsstelle den Rebellen nahe steht. Warum also vertrauen Sie deren Berichten - nur weil es AI, HRW und UN aus Mangel an Alternativen auf deren Zahlen zurückgreifen müssen?

In Syrien kämpfen Regierungstruppen gegen unzählige Islamistengruppen. Wer glaubt, dass hauptsächlich die Regierungstruppen Verbrechen begehen, kennt wohl die Weltanschauung von Islamisten nicht.

auf alle Fälle Danke an die TS...

...dass man durchaus versucht hat, "Nachrichten" dieser "Organisation" mit einer Portion Skepsis zu versehen.Ich weiß nicht,wie manche User darauf kommen,dass 75 oder 90% deren Berichte wahr sind.Ich verstehe das Dilemma der Berichterstattung aus dieser Region für Nachrichtensender.

Das nehme ich der TS nicht ab

Was im Internet seit Monaten ein offenes Buch war konnten gebildete Journalisten nicht früher erkennen?
Dazu fehlt mir einfach der Glaube.
Zu oft wurde die Stelle zitiert, immer in Konjunktiv aber niemals wirklich überprüfbar. Ein Grauer Kasten mit der "nicht vorhandenen Überprüfbarkeit" ist kein Schutz vor den einfachsten Regeln des Journalismus. Entweder ich habe eine Nachricht abgesichert oder es ist keine Nachricht. Ansonsten kann man sich auf das Niveau von Boulevardblättern begeben. In den Augen vieler Menschen in meinem Bekanntenkreis ist genau das passiert.

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