Kommentare

Herzliche Glückwünsche an die Türkei

Für dieses Wahlergebnis. Es ist schön zu sehen, dass die Demokratie in der Türkei einen großen Sieg errungen hat. Dort haben die Wähler erkannt, wie wichtig Freiheit und Volkesstimme sind und welche Macht der Suverän hat.

Ich wünschte, der deutsche Wähler wäre sich dessen auch bewußt.

Demokratie!

Dieses Wahlergebnis ist ein klares Zeichen für den gesunden Menschenverstand.
Und außerdem ein echter Fortschritt für die Kurden.
Weiter so !

Herzlichen Glückwunsch

Eine schwierige Zeit der Regierungsfindung beginnt.

und jetzt,

eine Allparteien-Koalition ohne AKP.

Jetzt wird das

Militär in TR wieder Auftrieb bekommen. Erdogan muss sich also in Zukunft bezüglich seines Allmachtstrebens zurücknehmen. Ansonsten ist er schnell weg vom Fenster.

Wie sich das gleicht

Auch nach deutlichen Stimmenverlust sieht man sich als alleiniger Sieger

Erinnert mich an die Politiker hier und in vielen anderen Ländern

Diagramme helfen uns,

Diagramme helfen uns, Wahlergebnisse in Deutschland zu verstehen. Wieso glaubt die TS, wir könnten ausländische Wahlergebnisse ohne solche Hilfen erfassen?

@Joe K

Die MHP gilt als ultranationalistisch... Ihre Idee ist ungefähr so realistisch wie eine SPD / NPD Koalition.

Ich denke eher, dass die AKP mit der MHP koaliert oder zumindest sich von denen als Minderheitsregierung dulden lässt.

Einfach mit der MHD

Erdogan wird einfach mit der MHD zusammenarbeiten. Weder CHP noch HDP können es sich leisten mit einer Nationalistischen Türkeinpartei zusammen zuarbeiten. Bei der AKP sind die Gräben viel viel niedriger. NPD und Die Linke würden ja auch nicht eine Koalition bilden um die CDU irgendwie rauszuwerfen....

Noch kein Grund zum feiern

Bei einer Wahlbeteiligung von 85%(!) hat es die HDP geschafft aus dem Stand 13% Punkte zu holen.
Es hat sich fuer die HDP bezahlt gemacht das sie sich als linksliberale Alternative fuer alle Tuerken etabliert hat.
So traten auf ihrer Wahlliste offen bekennende Homosexuelle, Behinderte u. Armenier auf. Seit Jahrzehnten sitzen jetzt wieder armenische Abgeordnete im Parlament.
Die HDP thematisierte im Wahlkampf steigende Armut, soziale Ungleichheit u. geringe Bildungschancen.
Dem gegenueber setzten die AKP u. Teile der nationalistischen Sozialdemokraten (nicht "Mitte-Links") der CHP auf Wirtschaftswachstum, Grossmachtspolitik u. prestige Grossprojekte.
Aber wie vor der Wahl einige AKP Politiker schon sagten, bei einem Falle der verpassten absolute Mehrheit, sei eine Minderheitsregierung bei anschl. Neuwahlen eine reale Option.
Also noch kein Grund zum feiern.

Was denn nun?

"Ahmet Davutoglu, Ministerpräsident und Parteichef der AKP, präsentierte sich von tausenden Parteianhängern in Ankara dennoch als Sieger. "

Davutoglu wollte doch kündigen, wenn AKP 2/3 nicht schaft. Stattdessen präsentiert er sich als den großen Sieger.

@Old Lästervogel

Die alte kemalistische Generalität gibt es nicht mehr (im Ruhestand oder im Gefängnis), die neue Militärführung ist Erdogan treu ergeben - von daher ist ein Eingreifen des Militärs ausgeschlossen

Das freut mich für die Türken

Dieser Herr Erdogan hatte sich in den vergangenen Jahren zuviel Macht angeeignet. Nun lasst uns dafür beten, dass die neue Regierung handlungsfähig wird - nicht so wie bei uns in DE.

Welche Koalition in der Türkei?

Ich befürchte die Erdogan AKP wird mit der nationalistischen MHP eine Koalition bilden.
Damit wird die Türkei noch stärker nach rechts rutschen
und die AKP ist weiterhin in der Regierung.
.
Erdogan bleibt der *Zampano.
Ein Prahler, der sich lautstark in Szene setzt und mit viel Tamtam Eindruck schindet.
Seinen staunenden Mitmenschen versucht er weiszumachen, er könne sogar Unmögliches möglich machen.
*wikipedia

@07:44 von UnabhängigerDenker

Natuerlich gleicht sich das, die haben ja auch recht!
Die Sitzverteilung geht nicht nach Verlusten und Gewinnen sondern nach den erhaltenen Stimmen.
Und da haben nun mal die mit 42 % gewonnen und nicht die mit 13 %.
Heut zu Tage wird zu sehr auf Verluste und Gewinne geschaut und zu wenig auf die erhaltenen Stimmen!

"Gut das die Kurden jetzt

"Gut das die Kurden jetzt auch eine Stimme haben und nicht wie jetzt unter der Politik Erdogans leiden müssen. Das ist der erste Schritt in die richtige Richtung,das Land braucht einen Wechsel."

Sehe ich so, als würden sie die politische Situation völlig falsch verstehen? Die Kurden bekamen mehr Rechte und Freiheiten seit Erdogan. Würden die Kurden unter Erdogan leiden, dann hätten sie jetzt keine Stimme abgeben können.

religiöser Wahn

Autoritär alleine, das wäre vielleicht noch nicht dramatisch. Gibt's auch in Ungarn und in Russland. Aber das wird von der AKP (schon im Namen) auch noch kombiniert mit einem religiösen Wahn (Stichwort: Islamisierung; hier passt es auf jeden Fall), und das ist anachronistisch und eines modernen Staates unwürdig. Ein Mullah-Staat ist genug. Die Bildung der nachwachsenden Generation wird ruiniert, wenn die Schule religiös ausgerichtet wird (wie bei uns im Mittelalter). Lehrer dürfen schon heute die Darwinsche Theorie nicht erwähnen oder erklären. Man schaue nur, was der Spiegel dazu schreibt:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-polizei-geht-gegen-lehrer-...

Die Zusammenhalt / Milli Istikrar

Traurig, das die Menschen nicht in der Lage sind zu sehen, was die AKP alleine in den letzten 13 Jahren für die Demokratisierung des Landes getan haben.

Wo noch vor 13 Jahren noch nicht mal Meinungen geduldet wurden nehmen sich mittlerweile Bürger und Reporter sich "das Recht" unseren Präsidenten Erdogan öffentlich zu beleidigen..

Was die meisten nicht verstehen ist, dass die jetzigen Wahlergebnisse die Türkei nun wieder wirtschaftlich schwächen wird, denn wo es keine Einigung gibt "Milli Istikrar" gibt es Unsicherheiten. Jetzt schon ist der Dollar und Euro wieder auf Rekord Kurs....
Den wirtschaftlichen Schaden kann man sich gar nicht vorstellen.

Trotz allem ist die AKP die stärkste Partei und wird es auch bleiben ob allein oder in Koalition. Das die HDP im ersten gang so Erfolgreich war liegt wohl daran das die Kurden (egal welche religiöse bzw ideologische Hintergrund) sich dazu verpflichtet fühlten.
Die HDP wird jedoch früher oder später die musli. Kurden verlieren.

falsch informiert

falsch informiert Orfee,

Davutoglu wollte kündigen wenn AKP nicht der stärkste Partei wäre, also auf Platz 2 fallen würde.

Während Kilicdaroglu (CHP) sagte, das er kündigen wird wenn er keine 26% bekäme...

Die grossen verlierer dieser

Die grossen verlierer dieser Wahl sind die Kurden.
Die AKP ist seit der Staatsgründung der Türkei die einzige Partei die den Kurden die Hand gereicht hat und nun danken sie es ihnen so. Die Kurden haben sich selber ins Bein geschossen. Die AKP muss nun eine Koalition eingehen. CHP und MHP sind Kurdenfeindlich und eine Koalition mit der HDP deren unausgesprochenes Ziel ein eigener Staat Kurdistan ist, scheint auch unmöglich. Es folgen bittere Zeiten für die Kurden, die sie sich selber einbrockt haben.

@BAy X ... Dinge ändern sich

"Traurig, das die Menschen nicht in der Lage sind zu sehen, was die AKP alleine in den letzten 13 Jahren für die Demokratisierung des Landes getan haben."

Das mag sein und gilt wohl nur für die Anfangszeit (wenngleich damals schon vorsichtige Stimmen laut wurde, dass dies nur ein Trick der AKP sein könne, um sich "lieb Kind" zu machen, um dann (einmal an der Macht) ihr eigentliches Programm umzusetzen).

In den letzten Jahren wurde die Türkei aber immer mehr zu einer Autokraten Show Erdogans mit seiner AKP im Anhang.

Verbote der freien Meiungsäusserung häuften sich doch recht stark, ebenso der Druck z.B. auf Zeitungen wie Hürriyet.

Die HDP wurde wohl auch von vielen Nicht-Kurden gewählt.

Der wirtschaftliche Schaden ist doch längst in der Türkei angekommen unter Erdogan und der AKP. Auch deswegen sind ja viele unzufrieden.

Glückwunsch an die Türkei!

Das türkische Volk hat gezeigt, dass es Demokratie kann. Eine drohende Verfassungsänderung durch Erdogan ist damit (vorerst) vom Tisch.
Mein Glückwunsch an die Menschen der Türkei!

@zyklop

"Lehrer dürfen schon heute die Darwinsche Theorie nicht erwähnen oder erklären. "

Man sagt dazu auch Gehirnwäsche.
Deswegen gibt es auch keine Pressefreiheit. Alle Journalisten, die nur ansatzweise einen unpassenden Kommentar zu AKP, Religion oder dem Herrn Erdogan richten, werden eingelocht.

Deswegen wird Internet so streng kontrolliert, damit Gedankenströme, die mit Erdogan' s Vorstellungen oder dem Islam in Konflikt treten könnten wie Darwin' s Theorie verboten werden können.

Das gesamte Schul- und Bildungssystem wurde Erdogan' s Vorstellungen oder der AKP angepaßt und umstruktriert. Selbst die Universitäten und Justiz haben sie in der Hand. Alle Menschen, die den Islam oder AKP in Frage stellen, werden eingesperrt oder dürfen ihre Meinungen nicht öffentlich äußern.

Das ist auch gegen Menschenrechte und Meinungsfreiheit. Damit auch gegen die internationalen Regelungen auf der Ebene der vereinten Nationen und Charta der Grundrechte.

@zyklop

Könne sie mir bitte erklären was in dem Parteinamen AKP religiöses steht.
Sie verwechseln die AKP mit der CDU oder CSU.

AKP steht für Adalet ve Kanlkinma Partisi
und bedeutet "Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung".

@BAy X 10:06 h

"Traurig, das die Menschen nicht in der Lage sind zu sehen, was die AKP alleine in den letzten 13 Jahren für die Demokratisierung des Landes getan haben."
Meinten Sie statt Demokratisierung Islamisierung?
"Wo noch vor 13 Jahren noch nicht mal Meinungen geduldet wurden nehmen sich mittlerweile Bürger und Reporter sich "das Recht" unseren Präsidenten Erdogan öffentlich zu beleidigen.."
Meinten Sie mit beleidigen die Korruptionsvorwürfe, Kritik an Verfassungsbrüchen, Kritik an Zensur, Kritik an kompromissloser Selbstherrlichkeit...?
"Was die meisten nicht verstehen ist, dass die jetzigen Wahlergebnisse die Türkei nun wieder wirtschaftlich schwächen wird, denn wo es keine Einigung gibt "Milli Istikrar" gibt es Unsicherheiten."
Warum sollte es keine Einigung geben können? Ist die AKP nicht demokratisch und kompromissbereit?
Bezüglich der kurdischen Ethnie: Zum Glück glaubt nicht jeder das vorgegebene Credo, wer nicht AKP wählt, ist kein Moslem.

die Türkei auf dem Weg zur Demokratie!

Gestern kehrten wir von Istanbul mit meiner Frau zurück. Natürlich wie alle Ausflüge muss man Teppichfabrik und den Juwelier besuchen. Während eines Besuches einer Teppichfabrik in der Nähe der Großstadt Antalya, habe ich mich mit dem Unternehmer unterhalten. In der Diskussion, erzählt er uns, dass er bis zum Alter von 17 Jahren in Deutschland gelebt hat. Er erzählt uns eine Geschichte über die politischen und religiösen Veränderungen in der Türkei seit Erdogan und Machtantritt der AKP. Bei seinem letzten Besuch Freitag in die Moschee, der Prediger oder Imam sagte, dass ein Christ niemals ein Freund von einem wahren Muslim sein kann! Er ist zum Imam gegangen und fragte ihn, ob er normal ist sowas zu erzählen, sowas zu predigen ist wie Gotteslästerungen und und schädigt das gute Zusammenleben mit nicht Muslim. Im Anschluss hat er die Moschee verlassen. Er sagte dies sei wie mit diesem Imam oder Prediger das Ergebnis der Politik und die Islamisierung der Türkei durch Erdogan ..

@ DARK-MAN

"AKP steht für Adalet ve Kanlkinma Partisi und bedeutet "Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung".
Ich lese immer nur "islamistische AKP". Das ist vielleicht eine falsche Übersetzung. Die "Gerechtigkeit" wird aber auch von SPD, Linkspartei, Kommunisten etc. in Anspruch genommen. Solche Namen besagen gar nichts. Entscheidend ist nicht das "Blabla", sondern die Interpretation ("Gerechtigkeit für die Anhänger des Islam, nicht für andere"). Diese Art von "Gerechtigkeit" wurde auch von Orfee 10:58 beschrieben. Gegenfrage also: Spielt der Islam keine bedeutende Rolle in der AKP (Name hin - Name her)? Das "C" bei der CDU ist ein historisches Relikt aus der Nachkriegszeit. Die CDU steht nicht für eine "Christianisierung" des allgemeinen Lebens, der Name der Partei wäre austauschbar, z.B. "Partei der sozialen Marktwirtschaft und Gerechtigkeit". Aber mein Eindruck ist und bleibt, die AKP steht für die "Islamisierung" des allgemeinen Lebens.

@Hatim 10:37 h

Die AKP hat während der Wahlen die Staatskasse, die Staatsmedien, staatsnahe Privatmedien, das Amt des Staatspräsidenten und den moralischen Deutungsanspruch auf die Religion benutzt oder besser missbraucht, um offensiv Wahlwerbung für sich zu betreiben.
Dazu existiert noch die 10% Sperrklausel.
Unter diesen erschwerten Bedingungen meine ich, jede oppositionelle Partei
-insbesondere die HDP- kann sehr stolz auf ihr Wahlergebnis sein.
Die Demokratie -als die beste uns bekannte politische Staatsform- hat gesiegt.

Schwierig

Eins ist klar: Die AKP wird weiterhin regieren, da eine Koalition der drei anderen Parteien undenkbar ist.
Die ebenso schwierige wie spannende Frage ist, für welchen Kolitionspartner sie sich entscheiden wird.

"Aber mein Eindruck ist und

"Aber mein Eindruck ist und bleibt, die AKP steht für die "Islamisierung" des allgemeinen Lebens."

Es ist nicht der Eindruck sondern eindeutig, daß AKP für den Islam und Islamisierung der Türkei steht.

http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2015/05/512654/akp-islamist...

Der AKP Abgeordnete hat die Türken in Izmir, die nicht für AKP ihre Stimmen geben wollten als "Ungläubige" bezeichnet.

Er möchte auch gerne mehr Toleranz von den Bewohndern der Izmir bzw. von den Ungläubigen für seine politisch-religiösen Anhänger - das heißt den Gläubigern.

Das ganze Theater richtet sich natürlich dann auch gegen die Touristen. Sie sind ja schließlich auch "Ungläubige".

Glückwunsch!!!

Glückwunsch an alle, die den Zusammenbruch der Türkei nicht abwarten können!!
Von Außen sieht es aus, als hätte man Herrn Erdogan einen Denkzettel verpasst. Was man jedoch hinbekommen hat ist, dass die Türkei nun einen Stillstand und Neuwahlen bevorsteht.
Diese Wahl hat wieder einmal bewiesen, wie wichtig das von Herr Erdogan angestrebte Ziel Präsidialsystem einzuführen ist.
Die Türkei muss das Parlamentarisches System aufgeben. Wir haben nicht die Mentalität ein Land mit Koalitionen zu regieren. Dies wurde zwar von Atatürk eingeführt. War jedoch der größte Blödsinn für die Türkei.

Aber langer Rede kurzer Sinn...

Eine Koalition wird es nicht geben. Eine Minderheitsregierung schon gar nicht. Somit steht die Türkei vor Neuwahlen. Dies wird dazu führen, dass die AKP wieder einmal die absolute Mehrheit bekommt, das Präsidialsystem und die neue Verfassung eingeführt wird und Erdogan mit noch größere Macht die Türkei in Richtung FührungsNation regiert.

"10:37 von Hatim "

Zitat:
"Es folgen bittere Zeiten für die Kurden, die sie sich selber einbrockt haben."

Verstehe ich Sie richtig? Weil die HDP erstmals die völlig undemokratische 10%-Hürde übersprungen haben und somit erstmals Abgeordnete ins Parlament entsenden "folgen bittere Zeiten für die Kurden"?

@ 12:35 von Babaoglu

Zitat:
"Die Türkei muss das Parlamentarisches System aufgeben. Wir haben nicht die Mentalität ein Land mit Koalitionen zu regieren."

Nun, daran kann man ja arbeiten, oder?

Zitat:
"Dies wird dazu führen, dass die AKP wieder einmal die absolute Mehrheit bekommt, das Präsidialsystem und die neue Verfassung eingeführt wird und Erdogan mit noch größere Macht die Türkei in Richtung FührungsNation regiert."

Völlig unrealistisch! Die absolute Mehrheit ist vielleicht noch "in Reichweite", eine verfassungsändernde Mehrheit ist Traumtänzerei. Von 40% auf 60% ohne massiven Wahlbetrug?

Glückwunsch an die HDP - Erdogans extremistischer Kurs gestoppt

In diesem Punkt sage ich ehrlich:

Glückwunsch an die pro-kurdische Partei HDP für den Einzug ins türkische Parlament. Nun kann einiges in der Türkei zurechtgerückt werden und dieser extreme islamistische Kurs von Erdogan hoffentlich gestoppt werden. Denn die Redaktion von n-tv.de (die zur Stunde die einzige ist, die noch halbwegs kritische Berichterstattung bringt), hat dazu einen guten Artikel draußen:

http://tinyurl.com/ojob6jn
n-tv.de: Erdoğan, vergiss deine "Neue Türkei"!

Die AKP verliert ihre absolute Mehrheit. Und Präsident Erdoğan wird den autoritären Staat, den er sich so herbeisehnt, nicht bekommen. Endlich gibt es Hoffnung auf einen überfälligen Versöhnungsprozess in der Türkei.

Recep Tayyip Erdoğans Streben nach Macht mag grenzenlos sein. Seine Möglichkeiten sind es nicht. Das ist das wichtigste Signal der Parlamentswahlen in der Türkei.

Aktuelle Wahlinfos

Die nationalistische MHP (eine rechtsnationale Partei aber immer noch links von der CSU einzuordnen) hat jegliche Koalitionen ausgeschlossen. Wenn man aber die türk. Politik in den letzten Monaten und Jahren verfolgt hat, sollte man keine AKP-MHP Koalition befürchten, sondern eher eine AKP-HDP Koalition. Zumal diese beiden Parteien bei Verfassungsänderungen gemeinsame Sache gemacht haben. Verteilung der Sitze im Parlament: AKP 258(Konservativen), CHP(Sozialdemokraten) 132, MHP(Nationalkonservativen) 80, HDP(eine Mischung aus kurd. Nationalisten, Linken und polit. Flügel der PKK) 80. 276 Sitze braucht man für die absolute Mehrheit. 330 für Verfassungsänderungen. In der Türkei gilt die 3/5 und nicht die 2/3 Mehrheit für Verfassungsänderungen. Die 13 Prozent der HDP, die ansonsten zwischen 6-8 % liegen, sind Leihstimmen von der CHP und anderen türk. Linksparteien, dass bestätigte auch der HDP Parteivorsitzende Demirtas in seiner Dankesrede. Grund ist die 10% Hürde in der Türkei. (BRD 5%)

Neuwahlen in Sicht

Die Einsicht bei der AKP, die Wahlen diesmal verloren zu haben, ist genauso wenig vorhanden wie auch bei den Oppositionsparteien, einzig die HDP und schlussendlich die Demokratie haben gesiegt. Doch was bringt das? Die Türkei hat in der Ära Erdogan einen Aufschwung erlebt, was nur noch von China übertrumpft wurde. Koalitionen haben bisher nie etwas gebracht. Dass überhaupt eine vernünftige Koalition zustande kommt, ist auch stark zu bezweifeln. Niemand will mit der AKP koalieren und eine Mehrparteienkoalition gegen die AKP ist angesichts der MHP-Nationalisten und der pro-kurdischen HDP noch weniger vorstellbar. Prognose: entweder die CHP und MHP bilden eine Minderheitsregierung mit HDP-Duldung oder es kommt zu Neuwahlen.

Schließung der Kommentarfunktion

Sehr geehrte User,
um Ihre Kommentare zum Thema "Regierungsbildung in der Türkei" besser bündeln zu können, haben wir uns entschlossen, die Kommentarfunktion in diesem Artikel zu schließen.
Die Meldung "http://meta.tagesschau.de/id/99248/turbulenzen-an-der-boerse-istanbul-nach-der-wahl" bleibt für Sie weiterhin kommentierbar.

Die Moderation

Darstellung: