Sturmböen mit Geschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometern pro Stunde und starke Schneefälle: Wenn die Prognosen der Meteorologen eintreffen, zieht am Wochenende ein heftiger Wintersturm über den Nordosten der USA. Die Menschen richten sich auf tagelange Stromausfälle ein.
Muß man in Deutschland alles melden, was in den USA passiert?
Die deutschen Medien nehmen die USA viel zu wichtig.
Das war auch beim Wirbelsturm Sandy so: Auf Haiti gab es mehr Tote als in New York, aber Haiti verlor niemand auch nur ein Wort. Über New York wurde fast rund um die Uhr live berichtet.
Bei jedem Amoklauf in Amerika mit fünf Toten gibt es nicht nur eine Meldung, sondern sogar oft einen "Brennpunkt". Wenn es im Irak oder Afghanistan einen Anschlag mit 50 Toten gibt, wird das oft nicht mal erwähnt. In Afrika laufen ganze Kriege ab, ohne jemals in der Tagesschau erwähnt zu werden.
Über das amerikanische Gesundheitssystem werden die Leute besser informiert als über die aller anderen EU-Staaten zusammen. Über die Einwanderungsprobleme dort wird mehr berichtet als über die in Europa. Und über den US-Staatshaushalt weiß ich bald besser Bescheid als über den Deutschen.
So wichtig sind die USA einfach nicht.
Ja mei
Dann gibt´s bald wieder eine Geburtenwelle, wie beim großen Stromausfall.
@ ruhrgebiet
"Muß man in Deutschland alles melden, was in den USA passiert?"
Nee, muss man nicht. Tut ja auch keiner. Nur manche Leute stolpern halt über jede Nachricht, die die USA betrifft und bemerken dabei gar nicht, dass die Tagesschau ziemlich ausgewogen über das Weltgeschehen berichtet:
In Ihrer Reigenfolge:
Sandy auf Haiti:
http://www.tagesschau.de/ausland/sandy-haiti102.html
Irak-Anschlag mit 50 Toten:
http://www.tagesschau.de/ausland/irakanschlaege102.html
Kriege in Afrika:
http://www.tagesschau.de/ausland/kongo304.html
Gesundheitswesen Europa
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/kommentar-
sozialbericht100.html
Einwanderung Europa
http://www.tagesschau.de/ausland
/einwanderungspolitik8.html
Fehlt noch was?
Im Namen international interessierter Tagesschau Konsumenten entschuldige ich mich dafür, dass es Menschen gibt, die gern etwas über eines der (flächen- und bevölkerungsmäßig) größten Länder der Erde lesen.
Werter Xabbu, falls Sie das lesen: DAS meine ich mit US-Bashing!
Zerbrechliche Zivilisation
3000 Flüge abgesagt-die Atmosphäre wird's danken.
Aber wegen was? Wegen 30 cm Neuschnee und etwas starkem Wind! - 30 cm "Weiße Pracht" und alles bricht zusammen!
Na, dann freut euch mal auf das, was in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch kommen wird - aber ach ich vergaß - den Klimawandel gibt's es ja in USA nicht!
Hallo @ ruhrgebiet
Es ist doch viel interessanter und vor allem viel einfacher auf die Probleme anderer aufmerksam zu machen als sich um seinen eigenen Dreck zu kümmern (müssen).
Das wichtigste in Deutschland sind die Sportmeldungen. Denn hier kann man sich richtig aufregen ohne das man wirklich jemanden verletzt.
Das wichtige wie z.B. Politik, das lassen wir uns lieber lau warm servieren, regen uns evtl. darüber auf, aber ändern tun wir eh nix. Da die eh machen was Sie gerade wollen.
@ hut
"Dann gibt´s bald wieder eine Geburtenwelle"
Das funktioniert übrigens nicht nur in den USA. Der schlimmste Nachkriegswinter in der DDR war - was die Stromversorgung betraf - der Winter 1956/57. Und immer, wenn ich später irgendeinem Erwachsenen mein Geburtsdatum (August 1957) nannte, war die Reaktion die gleiche: "Ach, Du bist also ein Stromsperrenbaby."
Stellen Sie sich die Reaktion meiner Mutter vor, als ich vierjährig fragte: "Mutti, was sind Stromsperrenbabys?"
Wichtig?
Zitat: "So wichtig sind die USA einfach nicht."
Nee, ein Sturm in einem Gebiet, das so groß ist, wie halb Deutschland, ist wirklich nicht so wichtig. Überhaupt ist alles unwichtig, solange der Blick nur immer gehörigst am deutschen Tellerrand kleben bleibt.
Wie sagte Theodor Gotthilf Leutwein, Kommandeur der Kaiserlichen Schutztruppe in Namibia (damals Deutsch-Südwestafrika) bereits 1895:
"Wir wollen Auseinandersetzungen mit den Eingeborenen vermeiden. Wenn also einer der Hottentotten behauptet, Afrika sei größer als Preußen, dann streitet nicht, sondern lasst ihn in seinem Glauben."
Manches an der deutschen Sichtweise ändert sich offensichtlich nie.
ruhrgebiet : USA sind die Weltmacht, Haiti nicht!
": Auf Haiti gab es mehr Tote als in New York, aber Haiti verlor niemand auch nur ein Wort."
Stimmt einfach nicht. Sogar hier auf metaategsschau konnte man zu Haiti kommentieren. Außerdem lief es in der Tagesschau.
"So wichtig sind die USA einfach nicht."
Doch, sind sie! Sie werden doch nicht den Krieg in Somalia wichtiger finden wie politische Ereignisse in den USA. Alles was dort passiert hat große Auswirkungen auf uns. Die meisten politischen Entscheidungen haben Einluss auf uns, ebenso die Wallstreet. In Amerika macht eine Bank pleite und Europa gerät in der Folge in die Krise. Haben die USA zu hohe Schulden, hat Europa ein Problem.
Die USA sind einflussreichste Staat der Welt mit über 310 Mio Einwohnern, ob Ihnen das gefällt oder nicht und Sie vegleichen die USA mit Haiti?
In den USA sind deswegen ganze Heerscharen von Reportern unterwegs. Und diese Reporter in den USA tun eben, was sie gelernt haben: Schreiben und wenn es nichts wichtigeres gibt, auch über einen Blizzard.
0:00 — Sasquatch
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>>Werter Xabbu, falls Sie das lesen: DAS meine ich mit US-Bashing!<<
Natürlich lese ich das. Allerdings, ich habe das Gefühl daß heute ihre Nerven etwas "blank" liegen.
Auch nach mehrmaligem studium des Beitrags (23:19 — ruhrgebiet) konnte ich ihre Aufregung nicht ganz nachvollziehen. Ich würde eher neigen ihm zuzustimmen.
Sicher haben sie Recht daß die VSA da sie sich zum "Weltenherrscher" aufgeschwungen haben auch in der Berichterstattung der TS gewürdigt werden sollen und müssen. Ich sehe jedoch in der Darstellung von @ruhrgebiet keinen Widerspruch und in der Tat stellt sich die berechtigte Frage ob man denn wirklich über jeden Sack Reis in NY oder Pennsylvenia berichten muss.
Aber ich kann sie trotzdem verstehen. Wenn man evtl. in der Ecke lebt in der man den Sturm erwartet, ist einem ein wenig Anteilnahme der Welt allemal lieber als ein : "Och nööö, ned schon wieder USA-Nachrichten".
Sasquatch
Das US Bashing ärgert mich zunehmend. Zu behaupten, so wichtig seien die USA nicht, ist lächerlich. Dabei bekommt Europa die ökonomische Influenza, wenn bei Euch die Wirtschaft einbricht. Das gilt insbesondere für eine Exportnation wie Deutschland. Daher ist es für mich von höchstem Interesse,die wirtschaftlichen Daten der USA zu verfolgen. Dass Europa nicht unabhängig von der US Außenpolitik ist, muss nicht erwähnt werden. Daher möchte ich mich auch über diese Themen und Zusammenhänge informiert sehen. Wenn wir außerdem als Europäer im gesellschaftspolitischen Diskurs der globalisierten Welt mitreden und mitbestimmen wollen, sollten wir uns über die einflussreichste Supermmacht der Welt informieren.
Von Anhängern der Linken bekam ich auf meine Frage, ob sie in den USA gereist seien, oft nur die Antwort, dass man das Land nicht so möge und man da nicht hinfahre. Schade, man könnte ja seine Vorurteile verlieren. Ich habe durch meinem USA Aufenthalt gelernt, dieses Land zu verstehen.
@ Sasquatch
Lieber Sasquatch,
dem kann ich mich nur anschliessen.
Ja, wir haben hier in New York mal wieder einen Blizzard, wie ca. 2-3 mal im Winter. Alles kein Drama, aber wer es kennt, weiss das das immer mal wieder recht spektakulaer sein kann.
Das das nicht unbedingt das wichtigste vom Tage ist fuer einen Grossteil in Deutschland ist schon klar.
Wo ist das Problem wenn die zahlreichen Korrespondenten, die hier arbeiten (in den ach so unwichtigen USA?) ueber einen maechtigen Wintersturm berichten?
Erstmal wieder beschweren ueber die US-Ueberpraesenz, und ueberhaupt, es schneit da doch nur? Was soll das?
Zeigt leider immer wieder das die US-Basher nicht die geringste Ahnung haben, was hier passiert, was die Leute auf der Strasse hier denken, etc.
Vielleicht mal in anderen Laendern Nachrichten gucken,
dann sieht man die deutsche oeffentlich-rechtliche Berichterstattung eventuell in ganz neuem Licht?
Aber, nee...
@xabbu
Zitat:
Aber ich kann sie trotzdem verstehen. Wenn man evtl. in der Ecke lebt in der man den Sturm erwartet, ist einem ein wenig Anteilnahme der Welt allemal lieber als ein : "Och nööö, ned schon wieder USA-Nachrichten".
Genau, in der Tat! Obwohl Anteilnahme? Eher nicht vielen Dank.
Aber, es gibt tatsaechlich Menschen, die hier (in diesem Falle heisst das USA) leben und gerne moeglichst neutrale/fundierte Nachrichten via der z.B. ARD bekommen.
Soweit das den moeglich waere, aber das ist eine andere Diskussion.
Sollte es sich dabei um Nachrichten ueber die USA handeln, wunderbar, das geht mich naemlich was an.
Saecke Reis in NY? Und ueber alle wird berichtet?
Kenne hier jeden Sack persoenlich und ueber die wenigsten wurde berichtet. Echt!
Ich kann Ruhrgebiet in Teilen
Ich kann Ruhrgebiet in Teilen recht geben. Die ARD ist sicherlich bemüht, aus allen Ländern gleichmäßig zu berichten, wenn es aber um die USA geht, ist es manchmal zu viel.
30 cm Neuschnee in New York ist als Meldung deswegen wichtig, weil die bange Frage nach der Sicherheit der Börse gestellt wird.
Also ein Finanzwetter. Die USA eine Weltmacht? Wohl eher nicht, weil Unser Gas aus Russland kommt und Somalia desswegen für Uns wichtig ist, weil es an der wichtigsten Schiffs- und Handelsstraße liegt. Auch ist der € nur an den $ gekoppelt. Würden wir auf Unsere Goldreserven die DM wieder einführen, hätte der $ keinen Wert mehr usw.
Der große Knall kommt da noch und wenn sich dann Europa auf sich selbst verlassen muss, dann wird Russland interessant und dann kann die Meldung lauten: 30 cm Neuschnee in Moskau erwartet um Gottes Willen!
LG Coolchen
@ Brooklynesien
Danke und viel Glück Euch allen da an der Ostküste. Ich wohne zwar fast in der Wüste, aber in Sichtweite der Sierra Nevada. Wir wissen, was einen nordamerikanischen Schneesturm von einem europäischen unterscheidet.