Ihre Meinung zu: 25 Jahre nach Tiananmen: Chinas offene Wunde

3. Juni 2014 - 19:49 Uhr

In der Nacht vom 3. auf den 4. Juni 1989 eröffnete die chinesische Armee am Platz des Himmlischen Friedens das Feuer auf Demonstranten. Bei der Niederschlagung der Demokratiebewegung gab es Tote im ganzen Land.

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Kommentare

Chinesische Version

Warum gibt es keine Version in chinesischer Sprache?
Die deutsche Version verstehen keine Chinesen.

Beeindruckend

Der Beitrag ist sehr gut gelungen - kein reißerischer Journalismus sondern sachlich und sehr nachdenklich stimmend. Die damaligen Ereignisse dürfen nicht vergessen werden - weder in Europa noch in China. Und es wird nach einem Vierteljahrhundert Zeit, dass die chinesische Führung erkennt, dass sich die Erde weiter gedreht hat und es endlich Zeit wird, Verantwortung zu übernehmen und die damaligen Demonstranten wie auch die Hinterbliebenen endlich zu rehabilitieren.

Propaganda

Immer wieder wird der Zeigefinger in Oberlehrer - Manier der ÖR gegen andere Länder erhoben. Von daher kann der Beitrag eigentlich nur unter den Begriff zwangsfinanzierte Agitation fallen.

Ich denke, hier werden bald

Ich denke, hier werden bald unsere "progressiven" Versteher auftauchen, um uns Unwissende die humanistische Politik der KPCh näher zu erklären....

Jetzt wieder China...

...gegen wen soll ich noch sein? Bitte alle Völker/Staaten auflisten, gegen die ich sein soll!!!
Dann ist mein altes Schwarz-Weiß-Feindbild wieder in Ordnung.

andere Seite

So eine "schnelle" und "friedliche" Umstellung wie bei der SU war in China nicht möglich. Die unkontrollierte Auflösung der SU hat zu sehr vielen Problemen geführt und Millionen Menschen (Hunger, Drogen uws) Und in China hätte es noch viele Mehr Hunger und Tod gegeben.

Propaganda

warum begibt sich die "freie Presse" im Westen auf dem Niveau des angeblich so schlimmen Diktatur in China?

Wieso verschweigt die westliche Medien so viel wichtige Details wie dass es schon vor dem 04.06 Opfer unter den SOLDATEN gaben. Insgesamt wurden über 20 Soldaten getötet. Das rechtfertigt natürlich nicht dass die Soldaten selbst zu Waffen greifen und viele Unbeteiligten dabei sterben.

Hier Videoausschnitt von chinesischen Staatsfernsehen zur damaligen Zeit. Natürlich ist es Propaganda weil es einseitig die Gewalt gegen die Soldaten zeigen, aber was macht der Westen anders wenn es nur einseitig die Gewaltanwendung gegen die "Demonstranten" zeigen?
www.youtube.com/watch?v=5LUJbfFHwVo

Übrigens dass ist das schon der dritte oder vierte Beitrag bei Tagesschau innerhalb 3 Tagen über ein Ereignis vor 25 Jahren. Wieso wird nicht in selben Maßen über die tausende Toten auf und um dem Tahrir platz in Ägypten berichtet? Nur weil dort die Militär pro westlich sind?

3000 Toten?

diese angebliche Totenzahl wird fleißig in westlichen Medien verbreitet? Woher stammte diese Daten? Das chinesische Rotkreuz, das damals wie fast jede Organisation in Peking (selbst die China Daily hat kurz vor 04.06 tagelang mit den Demonstranten sympathisiert, da konnte ich noch an die seitenweise Fotos erinnern, die sehr ungewöhnlich war) auf die Seite der Demonstranten gestellt hat, hatte kurz nach der Tat die Opferzahlen von knapp 3000 ausgeben, obwohl es gar nicht in der Lage war nachts vernünftige Zahlen zu sammeln. Damals gab es wieder Internet noch Handy, und die Zahlen basieren auf Hören Sagen.

Vernünftig sind die Zahlen von den Mütter des Tianmenplatzes, die kämpfen seit über 20 Jahren gegen die Regierung und kommen nach 20 Jahren Recherche auf etwa über 200 Toten (über 20 Soldaten inklusive). Wenn man bedenkt dass mehrere hunderttausend Soldaten und "Studenten" Straßenschlacht liefern, dann kann man nicht von systematisches Töten sprechen. Verurteilen ist es trotzdem.

Ich kann mich auch noch...

...an Fotos verbrannter Soldaten erinnern, denen man zum Hohn ihre Mützen aufgesetzt hatte. Diese sah man allerdings nur in den DDR/Ost-Medien, auch die mit Gewalt übernommenen Panzer. Also sooo "wehrlos und friedlich" waren die Demonstranten nicht. Man sollte beide Seiten sehen.

Mythos Tiananmen-Massaker

Ich verstehe es nicht, warum die Tagesschau bis heute immer noch vom Tiananmen-Massaker redet, obwohl dies von vielen offiziellen Stellen widerlegt wurde?

Selbst die NYT, Japan Times als auch Washington Post haben drüber berichtet.

Einfach nach Tiananmen und Myth googlen und man wird schnell fündig:

Japan Times
http://tinyurl.com/nqgyzux

Washington Post
http://tinyurl.com/mg5afex

@ Flow-Texer

"...gegen wen soll ich noch sein?"

Können Sie sich diese Frage nicht mit ein wenig Nachdenken selbst beantworten?

Ziel dieses sehr gut gemachten Beitrages war es doch nicht, Sie in der einen oder anderen Richtung zu manipulieren, sondern eine Analyse zu liefern, die dem Weltbild des Senders entspricht. Dass diese anders ausfällt, als z.b. eine Analyse desselben Themas in der Jungen Welt ist doch nicht überraschend.

Niemand zwingt Sie, Ihr Weltbild nach der Tagesschau auszurichten. Aber die Tagesschau hat hier einen wertvollen Beitrag zur Diskussion über dieses leider noch immer aktuelle Thema geliefert. Was Sie damit tun, ist ihre Sache. Den Staatsbürgerkundeunterricht, der Ihnen genau sagte, was sie zu denken haben, gibt es zum Glück nicht mehr.

@WestVersteher

"zwangsfinanzierte Agitation fallen"

Warum ist für Sie die sachliche Berichterstattung über einen Massenmord an Zivilisten "zwangsfinanzierte Agitation"?

Zeigefinger

Ich kann mich nur AngieM anschließen, der Beitrag ist durchaus ausgewogen und stellt Chinas Realität dar. Ein Verbrecher ist ein Verbrecher, das hat nichts mit einem erhobenen Zeigefinger zu tun. Die Schicksale der Mutter und des Soldaten sind echt. Danke für den tollen Beitrag Frau Adelhardt!

@ EU-Gipfel

"war in China nicht möglich. Die unkontrollierte Auflösung der SU hat zu sehr vielen Problemen geführt..."

Und deswegen ist es gerechtfertigt, mal so eben über 3000 Menschen zusammenzuschießen und über 50.000 Menschen in teils erbärmlichen Verhältnissen einzukerkern? - Na prima!

@ EU-Gipfel

"Und in China hätte es noch viele mehr Hunger und Tod gegeben."

Da sprechen sie ein sehr heikles Thema an. Meine Meinung zu China ist heute zwar etwas anders als vor 40 Jahren, als neben Che Guevaras Bild ein Foto von Mao in meiner Teenager-Bude an der Wand hing, aber auch als kritischer Betrachter habe ich noch oft gesagt: "Man kann über Mao sagen, was man will, aber bisher hat noch niemand bewiesen, dass es einen anderen Weg gab, 600 Millionen Menschen zu ernähren." (Mir stehen gerade bei meinen eigene Worten die Haare zu Berge).

Die Frage bleibt: Wann heiligt der Zweck der Mittel und wann ist eine Diktatur das geringere Übel? Ich kann's nicht beantworten.

Meine Sympathien allerdings sind hundertprozentig bei den jungen Studenten, die vor 25 Jahren eine neue Politik für ihre Heimat forderten und dafür mit Panzern überrollt wurden.

Gewalt sollte nie die Antwort sein, wenn junge Bürger einen Dialog mit ihrer Regierung wünschen.

@ MariusP

"Warum gibt es keine Version in chinesischer Sprache?"

Ich hoffe, das war ironisch gemeint, oder haben Sie ernsthaft ein Problem damit dass sich eine der populärsten öffentlich rechtlichen deutschen Nachrichtensendungen der Sprache bedient, die der überwiegende Teil der GEZ-Zahler spricht?

Das öffentlich-rechtliche Medium fürs Ausland ist nicht die Tagesschau, sondern die Deutsche Welle, und die unterhält Programme in 30 Sprachen - unter anderem auch in Mandarin (Hoch-Chinesisch).

Hier ist der Beitrag in der von Ihnen gewünschten Sprache - ich hoffe, Sie wollten nicht nur meckern, sondern können uns, nachdem Sie sich das angesehen und durchgelesen haben, erzählen, wie's war:

http://www.dw.de/坦克人摄影师讲述照片背后的故事/a-17678678

auch der Westen ist nicht an Wahrheit interessiert

nicht nur die chinesische Regierung sondern auch der Westen ist nicht an Wahrheit über jenes Ereignis interessiert.

So wird jahrelang in westlichen Meiden die Lüge verbreitet, dass auf dem Tiananmenplatz viele Menschen getötet wurden. Diese als Tatsache hingestellte Behauptung (darum auch Tiananmen Massaker genannt) stammt aus Augenzeugenbericht und Angaben von Journalisten die gar nicht auf dem Platz waren.

Die wenigen ausländische Journalisten auf dem Platz jener Nacht, wie ein Fersehenteam von Radiotelevisión Española oder Herr Robin Munro von Asia Watch haben stets gesagt dass der Platz selbst friedlich geräumt wurde. Aber das hat die westliche Medien nicht interessiert.

Die Behauptung Panzer hätten auf dem Platz selbst Menschenmenge niedergewalzt ist viel reißerisch als die Tatsachen dass in benachbarten Straßen und Stadtteilen bei Straßenschlachten Menschen aus BEIDEN Lager zur Tote kamen.

Allumfassend gefiltert

@MariusP:
Warum gibt es keine Version in chinesischer Sprache?
Die deutsche Version verstehen keine Chinesen.

Ist es Chinesen denn überhaupt erlaubt, diese Webseite abzurufen?

es gibt chin. Dokumentation

Es gibt eine sehr ausfuehrliche chin. s/w Dokumentation von (ich glaube 1989) mit langen Aufnahmen von den Geschehnissen in Beijing, dem Vorgehen der Armee, den Reden der Protestfuehrer, dem tank-man, Interviews mit Leuten vor Ort etc.. Dieses Video ist natuerlich im hoechsten Masse illegal und jeglicher Besitz bzw. Gebrauch wird strengstens bestraft, es ist aber sehr weit verbreitet. Ich war wirklich erstaunt, wie ich im Laufe der Zeit erfahren habe, wie viele Chinesen davon eine Kopie haben bzw. es kennen. Es ist ja nicht so, dass keiner bescheid weiss, natuerlich weiss der Grossteil, was in Beijing damals passiert ist. Es war ja auch kein Ereignis, dass auf Beijing beschraenkt war. Die gleichen Demonstration/Unruhen gab es ja auch in vielen anderen Metropole/Staedten. Auch da ist die Polizei/Armee brutal vorgegangen. Tiananmen hatte lediglich das groesste Ausmass. Die Regierung will und kann nur jegliche Diskussion darueber unterbinden, Mit Erfolg, wie ich zugeben muss.

@Annales

Es ist nicht leicht, Verständnis für die Diktatur zu wecken, die nicht pro-westlich ist und daher in unserem Fernsehen nicht gut wegkommt. Sie geben sich redlich Mühe und ich möchte das anerkennen.

Also was angeblich wahr ist

Also was angeblich wahr ist und was nicht und was uns als Wahrheit berichtet wird muss ich nach den letzten Jahren grundsätzlich anzweifeln.

@Hugomauser

Ich kann mich noch an Berichterstattung über Ägypten erinnern, wo Sie auf der Seite der Militärregierung sind.

Wieso stellen Sie sich auf die Seite der Regierungsgegner in China während Sie gleichzeitig in anderen Beiträgen die Ägyptische Militärregierung verteidigen?

Tun die nicht das gleiche? Niederschlagung um Stabilität zu gewährleisten? Nur mit dem Unterschied dass die eine pro westlich ist und die andere nicht?

@ Annales

Niemand bestreitet, dass es auf beiden Seiten Opfer gab. Aber ein Staat, der sein Militär gegen das eigene Volk einsetzt, ist nie im Recht. Das war so, als die US-Nationalgarde Studenten, die gegen den Vietnamkrieg demonstrierten, zu Tode prügelten; das war so, als der Student Benno Ohnesorg in Westberlin bei einer Demonstration erschossen wurde, und das war so, als das chinesische Militär in völlig unverhältnismäßiger Form gegen Studenten vorging.

Natürlich ist jeder Tote einer zu viel und die massakrierten Soldaten (ich habe die grausamen Bilder gesehen) sind genauso Opfer wie die Studenten, aber die Opferzahlen (nach Angaben des Roten Kreuzes 2.700 tote Demonstranten und 20 tote Soldaten) sprechen eine deutliche Sprache.

Friedrich Schorlemmer sagte mal über den Herbst 1989 in der DDR "Die haben nicht geschossen, und wir haben nicht gehenkt." Das ist ein Teil der deutschen Geschichte, auf den ich heute noch stolz bin. Traurig, dass das in China auf beiden Seiten nicht funktionierte

@Sasquatch

ich habe den von Ihnen verlinkter Beitrag auf deutsche Welle angeschaut.

Interessant war, dass der Fotograf Jeff Widener schon am 03.06 am Kopf verletzt wurde, und zwar durch Pflasterstein geworfen von einem Protestierende. Er dachte er wäre so schwer getroffen, dass er sterben würde.

Das Foto "Tank Man" hat er 2 Tagen später geschossen. Auf Anweisung von AP soll er möglichst ins Stadtzentrum vordringen und dort Militärs fotografieren, wie es selber schrieb.

20 Jahren später in Peking lernte er seine deutsche Frau Corinna kennen, als er gerade dort eine Doku über die Ereignisse im Auftrag von BBC drehte (die westliche Presse scheint viel Interesse daran zu haben).

Übrigens, ich glaube MariusP will einfach dass die Chinesen es auch anschauen sollen. Vielleicht sieht er in dem Beitrag gewisse Aufklärungszweck. Wobei ich ihn enttauschen muss, denn wer dafür interessiert, hat längst schon Zugang und die würden diesen einseitigen Beitrag kaum Achtung schenken.

Weltmacht

Und jetzt ist China eine Weltmacht.

Also scheint der Kurs ja nicht ganz falsch gewesen zu sein.

@Annales

"Diese als Tatsache hingestellte Behauptung... stammt aus Augenzeugenbericht und Angaben von Journalisten die gar nicht auf dem Platz waren. "

So so. "Augenzeugenberichte", die nicht da waren? Hmmm...

Entweder es waren Augenzeugenberichte, dann waren sie auch da, oder sie waren nicht da, dann waren es auch keine Augenzeugenberichte.

@Annales

"Ich kann mich noch an Berichterstattung über Ägypten erinnern, wo Sie auf der Seite der Militärregierung sind."

Den Beitrag sollten Sie mir mal zeigen. Ich bin nicht auf irgendjemands Seite. Ich hinterfrage Kritisch und bemühe mich, Scheuklappen wegzulassen. Dann bewerte ich Ereignisse. Wenn ich ein Ereignis verurteile, heißt das nicht, dass ich auf der Seite der anderen bin. So schwarz/weiß funktioniere ich nicht.

@von Laurisch.

"Ist es Chinesen denn überhaupt erlaubt, diese Webseite abzurufen?2

Nein. Die Seiten der Tagesschau sind schon seit Jahren geblockt. Auf Umgehung (wenn man es denn kann) steht mehrjährige Haftstrafe.

@Mongolei

"Und jetzt ist China eine Weltmacht.
Also scheint der Kurs ja nicht ganz falsch gewesen zu sein."

Abgesehen davon, dass ich Ihre Behauptung anzweifele, kann es ja nicht Ziel sein, um jeden Preis eine Weltmacht zu werden und dabei über Leichen zu gehen.

@Annales

Na, schön dass Sie uns hier die Wahrheit gleich kübelweise liefern.
*
Wenn ich mir allerdings die Rechtssicherheit in China selbst heute, im Jahr 2014, ansehe, erscheint mir die Version der Tagesschau einfach überzeugender.
*
Auch heute noch kommt es in China vor, dass man als systemkritischer Chinese vor laufender Kamera von "plötzlich aus dem Nichts auftrauchenden" Schlägern auf offener Straße - und unter den Augen der betont untätigen Polizei - bedroht und verprügelt wird.
*
Wenn Sie also nicht gerade behaupten wollen, dass sich die Rechtssicherheit und Kritikfähigkeit Chinas in den 25 Jahren seit dem Tienanmen-Massaker bedeutend VERSCHLECHTERT (!) hat, kann ich mir durchaus vorstellen, dass die Parteiführung vor 25 Jahren nicht das geringste Problem damit hatte, ein paar Tausend staatsfeindliche, unbelehrbare, aufrührerische Studenten totschießen zu lassen.
*
Sicher ist das kein Beweis dafür, dass das so auch passiert ist; allein: es würde mich wundern, wenn nicht! ^^

Hier ist heute ein Tag ...

... Wie jeder andere. Und @hugomauser: ich schaetze teils Ihre Kommentare sehr, aber das ist Quatsch, tagesschau.de ist nicht geblockt in China, ohne VPN wohlbemerkt. Seit ein paar Tagen ist google geblockt, aber das wird sich meiner Erfahrung nach wieder in den naechsten Tagen erledigen.

Schoene Gruesse aus meiner suedchinesischen Wahlheimat!

@TZ

" tagesschau.de ist nicht geblockt in China, ..."

Oh, danke für die Info. Vor 4 Wochen gab mir eine Freundin, die sich am Jangdse aufhält gegenteilige Info.

"Was Mainstream ist, bestimmen wir"

Nach dem Tianmen-Massaker wurden die Demonstranten als "Kriminelle", als "Hooligans" und "Schurken" diffamiert.
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Wenn das hierzulande passiert, Demonstranten wie in Rostock (G8), Frankfurt (Blockupy) oder Hamburg (Right to the City) als "gewaltbereite Chaoten" usw. diffamiert werden, spielen die Medien das Spiel munter mit.
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Jüngst erschien ein Beitrag in der FAZ, nach dem die Propaganda in China immer subtiler wird.
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/asien/china-was-mainstream-is...
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Willkommen im Westen!

@ funkytraffic

"Willkommen im Westen!"

Die Methode ist nicht auf den "Westen" was auch immer das sein mag, beschränkt. Als wir 1989 für genau dieselben Dinge auf der Straße waren, wie die Studenten in Peking, wurden wir von unserem Generalsekretär in der "Aktuellen Kamera" als eine "Horde von westlichen Geheimdiensten bezahlter und von westlichen Medien angestachelter Rowdys" bezeichnet.

@ Annales

Danke für Ihren Kommentar zu meinem Deutsche Welle Link. Ich spreche zwar einige Sprachen (Deutsch, Englisch, Russisch und Spanisch), aber Chinesisch ist nicht darunter.

Steht das, was sie da über Jeff Widener schreiben, in dem Beitrag? Das wäre wirklich interessant.

@Netwanderer

Bzgl.:
"Da lobe ich mir die Journalistin, die auf dem Fahrrad durch China fuhr. Haben Sie diesen Bericht gelesen? Stand da etwas von Ueberwachung oder stand da etwas von offenenen, freundlichen Menschen die sie traf?"
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Und was hat das eine mit dem anderen zu tun? Ich bin mir sicher, dass Sie nette, freundliche Menschen auch auf einer Tour durch Nordkorea, Mali und Afghanistan treffen würden; was leider nichts daran ändert, dass diese Menschen letztendlich absolut unter der Knute verbrecherischer Machthaber leben.
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Man richtet sich halt ein und überlebt, und wenn man Glück hat und den Mund hält überlebt man mitunter auch ganz gut. Die Frage ist nur, ob eine Existenz als macht- und im Zweifelsfall rechtloser Mensch wünschenswert ist.
*
Für mich kann ich die Frage recht eindeutig beantworten. Aber vielleicht denken die Menschen in China und Nordkorea darüber ja anders; und Wahlfreiheit und Rechtssicherheit sind ihnen gar nicht so wichtig, so lange nur die Wirtschaft wächst.

@Netwanderer, die 2.

Ihre glühende Vaterlandsliebe in allen Ehren, das hier:
"Alle, aber auch wirklich alle deutschen Mainstream-Medien sind uneingeschränkt über jeden Internetanschluss in China bis zum heutigen Tag zugänglich und ich kann das selbst aus 20 jähriger Erfahrung bestätigen."
Ist einfach nicht richtig. Der Zugriff auf Artikel, die sich mit der Korruption und den Vermögen der KP-Elite beschäftigen war von China - zumindest vor knapp 2 Monaten noch - nicht möglich. Wie es damit heute aussieht - na, probieren Sie es doch einfach einmal aus.
*
Übrigens wollen wir Ihnen hier durchaus nicht in die Suppe spucken; der "Westen" hat sicher selbst genug Dreck am Stecken, um damit ganze Büchereien zu füllen. Aber für die Akzeptanz Chinas auf der weltpolitischen Bühne ist eine Ein-Pateien-Diktatur, die jede ernsthafte Opposition mit Zensur und Haftstrafen ahndet ein echtes Manko. Damit bleibt China halt auf der Stufe eines reinen Nutzpartners, den man nur aus wirtschaftlichen Überlegungen umgarnt.

@ Annales

Gerne lese ich Ihre Kommentare, die weit differenzierter sind als die 50cent-Kommentare anderer Schreiber.
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Beide Seiten haben damals Fehler gemacht. Es waren keine friedliche Demonstrationen obwohl sicherlich die Mehrheit der Demonstranten friedliche oder zumind. gute Absichten hatte und es war auch auch keine friedliche Reaktion des Staates, der natürlich die öffentliche Ordnung wieder herstellen musste. Ja, es gab Opfer hüben wie drüben.
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Das Problem ist eher die Aufarbeitung der damaligen Geschehnisse. Wenn beide Seiten sich nicht sicher sind oder Klärungsbedarf haben, ist (tot-)schweigen das falsche Mittel. Vertreter beider Seiten müssen sich an einen Tisch setzen und darüber diskutieren was war und wie man respektvoll damit umgehen kann. Doch welche Asiaten sprechen schon gerne über Tote der Vergangenheit oder eventuelle Fehler von Vorgängern? Egal ob Japaner oder Chinesen: Vergessen und zur Not mit kruden Mitteln ist die allgemeine Vergangenheitsbewältigung in Asien.

Darstellung: