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Das Ende des Kalten Kriegs

stellte die Existenzberechtigung der Nato nachhaltig infrage.

Die Verteidigung Europas schien nicht mehr vorrangig, vor den Deutschen musste niemand mehr Angst haben.

Die Amerikaner blieben derweil gern, weil sie die Bürde einer globalen Ordnungsmacht gelegentlich doch nicht allein tragen mochten.

Der Streit über die gerechte Verteilung der militärischen Lasten vererbte sich von der Ära der transatlantischen Sicherheit hinüber in die Zeit der Interventionen außerhalb des Bündnisgebiets: Die Forderung, die europäischen Partner müssten mehr beitragen, ist bis heute nicht verstummt.

Fazit:
Man beschäftigte sich nach dem Zusammenbruch des Ost-Blocks mit sich selbst und nicht mit den neuen Anforderungen.

Tja da her Recht, die Nato

Tja da her Recht, die Nato hat keine Strategie, aber die USA schon.
Deswegen stärkt sich auch der Verdacht, dass die USA die Nato nutzen um Russland und Europa voneinander zu isolieren.

Nato reagiert nur auf russische Aggression in UA- ohne Strategie

Außer ständigem Säbelrasseln mit Manövern und russischen Bombern vor der USA-Küste und der schnellen Nato-Eingreiftruppe in Osteuropa und ohne politische Gespräche im Normandieformat oder dem ruhenden Nato-Russland-Rat und der Nato-Russland-Grundakte gibt es als Reaktion des Westens und der Gegenreaktion Russlands eher eine Ankündigungspolitik - ohne eine erkennbare Strategie.

Hingegen ist im russischen Vorgehen als Aggressor mit der völkerrechtswidrigen Krim-Annexion und der Destabilisierung der Ostukraine schon eine Geo- und Militärstrategie zur "Integration" ehem. Sowjetrepubliken zu erkennen. Diese aggressive Strategie wurde auch durch Russlands Kriege in Tschetschenien, Georgien und der Ostukraine sichtbar.

Wollen die ehemaligen zwischenzeitlichen Partner Russland und der Westen in einer globalisierten Welt mit multipolaren Machtzentren eine gedeihliche Zukunft, sollten sie weitere Konfrontationen bis zu einem heißen Konflikt vermeiden wollen. Danach sieht es noch nicht aus.

Strategie?

Unsere Regierung kommt schon bei einem kleinen Land wie Griechenland unter die Räder.

Unsere Regierung handelt "alternativlos".

Eine schöne Umschreibung dafür, dass man keine Strategie hat.

Bei gar nichts.

Das ist nämlich am einfachsten. Wenn man so in den Tag hinein regiert. Ohne Strategie.

Hauptsache man bleibt ruhig und taucht kurz weg. Wenn die Presse nervt.

Das ist die einzige Strategie, die Politiker bei uns verstehen.

Deshalb bitte nicht mehr verlangen.

strategie

es gibt nur 1 option: sofort stopp mit jeglicher aufrüstung und gespräche!!

In diesem Artikel heisst es,

In diesem Artikel heisst es, dass erstmals schwere Waffen in Osteuropa stationiert werden. Gestern war ein Artikel vom 10.3. (USA verlegt schwere Waffen ins Balitkum), welcher offensichtlich nachträglich noch verändert wurde. Die 750 Kampfpanzer + 200 gepanzerte Fahrzeuge verschwanden und tauchten nur in der Bildunterschrift als fast 750 Fahrzeuge wieder auf. Welche Strategie wird da verfolgt? Da die 3000 Soldaten (infanterie Division) nie so viele Panzer bedienen können, muss man sie wohl einlagern und dann im Ernstfall zerstören, falls man sie nicht rechtzeitig erreichen kann. Fällt einem dann aber ein, dass die baltischen Staaten der Ukraine gerne Waffen liefern möchten, selbst aber keine komplexen Systeme produzieren , kann daraus wieder eine runde Sache werden, bei der viele bekommen was sie wollen und andere vordergründig ihr Wort halten können.

Kalter Krieg

"Müssen wir uns wirklich Sorgen machen?

Brzoska: Ja. "

Wieso steht das europäische Volk nicht auf? Wieso rasen wir ungebremst auf die Katastrophe zu, und niemand ist auf der Straße?

Treffende Analyse

Ein sachliche und sehr treffende Analyse, die m.E. Prof. Brzoska hier im Interview vorstellt.

In der Tat mangelt es der NATO in toto an einer tragfähigen Strategie, weil sie von den USA, deren Wünschen u. Zielen dominiert wird. Und gerade im Ukraine-Konflikt findet sich das ganz besonders in dem militärisch eskalierenden Verhalten gegenüber Russland wieder.

In dieser Krise hat die NATO die politische Option u. Karte (NATO-Russland-Rat) gekappt und sich ausschließlich auf militärische Muskelspiele in Form von einseitigen Unterstützungen, Truppenbewegungen, neuen Einsatzelementen u. Demonstration von Stärke in Form von Manövern an der Grenze zur RF engagiert.

Prof. Brzoska ist beizupflichten, dass diese militärische Eskalation völlig untauglich zur Krisenbewältigung ist.
Gerade der politische Teil dieses Bündnisses wäre in diesem Konflikt gefordert gewesen, weil militärisch hier keine Antwort gegeben werden kann.

Die Dominanz der USA kann eine eigene Strategie nicht ersetzen.

Die NATO hat keine Strategie?

Mir scheint, dass Herr Brzoska hier einige wichtige Dinge übersehen möchte - beispielsweise die Osterweiterung der letzten 25 Jahre sowie die Ablehnung des russischen Beitrittsgesuchs.

Wenn die NATO keine Strategie hat, wonach handelt sie dann?

Russland will sein atomares Waffenarsenal ausbauen

ich weiß nicht wo die TS und die anderen Medien diese Information her haben, von russischer Seite ist nur von einen Austausch von Trägerraketen die Rede, natürlich passt diese Art von Überschrift in die Rechtfertigungspropaganda der NATO Expansion genau wie auch die ständige Wiederholung einer angeblichen Anexion der Krim..........

Jeder Deutsche, jeder Europäer,...

...der noch seine sieben Sinne beieinander hat, weiß, wer hier der Aggressor ist und warum.

Die jahrzehntelange, weltweite US-Hegemonie geht den Bach hinunter, während Russland und China, die neuen Anwärter, sich militärisch, wie politisch oder wirtschaftlich nicht mehr einschüchtern lassen.

Und das ist auch gut so !

Merkel und Berlin wählen den Weg der US-Eskalation !

Dies schadet Deutschland bereits jetzt,...auch ganz ohne militärischen Konflikt !!!

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Strategien

Die Nato hat wohl keine Strategie - bestimmt aber die US-Amerikaner. Es geht ihnen natürlich nicht um das Auslösen eines neuen Weltkrieges oder auch nur begrenzte Konflikte mit den Russen. Es geht ihnen um die Verhinderung jeder möglichen Annäherung der Europäer an Russland. Solange es den USA gelingt, einen Keil zwischen den russischen Teil Europas und die EU zu treiben, solange haben US-amerikanische Interessen hier Einfluss und sogar Macht. Doch mit jeder neuen Handelsbeziehung, mit jedem neuen Vertrag zwischen Putin und den EU-Vertretern wird dieser Einfluss zurück gedrängt. Das mag man gut heißen oder schlecht. Aber die Nähe zu Russland als Bindeglied zwischen dem "asiatischen Anhängsel Europa" und den sibirisch-chinesisch-indischen Wirtschaftsräumen ist auf lange Sicht die große Chance auch der BRD, weiter eine Rolle in der Weltgeschichte mitzuspielen. Die das nicht wollen, sind die USA.

Es fehlt an Strategie?

Die alte NATO- Doktrin greift hier doch ganz klar und somit handelt das "Verteidigungsbündnis" ganz klar strategisch:

Keep the americans in Europe, the russians out and the germans down.

Haltet die Amerikaner in Europa, die Russen außerhalb und die Deutschen klein.

Heute geht es weniger um Grund und Boden, sondern mehr um Wirtschaft. Die Amerikaner wünschen sich heute ein wirtschaftlich starkes Deutschland, aber wer dabei profitieren soll, dass bestimmen ja wohl nach wie vor unsere Freunde in Washington.

Welche Strategie erwartet der Herr Brzoska denn ?

>>
Brzoska: Im Moment erkenne ich keine Strategie bei der NATO. Sie reagiert nur auf russische Schritte. Und ich halte auch den Weg einer militärischen Eskalation für falsch. Gerade weil diese größtenteils noch aus Ankündigungen besteht, ist jetzt eine verbale Abrüstung geboten.
<<

Selbstverstaendlich 'reagiert' die NATO nur auf russische Schritte. Was soll sie denn auch sonst machen. Spaetestens seit dem Raub der Krim durch Putin kann man Russland nicht mehr trauen. Also bleibt nur, den Russen zu zeigen wo der Grenzverlauf ist und auch bleibt. Solange der Kreml das kapiert bleibt es auch bei verbalen 'Gefechten'.

Keine Strategie also auch keine politischen Ziele?

Hört sich ja erst einmal neutral an, was Herr Brzoska da so sagt. Was er aber zumindest in diesem Interview ganz ausser Acht lässt sind die Intentionen, die politischen Absichten der Konfliktparteien, die Voraussetzung für eine von ihm vermisste Strategie sind.

Herr Brzoska behandelt nur die Auswirkungen und derzeitigen Bewegungen mit weiterem Ausblick in mögliche Szenarien. Für einen Friedensforscher ist das aber zu wenig, von einem absichtsfreien, strategielosen Vorgehen der Beteiligten auszugehen verspricht keinen Erkenntnisgewinn.

Die Verschiebungen der „Blockgrenzen“ der letzten Jahre zeigt auch unter Berücksichtigung der Krim, eine beachtliche Ausdehnung der NATO an die russische Grenze.

Da müssen die NATO-Verschworenen schon an krankhaften Angstzuständen leiden, diese Entwicklung als ein weitere Abschreckung erfordernde Bedrohung anzusehen.

Herr Brozoska ist sicherlich kein Falke, wenn er einfach nur Gut und Böse zugrunde legt, aber Friedensforschung geht so auch nicht.

Selbstbeschäftigung?

Nein, man hatte kurzzeitig Panikattacken, da, nach der Auflösung des Warschauer Paktes, die Existenzberechtigung der NATO in Frage gestellt war.
Das Einzige was eingehalten wurde, ist die Nicht"besiedlung" der Ex-DDR mit US-Truppen incl. Abzug aus Westberlin. Ansonsten: In D alles beim Alten und Richtung Osten wird auch jede Gelegenheit zur Ausweitung und immer engeren Einkreisung (böse Leute könnten das auch als Bedrohung ansehen) des Erbfeindes genutzt. Inzwischen ist ja wohl sogar Georgien Nordatlantik-Anrainer.
Und alle dackeln hinterher. Anstatt in der Ukraine für eine Föderalisierung oder Autonomisierung einzutreten (in Europa nicht wirklich selten), werden Waffen mobilisiert und es gibt nicht mal ein Du Du.
Wandel durch Annäherung? Teufelwerk?

@ 20:00 von Izmi

>>
Es geht ihnen um die Verhinderung jeder möglichen Annäherung der Europäer an Russland.
<<

Da braucht es keine Amis. Die Europäer haben schlichtweg und zu Recht Angst vor einem Land das es scheinbar voellig in Ordnung findet, sich Laendereien benachbarter Staaten zu rauben.

Die EU und Russland sollen sich annähern

Das darf sich Deutschland von den USA nicht verbieten lassen. Denn diese Säbelrasselei der Amerikaner ist nicht die Art der Deutschen. Mit Gesprächen und Annäherung auf der menschlichen Ebene erreicht man viel mehr. Vor allem können das die Deutschen viel besser als die Amerikaner. Die Russen sind mir als Freunde mindestens genauso lieb wie die Amerikaner. Bei den Amerikanern gefällt mir auch nicht alles. Das hält die Freundschaft trotzdem aus. Genauso muss es auch bei den Russen werden. Es kann auch Freundschaft geben obwohl nicht 100% alles gefällt!

@20:33 von montideluxe

"Spaetestens seit dem Raub der Krim "

Wem wurde denn die Krim geraubt? Also Irgendwie sind die Krimbewohner da wo sie immer wahren, auf der Krim und haben ihre Krim noch. Also wehr wurde nun beraubt?

Stoltenberg ist NICHT Chef der NATO !!!

Liebe TS heute ist auf Zeit-Online der Artikel
"Deutsche haben wenig Vertrauen in die Medien "
http://www.zeit.de/gesellschaft/2015-06/medienkritik-journalismus-vertra...
Wie wäre es mal etwas sorgfältiger zu arbeiten um diesem Trend entgegen zu wirken ?
Stoltenberg ist NICHT Chef der NATO. Seine Position ist die des "Generalsekretärs".
https://de.wikipedia.org/wiki/NATO#NATO-Generalsekretariat_und_Internati...
Er hat keinerlei administrative Befugnisse in der NATO,. Seine Rolle ist repräsentativ - ähnlich der Rolle von Hr. Gauck.
Der tatsächliche Chef der NATO ist der Supreme Allied Commander Europe (SACEUR).
Dabei ist anzumerken, dass der SACEUR immer US-Amerikaner ist. Der Generalsekretär ist dagegen Europäer, wohl um den europäischen Bürger die Illusion zu geben, Europa könnte in der NATO entscheidend mitbestimmen.

Und das ist Friedensforschung?

Die NATO hat keine Strategie sagt der Professor. Mein Hammer in der Werkstatt hat auch keine. Bei der Diskussion um die NATO sollte man doch mindestens das Offensichtliche nicht unterschlagen, sonst kann man getrost einseitige Meinungsmache
unterstellen, und dis ist: die NATO war und ist Teil der US-Stategie und sie spielen damit perfekt. Wer Zahlt, wer befielt, wer bekommt, die Rollen sind klar verteilt. D darf zahlen und hat nicht zu sagen.

@ proehi um 20:34

Danke für den guten Kommentar. Wirklich enttäuschend, wenn ein Friedensforscher nicht differenzierter urteilt.

@20:53 von sprutz

>>
Wem wurde denn die Krim geraubt? Also Irgendwie sind die Krimbewohner da wo sie immer wahren, auf der Krim und haben ihre Krim noch. Also wehr wurde nun beraubt?
<<

Gehoert Berlin den Bewohnern von Berlin oder gehoert Berlin mehr der Bundesrepublik Deutschland ?

20:00, Izmi

"Die Nato hat wohl keine Strategie - bestimmt aber die US-Amerikaner."

Das würde voraussetzen, daß es "die US-Amerikaner" als einheitlichen Block gibt und daß dieser Block weiß, was er tut.

Ein Blick in die jüngere Geschichte sollte eigentlich offenbaren, daß auch in den USA niemand einen Plan hat. Man hatte sich bequem im kalten Krieg mit seinen klaren Fronten eingerichtet, und nun das!

Ich verstehe auch nicht, weswegen es im Interesse der USA sein sollte, eine Annäherung zwischen Russland und Resteuropa zu verhindern. Gute Beziehungen zwischen Russland und der EU, die es nach Putin (Putin ist nicht Russland, auch wenn er gern diesen Eindruck erwecken würde) gewiss geben wird, da es sich ja um denselben Kontinent handelt, laufen nicht den Interessen der USA zuwider. Auch wenn die kalten Krieger auf beiden Seiten dies nicht müde werden zu behaupten. Es widerspricht einfach ihrem wohlgeordneten bipolaren Weltbild....

20:00 von Izmi

Russland als Bindeglied?
die Nähe zu Russland zwischen dem "asiatischen Anhängsel Europa" und den sibirisch-chinesisch-indischen Wirtschaftsräumen ist eine imperiale russische Wunschvorstellung.

Um Handel und Beziehungen aufzubauen, zu festigen,
sind direkte, ehrliche Beziehungen immer noch das Beste,

Zwischenstation im Kreml,
das erhöht nur unnötig das wirtschaftliche Risiko durch Korruption und Wirtschaftskriminalität und treibt die Kosten in die Höhe.

Putin sollte sich seine wieder erwachten imperialen Gelüste um Russland herum abschminken.
Sollte es dem russischen Sicherheitsbedürfnis nutzen,
kann Russland ja seine Grenze auf eine Breite von 10km beackern und dahinter einen hohen elektrischen Zaun ala DDR ziehen, dann hat es seinen Einflussbereich für sich,
ohne die Nachbarn zu gefährden.

Fast alle ehemaligen Staaten die in guten Beziehungen zu Russland standen,
haben sich, da Russland ein erhöhtes Sicherheitsrisiko für sie geworden ist,
von ihm abgewandt.

Ist die NATO alternativlos?

Es ist zwar noch nicht so weit, jedoch sollte man keine Denkverbote zulassen: Deutschland könnte, zusammen mit Frankreich, ein kontinentaleuropäisches Bündnis mit Russland schmieden und sich von den USA abwenden und die NATO verlassen. So unvorstellbar ist das nicht: Frankreich hatte schon einmal die Befehlsstrukturen der NATO verlassen und während des Prozesses der Wiedervereinigung war ein bündnisfreies Deutschland durchaus Bestandteil des Lösungsraums. Noch vor wenigen Jahren betrachtete Russland Deutschland als "strategischen Partner" (dies war Doktrin im Außenministerium). Leider haben die Deutschen mit ihrer US-hörigen Außenpolitik das Vertrauen und die Zuneigung des Kreml auf eine harte Probe gestellt. Deutschlands Ansehen in der Bevölkerung in Russland war schon lange nicht mehr so niedrig. Die Russen mögen die ihnen seelenverwandten Deutschen, der Krieg wird als gemeinsame Tragödie wahrgenommen. Es hätte der Beginn einer "wunderbaren Freundschaft" werden können! Schade.

@21:06 von montideluxe

Gehoert Berlin den Bewohnern von Berlin oder gehoert Berlin mehr der Bundesrepublik Deutschland ?

Ein schlechter Vergleich, sozusagen Äpfel und Birnen. Sie sollten lieber fragen, wem gehört Bayern? Den Bewohnern Bayerns oder der BRD. Da kommen wir dem Vergleich schon näher, denn die Bayern haben unser Grundgesetz nicht unterschrieben, sind immer noch in vielen Bereichen eigenständig und könnten sich, so sie es denn wollten, von der BRD separieren.

20:34, proehi

"Die Verschiebungen der „Blockgrenzen“ der letzten Jahre zeigt auch unter Berücksichtigung der Krim, eine beachtliche Ausdehnung der NATO an die russische Grenze."

Die ehemaligen Warschauer Pakt-Staaten hatten es sämtlich sehr eilig, der NATO beizutreten. Die wurden nicht von selbiger erobert, gezwungen oder gedrängt, es war wirklich ihr innigster Wunsch. Man kann der NATO vorwerfen, daß sie hier nicht weiser agiert hat und ein wenig Rücksicht auf russische Befindlichkeiten, also die gefühlte Demütigung, die mit dem Zusammenbruch des alten Großreichs einherging, genommen hat.

Aber ihr eine Eroberungsstrategie zu unterstellen geht an den historischen Tatsachen vorbei.

21:20 von fathaland slim

"Ich verstehe auch nicht, weswegen es im Interesse der USA sein sollte, eine Annäherung zwischen Russland und Resteuropa zu verhindern. Gute Beziehungen zwischen Russland und der EU(...) laufen nicht den Interessen der USA zuwider. Auch wenn die kalten Krieger auf beiden Seiten dies nicht müde werden zu behaupten. Es widerspricht einfach ihrem wohlgeordneten bipolaren Weltbild..."

Es gibt kein "bipolares Weltbild" mehr. Ich denke, wir haben das begriffen. Nur Zweifel ich an der gleichen Erkenntnis bei den US-Amerikanern. Und wenn ich schreibe: "US-Amerikaner" meine ich den militärisch-industriellen Komplex. Ich wundere mich, dass Du die so offensichtlichen weltweiten Einmischungsversuche der USA als normal hinzunehmen scheinst. Denn man mischt sich um der Dominanz willen ein. Da ist jeder Konkurrent Konkurrenz und wird bekämpft. Russland war und bleibt ein Konkurrent, dem man mit militärischer Stärke kaum etwas anhaben kann. Deshalb versuchen die USA es mit Isolierung.

So ist das!

Ich kann 'Zensur' nur zustimmen. Die USA mißbrauchen die NATO um Rußland und Europa von einander zu isolieren.

Es wird Zeit für eine europäische Emanzipierung Europas von den USA.

21:27 fathaland slim

Nicht Eroberungsstrategie - wie Sie behaupten - habe ich der NATO unterstellt, sondern krankhafte Angstzustände.

Sie beschreiben ja durchaus akzeptabel (bei dem gedrängt und innigster Wunsch hab ich so meine Zweifel) die Auflösung des Warschauer Pakts und sehen die danach folgende Osterweiterung der NATO nicht unkritisch.

Unstrittig ist, daß nicht Russland sondern die NATO militärisch hinzugewonnen hat. Daraus eine Situation abzuleiten, die eine weitere Abschreckung erfordert, ist deshalb nicht plausibel und anderen politischen Absichten - die Sie natürlich nennen können wie Sie wollen - geschuldet.

Die NATO hat jedenfalls die Beitrittsländer nicht ohne Absicht und nur weil man das mit guten Nachbarn so macht aufgenommen. Eine Ablehnung der Beitrittsersuchen wäre ja auch - wo die Begründung für die NATO, der Warschauer Pakt, mittlerweile Geschichte war - eine Option gewesen.

Wo ist der Vergleich zwischen den Rüstungsausgaben?

Angeblich müssen wir vor Russland Angst haben. Von der TS erwarte ich zu solchen Beiträgen einen Vergleich der Rüstungsausgaben der Nato und Russland (umfassende und unparteiische Berichterstattung). Nach meinen mir bekannten Zahlen, muss eher Russland vor der Nato Angst haben. Zur Abrundung des Beitrages wäre noch eine Karte mit den US-Nato-Stützpunkten um Russland aufschlussreich.
Ich glaube, das Russland seine Interkontinentalraketen nur unempfindlich für die Raketenabwehrschirme der USA machen möchte, um das nukleare Gleichgewicht bzw. Abschreckung aufrecht zu erhalten. Man stelle sich vor, die USA könnten ohne Angst vor einem Gegenschlag, Russland einäschern. Die Begründung würde genauso aufrichtig sein wie im Irak.

21:35, Izmi

" Ich wundere mich, dass Du die so offensichtlichen weltweiten Einmischungsversuche der USA als normal hinzunehmen scheinst."

Was heißt normal? Sie sind ein Erbe des kalten Krieges, während desselben die USA ein System von Stützpunkten über die ganze Welt gelegt hat. Das sind keine Einmischungsversuche mehr, sondern historische Tatsachen, mit denen alle Beteiligten jetzt auf irgend eine Weise umgehen müssen.

Die USA sind das letzte verbliebene Großreich, und auch dieses ist dem Untergang geweiht. Das weiß auch wohl jeder. Aber wie den Übergang gestalten? Einfach alle Soldaten nach Hause zu befördern würde ein Vakuum hinterlassen. Es würde das Chaos vergrößern. Die Strukturen sind eingefahren, die kann man nicht von heute auf morgen einfach ersatzlos auflösen.

Und bitte, komm mir nicht mit John McCain. Das ist ein Mann von gestern. Der hat überhaupt keinen Plan und weint der alten Größe nach. Reaktionäre sind für die Gegenwart gefährlich, aber ihnen gehört nicht die Zukunft.

@proehi

Zitat: "Die NATO hat jedenfalls die Beitrittsländer nicht ohne Absicht und nur weil man das mit guten Nachbarn so macht aufgenommen. Eine Ablehnung der Beitrittsersuchen wäre ja auch - wo die Begründung für die NATO, der Warschauer Pakt, mittlerweile Geschichte war - eine Option gewesen."
Zitat Ende

Wenn ich das untermauernd anmerken darf. Es wird ja von vielen Protagonisten (aufgesetzt) schulterzuckend eingewandt, was hätte man denn tun können, wenn die ehemaligen Ostblockländer unbedingt in die NATO wollen..?

Wenn es der Gesamtwetterlage zuträglich ist, muß man noch lange nicht jeden aufnehmen, schönes Beispiel die Türkei. Da es geostrategisch den Altmitgliedern nutzt, darf sie mitmachen ... hier im Beispiel bei der NATO.

In die EU darf sie deshalb noch lange nicht, der Verein kann sich die Mitglieder sehr wohl aussuchen!

Und ich frage mich...

...die ganze Zeit, ob wir unter Gerhard Schröder auch in so einer gefährlichen Krise wären!

21:57, proehi

"Unstrittig ist, daß nicht Russland sondern die NATO militärisch hinzugewonnen hat.'

Nee, beide Seiten haben verloren, denn militärisch ist hier überhaupt nix mehr zu regeln. Das sind bloß noch Reflexe aus einer vergangenen Zeit.

Eigentlich haben beide Seiten gewonnen, sie müssen es lediglich langsam mal einsehen, bevor sich die Entwicklung verselbständigt. Ohne Zusammenarbeit und Verständigung geht es nicht. Das Ende des kalten Krieges ist eine große Chance für alle Beteiligten. Die Reaktionäre beider Seiten müssten es aber langsam mal einsehen.

re Helmut Baltrusch

Zitat: "Hingegen ist im russischen Vorgehen als Aggressor mit der völkerrechtswidrigen Krim-Annexion und der Destabilisierung der Ostukraine schon eine Geo- und Militärstrategie zur "Integration" ehem. Sowjetrepubliken zu erkennen. Diese aggressive Strategie wurde auch durch Russlands Kriege in Tschetschenien, Georgien und der Ostukraine sichtbar."
Zitat Ende

Ich finde es sehr bemerkenswert, dass für viele Diskussionsteilnehmer die Destabilisierung der Ukraine mit dem Anschluss der Krim begann. Meines Erachtens war das viel früher, als der landesweit gewählte Staatschef durch regionale Unruhen gewaltsam gestürzt wurde. Das hat die inhomogene Ukraine nachhaltig aus der Bahn geworfen. Die nächste Wahl zur Korrektur abzuwarten, wäre der bessere Weg gewesen.

Das Bestreben Russlands in seinen Interessensphären (so wird man das dort wohl sehen) Einfluss zu nehmen, entschuldige ich nicht. Nur das Alleinstellungsmerkmal (z.B. im Vergleich mit der USA) ist nicht mal mit Lupe zu entdecken.

22:10 von fathaland slim

Dass die Hegemonie der USA "dem Untergang geweiht" wäre, werden Sie wohl sicher nicht mehr erleben. Die USA sind entgegen Ihrer Verlautbarung nämlich kein "Großreich".

Gehört der Kosovo den Bürgern des Kosovos...

...oder gehört ermehr zu Serbien.

Es war ironischerweise Putin, der damals die Abspaltung des Kosovos von Serbien kritisch beurteilte.
Es wird hier ein völkerrechtlicher Präzendenzfall von den Westmächten und der NATO betrieben.
Die haben damals groß aufgeschrieen, daß Putin die Selbstbestimmungsrechte der Kosovaren nicht respektiere.
Einige Jahre später bestimmen die Bürger der Krim, daß sie lieber Russland angehören möchten, statt der Ukraine und genau diese Westmächte und NATO schreien Zeter und Mordio.
Ganz nüchtern betrachtet, klafft da schon eine argumentative Lücke.

21:35 von fprinz

Womit sollten die USA, die EU,
ein so großes und mächtiges Land wie Russland denn isolieren?
Wie sollte so ein Szenario überhaupt möglich sein?
.
Hier wird ein unrealistisches Bild
gezeichnet.
.
An der Spitze der USA sitzen,
wie in Russland,
knallharte Realisten und keine Träumer.
.
Wenn es zur Isolation von Russland zum Westen kommt,
dann aus seiner Politik gegenüber seinen Nachbarn,
die der Kreml immer noch als sein Einflussgebiet, seine Selbstschutzzone, seine Pufferzone ansieht.
.
Da braucht die USA nur zu zusehen und nicht einen Finger zu rühren,
wie sich Russland bei seinen Nachbarn selbst in die Isolation manövriert.

@montideluxe

20:41 von montideluxe:
"Die Europäer haben schlichtweg und zu Recht Angst vor einem Land das es scheinbar voellig in Ordnung findet, sich Laendereien benachbarter Staaten zu rauben."

Und deshalb sind die "Beraubten" auch zu 90% mit der eigenen Entscheidung zufrieden und diejenigen, die ähnliche Ideen hatten, aber von Kiew mit Krieg überzogen wurden, flohen zu 80% direkt in die Arme des "Feindes". Es muss wirklich schlimm sein, dieses Russland.

Bedroht fühlen sich doch nur diejenigen, die sich von der monatelangen Propagandashow haben einlullen lassen. Gefühle sind immer rein subjektive Empfindungen. Mit Fakten hat das wenig zu tun - und falls doch, scheuen Sie sich nicht, diese zu nennen.

Mir fällt kein Grund ein, warum Russland ein NATO-Land - oder überhaupt irgendein Land - angreifen sollte. Allein der Glaube daran ist natürlich im Interesse der USA/NATO.

@Karlmaria

20:51 von Karlmaria:
"Das darf sich Deutschland von den USA nicht verbieten lassen. Denn diese Säbelrasselei der Amerikaner ist nicht die Art der Deutschen. Mit Gesprächen und Annäherung auf der menschlichen Ebene erreicht man viel mehr."

Diese Aussage ist sicherlich richtig, aber hatten Sie das Gefühl, dass sich irgendein relevanter deutscher Politiker für und nicht gegen Russland ausgesprochen und vor allem auch gehandelt hat? Die wenigen, die es taten, wurden öffentlich an den Pranger gestellt (z.B. Platzeck).

Am 24. Juni 2015 um 20:41 von montideluxe

Zitat:
"...Die Europäer haben schlichtweg und zu Recht Angst vor einem Land das es scheinbar voellig in Ordnung findet, sich Laendereien benachbarter Staaten zu rauben..."

22. Juni 1940 ----> Tag der NS Überheblichkeit

22. Juni 1942----> Überfall auf die Sowjetunion

22. Juni 2015----> Verlängerung der Sanktionen gegen RF

22. Juni 2016----> ?

@montideluxe

21:06 von montideluxe:
"Gehoert Berlin den Bewohnern von Berlin oder gehoert Berlin mehr der Bundesrepublik Deutschland ?"

Klare Antwort: den Berlinern!
Im Völkerrecht ist das Recht auf Selbstbestimmung verankert. Und demokratischer als ein Referendum geht es kaum, da hierbei das Volk direkt entscheidet und nicht über gewählte Vertreter.

Da das nicht in die für die Ukraine geplante US-Strategie passte, mussten natürlich andere Erklärungen her. Aber die kennen Sie ja bereits.

@davidw.

21:21 von davidw.:
"Fast alle ehemaligen Staaten die in guten Beziehungen zu Russland standen, haben sich, da Russland ein erhöhtes Sicherheitsrisiko für sie geworden ist, von ihm abgewandt."

Welche sollen das sein? Griechenland und die Türkei bauen mit Russland Gasleitungen, in Finnland jammern die Firmen, dass ihnen der russische Markt weggebrochen wurde und in Österreich und den USA sieht man die Sanktionen eher als Richtlinie an, die man einhalten kann, aber nicht muss.

In der Wirtschaft regiert nur eine Macht: Das Geld. Wer welches hat, ist Kunde und Handelspartner. Die Sanktionen sind nur im Interesse von Wirtschaftsmächten, die ihre Konkurrenz ausschalten wollen.

m 24. Juni 2015 um 21:06 von montideluxe

Zitat:
"...Gehoert Berlin den Bewohnern von Berlin oder gehoert Berlin mehr der Bundesrepublik Deutschland ?..."

Rechtlich gesehen stimmt ES sogar, aber ich bleibe trotzdem ein West-Berliner.

Berlin wurde aber nicht an die Bundesrepublik Deutschland verschenkt, wie die Krim 1954 durch Nikita Chrustschow an die UK.

Tipp:
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Territorialstreitigkeiten

@22:12 von Sokige

Und ich frage mich die ganze Zeit, ob wir unter Gerhard Schröder auch in so einer gefährlichen Krise wären!

Eine sehr berechtigte Frage! Das einzige, was Herr Schröder richtig gemacht hatte, nämlich das deutsche Eingreifen im Irak- Krieg zu hinterfragen, wirft ihm die Union, besonders Frau Merkel, bis heute vor. Ich habe keinen Zweifel daran, dass Frau Merkel unsere Bundeswehr damals in einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg verheizt hätte.

Darstellung: