Kommentare

Mehr Konsum statt weniger Produktion

„Die EU startete eine Untersuchung der Exportstärke Deutschlands. Wie die USA fordert sie eine Stärkung der Nachfrage.“

Nicht etwa eine Bremsung überflüssiger Produktion wird gefordert, nein, eine Stärkung des Konsums. Völlig absurd ist das. Wieviel soll ich eigentlich noch fressen, wenn ich schon satt bin?

Selbstbetrug

Wenn Waren "auf Pump", oder zu Dumpingpreisen exportiert werden, wenn deutsche Arbeiter zu Hungerlöhnen arbeiten, sollten wir darauf keineswegs Stolz sein...!
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Alles dies geschieht auf Kosten des deutschen Steuerzahlers. Und wer mit seinem geringen Einkommen nicht auskommt, der muss halt als "Bittsteller" seinen Lohn aufstocken...!
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Armes Deutschland, wie tief bist Du bereits gesunken, und wie viel tiefer geht es noch...???

Interpretiert heisst das: Deutschland geht es gut !

Dass dies aber eine Fehlinterpretation unserer Regierung ist , war wohl allen klar.

Von diesem Export hat der Steuerbürger nichts.

Beim Volk kommt dank der wirtschaftsverliebten Frau Merkel nichts an.

Christlich heisst, den Armen zu geben, gerade in der Weihnachtszeit.

Aber die Armen sind im Merkel´schen Sinne Faule, die es nicht verdient haben, vom Kuchen etwas abzubekommen. Diese Neiddebatte stösst auf offene Ohren der deutschen Mentalität. Nur zu dumm, dass damit nur von der mangelnden Steuerentlastung für das GESAMTE Volk abgelenkt wird.

Der Koalitionsvertrag wird noch oft zitiert werden, da er als Konjunktiv-Prosa erstens in die Geschichte eingeht und zweitens die unzureichenden Definitionen der geplanten Projekte als Rechtfertigung für eine Geldadel-Politik seinesgleichen suchen wird.

Denkt an meine Worte.

"Geht es dem Chef gut, hat auch der Arbeitnehmer etwas davon" war gestern mal, heute ist das lange vorbei und diese volkswirtschaftl. Verantwortung gibt´s nicht mehr.

Keine Erholung für Krisenländer

"Die steigenden Importe dürften den Krisenländern helfen, ihre exportgetriebene Erholung fortzusetzen."
Das ist falsch. Stellt euch vor, ihr hättet gestern 20,30€ Schulden aufgenommen und heute kämen 17,90€ neue Schulden hinzu - da habt ihr euch kein bisschen erholt.
Damit die Situation der Krisenländer sich nicht weiter verschlimmert, müsste Deutschland eine ausgeglichene Außenhandelsbilanz aufweisen. Das wäre allerdings wohlgemerkt nur das Ende der Verschlechterung, für eine Verbesserung müsste Deutschland einige Jahre einen Importüberschuss aufweisen.

Die einzige Alternative dazu wäre die Insolvenz der Schuldner - dann sieht allerdings auch Deutschland in die Röhre, denn die durch Lohnzurückhaltung erreichten Überschüsse werden dann wertlos. Das wird manchmal vergessen, wenn man den Griechen ordentlich eine draufgeben will.

Kommerz- Konsumnachfrage stärken !

Hallo Kommerz,

mit der Anmahnung die Steigerung der Konsumstärke anzuregen ist unser desolater Binnenmarkt gemeint.

Den Bürgern wird durch seit nun Jahrzehnten stagnierende Löhne und Inflation nicht mehr bezahlt und daher bleibt für einen Konsum nichts mehr übrig.

Parallel wird durch immer höhere Preise wie z.B. der Energie überproportional die Mehrheit des Volkes durch die ebenfalls steigende Steuerlast gemolken, dass es seinesgleichen sucht.

Schauen Sie sich die leerstehenden Innenstädte unserer Republik an. Wenn ein CDU-Verfechter dieser ach so tollen Wirtschaftpolitik meint, Deutschland dehe es gut, so meint er die Konzerne und deren Mehrheitseigentümerfamilien, siehe Fam. Quandt und Co.

Mit der Mehrheit der Deutschen Normalfamilie hat das nichts mehr zu tun, wenn von Exportstärke und Gewinnen der deutschen Industrie die Rede ist.

Krise in Europa war bei deutschen Banken, und für deren risikoreiches Zocken haben wir ja deren Bürgschaften nun übernommen.

Gut aus der Krise ?

@ 11:05 von Dittsche

Sehr guter Kommentar,stimme Ihnen 100% zu danke.

@ 11:09 von Vivala Revolution

Sie schreiben:
"Interpretiert heisst das: Deutschland geht es gut !
Dass dies aber eine Fehlinterpretation unserer Regierung ist , war wohl allen klar.
Von diesem Export hat der Steuerbürger nichts."
*
Was Sie hier schreiben DAS ist die Fehlinterpretation!
Was der deutsche Bürger davon hat?
Mehr Arbeit und mehr Einkommen!
Das bedeutet dass der Staat auch mehr Einnahmen hat und dass die Sozialversicherungen mehr Beiträge einnehmen.
Was bedeutet das?
Gute Leistungen OHNE dass dazu Steuern und Beiträge erhöht werden müssen.
Manchmal hilft es etwas weiter zu denken als nur von 12 Uhr bis Mittags, hat mein Opa immer gesagt. Schade dass viele Menschen solche einfachen Weisheiten scheinbar vergessen haben!

Mehrwert-Brille

Also ich bin baff, was hier wieder für Unsinn unters Volk gebracht wird! Gerade die Exportgüter stammen nicht von unterbezahlten Arbeitnehmern, sondern aus florierenden Unternehmen mit gutbezahlten und gutausgebildeten Arbeitnehmern. Denn Deutschland lebt gerade nicht von Billigexport, sondern seine Güter werden wegen der Qualität gekauft!

Und was den Konsum angeht, noch vor ein paar Tagen war hier in der TS und auch anderswo Schlagzeile, dass der Handel super läuft, dass die Menschen kaufen! Unter anderem auch, weil wegen niedriger Zinsen auf Erspartes, niemand sein Geld nur entwertet auf der Bank rumliegen sehen will!
Unterbezahlung liegt in Dienstleistungsbetrieben vor, die haben nichts mit Export zu tun, eher mit dem "Export" von mitkonkurrienden EU-Firmen etwa im Baugewerbe.

Und letztendlich unser Binnenmarkt ist bezüglich Konsumgütern gut gesättigt. Oder wieviele FernseherModelle sollen es noch sein? Oder herrscht etwa ein Mangel an Wintermänteln?
D. ist halt produktiv!

Export- und Importtabellen

Danke für die tabellarische Auflistung der Exporte!
Aber jetzt denken wir mal nicht nur an die wenigen Firmen, sondern die Leser, die Menschen, die Mehrheit, die ja eher konsumiert, als exportiert. Wäre da nicht eine Importtabelle mindestens genauso wichtig?
Volkswirtschaftlich gesehen wäre es auch wichtig zu wissen, welche Güter nun mehr importiert wurden. Sind es Investitionsgüter, die nur einmalig und von Unternehmen gekauft wurden oder Güter, die langfristig und wiederholt importiert werden und damit den Binnenkonsum ankurbeln und nachhaltig den Krisenländern helfen könnten?
Es gibt so viele Fragen, die weitaus bedeutsamer sind, als der Exportjubel, der uns sogar schadet, wenn er subventioniert und auf Schulden / uneinbringbare Forderungen basiert.

Deutschland exportiert so viel wie noch nie

und die Kleinverdiener Mutter Krause und Michel, sind so arm wie noch nie!

@ 11:14 von Käptn LeChuck

Sie schreiben:
"Das ist falsch. Stellt euch vor, ihr hättet gestern 20,30€ Schulden aufgenommen und heute kämen 17,90€ neue Schulden hinzu - da habt ihr euch kein bisschen erholt.
Damit die Situation der Krisenländer sich nicht weiter verschlimmert, müsste Deutschland eine ausgeglichene Außenhandelsbilanz aufweisen."
*
Kann es sein das Sie den Artikel gar nicht gelesen haben?
Dort steht dass die Importe nach Deutschland stärker gestiegen sind und dass der deutsche Export in diese Krisenländer geschrumpft ist.
Genau das ist der Weg dieser Länder um längerfristig aus den Schulden heraus zu kommen!
Ein Beweis dazu ist ja auch dass die Target2 Salden bei der Bundesbank seit dem vorigen Jahr um fast 25% gesunken sind!
Die Euro-Krisenländer kommen aus dem Tief langsam heraus und das in den Target2 Salden enthaltene Risiko Deutschlands sinkt!
Die Handelsbilanz Deutschlands relativiert sich weil sich Im- und Exporte annähern.
Das ist für alle der richtige Weg und alles lesen kann helfen!

@Bernd 1, @ Viva Revolution...

Die Gleichung 'Wirtschaft gut = allen gehts gut' hat sich hierzulande in den letzten Jahrzehnten als unzutreffend erwiesen. Einen Zusammenhang zwischen allgemeinem Wohlstand und Wirtschaftskraft gibt es aber nach wie vor: 'Wirtschaft schlecht = allen gehts schlecht'.
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So ist es dann auch die (wenn man das Gerede von Arbeitsplätzen etc. erstmal dahingehend verstanden hat) unverhüllte Drohung von Arbeitslosigkeit und Verarmung mit der Politik gemacht und Stimmenfang betrieben wird.

Das alte Märchen von den ach

Das alte Märchen von den ach so tollen deutschen Exportüberschüssen.
1. Wenn eine Volkswirtschaft dauerhaft mehr exportiert, als importiert, dann leben die Menschen dieses Landes unter ihren Verhältnissen. Wenn die Menschen, die die Güter produzieren, diese nicht mehr konsumieren können, dann läuft was schief. bei den Löhnen in Deutschland ist es auch kein Wunder, daß niemand mehr Produkte kauft.

2. Deutschland verkauft seine Produkte auf Kredit. Wir verschenken den Kram also.Oder glaubt irgendjemand, daß all die offenen Rechnungen jemals bezahlt werden?

re kommerz

"Nicht etwa eine Bremsung überflüssiger Produktion wird gefordert,"

Wie wollen Sie die Unternehmen zu weniger Produktion zwingen, und wer soll bestimmen, was davon überflüssig ist? Komplett absurd.

Antworten Sie lieber nicht, es kann nur noch schlimmer werden.

11:54 von Bernd1

>>Ein Beweis dazu ist ja auch dass die Target2 Salden bei der Bundesbank seit dem vorigen Jahr um fast 25% gesunken sind!<<

Könnte es sein, daß sie uns eine Umschuldung von Target_2 auf Kredit der EZB als Erfolg verkaufen wollen ?

@ 11:45 von Trecker

Wenn Sie wissen möchten was hauptsächlich importiert wird schauen Sie bitte mal hier nach:
http://url9.de/PYe
*
Natürlich sind die wichtigsten Importgüter Rohstoffe wie Erdöl und Basisgüter für die Industrie. Unser Export kann nur funktionieren wenn vorher bestimmte Basisprodukte importiert werden da Deutschland außer Braunkohle kaum noch eigene Rohstoffe besitzt.
So werden Rohstoffe und preiswert gefertigte Basisprodukte eingeführt und in deutschen Unternehmen zu hochwertigen Produkten (Autos, Maschinen, Anlagen etc.) aufbereitet.
Das ist die Qualität deutscher Produkte und somit das Erfolgsgeheimnis deutschen Exports!
Wesentliche Basisprodukte für unseren Export kommen dabei aus den anderen EU-Ländern so dass diese auch mit von unserem Export profitieren!

@11:39 von Bernd1

<< "Was der deutsche Bürger davon hat?
Mehr Arbeit und mehr Einkommen!" <<
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Ja, die Mehrheit hat mehr Arbeit, damit die Minderheit höhere Einkommen hat. Super!
Der Zeitarbeiter kloppt sicher gerne noch ein paar unbezahlte Überstunden, damit der Unternehmensbesitzer sich eine größere Villa leisten kann...
Schließlich soll sich "Leistung (=Kapitalbesitz) lohnen", nicht wahr?

@11:44 von eli

<< "Gerade die Exportgüter stammen nicht von unterbezahlten Arbeitnehmern, sondern aus florierenden Unternehmen mit gutbezahlten und gutausgebildeten Arbeitnehmern." <<

Das stimmt nicht. Auch in der vielgepriesenen Exportwirtschaft gibt es Leiharbeiter und Werkvertragler en masse, dazu in großen Umfang Auslagerungen an Subunternehmer mit Angestellten im Niedriglohnbereich.
Für z.B. Schlachterei und Tierverarbeitung gilt das garnicht; dank lächerlicher Löhne unter dem Existenzminimum(!) werden die Tiere aus West- und Nordeuropa nach Deutschland gekarrt um hier getötet und verlegt zu werden.
Ohne Lohn- und Sozialdumping gäbe es die deutsche Wettbewerbsfähigkeit so nicht.

Der Export boomt...

Der Export boomt, dann können die Leiharbeitsplätze verschwinden und gegen normal bezahlte Arbeitsplätze ausgetauscht werden. Leiharbeiter bauen doch im Moment "Berge" an Arbeit ab statt "Spitzen"! Gruss

Deutschland geht es gut-Hohe Zuwachsraten bei Exportu.Verarmung!

Export Deutschland 1991 - 300 Milliarden!
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Tafeln, Suppenküchen in Deutschland - 1991 = 0!
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Export Deutschland 2012 - 1,1 Billionen!
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Tafeln, Suppenküchen in Deutschland 2013 = 1000!
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Die Story geht weiter!

@Kommerz

Vollkommen richtig erkannt. Wir produzieren zu viel Müll und den exportieren wir auch noch. Nicht "mehr ist besser" gilt, sondern nur "besser ist besser".

Mehr ist nur bei einer Sache besser: beim Geld, und auch das ist nicht das höchste Kriterium.

Deutschland hat ein echtes Problem: den Geiz. Wir sind knauseriger als die sprichwörtlichen Schotten wenn es um Kleinigkeiten - Essen, Werkzeug für den Alltag, Radiergummi, ... - geht, aber wenn es an das Auto oder auch Großprojekte geht wird geklotzt was das Zeug hält. Das macht unsere Persönlichkeit so schlecht, denn es ist der Fokus auf die falschen Dinge im Leben.

Abgesehen davon hat Deutschland das Problem des Niedrigstlohnsektors. Die Menschen können sich nicht mehr leisten. Eine Verschiebung des Geldes zu den Reichen ist schlecht, denn die brauchen nur ein Auto oder einmal Kaviar, wohingegen die Hartz-IV-Opfer eben mit dem Billigsten auskommen MÜSSEN und auch nur die Mindestmenge.

Nun denn @Vivala Revolution

Zitat:"Geht es dem Chef gut, hat auch der Arbeitnehmer etwas davon..."
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Heute gibt es aber keinen Chef mehr - erst recht keinen, der seine Arbeitnehmer auch noch beim Namen kennt. Heute gibt es "Global Player" und für die sind wir "Human Ressource Capital" oder eben nur ein "Kostenfaktor".
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Legt man Tageszeitungen von einer Woche nebeneinander, wird einem die Abartigkeit bewußt, wenn einerseits von "mehr Konsum" geschrieben wird und nur 3 Tage später davon, dass immer mehr Haushalte und inbesondere junge Leute hoch verschuldet sind.
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Aber "hey", die Kreditzinsen sind so schön niedrig, da darf es doch (wie beim Metzger) ruhig etwas mehr sein...

Vom Sinn für Realitäten

Prof. ifo-Sinn verstieg sich neulich (Handelsblatt) die Kritik am Überschuss zurückzuweisen: Ohne unsere Exporte auf Pump würden die Defizitländer doch zusammenbrechen. Wir könnten ja unseren Leistungsbilanzüberschuss in den deutschen Binnenmarkt investieren, wenn die was zu meckern haben an ihren steigenden Staatsschulden und unseren Rettungskrediten, von denen man mehr will.

Klingt wie Entwicklungshilfe. Ist es aber nicht, sondern Umverteilung von Geld an Banken mit Bande über Staaten gespielt.

Derselbe Sinn empfahl u.a. Griechenland Lohn-und Preissenkung für mehr Wettbewerbsfähigkeit bei Abwertung durch zeitweiligen Euroaustritt.
Löhne sind 40% runter, Deflation setzte ein - und das BIP brach bei Massenarbeitslosigkeit höher als 1930 ein, womit Schulden noch unbezahlbarer werden.

Eurozone Jan-Okt 2013 (Mrd. €):
Ex +337,5
Im +336,7
Saldo +0,8 bzw. +0,23%.

Was soll daran den Defizitländern geholfen haben Schulden abzubauen?

Dito EU Nicht-€
Ex 185,9
Im 147,2
Saldo +38,7

Export-Wunder

So lange wir "unsere" Exporte durch Kredite an die Importeure finanzieren - was z.B. an den Target-Salden ablesbar ist - werden sie kaum sinken.

Aber ist das (für "uns") wirklich ein Grund zum Jubeln?

Die erste Frage ist doch, wie lange "wir" uns solche Kredite noch leisten können, oder anders ausgedrückt, wie lange "das Volk" das mit sich machen lässt. Denn Exporte werden nicht nur wegen hoher Qualität erzielt, sondern (vor allem) auch wegen niedriger Preise. Und die wiederum (auch) durch niedrige Löhne.

Und die zweite - noch entscheidendere - Frage ist, wie lange die Importeure die ihnen von uns gewährten Kredite noch zurückzahlen (können). Durch neue Kredite, die ihnen dafür gewährt werden. Denn aus eigener Kraft werden sie das - mit der ihnen aufgezwungenen Austeritätspolitik - kaum schaffen.

Schade (für uns), dass dann Geld UND die "verkauften" Exportgüter weg sind.

Ich hätte es insoweit vorgezogen, z.B. eine der so von mir mitfinanzierten Luxuskarossen selbst zu fahren ...

@Kommerz

"Nicht etwa eine Bremsung überflüssiger Produktion wird gefordert, nein, eine Stärkung des Konsums. Völlig absurd ist das. Wieviel soll ich eigentlich noch fressen, wenn ich schon satt bin?"

Konsum wäre in dem Fall ja auch, wenn man statt der Gebährprämie von staatlicher Seite in die Infrastruktur investieren würde, da diese Projekte ja europaweit ausgeschrieben werden. Oder wenn man statt der Mütterrente, die ja auch die Millionärsgattin bekommt, das Geld denen gezielt gibt, die es wirklich brauchen. Die haben nämlich noch Nachholbedarf im Konsum.

Das bedeutet ja nicht unbedingt, das Sie was kaufen sollen.

@Dittsche

"Alles dies geschieht auf Kosten des deutschen Steuerzahlers. "

Das verstehe ich jetzt nicht. Erst schreiben Sie von "Hungerlöhnen" und "Aufstockern", dann wieder geht es "auf Kosten der Steuerzahler".

Was denn nun? Die "Hungerlöhner" und "Aufstocker" zahlen doch keine Steuer.

@eli

"Und letztendlich unser Binnenmarkt ist bezüglich Konsumgütern gut gesättigt. Oder wieviele FernseherModelle sollen es noch sein? Oder herrscht etwa ein Mangel an Wintermänteln?"

Bei Ihnen offensichtlich nicht, es gibt aber genügend Deutsche, denen es schlecht geht. Da würde jeder zusätzliche EURO direkt in den Konsum fließen.

Langfristig gesehen ist ein Ungleichgewicht der Märkte immer auch eine Gefahr für das marktwirtschaftliche Gleichgewicht, auch für den, der sich zunächst über Exportüberschüsse freut.

Viele der Waren, die wir exportiert haben, haben wir auf Pump geliefert. Es steht zu befürchten, dass ein Großteil dieser Waren niemals bezahlt werden kann (siehe Griechenland). Das aber bedeutet, das Geld aus dem ach so schönen Exportüberschuss kommt nie bei uns an. Wir haben dann einfach unsere Waren quasi verschenkt. Denn bei einer Pleite der Abnehmer können wir auch unsere Forderungen abschreiben. Das ganze ist langfristig ne Luftnummer.

Export-Irrsinn

Wir haben wirklich nichts gelernt.

Ich bin freudig ...

erstaunt das doch soviel Foren-User den Zusammenhang zwischen Import-Defizit, Lohndrückerei und Euro-Krise verstehen.

Das ist doch mal ein toller Start in diese Woche.

@hugomauser 13:06

Ist ja süß. Was dachten Sie denn, wer das Aufstocken bezahlt? Der Arbeitgeber?
Und in einigen Posts hier können Sie etwas darüber lesen, was passiert, wenn unsere Kunden im Ausland, die sich für "made in Germany" bei uns verschulden, ihre Schulden nicht mehr begleichen können. Die Aussenstände der deutschen Lieferanten sind über Kredite abgesichert. Was meinen Sie wohl, wer die dann tilgt? Die Lieferanten selbst?

@ich-weiß-von-nix

"Heute gibt es aber keinen Chef mehr - erst recht keinen, der seine Arbeitnehmer auch noch beim Namen kennt. Heute gibt es "Global Player""

Das stimmt nicht. Die ganz überwiegende Zahl der Arbeitnehmer ist bei Klein- und Mittelbetrieben beschäftigt. Die Anzahl dieser Betriebe macht über 90% aller Betriebe in Deutschland aus. Ihre "Global-Player" können Sie an zwei Händen abzählen.

@ eli

Natürlich gibt es Gewinner bei diesem
Wirtschaftsaufschwung, dies trifft jedoch nicht auf die Mehrheit der Bürger zu.
Die Anzahl der Millonäre steigt, wie auch der der Suppenküchen.
Dass der Handel super läuft (wie ja auch bei TS berichtet), kann ich gar nicht bestätigen. Ich bin ziemlich oft beim Shoppen unterwegs und stelle eher das Gegenteil fest. Erst kürzlich wurde in der Tageszeitung berichtet, dass die Händler mit der ersten Dezemberwoche nicht so zufrieden sind.
Übrigens, ich habe Lust auf eine neue Winterjacke und werde mich bei Gelegenheit auf den Weg machen.
@ Xabbu
Die gleichen Gedanken hatte ich auch wie Sie.
Die Forderungen heißen dann nicht mehr Target 2, sondern laufen unter einem anderen Namen.

@eli

"Und letztendlich unser Binnenmarkt ist bezüglich Konsumgütern gut gesättigt. Oder wieviele FernseherModelle sollen es noch sein? Oder herrscht etwa ein Mangel an Wintermänteln?"

Bezeichnend, wie sehr Sie von sich selbst ausgehen. Insgesamt mag eine Übersättigung ja vorliegen und bei Ihnen selbst mag kein Mangel an intakten Kleidern herrschen. Aber ich kenne genügend Leute, deren Einkommen man an ihrer Kleidung auf den ersten Blick erkennt. Halten Sie das wirklich für richtig?

@ 12:23 von Palais des Tuileries und co

Ihr Beispiel Fleischindustrie ist doch gerade kein Gegenbeispiel! Sondern gerade hier tobt sich doch der Arbeitsmarkt mit Leiharbeit, EU-Konkurrenz usw. aus. Hier wird mitnichten einen Exportüberschuss erzielt.

Im Übrigen ist die ganze Rechnung schief, denn man kann nicht Äpfel mit Bäumen vergleichen, exportiert werden vor allem MASCHINEN , Maschinen für Industrieanlagen etwa, diese sind hochpreisig, wie soll ein Import von irgendeinem Konsumartikel dies decken? Der ganze Exportüberschuss kommt doch zustande, dass in Deutschland eine weltweit!!! anerkannte Werkzeugmaschinen-Industrie auf höchsten Niveau mit guter Qualität existiert. Die können nicht alle auf dem Binnenmarkt verkauft werden, oder eine Nudelfabrik wird kaum neu gegründet, wenn z.B. in Rumänien, die Arbeiter für diese Fabrik ein Bruchteil kosten.

Hier ist das Thema Exportüberschuss, und nicht Hartz IV. Der HartzIV profitiert eher davon, dass die guten Löhne aus der Exportindustrie hohe Sozialabgaben ermöglichen.

Exportüberschuss Bashing

Die Amerikaner regen sich über unsere Handelsbilanz deshalb auf, weil Amerika gerade Ihre zukünftigen Gewinne aus dem Schiffergas beleiht, Dollars druckt und die in Ihre Wirtschaft pumpt. Während die Deutsche Wirtschaft Geld einsammelt und dies zum Leitwesen der Amerikaner noch nicht mal in Dollar bunkert wie es die Chinesen machen und damit auch keinen Grund haben die Amerikanische Wirtschaft zu stützen, um Ihre eigenen Dollar Währungsreserven zu schützen. Die Europäer welche sich dem Bashing anschließen tuen das, weils politisch einfacher ist mit Fingern auf andere zu zeigen als Ihre eigene Wirtschaft den geänderten Bedingungen auf dem Weltmarkt anzupassen. Es reicht nicht mehr sich nur im Europäischen Vergleich zu sehen, sondern man muß sich im Globalen Wettbewerb sehen. Es sind in Fernost bedeutende Volkswirtschaften am expandieren, diese warten nicht bis Sie Lebensstandarts der Europäer verwirklichen können, die machen Ihre Geschäfte heute und wahrscheinlich morgen auch noch.

@ 14:00 von tomcat

Thema ist Exportüberschuss. Auch wenn kein Exportüberschuss wäre, könnte Ihre Klientel sich keinen 10. Mantel leisten. Andersherum wird ein Schuh daraus, wenn kein Export existiert, gibt es keine Arbeit, denn der Deutsche ist zu teuer für z.B. die Arbeit in einer Nudelfabrik und außerdem haben wir dann auch viel zu viel zu gut ausgebildete Leute - nicht nur Akademiker, auch Techniker usw. werden nicht auf Nudelmaschine bedienen oder Packerniveau absteigen wollen. Die Leute sollen mehr lernen, dann können sie auch mehr verdienen.

Und mich ärgert, dass hier nur von Sozialfällen, oder Leiharbeit usw. gepostet wird, die sind doch nicht der Exportindustrie geschuldet! Export schafft Arbeit. Und die für den Export arbeiten verdienen nicht schlecht. Schlecht verdienen die ungelernten und diejenigen, die noch billigerer Konkurrenz ausgesetzt sind.

@frosthorn

"Was dachten Sie denn, wer das Aufstocken bezahlt? Der Arbeitgeber?"

Zumindest einen nicht unerheblichen Teil davon. Über Gewerbe- und Körperschaftssteuer, aber natürlich auch über Einkommenssteuer. (Das reichste Viertel zahlt 80% der Einkommenssteuer).

"Und in einigen Posts hier können Sie etwas darüber lesen, was passiert, wenn unsere Kunden im Ausland, die sich für "made in Germany" bei uns verschulden, ..."

Ja, zum Beispiel in meinem eigenen ;-)

Übrigens "zahlen" dann auch wieder sehr viele Reiche, allein schon durch den Fall der Aktien.

Vorwärts immer, rückwärts nimmer

Wie immer gilt eine gesteigerte Export als Erfolgsmeldung. Für ein hochentwickeltes Industrieland bedeutet dies eine völlig unverhältnismäßige Abhängigkeit vom Ausland und der Weltkonjunktur. Gerade in der Zeit, in der das Überleben des Euro unsicher ist, wird sich das auch bitter rächen. Aber der Deutsche muss das hautnah erleben. Mit Vernunft ist ihm nicht bei zu kommen.
Die Zahlen zum Exportüberschuss sind verwirrend dargestellt und Vergleiche werden willkürlich gewählt (Vorjahresmonat bei Exporten, Vormonat bei Überschüssen). Das heißt, dass eine Überprüfung schon Zeitverschwendung ist, weil die Absicht sich schon in der Meldung offenbart.

@eli
.
"Hier ist das Thema Exportüberschuss,..."
.
Richtig, sie beschreiben aber den großen öffentlichen Irrtum: Exportüberschuss und Sinn von Exporten sind zwei grundlegend verschiedene Dinge. Kritisiert wird hier ersterer, der vor allem zeigt, dass hier nicht ausreichend verdient wird. I.d.S.: Auch den Tafeln geht es gut!

12:29 von Selbstaufklärer

Tafeln, Suppenküchen in Deutschland - 1991 = 0!

Können Sie mir mal bitte den Link geben woher sie die Zahl haben. Gleichzeitig möchte ich auch noch mal hinzufügen das die deutschen Landesgrenzen sich etwas verändert haben in Verhältnis zu Einwanderung.

@eli

"Ihr Beispiel Fleischindustrie ist doch gerade kein Gegenbeispiel! ....Hier wird mitnichten einen Exportüberschuss erzielt."

Da irren Sie sich gewaltig. Wir sind einer der größten Fleischexporteure weltweit.

"wie soll ein Import von irgendeinem Konsumartikel dies decken?"

Es müssen ja nicht unbedingt Konsumgüter sein. Man könnte ja, statt mancher sinnloser Zahlungen in die Infrastruktur investieren. Da gibt's ne Menge zu tuen...

re hugomauser

"Viele der Waren, die wir exportiert haben, haben wir auf Pump geliefert. Es steht zu befürchten, dass ein Großteil dieser Waren niemals bezahlt werden kann (siehe Griechenland)."

Da verwechseln Sie jetzt aber mächtig Exportgeschäfte mit staatlicher Finanzhilfe.

Auf Pump kann natürlich der Käufer bestellt haben, wenn er dafür einen Kredit aufgenommen hat. Das Geld ist dann aber beim Exporteur auch angekommen für die gelieferten Waren.

Und falls Sie dabei an Hermesbürgschaften gedacht haben: Die betreffen nur einen kleinen Bruchteil der Exporte, werden auch nicht so einfach für Lieferungen an Pleitekandidaten gewährt und werden i.d.R. gar nicht in Anspruch genommen, weil es zum Zahlungsausfall nicht kommt.

@14:00 von tomcat

Hier war nicht der Besitz im persönlichen Schrank gemeint, sondern das (Import-)Angebot im Laden - darum geht es doch wohl bei Exportüberschussabbau.

Exportüberschussabbau funktioniert nicht, oder erwartet hier jemand von einem Unternehmer, der durch guten Umsatz gute Löhne zahlt, investieren kann, dadurch die Produktpalette erweitern und dadurch noch mehr Umsatz machen kann, dass er freiwillig wieder Arbeiter entlässt, neue Produktionsstätten schließt, obwohl er alles produzierte verkaufen kann, nur weil der Nachbar nicht die gleiche Produktivität und Innovation entwickelt? Die Gewinne werden doch über Steueraufkommen in den Staat und damit auch in die EU gespült, aber natürlich nicht in die USA, es sei denn ein Ablegerwerk einer deutschen Firma produziert dort - gilt das eigentlich auch als Export?

ganz schön clever, @eli 14:07

Ich fasse mal zusammen: den Exportüberschuss könnten wir in den Griff kriegen, wenn die Arbeiter hierzulande so billig arbeiten würden wie in Rumänien, denn dann müssten unsere wertvollen Maschinen nicht exportiert werden, sondern würden im Inland verkauft.
Mal im Ernst: Exportüberschuß und HartzIV gehört zusammen. Unsere Exporte sind nämlich nicht nur deshalb so begehrt, weil sie so überaus toll und hochwertig sind, sondern weil sie äußerst billig hergestellt werden. Und das dafür notwendige Lohndumping führt zu zunehmender Verarmung der Bevölkerung, und HartzIV ist ein Ausdruck hiervon.

@ eli 14:07: Wie wärs mit Exportsteuern und Kreditbremse?

Exportüberschüsse kommen prinzipiell dadurch zustande, dass mehr verkauft als eingekauft wird und umgekehrt.
Sicher stimmen Sie zu, dass ein Privatunternehmen, dass mehr einkauft als absetzt bald pleite ist und seine Lagerkredite nicht refinanzieren kann.

Privatunternehmen, denen im Export und Import ja alle Rechnungen bezahlt werden, bewirken Defizite/Profizite der Handelsbilanz (E>I) über den nationalen Zentralbankkredit an die NZB des Defizitlandes, womit die heimischen Exporteure ausbezahlt sind. Die Schuldner-NZB hat aber nur in Höhe des minderen Imports Zahlungen von den Importeuren erhalten.

Das Finanzvermögen des Plus-Volks hat jährlich wachsende Forderungen, für die es nichts bekommt, obwohl die Arbeitsleistung erbracht wurde, die das andere Volk konsumiert ohne dafür zu arbeiten oder zu zahlen. GRE ging am Konsum auf Pump ein, verstärkt durch die dt. Krummbuckel-Lohnverzicht-WM, die den Eurokurs und damit Import-Kaufkraft der Griechen um 60% hochjubelte.

Wir zahlen nun 2x.

"Internationale Kritik an deutscher Handelsbilanz"

Und diese Kritik ist richtig! Wir verhalten uns in der westlichen Welt wie es sonst nur China vorgeworfen wird.

Deutschlands Exportüberschuss

Ich welchen Bereich fallen denn die Exporte der Rüstungsgüter? Sind die in den einzelnen Positionen versteckt oder ganz unter den Tisch gefallen?

@karwandler

""Viele der Waren, die wir exportiert haben, haben wir auf Pump geliefert. Es steht zu befürchten, dass ein Großteil dieser Waren niemals bezahlt werden kann (siehe Griechenland)."
Da verwechseln Sie jetzt aber mächtig Exportgeschäfte mit staatlicher Finanzhilfe.""

Nun, ich hab das nicht verwechselt, sondern nur stark vereinfacht. Nehmen wir an, die Exportwirtschaft hat ihr Geld über eine ausländische Bank. Die Bank gerät in Schieflage. Der jeweilige Staat versucht "seine" Bank zu retten und kommt seinerseits in Schieflage. Nun kommt es also doch wieder zu staatlicher Finanzhilfe. Das hängt alles zusammen, aber dafür reichen keine 1000 Zeichen...

re frosthorn

"Unsere Exporte sind nämlich nicht nur deshalb so begehrt, weil sie so überaus toll und hochwertig sind, sondern weil sie äußerst billig hergestellt werden."

Das ist absoluter Quatsch!

Äußerst billig wird da produziert, wo die Lohnstückkosten sehr niedrig sind - und die liegen allein schon in der EU in vielen Ländern unter dem deutschen Niveau, vom Rest der Welt ganz zu schweigen.

"Lohndumping führt zu zunehmender Verarmung der Bevölkerung, und HartzIV ist ein Ausdruck hiervon"

HartzIV ist in erster Linie ein Ausdruck dafür, dass ein gewisser Prozentsatz der Bevölkerung im Erwerbsleben nicht mehr unterkommt, wobei die Ursachen dafür unterschiedlich sind: mangelnde Qualifikation, Gesundheitsprobleme, Alter, Alleinerziehende, Leben in strukturschwachen Regionen, Faulheit (regen Sie sich ruhig auf, auch das ist trifft für manche zu), etc.

@14:34 von Hugomauser

Weltweit, wo haben Sie das her?

Die großen Brasilien, USA, Argentinien und Australien, werden noch nicht mal von der Gesamt EU eingeholt!

Und die Dienstleistung Schlachten ist was anderes als selbstproduziertes Fleisch gegenüber dem Ausland, denn gerade beim Schwein, wurden z.B. nur 1/3 heimische Schweine geschlachtet. Das heißt erst wurden Tiere importiert - sofern das innerhalb der EU so heißt- dass Fleisch dann exportiert, allerdings sind die Dimensionen gegenüber den oben genannten Ländern gewaltig kleiner und ähneln denen Frankreichs usw.....
www.v-d-f.de/news/pm_20080310_0066/
Verband der Fleischwirtschaft.

Also hier kommt der Exportüberschuss nicht her -wie aus TS-Tabelle auch ersichtlich.

Staatliche Investitutionen in Infrastruktur sind kein Import...

eine offene Frage

Deutschland ist eines der Top Wirtschaftsnationen weltweit, trotzdem hoch verschuldet und auch hier gibt es Armut. 10 % der Bevölkerung lebt am Existenzminimum, weitaus mehr auf pump.
Die Exporte sind seit Jahrzehnten auf Rekordniveau, trotzdem wird bemängelt, dass die stagnieren. Der Binnenumsatz soll zu niedrig sein, und Deutsche sollen mehr Importe konsumieren. Immer mehr von immer billiger werdender Massenware.

In weiten Teilen der sogenannten westlichen Industrienationen sind Importe wie Exporte unzufriedenstellend, die Schulden dramatisch und quasi nicht rückzahlbar hoch.

Die führende Industrienation der Welt, USA, kann Wachstum nur noch über (private) Geldproduktion generieren, kann z.b. wiederholt die eigene öffentliche Administration nicht unterhalten und hat eine erschreckende Armutsbilanz.

Das sind die Verhältnisse der TOP Industrienationen. Allen anderen geht es dramatisch schlecht

Und jetzt die Frage:

Wann und wie soll dieses Wirtschaftssystem positiv sein ?

re hugomauser

" Nehmen wir an, die Exportwirtschaft hat ihr Geld über eine ausländische Bank."

Da nehmen wir schon ganz falsch an.

Welche deutsche Firma finanziert sich denn mit Krediten von spanischen oder griechischen Banken? Allein die Formalitäten wären haarsträubend.

Was heißt außerdem "hat ihr Geld"? Unternehmen machen Gewinne (sonst gehen sie nämlich unter) und finanzieren lediglich außergewöhnliche Investionen auf Kredit.

@14:41 von vanPaten

Sie gehen davon aus, dass die Importeure deutscher Güter grundsätzlich diese gegen Kredit erwerben.
Ja was sind das denn dann für Banken, die ohne Sicherheit Kredite vergeben? Ich würde mal den Schwarzen Peter bei Ihrer Rechnung nicht den deutschen Exporteuren zuschieben.
@ 14:39 von frosthorn

Aha, was ist Ihrer Meinung nach denn besonders billig zu Dumping Preisen aus Deutschland zu erwerben?
Das Deutschland es schafft China etwa diesen Vorteil abzujagen wäre mir neu! Deutschland hat ein sehr hohes Lohnniveau! (solange man sich nicht im Leiharbeits- und Dienstleistergeflecht befindet - was aber gesetzlich abzustellen wäre und trotzdem gegenüber China noch hoch wäre)

@karwandler - 09. Dezember 2013 um 14:35

Sie schreiben: "Das Geld ist dann aber beim Exporteur auch angekommen für die gelieferten Waren."

Ja, das ist ja das schöne.
Schön aber nicht für alle, denn die letzten beißen bekanntlich die Hunde (also uns) ...

Das Geld ist zwar beim Exporteur (genauer: beim exportierenden Unternehmen) angekommen.
Aber nur "finanziert" durch Buchungen (!) der beteiligten Notenbanken (NB).
Und damit steht in der Konsequenz dem angekommenen Geld jetzt eine Forderung der Export-NB an die Import-NB gegenüber.
Und ob die jemals gedeckt wird oder "vergesellschaftet" ...

@vanPaten hats übrigens um 14:41 Uhr wohl so verständlich dargestellt, wie das hier möglich ist.
Danke!

Das Geschäft der Banken ist halt ziemlich kompliziert.
Die Banker wissen, warum. Und schweigen.

Und die es nicht wissen, meinen weiterhin, am Beispiel einer Schwäbischen Hausfrau ließe sich das doch alles ganz einfach erklären ...

Pustekuchen!

@ 14:39 von frosthorn

Sie schreiben:"Unsere Exporte sind nämlich nicht nur deshalb so begehrt, weil sie so überaus toll und hochwertig sind, sondern weil sie äußerst billig hergestellt werden.
Damit befinden Sie sich in einem absoluten Irrtum.
Der größte Batzen unseres Exports kommt vom Maschinenbau.
Hier mal explizit das Gehalt eines Mechatronikers, 32 Jahre im Maschinenbau:
Monatsgehalt brutto: 2572,-- € bei 42 Stunden die Woche.
(Quelle: http://www.gehalt.de/einkommen/Maschinenbauer/818661)
Das macht einen Stundenlohn von: 16,38 €.
Ich finde nicht das dies Lohndumping ist.

@ karwandler : DE hat niedrigere Lohnstückkosten

Sie können das selbst bei Eurostat nachsehen, dass DE in der Entwicklung nominal und real gemessen weit unter EU28 und EURO17 liegt, vor allem im Vergleich zu wirtschaftlich starken Staaten.

Die Lohnbremse (netto real -1% ab 2000) war eben größer als anderswo, während die Produktivität samt Abfall der Lohn-Arbeitstunden stärker stieg (abgesehen von der Rezession der immer mehr Defizitländer).

Hierin liegt die Hauptursache der Ungleichgewichte, die immer mehr und billigere Waren gegen weniger und teurere stellen.Anders ausgedrückt: Der deutsche arbeitnehmenr hat nichts vom Produktivitäts- = Umsatzzuwachsund schon gar nichts vom Exportüberschuss daraus, den er per Rettungsschirmen etc. als Staatsschulden bezahlen darf.

@eli

"Staatliche Investitutionen in Infrastruktur sind kein Import..."

Das ist nicht richtig. Infrastrukturprojekte müssen Europaweit ausgeschrieben werden. Steine, Teer, Stahl und was immer sie noch brauchen wird auch ausgeschrieben. Hier ist ein größerer Posten an Import zu erwarten. Schauen Sie sich mal auf dem Großflughafen Berlin um, sie werden staunen, wieviele ausländische Waren und Dienstleister sie dort antreffen.

re vanpaten

"Sie können das selbst bei Eurostat nachsehen, dass DE in der Entwicklung nominal und real gemessen weit unter EU28 und EURO17 liegt, vor allem im Vergleich zu wirtschaftlich starken Staaten."

Hier ging es aber nicht um die tendenzielle Entwicklung der letzten Jahre, sondern um die Behauptung, dass Exportwaren in Deutschland billiger als anderswo hergestellt werden.

Und wenn Sie schon bei eurostat nachsehen dann sehen Sie da auch die absoluten Vergleichszahlen, und schon ist es aus mit dem Märchen vom Billiglohnland.

@ eli : Andere Mechanik

Sie gehen davon aus, dass die Importeure deutscher Güter grundsätzlich diese gegen Kredit erwerben.Ja was sind das denn dann für Banken, die ohne Sicherheit Kredite vergeben? Ich würde mal den Schwarzen Peter bei Ihrer Rechnung nicht den deutschen Exporteuren zuschieben.

Nur Überschüsse werden zwischen den nat. Zentralbanken kreditiert.
--------A-------B
Ex----100----80
Im-----80----100
Ges. ZB A-- ZB B
.........+20--- -20
---Profizit---Defizit

Der Exporteur kennt nur sein Geschäft, nicht den Gesamtstand oder ob er +/- im Handelssaldo erzeugt. Über seine Geschäftsbank erhält er seine Währung aus Export und die fordert die Summe von ihrer ZB und diese von der anderen ZB der Importeurs. ZB-Kredit-Kette.

Die beiden ZB erfassen von den Geschäftsbanken die gegenseitigen länderüberschreitenden Forderungen - hier einmal 80 €, einmal 100 €. Dieser Währungsaldo -20 muss aus den Geldern der ZB ausgeglichen werden.
Oder von der Regierung. Womit wir u.a. bei GRE und uns wären.

@ karwandler : DE hat niedrigere Lohnstückkosten

und um diese ging es bei Ihrer Behauptung, Und nicht um absolute Lohnhöhen.
Lohn/Stück ist die Frage und damit die Produktivtätsunterschiede auch bei Lohn/Stück je Stunde oder Arbeitnehmerzahl.

Was Sie daneben als "absolute Vergleichszahlen" benennen, sagen Sie nicht.

Hier nun der Link zu Eurostat zum Thema Lohnstückosten EU. Sie können es auf 2005=100 nominal und real (deflationiert) einstellen. DE ist immer fast ganz unten im Vergleich zu anderen und Eu-Mittel wg. stärker gebremster Lohnentwicklung und Produktivitätserhöhungen.

http://tinyurl.com/m7g6a3k

@Bernd1

Ich habe den Artikel schon gelesen. Da steht drin, dass wir dieses Jahr wieder einen Außenhandelsbilanzüberschuss von 17,9 Milliarden Euro erreicht haben. Wir haben also Waren im Werte von fast 18 Milliarden Euro rausgerückt und dafür außer ein paar Schuldverschreibungen nichts bekommen.

Solange Deutschland gegenüber der Eurozone einen Handelsbilanzüberschuss aufweist, kommt niemand aus dem Tief raus sondern befindet sich weiterhin auf dem Weg zur Talsohle. Erst in dem Moment, wenn die Außenhandelsbilanz Deutschlands ausgeglichen ist, ist überhaupt der Tiefpunkt erreicht, aus dem man sich dann mit einigen Jahren deutscher Importüberschüsse herauskonsumieren kann.

Möglicherweise meinten Sie mit der Besserung aber auch schon, dass es jetzt weniger steil bergab geht. Dann haben wir uns einfach missverstanden.

re vanpaten

Sie haben Recht: Ich schrieb von Lohnstückkosten, also ein Produktivitätsindikator, und hätte Lohnkosten sagen müssen.

Insofern mein Fehler; nichtsdestoweniger steht die Aussage, dass Exportwaren aus Deutschland nicht wegen Niedriglöhnen konkurrenzfähig sind.

Deutschland ein Niedriglohnland ist Unfug.

@ 17:47 von karwandler + @17:19 von vanPaten

Zitat:
"nichtsdestoweniger steht die Aussage, dass Exportwaren aus Deutschland nicht wegen Niedriglöhnen konkurrenzfähig sind.
Deutschland ein Niedriglohnland ist Unfug."
*
Damit haben Sie vollkommen Recht.
Leider gibt es immer wieder Menschen die nicht verstehen dass es möglich ist trotz höherer Löhne und somit auch höherer Lohnkosten durch effektive Produktion auf niedrigerere Lohnstückkosten zu kommen.
Darauf beruht der Erfolg deutscher Wirtschaft:
Hohe Effektivität durch modernste Produktionsanlagen und fleißige Mitarbeiter zusammen ergeben trotz höherer Löhne im Endeffekt niedrigere Lohnstückkosten als in vielen anderen europäischen Ländern.
*
eurostat zu den Durchschnittslöhnen in Industrie und Dienstleistung:
http://url9.de/MNV
42.900 € Duchschnittsverdienst für Industrie und Dienstleistung 2011 in Deutschland sind nun wirklich keine Niedriglohn!

@ karwandler : Danke, ist ok.

Die Konkurrenzfähigkeit durch Qualität und Innvovation (US-Ökonomen behaupten wegen des immer mehr volumigen Exportwahns deren erreichtes Ende hier) erlauben hohe Preise, manchmal monopol hohe. Gerade hier liegt ja das Gegenargument dazu, dass eine DM-Rückkehr samt Aufwertung die heiligen Exporte wegen Teuerung mindern würde. Die dafür notwendigen Importe (bis 50% aller) würden zudem billiger. Eine regierungsamtliche Analyse dazu liegt bisher nicht vor, jedenfalls nicht öffentlich, obwohl wir für jeden Quatsch Gutachtergelder verballern ud hochqulifizierte Beamte haben. ("Fällt der Euro, fällt Europa.")

Arme Länder mit viel Eigenverbrauch statt Export können sich hohe Rohstoff- und Technologiepreise nicht leisten, dafür aber ausländische Investitionen für nichts (keine eigenen Kredite). Auch hier haperts in der EU samt allen Rettungsprogrammen.

DE = Niedriglohnland habe ich im absoluten Sinn nicht gesagt. Pro Stück sind die aber dennoch niedriger = konkurrenzfähiger, wo diese ist.

@ Bernd1: Ausland unfähig und faul, Inland im Paradies?

Hohe Produktivität und niedrige LSK in DE streitet niemand ab.

Nun schauen Sie mal in Ihrem Datensatz, dass Frauen ~10.000 € brutto weniger haben als Männer bzw. -32,5%!
Das drückt den Gesamtlohnaufwand gewaltig im Stückpreis.

Die Produktivitätssteigerungen haben sich nicht ebenso in Löhnen, schon gar nicht Nettolöhnen niedergeschlagen. Angesichts 30% prekärer Einkommen aller Erwerbsfähigen (minus nicht sv-pflichtige Beamte) geht der Leistungssolz eher in Schamgefühl über. Die hochproduktive Industrie hat ab 2000 ca. 2 Mio AN abgebaut und in die mieser bezahlte DL (außer IT und Finanzen) bzw.
die Sozialsysteme abgeschoben.

In die Lohnerhebung gehen übrigens auch die Millionengehälter der großen Vorstände ein, die aktuell ca. 1:700 zum Mindestlohn stehen.

Sie unterstellen eigentlich anderen Nationen unproduktive Faulheit und unseren Arbeitnehmern goldene Eier in der Lohntüte, obwohl seit 2000 reale Nettolöhne -1% und die Kapiatleinkommen +38% aus derselben BIP-Produktion kamen.

@17:09 von vanPaten

Ok. der Exporteur verlangt über seine Geschäftsbank sein Geld. Aber wieso verlangt auf der Gegenseite die Geschäftsbank des Importeurs nicht die fällige Summe von dem Importeur. Zumal innerhalb der EU und Euro Zone, also zollfrei. Diese jeweils 100 oder 80 € tauchen in ihrem Beispiel nicht auf, sondern Sie gehen gleich auf Volkswirtschaftsebene und entziehen dem Gesamtgeldvolumen bei einem Kauf aus dem Ausland (aber im Beispiel EU-Inland) die entsprechende Summe und rechnen sie gegen eine Gegenrichtungstranferleistung auf. Was ist denn dann mit den d. Urlaubern, die ihre ungezählten Euros in Griechenland lassen - die gelten dann als d. Importbezahlung? Bezogen auf einen EinzelStaat verstehe ich ihre Rechnung, aber nur solange es nicht um einen Gemeinschaftsmarkt geht. Griechenland u. Deutschland gehören dem gleichen Markt an, wie soll da eine nationale Zentralbank noch die Hand dazwischen haben?

14:30Michb11 bitte den Link, woher sie die Zahl haben

Können Sie mir mal bitte den Link geben woher sie die Zahl haben.
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http://de.wikipedia.org/wiki/Tafel_%28Organisation%29
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Und Sie glauben tatsächlich,dass durch Verschiebung der Landesgrenzen die Tafeln entstehen mußten?
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Die Zerschlagung des Sozialstaates, brachte breite Verelendung!
Die Dunkelziffer, der vor allem arbeitenden Bedürftigen, ist durch Scham weitaus höher!
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Übrigens, dass reichste Zehntel der Nettoprivatvermögenden,könnte über 10Jahre und mehr, den gesamten Staatshaushalt Deutschlands begleichen.
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Und dann darf man noch danach googeln, seit wann dieses horrende Nettoprivatvermögen besonders anstieg!
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http://www.vermoegensteuerjetzt.de/vermoegensuhr/

Korrektur kommt

Ein Blick in die Zukunft dürfte die anderen Länder beruhigen - uns dagegen müsste der Angstschweiß im Nacken stehen: Beklagen doch unsere Firmen, dass eine zunehmende von jungen Menschen nicht ausbildungsreif sei oder die Ausbildung abbrächen. Vom Fachkräftemangel lesen wir nicht erst seit gestern und dass wir unter einem Geburtenmangel leiden, macht die Lage auch nicht besser.
Dann lesen wir, dass die Bildung zurückgeht (PISA ist da eine kleine Ausnahme) - maßgeblich werden auch die Medien verantwortlich gemacht; Prof. Dr. Spitzer, Gehirnforscher, prognostiziert, dass unsere Kinder in 15 Jahren die Turnschuhe und T-Shirts für den asiatischen Markt herstellen werden.
Leider behandeln wir die für uns notwendigen Kinder von Migranten sehr lieblos - anstatt ihnen einen solide Ausbildung in Deutsch zu geben, sitzen sie da mit spärlichem Förderunterricht (3h die Woche) in den Schulen und verpassen sprachbedingt viel.
DAS ist unsere Zukunft.
Ein Exportland kann sich so etwas nicht leisten!

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