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Für ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt war der Auftritt Armstrongs ein Psychogramm eines Spitzensportlers: "Hochleistungssportler leben in einer anderen Welt, in der Kategorien wie Unrecht kaum zählen." Die Lüge sei zumindest damals Teil des Geschäfts gewesen. Die Tour war nicht ohne Doping zu gewinnen.
Der Ex-Radprofi Lance Armstrong hat in einem Interview mit der US-Talkmasterin Oprah Winfrey die jahrelange Einnahme von leistungssteigernden Substanzen eingeräumt. Doch die Motive seines Geständnisses sind weiter offen. Es könnte ihn jedoch Millionen kosten.
Warum gesteht Lance Armstrong seine Doping-Praxis in einer Talkshow? Der ARD-Doping-Experte Hajo Seppelt sieht darin eine Image-Offensive des einstigen Saubermanns. Das Geständnis könnte Armstrong sogar noch Geld einbringen - ein US-amerikanisches Informantengesetz macht dies möglich.
Die gefallene Radsport-Legende Lance Armstrong hat sich auf dem Sofa von US-Talkmasterin Oprah Winfrey zu einem Geständnis durchgerungen. Bei der Aufzeichnung der Talkshow beichtet er Medienberichten zufolge sein jahrelanges Doping und entschuldigt sich bei den Mitarbeitern seiner Krebsstiftung.
Viele Jahre lang haben auch die Öffentlich-Rechtlichen Millionen in die Tour de France investiert - und damit in den größten Sportbetrug aller Zeiten. Bei den Verbänden will man nun am liebsten sofort zur Tagesordnung übergehen. Dabei gehört nicht nur Armstrong in die Wüste geschickt, sondern auch die Funktionäre, meint Hajo Seppelt.
Der des Dopings beschuldigte frühere Radprofi Lance Armstrong ist als Vorsitzender seiner Krebsstiftung "Livestrong" zurückgetreten. Er wolle Schäden von der Stiftung fernhalten, erklärte er. Zudem beendete sein langjähriger Sponsor Nike die Zusammenarbeit mit dem Texaner.
Ein Titel ist genug: Er habe kein Interesse daran, nachträglich die Siege Lance Armstrongs bei der Tour de France zuerkannt zu bekommen, hat Jan Ullrich bei einer Pressekonferenz deutlich gemacht. Auch der Toursieger von 1997 stand unter Dopingverdacht und wurde zeitweise gesperrt.
Bei Armstrong fuhr der Dopingverdacht immer mit - jetzt gibt er klein bei. "Er wählt das kleinere Übel", meint ARD-Dopingexperte Seppelt. Ein Prozess käme einer öffentlichen Hinrichtung gleich. Dass der ebenfalls Doping-belastete Jan Ullrich nun zum Sieger aufsteigen könnte, ist für Seppelt "eine der größten Ironien der Geschichte".
Wegen Dopingverstrickungen hat die US-Anti-Doping-Agentur drei Weggefährten des siebenmaligen Tour-de-France-Siegers Lance Armstrong lebenslänglich gesperrt. Ein Verfahren gegen den ehemaligen Radprofi selbst, der bislang alle Vorwürfe bestreitet, läuft noch.