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Zwei Jahre nach der Einführung des Bildungspakets für bedürftige Kinder zieht die Regierung Bilanz. Auch wenn noch nicht alle Zahlen ausgewertet sind, zeichnet sich bereits ab, dass nicht alle Hilfen abgerufen werden. Zudem nutzen die Kommunen die Mittel sehr unterschiedlich.
Seit zwei Jahren können Kinder von Hartz-IV-Empfängern vom Staat Geld für Klassenfahrten, Nachhilfe oder die Mitgliedschaft im Sportverein bekommen. Doch die Angebote werden in manchen Regionen noch immer kaum genutzt. Der Bund kann nun mit Rückzahlungen in dreistelliger Millionenhöhe rechnen.
Vor zehn Jahren legte der damalige Kanzler Schröder die "Agenda 2010" vor. Heute sorgt sie wieder für Diskussionen bei den ehemaligen Koalitionspartnern. Grünen-Fraktionschef Trittin gab der SPD die Schuld an sozialen Härten der damit verbunden "Hartz"-Reformen. Ex-SPD-Chef Müntefering verteidigte die "Agenda".
Eine Trendwende verzeichnet die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg bei den Klagen zu Hartz IV. Die Zahl der eingereichten Klagen sei im Jahr 2012 um 120.000 gesunken. Schon im Jahr 2011 hatte die Bundesagentur ein Klageminus von zehn Prozent verzeichnet. Lediglich in Berlin häufen sich die Fälle.
Der Staat muss Milliarden für Geringverdiener aufwenden, weil deren Lohn zum Leben nicht reicht. Menschen in mehr als 1,2 Millionen Hartz-IV-Haushalten erhielten 2011 ergänzende Leistungen. Seit 2005 wurden laut Regierung mehr als 70 Milliarden Euro für "Aufstocker" ausgegeben. Auch für ältere Arbeitslose sind die Chancen auf einen Job schlecht.
Rund 7,3 Millionen Menschen in Deutschland haben Ende 2011 von Sozialleistungen des Staates gelebt - der tiefste Stand seit Beginn der Statistik im Jahr 2006. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung betrug damit 8,9 Prozent. Besonders die Zahl der Hartz-IV-Empfänger sank um 16 Prozent.
Eine kaputte Waschmaschine, eine hohe Stromnachzahlung - bei Hartz-IV-Empfängern reicht häufig das Ersparte nicht, um solche plötzlichen Ausgaben zu decken. Dann hilft ein zinsloses Darlehen des Jobcenters. Und das wird immer häufiger gebraucht. Die Bundesagentur spricht von immer mehr Betroffenen.