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Vor 100 Tagen verschaffte sich in Newtown ein bewaffneter Mann Zugang zu einer Grundschule und begann auf Lehrer und Kinder zu schießen: 26 Menschen, darunter 20 Kinder, starben. Das Massaker sollte Amerika und seinen Umgang mit Waffen verändern - doch danach sieht es nicht mehr aus.
Als erster Bundesstaat der USA hat New York strengere Waffengesetze erlassen. Damit wird unter anderem der Verkauf halbautomatischer Gewehre verboten. Von der Waffenlobby kam prompt Kritik. Auch gegen die landesweiten Maßnahmen, die Präsident Obama heute vorstellen will, regt sich massiver Widerstand.
Drei Wochen nach dem Amoklauf hat in der Sandy-Hook-Schule in Newtown wieder der Alltag begonnen - unter massivem Polizeischutz. Doch die Tat hat auch andere Folgen: Im Dezember registrierte das FBI mehr Anträge von Waffenkäufern als je zuvor. Begehrt sind vor allem halbautomtische Gewehre.
Bewaffenete Wachleute an Schulen - viele Amerikaner finden diese Forderung der Waffenlobby entsetzlich. Doch der Vorschlag hat auch viele Unterstützer. In immer mehr Bundesstaaten und Städten wird an Gesetzen gearbeitet. In New Jersey soll die Polizei Schüler schützen.
US-Präsident Obama macht Druck: Bis Ende Januar soll eine Kommission unter Vize-Präsident Biden Vorschläge zur Reform des Waffenrechts vorlegen. Dabei liegt ein konkreter Plan schon seit zwei Jahren in der Schublade. Aber vor der Wahl wollte die Regierung davon nichts wissen.
Nach dem Massaker an der Grundschule von Newtown hat sich die US-Waffenlobby erstmals geäußert: Die NRA kündigte Konsequenzen an - allerdings ohne konkret zu werden. Zuvor ließ US-Präsident Obama mitteilen, dass er einen Gesetzentwurf zum Verbot bestimmter Waffen "aktiv unterstützen" werde.
Der Amoklauf von Newtown könnte für die US-Waffenindustrie vieles verändern. Während des Geschäft mit Pistolen und Gewehren weiter gut läuft, steigt der Finanzinvestor Cerberus beim Waffenhersteller "Freedom Group" aus - weil es offensichtlich sei, dass die Tragödie "einen Wendepunkt" markiere.
Nach dem Amoklauf von Newtown will sich der US-Präsident für strengere Waffengesetze einsetzen: Er werde einen Gesetzentwurf zum Verbot bestimmter Waffen "aktiv unterstützen", ließ Obama mitteilen. Die US-Waffenlobby kündigte einen Beitrag an, damit so ein Unglück nie wieder passieren könne.
In den Schulen von Newtown beginnt nach dem Amoklauf vom Freitag mit 27 Toten wieder der Unterricht. Die Bestürzung über das Massaker ist so groß, dass selbst gestandene Verbündete der US-Waffenlobby ins Wanken geraten. Es ist eine kurze und seltene Gelegenheit, die sich dem Land bietet.
Zum vierten Mal in seiner Amtszeit hat US-Präsident Obama an einer Trauerfeier für die Opfer eines Amoklaufs teilgenommen - doch in Newtown spendete er nicht nur Trost. "Wir müssen uns ändern", sagte er mit Blick auf die laxen Waffengesetze. Mehr als Andeutungen machte er nicht.