Kommentare

Positive Wirkungen des öffentlcihen Prozesses

Danke für diesen guten Bericht.

Und es sollte wirklich bei aller berechtigten Kritik keine Anfeindung der Ermittler stattfinden. Alle Pannen aus ideologischer Verblendung heraus bedeuten eben nicht, dass die Ermittler bei der Ahnung von rechtsextremen Morden nicht zugeschlagen hätten. Sie hätten die Täter sicherlich mit Freude an der Sache dann auch schon früher verhaftet.

Ebenso beim vorsitzenden Richter: Das Verfahren bei der Beteiligung der Öffentlichkeit hatte Fehler, deren Hauptrisiko war, dass es einen Revisionsgrund hätte geben können. Aber keinesfalls war je der Verdacht berechtigt, dass die Richter beim Vorliegen rechtsextremer Morde es an der wünschenswerten Aufklärung fehlen lassen würden oder die gerechte Strafe nicht verhängen würden.

Gewünscht hätte ich mir noch eine breitere Beteiligung der Öffentlichkeit, weil das aus generalpräventiven Gründen besser gewesen wäre. Das Verhalten Baden-Württembergs beim Prozess gegen RAF-Täter war da vorbildlich - anders als die CSU.

Angeklagter in Neonazi-Klamottten

Abgesehen davon, dass zwei t in Klamottten genügt hätten und "Klamotten" wohl auch eher Umgangssprache ist...

... finde ich diese Zwischenbilanz sehr dünn:
Besonders die Verteidiger von Beate Zschäpe haben am Anfang versucht, sich ihren Spielraum zu erkämpfen - mit einer Reihe von Anträgen, darunter auch Befangenheitsanträgen.
Dass die Verteidiger diese Anträge stellen mussten -sofern sie sich nicht vorwerfen lassen wollen ihre Arbeit nicht sorgfältig gemacht zu haben- wurde hier schon mal vom Rechtsexperten der ARD ausführlich erklärt.

Was mir bei dieser Zwischenbilanz aber komplett fehlt sind die Fragen: "was wurde bisher aufgeklärt" und "welche Beweise gibt es gegen Beate Zschäpe". Diese Fragen wurden aber nicht gestellt, und somit natürlich auch nicht beantwortet.

Wie die Gesprächsatmosphäre im Gerichtssaal war, finde ich im Vergleich eher nebensächlich.

@ 20:28 von mr_mad_man

Ich glaube das hängt damit zusammen, dass die Bewertung eventueller Beweise (ich glaube wir sind noch bei den Zeugenbefragungen) letztlich dem Richter obliegt. Es gab ja schon einen konkreten Artikel zum Thema:
[ tagesschau.de/inland/nsuprozess178.html ],
ich denke dieser Kommentar dient eben der Vermittlung von zusätzlichen Eindrücken. Das Blog des Herrn Schmidt sei Ihnen übrigens empfohlen.

Danke Herr Schmidt

und weiter so, seit ich keinen Liveblog mehr zum NSU-Prozess finde :-( ist Ihr Blog meine wichtigste Informationsquelle zum Prozess, den ich am liebsten verhandlungstäglich selber besuchen würde.

Nutzlose meldungen.

Jeden tag sehe ich in den nachrichten das der nsu prozess weitergeht und seh dabei bilder dieser zschäpe...viel mehr kommt da eigentlich nicht!
Diese "null" information brauche ich nicht.
Mich würde vielmehr interessieren was den mit den mittätern vom "verfassungsschutz des vierten reiches" ist, unserer ist das ja nicht(aufgrumd der handlungen kann er das ja gar nicht sein).
Der vfs hat bewiesener maßen gedeckt, finanziert und beweise vernichtet(vieleicht sogar selbst abgedrückt, ausschließen kann man das ja erschreckender weise nicht.
Was wohl auch daran liegt das bisher noch niemand vom vfs vor gericht gelandet ist.
Warum nicht?
DAS würde mich interessieren und nicht ob die zschäpe die haare schön hat!

Verflucht noch eins.

@21:24 Phonomatic

dass die Bewertung eventueller Beweise letztlich dem Richter obliegt.
Das ist natürlich richtig. Das Wort "Beweis" war wohl von mir auch nicht richtig gewält. Ich hätte mir von einem Zwischenfazit jedoch mehr Infos bzw. Zusammenfassungen zum Inhalt des Prozesses gewünscht. Im Prinzip so in der Art "Was bisher geschah", eben weil das Thema sehr komplex ist. Aber okay, es ist ja schließlich ein Kommentar, und da kann der Kommentator den Focus selbstverständlich auf das legen, was ihm wichtig erscheint.
Danke übrigens für den Link, hab den Artikel gerade gelesen. Da wird das (Zwischen-)Fazit aus den jeweiligen Sichten der Anklage und der Verteidigung gezogen - nicht jedoch aus der Sicht des Beobachters. Vielleicht gibt es ja ein "Was bisher geschah", wenn der Prozess nach der Sommerpause wieder losgeht. Fände ich auf jeden Fall sehr gut.

@mab72

Was wohl auch daran liegt das bisher noch niemand vom vfs vor gericht gelandet ist. Warum nicht? DAS würde mich interessieren

Die "Aktivitäten" der Geheimdienste bzw. der Ermittler sind explizit nicht Bestandteil des Verfahrens, was die Nebenkläger ebenfalls sehr bedauern. Was dieses Thema angeht, bleibt letztendlich in den Untersuchungsausschüssen "verborgen". Ich sehe das recht ähnlich: im NSU-Prozess geht es lediglich darum, ob Beate Zschäpe und den Mitangeklagten eine (Mit-)Täterschaft bewiesen werden kann, mehr nicht - leider. Zur Rolle der Geheimdienste wird es wohl -trotz großer Aufklärungsversprechen- nichts weiter geben. Zurück bleiben geschredderte Akten und ein sehr dumpfes Gefühl, wie Sie es in Ihrem Kommentar beschrieben haben...

Versagen hilft Tschäpe

"So hätte man sich bei der Vernehmung der aussagebereiten Angeklagten detailliertere Fragen gewünscht. Dass diese Fragen fehlten, könnte letztlich Beate Zschäpe helfen."

Ganz tolle Arbeit, liebe Behörden!

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