Kommentare

Berufsverbot

Bedeutet der Freispruch, dass Aiman O. jetzt wieder als Arzt praktizieren darf ?

Krass!

Eine krasses Fehlurteil des Landgerichts Göttingen, dass die lukrativen Machenschaften um den Organhandel befeuern und die Skepsis gegenüber den "Praktiken" erhärten wird.

Es wäre zu erwarten gewesen, dass das Gericht der Argumentation der Staatsanwaltschaft vor allem auch hinsichtlich der Kausalitäten folgt, um klarzustellen, dass es hier keine rechtlichen Grauzonen gibt.

Bleibt die Hoffnung, dass die Staatsanwaltschaft Rechtsmittel einlegt und der BGH hier dieses krasse Urteil kassiert…!

48 Zentren - Ein Beispiel für Verschwendung

48 Zentren für (wenige) Spenderorgane. Es ist unfassbar, wie das Geld der Krankenkassen (unsere Beiträge) für ein überbordendes System der "Gesundheit" verschleudert wird. Es scheint, das Geldausgeben durch Strukturen wächst auch ständig wie ein Geschwür, und es findet sich keine Politik, die willens ist das zu ändern.

Ich bin sicher, dass man viel Geld sparen kann, indem man einiges ausdünnt, ohne die eigentliche gesundheitliche Versorgung auszudünnen. Man sollte sich alles mal anschauen und sich ein Jahr Zeit nehmen, für Änderungen und absprechen mit unabhängigen Experten. Nicht immer Aktionismus für drei Stunden.

Fehlurteil? Ganz im Gegenteil

Bei den hier freigesprochenen Anwürfen ging es nicht darum, dass der Beschuldigte die Empfängerreihenfolge manipuliert hat (was nach damaligem Gesetz wohl nur eine Ordnungswidrigkeit war, sonst hätte man diesen Sachverhalt nicht in eine Gesetzesnovelle einpflegen müssen), sondern um den Vorwurf, er wäre vorsätzlich Schuld am Tod anderer wartender Patienten. Da wohl nicht einmal feststeht, ob denen überhaupt die betreffenden Organe gepasst hätten, war dieser Anwurf m.E. schon ziemlich weit hergeholt, nach dem in DEU gern üblichen Motto "irgendwas bestrafen müssen wir aber doch!". Zumal wohl noch nicht einmal irgendeine Form der Bereicherung oder Korruption seitens der Empfänger erkennbar war?

Höchstens wäre es noch eine "unterlassene Hilfeleistung", wobei in diese Situation wohl JEDER Notarzt geraten kann, der sich zwischen 2 Patienten entscheiden muss.

Übrigens ist es eine überraschende, wenn auch bedauerliche Erkenntnis: als Todkranker stirbt man zuweilen ganz von selbst.

Es gibt immer mal

schwarze Schafe, überall. Das Schlimme hier ist das dieser Arzt nicht bestraft wird und weitermachen darf. Als Konsequenz habe ich meinen Ausweis soeben zerrissen. Als schwarzes Schaf seiner Zunft ist auch dieser Richter zu betrachten.

Bärendienst

Ich habe gerade meinen Organspendeausweis in den Müll geworfen.
Die Manipulation war erwiesen und hier auf Freispruch zu entscheiden war falsch.

"Das Landgericht sah die Vorwürfe...

... als nicht erwiesen an."

Zum aktuellen Fall kann ich nichts Fundiertes sagen, stolpere aber immer über die Formulierung 'als nicht erwiesen'.
In meiner selbst gewählten, juristischen Laienschaft stellt das für mich den natürlichen Zustand VOR einem Prozess dar. Sind die Vorwürfe nicht 'erweisbar' oder hat man 'zu früh' aufgehört? Gibt es Hinweise auf Ermittlungsbehinderungen, Vertuschungen?

Ex Post Facto-Verbot

Der Freispruch lag auf der Hand und es wäre eher ein Skandal, wenn der Arzt trotz nicht erwiesener Schuld verurteilt worden wäre.

Damit sich ähnliches nicht wiederholt, gibt es jetzt ja den neuen Tatbestand.

Ein Rechtsstaat hat Regeln, für die wir alle dankbar sein sollten. Wem dies nicht zusagt, der kann ja gerne in ein totalitäres Regime umziehen.

Zweimal Göttingen.

Muss man bei solch einem krassen Fall noch mehr sagen?
Da muss man wohl an der Neutralität und Unbefangenheit der Richter erheblich zweifeln.

Solche Fälle gehören eindeutig vor ein neutrales Gericht an einem anderen Ort möglicherweise sogar unter ausländischer Beteiligung.

Täterschutz

Obwohl der Arzt erwiesenermaßen manipuliert hat wird er nicht für sein Handeln haftbar gemacht. Er hat manipuliert, er hat dadurch zu einem Rückgang der Spendenbereitschaft gesorgt, wodurch wiederum andere Patienten nicht mit Organen versorgt werden konnten und die dann entweder mit dem Leben oder dem Verlust von Lebensqualität bezahlt haben. Aber der Arzt hat nichts strafwürdiges getan. Eine Justiz die so blind ist wird nicht benötigt. Hier gilt es nämlich nicht nur die Rechte des Täters zu schützen, sondern auch unser aller Recht auf Schutz vor solchen Göttern, die sich gegen jede Regel verhalten können und trotzdem straffrei ausgehen. Wenn ich mit 60 durch die Stadt fahre muss man mir auch nicht nachweisen, dass ich jemanden überfahren habe, es recht der Regelverstoß an sich. Der arme Arzt kann aber so auf keinen Fall beurteilt werden. Ich hoffe die betroffene Richterschar erfreut sich bester Gesundheit und benötigt keine Organspende.

@ 10:23 von Gandhismus

"48 Zentren für (wenige) Spenderorgane. Es ist unfassbar, wie das Geld der Krankenkassen (unsere Beiträge) für ein überbordendes System der "Gesundheit" verschleudert wird. Es scheint, das Geldausgeben durch Strukturen wächst auch ständig wie ein Geschwür, und es findet sich keine Politik, die willens ist das zu ändern."
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Wenn Ärzte und Pillenhersteller nicht so gut an den Transplatationen verdienen würden, hätten diese schon längst mehr Forschung betrieben zu einer alternativen. Da aber jeder der ein fremdes Organ im Körber hat für etwa 1.000 Euro Pillen im Monat braucht, sind Transplatationen der Goldesel.

Das jetzt ein Freispruch für den Arzt erfolgte, braucht niemanden zu wundern. Jetzt kann man den Skandal langsam vergessen und die Organspende bereitschaft in der Bevölkerung wächst wieder.
Ja ich bin gegen Organspende und nein, ich werde niemals ein fremdes Organ in mir einpflanzen lassen.

PS: Spenderausweis zerreissen?

Ganz im Gegenteil habe ich mir übrigens *nach* diesem und ähnlichen "Skandalen" einen neuen Spenderausweis ausgestellt.

Wenn ich irgendwann mal auf der Bahre liege, und mit den bis dato noch funktionierenden "Ersatzteilen" dazu betragen kann, dass irgend ein armer Mensch, der nicht das Glück hatte, ein Leben lang über funktionstüchtige Organe zu verfügen, damit noch einige Jahre überleben kann, ist es mir ganz ehrlich sch***egal, ob der Arzt da nach Liste, nach Nasenfaktor oder Wetterbericht entscheidet. Hauptsache das Organ passt nach sachlich-medizinischen Kriterien, und nützt etwas. Das ist mir Ethik genug.

Man kann nicht alles "juristisch durchdringen".

Pi-3.14159, 10:39

"Ein Rechtsstaat hat Regeln, für die wir alle dankbar sein sollten. Wem dies nicht zusagt, der kann ja gerne in ein totalitäres Regime umziehen."

Unnötig polemisch.
Und eine dieser Regeln sagt, dass der 'Chef' die Reihenfolge der Transplantationen nach eigenem Belieben gestalten kann?

Erst mal die Fakten:

1) Der freigesprochene Arzt hat sich nicht bereichtert.
2) Geringe Manipulationen zugunsten seiner Patienten (!) sind vorgekommen, die nicht strafbar sind.
3) Andere Menschen sind nicht nachweislich zu Schaden gekommen.

Das Dilemma des Arztes war hier, dass er - im Sinne des ärztlichen Handelns - seine eigenen Patienten bevorzugt hat, wenn auch nur gering.
Und wir können bei der ausgeprägten öffentlichen Vorverurteilung davon ausgehen, dass das Landgericht ein wohl überlegtes Urteil gefällt hat.

Also lasst den Doktor in Ruhe - er hat sich um seine Patienten gekümmert, und dabei wohl den einen oder anderen Standard IM SINNE SEINER PATIENTEN ignoriert.
Der Freispruch ist jetzt erstmal erfolgt, und ich bin jedenfalls NICHT schlauer als das Landgericht.

@10:39 von Pi-3.14159

"Ein Rechtsstaat hat Regeln, für die wir alle dankbar sein sollten. Wem dies nicht zusagt, der kann ja gerne in ein totalitäres Regime umziehen."
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Da Sie scheinbar die Meinungsfreiheit anderer beschneiden möchten, müßten Sie jetzt den Möbelwagen bestellen.

Schade....

... das des deutschen plattes Volk immer nach einem "Schuldigen" schreit! Ich begrüße das Urteil uneingeschränkt. Ist doch der Arzt leider Gehilfe einer medizinischen "Mangelverwaltung". Hier sollte eher das gesamte System angeprangert werden.
Und an die "Organspendeverweigerer" und "Organspendepasszerreisser" hier: Ihr Handeln trägt dazu bei, dass der Mangel an Organen immer größer wird, ergo machen Sie sich schuldig! Schuldiger als die Ärzte, die immerhin den Menschen helfen. Sollte man da nicht besser die Organspendeverweigerer verklagen und, gemäß ihrem eigenen Schreien nach Schuldigen, auch verurteilen??!!
Sollten sie mal drüber nachdenken!

Die Tat sei moralisch zu

Die Tat sei moralisch zu missbilligen, so das Gericht. Aber wenn das eine Tat war, die also schon mal falsch war, - wieso wird er nicht verurteilt? Da kann jetzt jeder andere "Doktor" seine persönliche Auslegung von Daten veranstalten! Ist doch wohl klar. Er wird damit rechnen, dass es bis zu einer gewissen Grenze nur moralisch zu beanstanden ist. Ich kenne den Fall nicht. Aber ich mutmasse, und sehe mich anhand meiner eigenen Erfahrung mit Krankenhäusern dazu berechtigt, dass er evtl. im Sinne des Krankenhauses handelte. So wie ein "guter" Geschäftsmann. Lässt sich vielleicht nicht klar unterscheiden vom Patienten-Interesse. Und das ist die moderne Gesundheitswelt. Man gibt vor, für den Patienten zu sein, und ist doch nur für den Geldbeutel seines Krankenhauses, wo man arbeitet.

Das mag manchen zu stark in Worten erscheinen, aber meine Erfahrungen mit Krankenhäusern und natürlich auch was man so mitbekommt, bringen mich einfach dazu, ein schlechtes Bild von diesen zu haben

Ich denke er ist ein Arzt,

Ich denke er ist ein Arzt, der sieht und handelt.
Nirgends steht was von Vorteilsnahme, Benachteiligung Anderer denen das Organ gepasst hätte oder sonst was.
Ich wäre froh, im Notfall an einen solchen Doc zu geraten und nicht an einen "mach ich`s richtig" Zweifler.

@Erst mal die Fakten: 11:02 vom atemregler

Es reicht eigentlich ein Hauptfaktotum ;-)
Die Spendenbereitschaft ist weitgehend tot,
weil der Gesetzgeber gepennt hat.
Wie meist in solchen Fällen von
'lobbygefährdeten, sinnvollen Gesetzen'
wie z.B: die Strafbarkeit von Manipulationen
an den Vergaberegeln.

Der Markt regelt alles,
könnte man zynisch hinzufügen
oder
Jedes Gesundheitssystem hat die
Kra(n)ken, die es verdient.

Es ist sehr bedauerlich, dass hier großzügig moralische Beurteilungen verteilt werden, während die gewählten Formulierungen gleichzeitig den dazu notwendigen Sachverstand vermissen lassen! Die Leberzelle ist eines der kompliziertsten überhaupt, da sie die Stoffwechselfabrik des Körpers (Eiweiß-, Fett-, Kohlenhydrat= stoffwechsel, Blutgerinnung, Gallensäuren etc) darstellt. Eine Leberersatzmaschine zu konstruieren ist deshalb sicherlich um Einiges schwieriger als die künstliche Niere. Diese vermag jedoch auch NUR eine sog. Blutwäsche durchzuführen, nicht die normalerweise von der Niere durchgeführten hormonellen, blutbildenden und kreislaufregulatorischen Aufgaben zu übernehmen. Aus meiner über 30 jährigen Erfahrungen als Arzt einer Universitätsklinik involviert in Herz- Leber- und Nierendiagnostik bahnt sich hier in keiner Weise eine Lösung an. Die Komplexität der Problematik mag für Laien schwer vorstellbar sein - aber diese Unterstellungen ohne Sachverstand sind nicht akzeptabel!!

1.da es mehre Patienten waren

1.da es mehre Patienten waren die er bevorteilt hatte wird das nicht ohne Gegenleistung geschehen sein. (Vermutung)
2.die schlagartig zurück gegangene Spenden bereitschaft kann man jedoch als schwere,vieleicht auch vorsätzliche Körperverlezung werten.
Aber die Richter haben entsprechend der Anglage gerichtet.
Eben nur.

Österreichisches Beispiel

Organe sind Mangelware, warum wird das Gesetz nicht verändert indem man jedem Organe entnehmen kann, ausgenommen bei denjenigen die es schriftlich verweigern?
In Österreich funktioniert das tadellos.
Es könnte vielen geholfen werden und die Kriminalität wäre auch geringer.

@isor

Als Konsequenz haben Sie Ihren Spenderausweis zerrissen? Dann möchte ich mal sehen wie Sie auf Knien betteln wenn Ihr Leben von einer Spenderniere-, Leber,- Herz etc. abhängt. Oder das Leben eines Ihrer Familienmitglieder. Wenn alle so wie Sie reagieren, wäre das das Ende der Transplantationschirurgie. Wie immer fragt niemand wie viele Leben mit Spenderorganen gerettet wurden. Glücklicherweise gibt es genug die nachdenken können und Ihren Spenderausweis behalten. Wissen Sie übrigens was passiert wenn z.B. die Leber versagt? Da dieses Organ für die Blutgerinnung verantwortlich ist, fängt der Patient an aus allen Löchern zu bluten, auch aus den Poren, Augen, der ganze Körper schwimmt in Blut, das durch Transfusionen nicht wieder "aufgefüllt" werden kann. Ein langer schmerzhafter Tod. Hoffentlich trifft das Sie nicht mal.

Technocore

Endlich mal einer, der aus der Herde der verschreckten Schafe der Spenderausweis-Zerreisser ausbricht und seine absolut wohltuende Meinung darstellt. Stimme Ihnen voll zu!

@technocore: Volle Zustimmung!

Prima ausgedrückt. Auch ich habe meinen Spenderausweis erneuert - weil das für mich eine menschliche Pflicht ist. Ich hätte ihn auch behalten, wenn der Mann verknackt worden wäre, denn: was können die anderen Patienten dafür?

Krankes System

Die postmortale Organspende ist mit dem Urteil diskreditiert. Es ist also bisher nicht strafwürdig gewesen, Gott zu spielen und zu manipulieren, um zu entscheiden, wer in dem kranken System durch ein transplantiertes Organ eine kleine Chance erhält, weiterzuleben und wer nicht. Es lohnte sich also, sich an einen skrupellosen Arzt zu wenden, der bereit ist, alles zu tun, um für eine Organspende die Chancen zu erhöhen. Korruption ist Tür und Tor geöffnet.

Es ist was faul

Der Freispruch ist unbefriedigend. Durch die Manipulationen hat ein Patient dieses Arztes ein Organ erhalten, ein anderer, der es sonst bekommen hätte, also nicht. Die Auswahl sollte nach objektiven, allgemein anerkannten Kriterien erfolgen. Die sind hier außer Kraft gesetzt worden. Wenn das nicht strafbewährt ist, kann also jeder Arzt lügen bis sich die Balken biegen, um seinen Patienten Vorteile zu verschaffen. Dies kann nicht in Ordnung sein. Es ist verständlich, wenn durch solches Verhalten die Organspende-Bereitschaft sinkt. Der angerichtete Schaden ist immens.

@Wonderful World: Auf Knien betteln ?

Die postmortale Orgentransplantation ist krank. Ich als Arzt bin froh, dass ich damit nichts zu tun haben muss. Ich kenne viele Kollegen, die ebenso denken. Ich möchte keine Organe spenden und ich möchte auch keine haben ! Sterben müssen wir alle, dann aber in Würde und nicht wie in einer Werkstatt ausgeschlachtet...

Eine Freiheitsstrafe bis zu

Eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren heißt bei einem nicht , bzw. nicht einschlägig Vorbestraften i.d.R eine geringe Geldstrafe. Möchte mann zu Ergebnissen kommen muß mann nicht unter... ins Gesetz schreiben, dies ist nicht passiert. Warum?

Unglaublich

Ein Arzt darf also im Rahmen seiner Therapiefreiheit ein Organ, dass für eine genehmigte Transplantation im europäischen Eurotransplant-Gebiet gedacht ist, nach Jordanien fliegen und dort einem wildfremden Menschen einpflanzen, der lediglich gute Beziehungen zum Arzt hat? Unglaublich ist das Urteil. Und es öffnet der Willkür Tür und Tor!

re didi

"Eine krasses Fehlurteil des Landgerichts Göttingen, dass die lukrativen Machenschaften um den Organhandel befeuern und die Skepsis gegenüber den "Praktiken" erhärten wird."

Das Stichwort "Organhandel" disqualifiziert Ihren Kommentar.

re isor

"Das Schlimme hier ist das dieser Arzt nicht bestraft wird und weitermachen darf."

Welche sachlichen Gründe für eine Bestrafung hätten Sie denn vorzutragen?

Oder nur Bauchgefühl ...

re rum

"Er hat manipuliert, er hat dadurch zu einem Rückgang der Spendenbereitschaft gesorgt, wodurch wiederum andere Patienten nicht mit Organen versorgt werden konnten und die dann entweder mit dem Leben oder dem Verlust von Lebensqualität bezahlt haben."

Wieviele hiesiger Kommentatoren haben womöglich durch Ihre Beiträge kontra Organspende zu einem Rückgang der Spendenbereitschaft beigetragen?

Wollen Sie die alle verhaften und verurteilen?

@re rum 13:53 von karwandler

"Wieviele hiesiger Kommentatoren haben womöglich durch Ihre Beiträge kontra Organspende zu einem Rückgang der Spendenbereitschaft beigetragen?"

Ich denke, Sie verwechseln da gewaltig was.
Erstens sind Kommentare hier,
egal was Sie davon halten,
ein verbrieftes Grundrecht.
Mir ist neu das Ausübung von Grundrechten strafrechtlich verfolgt werden.
Aber kann ja alles noch werden,
in diesem unseren Lande ;-)

Zum Zweiten und Wesentlichen.
Was war wohl eher?
Einen Ihnen evtl. nicht passender Kommentar
oder die bisherige Sanktionslosigkeit
'korrupten Arztverhaltens'.
Letztendlich:
Die Vertauschung von Ursache und Wirkung
ist ein beliebtes rhetorisches Mittel
sich Problemen NICHT anzunehmen.

karwandler, 13:53

Das Äußern der eigenen Meinung mit dem gezielten Manipulieren der Empfängerreihenfolge vergleichen oder gleichsetzen zu wollen kann nur daneben gehen.
Die Staatsanwalt ist ohne Zweifel über ein sinnvolles Ziel hinaus geschossen, aber neues Vertrauen kann durch dieses Urteil nicht geschaffen werden. Hätte man ihn nicht zumindest für einige Jahre aus leitender Position fernhalten können?

... Ja der Rechtsstaat...

Den Freispruch kann ich teilweise nach vollziehen. Nein durch die Rücksetzung in der Tranplatationsliste sind keine Patienten Verstorben, insofern ist der Freispruch gerechtfertigt.

Aber es gibt auch die Folgen eines Fehlverhaltens: Die folgen sind massiv, da es viele Menschen gibt, die nun nicht mehr bereit sind ihre Organe zu spenden, da dieser Fall aufgezeigt hat, dass die Moral von Ärzten auch nur sehr begrenzt ist.

Für SEINE Patienten hat er das maximal möglichste getan, an andere Patienten hat er nicht gedacht. moralisch sehr verwerflich...
Und genau diese fehlende Moral hat zu einem starken Rückgang der Spender geführt... und daher wäre für diese Folge zumindestens ein Berufsverbot angebracht.

Spendenbereitschaft

Diese Richter haben der Spendenbereitschaft der Deutschen einen Bärendienst erwiesen. Durch solch ein Urteil bezweifele ich das sie wieder steigt.

Urteil

Auch wenn mir nicht gefällt, was der Arzt getan hat, offensicht ist unschuldig "im Sinne der Anklage". Er war wegen Tötung angeklagt und nicht wegen "Laborwertschummelei" und die Tötung kann ihm nicht nachgewiesen werden. So läuft das. Ich bin auch kein Jurist aber hier steht schon viel "Stuss". Gerichte fällen keine Moralurteile, dafür gibt es Internetforen.
Und meine Organspendebereitschaft hängt nicht von einem "schwarzen Schaf", sondern davon, dass ich oder meine Familie vielleicht einmal mit einem Organ gerettet werden könnten. Und dann wäre ich dem Spender dankbar.

Auch wenn mir der Freispruch

Auch wenn mir der Freispruch moralisch gar nicht passt, bin ich nicht sicher, dass dieses Urteil vom BGH aufgehoben werden wird, weil der Verstoß gegen nichtjuristische, d.h. moralische Normen nicht strafbar ist.
Man kann leider nicht davon ausgehen, dass
Ärzte eine höhere Moral haben, als Menschen aus anderen Berufen. Sie dürfen zum Beispiel auch Privatpatienten besser behandeln als Kassenpatienten, weil ihnen das mehr Geld einbringt. Ärzte sind Menschen, die Medizin studiert haben, nicht mehr und nicht weniger.

re biofilm

"Das Äußern der eigenen Meinung mit dem gezielten Manipulieren der Empfängerreihenfolge vergleichen oder gleichsetzen zu wollen kann nur daneben gehen."

Kommentare nicht richtig lesen kann auch daneben gehen.

Das kommentierte Ansinnen war, die Verursachung nachlassender Organspendefreudigkeit wegen Schädigung von Organspendeempfängern im Wartestand zu bestrafen.

Die Intention, Organspendefreudigkeit negativ zu beeinflussen steht hinter jedem Buch, jedem Vortrag und jedem Kommentar, in dem die Organspende negativ beurteilt wird.

Wobei die Intention bei dem Arzt nicht mal vorliegt, wohl aber bei jedem Anti-Organspende-Propagandisten.

@12:23 von jfzippy

Sehr geehrter Dr. jfzippy,
Da von der Pharmaindustrie zur Zeit mehr Geldmittel für die Forschung der Kopfschmerztablette gesteckt wird, ist es nicht verwunderlich das eine Lösung noch fern ist. Warum auch, die verdienen mehr Geld mit Ihren Vergiftungsmedikamente um das abstossen des Körperfremden Organ zu verhindern.
Ich habe vor etwa 10 Jahren einen guten Freund verloren, der am Hepatitis C erkrankt war. Eine Transplantation war eigentlich nicht nötig, aber er erhielt einen anruf das ein für Ihn passendes Organ bereit liegt. Die Operation war erfolgreich, doch der Körper hat das Organ abgestossen, er war keine 24 Std. später verstorben.
Ich habe mich seit dieser Zeit sehr mit dem Thema Organspende und Transplantationen beschäftigt. Auch konnte ich mich mit einigen Mediziener in der Forschung unterhalten die klar gesagt haben, das die arbeit mehr behindert als gefördert wird.

re kugelrund

"Diese Richter haben der Spendenbereitschaft der Deutschen einen Bärendienst erwiesen."

Es ist aber nicht die Sache eines Gerichts, die Spendenbereitschaft zu fördern, sondern geltendes Recht anzuwenden.

Bemerkenswert, dass so mancher damit ein Problem hat ...

@16:08 von karwandler

"....wohl aber bei jedem Anti-Organspende-Propagandisten."
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Eine von Ihnen abweichende Meinung ist Propaganda. In welcher Welt leben Sie den?
Es kann doch jeder Pro oder Kontra sein, wenn jemand seine endscheidung überdenkt ist das sein freier Wille.

Richtig und falsch

In der Sache mögen die Richter richtig entschieden haben. Ich stecke zumindest nicht genug in der Materie drin um sie diesbezüglich kritisieren zu können. Die Anklagepunkte mögen schlichtweg unzutreffend sein.

Allerdings halte ich es für falsch nun so zu tun als sei nichts passiert. Der entsprechende Arzt sollte in diesem Bereich nicht mehr eingesetzt werden und wird sicherlich auch seinen Ruf weg haben. Ich hätte zumindest kein Problem damit, wenn er in diesem Bereich keinen Job mehr bekommen würde. Die Spenderorgane sind ohnehin rar genug.

Der Arzt hat zwar wohl nicht unmittelbar für den Tod eines Menschen gesorgt, ihn jedoch mittelbar in Kauf genommen. Die durch Betrügereien gesunkene Spenderbereitschaft hat zu einem Rückgang der gespendeten Organe gesorgt, die ohnehin in Deutschland sehr rar sind. Ohne den Rückgang hätten höchstwahrscheinlich weitere Menschen gerettet werden können.

Die Frage ist, ob das strafrechtlich verfolgbar ist... und anscheinend ist es das nicht.

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