Ihre Meinung zu: Franken-Schock: Schweiz rutscht wohl in eine Rezession

28. Januar 2015 - 15:32 Uhr

Bislang brummte die Wirtschaft in der Schweiz, doch nun warnen Ökonomen sogar vor einer Rezession mit einem erheblichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Grund ist die starke Aufwertung des Schweizer Franken.

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Kommentare

Swiss Franc

Die Schweiz übersteht das gut, die Geldspeicher laufen über. Das SNB Direktorium badet täglich in den Geldspeichern wie Dagobert Duck.

was denn?

eine harte währung kann problematisch für eine volkswirtschaft sein? dachte der zu harte euro hätte nichts mit der rezession im süden zu tun?!!

Warum eigentlich?

Hat eigentlich irgendwer schon mal klar gemacht, was diese Entkopplung denn positives bringt?

Bisher sehe ich da nur (m)einen teureren Skiurlaub, Probleme mit Beschäftigung und Export und die Not der über 40.000 ausländischen Studenten. Davon ab ist die Schweiz wie kein anderes Land mit der EU verknüpft (z.B. CIA Factbook), vermeintliche Vorteile für Interaktionen außerhalb dieses Raumes sind minimal.

Immerhin legen schon Skigebiete einen eigenen (den Touristen freundlichen) Wechselkurs fest.

re joeyu

"Die Schweiz übersteht das gut, die Geldspeicher laufen über."

Das nützt exportabhängigen Unternehmen und den jeweiligen Arbeitnehmern nicht viel.

Das war leider zu erwarten

Nach der Aufgabe der Anbindung des Fankenkurses an den Euro hat sich ja nicht nur dieses Kursverhältnis um ca. 20% verändert sondern auch das Verhältnis des Franken zu den anderen Währungen.
Auch gegenüber dem US Dollar ist der Franken und ca. 20% teurer geworden. Somit sind die Waren aus der Schweiz weltweit deutlich teurer geworden und das ist auch für die besten Produkte ein großes Problem.
Ein Problem übrigens welches auch Deutschland hätte wenn es zur DM zurück kehren würde. Vielleich wäre der Effekt dann sogar noch größer und schlimmer?
*
Ein Absturz der Prognosne von +1,9% Wachstum auf -0,5%, also ein Absturz des Wachstums um insgesamt 2,4% gegenüber den bisherigen Prognosen muss deutliche negative Effekte für den Arbeitsmarkt haben!
Das haben sich einige Kommentatoren hier die bisher die Schweiz als wirtschaftlich unangreifbar dargestellt haben ganz sicher anders vorgestellt.
*
Die Frage ist ob nicht schon die Entscheidung der SNB vor drei Jahren falsch war oder die jetzige?

@ 14:41 von JoeyU

Sie schreiben:
"Die Schweiz übersteht das gut, die Geldspeicher laufen über. Das SNB Direktorium badet täglich in den Geldspeichern wie Dagobert Duck."
*
Im Moment lehren sich die Franken- und Goldbestände sehr stark weil die SNB täglich für viele Milliarden Euros und Dollar aufkauft um den Kursanstieg des Franken im Rahmen zu halten.
Das geht auch nur begrenzt!
Und was haben die Schweizer Unternehmen davon wenn sie aufgrund des teuren Franken ihre Produkte nicht mehr exportieren können?
Gar nichts, denn ohne Absatz keine Arbeit und keine Einnahmen = Keine Arbeitsplätze!

Und dennoch

meine ich, dass die Schweizer Nationalbank recht hatte sich vom Euro abzukoppeln. Wenn sich die Industrie gezwungen sieht, zu entlassen: umso "besser" fuer die Schweizer Politik - so kann sie ohne Wenn und Aber von der Europaeischen Union zahlreiche Auslaender entlassen und dem letzten Volksbegehren Rechnung tragen..

Naja, die Euro Bindung ist

Naja, die Euro Bindung ist zwar weg, aber man könnte doch trotzdem jetzt der EZB folgen und mal eben 1000 Milliarden Franken drucken. Dann pendelt sich der Kurs wieder ein und die Schweizer brauchen die nächsten Jahre keine Steuern mehr zahlen.

Klar ist das ein dickes Problem für die Schweiz

Wenn man als kleines reiches Land seinem Hauptwirtschaftspartner gegenüber steht, der seine Währung massiv abwertet. Die SNB kann nicht gegen den EURO steuern, das geben die Reserven eines so kleinen Landes gar nicht her. Draghi will für Billionen Euro Staatsanleihen kaufen, soll dann die SNB Billionen Franken Drucken und davon EURO kaufen? Die EZB vertuscht zwar damit die Probleme der schwachen reformunwilligen Länder, schafft damit aber neue Schiefstände im internationalen Währungssytem und verhindert Reforemen in den Südländern, siehe gerade Griechenland.

Eine solche

Eine solche Anpassungs-Rezession wäre völlig normal. Die nominale Aufwärtung des Franken muss jetzt durch eine reale Abwertung kompensiert werden. Im Klartext heisst das, dass Schweizer Preise und Löhne sich nach unten anpassen müssen. Gleichzeitig werden Unternehmen versuchen ihre durch die nominale Aufwertung verlorene preisliche Wettbewerbsfähigkeit durch Massnahmen zur Verbesserung von Produktivität und Innovationskraft wieder zugewinnen. Kurzfristig schadet eine starke Währung dem Export, d.h. der Wechselkurs bestimmt den Exporterfolg. Langfristig gilt es andersherum: der Exporterfolg bestimmt den Wechselkurs. Empirische Daten zeigen: Die stärksten Exporteure/Ökonomien haben die stärksten Währungen. Früher waren das mal Japan und Deutschland. Aber diese beiden Länder sind in das Lager der Schwach-Währungsländer gewechselt. Japan hat dies bewusst getan, in Deutschland hat man sich an den sinkenden Euro gekettet. Anders als die Schweizer können wir diese Kette nicht einfach abwerfen

Wow

kein Euro und trotzdem Rezession? Vielleicht hat das eine nicht direkt was mit dem anderen zu tun.?

Folgenabschätzung

Mein Mitleid hält sich in Grenzen.

Warum müssen eigentlich immer nur Ingenieure Folgenabschätzungen und Risikoanalysen vorlegen?

eigene währung

am franken kann man sehen, wohin eine eigene währung (d-mark) deutschland bringen würde: aufgrund der wirtschaftlichen stärke ginge die deutsche währung durch die decke, exporte würden sich drastisch verteuern, damit bräche der export ein, folge: eine wirtschaftsrezession mit unabsehbaren folgen für deutschland.
die schweiz steht aufgrund ihrer reserven wesentlich besser da, deutschland käme nicht so glimpflich davon...

ein grund mehr, den euro zu behalten.

@ 15:30 von michicu

Sie schreiben:
"Klar ist das ein dickes Problem für die Schweiz
Wenn man als kleines reiches Land seinem Hauptwirtschaftspartner gegenüber steht, der seine Währung massiv abwertet. Die SNB kann nicht gegen den EURO steuern, das geben die Reserven eines so kleinen Landes gar nicht her."
*
Kann es sein dass Sie da etwas missverstehen?
Die Entscheidungen der EZB haben wenig mit dem Problem des Franken zu tun.
Am Tag der Abkoppelung des Franlen vom Euro ist der Franken gegenüber ALLEN Währungen im Wert deutlich teurer geworden.
Auch gegenüber dem US Dollar ist der Franken am gleichen Tag um 20% im Wert gestiegen. Und das ist auch etwa so geblieben.
Die SNB wollte mit der Anbindung an den Euro vor drei Jahren den Franken künstlich billig halten. So etwas kann auf Dauer nicht funktionieren. Jetzt hat es einen plötzlichen Währungsschock gegeben mit einem Sprung des Franken nach oben um etwa 20%.
Ohne die Entscheidung vor drei Jahren wäre das langsam passiert, aber passiert wäre es!

@boesermann Kurzfristig

@boesermann

Kurzfristig gedacht haben sie recht. Ein schwacher Euro hilft dem deutschen Export. Langfristig sieht es anders aus: Deutschland und die Schweiz sind starke Exporteure weil sie immer starke Währungen hatten. MIt dem schwachen Euro wird Deutschland ohne Gegensteuer in Zukunft eine schwacher Exporteur werden. Zum Glück wird das einige Jahre dauern.

Alles wird für die Schweizer gut

Das die Schweiz durch diese plötzliche Lösung vom Euro Geld verliert war doch klar.Was aber auch klar ist das sie sich schneller erholen werden als der Euro dieses Jahr.

Sie kennen das Geldgeschäft sehr gut.

Und wie man Geld macht!

Wer hat´s erfunden?

@michicu "Die SNB kann nicht

@michicu

"Die SNB kann nicht gegen den EURO steuern, das geben die Reserven eines so kleinen Landes gar nicht her. "

Das stimmt nicht (auch wenn ich es so auch in den deutschen Medien gelesen habe). Die SNB hat gegen den Franken interveniert. D.h. sie hat Franken geschaffen um Euro zu kaufen. Die Schweizer besitzen mitlerweile fast die ganze Staatsschulden Deutschlands. Dies kann die SNB theoretisch unendlich weiterführen, da sie die Franken selber "druckt". Sie brauchte also keine Fremdwährungsreserven.

@ 15:53 von Economist70

Sie schreiben:
"MIt dem schwachen Euro wird Deutschland ohne Gegensteuer in Zukunft eine schwacher Exporteur werden."
*
Vielleicht können Sie diese Aussage mit ein paar Fakten begründen?
Wie soll ein schwächerer Euro aus Deutschland einen schwächeren Exporteur machen?
Aus ökonomischr Sicht ist das wohl nicht nachvollziehbar, aber ich bin gespannt auf Begründungen dieser Aussage.
Abgesehen davon dass der Euro aus Sicht von finanzpolitischen Expertisen nicht so schwach bleiben wird wie er aktuell SCHEINBAR ist.
Denn so schwach ist er gar nicht!
2002 ist er bei einem Kurs von etwa 0,84 US Dollar gestartet.
Und gegenüber anderen wirklich wichtigen Währungen (im Gegensatz zum Schweizer Franken) wie dem Yen oder dem britischen Pfund und dem Yuan ist der Euro seit 2002 sehr stabil!
We man daran sehen kann ist der Euro nicht so schwach wie ihn viele gerne reden möchten.
Der Schweizer Franken führt in diesem Zusammenhang ein Eigenleben und dieses ist für Deutschland relativ unwichtig!

konsequent zudendedenken! @ 15:39 von boesermann

ja die dm würde aufwerten und wir würden vorübergehend etwas weniger exportieren. aber dafür würden die südwährungen abwerten und dort würde die wirtschaft belebt. der europäische binnenmarkt gestärkt. mehr export aus brd nach (süd)europa. dann die belebung des tourismus!
.
zudem sind unsere produkte häufig luxusprodukte – die werden auch für 15% mehr verkauft. zudem sinken kosten für importe: energie, stahl. das wiederum reduziert die kosten. löhne werden sich auch angleichen.
.
es ist also alles relativ. und was sie an die wand malen ist dunkelschwarz. meiner meinung nach unrealistisch. und indirekt sagen sie damit aus "egal ob der süden unter dem relativ zu haften euro leidet, hauptsache wir profitieren vom relativ zu weichen euro!" also in relation zur wettbewerbsfähigkeit.

differenzieren! @ 15:32 von vatnik

wenn die währung vorübergehend aufwertet (schweiz) oder dauerhaft zu hart ist in relation zur wettbewerbsfähigkeit (südeuropa), kommt es zur vorübergehenden (schweiz) oder zur dauerhaften rezession (südeuropa).

@ 15:57 von Economist70

Sie schreiben:
"Dies kann die SNB theoretisch unendlich weiterführen, da sie die Franken selber "druckt". Sie brauchte also keine Fremdwährungsreserven."
*
Sie haben Recht, das kann die SNB tun.
Nur würde sie damit auf Dauer den Franken zu einer Ramschwährung machen denn der Gegenwert so vieler "gedruckter" Franken muss auch vorhanden sein. Man kann nicht einerseits Draghi vorwerfen zu viele Euro auf den Markt zu werfen und gleichzeitig der SNB zugute halten dass diese das gleiche ohne Folgen unbegrenzt tun kann!
Das passt nicht zusammen.

@ 15:55 von SEPP58

Sie schreiben:
"Alles wird für die Schweizer gut
Das die Schweiz durch diese plötzliche Lösung vom Euro Geld verliert war doch klar.Was aber auch klar ist das sie sich schneller erholen werden als der Euro dieses Jahr.
Sie kennen das Geldgeschäft sehr gut.
Und wie man Geld macht!"
*
Sorry, aber auch die Schweiz ist an bestimmt Rahmenbedingungen des Finanzmarktes gebunden und kann nicht unbegrenzt neue Franken "drucken".
Der Wert des Franken steigt und damit sinken die Exporte weil die Waren zu teuer werden.
Die SNB kann dieses nur abmildern wenn sie massenweise Euro und US Dollar aufkauft.
Das stößt irgendwann an natürliche Grenzen, denn mit zu viel neu gedruckten Geld würde dann dier Franken zu einer Ramschwährung!
Das kann sich auch die Schweiz nicht leisten.
Alles hat seine Grenzen, auch die Möglichkeiten einer Schweiz!

"Die Schweiz übersteht das

"Die Schweiz übersteht das gut, die Geldspeicher laufen über."

Die Firmen eher weniger, es wird eben mehr importiert und weniger produziert, heißt, weniger Arbeitsplätze. Es wird umgekehrt auch weniger exportiert, die Produkte aus der Schweiz werden Ladenhüter, wegen den hohen Preis.

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Wo sind die Franken aus dem Euro-Ankaufprogramm hin?

Eine Frage stelle ich mir: Wenn die SNB jahrelang Euros mit frischgedruckten Franken gekauft hat, um den Kurs niedrig zu halten. Wo sind dann jetzt die vielen hundert Milliarden Franken? Bei der EZB? - Falls ja, müsste doch das Franken-Vermögen der EZB über nacht um 20 Prozent an Wert gewonnen haben.
Auch müsste es doch nun möglich sein, den Schweizer Markt mit Franken zu 'fluten'. Aber dies scheint politisch nicht gewollt zu sein. Vielen scheint nicht klar zu sein, dass die vielen hundert Milliarden Franken irgendwann in die Schweiz 'zurückschwappen' werden.

Die Schweiz hat mit der

Die Schweiz hat mit der Annahme von zig Milliarden Blut-, Korruptions- und Schwarzgeld den teuren Franken herbeigeführt und damit die eigene produzierende Wirtschaft für den Bankensektor geopfert. Die eingewanderten, keine Steuern zahlenden Millionäre werden damit kein Problem haben. die alteingesessene Bevölkerung schon. aber sie hat es ja so gewollt.

@ 16:09 von gierde zerstört

Sie schreiben:
"konsequent zudendedenken! @ 15:39 von boesermann
ja die dm würde aufwerten und wir würden vorübergehend etwas weniger exportieren. aber dafür würden die südwährungen abwerten und dort würde die wirtschaft belebt. der europäische binnenmarkt gestärkt. mehr export aus brd nach (süd)europa. dann die belebung des tourismus!"
*
Sorry, aber da ist leider ein Wiswrspruch enthaklten.
Wenn die DM aufwertet und die Südwährunmgen abwerten wird der europäische Binnenmarkt nur ohne Beteiligung Deutschlands gestärkt, denn die deutschen Waren könnten sich diese Südländer dann aufgrund der großen Differenz von DM-Kurs zu den Südwährungen gar nicht mehr leisten.
Dieser Markt wärte für deutsche Waren verloren, und wenn man konsequent weiter denkt:
Das würde in Deutschland Millionen Arbeistplätze kosten!

16:07 von Bernd1

Übrigens der Euro wurde am 1.1.1999 eingeführt (als Buchgeld). Und da war der Wechselkurs 1Euro = 1,16692 US-$.

Als Bargeld wurde er am 1.1.2002 wurde der Euro als Bargeld eingeführt.

An der Schweiz sind man sehr gut was es heißen würde, wenn Deutschland wieder die DM bekommen würde!

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