Ihre Meinung zu: Leitzinserhöhung in der Türkei: "Keine Wundermedizin"

29. Januar 2014 - 14:32 Uhr

Die türkische Notenbank will mit ihrem drastischen Zinsplus den Wertverfall der Lira stoppen. Doch Experten befürchten, dass dies Unternehmen von Investitionen abschreckt. Rein ökonomisch lässt sich das Lira-Problem ohnehin nicht lösen.

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Kommentare

So eine billige Panikmache!

Ob eine Lira 2,97 oder 3,20 € kostet, spielt doch kaum eine Rolle. Der Dollar hopst doch auch ständig hin und her - in ähnlichen Sprüngen. Da habe ich aber noch nie eine Warnmeldung über dramatischen Dollarkursverfall oder gar extreme Nachteile für die Wirtschaft gelesen. Im Gegenteil freuen sich doch auch bei uns immer wieder Leute, wenn der Euro mal schwach ist und wir darum mehr exportieren können. Eine niedrige Lira wäre demnach das Patentrezept, um die Nachbarstaaten mit Exporten zuzuschütten. China bremst mit Dollarkäufen absichtlich seine Währung nach unten. Und die Zinsanhebung ist doch auch nur Teil des alten Tricks, eine Region erst mit billigen Krediten (Verdauungssaft der Spinne) zu fluten und dann plötzlich die Zinsen hochzujagen und die Konkursmasse der sich auflösenden Wirtschaftsregion (wie eine erbeutete Fliege) aufzusaugen. Kann man mit Schrottimmobilien der USA vergleichen. Als Basel-II-Rating Zinsen nach Bonität/Risiko anhob, krachte der Markt.

Die trauen sich was....

Die Verantwortlichen der türkischen Notenbank sollen nur vorsichtig sein. Erdogan kennt da nichts und schickt sie weit weg in ein Dorf an der russischen Grenze.

Zinsen?

Ich dachte die wären im Islam verboten.

Oder ist das eines von den vielen Dingen, die man sich aus einer Religion rauspickt, wenn sie einem gefällt und weglässt, wenn es einem nicht passt?

Klärt mich mal bitte jemand auf?

Teurere Kredite gegen Kursverfall-Inflation. Mal was Neues.

Auch den westlichen Banken war einmal der kindliche Glaube der Nationalökonomen an die Geldmengeregulierung druch Zentralbanken eigen (und Draghi baut offiziel heute noch darauf, während er Geld druckt und dann sagt er könne nichts für die Zinsen des bösen Marktes). Daher vereinten sie sich auf Steueroasen und liehen sich selbst ihr Fiat-Geld, dass nun wieder mal -Krise hin oder her- 10 mehr mal in Derivaten als im Welt-BIP steckt.

Die Türkei, wie viele Entwicklungsländer mit geringerer Produktivität, ind. Produktvielfalt und energ. Selbstversorgung ist auf Importe und Auslandsinvestitionen und -Kredite sowie Tourismus als Exportzweig angewiesen. Irgendwo mussen die Öldollars ja herkommen und die Embargobrüche (Gold über Emirate an Iran für Öl) befeuerten nach der US-Kritik wunderlich den Kapitalexport. Folge ist Kursverfall = Preisanstieg für Importe und Inflation. Nun sollen dagegen zusätzlich die inneren Kredite teurer werden. Bemerkenswert. Was da in den nächsten Wochen kommt?

@ grottenolm : Zinsen sind keine bzw. nicht alle

Zinsen im Sinne nicht erwirtschafteter (leistungsloser) Gewinne (rbh = hier Reibach) werden abgelehnt, nicht aber der Gewinn aus wirtschaftlicher Tätigkeit selbst.

Insofern verstehen die Muslime den Kreditzins als Gewinnanteil für realwirtschaftliche Geldanlagen, was volkswirtschaftlich richtiger ist, als manche Aufassung hier.

Das Islamic Banking verteilt also im Glauben akzeptable Gewinnnanteile als Gutschriften an die Anleger für deren soziales Engagement per ihrer Investitonen.

(Schwarze Schafe gibt es überall.)

@Larkenschäper, @grottenolm

@Larkenschäper
Die Türkei grenzt nicht an Russland.

@grottenolm
Ich kläre sie gerne auf: Das Erheben von Zinsen ist im Islam tatsächlich verboten (Wie übrigens auch im Christen- und Judentum). Doch die Türkei ist nicht der Islam sondern ein Staat mit laizistischer Verfassung.

Ich würde das ganze nicht als überraschend bezeichnen, die Türkei war nie das Wirtschaftswunder zu dem es in den letzten Jahren gehyped wurde. Viele Regionen in der Türkei kann man noch als archaisch bezeichnen und ohne gebildete Menschen gibts auch keine starke Wirtschaft. Davon können auch ehrgeizige Großprojekte in Istanbul nicht ablenken, die meist von japanischen und europäischen Fachleuten realisiert wurden.

Ich würde aber nicht so weit gehen und behaupten, dass die Türkei nicht in die EU passt. Gerade in Anbetracht der Mittelmeer-EU Staaten und der Balkan-Staaten passt sie wunderbar in die EU.

Guter Beitrag

Mir gefällt an dem Beitrag, dass er Pro und Contra auflistet und auch etwas ins Detail geht.
Diese Ausgewogenheit wünschte ich mir auch bei Artikeln über die Außenpolitik.

15:36 von grottenolm

>>Ich dachte die wären im Islam verboten. Oder ist das eines von den vielen Dingen, die man sich aus einer Religion rauspickt, wenn sie einem gefällt und weglässt, wenn es einem nicht passt? Klärt mich mal bitte jemand auf?<<

Die Türkei ist Säkular. Das sollte man schon wissen wenn man sie verunglimpfen ... aber sich nicht selbst blamieren will.

Absehbar, daß in der nahen Zukunft die aktuelle ...

und wahre Lage der langjährigen türkischen Finanzpolitik auf den Tisch der Öffentlichkeit kommt.

Oh, oh, da wird manch einer Tränen in den Augen haben.

Sollte der Iran nunmehr seine stillen Geldreserven ebenfalls aus der Türkei zurückziehen, kommt es richtig knüppeldick.

Dann wird die Türkei nicht nur erheblich auf dem Energiemarkt belastet, sondern auch auch dem Finanzmarkt.

Traurig

Vielleicht sollten sich die Menschen hier Gedanken um die Finanzlage / Politik in D machen anstatt jedes mal in einen Freudenrausch verfallen wenn sich eine "Gelegenheit" ergibt die Türkei zu verunglimpfen.

Und der Euroraum an sich hat doch ganz ähnliche Probleme wie die Türkei vor sich.
Die Türkei hat noch den entscheidenden Vorteil als einzelner Staat sich selbst retten zu können und braucht nicht zig Milliarden in sog. Rettungsschirme zu schleudern....

Na dann viel Spaß

Die Zinsen zu erhöhen weil sonst zu viel Kapital aus der Wirtschaft abfließt, ist ein Spiel mit dem Feuer. ECHTE Investitionen, also auf lange Sicht erworbene Vermögenswerte macht man nicht so einfach mal zu Geld und schafft das dann außer Landes. Was also abfließt, ist spekulatives Kapital der internationalen Finanzszene, das kaum produktiv wirken dürfte - aber die Börsenwerte aufpumpt, und das gefällt jedem Politiker. So, und wenn man jetzt die Zinsen erhöht und so tatsächliches wirtschaftliches Handeln im Inland abwürgt, dann kommt das spekulative Kapital vielleicht irgendwann wieder (wenn alles im Eimer ist - "Turnaroundpotential"!), aber fließt beim nächsten Kursverfall genauso schnell wieder ab. Und das Spiel beginnt von neuem, solang sich die Finanzwelt dreht. Und dafür sorgt die Politik schon.

komische Wirtschafts experten

ich finde es immer erstaunlich wo tagesschau seine Experten herbekommt, da eine Güngor Uras schreibt für Milliyet, eine Zeitung die gegen die Regierung ist und der andere Necip Cakir ist bekannt, dass er auch eigentlkich kein Wirtschaftsexperte ist, vielliecht sollte tagesschau mal richtige Leute zu rate ziehen, ausserdem die sogenannten Experten haben häufig immer da neben gelgen, komisch wenn die Wirtschaft in der Türkei wächst kümmert es keinen sobald negative Nachrichten kommen, ist Tagesschau als erster da.

Wer seine Währung in VS-Dollar umwandelbar macht ist selbst schu

Wie immer, so gilt auch hier: Von China lernen, heißt siegen lernen! Denn obwohl China seit über 30 Jahren Freihandel mit den VSA betreibt, so denkt die chinesische Regierung doch gar nicht daran ihren Yuan in den VS-amerikanischen Dollar umtauschbar zu machen, sondern hält den dortigen Finanzheuschrecken und Bankendelinquenten allenfalls gelegentlich eine Eselsmöhre hin, damit diese China nicht auf ähnliche Weise befehden lassen wie das marxistische Rußland nach dem Sechsjährigen Krieg. Denn in den VSA befindet sich ja bekanntlich die Notenbank in Privatbesitz und eine private Zentralbank zu haben ist ungefähr so sinnvoll wie die Anstellung eines Alkoholikers in einer Schnapsbrennerei. Entsprechend haben nämlich die VS-amerikanischen Bankendelinquenten endlos Geld zu Verfügung, da sie sich dies zu 0% Zinsen beliebig bei der besagten Zentralbank leihen können. Entsprechend betreiben sie auch mit allen Währungen und Volkswirtschaften, auf die sie Zugriff haben, munter Glücksspiel.

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