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fadenscheinige Mietpreisbremse

Ein praktisches fiktives Beispiel: Ein Mieter bezahlt für seine Wohnung 600 €, kündigt und zieht aus. Der Vermieter darf laut aktuellem Mietspiegel und 10%-Überschreitungsfrist die Wohnung für 750 € neu vermieten. Zum Besichtigungstermin erscheinen in diesem angespannten Wohnviertel 40 Interessenten. Wer bekommt die Wohnung? Natürlich derjenige, der freiwillig die höchste Miete bezahlen würde. Muß dann der Vermieter sagen: "Sorry, ich darf Ihnen die Wohnung nur für 750 € anbieten" oder darf er diese freiwillige Mehrzahlung im Mietvertrag verankern? Alternativ könnte der Vermieter doch mit dem Mietinteressent auch "schwarz" vereinbaren, dass er 750 € Miete über den Mietvertrag kassiert und auf Basis eines anderen Vertrags oder einer Einmalzahlung eine Summe X mehr. Am Ende geschieht wieder dasselbe wie vor der Mietpreisbremse: Die Mieten steigen stark an. Der Mieter ist daran interessiert, eine Wohnung zu finden und die anderen Mitinteressenten auszubooten.

Luxusgut?

Herr Maas,wo leben Sie denn?In vielen Städten ist das Wohnen schon ein Luxusgut.Seit dem sich unsere Regierungen vom sozialen Wohnungsbau verabschiedet haben, ist bezahlbarer Wohnraum eine Rarität.Vielleicht schauen Sie mal nach Österreich.Dort scheint es richtig zu funktionieren.

Zu Spät *** Leute !!!

Die Mietpreisbremse kommt defintiv zu spät.
Die Mieten sind schon angestiegen und haben den Limit erreicht.
Alte Menschen oder ganze Familien stehen schon seid langem auf der Straße
oder mussten sich zwangsumsiedeln lassen.

Hallo an die gewählte Regierung.
Wieso habt ihr euch zwei Jahre Zeit gelassen?

10:02 von ein sehr fairer...

auch in der Marktwirtschaft hat der Staat durchaus das Recht sich einzumischen. Schließlich garantiert er Ihnen das Recht auf Eigentum, dass Sie andererseits verpflichtet gewisse Zugeständnisse zu machen wenn es legitime gesellschaftliche Interessen gibt, die das erfordern.

Wohnen ist ein existenzielles Bedürfnis. Hier sollte es der Gesellschaft auf eine gute Mischung ankommen. Wieso sollten Menschen, die nicht so begütert sind wie andere nicht in den Städten wohnen dürfen. Möchten wir Zustände wie in Frankreich, wo in den Banlieues Parallelgesellschaften gedeihen? Was ist mit Rentnern, die in ihren angestammten Wohnvierteln nach einer kleineren Wohnung suchen oder Familien die eine entsprechend größere brauchen? Müssen die dann alle weg?

Aber in einem Punkt haben Sie recht. Kommunale Wohnbestände wurden versilbert und der soziale Wohnungsbau vernachlässigt. Die Mietpreisbremse ist nur ein Notstopfen, der aufgrund kreativer Vermieter und Ihrer Marktmacht nicht funktionieren wird.

Placebo Gesetz das keine Wirkung auf den Markt hat

In dieser "Bremse" für Mieten sind so viele Ausnahmen und die Laufzeitlänge von 5 Jahren das man es vergessen kann oder verbessern muss und die Ausnahmen aus dem Gesetz nimmt.

Ein Typisches Placebo Gesetz von der CDU/CSU durchlöchert und einer Marktangepassten SPD durchgewinkt.

Wer die Musik bestellt,

Wer die Musik bestellt, bezahlt sie auch, das klingt auf den ersten Blick einfach.

Aber so einfach ist es nicht. Wenn ich als potenzieller Mieter einen Makler aufsuche, weil ich entweder selbst in der Kürze der Zeit nichts finde, oder mir nicht die Mühe machen möchte, und sage: "Ich suche eine Wohnung mit soundso viel qm, Balkon, Garage, usw. .. Bieten Sie mir mal was an, suchen Sie, zeigen Sie mir was!" , dann bin ICH doch der Auftraggeber, oder etwa nicht?

Also müsste ich jetzt wohl bezahlen?

Gleiches gilt natürlich auch für den Vermieter, wenn er seine Wohnung selbst nicht los wird, oder keine Lust hat, sich selbst drum zu kümmern.

Und wer zahlt, wenn diese beiden aufeinandertreffen? Beide? Oder je zur Hälfte?

Was ist, wenn ich mein Mietangebot ganz normal in der Zeitung inseriert habe, und der Makler das nur gefunden hat. Wie komme ich dazu, den jetzt bezahlen zu müssen?

Hier wird wahrscheinlich mal wieder so viel "geregelt", dass am Ende gar nichts funktioniert.

@Vulkaneifel: Bitte nicht Wettern vor Wissen

Der Gesetzentwurf sieht selbstverständlich den Passus vor, dass Abweichungen von den Regelungen der Mietpreisbremse zu Lasten des Mieters unwirksam sind. Der Gesetzgeber ist ja nicht komplett auf den Kopf gefallen.

Im Übrigen ist es leider eine gängige und zugleich ziemlich irre Argumentation der Immobilienlobby, dass ihre Mitglieder eben auf illegale Methoden ausweichen würden, wenn sie legal nicht mehr beliebig Profite generieren könnten. Das muss sich mal Überlegen. "Wenn wir es nicht legal bekommen, dann eben illegal", welchem Gesetz könnte man mit der Annahme dass dies als Folge passiert, noch irgendwelche Bedeutung zumessen?

Es ist höchste Zeit, dass die Mietpreisbremse kommt. Sie ist jetzt schon von Seiten der Union wie ein Sieb durchlöchert, aber sie ist besser als nichts.

Wer nun den Sozialismus kommen sieht, der soll sich Immobilieneigentum in Ländern besorgen, die sich nicht Sozialstaat nennen u es den Besitzenden erlauben die Besitzlosen nach Belieben auszuplündern.

Angebot und Nachfrage

Wo steigen die Mieten überdurchschnittlich? Dort, wo die Nachfrage nach Mietwohnungen das Angebot übersteigt. Die Lösung für dieses Problem sollte sogar ein Politiker erkennen können.

Aber statt den Bau von Mietwohnungen einfacher und günstiger zu machen, machen sie mit der Mietpreisbremse den Bau von Mietwohnungen noch unattraktiver.

"Wohnen dürfe nicht zum

"Wohnen dürfe nicht zum Luxusgut werden.." Ist es schon in den "angesagten" Teilen einiger Städte. Nur deshalb sind diese auch so "angesagt". Wer unbedingt dort wohnen möchte, der soll die dortigen Mieten auch bezahlen. Da hat sich der Staat nicht einzumischen. Da der Phantasie kaum Grenzen gesetzt sind, wird auch dieses Gesetz nichts an der Wohnsituation und den Mieten ändern. Auch die Makler werden weiterhin direkt oder indirekt vom Mieter bezahlt werden. Der Ruf nach verstärktem sozialen Wohnungsbau ist wirkungslos, da dieser auf extrem risikofreudige Kapitalanleger bei gleichzeitiger Aussicht auf kleinste Rendite angewiesen ist. Warum investieren Parteien und Gewerkschaften, die immer diese Forderung aufstellen, ihr Vermögen nicht in den sozialen Wohnungsbau ???

re technocore

"Was ist, wenn ich mein Mietangebot ganz normal in der Zeitung inseriert habe, und der Makler das nur gefunden hat. Wie komme ich dazu, den jetzt bezahlen zu müssen?"

Kein Makler kann sich Wohnungsangebote aus der Zeitung nicht einfach unter den Nagel reißen und auf eigene Rechnung vermitteln. Er kann so eine Wohnung weder detailgenau beschreiben noch dem Mietinteressenten vorführen.

Keine Vermietung mehr ans sozialschwache und Familien

Für mich als Vermieter heißt das doch klar: Ich vermiete nur noch an finanziell starke Singles oder Paare ohne Kinder. Menschen mit geringem Einkommen sind für mich nicht mehr interessant, dank dem Gesetzgeber. Sollte ich wieder in Neubauten investieren, richte ich meinen Blick auf das Ausland. In Spanien lohnt sich aktuell die Investition in Sozialbauten. In Deutschland ist das ein absolutes Minusgeschäft . Hier lohnt es nur noch gehobene Immobilien zu erstellen. alles andere hat der Gesetzgeber ordentlich versaubeutelt. Die Rechnung müssen sozialschwache und Familien tragen, die für uns Vermieter nun nicht mehr in Frage kommen.

Danke an K.Mett

Für diesen Kommentar. Ich würde mir wünschen, dass ihn jeder zweimal liest. Welche Problematik dieses Gesetz auch immer lösen soll, es ist keine, die mich bewegt oder die ich auch nur nachvollziehen könnte. Noch mal: Unser Problem ist nicht, dass es zu viele teure Wohnungen gibt! Sondern unser Problem ist, dass es zu wenige günstige Wohnungen gibt! Respektive, wie K.Mett richtig folgert, eben generall zu wenig Wohnungen. Das, was hier gebremst werden soll bzw. in der Praxis und wenn überhaupt nur gebremst werden kann, ist jedenfalls nichts, was für all jene in Frage käme, die am ärgsten von der heutigen Problematik betroffen sind: Senioren, junge Familien, Alleinstehende, Erwerbslose und Studenten - wobei Letztere viell. noch am ehesten profitieren könnten, das wird aber schwer auf den Studienort ankommen. Mal vorausgesetzt, dort wird überhaupt eine Bremse angelegt.

Und die "Schlangen bei der Wohnungsbesichtigung" werden dadurch, dass die Whg. "billiger" ist, wohl kaum kürzer...

@K.Mett

Es ist nicht von der Hand zu weisen das der Wohnungsbau Jahrelang stiefmütterlich behandelt wurde, dementsprechend fehlen Mietwohnungen. Sozusagen Angebot und Nachfrage. Das Perverse ist aber das im Kapitalismus nur das einen Wert hat was Mangelware ist, daher hat man vor allem im Osten ganze Stadtteile abgerissen um die aus dem Überangebot resultierenden Mietpreise zu erhöhen. Dazu kommt das viele Kommunen schlicht nicht das Geld haben um Sozialen Wohnungsbau zu betreiben bzw. ihre Wohnungen verkauft haben, was Konkurenz vermindert hat.
Aber ein anderer Faktor ist auch entscheidend, es gibt ein zu großes Angebot an Geld und eine große Nachfrage nach renditestarken Anlagen, deshalb steigt auch der Dax. Auf diese Weise ist nun Wohnraum zum Spekulationsobjekt geworden. Man kann in diesem Zusammenhang auch von einer Immobilienblase sprechen, ähnlich wie in den USA, aber lange kann soetwas nicht gut gehen und hat mit fairen bzw. freien Markt nichts zu tun.

Zu spät, zu wenig

Die Regierung hat sich ziemlich Zeit gelassen mit diesem Gesetz. In Berlin ist die Gentrifizierung und die Ghettoisierung bereits voll im Gange und das ist nicht in Ordnung. Der aktuelle Wohnungsmarkt begünstigt Herausbildung von Parallelgesellschaften und was schlimmer ist er beeinflusst unmittelbar die Entscheidung vieler Menschen, ob sie Kinder haben werden oder nicht, weil der Job nun mal im Ballungsgebiet liegt und nicht im Dorf hinter dem Berg. Die steigenden Mieten beeinflussen somit negativ die Kindergeburtenrate, die man an anderen Stellen doch überall versucht anzukurbeln. Wieso also so spät?
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Der Staat hat seine Aufgabe, Regeln für den Markt zu schaffen, völlig verschlafen. Und wie man sieht, gehen viele Vermieter schon bei diesem für die Betroffenen recht unbedeutendem Gesetz auf die Barrikaden, obwohl sie in letzten Jahren an der Situation viel Geld verdient haben. Ich sehe schon Makler- und Vermieterstreiks auf uns zukommen, oh Gott oh Gott.

An die Marktapologeten

Der Wohnungsmarkt ist nichts was man dem freien Markt unterwerfen kann. Der freien Markt läuft in Zyklen, erst wenn Wohnungsnot besteht lohnt es sich zu Investieren, für den Investor sind alle Ausgaben Kosten die seinen Gewinn schmälern. So etwas führt lediglich zu Elendvierteln, Massenquartieren und Obdachlosigkeit auf der einen und "Gated Communities" und "Suburbs" auf der anderen Seite.
Das Perverse ist doch das es keinen Mangel an Wohnungen gibt sondern einen Mangel an bezahlbaren Mietwohnungen. Statt Mietwohnungen werden teilweise Einfamilienhäuser mit minimaler Grünfläche für den Verkauf mitten in Städten errichtet. In Dresden wurde der gesamte Bestand an Wohnungen verkauft, danach stiegen zwar die Mieten, die Qualität der Wohnungen ist aber nicht gestiegen. Im Gegenteil man investiert nicht, solange die Menschen teilweise Mondpreise für längst abgeschriebene noch von der Stadt sanierten Plattenbauten bezahlen müssen.

Die Zahl der Einwohner in D

Die Zahl der Einwohner in D ist ziemlich konstant. Da aber die Menschen mehr Wohnfläche haben wollen und in Ballungsgebiete ziehen gibt es lokale Probleme. Eine Lösung könnte sein, Wohnungen selbst zu kaufen. Bei Hypothekenzinsen von 2 % kostet z.B. eine € 300000 Wohnung nur €500 im Monat.

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