Kommentare

Vielleicht sollte man endlich mal aufhören...

...die Bewertung einer guten Ausbildung an einem Hochschulabschluss festzumachen.

Ja, in Russland hat so gut wie jeder studiert. Und auch in den USA hat bald jeder Briefträger einen Bachelorgrad.
Aber wollen wir da hin und vor allem: ist diese Titeljagd ein Garant für gute Bildung?

Das deutsche duale System bringt hervorragende Leute hervor, die sich mit ihrer Qualifikation überall in der Welt sehen lassen können und gerne genommen werden.

Wenn wir nicht wollen, dass man bald ohne Hochschulabschluss kein Sachbearbeiter mehr werden kann bzw. für eine Ausbildung zum Fliesenleger Abitur braucht, dann sollten wir vielleicht mal aufhören, uns ständig an den in der Grafik genannten Staaten zu orientieren.
Denn da wo sich deren Bildungssystem befindet, kann kein vernünftiger Mensch hin wollen.

es sollte auch älteren

es sollte auch älteren Menschen die Möglichkeit gegeben werden, studieren zu gehen. Die Unterstützung durch BAFöG sollte nicht altersgebunden sein. Das studieren sollte gerade für Eltern attraktiv gemacht werden.

Tja,

da bleibt uns wohl nur noch ein Weg, um endlich der OECD zu gefallen:

Alle an die Uni! Wir setzen die Zugangsvoraussetzungen so weit runter, dass sich wirklich jeder mal an der Uni versuchen kann. Und wenn das dann nicht klappt...Pech! Aber wir haben es dann wenigstens versucht! Das würde auch der Jugendarbeitslosigkeit etwas vorbeugen! Die Arbeitgeber wären begeistert, wenn jeder Lehrling zumindest 2 Semester Mathematik studiert hätte oder über rudimentäre Kenntnisse in französischer Literatur verfügen würde!

Das wäre allemal besser als ein Jodeldiplom! Aber wie komme ich jetzt ausgerechnet auf das Jodeldiplom...grübel?

Hochschulabschluss

Jaja-die Crux mit der Statistik... In Ländern wie Bulgarien wird man kaum jemanden finden, der keinen Hochschulabschluss besitzt. Allerdings können die Menschen damit herzlich wenig anfangen, da dieser Abschluss sie zu nicht viel qualifiziert. Meist viel zu simpel, zu eingeschränkt und zu wenig niveauvoll sind Studiengänge, Püfungen, letzlich sind diese Abschlüsse oftmals leider wertlos - insbesondere im Vergleich mit nahezu gleichlautenden Abschlüssen in Deutschland. Hier sind die universitären und hochschulischen Abschlüsse (noch!) in den meisten Fällen ein Zeichen für eine besondere Leistungsfähigkeit (und -bereitschaft), spezielle Kenntnisse und eine hohe Belastbarkeit des Absolventen.
Ignorieren wir getrost das Diktat der Wirtschaftler - "tertiäre" Abschlüsse sind nicht in inflationärem Ausmass sinnvoll oder wünschenswert: es braucht nicht nur Häuptlinge - es braucht in erster Linie Indianer. Und davon haben wir viel zu wenige! Siehe Lehrlings- und Fachkräftemangel im Handwerk.

noch schlimmer als die Quantität ist die Qualität

Noch immer hänge die Wahrscheinlichkeit einer hohen Qualifikation stark vom familiären Hintergrund ab
Was ich als Dozent uneingeschränkt bestätigen kann. Die Zahl der Studienabbrecher hat ebenso wie die der Studienbeginner zugenommen. Es werden zwar mehr Abschlüsse erreicht als vor 20 Jahren, deren durchschnittliche Qualität hat aber erschreckend abgenommen. Was kaum daran liegen dürfte, dass die Jugend durchschnittlich dümmer geworden ist, sondern die Hochschulen geflutet werden von Studenten, für die die liebe Herkunftsfamilie zwar einen akademischen Grad vorgesehen hat, die aber damit überfordert sind. Die Chancen für hochbegabten Nachwuchs aus sozial schwachen Verhältnissen sind lausiger denn je.
Ich bilde Ingenieure und IT-Spezialisten aus und mag mir bei manchen von ihnen gar nicht vorstellen, welchen "Gewinn" sie einst für unsere Wirtschaft darstellen werden.

Qualität der Lehre

Ich bezweifle, dass ein Studium in all diesen Ländern vergleichbar ist.

In dem Maße, wie die Abgängerzahlen deutscher Hochschulen steigen, in dem selben Maße sinkt die Qualität der Lehre. Zumindest ist es das, was ich beobachten konnte.

Einbildung

Zitat: "Anteil der Hochgebildeten wächst zu langsam." Zitat Ende. Man könnte auch so sagen: Der Anteil an Bildungsferne nimmt weiter zu. Und das ist sogar so gesteuert. Betrachte man doch nur den Bildungsauftrag und die neutrale Berichterstattung der öffentlich rechtlichen...

Totaler Quatsch

Das ist mal wieder so eine Studie, die mir überhaupt nicht gefällt. Es mag schon sein, dass es in Deutschland weniger Menschen mit Hochschulabschluss gibt als in anderen OECD-Staaten. Tatsache ist aber auch, dass es kaum andere OECD-Staaten gibt, die ein ähnlich gutes Berufsbildungssystem haben wie Deutschland. Das ist doch auch der Grund, weswegen die vielen jungen Leute in Südeuropa arbeitslos sind - mit oder ohne Hochschulabschluss. Und welcher Arbeitsmarkt soll denn bitte schön die vielen Hochschulabsolventen aufnehmen? Bedenklich finde ich die größer werdenden Einkommensunterschiede zwischen Akademikern und Nicht-Akademikern. Hierzu wäre es nötig noch zu unterscheiden, ob dazu hauptsächlich Menschen ohne Bildungsabschluss beitragen, oder ob auch Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung heute im Vergleich weniger verdienen als früher. Dazu ist der Bericht nicht spezifisch genug.

Und wieso

wird uns dann immer wieder eingetrichtert, dass es viel zu viele Studenten gibt?

Was für eine Schlussfolgerung

In einigen Punkten hat die OECD sicher recht. Wenn ich aber das Balkendiagramm ansehe, muss ich feststellen, dass "hochgebildete" Personen offensichtlich eine wesentlich geringere Wirtschaftsleistung pro Einwohner erbringen. Upps, ich als nicht hochgebildeter kann das natürlich nicht richtig bewerten. Vielleicht ist es aber auch so, dass eine Wirtschaft Menschen braucht die arbeiten können,die wissen was sie tun, und nicht nur solche, die versuchen, Excel Tabellen zu interpretieren, und den ganzen Tag von ihrer Arroganz leben. Zu den, von den Medien beweihräucherten hochbegabten Experten, will ich erst gar nichts sagen.

Viele Neue Studenten / Viel schlechteres Hochschulsystem

Die Qualität der Hochschulen nimmt immer mehr ab. Mittlerweile darf man als sogar mit Meisterausbildung an einer Hochschule studieren. Die Qualifikationsvoraussetzungen für ein Studium wurden zum Preis einer höheren Studentenrate drastisch herab gesetzt. Es werden Bachelor als angeblich fertige Ingenieure entlassen und haben keine ausreichenden Grundlagen für die Praxis. Die Büros müssen die Leute ausbilden und sollen Ingenieursgehälter bezahlen.
Wieso verkauft ein fortschrittliches Land mit der seinerzeit besten Ingenieurausbildung der Welt seinen Dipl.-Ing.-Titel für ein anglizistisches und amerikanisiertes System das Halbwissende Ingenieursanwärter produziert?
Ein hoch auf den Werteverfall an den deutschen Hochschulen. Toll das die "Hochgebildeten" zunehmen. Wenn man lange genug an der "Höhe" nach unten schraubt, kommen auch mal die an die Tischkante, die sonst nur die Krümel auf dem Fussboden sehen.

Im Westen nichts Neues...

Die Studie besagt im Endeffekt nichts, was man nicht schon länger wusste und was auch schon seit langem kritisiert wurde.

Man kann sich nur freuen, daß Intelligenz nicht notwendigerweise etwas mit Bildungsabschluss zu tun hat, dennoch bleibt zu sagen, das Intelligenz in Deutschland nicht unbedingt gefördert wird. Hier zählt immer noch das, was auf dem Zeugnis steht, ganz gleich, ob man zu Höherem befähigt ist oder nicht. Das ist in anderen Ländern auch anders, da zählt unter anderem auch Leistung, Verhalten, Persönlichkeit und, ganz wichtig, Können. In D. meist nur, was auf dem Zettel steht.

Das ist aber eine alte Geschichte, die von Elitenbildung-, -fortpflanzung und -homogenisierung erzählt, nichts neues. Und das mindestens seit dem Kaiserreich.

"Hochgebildete"

Die Bildungssituation in Deutschland ist sicher nicht optimal.
Man möge uns aber trotzdem die "hochgebildeten" Schlaumeier der OECD hier ersparen. Ein Land von Akademikern braucht nämlich keine Handwerker und "einfachen" Berufe. Ich finde diese Vorstellungen unrealistisch und diskriminierend gegenüber den "Normalgebildeten".

"keine Ahnung"

Es geht ja wohl kaum nur um die Frage, wie viele junge Menschen einen Hochschul-Abschluss machen.

Schaut euch doch mal die ganzen jungen BA'ler an: Nach 6 Semestern gerade mal einen Abschluss erworben, aber von nichts eine Ahnung (und bald dann auch noch mit dem Turbo-Abi). – Und oft haben die noch nicht einmal eine Ahnung davon, dass sie keine Ahnung haben. Wie oft höre ich mit einem vor dem Spiegel eingeübten Lächeln: "keine Ahnung" - und nichts passiert. Keine Neugier, kein Problembewusstsein, keine kritische Orientierung.

Es dürfte gerne auch nach der Qualität gefragt werden. Aber das spielt bei diesen Zahlen keine Rolle, und die Probleme liegen oft genug im Elternhaus, in der Schule, an der mangelnden sozialen Durchlässigkeit und in der ständigen "Bespaßung". Bildung wird da zu oft zu klein geschrieben, wie leider auch die Orthographie.

Jetzt aber bitte keinen Aktionismus. Die Realität ist (meist) noch schlimmer.

Bildungsabschlüsse und Wirtschaftswachstum

Die OECD geht implizit davon aus, dass ein Zuwachs an Bildungsabschlüssen immer wünschenswert ist. Offenbar vergleicht die OECD nur die formalen Bildungsabschlüsse, also ob ein Hochschulabschluss im Land A gleichwertig mit einem Hochschulabschluss im Land B ist. In Deutschland sind Krankenschwestern bzw. -pfleger sowie Erzieher/innen noch ohne Hochschulabschluss, in anderen europ. Ländern werden sie zu den Hochschulabsolventen gerechnet. Der Erfolg der deutschen Volkswirtschaft gründet auf dem Wissen und der Kompetenz der vielen Facharbeiter. Das übersieht die OECD. Hoffentlich lässt sich die Bildungspolitik in Deutschland nicht von der Jagd nach immer mehr Bildungsabschlüssen beeinflussen.

Verwunderung macht sich breit

wenn ich das lese.
Erinnert mich zu sehr an einen englischen Spruch (eigentlich aus Aussiland):

Too many chiefs and no Indians!

Ich sehe da eher das Problem der handwerklich ungebildeten "Indians", die, sofern sie es bis dahin schaffen, erst noch in Grundrechenarten, im Schreiben und Lesen auf ein notwendiges und fast akzeptables Niveau gebracht werden müssen. Vor 50 Jahren gab es so etwas sehr selten, aber heute scheint es Standard zu sein. Wo fehlt es an unseren Schulen, wo fehlt es an Zwängen zu lernen.
Hongkong zeigt uns da ein schlimmes Bild. Jeder will Universitätsabgänger sein, um danach dann als Hilfskraft seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Dort wie auch hier fehlt das Mittelfeld der "Indianer", geführt von den Chiefs, die man bei uns als Handwerksmeister o.ä. sehen könnte.

"zu langsam" für wen?

inzwischen ist es allgemein bekannt, dass Arzt der einzige Mangelberuf unter den "Hochqualifizierten" ist. Ingenieure, Naturwissenschaftler.. Fehlanzeige, die Einzigen, die noch behaupten, dass wir davon mehr brauchen, sind das IWF, und deren Schoßhund VDI. Ingenieure sind heute häufiger unfreiwillig in der Zeitarbeit als noch vor 10 Jahren, häufiger untertariflich bezahlt, häufiger unfreiwillig fachfremd beschäftigt. Naturwissenschaftler haben es oft noch schwerer, die sitzen auf halben Stellen, hangeln sich von Stipendium zu befristetem Job, und bekommen immer häufiger unbezahlte Praktika angeboten.

Bei Geisteswissenschaftlern sind diese schon immer die Regel.

Und weil wir alle wissen, dass der Preis von Angebot und Nachfrage bestimmt wird, fällt es uns auch nicht schwer, zu erkennen, was wirklich knapp ist. Nicht hochgebildete Fachkräfte. Sondern Stellen für hochgebildete Fachkräfte.

Quellen:
ardmediathek.de, Das Märchen vom Fachkräftemangel

Schulreform an Schulreform?

Schulreform nach Kassenlage und die falschen Leute am falschen Platz, das ist das Credo der Schulpolitik und Lehrersiminare!
Wer die Berichte aus diesen Seminaren ernst nimmt, kommt ins Grübeln, welche Charakter dort gefördert und welche ausgesiebt werden.
Nicht ständige Schulreformen, sondern die grundlegende Reform der Lehrerausbildung ist angesagt.
An die Schulen gehören Lehrer die Menschen, Kinder und Jugendliche mögen und in ihrer Wissbegier ernst nehmen. Die sich nicht hinter ihrer "pädagogischen Ausbildung" verstecken, sondern wissen was Didaktik ist und wie man Lernende damit erreicht.
Unser System ist grundsätzlich gut, die Lehrerschaft ist aber zum einen völlig überfordert mit überfüllten Klassen, zum andern lustlos. Nur 10% der Lehrer schaffen es die Schüler zu erreichen und - werden von den 90% als nicht normal angesehen.
Hin zukommt das ständige politische Gerede von Wirtschaftskrisen und Fachkräften aus dem Ausland - wie soll da ein Schüler motiviert sein!?

Persönlicher Blick eines Studenten

Kurzgefasst:
Ja, der Bericht stimmt - es könnten mehr sein, etwa 50% würden nicht schaden.
Ja, die Herkunft (bei mir aus Armut) hat MASSIV Einfluss auf den Bildungsweg. Leider. Wo bleibt der Wandel?
Auch Ja: Die Bildung generell muss sich dringend und umfangreich (!) reformieren bzw. endlich NEU aufbauen.
Auch Ja: Deutsche Fachkräfte auch ohne Studium sind brauchbare Leute.
Besonders Ja: Zuviele Menschen arbeiten weit unterhalb ihrer Qualifikation bw. mit Vergütung weit unterhalb ihrer Qualifikation.
Die Idee von Phonomatic, auch "älteren" ein Studium zu ermöglichen finde ich gut, wobei ich selbst "nur" 27 bin und damit Bafög erhalten.

Fazit:
Wir müssen eine neue Bildungslandschaft aufbauen. Bessere, längere Bildung mit erheblicher besserer Finanzierung und freiem Zugang zum Studium OHNE Armutsbeschränkung. Weniger "Bulemie"-Kurse an Uni´s, mehr moderne Erkenntnisse (Pädagogik, Didaktik, Psychologie) in Schulen.

Und: Mehr und gerechtere Vergütung für Fachleute jeden Abschlusses!

Wer will klagen ? Die Statistik ist der heutigen ...

Zeit angepasst.

Früher -als die Amerikaner zum Mond flogen- kam die Bildungsoffensive in den Schulen an.
Im Fernsehen erklärte Prof. Haber die Welt der Naturwissenschaften und Grzimek die Welt der Tiere. Jeder ging mit Brottasche zur Schule und kam man nach Haus hatte Muttern frisch gekocht.

Today:
Das Unterschichten-'Bildungsfernsehen' lullt und lallt den ganzen Tag. Für die Schule gibt es einen 'Pausenschnack' aus Zucker mit auf den Weg. Und kaum zu Hause geht es ab in die amerikanische Botschaft zu McD...

Was erwarten wir ?

Wir können froh sein, daß noch nicht alle verblödet sind. Auf gutem Wege san ma ...

Wobei, wenn ich es mir recht überlege ...

Das Abi von vor 35 Jahren ist bis heute auch zu weich gespült worden.

Und würde die einzige Frage lauten:
Wie heisst der aktuelle Bundespräsident mit vollem Namen bin ich sicher, daß eine nicht unerhebliche Zahl der Prüflinge durchfallen würde.

warum hochbilden?

Ein sogenannter Hochgebildeter verdient also im Durchschnitt 74% mehr als Leute mit maximal einer Ausbildung.

In der ersten Gruppe sind also vom Topmanager über Banker und Anwälte bis zum (oft selbstständigen) Handwerksmeister.

In der zweiten Gruppe Leute mit Ausbildung, Leute ohne Ausbildung, Schulabbrecher.

da wundern mich die 74% nicht weiter.

Was, wenn wir die Statistik mal um Intelligenz und investierte Zeit bereinigen, also für gleich intelligente und arbeitsbereite Leute vergleichen, ob sich eine akademische Laufbahn lohnt. Dann sieht das, fürchte ich, ganz anders aus.

Wer die gleiche Energie in eine Ausbildung zum Facharbeiter steckt, die andere in einen mittelmäßigen Bachelorabschluss der Ingenieurswissenschaften verbraten, sollte locker ein Topzeugnis mit Sternchen erreichen. Damit kommt er zum Daimler, während der mittelmäßige Bachelor nur noch beim Krauter unterkommt. Dreimal dürft ihr raten, wer mehr verdient, und weniger arbeiten muss. Genau

"Hoffentlich lässt sich die

"Hoffentlich lässt sich die Bildungspolitik in Deutschland nicht von der Jagd nach immer mehr Bildungsabschlüssen beeinflussen."

Aber das tut sie doch schon längst. Die gesamte Bildungspolitik ist mittlerweile darauf ausgerichtet.

OECD...ein leidiges Thema

Seit Jahrzehnten bekommt es die OECD nicht auf die Reihe, auch andere Arten von Abschlüssen einzubeziehen.

Es werden rein formale Hochschulabschlüsse angeschaut. In D, CH, A und teilw. in nordeurop. Staaten gibt es aber so etwas wie eine Berufslehre, einen Meister und weitere berufliche Weiterbildungsangebote, die hier immer vollkommen unter den Tisch fallen.

Was hat man von einem Bachelor in Wirtschaft, wenn man dann zwar theoretisch aufgepumpt, aber praktisch zu nichts fähig ist ?

Was in D noch stärker wie in der CH angegangen werden muss, ist die Durchlässigkeit von der Seite Berufslehre zur Hochschule. In der CH kann man beispielsweise über sog. Passarellen in ein Hochschulstudium einsteigen. Es gibt auch eine Berufsmatura (in versch. Ausprägungen).

Aber nochmal: Ich denke nicht, dass es D besser gehen wird, wenn einfach mal auf Teufel komm raus die Studentenquote erhöht wird.

Und: Wo geht es bei der OECD um QUALITÄT ???

Qualität der Bildung

Wer Qualität der Bildung will, muss auch bereit sein Geld dafür in die Hand zu nehmen. Doch bisher landen die Milliarden in der Hand von Bänkern und Zockern eines weitgehend deregulierten Bankensystems statt in einem guten Schulsystem!
Für ne Groschen kann man nicht Caruso singen hören!
An Schulen gehören die besten Lehrer, die man kriegen kann, die Klassen sind auf höchsten 15 Kinder/Jugendlich zu reduzieren!
Der Stoff ist dedaktisch dem Inhalt und dem Können aufzubereiten. Nachbesprechungen von Stoff und Klasenarbeiten müssen auf zu schließende Lücken hinweisen und die Lehrer-Schüler-Kommunikation über das Notenverteilen ersetzen. Die Forschung über das Lernen ist weit fortgeschritten, doch umgesetzt wird davon so gut wie nichts.
Es gibt etlichen Verbesserungsbedarf in der Qualität der Lehre - doch unsere Politker werden sicher mal wieder das Reformzepter schwingen, und mit politischer Aktivität, die geistige Windstille im deutschen Schulwesen ersetzen.

@Phonomatic 12:39

Genauso sehe ich es auch. Wer kann und möchte sollte bis ins hohe Alter die möglichkeit haben.
Abgesehen davon der Titel eines Uni Abschluß sagt noch garnichts über die Qualität an sich aus. In der USA wenn du nicht gerade in den Elite Unis bist sind die Ausstattungen der Normalos dürftig, und der Lehrplan ebenso. Deutschland dagegen Leidet oft unter Welt-u. Praxisfernen Studium und Total Überfüllten Lehrsälen. In Asiatischen Ländern wird oft Sturres Pauken bis zur Erschöpfung betrieben. Man muss die Gesamt Ökonomische Entwicklung eines Landes Betrachten, das sagt mehr aus als eine einfache Statistik.

Antwort: Wer will klagen?

Kann das nur bestätigen.
Wer selber in Prüfungsausschüssen sitzt, weiß ein Lied darüber zu singen!
Leider ist es anathomisch schwer möglich die Beine über dem Kopf zusammen zu schlagen - Arme und Hände reichen da nämlich nicht mehr aus - was da unter der Flagge Abitur aber auch FH-Studium oder Uni geboten wird.
In ein paar Jahren sind wir mit diesem Klientel auf dem letzten Platz.
Die Wirtschaft täte gut daran das Modell der Berufsakademien und privaten Hochschulen zu fördern - denn der öffentliche Bildungssektor folgt dem öffentlichen Haushalt und der steht auf "Sparkurs" , auch in der Bildung!

Qualität der Bildung

Wer Qualität der Bildung will, muss auch bereit sein Geld dafür in die Hand zu nehmen. Doch bisher landen die Milliarden in der Hand von Bänkern und Zockern eines weitgehend deregulierten Bankensystems statt in einem guten Schulsystem!
Für ne Groschen kann man nicht Caruso singen hören!
An Schulen gehören die besten Lehrer, die man kriegen kann, die Klassen sind auf höchsten 15 Kinder/Jugendlich zu reduzieren!
Der Stoff ist dedaktisch dem Inhalt und dem Können aufzubereiten. Nachbesprechungen von Stoff und Klasenarbeiten müssen auf zu schließende Lücken hinweisen und die Lehrer-Schüler-Kommunikation über das Notenverteilen ersetzen. Die Forschung über das Lernen ist weit fortgeschritten, doch umgesetzt wird davon so gut wie nichts.
Es gibt etlichen Verbesserungsbedarf in der Qualität der Lehre - doch unsere Politker werden sicher mal wieder das Reformzepter schwingen, und mit politischer Aktivität, die geistige Windstille im deutschen Schulwesen ersetzen.

Tolle Statistik

Eigentlich sind die Hochschulabsolventen, die solche Statistiken ins Leben gerufen haben, der Beweis dafür, dass es nicht unbedingt auf den Abschluss, sondern den Verstand ankommt. Wie kann man Abschlüsse miteinander vergleichen, die kaum gleichwertig sind bzw. kein Vergleichsabschluss gibt? Wenn Erzieher in einem Land studieren müssen und ihn in einem anderen Land "nur" erlernen müssen. Und auch ein Handwerksbetrieb der nur aus Meistern besteht, wird kaum funktionieren.

Die Quote der Abiturienten hat zugenommen. Meines Erachtens allerdings vor allem dadurch, dass man das Niveau gesenkt hat. Ich habe zumindest zu meiner Studienzeit nicht vernommen, dass die Universitäten sich so stark über das geringe Niveau ihrer Studienanfänger beklagt habe. Und ich kann die Kritik nachvollziehen, da ich auch teilweise schockiert darüber bin, wer mittlerweile alles ein Abitur bekommt. Und wie @frosthorn schon geschrieben hat, schadet man damit eher den wahren Hoffnungsträgern.

um 12:55 von zylix

"Und wieso wird uns dann immer wieder eingetrichtert, dass es viel zu viele Studenten gibt?"

weil unterschiedliche leute unterschiedlicher meinung sind.
die osze geht halt von den wirtschaftlichen erfordernissen aus.
andere von ihrem persöhnlichen umfeld wo studierte v.a. als besserwisser und lebensferne trottel gelten und "student" ein schimpfwort ist.

der mangel an freiwilligen im ständischen handwerkssysthem das nur aus populismusgründen die leibeigenenbefreiung überlebt hatt wird daher auch nicht auf die unatraktivität des angebotes sondern die "verblödung" des nachwuchses zurückgeführt der man am besten mit universitätsschliessungen begegnen würde.

@bittere Pille - Die Entscheidung muss frei sein

"Wer die gleiche Energie in eine Ausbildung zum Facharbeiter steckt, die andere in einen mittelmäßigen Bachelorabschluss der Ingenieurswissenschaften verbraten, sollte locker ein Topzeugnis mit Sternchen erreichen. "

Es mag für viele sinnvoller sein statt eines Studiums eine Ausbildung zu beginnen, eventuell sind sogar die Chancen einen bestimmten Verdienst zu erzielen größer.

Wobei die wenigsten es tatsächlich zum Meister schaffen, und wenn dann dauert es doch einen erheblichen Zeitraum, wer seine Ausbildung abschliesst kann froh sein überhaupt einen unbefristeten Vertrag zu bekommen, in vielen Sparten eher die Ausnahme.

Für den einen mag das Studium richtig sein, anderen sind besser mit einer Ausbildung dran -in jedem Fall sollte aber immer noch die Entscheidung des Betreffenden selbst sein, wenn jemand studieren möchte sollte nicht die soziale Herkunft darüber entscheiden ob dies möglich ist oder nicht.

@ adagiobarber

genau, die Jugend von heute... liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.

(Sokrates, 469 - 399 v. Chr)

Diese Sorgen, dass wir verrohen und verblöden gibt es ja nicht erst seit gestern. Die traurige Wahrheit: Die Menschheit war schon immer so. Nur ist die Erinnerung an die eigene Jugend immer etwas schöner als die Realität. Ob die heutige Jugend tatsächlich blöder sein kann als Generationen, die sich kurz hintereinander in zwei Weltkriege haben führen lassen, oder solche, die den Frauen Wahlrecht und Führerschein verweigert haben, lasse ich mal dahingestellt.

*Dass* unser Bildungssystem aber verbessert gehört, ist trotzdem unzweifelhaft richtig.

Kann ich bestätigen

Einfache Rechenaufgabe: Gegeben sei eine Grenze von 400 km mit 50 Grenzübergängen. Wieviele Grenzübergängen müssen beobachtet werden, um die Grenze komplett zu überwachen? Hier im Forum glaubt etwa die Hälfte, man würde mit zweien auskommen. Wirklich niedriges Niveau.

@tobeorwhat

Nicht nur muß man bereit sein Geld in die Hand zu nehmen, sondern man sollte auch über die Art und Weise der Bildung KRITISCH nachdenken. So sehr wie in unseren Gymnasien schon Wert auf "Pow....oint"-Präsentationen anstelle von gutem Inhalt gelegt wird UND wie sehr Hausaufgaben über den bequemen Weg "Internet" gestellt und gelöst werden, muß man sich nach der Qualifikation des Personals das die Lehrpläne UND die Hausaufgaben erstellt fragen.

Abgesehen davon sind wir inzwischen eine Nation von extremer Faulheit und außerschulische Aktivitäten kann man sich kaum noch leisten ... entweder finanziell ODER weil unsere Kinder acht Stunden in der Schule sind und keine Zeit dafür haben bzw. zu fertig vom Schultag sind.

- verkürztes Abi WEG
- Smart boards WEG
- Vorträge statt Präsentationen
- lernen aus Büchern/Büchereien statt Internet

Lasst die Kinder es auf dem UMSTÄNDLICHEN WEG (Bücher) lernen, denn da müssen sie IHR GEHIRN BETÄTIGEN und nicht einfach vom Internet abschreiben.

Und täglich grüßt das Murmeltier

Mit diesen wiederkehrenden OECD-Bildungsberichten kann man sinnvollerweise nur eines machen: ignorieren. Jedes Jahr dasselbe.

Deutschland wird beharrlich mit Ländern verglichen, wo jede qulifizierte Ausbildung als akademischer Abschluss zelebriert wird. Beispielsweise Medizinisch Technische Assistenten; wer auf eine Fachschule geht ist anschließend Akademiker.

So einen Quatsch dürfen wir uns nicht einreden lassen. Man sieht es ja am Bologna-Prozess, einem ersten Schritt in Richtung OECD-Einheitssauce. Gut strukturierte und einschätzbare Studiengänge wurden derartig verwässsert und verquirlt, dass ein Abschluss mittlerweile alles (oder nichts) bedeuten kann.

Also liebe Medien, die nächste OECD-Meldung bitte ohne Aufhebens in den Randnotitzen parken.

Die Schwarze Null regiert das deutsche Bildungssystem

und produziert entsprechenden Output.

Zwei scheinbar unzusammenhängende Tagesmeldungen, die sich offensichtlich gut
ergänzen?

Schlimme Jugendliche ?

Die jugendlichen sind in etwa genauso schlimm wie alle Generationen vor Ihnen, wahrscheinlich wäre es auch verwunderlich, wenn sich das mal drehen würde.

Aber leider liegt mittlerweile eine Crux in der Förderung und fordern der Jugendlichen. Mit der Erziehung sind viele überfordert, und die Förderung im Schulsystem funktioniert nach dem Minimalprinzip: lieber die Leistungsanforderungen herunterschrauben als mehr Individuell fördern. Es könnte ja Geld kosten.

Deswegen geht auch das Leistungsnivaue in allen Schulformen runter. Es wundert daher nicht, dass Kinder im Bildungsabschluss kaum höher kommen als ihre Eltern. Eltern können maximal das zuhause fördern, was sie selbst mal gelernt haben. Und teuere Nachhilfe kann sich nicht jeder leisten. Und nicht jeder Jugendliche aushalten.

Allerdings folgen die meisten Veratwortlichen in Bildung und Erziehung dem Homer-Simpson-Wahlslogan: Kann das nicht jemand anderes machen?

Unglaublich, liebe Tagesschau-Redaktion...

Seit mehr als zehn Jahren ist weitläufig bekannt, dass die deutsche Mittelschicht schwindet. Diese Erkenntnis ist daher alles andere als neu. Ich bin in der Tat erstaunt, wie deutsche Medien regelmäßig bei der Veröffentlichung solcher Berichte in großes Staunen kommen.
Wieso arbeiten Jounalisten eigentlich nicht mehr investigativ und recherchieren beispielsweise nach der Ursache? Wer forciert diesen Zusatnd bewusst und wieso? Es ist doch offensichtlich, dass diese Entwicklung in Deutschland von den Volksparteien politisch gewollt ist.

Beste Voraussetzungen in Deutschland

Ich lebe seit 14 Jahren in Michigan und soweit ich das beurteilen kann, hat Deutschland eins der besten Bildungssysteme. Ich habe den Kindern von Freunden bei den Hausaufgaben geholfen und dachte ich waere im falschen Film als ich diese multiple choice tests im 9. Schuljahr zu sehen bekam. Ich bin zwar schon seit einigen Jahren aus der Schule, aber das kann ich mir an Deutschlands Schulen nicht vorstellen. Wenn ich dann so sehe was hierzulande (USA) so mit Bachelor's und Master's degree bewaffnet durch die Gegend laeuft dann wird mir manchmal Angst und Bange. Ich lasse auf die duale Berufsausbildung, das deutsche Abitur, die (Fach-)Hochschulausbildung zum Ingenieur, etc. und die Vielzahl der Weiterbildungsmoeglichkeiten nichts kommen.
Sie koennen ja mal in der Amerikanischen Highschool nach dem grossen Latinum suchen! Viel Glueck dabei!
Ich wuerde diese Studie der Bildungssysteme als sehr oberflaechlich einstufen!

@ XZane

ich weiß ja nicht, was Sie studieren, es ist hoffentlich nicht BWL. Überdenken Sie Ihre Forderungen noch mal gründlich.

"es könnten mehr sein, etwa 50% würden nicht schaden" bedeutet, Sie wollen das Angebot an Akademikern erhöhen.

Gehen wir mal davon aus, dass die Nachfrage eher gleich bleibt. Dann frage ich mich, äh, Sie: Seit wann führt eine Erhöhung des Angebotes bei gleichbleibender Nachfrage zu -

"Mehr und gerechtere(r) Vergütung für Fachleute jeden Abschlusses"?

Sinnlose OECD Feststellung

Diese Feststellung das in Deutschland weniger Menschen einen Hochschulabschluss haben ist in etwa so richtig und sinnfrei wie die Feststellung das Menschen in fernost im Schnitt etwas kleiner sind und deshalb mehr Wachstum da und Zurückhaltung bei uns fordert.

Es ist schon heute so das der Fachkräftemangel herbeigeredet ist, bzw. die nötigen Kräfte nicht ordentlich bezahlt und angestellt werden, zumindest bei den Akademikern. Zum Beispiel wird seit Jahren behauptet es fehle an Lehrern, es werden aber tatsächlich nur so viele eingestellt wie sich die jeweiligen Landesregierungen leisten wollen bzw. können.

Deutschland ist gott sei dank ein Land mit relativ viel Industriearbeitsplätzen. Dafür braucht man aber kein drittel Akademiker sondern Facharbeiter.

Die Nachfrage kann man ja schon an den Löhnen Ablesen, ein Facharbeiter bei der richtigen Firma steht im Verdienst den meisten Akademikern in nichts nach und hat normalerweise schon 5 Jahre früher angefangen richtig Geld zu verdienen.

Auch in der größten Hitze der Debatte ...

sollten wir uns gelegentlich gelegentlich an die TS Richtlinien erinnern, die u.a. folgendes besagen:
Wir bieten Ihnen eine Plattform für sachliche und konstruktive Diskussionen;
verzichten Sie auf persönliche Angriffe und Provokationen; Kommentare, die ehrverletzend, beleidigend, ... sind, werden nicht freigeschaltet: fragen Sie sich: Habe ich den richtigen Ton getroffen?
Denken wir nochmal nach über Sätze wie diese:
12:58 von Pilz: "die vermeintlich Besten der Besten (sind) zu intellektuell, arrogant und abgehoben"
13:03 von musenalmanach: "die ganzen jungen BA'ler: Nach 6 Semestern gerade mal einen Abschluss erworben, aber von nichts eine Ahnung"
13:12 tobeorwhat: "Nur 10% der Lehrer schaffen es die Schüler zu erreichen und - werden von den 90% als nicht normal angesehen"
Leider sind das keine Ausnahmen, aber zielführend ist dieser Ton m.e. nicht.

Diplom-Zeitungsleser

Physik-Nobelpreisträger Richard Feynman hat sich mal über den Wahn aufgeregt, jede Ausbildung gleich zu einem "Studium" zu erklären. Das war wohlgemerkt in den USA, bevor die Flut immer neuer Schmalspur-Studiengänge und die Bachelor-Welle auch über D gerollt sind.

Ein akademisches Studium darf ruhig die Ausnahme sein! Eine gute Ausbildung sollte einem nicht hinterher geworfen werden, und tolle Titel ohne Substanz braucht keiner.

@ frosthorn

"... die Hochschulen geflutet werden von Studenten, für die die liebe Herkunftsfamilie zwar einen akademischen Grad vorgesehen hat, die aber damit überfordert sind. Die Chancen für hochbegabten Nachwuchs aus sozial schwachen Verhältnissen sind lausiger denn je."

Was könnte man dagegen tun?

völlig nichtssagende Statistik

Und wieder wird in den Medien so getan, als ob eine mit einem bestimmten Ziel verfasste Statistik, die gewünschte Forderung auch wirklich nahelegen würde.
Wenn dies so wäre, müsste Spanien uns ja wirtschaftlich überflügeln.
Die Inflation der tertiären Bildungsabschlüsse ist bedeutungslos. Es ist schön, wenn man einen Hochschulabschluss in "angewandte Esoterik" erwerben kann. Über die Wirtschaftskraft eines Landes sagt die Zahl der Hochschulabschlüsse überhaupt nichts aus. Deutschland steht wirtschaftlich so gut da, weil wir ein hervorragendes duales Ausbildungssystem haben. Andere Länder beneiden uns um die betriebliche Ausbildung, die sie in der Form nicht kennen. Unsere unfähigen Politiker sind nun aber gerade dabei, jedem Schüler das Abitur zu verleihen und einzureden, man bräuchte einen Hochschulabschluss. Die hohe Zahl der Studienabbrecher zeigt deutlich, dass dem nicht so ist. Unsere Betriebe brauchen gut ausgebildete Gesellen, keine billig bachelors.

Vorsicht mit falschen Idealen

Vielleicht ist es gerade das Geheimnis der deutschen Wirtschaft, dass es auch ausgezeichnete Facharbeiter gibt, die hoch geschätzt sind und durchaus dem Bildungsbürgertum angehören können?

Das deutsche Duale System der Berufsausbildung ist selbst ein Exportschlager - wir sollten jetzt jungen Leuten nicht das Gefühl geben, dass nur ein Uni-Abschluss zählt. Und wir sollten stärker auf berufsorientierte Master-Studiengänge orientieren, die keine Wissenschaftler hervorbringen, sondern Meister ihres Berufes.

Frage: Wer ist eigentlich im anglo-amerikanischen Bildungsgebiet auf die Idee gekommen, die Berufsabschlüsse "Meister" und "Geselle" für Hochschulabschlüsse zu verwenden?
Jetzt kommen sie zu uns als Master und Bachelor - Degrees zurück und wir sind damit in der Deffensive unser duales System der Berufsbildung in English zu erklären....

@bitterepille - Etwas getrennter betrachten

Zunächst einmal sind Einkommensgefüge in DL, Niveau und auch Verteilung der Bildungsabschlüsse voneinander getrennt zu betrachten, dies war auch mein Anliegen.

Eine höhere Quote von Akademischen Abschlüssen, die sowohl Theoretisches Wissen eines Gebietes (sei es BWL, Kommunikation oder Sozialwissenschaften etc.pp.) als auch praktische Bezüge (und nicht nur ausschließlich "wirtschaftliche Praxis"!) kombiniert, wird von mir forciert gewünscht. Es spricht nichts gegen eine lebenslange Weiterbildung, eine Krankenschwester kann jederzeit erweiterte Kenntnisse sammeln. Es schadet weder ihr, noch ihrer Arbeit oder der Gesellschaft, wie sie zugeben müssen.
Und ein Maurer, der nach 20 Jahren Berufserfahrung wirtschaftliche Kalkulation beherrscht ist auch nicht unbrauchbar, zumal er seinen belastenden Beruf nur noch begrenzt lange ausführen kann.

Die Nachfrage an Maurern, Krankenschwestern und Verkäufern sinkt auch nicht, nur weil diese erweiterte Kenntnisse sammeln. Ich sehe da eher Vorteile

@bitterepille, die Doku war echt aufschlussreich

"inzwischen ist es allgemein bekannt, dass Arzt der einzige Mangelberuf unter den "Hochqualifizierten" ist."

Dann sollten sie Umziehen, wenn ich rausgehe und nur 500 Meter laufe ist in jedem 3 Hauseingang ein spezial Arzt, ab und an noch ein Rechtsanwalt und irgendwo noch ein paar Vermögens- und Steuerberatungen...

Aber die Ärzte scheinen nur 10-20 Stunden die Woche geöffnet zu haben. Wer kann schon von 10 Stunden die Woche leben, was machen die eigentlich den ganzen Tag.

Der Grund warum der "Preis" für diese Berufsgruppen so hoch ist; sie sind in einer Position die Gesellschaft in Geiselhaft zu nehmen und für ihre Tätigkeit Fantasiepreise zu verlangen.
Besonders evident ist das bei Ärzten da heißt es einmal im Jahr "Geld oder Leben". Sie sagen es bloß anders, oder lassen es auf ihren jährlichen Demos von bezahlten Studenten sagen.

Auch die Juristen sind in so einer Position. Da die Gesetze so kompliziert sind das man dafür auf "Profies" angewiesen ist.

Zitat von Maverick_x12, 12:58 Uhr:

"...Die Qualität der Hochschulen nimmt immer mehr ab. Mittlerweile darf man als sogar mit Meisterausbildung an einer Hochschule studieren...."

Diejenigen, die eine Meisterausbildung abgeschlossen haben sind meiner Meinung nach viel eher für ein Studium qualifiziert, als diejenigen, die "irgendwie" Abitur gemacht haben. ( Wenngleich es mir ein Greuel ist, daß heute jemand schon vor Ende der Lehre mit der Meisterausbildung anfangen kann. Früher musste man 25 sein, um die Meisterprüfung ablegen zu können, das machte auch Sinn => Berufserfahrung ! )

Denn die Meister haben schon PRAXIS-Erfahrung und wissen, was es heisst, für Geld arbeiten zu müssen !
Außerdem wissen sie, was es heisst, Anweisungen zu empfangen ( und ausführen zu müssen ) statt nur welche zu geben.
Und sie wissen auch, daß es sich oft lohnt, auf Meinungen von Untergebenen zu achten und deren Wissen und Qualifikationen mit in den Arbeitsprozess einzubinden !

schon vor der Neuerungen mit

schon vor der Neuerungen mit erschwerten Studiengebühren war es verdammt schwer, zu studieren. Es liegt an der Ordnungswütigkeit hierzulande und dadurch geprägten Studienbedingungen.

Andererseits an einem regelrecht implantierten Fakt, dass die Bildung schon in der Hauptschule Krücken und Stolpersteine in den Weg schmeisst. Wenn eine Ordnungswütigkeit derart zugenommen hat wie in Deutschland, ist das ein enormes Problem. Das liegt auch an den existenziellen Bedingungen. Es gibt kaum eine Möglichkeit, eine Richtungsänderung des "Schicksals" vorzunehmen. Sofort muss man sich entscheiden und hängt man einmal in der Arge oder sonstwo in einem Beruf, bleibt einfach kaum noch tatsächliche Zeit, sich mal umzuschauen. Da gehört schon viel Willen hinzu.

Aber seit Implantierung der Studiengebühren ist Studieren NUR noch was für Reiche (Leute mit reichen Eltern). Oder jenen Automaten, die zugleich jobben und lernen können, das sind nicht viele "Talente".

Was nutzt es...

...wenn jeder studiert ders auch könnte?Sollen dann später die Dr.Dr.Prof´s dieser Welt die Klempnerarbeiten in meinem Heim verrichten?
Diese Aussage hier kann ich irgendwie auch nicht glauben..."Im Jahr 2012 verdienten dem Bericht zufolge in Deutschland Hochqualifizierte 74 Prozent mehr als Erwerbstätige, die nach der Schule weder zur Universität noch zur Fachhochschule oder in einen Meisterkurs gegangen seien."Da müßte man mal schauen in welchem Kontext diese Aussage steht,denn es mag durchaus sein das einige 75% mehr bekamen aber dieses Aussage ist total wischiwaschi,denn es gibt genügend Bereiche wo studierte zb. wenn sie dann anfangen weniger bekommen als eine Fachkraft die 10-20 Jahre Berufserfahrung hat und vielleicht "nur" Mittlere Reife.Hier wird auch nicht angemerkt das es firmeninterne Qualifikationen gibt die durchaus einiges an Lohn ausmachen.

@Freewheelin Franklin 14:45

"... die Hochschulen geflutet werden von Studenten, für die die liebe Herkunftsfamilie zwar einen akademischen Grad vorgesehen hat, die aber damit überfordert sind. Die Chancen für hochbegabten Nachwuchs aus sozial schwachen Verhältnissen sind lausiger denn je."Was könnte man dagegen tun?
Ein paar Vorschläge:
1. Die Abschlüsse der allgemeinbildenden Schulen (vor allem der Gymnasien) wieder auf ein Niveau bringen, auf das sie gehören. Für ein Studium ist nun mal eine gewisse intellektuelle Kapazität Voraussetzung, über die nicht jeder verfügt, schon gar nicht auf jedem Gebiet.
2. Die Arbeitgeber sollen ihre Anforderungen an die (formalen) Qualifikationen auf ein realistisches Maß beschränken. Ein Bankkaufmann braucht kein Abitur, ein technischer Zeichner muß keinen Maschinenbau studiert haben, ein Mediengestalter kein Graphikdesign.
Erst dann werden auch 3. Eltern und Lehrer aufhören, den Kindern einzureden, dass sie nur mit akademischen Abschluß Chancen im Leben hätten.

@12:51 von frosthorn ich war

@12:51 von frosthorn
ich war 5 Jahre an der Uni, (kam nie weiter), und habe in einer WG mit Statistik-Studenten gelebt, und kann ihre Aussage auch aufgrund meines allgemeinen Eindrucks voll bestätigen. Es sind typische Familienbilder, die man da vor Augen bekommt.

Und die besseren (wo man meint, die schaffen es locker), bleiben "Fachidioten", denen man nicht viel Verantwortung zuschreiben kann. Die bekommen dann Jobs, wo viel über das entschieden wird, was die Geschicke unseres ganzen Landes betreffen. Die mit Gewissen und Eigenständigkeit, haben irgendwo ein Manko mit dem Auswendiglernen. Und schaffen es selten.

Die entscheidende Aussage der Studie

Es mag sein das es hier weniger Akademiker gibt als anderswo. Und wie viele Foristen schon richtig anmerken das ist unserem Wohlstand nicht abträglich, eher im Gegenteil. Das traurige ist eher die Frage der Sozialen Mobilität. Wenn die Verteilung seine Berechtigung hätte, würde es ja bedeuten das nur Akademiker Kinder haben die selbst fähig genug sind zu Studieren, die anderen müssten demnach zu dumm geboren sein. Das ist aber offensichtlich Schwachsinn, wird aber leider politisch flankiert.
Das tragische ist das bereits in der Sekundarstufe ein drittel abgehängt wird, weil man unbedingt will das nach 9 bzw. 10 Jahren ein erster Abschluss feststeht der ein Studium ausschließt. Dann weiter einen höheren Abschluss zu machen ist vielen Elternhäusern finanziell schon nicht mehr zuzumuten und selbst die Arbeitsagenturen stellen sich quer und verlangen das Kinder solcher Elternhäuser die in der Lage wären Abi zu machen lieber Arbeiten sollen, das finde ich schlimm.

@ Bill Hicks

das kommt ein bisschen darauf an, welchen Arzt man sucht, und wo man wohnt.

Zahnärzte findet man im Überfluss, ich musste seit Jahren nie länger als zwei Werktage auf einen Zahnarzttermin warten.

Hautärzte, Kardiologen, Psychiater und Orthopäden... nicht so sehr. Schon gar nicht abseits der großen Städte. Ich bin mit einem Hautarzt befreundet, der 70h/Woche arbeitet, und trotzdem 4 Wochen Wartezeit auf einen Termin hat.

Die Knappheit der Ärzte lässt sich allerdings nicht so sehr am Preis ablesen, der ist ja von den Krankenkassen vorgegeben. Wohl aber an den Wartezeiten, und auch daran, dass es sich in bestimmten Regionen sehr lohnen kann, auf die Kassenarztzulasung zu pfeifen, weil man seine Praxis auch mit Privatpatienten vollbekommt.

Die Negativ-Ergebnisse der Pisa-Studie ...

..sind nunmehr noch eklatanter erkennbar!

Anmerkungen

@Germaneinmi:
Ich teile Ihre Meinung, dass das deutsche Bildungssystem eines der besseren ist, auch wenn es noch besser sein könnte. Und der wirtschaftliche Erfolg zeigt auch, dass die Trennung zwischen akademischer Laufbahn und handwerklicher Tätigkeit/Ausbildung sinnvoll ist, da man in beiden Bereichen gut sein muss. Und insbesondere das Ausbildungskonzept gibt es in anderen Ländern kaum bzw. wird gerade erst begonnen.

@Darkdepths
Ich gebe Ihnen insofern recht, dass die Jugend wahrscheinlich nicht viel schlimmer ist als früher. Allerdings sind die Ansprüche geringer geworden, wodurch zum einen die Notwendigkeit sich hinzusetzen und sich etwas zu erarbeiten geringer ist und irgendwann dann doch Probleme auftauchen, weil die Basis fehlt. Nur so ist zu erklären, dass mehr Jugendliche als früher ein Abitur bekommen und sich die Unis (zumindest meines Erachtens) mehr denn je über das Niveau von Studienanfängern beklagen.

ein ehemaliger kollege von mir

sucht vergeblich in deutschland nach einem job.

er hat bachelor und master degree im ingenieuer wesen, spricht deutsch, english, franzoesisch, etwas arabisch und chinesisch, hat ueber 15 jahre berufs erfahrung im internationalen ausland.

man sagt ihm staendig er sei ueberqualifiziert. seine stellensuche erfordert ausdauer und bringt unverstaendnis ueber den hiesigen arbeitsmarkt.

gluecklich ist er damit nicht.

wenn ,.,,

man die winterkorns mit reinrechnet kommen die studierten bestimmt auf 74% mehr...
die doktoren die taxifahren oder hartz 4 beziehen kommen natürlich in keine statistik...das würde die statistik ja stören...

Stimmt auch

Ich konnte mir leider kein Vollzeit Studium leisten, habe daher Ausbildung und danach ein Abendstudium gemacht.

Hät ich mich nur vorher umgehört.
Unseren "echten" Akademikern ist das nämlich ein Dorn im Auge, diese "halbstudierten".
Das ich dafür 6 Jahre Berufserfahrung mehr habe und die ganze Zeit mit Arbeiten / lernen im Wechsel verbracht hab (ich dachte das würde mal als Zeichen von Engagement verstehen) interessiert nicht, ich bekomme quasi bessere Allrounderstellen angeboten.

Was ich damit sagen möchte :)
Wozu hab ich mir den Stress angetan?
Meine Vollzeitstudikollegen haben im entspannten Wechsel gefeiert und gelernt je nachdem ob Klausurenphase war, und kriegen Jobs hinterhergeschmissen in denen sie völlig überfordert sind, weil eben keine oder kaum Praxiserfahrung.

Aber hey, seit dem versteh ich die Entscheidungen der Konzernleitung viel besser!

@ein ehemaliger kollege von mir 15:52 von Uebermorgen

Ich würde ihn sofort einstellen.
Leider fehlt mir der dazugehörige Konzern.
Das Leben ist hart, Glück meist noch flüchtiger.

um 15:18 von Bill Hicks

Kinder, die nach der Mittleren Reife arbeiten gehen müssen, weil sich die Eltern es nicht leisten können, sie zum Gymnasium zu schicken: solche Kinder können Sie in Deutschland mit der Lupe suchen. Die gibt es so gut wie gar nicht.

Es liegt nicht am Geld, es liegt an den Erfahrungen.

In den ärmeren Familien ist ja irgendwas schiefgegangen; Arbeitslosigkeit, Schulden, usw.
Kinder in solchen Familien sehen häufig, wie sich die Eltern beide Beine ausreißen, und trotzdem nicht rauskommen aus der Schuldenfalle; oder wie die Eltern in schlechtbezahlten Jobs feststecken.

Man könnte nun meinen, dass das ein Ansporn sein müsste, selbst mehr zu erreichen, indem man erstmal das Abitur macht. Aber so einfach ist es leider nicht.

Denn ein Studium ist tatsächlich teuer, also sagen sich viele "wozu Abi? Kann eh nicht studieren gehen!", obwohl es doch BAFöG gibt. Und andere resignieren ganz, weil sie schon sehr jung die Überzeugung entwickeln, chancenlos zu sein.

Da liegt das Problem.

@Martin Blank - Relative Zustimmung: "Schicht"=Bildungsfaktor!?

Das von ihnen angegebene Beispiel verkörpere ich - und auch wieder nicht.

Aus (sogar für ost-Verhältnisse) stammender Armut wurde mir schon in der Grundschule der Gang zum Gymnasium verwehrt. Grund: Armut. Denn die Leistung war (mehr als) vorhanden, ebenso die Fähigkeit.
Dem schlechten Bildungsweg folgen Armut, weil man als Jugendlicher nicht mal den Führerschein machen kann, der schon für Ausbildungsplätze vorausgesetzt wird. Dennoch: Irgendwann eine (staatlich aufgezwungene) miserable Ausbildung absolviert, direkt im Anschluss dass Abitur nachgeholt (Danke, dass die Arge nicht ZU SEHR im Weg stand) und irgendwie in einem Studium dank Bafög angekommen. Wenn ich es trotz schlechter Bildung also schaffe, daf ich letztlich Kinder unterrichten (was ich überzeugt, gut mache) und erstmal auf Jahre Bafög abzahlen.
Meine Einstellung war nie das Problem, aber ohne Geld fehlen die Möglichkeiten. Also ein LANGER Weg zum Ziel. Das halten viele nicht aus - verständlicherweise. Änderung ist nötig

Besser wäre es ...

vielleicht Bildung weniger als "Wissens Ansammlung" aufzufassen - es kommt auch bei unseren Kindern nicht darauf an, das sie mehr Faktenwissen ansammeln, sondern darauf, das sie besser denken lernen.
Bildung (auch Herzensbildung / emotionale Intelligenz) tut not, Fakten kennt das Internet, die kann man sich vielleicht besorgen ...
Fleiß, das muss man auch lernen und eine hohe Frustschwelle aufbauen - daran scheinen hier viele (vor allem bildungsfernere Aspiranten) zu scheitern...

Aber vielleicht wird bei der OECD auch der Wert und die Ansprüche unseres dualen Ausbildungssystems unterschätzt ...

... R.

Abi und Studium fuer alle?!

Ist eben fraglich, ob es wirklich im Interesse einer Gesellschaft besteht, dass so ziemlich jeder ein Abi und Hochschulstudium machen kann (der Qualitaet der Ausbildung wird's bestimmt NICHT guttun). In Frankreich zum Beispiel machen stets mehr Junge Abi, um an die Uni zu gehen - denn dann erscheinen sie in keiner Arbeitslosenstatistik..

@ frosthorn : stimme ihrem Kommentar voll zu.

Ich sage nur : Gesamtschulen.
Auf dem Gymnasium (NRW) wo ich früher war , sind die Leute mit mehreren Fünfen auf dem Zeugniss der 10.Klasse "abgegangen" und haben dann auf der Gesamtschule das Abitur mit 2,x gemacht.
Von anderen Schulen habe ich das gleiche gehört wo die "gescheiterten Gymnasiasten" dann auf den Gesamtschulen die Überflieger waren...

In dem Betrieb wo ich arbeite müssen Azubis für Industriekaufmann seit Jahren mindestens die höhere Handelsschule haben....den "älteren" Mitarbeitern bzw. auch die in meinem alter hatte damals Mittlere Reife gereicht.
Sprich : vor 18 Jahren fängt heute keiner mehr im kaufmännischen Berich eine Ausbildung an , von Banken ganz zu schweigen....das ist m.M.n. sehr problematisch , weil sich auf diese Stellen auch immer mehr Leute mit Abitur bewerben.

Positiv ist aber , das man bei uns in NRW auch ohne Abitur unter bestimten Vorraussetzungen an der Uni studieren kann , wenn man eine bestimmte Anzahl von Jahren Berufserfahrung nachweisen kann.

Die Graphik, die den Anteil

Die Graphik, die den Anteil der Menschen mit Hochschulabschluss länderspezifisch aufschlüsselt, kann man getrost in die Tonne treten. Nicht dass ich die Zahlen an sich bezweifeln würde... aber sie sind schlicht irrelevant. Wenn z. B. ein Bildungssystem kaum Alternativen zu universitären Abschlüssen zulässt, ist es ja logisch, dass im betreffenden Land die Quote extrem hoch ist. Abgesehen davon ist ein Hochschulabschluss auch in keinster Weise ein Garant für 'Hochbildung'. Zuerst einmal sollte man eine adäquate Definition von Bildung geben, dann objektive Untersuchungen anstellen, die sich nicht auf formale Elemente, wie Abschlussausweise stützen, sondern auf konkrete Auswirkungen von Bildung. Ich persönlich zweifle sehr, dass in Bezug auf Bildung in den letzten Jahrzehnten ein Fortschritt zu verzeichnen ist.

@hawk

"Ganz einfach: Weil die Angebote der Industrie für andere Berufsausbildungen immer schlechter werden. Da jammert doch immer die Industrie, immer mehr Auszubildenden würden ihren Anforderungen nicht genügen und wollen mehr Abiturienten bekommen"

Nein, wir möchten einfach nur mehr Auszubildende, die wenigstens einen Satz fehlerfrei schreiben und 10% von 100 ausrechnen können. Abitur ist uns sowas von egal, nur dass Abiturienten zumindest die eben genannten Anforderungen in der Regel erfüllen.

@bitterepille

"Was, wenn wir die Statistik mal um Intelligenz und investierte Zeit bereinigen, also für gleich intelligente und arbeitsbereite Leute vergleichen, ob sich eine akademische Laufbahn lohnt. Dann sieht das, fürchte ich, ganz anders aus."

Das mit der Intelligenz lasse ich mal weg, aber der Rest ist interessant: Ich verdiene ca. den doppelten Stundensatz (bezogen auf die Tarifarbeitszeit) meiner Mitarbeiterin. Meine Mitarbeiter werden alle gut nach IG Metall Tarif bezahlt. Meine Mitarbeiter sind in der Zeiterfassung, d.h. alles über 37,5 Wochenstunden wird mit zusätzlichen freien Tagen ausgeglichen. Ich dummerweise bin außertariflich bezahlt und liege im Durchschnitt bei knapp über 60 Wochenstunden, wenn Abwesenheiten durch Dienstreisen berücksichtigt würden noch deutlich mehr. Mein Stundensatz ist also verglichen mit meinen Mitarbeitern gar nicht höher, bezogen auf die tatsächlich geleistete Arbeit. Aufgrund der wesentlich höheren Steuern ist mein Nettostundensatz sogar niedriger.

@Uebermorgen

"er hat bachelor und master degree im ingenieuer wesen, spricht deutsch, english, franzoesisch, etwas arabisch und chinesisch, hat ueber 15 jahre berufs erfahrung im internationalen ausland.

man sagt ihm staendig er sei ueberqualifiziert. seine stellensuche erfordert ausdauer und bringt unverstaendnis ueber den hiesigen arbeitsmarkt.
"

Gibt es ein nationales Ausland?

Spass beiseite: Worauf bewirbt er sich denn, wenn er als Master mit 15 Jahren Berufserfahrung (wann und wo den Master gemacht?) als überqualifiziert gilt? Überqualifiziert ist meiner Ansicht nach eine Ausrede, wenn man die Person aus anderen Gründen nicht will!

AHA!

"...Die OECD verweist darauf, dass in Deutschland der Bildungserfolg eines jungen Menschen nach wie vor eng an seine soziale Herkunft gekoppelt ist, so stark wie in kaum einem anderen Industriestaat. "Gerade für Schüler aus sozial schwachen Familien bleibt das Versprechen Aufstieg durch Bildung häufig in weiter Ferne"......

MOMENT!
Sozial schwach? Eher wirtschaftlich/finanziell schwach!

Aber ist doch kein Problem...

"DEUTSCHLAND GEHT ES GUUUUUT!"

ja nee, is klar....

um 17:25 von Óscar Romero

natürlich geht es um meinungen wenn behauptet wird es gäbe zuviele studenten.
das die oszw eine wissenschaftliche studie vorlegt ist richtig;
aber sie selber wiedersprechen dieser einen satz später wieder weil sie der MEINUNG sind die osze verstehe das hiesige berufsausbildungssysthem nicht.
übrigens basieren auch wissenschaftliche studien auf meinungen; diese sind ausgangspunkt für die zu grunde liegende fragestellung.
da ich eine genze weile meine zeit in jenem miliö das studenten rät "was anständiges zu lernen" verbrachte kann ich ihnen versichern das der vorschlag der universitätsschliessung um in diese richtung zu motivieren eher standard ist.
und zu den wirtschaftlichen erfordernissen; ob in der fabrik, auf dem bau oder beim echten bäcker ist eine höhere bildung auf grund der andersartigkeit des ansatzes (in der haupt und realschule gibt es, im gegensatz zu realität, noch "richtige" antworten) etwas was die zur konkurenzfähigkeit notwendige produktivität eigentlich erfordert.

Ellenbogengesellschaft

Ich möchte behaupten, dass das Establishment seine Interessen gut verteidigen / durchsetzen kann. Als logische Konsequenz haben nicht nur "noch immer vergleichsweise wenige Menschen einen Abschluss", sondern dieser Abstand wird relativ zu anderen Ländern gesehen sogar noch zunehmen. Genauso wie die Unterschiede in Deutschland (regional und sozial). Hinzu kommt, dass die meisten neuen "akademischen" Abschlüsse wie z.B. Bachelor oder diverse Privatuniabschlüsse gar kein akademisches Profil aufweisen, also nicht zum selbständigen wissenschaftlichen Arbeiten befähigen, und daher herausgerechnet werden müssten. Nur gut, dass ich mit Mitte 30 immer noch keinen festen Job habe und mich von Gelegenheit zu Gelegenheit und von Befristung zu Befristung hangle, weil ich als Uniabsolvent "zu teuer" bin... und das mit ständigen Überstunden... rückblickend hätte ich mir mein Studium also besser sparen sollen (wäre wahrscheinlich nach Abzug der Kosten insgesamt auch billiger gewesen)!

um 17:02 von XZane

"Aus (sogar für ost-Verhältnisse) stammender Armut wurde mir schon in der Grundschule der Gang zum Gymnasium verwehrt. Grund: Armut. Denn die Leistung war (mehr als) vorhanden, ebenso die Fähigkeit."
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Ihre Geschichte ist ansprechend, aber Sie lassen einfach den wichtigsten Punkt aus.
Sie schreiben: "Grund: Armut." Was soll das denn bedeuten? Sie waren ja weiterhin schulpflichtig, und die Realschule (oder wie auch immer die Schulform direkt unter dem Gymnasium in Ihrem Bundesland genannt wurde) kostet genausoviel wie das Gymnasium: Null Euro im Monat.

um 17:31 von Vandenhag

nach dem von ihnen letztgenannten kriterium gibt es seit der umstellung auf batcheler/master in deutschland NURNOCH ausbildung und kein studium mehr.
und zu dem davor; es sind mitlerweile großteils die akademiker die hierzulande die arbeit machen
ausbildung und ausbildungslos gehts heute nurnoch im dienstleistungsbereich einige sparten, und selbst da kommt man mit mangelder geschulter flexibilität im denken meist nicht weit weshalb der staat sich bereit erklährt hatt jobs mit niedrigster, und damit eigentlich nicht konkurenzfähiger, produktivität zu bezuschussen.
das schadet zwar den hochproduktiven konkurenten aber macht sich gut in der arbeitslosenstatistik

@ Skywalker

Überqualifiziert ist keine Ausrede, sondern eine ganz konkrete Aussage, nämlich: "Sie wären uns einfach zu teuer, wir suchen jemanden für weitaus weniger". ;-)

volle Zustimmung

das sehe ich genauso, Bereich Naturwissenschaften

@ Skywalker

ja, das kommt noch dazu. Akademiker und Meister im Management arbeiten in aller Regel mehr Wochenstunden, und sind häufiger auf Dienstreisen. Und Dienstreisen werden zunehmend unattraktiver, weil niemand mehr Business fliegen darf, und die Zeit, die man im Flieger, der überfüllten Bahn, oder einem Hotel irgendwo in einer Industriezone rumsitzt, immer öfter als Freizeit gilt.
Da muss man es schon mindestens zum Abteilungsleiter einer größeren Firma schaffen, damit sich die ganze höhere Bildung tatsächlich im Nettostundenlohn niederschlägt.

Ein interessanter Job ist aber auch nicht zu verachten. Und das dürfte nach wie vor für Akademiker einfacher sein. Was auch der Grund sein könnte, dass niemand Überqualifizierte einstellen mag. Ein erfahrener Diplomingenieur geht doch auf einem Bachelorposten ein. Boreout nennt sich das dann.

um 17:15 von agora

es liegt auf jedem fall im interresse der gesellschaft möglichst viele menschen dazu zu BEFÄHIGEN ein abi und ein studium zu absolvieren.
ihnen das dann auch noch zu ermöglichen mag geld kosten, schadet aber nichts - vollbeschäftigung wird noch einige zeit am mangelnden internationalen absatzmarkt kranken da die hiesige produktivität immernoch schneller steigt als die weltweite nachfrage
der derzeitige bauboom der durch internationales fluchtgeld angeheitzt wird wird nicht ewig dauern

um 18:40 von MartinBlank

eins und eins zusammenzählen; der zusätzliche esser muss aus dem (eltern)haus; also eigenes geld verdienen...
...wenns ganz dicke kommt muss er im haus bleiben um mit seinem gehalt die geschwister zu füttern.

@germaneinmi

" Wenn ich dann so sehe was hierzulande (USA) so mit Bachelor's und Master's degree bewaffnet durch die Gegend laeuft dann wird mir manchmal Angst und Bange."

Das stimmt zwar in manchen Bereichen, und ganz bestimmt bei der Berufsfachbildung und dem dualen System, aber man muss auch differenzieren. In vielen akademischen Fächern ist so manches US-Provinz-College deutschen Traditions-Unis besonders in der Qualität der Lehre deutlich voraus; ich spreche aus Erfahrung, da ich zum Teil in diesem Bereich arbeite. Meine persönlichen Erfahrungen mit der deutschen Uni sind vielleicht nicht typisch, aber nach meinem erziehungswissenschaftlichen Studium in NRW konnte ich zwar trefflich über August Hermann Francke und den Einfluss des Pietismus auf die Erziehung im 18. Jahrhundert dozieren, aber wie Schule funktioniert, musste ich hier in den USA ganz von vorne lernen. Die Theorieverliebtheit und Angst vor der Praxis in deutschen Unis ist legendär.

Diese OECD-Verlautbarung

Diese OECD-Verlautbarung vergleicht Äpfel mit Birnen - und das nicht zum ersten Mal. Das System in Deutschland ist gut - aber auch verbesserungswürdig. Zunächst ist die Basis zu stärken (d.h., wir brauchen m e h r Kinder !) - wir sollten jungen Familien helfen, damit das Aufziehen von Kindern wieder attraktiv wird. Ohne Kinder hat dieses Land keine Zukunft. Das Lehrerproblem hat ein Forist oben sehr gut dargestellt, denn diese Gruppe hat einen sehr großen Einfluß auf die Entwicklung der Schüler . Ein gut ausgebildeter Pädagoge kann zum Lernen motivieren und weiß in den meisten Fällen, ob seine Schüler z.B. für ein Studium geeignet sind. Die Berufsberatung muß sich an der Eignung - nicht aber am jeweiligen Bedarf der Wirtschaft orientieren. Es gibt Betriebe, die mit ihren Azubis leider sehr schlecht umgehen - die sollten überwacht und notfalls sanktioniert werden. Vor einer Immatrikulation sollte Studierfähigkeit stehen, sonst erfolgt nach wenigen Semestern eine Kapitulation.

Anmerkungen2

@Mathelehrer1969:
Die Inklusion passt nicht in ihre Aufzählung. Das war kein Bericht, sondern ist die Umsetzung eines Menschenrechts. Und hier hat DE nicht überhastet reagiert, sondern lange Zeit die Augen und Ohren geschlossen, obwohl es schon klare Ansagen der EU gab. Überhastet wurde es jetzt gemacht, weil man anfangs geschlafen hat. Man hatte mehr Zeit ein vernünftiges Konzept zu entwickeln.

@Absalom:
Ich kann Ihnen nur zustimmen. Selbst die Lehramtsstudiengänge haben mit Schule kaum etwas zu tun. Dabei sollte das Ziel des Studiengangs klarer definiert sein als bei allen anderen. Aber die Unis wehren sich sehr erfolgreich aus ihrem Elfenbeinturm.

Rechnung mit Äpfeln und Birnen

Bei der Ausbildung treffen Theorie und Praxis aufeinander.
.
Einem formal höheren Abschluss in kürzerer Ausbildungszeit
im Ausland stand das deutsche Ausbildungssystem mit hohen
Durchlaufszeiten entgegen. Die Allgemeinbildung und Reife
der Absolventen sinkt derzeit, während statistisch in der
gleichen Zeit mehr Leute einen höheren Abschluss erreichen.
.
Soll das der Schlüssel zur allgmeinen Hochqualifikation sein ?

um 19:55 von Óscar Romero

ganz praktisch ist ihre idealvorstellung seit 20jahren passee.
heutzutage benötigt man dank technologischer weiterentwicklung einfach weniger bessere handlanger sondern mehr vollleister
auch ein lta oder mta braucht heute anderes zusatzwissen als damals damit die zeit die er auf die ergebnisse der maschienen wartet dem betrieb praktischen nutzen bringt
ein-zwei semester statistik pato oder ähnliches die über die ursprüngliche ausbildung hinausgehen bringen da richtig punkte.
die programme in den maschienen kenne ist auch nett
ich wüsste nicht welches praxiswissen in diesm bereich unakademisch währe

Das Problem erkennen

Wieder eine Untersuchung und statistische Zahlen die keiner braucht. Hier werden vergleiche und Zahlen dargestellt, deren Verbindung bzw. Aussagekraft nicht bewertet werden kann bzw. die nicht miteinander in Verbindung gebracht werden können. Nicht die relativen Zahlen zu "dem" oder "dem" oder "dem" sind interessant, sondern wichtig ist in vernünftiges Verhältnis aller Gegebenheiten im Zusammenspiel miteinander. Denn, wisse, "viele Häuptlinge, keine Indianer", was soll das bringen? Es werden Bildungsabschlüsse, Berufsabschlüsse usw. in Zusammenhang bzw. gegenseitiger Abhängigkeit gebracht, welche nicht, insb. im internationalen Vergleich, vergleichbar und bewertbar sind. Außerdem ist nach meiner Meinung eine Deflation des Bildungsniveaus während der letzten Jahre eingetreten, da bestimmt nach dem Wunsch nach höheren Bildungsabschlüssen, das Niveau der Bildung gesunken ist; schließlich sollten möglichst viele erfolgreich den Abschluss erreichen. Nur, dies ist vollkommen der falsche Weg.

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