Kommentare

Depot

Ich betrachte diese Kinderverwahrungsanstalten mit äußerster Skepsis. Sie dienen nur dem Zweck, Mütter nach der Geburt so schnell wie möglich wieder in die Arbeit zu bringen. Das Familienleben findet dann, wenn überhaupt, an den Wochenenden statt. Es ist ein Unding, das immer mehr gearbeitet werden muss, um zu überleben.

@ Thomas Wohlzufrieden

"Sie ( die "Kinderverwahrungsanstalten") dienen nur dem Zweck, Mütter nach der Geburt so schnell wie möglich wieder in die Arbeit zu bringen."

Das würde ich zwar nicht bestreiten - natürlich begrüßen es die Arbeitgeber, wenn durch arbeitende Frauen ein größerer "Pool" und mehr Konkurrenz bei den Arbeitskräften entsteht.
Allerdings denke ich, dass Ihre Aussage trotzdem die doch meistens gute und engagierte Arbeit der Erzieher diskreditiert.
Viele Kinder profitieren durch den Kindergarten sehr.
Dass das Familienleben dann nur am Wochenende stattfindet, sehe ich ebefalls als kleine Übertreibung an.
Es hängt letzten Endes immer vom Einzelfall ab und wie man damit umgeht; es gibt genauso auch jene Familien mit jeder Menge Zeit, die aber dann in äußerst geringer "Qualität" genutzt wird.

Statistik richtig lesen

Die Betreuungsquote gibt an, wie viele der der tatsächlich vorhandenen Kinder in einer Betreuungseinrichtung sind. Die Quote hängt ab von den verfügbaren Plätzen, der Nachfrage als auch der Anzahl der Kinder überhaupt. In vielen Gebieten im Osten nimmt die Zahl der Kinder immer weiter ab und damit steigt die Betreuungsquote. Zugleich können die vorhandenen Eltern nur zusammen den erforderlichen Lebensunterhalt verdienen, so dass die Nachfrage auch extrem hoch ist. Die verfügbaren Plätze werden notfalls durch einen höheren Kinder-pro-Betreuer-Satz geldschonend geschaffen. Insgesamt also eher eine bedenkliche Situation, die gegen Kinderfreundlichkeit und Kindeswohl spricht, statt dafür. Wer nicht so existentiell dringend eine Betreuungsmöglichkeit braucht, wird vielleicht zwar "hängeringend" suchen, aber eine personalarme "Unterbringung" nicht akzeptieren und sich lieber selbst um das Kind kümmern.

@Thomas Wohlzufrieden

"Depot"

Ich bin ja sonst von Ihren Kommentaren immer angetan,weil Ihre Kommentare kurz und knapp sind,aber immer den Punkt treffen.
Heute muss ich jedoch meine Meinung für Ihren Kommentar über den Haufen werfen,denn dies sind keine Verwahranstalten,wie Sie die KITA nennen,sondern Schulen für das spätere Leben.Sie werden immer wieder feststellen,dass die Kinder, welche dort seit früher Kindheit untergrbracht sind,ein bedeutend besseres Sozialverhalten an den Tag legen,als die Kinder,welche zu Hause und wenn es geht noch alleine sind,erzogen werden .Meine Enkelkinder waren immer begeistert,wenn ich sie in den Kindergarten gebracht habe.Dort haben sie viel Spaß gehabt und heute sieht man diese Fortschritte.Beides sind Einser-Kinder und
das Lernen fällt ihnen nicht schwer.Beide Elternteile gehen arbeiten und trotzdem haben sie einen Weg gefunden,wo sie sich
ihren Kindern widmen können.Wie das geht haben wir unseren Kindern vorgelebt,obwohl ich nicht immer tgl. zu Hause sein konnte.
Gruß.

13:14 von Fregattenkapitän

Mit meinem Kommentar wollte ich nicht die Arbeit der Kita-Mitarbeiter kritisieren, die sicherlich einen erstklassigen Job verrichten, sondern auf unseren Zeitgeist hinweisen. Gruß.

um 13:05 von Li'l_Agitator

Ich stimme Ihnen zu, das viele Kinder von Kindergärten profitieren. Was aber auch daran liegt, das vielen Eltern schlicht die Zeit zur Erziehung fehlt, womit wir wieder bei der Doppelbelastung von Arbeit und Haushalt sind, und leider manchmal auch die Befähigung zur Erziehung. Gruß.

re 12:51 von Thomas Wohlzufrieden

Ich betrachte diese Kinderverwahrungsanstalten mit äußerster Skepsis. Sie dienen nur dem Zweck, Mütter nach der Geburt so schnell wie möglich wieder in die Arbeit zu bringen. Das Familienleben findet dann, wenn überhaupt, an den Wochenenden statt. Es ist ein Unding, das* immer mehr gearbeitet werden muss, um zu überleben./////////
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Ich stimme Ihnen zu! Aber zu den nicht endenden Reformierungen im deutschen Staatswesen gehörte eben Gleichberechtigung, Zeitverträge zur Absicherung der Selbstverwirklichung, Förderung der geringfügigen Beschäftigung!
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Auch die private und staatliche Verschuldung war neuester Stand der Wirtschaftswissenschaft!
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Jetzt will keiner damit zu tun haben, das* IMMER MEHR mehr arbeiten müssen, um zu überleben!

Was suggeriert die Statistik?

Dass es unzumutbar ist, sein Kind selbst zu betreuen! Hallo, wo leben wir denn? Macht es den paar wenigen, die überhaupt noch Kinder in die Welt zu setzen wagen, lieber möglich, ihr Kind in Anstand, wenigstens die ersten drei Jahre, selbst zu betreuen!Mit 150 Euro Betreuungsgeld geht das kaum, wenn man Miete zahlen muss!

um 13:41 von Boris.1945

Volle Zustimmung! Gruß.

@Thomas Wohlzufrieden: Unfug

"Ich betrachte diese Kinderverwahrungsanstalten mit äußerster Skepsis. Sie dienen nur dem Zweck, Mütter nach der Geburt so schnell wie möglich wieder in die Arbeit zu bringen."

Richtig, denn die meisten Frauen finden Erfüllung in der Arbeit und nicht im Haushalt. Familie und Beruf schließen sich nicht zwangsläufig aus.

"Das Familienleben findet dann, wenn überhaupt, an den Wochenenden statt."

Das ist Unfug. Ein Familienleben findet auch in der Woche statt. Ich kann diesen Eindruck (?) nicht mal im Ansatz bestätigen. Arbeitgeberseitig wurde da schon viel verbessert im Sinne von flexibleren Arbeitszeiten und einigen anderen Dingen.

"Es ist ein Unding, das immer mehr gearbeitet werden muss, um zu überleben."

Das ist eine Behauptung, die den Fakten nicht standhält. Immer mehr Menschen wollen arbeiten - auch um ihren Kindern ein gutes Leben bieten zu können. Mit Mutter am Herd wird das aber nichts.

@solysombra

Schön, wenn man seine Vorurteile kultivieren kann. Die von Ihnen erwähnten Phänomene gibt es sicher, aber sie sind nicht allgemeingültig. Die Aussagen beruhen daher eher auf Hörensagen als auf belastbaren Fakten.

Aber bitte erklären sie mir mal eines: Wenn betriebswirtschaftliche Aspekte keine Rollen spielen dürfen, die Löhne im Osten aber generell schlechter sind, wie soll dann ein vernünftiger Personalschlüssel in den Betreuungseinrichtungen gewährleistet werden? Soll da mal wieder die Kommune für die Plätze zahlen? Betreuung, gerade von U3, kostet viel Geld. Hier z.B., in München, können sich die "SUV-Mütter" das problemlos für "wenige Tagesstunden" leisten - im Osten ist das vielfach einfach realitätsfern.

Depot

Ich gehe davon aus, dass sich Wohlzufrieden auf die U3 Betreuung bezieht. Jene möchte auch ich nicht als "Schulen für das spätere Leben" erachten. Kindergarten (vorzugsweise halbtags) ist ne tolle Sache.

Familienleben - was ist das?

Also ich finde es schon ungeheuerlich, wie hier das Nutzen von Kita für unter 3 jährige wieder mal insbesondere die Mutter als Rabenmutter abtut!!

Familienleben heißt doch, Mutter (in seltensten Fällen Vater) mindestens einen halben Tag (wenn dann eventuell noch weitere Kinder von der Schule kommen) mit einem Kleinkind wegsperren. Das nenne ich aber nicht Familienleben!!! Familienleben spielt sich ausschließlich dann ab, wenn alle Familienmitglieder zuhause sind und das ist in der Regel abends und am Wochenende! Kleinkinder brauchen gerade besonders viel Anreize und müssen sich schnell mit anderen Kindern auseinandersetzen, um stabilen charakter zu entwickeln. Eine Mama allein zuhaus kann das nicht geben, im Gegenteil sie verzieht das Kind, da sie immer geduldig sich ein Bauklötzchen wegnehmen lässt usw.

Nein gute Kitas sind das A Und O einer fortschrittlichen Gesellschaft - aber keine AufbewahrungsTagesmütter, dass ist nur eine billige Ausredenvariante.....

Toller Staat ,wo die Kinder stören

Für jeden Mist ist immer Geld da.

Wie zb. für die Bundeswehroder die Banken Rettung, aber für Kinder und deren Betreuung nie.

was lernen wir?

dass die betreuungskapazitaeten in den neuen bundeslaendern signifikant hoeher sind als in den alten bundeslaendern hat einen grund. den zu nennen aber wird vermieden als wuerde man sich irgendwie die kraetze einfangen.

also verschweigen wir weiterhin eisern, dass die DDR eine im internationalen massstab vorbildliche kapazitaet fuer kinderbetreuung schuf, fuer die enorme geldmittel aufgewandt wurden, weil sie eben nicht nur verwahranstalten waren, sondern auch einen bildungsauftrag hatten, unter anderem auch der charakterbildung.

ich habe diese kinderbetreuungseinrichtungen durchlaufen. weil meine eltern beide berufstaetig waren, sein wollten und auch sein mussten.

dennoch kann ich mich nicht entsinnen, deshalb ein weniger an liebe, zuneigung und zuwendung durch sie erfahren zu haben, sondern das ganze gegenteil.

und trotz ideologischer ziele, die mit der kinderbetreuung in der DDR verbunden waren, habe ich dort auch so simples gelernt wie, dass sich die welt nicht um mich dreht.

@Thomas Wohlzufrieden 12:51

Wenn ich Ihre Zeilen richtig verstanden habe gehören Sie zu der Gruppe der Verfechter der drei K. Das ist auch die Gruppe die dann im Alter sich drüber aufregt das sie zu wenig Rente bekomme, die Frau aber niemals gearbeitet hat. Meine Frau hat nach abgeschlossener Berufsausbildung ihre Arbeit nach der Geburt unserer Tochter für 5 Jahre unterbrochen, um danach an gleicher Stelle ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Das war damals in einem Teil Deutschlands möglich. Danach ist meine Tochter in die Kindertagesstätte und später in eine Ganztagsschule gegangen. Das gleiche "Schicksal" hat meine Enkelin "erlitten" und meine Urenkelin besucht z.Zt eine Ganztagsschule in Canada. Meine Tochter sowie meine Enkelin sind beide noch berufstätig. Bei uns hat das Familienleben nie unter der Mitarbeit der Frauen gelitten.
Voraussetzung dafür war und ist aber die Mithilfe aller Familienangehörigen. Mitgliedschaften in Schützenvereinen mit sonntäglichen Frühschoppen gab es allerdings nicht.

Heute ist nicht gestern

Ich halte Kitas heute für sehr wichtig für Kinder, damit sie regelmäßigen Kontakt zu Gleichaltrigen haben.

Als ich klein war hatte ich das ohne Kita: es gab genug Kinder, wesentlich weniger Autos und wesentlich weniger Hunde – und wenn, dann waren sie in 99,9% der Fälle erzogen und richtige Hunde und kein Partner-, Kind- oder Was-auch-immer-Ersatz.

Wir konnten draußen Spielen, und wenn einer Mist gebaut hat, dann wurde gleich die Mutter informiert. Irgendein Erwachsener hat immer grade aus dem Fenster geguckt. Die Älteren Kinder haben zwar nicht mit den jüngeren gespielt, wenn aber was war wurde geholfen, gelegentliche Schlägereien gab es, wurden aber am Ende ohne größere Opfer, ohne dauerhaften Mobbing usw. getrennt. Und das in einer Großstadt, in Wohnblockgegend mit genug grünem Rasen und gepflegten Spielplätzen dazwischen .

Da wo aufgewachsen bind parken übrigens mittlerweile Autos auf Spiel- und Grünflächen. Und nach den Kindern schaut auch keiner Nichtverwandter mehr.

Schon vor 24 Jahren

Ich musste schon vor 24 Jahren als meine Tochter 18 Monate alt wurde wieder arbeiten gehen,da gab es hier gar keine U-3 Plätze und so musste ich sie in der Zeit wo ich arbeiten war das Kind zur Schwiegermutter geben und abends wieder abholen.Mein Mann verdiente nicht genug um alle Kosten alleine tragen zu könmen.Also blieb gar nichts anderes übrig.Sicher hätte ich mein Kind viel lieber noch bis 3 selbst betreut.

um 14:59 von Restmensch

Sie haben völlig Recht. Gruß.

Steigerung der Betreuungsqute

Für jeden Mist ist immer Geld da.
Wie zb. für die Bundeswehr oder die Banken Rettung, aber für Kinder und deren Betreuung nie.///////
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Wer mehr Geld für Kita und Schulen will, muß auch die Gelder kritisieren, die nach Griechenland gehen!
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Ausch bei der Sozialpolitik muß man daran denken das Geld für den Klodeckel in K und S übrigbleibt!

Unsere beiden Kinder

haben viel im " Kindergarten " so nannte man
es früher gelernt . Da stimme ich @ Fregattenkapitän mit seinem Kommentar um 13: 14 zu. Das soziale Verhalten haben Beide
gut gelernt,das wir meine Frau und ich berufstätig waren oder besser gesagt Geld verdienen mussten um uns einen einigermaßen Lebensstandard zu leisten haben ja viele Eltern so auch heute noch machen müssen. Das Leben in diesem Lande ist leider sehr teuer,damals wie Heute.M.M.

@M H

"Dies war auch ein Missverständnis der leidigen Betreuungsgeld-Diskussion." Am 20. Februar 2015 um 17:39 von M H

Ganz und gar nicht.
Betreuungsgeld bekommen Eltern, die das Kind nicht in eine öffentlich geförderte Tageseinrichtung oder Kindertagespflege geben.
Sie müssen es aber nicht selbst betreuen. Das Kind kann in jede nicht öffentlich geförderte Kinderbetreuung gegeben werden: private Kita, eine Tagesmutter, ein Au Paire, die Oma.

Ob die Kindeseltern in der Zeit arbeiten gehen, in der Sonne liegt oder sich die Fußnägel lackieren ist unwichtig.

So profitieren nur Menschen ab bestimmten Vermögen von dem Betreuungsgeld.

Das Erziehungsgeld, das für alle anrechnungsfrei war und auch trotz Kita gezahlt wurde, hat man kurz vorher gekürzt (Auszahlungsdauer) und dann abgeschafft. Und dann war man auf das Betreuungsgeld stolz.
Reine Sparmaßnahme. Verlogener geht es gar nicht.

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