Deutsche Firmen trotzen der Schuldenkrise in Europa. Sie verkauften im Jahr 2012 Waren im Wert von fast 1,1 Billionen Euro an internationale Kunden. Die deutschen Exporteure steigerten damit die Rekordmarke aus dem Vorjahr nochmals deutlich. Nur in die Euro-Staaten wurde weniger ausgeführt.
"Konjunkturmotor" Euro
Die Bemessungsgrundlage des Werts der Gemeinschaftswährung "Euro" stellen unterschiedlich wettbewerbsfähige Volkswirtschaften dar. In der logischen Konsequenz spiegelt die Währung bzw ihr "Härtegrad" einen Mix aus schwachen und starken Volkswirtschaften dar.
Konsequenz:
Als Mixwährung ist der Euro A: zu hart für die unterdurchschnittlich schwachen Volkswirtschaften und B: "zu" weich für die überdurchschnittlich wettbewerbsfähigen Volkswirtschaften. Hierzu zählt vor allem Deutschlands Wirtschaft. Der Euro ist also praktisch ein "Konjunkturprogramm" für Deutschland. Das hat nichts mit Magie zu tun und sollte auch keinen "Experten" aus Politik oder Wissenschaft wundern.
Das Verwerfliche an diesem Spiel:
Unseren Euro-Wettbewerbsvorteil erkaufen wir uns mit der Rezession im Süden. Dort ist der Euro relativ zu hart und die Exporte in EU-Länder (Hauptabnehmer) bleiben aus. Gleiches gilt für den schwachen Tourismus.
Wir brennen die EU-Wirtschaft aus mit unserem kurzfristigen Boom.
Keine gute Nachricht!
Acuh wenn es jetzt erst einmal nach Miesmacherei klingt, muss die Wahrheit mal ausgesprochen werden:
Die meisten Exporte Deutschlands finden innerhalb Europas statt. Dort hat Deutschland im Monopoly bereits Länder wie Griechenland "besiegt". Die Zesche dieser unsinnigen Politik dürfen wir alle tragen.
Um es mal plastisch zu machen: Wenn ein Käufer nicht mehr zahlen kann, wird er normaler Weise nicht mehr weiter beliefert. Aber in Europa ist nichts normal und die süddeutschen Waffenlieferanten bestanden auf der Erfüllung aller Bestellungen. Der Waffenexportrekordler Deutschland hat z. Bsp. einen der Hauptabnehmer in dem kleinen und armen Griechenland!
Für die süddeutschen Firmen wäre ein derartiges Verhalten Wahnsinn, wenn nicht der Steuerzahler die Lasten trüge. Die meisten Steuern zur Rettung von Griechenland und anderen Ländern kommen aber vom deutschen Mehrwertsteuerzahler - Normalvolk und nicht einmal die reichen Profiteure des Geschehens!
Hurra, wir sind die Krise.
Da jubeln sie.
Und morgen reden wir dann wieder vom Niedriglohnsektor, von explodierenden griechischen oder spanischen Schulden und vom Zerfall Europas. Handelsungleichgewichte sind nichts Positives.
Alles prima also ?
Denke man kann es kaum deutlicher machen, daß die Wirtschaft mehr und mehr zum Selbstzweck verkommt, denn 80% der Bürger haben immer weniger von all diesen "Erfolgen", sie haben trotz guter Wirtschaftslage ein Minus gemacht.
Dieser Selbstzweck setzt sich nahtlos in der politischen Forderung fort, glücklich zu sein, überhaupt "einen Job zu haben".
So weit waren wir vor über 100 Jahren schon einmal, und genaus wie damals wird "Solidarität" immer nur als Solidarität der Armen untereinander definiert.
Wer nach gesamtgesellschaftlicher Verantwortung der 20% Profiteure fragt, wird gerne auf deren "Leistung" verwiesen.
Während aber vor 100 Jahren Armut noch an magelnder Bildung festgemacht werden konnte, zeigt der heutige akademische Zeitarbeiter, daß es offenbar an etwas anderem liegen muss, daß sich Reichtum immer ungleich(er) verteilt.
Vielleicht hatte Brecht doch Recht: "wär ich nicht arm, wärst Du nicht reich".
Diese "Wirtschaftserfolge" sind eine Zeitbombe.
'Nach mir die Sintflut'
Scheint derweil der Mittelpunkt der Politik zu sein. Ich bin sicher, der 'grosse Hammer' kommt noch. Unverhofft und ueber Nacht.
Hurra Waren für 188,1
Hurra Waren für 188,1 Milliarden Euro mehr aus- als eingeführt!
Das heißt, dass andere Waren im Wert von 188,1 Milliarden ohne (reale) Gegenleistung bekommen haben, praktisch auf Pump. Warum wird das immer als postiv beschrieben? Was wir anstreben sollten wäre doch eine ausgeglichene Handelsbilanz. Letzten Endes heißt das doch nichts anderes, als dass "der Deutsche" im Durchschnitt für etwa 2300€ mehr Waren aus dem Ausland hätte konsumieren können.
Und immer dieses "Wir sanieren uns auf Kosten des Südens". Im Süden sollte wohl ein mindestens so großes Interesse an der Einfuhr dieser Waren (auf Pump/für Lau) bestehen, wie bei uns an der Ausfuhr. Mit der gleichen Logik könnte man auch Waren für die Mülltonne produzieren und mit gedrucktem Geld bezahlen, das würde wohl wenigstens niemand als Konjunkturprogramm der bösen Deutschen auf Kosten der armen Südländer bezeichnen.
Wo bleiben die Exportüberschüsse eigentlich?
Das Geld, das über Export ins Land gelangt, sollte eigentlich nun für inländischen Konsum zur Verfügung stehen. Der inländische Knsum jedoch zeigt keinen Anstieg, stattdessen werrden die Exporte als Knjunkturmotor gefeiert. Aber wo bleibt der in "Geldimporten" gemessene zusätzliche Wohlstand eigentlich, wenn er nicht im Knsum landet. Darüber dürfen sich jetzt alle die Gedanken machen, deren Einkommen keinen steigenden Reichtum darstellt und sich darüber freuen, dass der Export ihnen einen Arbeitsatz bringt. Exporte sind verkaufter Wohlstand! Wobei es lediglich ein paar wenige Verkäufer gibt!
Ich kann diese Nachrichten nicht mehr lesen oder hören
Allenthalben werden die Erfolge ins Rampenlicht gestellt und die Arbeitnehmer verdienen effektiv von Jahr zu Jahr weniger. Da darf man nicht nur den geschönten Statistiken glauben sondern muss sich mit Arbeitnehmern unterhalten. Die Erfolge werden meistens von den Arbeitnehmern bezahlt in dem sie durch Betriebsvereinbarungen auf Jahre auf Lohn verzichten, unentgeldlich mehr arbeiten. Nicht zu vergessen die Ausweitung der Leih- und Zeitarbeit.
Es ist nicht gut wenn die Medien von Erfolgen berichten und die Tatsachen aussen vor lassen. Übrigens Arbeitnehmer und Fachkräfte fangen nicht erst bei Studierten an. In der Produktion, somit die Güter die verkauft werden, arbeiten meisten Leute ohne Hochschulabschluss oder Abitur.
Schön reden ist ein Markenzeichen der Medien gesamt geworden, Zahlen in den Raum zu stellen die nur wenigen nutzen ist kein guter Stil.
@Opolonius / @gierde zerstört
@Opolonius
Sie gehen davon aus, dass Exporten keine Zahlungen gegenüberstehen und behaupten eigentlich sogar, dass die anderen Länder nur deshalb bei uns kaufen, damit sie Schulden machen können... oder übertreibe ich?
Im Prinzip handelt es sich bei Exporten normalerweise um Geschäfte zwischen Unternehmen. Klar gibt es auch Exporte an Staaten, wozu in geringem Umfang auch Waffen gehören, oder Medikamente. Aber im wesentlichen exportiert Deutschland andere Güter, die private oder privatwirtschaftliche Abnehmer finden. Diese sind aber nicht zwangsweise pleite, nur weil es der Staat ist, in dem sie leben. Es gibt auch in Griechenland, um bei Ihrem Beispiel zu bleiben, auch Unternehmen, die sich deutsche Produkte leisten können.
@gierde zerstört
Im Prinzip richtig, keine Widerrede. Allerdings sollte man auch berücksichtigen, dass der Währungsvorteil nur außerhalb der Währungszone greift und somit nicht alleine für die positive Entwicklung verantwortlich ist. Der Vollständigkeit wegen...
@Opolonius - so schlimm ist zwar wieder auch nicht..
aber ich schliesse mich Ihnen an insoweit, daß wie bereinigte Exportzahlen brauchen, die auch andere Faktoren wie Finanzströme und anderes berücksichtigen.
Ebenso bräuchten wird Europabezogene Exportzahlen, die wirklich nachzählen, was raus aus Europa geht und was rein in Europa geht. Der innereuropäische Handel ist so subventions- und kreditverzerrt, daß die Zahlen eigentlich keinen Aussagewert haben - da gebe ich Ihnen Recht.
@ Opolonius: Die Rüstungsexporte betragen insgesamt mal
gerade ca. 0,005% (ca. 6 Mrd. €) des deutschen Gesamtexports. Über die moralische Frage kann man da natürlich diskutieren (zu recht!), aber für die deutsche Gesamtwirtschaft ist das eher vernachlässigungswürdig. Daher ist Ihre Aufregung so nicht berechtigt.
@gierde zerstört
Ich fürchte auch, daß bis zum unweigerlichen Ende des Strohfeuers wir nur solche Jubelmeldungen wie heute aufgetischt bekommen.
Dann wird es "plötzlich" alle Politiker überraschen, und es wird heißen "angesichts der ernsten Lage ist jetzt nicht die Zeit für Schuldzuweisungen" und man wird dieselbe Sparpolitik wie in den Südländern auch hier fahren, nur dann mit ähnlich schlechten Voraussetzungen.
Nicht das Volk oder die Politiker bestimmen die Politik, sondern allein die wirtschaftliche Lage, das wird schon heute "marktkonforme Demokratie" genannt.
Man kann es auch als Resignation oder Selbstaufgabe der aktuellen politischen Klasse bezeichnen.
Womit wird bezahlt und wer nimmt ein?
Waren und Dienstleitungen zu beziehen und mit anonymen, ungedeckten Schuldscheinen zu 'bezahlen' ist nichts anderes als anschreiben lassen. Das geht gut, so lange man die Schuldscheine wieder jemand anderem andrehen kann. Den letzten aber beißen die Hunde. Es ist wie mit Chin Meyers berühmten "Fuselanleihen". Eine endgültige "Einlösung" von €, $ etc. ist nicht möglich, da keine Deckung existiert.
Auf der anderen Seite sinken Einkommen und Lebensqualität. Für die 'real existierende Bevölkerung' in Deutschland geht es nun schon seit vielen Jahren bergab. Ein Grund zur Begeisterung besteht also nur für die wenigen Profiteure.
Gute Nachricht
Hura!!! 200 Mrd Euro Handelsüberschuss. Das sind fast 20% Lohn und Zuwendungssteigerungen die sich Deutschland damit leisten könnte. Damit könnten wir endlich den Binnenmarkt und unsere europäischen Nachbarn wieder aufbauen.
Oder halt auf die höheren Löhne und Zuwendungen verzichten und die Krise weiter vorrantreiben.
Ich schätze zweiteres haben Merkel und Steinbrueck vor.
@gierde zerstört und marvin: Sie beide haben zwar recht mit
Ihren Quintessenzen, allerdings greift die Wirtschaft- , sprich Eurokrise, eigentlich an zwei anderen Stellen:
1. Mit Griechenland haben wir ein Euromitglied, dass sich seinen Beitritt ertrogen hat, also eigentlich kein LEGALES Mitglied der Gemeinschaft ist. Wer sich mit manipulierten Haushalten Zugang zu einer Gemeinschaft erschleicht, der sollte entweder "bestraft" oder doch zumindest "Manns genug sein", sich freiwillig (z.B. zeitweise) aus dieser Gemeinschaft zu verabschieden - das wäre den übrigen Europäern gegenüber fair gewesen. Die Angst der EU-Politiker vor dem Austritt und dem Staatsbankrott war zu keiner Zeit real begründbar (es gab schon viele Staaten mit Staatsbankrott - auch in jüngster Vergangenheit - ohne große Schäden für die Weltwirtschaft!) - es war lediglich ein Spiel mit Emotionen.
2. Die €-Krise ist in Wirklichkeit eine Krise der US-Wirtschaft, welche die dortige Politik geschickt auf die EU-Staaten verlagerte. Die USA sind pleite, nicht die EU! D.i. das Problem!
gute Nachtricht
Hurra! 200 Mrd € Handelsüberschuss. Damit könnte man fast 20 % Lohn und Zuwendungen erhöhen. Das wäre ein großartiger Motor für die deutsche Binnenwirtschaft und Europa.
Man könnte auch darauf verzichten und die Krise weiter vorrantreiben. Merkel und Steinbrueck macht doch zweiteres. Das könnt ihr ja schließlich am besten wie ihr bisher gezeigt habt.
Toll
Ich finds klasse... eine Volkswirtschaft, die aus einer der größten Wirtschaftskrisen nichts gelernt hat.
Fällt in China der Sack Reis um - bricht hier das Wirtschaftswachstum in sich zusammen. Um uns herum versinkt 3/4 Europas in der Schuldenkrise und wir machen weiter Schulden und freuen uns ... YES.
Eine Volkswirtschaft die dauerhaft über den eigenen Bedarf produziert, ist abhängig. Je größer dieses Handelsdefizit, desto abhängiger wird man.
Es ist toll, wenn auf diesem Planeten offenbar viele Deutsche Produkte haben wollen. Letztlich stellt sich dann aber nicht mehr die Frage nach der Konkurrenzfähigkeit.
Die Löhne müssen steigen und das können sie auch. Erst wenn die Auslandsnachfrage zurück geht, dann wäre man nicht mehr konkurrenzfähig.
Aber die teuren Deutschen Produkte sind offenbar beliebt, also ... kann das Niedriglohnargument definitiv nicht stimmen.
Nur so kann die Binnennachfrage gestärkt werden und die Abhängigkeit reduziert werden.
@ aljoscha
Sie schreiben:
"Hurra Waren für 188,1 Milliarden Euro mehr aus- als eingeführt!
Das heißt, dass andere Waren im Wert von 188,1 Milliarden ohne (reale) Gegenleistung bekommen haben, praktisch auf Pump"
Wie kommen Sie bitte darauf?
Das sind Warenlieferungne von deutschen Firmen an Firmen im Rest der Welt. Und diese Firmen bezahlen für diese Lieferungen!
Beispiel:
Wenn Siemens eine Gasturbine an einen Stromverorger in China liefertt dann bezahlt dieser dafür! Wie kommen Sie also daruaf dass keine Gegenleistungen da sind?
@ AlterSimpel: Sie haben zwar Recht, wenn Sie Brecht zitieren,
dass die Armut der Einen der Reichtum der Anderen ist, doch die scheinbar Armen in Deutschland (also z.B. die Masse der Harz4-Empfänger, nicht jedoch jene, die tatsächlich durch unser soziales Netz fallen) sind per se nicht wirklich arm, sondern sie haben nur weniger Geldmittel zur Verfügung - und das durch die Solidarleistungen der arbeitenden Bevölkerung, auch der Unternehmer (denn Sozialabgaben müssen selbst die Unternehmen zahlen, die ihre Gewinne ins Ausland verschienem und damit an anderer Stelle zu Sozialschmarozern großen Stils werden). Arm sind dagegen Menschen in anderen Staaten (auch EU- und €-Staaten), wo unsere "Armutsgrenze" bei fast genauen oder unswesentlich niedrigeren Preisen deren Durchschnittseinkommen darstellen! Wir Deutschen haben uns angewöhnt, auf verflucht hohem Niveau permanent zu klagen...
Die Stütze unseres derzeitigen Erfolges sind die Exporteure UND die vielen Menschen, die trotz der €-Krise ihr Geld in D investieren (Binnennachfrage). Armut? Augen auf!
Den 'Ueberschuss'
und das 'geschaffene' Geld findet sich in den gestiegenen Boersenkursen, teuren Immobilien und Luxuswagen wieder. Davon haben aber die erwaehnten 80% nix, null, nada. Im Gegenteil. Deren mickrige Ersparnisse werden den Piigs zum Frass vorgeworfen.
@ Alter Simpel
Kurz, gut und treffend Ihr Kommentar.
@Oberfranken KU
"Es ist nicht gut wenn die Medien von Erfolgen berichten und die Tatsachen aussen vor lassen. "
Medien von Erfolgen berichten? Ist Ihnen klar, wie selten gute Nachtrichten in den deutschen Medien auftauchen? So gut wie nie, und das liegt nicht daran, weil es sie nicht gibt, sondern daran, weil weder die Medien noch die Bevölkerung an guten Nachrichten interessiert ist. Sehr schön sieht man das hier wieder, wo es auf JEDE gute Nachricht negative Kommentare gibt.
Hauptsache man hat was zu meckern, so mags der Deutsche und deswegen sind schlechte Nachrrichten beliebter als gute.
Die Wahrheit ist doch...
... das die Reichen Bestellen, und die Wohlhabenden bzw. die bessergestellten vom Mittelstand sich die Produkte leisten können.
Der Rest, also wir die 90% können es uns nicht Leisten, wir Arbeiten nur für die Wohlhabenden und Reichen, und verzichten auf so einiges, oder Sparen ohne ende um uns z.B. ein 600 Euro Tablet leisten zu können.
Wie man an den unseren, und in Europa den Arbeisuchenden Statistik ersehen kann, nützt uns der Export wenig, bis gar nicht.
Immer mehr Arbeitsuchende, immer mehr Entlassungen, aber bei der Börse und beim Export knallen die Sektkorken, da kann was nicht stimmen.
Und wir sollten unseren Schuldenberg nicht vergessen.
Leider hat man da eine rechnung ohne den Wirt gemacht.
Am ende zahlen wir alle die Zeche.
@Bernd1
Ich komme darauf, weil eben auch diese Firmen ihre Schulden in Kriesengeschüttelten Ländern immer häufiger nicht bezahlen können. Was glauben Sie, wo unsere Milliarden an Garantien denn hingehen? Natürlich wird auch ein Großteil der Rechnungen bezahlt, aber letzten Endes ist ein Handelsüberschuss Ware gegen Zahlungsversprechen.
Wer möchte kann mal nach "Irrsinn Exportüberschuss" googeln und den kurzen Artikel im Focus dazu lesen.
@B.Conny
Das echte Armut was anderes ist, damit haben Sie recht. Ich lebe und arbeite in Asien auf dem Gebiet. Das Niveau eines HIV Empfangers ist vergleichbar mit einem mittelgrossen Gemuesehaendler in Kambodscha! Das ist dort Mittelklasse. 7 Tage Woche 16 Std/Tag. Jammern kann jeder.
@ Kaloptikos
Sie schreiben:
"Hier wird Sand in die Augen gestreut.
In Deutschland wird fast nichts mehr produziert.
...............
Die Zeiten, wo in Deutschland Firmen eine Fertigungstiefe von 60% und mehr hatten, wie z.B. AEG Telefunken, DKW oder andere Weltunternehmen, sind Jahrzehnte vorbei."
Sie scheinen die tausende Unternehmen im deutschen Mittelstand die vorrangig diese Exportprodukte fertigen nur wenig zu kennen. Der Boom am Arbeitsmarkt mit so vielen Erwerbstätigen wie noch nie zuvor in Deutschland hat vor allem mit diesen Exporterfolgen zu tun!
Es ist richtig dass viele Basisprodukte im Ausland vorgefertigt werden, aber es bleibt immer nioch eine hohe Fertigungstiefe in Deutschland.
Im übrigen ist es gut dass vieles aus dem Ausland zugekauft wird. In meinem Umfeld waren das vor allem Firmen in Europa (Griechenland, Spanien, Tschechien, Polen usw,) die zugeliefert haben. Somit leben und profitieren auch dort viele Firmen von unsren Exporterfolgen!
@ 11:41 — maschmi78
Ja sicherlich haben Sie Recht – in erster Linie wirkt sich der komfortabel weiche Euro positiv auf den Export in Nicht-EU-Länder aus. Keine Gegenrede.
Doch auch im EU-Binnenmarkt kauft der - in Teilen zu harte - Euro gern deutsche Produkte, da sie so überhaupt erst "kaufbar" sind. Eigentlich ginge die Landeswährung der Süd-EU-Länder so langsam Richtung türkischen Härtegrad und viele teure BRD-Waren, mitunter Luxusgüter würden hierdurch weniger erreichbar (ungünstigere Relation Kosten Miete etc zu Importwaren).
Es ist alles ziemlich komplex, jedoch sind wir uns wohl einig darüber, dass die Währung Euro gut für überdurchschnittlich wettbewerbsfähige EU-Volkswirtschaften ist und schlecht für schwache (Süd-)EU-Volkswirtschaften. Die Süd-VWs würden mittels weicher Landeswährung zudem am Binnenmarkt profitieren. Importgüter würden relativ teurer und das Geld bliebe im Land.
Freundliche Grüße Ihnen!
Ich Prophezeie in 20 Jahren !!!
Sollte es den Euro in 20 Jahren noch geben, werden wir mehr Exportieren als Heute. Wie kann ich mir da so sicher sein?
Wenn man die Inflation beachtet, bei ca. 2% pro Jahr dann werden die selben Waren in gleicher Quantität in 20 Jahren "teurer" sein als heute.
Wenn man 3,4% mehr exporte annimmt und dann die offizielle Europäische Inflationsrate heranzieht von 2,2 Prozent, bleiben nur noch 1,2% Steigerung übrig.
Wenn man dann noch bedenkt wie diese ominöse Inflationsrate ermittelt wird, dann kann man davon ausgehen, dass wir in Wirklichkeit nicht mehr oder weniger exportiert haben, sondern das wir auf dem Blatt Papier lediglich mehr von diesen Copyrightgeschützten Zahlungsmitteln erhalten haben.
Also nicht wir als Bürger, oder Volkswirtschaft, sondern die Unternehmen und ihre Besitzer.
Exportriese, gestresste,
Exportriese, gestresste, niedrig bezahlte Beschaeftigte, kuemmernder Binnenmarkt welcher nur noch durch die steigenden Lebenshaltungskosten am Laufen gehalten wird, Gedraenge und steigende Mieten in Ballungszentren, Auswanderung von Fachkraeften in alle Welt- wir naehern uns China an. Darauf koennen wir stolz sein, denn China ist das groesste Land der Erde, also es gut.
@Feidl: Ich sehe da nichts Gutes an der Meldung
Wie schon von anderen Kommentatoren beschrieben sind diese Zahlen so nicht im Raum stehen zu lassen. Letztendlich ist es dennoch wichtig wer davon profitiert und das ist nicht die Mehrheit der Bevölkerung. Ihre Verniedlichung mag ja für sie zutreffen, Egoisten allein schaffen aber keine Gerechtigkeit und bringen vor allem "keine" guten Nachrichten, die werden eher schlimmer werden, garantiert. Manche Nachrichten sind bewusst geschönt um das Dilemma nicht voll aufzuzeigen um das Volk ruhig zu halten. Passend zur Aussitzen Politik der Kanzlerin, bis es richtig schief geht.
8. Februar 2013 - 11:52 — B.Conny
Nun lassen Sie doch bitte mal Griechenland in Ruhe. Dieses kleine, wirtschaftlich völlig unbedeutende Land ist gestraft genug und hat sich im übrigen nicht in den Euro hineingedrängt/"ertrogen"/"erschlichen"(dieser hohe moralische Ton nervt etwas), sondern wurde von den übrigen Kollegen in Kenntnis der Tatsachen aus politischen Gründen in den Währungsverbund aufgenommen. Ich betone noch mal, in Kenntnis der Tatsachen. Man dachte wohl, Griechenland mit seinen 2% der europäischen Wirtschaftsleistung lässt sich erst mal problemlos, ohne daß es irgendwem wehtut, mit durchziehen.
Man hatte allerdings die Rechnung ohne die Währungsspekulanten und ihre Helfer, die Ratingagenturen gemacht, die GR als Hebel zu benutzen versuchten, um den europäischen Währungsverbund aus den Angeln zu heben. Darauf weisen Sie in Ihrem letzen Absatz hin, wenn ich Sie richtig verstehe.
@ aljoscha
Sie schreiben:
"Ich komme darauf, weil eben auch diese Firmen ihre Schulden in Kriesengeschüttelten Ländern immer häufiger nicht bezahlen können. Was glauben Sie, wo unsere Milliarden an Garantien denn hingehen? Natürlich wird auch ein Großteil der Rechnungen bezahlt, aber letzten Endes ist ein Handelsüberschuss Ware gegen Zahlungsversprechen."
Es gibt ein Zahlungsproblem in einigen Euro-Ländern, das stimmt. Das hat ja auch dazu geführt dass es bei der Bundesbank diesen Target 2 Saldo gibt, der sich übrigens in den letzten Wochen abgebaut hat!
Bei den Exporten in andere Länder gibt es dieses Prolem eher nicht. Vor allem die Schwellenländer zahlen sehr gut. Die haben ein höheres Wirtschaftswachstum als Deutschland und Geld genug um die deutschen Waren zu bezahlen!
Seit Jahren sind wir Exportwelt- und Vizeweltmeister!
Schlägt sich das in unserem Leben als Normalbürger nieder! Nein. Warum nicht....Der Hinweis von Bernd ist da ein guter Anfang. Uns soll doch immer wieder vor Augen geführt werden was für ein tolles und leistungsfähiges Land wir sind. Welche Probleme es aber bereitet, auch im eigenen Land wird uns mit z.T. hahnebüchenen Begründungen verschleiert. ES geht uns eben nicht besser, im Gegenteil, die Erkrankungsraten in vielen Bereichen, gerade psychische, steigen in den letzten Jahren immens! Warum, weil die Wirtschaft eben nicht mehr für den Menschen da ist, sondern den Menschen zum Sklaven der Geldes gemacht hat. Gerade große AG´s haben doch nur Ihre Verpflichtung den Aktionären gegenüber, nicht dem Wohl der Allgemeinheit! Warum ist das wohl so.. Es hat System, aber das durchschauen viele Bürger nicht, was verständlich ist, da es oft ein sehr komplexes Thema ist. Hilft unsere Presse uns es zuverstehen, nein, dort wird meistens an der Verschleierung so gar mit gearbeitet. Warum? Gott Mammon
Und wieder Handelsüberschuss
Ungebrochen und nicht hinterfragt ist das gottgegebene Recht Deutschlands auf den Handelsüberschuss, vor allem an die Euroländer. Welcher Quatschkopf meinte eigentlich mal, dass im magischen Viereck eine ausgeglichene Handelsbilanz angestrebt werden müsse? Der kann ja keine 'Fachkompetenz' besessen haben, genauso wie diejenigen die es mal einst als Stabilitätsgesetz verfasst haben.
Aber scheinbar ist das alles uninteressant, solange die Rechnung nicht präsentiert wird. Dann wird es wieder keiner gewesen sein. Wie immer in der Geschichte bei dieser katastrophalen Wirtschaftspolitik: Kurzer Erfolg auf Kosten der Substanz und dann kommt die Ernüchterung.
Und das ist alles nur an der Oberfläche gekratzt. Man möchte sich mal fragen was diejenigen davon haben, die diesen Überschuss erwirtschaften. Achne die haben ja nichts davon, weil es sonst auch keinen Überschuss geben würde. Zwei Seiten einer Medaille.
Grandioses Drama
Der Einzelhandel stand im Jahr 2000 bei einem Umsatz von 411 Mrd €. Im Jahr 2012 steht er 427 Mrd. €. Ein Zuwachs von 4% innerhalb von 13 Jahren.Ist das nicht auch eine Jubelnachricht? Der Export lebt von steigender Produktivität und stagnierenden Löhnen und einem grandios augebautem Niedriglohnsektor, welcher nichts mehr ist als ein weiteres staatliches Subventionsprogramm (Stichwort Aufstockung, Sozialabgabenpflicht etc.)für die Wirtschaft und ein Druckmittel gegen Arbeitnehmer für niedrigere Löhne zu arbeiten.
@ B Conny ihr Wunsch scheint klar. Nicht mehr meckern sondern warten bis die Menschen ihrer Meinung nach "wirklich" arm sind. Das wird wahrscheinlich dann der Fall sein, wenn Sie einmal persönlich in den Genuss der Arbeitslosigkeit kommen und das Jobcenter sie dazu nötigt ihr EFH zu verkaufen, ihr Vermögen aufzubrauchen um nen unterbezahlten Job anzunehmen bevor sie dann in ihrer neuen vom Staat bezahlten Mietwohnung mit 382€ das Leben geniessen und sich entfalten dürfen.
made in Germany, schön und
made in Germany, schön und gut. Trotzdem sind viele Sachen teilweise in China produziert. Traurig aber wahr. Politisch korrekte Ware sieht für mich anders aus!!!!
Neuer Rekord der deutschen
Neuer Rekord der deutschen Exporte in 2012 ist super.
Man merkt von Krise, wie in anderen Ländern, ist hier so gut wie nichts zu spüren. Der Mehrzahl der Deutschen geht es so gut wie nie. Und das ist dem guten Zusammenspiel aus gut ausgebildeten, leistungsfähigen und -willigen Beschäftigten, Gewerkschaften, starken Unternehmen und fähiger Politik zu verdanken.
Merkwürdig schon wieder 200 Milliarden!
Gerade haben wir gehört, dass 200 Milliarden für Familien sinnlos verpulvert werden. Wir werden aber niemals erfahren, wie die 200 Milliarden Außenhandelsüberschuss verplempert werden. Nein, die Industrie jammert fortwährend und wird mit Subventionen, verbilligten Strompreisen etc. "wettberwerbsfähig" gemacht. Also, liebe Politiker, warum seid ihr auf dem rechten Auge blind, wo es die Vermögenden betrifft, und links habt ihr ein Geierauge, was immer wieder neue Streichungsmöglichkeiten erspäht?
Die Gefahr des Exportweltmeisters
Wir exportieren wieder wie verrückt Güter und Technologien.
Hauptsächlich unser Mittelstand.
Was bekommen wir dafür? Devisen. Dollars?
Je nach dem. Wenn die Länder aber nicht mehr zahlen können, sind unsere BMWs, unsere Maschinen weg und können in den Ländern weiter produzieren oder für Umsatz sorgen, wir dagegen gehen leer aus.
Ware Gegen Geld. Geld hat kein Gegenwert mehr, z.B. in Gold. Geld ist nur eine Schuldverschreibung, zumindest verbrieft, lustig ;)
Und nun?
Wenn alles zusammenbricht - dann ist der Exportweltmeister der größte Weltmeister im verlieren.
Was ist denn heute noch eine Reichsmark wert? Eine Ostmark? Hätte man aber Gold oder Silber bekommen - der Wert wäre heute noch da, sogar viel größer!
Think about it!
@maschmi78
Sie Schreiben:
"@Opolonius
Sie gehen davon aus, dass Exporten keine Zahlungen gegenüberstehen und behaupten eigentlich sogar, dass die anderen Länder nur deshalb bei uns kaufen, damit se Schulden machen können... oder übertreibe ich?"
Nein das würden sie richtig sehen, wenn sie es so sehen wöllten!
Denn genau dies spiegeln die Target II Salden wieder!
Mit anderen Worten, kauft die Südeuropäer bei uns Waren mit einem Kredit den sie von uns erhalten haben und bleiben uns aber die Zahlung der Waren schuldig.
Das bedeutet, das sich die Staatsschulden und die Target II Salden prinzipiell die Gesamtschuldenlast der Südeuropäer ab dem Zeitpunkt der Stundung der Schulden verdoppeln.
Auf diesen Sachverhalt hat der ehemals glühende Verfechter der Liberalisierung H.W. Sinn schon 2011 hingewiesen und wird nun als Spinner dargestellt, nur weil er sein Meinungsbild änderte.
@Bernd1: Komponenten
Dass nur noch geschraubt wird ist sicher eine Übertreibung. Es ist aber richtig, dass immer mehr immer hochwertigere Komponenten eingeführt werden.
Im Automobilbau (angeblich DER Innovations- und Konjunkturmotor) etwa werden längst nicht mehr nur Bleche eingekauft, sondern Halbfertigprodukte aus aller Welt verbaut. Daher war die Vorstellung, mit deutschen Milliarden könne man ein dt. Auto-Werk zielgerichtet unterstützen völlig an der Realität vorbei.
Mittlerweile werden aber nicht nur Komponenten, sondern z.B. auch maßgeschneiderte Werkzeuge und Maschinen aus sonstwo (z.B. China) für "Made In Germany" importiert!
Ich verstehe da gar nichts
Ich verstehe da gar nichts mehr! Durch Exporte kommt Geld ins Land. Unser flächen- und einwohnermässig kleines Land kann mit Riesenstaaten wie den USA oder Russland locker mithalten, wenn nicht sogar übertreffen. Trotzdem sind wir verschuldet und nehmen jedes Jahr weiterhin neue Schulden auf. Die Konzentration auf so viel weniger Bevölkerung sollte eigentlich bessere Zustände vermuten lassen! Vielleicht sollten unsere Politiker sich mal etwas Nachhilfe von den Wirtschaftsbossen geben lassen, wie man ein die "Firma" Deutschland zum Erfolg bringen könnte?
Herzlich Glueckwunsch Deutschland
Wann fangen die Deutschen endlich an zu begreifen, dass diese enormen Exporterfolge mit dem Wohlstand eines Grossteils der Deutschen negativ korreliert ist?
Anstatt sich hierueber zu freuen, kann man sich schon mal auf die naechste Krise vorbereiten, hervorgerufen durch Leistungsbilanzungleichgewichte in historisch unbekanntem Masse
Herzlich Glueckwunsch Deutschland
Sieh an.
Alles redet von der Euro-Krise und der Notwendigkeit den südlichen Staaten finanziell zu helfen, damit sie auch weiterhin unsere Güter kaufen können. Aber an den jetzigen Ergebnissen lässt sich auch erkennen, dass es uns gar nicht soviel anhaben kann. Dann verkaufen wir eben weniger Waren in die Euro-Zone, dafür aber mehr in die anderen Länder. Die Wirtschaft ist wettbewerbsfähig und man muss alles dazu tun, dass es auch dabei bleibt. Der zukünftige Konkurrent steht in Asien. Mit denen müssen wir uns in Zukunft messen. Deswegen sind auch verbilligte Strompreise in manchen Branchen lebenswichtig, will man sie nicht völlig verlieren. Asien interessiert es nicht, ob wir gerade versuchen aus der Atomkraft aus zusteigen, oder nicht. Deren Preise werden deshalb nicht auch steigen.
@fathaland slim und Denken hilft...
@fathaland: Es ist sehrwohl so, dass Gr mittels massiver Haushaltsmanipulationen in die €-Zone eingetreten ist. Auch war der EU-Beitritt bereits manipulativ. Die GR-Wirtschaft war auch nie wirklich Wettbewerbsfähig: alle Firmen, mit denen ich zu tun hatte (nicht nur deutsche), haben i.d.R. ihre Finger von griechischen Unternehmen gelassen (wegen Unzuverlässigkeit in allen Belangen...). Ja, den letzten Absatz haben Sie so richtig verstanden - da sind wir uns einig.
@Denken: da Sie mich direkt angesprochen haben: Ich habe sowohl Erfahrungen darin, am Morgen nicht zu wissen, ob und was ich am Abend essen werde - aus dieser Erfahrung rührt meine Energie und mein Wollen, eben nicht Harz4-Empfänger zu werden. Wie Menschen in anderen Ländern leben, ist mir ebenfalls bekannt, da ich insgesamt gute 6 Jahre in 3.-Welt-Ländern gelebt habe. Sie sollten also bei meinen Äußerungen doch auf etwas Erfahrung hoffen, sonst würde ich es nicht sagen. Und: Kritik, so sie fundiert ist, ist gut + wichtig!
@ Zeitungsjunge. Exporte hoch und Schulden hoch
Der deutsche Exportwahn mit riesigen Überschüssen und gedrückten Lohnstückkosten lässt wie nur China die Importländer mit Handelsdefiziten auf Kredit importieren und verschärft die Staatschuldenkrise.
Vo dem, der damit pliet geht, wenden wir uns ab un exportieren in die aufstrebenden Ökonomien mit demselben Rezept. Immer gegen China, weshalb wird deren Sozialstandarts (verkleidet als Sparzwang) langsam übernehmen.
30-40% unserer Importe gehen als Transit verarbeitet in den Export, reines Made in Germany ist lange scho ein Gerücht.
Importe werden versteuert (Einfuhrumsatzsteuer wie Mehrwertsteuer), Exporte nicht, die anteilige in der Exportware Importsteuer wird zurückerstattet.
Das Handelprofizit bedeutet also Steuerverluste, so wie Industrieverlagerungen nach China.
Das Unternehmen ( und große Vermögen) nur gering besteuert werden (ca. 29%), fehlt ständig im Staatshaushaushalt Geld, weshalb Schulden hoch und AN/Verbraucher stets mehr draufzahlen. Plus unsere Solidarbeiträge Süd.
@zeitungsjunge
ja du kannst sicher sein, das die Politik genug Nachhilfe von der Wirtschaft bekommt. Das Problem ist das immer noch gedacht wird, es gebe diesen Unterschied zwischen Staat und Privat, aber es ist wohl mehr eine Wirtschaft mit angeschlossenem Parlament, und ein Volk was dort seine Brötchen verdient und sich dort und daran abarbeitet.
Die Exportüberschüsse gehen ja nicht in Löhne, sondern in Dividenden, also landed das Geld auf den Kaiman Islands und nicht in der Steuererklärung. Auf diese Weise hat die Masse der Bevölkerung nichts davon und auch Einnahmen des Staates profitieren weniger als man meinen müsste.
Dazu kommt noch das die Überschüsse durch Lohndrückerei erkauft wurden, was genauso die Einnahmen des Staates schmälert. Diese Zustände wurden aber politisch herbeigeführt, deshalb kann man davon ausgehen, dass die Politik nicht die Bürger im Blick hat, sondern ihre Spender, der Rest ergibt sich von selbst und ist nur Konsequent.
@ Zeitungsjunge
Eine schrumpfende Bevölkerung bedeutet infolge des Sozialversicherungssystem nicht, dass der Einzelne mehr Geld hat, sondern dass das gesamte System aufgrund fehlender Einzahler durch kontinuierlich steigende Zuzahlungen am Leben gehalten werden muss. Das was also die Regierung an Exporterlösen mitunter verdient, wandert zu einem Großteil in diese Sozialversicherungen, um dort das Schlimmste zu verhindern. Nur ein Bruchteil der Exporterlöse schafft es in die Taschen der Arbeitnehmer & Erwerbslosen bzw. lässt sich damit nur deren Status Quo beibehalten.
Der Rest der Exporterlöse wandert zu einem großen Teil in die Taschen einiger weniger, die damit an den Finanzplätzen der Welt kostspielige Wetten platzieren & so das Geld dem Kreislauf in Deutschland entziehen. Da freuen sich dann die Bankiers in Singapur vielleicht, aber in Deutschland bringt das so investierte Kapital nix.
Somit haben wir die Situation, dass ein Rekord auf den nächsten folgt, sich aber für die "Kleinen" nix ändert.
Schön, dann müssen wir es ...
Schön, dann müssen wir es jetzt nur noch gerecht verteilen! Gruss
@ Oberfranken KU
Sie schreiben:
"Wie schon von anderen Kommentatoren beschrieben sind diese Zahlen so nicht im Raum stehen zu lassen. Letztendlich ist es dennoch wichtig wer davon profitiert und das ist nicht die Mehrheit der Bevölkerung."
Das kann man auch anders sehen:
Es profitieren vor allem auch die Arbeitnehmer davon denn der Export schafft und sichert Millionen Arbeitsplätze in Deutschland!
Und wer sich in der Industrie auskennt der weiß dass das vorwiegend NICHT die Niedriglohnjobs sind, sondern gut bezahlte Jobs in der Metall- und Chemieindustrie.
In beiden Branchen sind die Tarifeinkommen relativ hoch!
Exporte sind verschenkte Leistungen
Exporte sind verschenkte Leistungen, die im Inland kaum den Wohlstand steigern lässt.
Der Otto-Normalverbraucher arbeitet 6 Monaten im Jahr gratis.
Gruß,
Bäumleim
8. Februar 2013 - 14:49 — B.Conny
Nun, wenn Sie dann Griechenland unbedingt hassen wollen, dann kann ich das wohl auch nicht ändern. Mit Gefühlen kann man nicht streiten. In der Sache widerspricht Ihr Beitrag dem meinigen weniger als es den Anschein hat, aber der Ton macht die Musik....
Deswegen noch mal: Griechenland wurde in Kenntnis der Tatsache, daß die Haushaltszahlen geschönt waren, in den Euroverbund aufgenommen. Das werden Ihnen alle bestätigen, die damals an der Entscheidung beteiligt waren. Helmut Schmidt z.B. hat das letztens noch mal deutlich gemacht.
Seid doch lieber froh ueber
Seid doch lieber froh ueber die gute Qualitaet deutscher Produkte, welche die Nachfrage steigen laesst. Da kommt eine positive Meldung und immer noch noergeln alle. Und das ist eben der Nachteil der Deutschen insgesamt: Immer schlecht drauf, andauernd jammernd, nie zufrieden. Gebildete und schlaue Leute die viel in der Welt bewirken koennten (und das oft auch tun), aber immer mies gelaunt, knurrig, weltuntergangsgestimmt. Ob das am deutschen Regenwetter liegt?
Leute, mal im Ernst: Deutsche Produkte werden ueberall im Ausland respektiert (wie z.B. hier in USA) weil sie einfach gut sind und bis ins Detail durchdacht. Nur eben dadurch auch teuer. Deswegen fahre ich z.B. lieber ein Auto japanischer Marke. Deutsche Technik ist oft auch haltbarer und umweltbewusster. Freut euch doch anstatt ewig zu noergeln.
Was die Waehrung angeht, im Dollarraum/USA gibt's auch schwache und starke Staaten, ist doch kein wirkliches Problem. Deshalb sind die Autohersteller heute in Mississippi oder Georgia.
@Werner40, 13:22 - Wem nützt es?
Leider muss ich Ihre Freude über "Deutschlands" neuen Exportrekord ein wenig trüben, und zwar durch zwei Nachrichten aus dem Reich der ökonomischen Realität, die Ihnen anscheinend entgangen sind.
1.) Mit "Nein" antworteten unlängst laut "Tagesschau" 51 Prozent der repräsentativ befragten Deutschen auf die Frage, ob sie etwas vom Wachstumsgewinn der deutschen Wirtschaft hätten.
2.) Aufgrund der Tagesschau-Berichterstattung weiß ich ebenfalls, dass die lohnabhängigen Deutschen heutzutage über dieselbe Kaufkraft verfügen wie vor zwanzig Jahren, obgleich sie nun noch intensiver arbeiten müssen als damals.
Daraus lässt sich folgern, dass die Gewinne der deutschen Unternehmer rasant steigen, während die lohnabhängige Bevölkerungsmehrheit Deutschlands ein bescheidenes und zugleich kräftezehrendes Leben führen muss, obwohl deren Lohnarbeit die Unternehmerkassen klingeln lässt.
@ 13:12 — Kaloptikos
Sie schreiben:
"Falsch.
Ich leite ein solches Unternehmen.
Sie haben auch an den Tatsachen vorbei geantwortet.
Und die Erde ist auch eine Kugel; unabhängig davon, ob Sie das gut finden oder nicht."
Sie werden sich vielleicht wundern, aber das mit der Kugel kann ich sogar bestätigen ;-)
Es ist aber typisch wenn mal wieder von einem Unternehmen auf die ganze deutsche Industrie verallgemeinert wird.
Nach nahezu 40 Berufsjahren in europäischen Projekten kann ich einigermaßen gut beurteilen wie die Zusammenhänge zwischen Im- und Export von Rohstoffen, Waren und Gütern ablaufen.
Die Fertigungstiefe deutscher Unternehmen ist sicher zwischen einzelnen Branchen und Unternehmen sehr unterschiedlich. Nach wie vor ist es gut dass deutsche Unternmehmen Milionen Arbeitnehmer in exportabhängigen Betrieben beschäftigen können, weil sie nicht nur Komponenten zusammen schrauben sondern (häufig auch basierend auf eigenen Patenten) selbst Produkte fertigen!
Innovation und Forschung, die deutsche Stärke!
@ aljoscha
Sie schreiben:
"Ich komme darauf, weil eben auch diese Firmen ihre Schulden in Kriesengeschüttelten Ländern immer häufiger nicht bezahlen können. Was glauben Sie, wo unsere Milliarden an Garantien denn hingehen? Natürlich wird auch ein Großteil der Rechnungen bezahlt, aber letzten Endes ist ein Handelsüberschuss Ware gegen Zahlungsversprechen."
Es gibt ein Zahlungsproblem in einigen Euro-Ländern, das stimmt. Das hat ja auch dazu geführt dass es bei der Bundesbank diesen Target 2 Saldo gibt, der sich übrigens in den letzten Wochen abgebaut hat!
Bei den Exporten in andere Länder gibt es dieses Prolem eher nicht. Vor allem die Schwellenländer zahlen sehr gut. Die haben ein höheres Wirtschaftswachstum als Deutschland und Geld genug um die deutschen Waren zu bezahlen!
@ 16:12 — wiesengrund
Sie vergessen bei Ihren Argumenten aber die Tatsache dass ohne diese Exporte bzw. Exportüberschüsse viele Menschen in Deuitschland GAR KEINEN Arbeitsplatz hätten.
Und dass die Arbeitnehmer auch Einkommen hatten als viele Unternehmen 2008/2009 KEINE Gewinne eingefahren haben!
Seit 2007 habe die Arbeitnehmer in Deutschland nur in einem Jahr (2009) KEINEN Reallohnzuwachs gehabt!
https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse
/Pressemitteilungen/2013/02/PD13_047_623.html
@fathaland slim: Ich glaube, Sie missverstehen mich da ein
wenig, ich "hasse" nicht Griechenland, vor allem nicht die vielen Griechen, die nun seit mehreren Jahren immer mehr von dem abgeben müssen, was sie sich (teilweise) sauer erarbeitet haben. Ich gebe lediglich zu bedenken, dass eine Gemeinschaft nicht funktionieren kann, wenn sie durch den Beitrittswilligen (also GR) mit falschen Haushaltszahlen über den Tisch gezogen wird, ob nun mit oder ohne Wissen einiger oder vieler politischer Akteure. Der € mit seinen sehr unterschiedlichen Volkswirtschaften ist per se eine eher angreifbare (also politisch schwache) Währung, die aber gerade durch ein solches Verhalten noch mehr geschwächt wird. Eine Stärkung des € ohne die auf wahrscheinlich Generationen angelegten Schuldentilgungen aus den "Schutzschirmen" wäre durch eine (von den EU-Staaten abgefederte) Staatsinsolvenz GR's durchaus möglich gewesen und hätte wahrscheinlich wesentlich weniger Geld "verbraten" als dies jetzt gemacht wird. Unsere Überschüsse aber stärken den angeschlagenen Euro!
@Bernd1, 17:25 - Gemeinsame Erkenntnis
Da Sie trotz Ihrer relativierenden Denkfigur - weil das Leben der Lohnabhängigen noch schlechter sein könnte als ihr momentanes, ist ihr momentanes Leben gut - meine Schlussfolgerung bestätigen, möchte ich Ihnen danken, indem ich unsere gemeinsame Einschätzung der ökonomischen Situation in Deutschland zusammenfasse: Den deutschen Unternehmern geht es sehr gut, hingegen geht es den deutschen Lohnabhängigen schlecht, aber es könnte ihnen noch schlechter gehen.
8. Februar 2013 - 17:34 — B.Conny
Kann sein, daß ich Sie da mißverstehe, aber ich bin allergisch gegen das weit verbreitete, selbstgerechte Griechenlandbashing, wobei ich Ihnen dieses nicht unterstellen möchte.
Ich bin der Meinung, daß eine Staatsinsolvenz Griechenlands der Spekulation gegen den Euro Tür und Tor geöffnet hätte, weil es den "Finanzmärkten" signalisiert hätte, daß es, wenn es hart auf hart kommt, mit der Solidarität innerhalb der Eurozone nicht weit her ist, man also die einzelnen Länder gegeneinander ausspielen kann.