Die kritische öffentliche Debatte über die staatliche Familienförderung zeigt offenbar Wirkung: Das Schröder-Ministerium will die Ergebnisse der Studie nun doch noch vor der Bundestagswahl veröffentlichen. Die Opposition hatte der Bundesregierung Verzögerung aus wahltaktischen Motiven vorgeworfen.
Die Menschen in Deutschland
Die Menschen in Deutschland wollen nicht mehr so viele Kinder wie früher, nicht, weil es eine Frage des Geldes wäre ( früher waren Eltern " ärmer " als heute ), sondern weil sie die Möglichkeit haben, ihren Wunsch auch umzusetzen ( Verhütung ) und individuelle Interessen ein viel grössere Rolle heutzutage spielen.
Studie ist nur Geldverschwendung
Die Geburtenrate ist im Keller. Man braucht keine wissenschaftlichen Studien, um die Ursachen zu erkennen, da reicht es, im öffentlichen Leben die Augen auf zu machen. Es liegt vorrangig an der Arbeitswelt, und da muss man korrigieren, wenn man wirklich mehr Kinder will, zum Beispiel wie folgt:
- Die Überstunde muss die Ausnahme sein, nicht die Regel.
- Die Tarifflucht muss beendet werden. Es ist ja schön, wenn wir unsere Autos weltweit verkaufen und die Hersteller gut damit leben, aber es bringt der Gesellschaft nur wenig, wenn diese Hersteller in Deutschland Subunternehmer mit chinesischen Verhältnissen beauftragen, damit die eigene Belegschaft ihren sozialen Status behält.
- Es muss mit einiger Sicherheit möglich sein, eine Familie zu planen, die auch gemeinsame Freizeit und gemeinsamen Urlaub verbringen kann, und zwar ohne wenn und aber der bertrieblichen Belange, hier muss das rechtliche Kräfteverhältnis verschoben werden.
- Das Leben mit Kindern muss medial aufgewertet werden.
Geht doch...
Wir erinnern uns an den "Armutsbericht", der, weil er nicht dem Selbstbild der Regierung entsprach, zunächst vom Wirtschaftsministerium redigiert werden musste, bis er dann das offizielle Licht der Öffentlichkeit erblicken durfte...!
Nun, auf Druck der Öffentlichkeit, kommt Schröder aus der Hüfte und wird uns in homöopathischer Dosierung die durch die Studie zu erwartende Dekuvrierung der bislang betriebenen Familienpolitik offerieren, auf das eine hoffentlich breite gesellschaftliche und politische Diskussion stattfinden wird.
Bleibt nur die Hoffnung, dass der Inhalt und Aussagewert der Studie durch die "überstürzte" Veröffentlichung keinen Schaden nimmt [Ironie]...!
Bin schon sehr gespannt
auf den Bericht. Mich interessieren gar nicht so sehr die "Ergebnisse" sondern die Voraussetzungen, die Absicht, die Philosophie, die hinter dem Bericht steckt.
Was ist eine Familie? Soll die Familei rein ökonomisch betrachtet werden? Geht es um die Vorteile des Staates oder um Kinder? Geht es um Gerechtigkeit oder darum wie man Geld sparen kann? usw...
Die Voraussetzungen der Studie werden die Ergebnisse bestimmen!
6. Februar 2013 - 18:56 — Werner40
Kurzum: Junge nicht-Eltern sind allesamt Egoisten.
In meiner Altersgruppe (Anfang 30) kenne ich jede Menge Paare, die sich gegen ein Kind entscheiden, weil einfach das Geld fehlt. Die meisten wollen erstmal ein Studium fertig bekommen oder zumindest ein anständiges Gehalt. Die meisten potentiellen Mütter wollen auch nicht für Jahre vom Arbeitsmarkt fliegen um danach dann keine Stelle mehr zu bekommen.
Es ist doch vielmehr so, dass Kinder heutzutage eher eine Belastung darstellen als eine Bereicherung. Und wenn man einem Kind keine gute Existenz bieten kann, dann kann man es auch sein lassen, bis der Tag mal gekommen sein könnte..
@ Werner40
"früher waren Eltern " ärmer " als heute"
Wie kommen Sie darauf? Die Kaufkraft ist entscheident und nicht das ich heute 600€ statt 1000DM in der Tasche habe. Die Löhne sind durch die Währungsumstelleung halbiert worden und ab dem NICHT Proportional zu den Preisen gestiegen. Zudem kommen immer mehr prekäre Arbeitsverhältnisse sowie Verzicht auf Überstundenbezahlung, Weihnacht- sowie Urlaubsgeld.
Z.B.:
Die 100m² Wohnung die ich 1989 für 800DM gemietet habe kostet heute über 800€. Übrigens waren meine zwei Kids auch zu der Zeit schon GEPLANT (Pille, Kondome, Spirale usw gab es in den 80ern schon) Als wir, wegen Auszug unserer Tochter, in eine kleinere Wohnung gezogen sind, kostete die Wohnung übrigens schon 1400DM. Von Fahr- und Energie und sonstigen Kosten wollen wir erst garnicht reden.
wenn Fr. Schröder privat auch
wenn Fr. Schröder privat auch so schnell arbeitet, wie in ihrem derzeitigen Beruf, dann gute Nacht.
Die Studie läuft seit 2009 - ein Ergebnis würde bis heute noch nicht publiziert, wenn Fr. Schröder nicht ausgebremst wurde. Sie hat doch gar kein Interesse an einer Veröffentlichung, so schlecht sind offenbar die Ergebnisse. Wären die Ergebnisse positiv, so hätte sie schon längst mehrfach Zwischenergebnisse öffentlichkeitswirksam präsentiert - so hat sie gar nichts.
Als Kind in den 60er / 70er Jahren
Wir waren drei Geschwister und meine Eltern hatten nicht viel Geld. Meine Mutter hatte wegen uns Kindern ihren Beruf aufgegeben.
Kleidung wurde von den Älteren auf die Jüngeren "vererbt". Marken-Klamotten gab es nicht, sondern das, was nötig und bezahlbar war.
Jedes Kind ein eigenes Zimmer? Nicht bezahlbar.
Als wir Kinder alle über 10 waren und meine Mutter eine Halbtagsstelle gefunden hatte, konnten wir das erste Mal 2 Wochen im Schwarzwald Urlaub machen und in eine größere Wohnung ziehen. Da hatte aber auch nicht jeder ein eigenes Zimmer.
Das mag sich nach ärmlichen Verhältnissen anhören, war aber bei sehr vielen Familien so.
Meine Eltern wussten aber eines genau. Sie hatten einen Arbeitsplatz, der sicher war und es wurde jedes Jahr besser.
Heute sind potentielle Eltern nicht bereit für Kinder auf Wohlstand zu verzichten. Andererseits gibt es keine berufliche Sicherheit mehr.
Wer will dann noch Kinder bekommen?
Braucht auch keiner, wir sind schon zuviele auf der Erde.
Eben alles zu spät?
Lieber ein "normales" Arbeitsverhältnis, überschaubar, mit angemessener Nachtruhe und Freizeit nach Arbeitsschluss, als nach Hause zu hetzen,die Kinder auf dem Weg bei der Kita einsammeln, putzen, kochen, Fieber messen, Wäscheberge waschen, Kinderarztbesuche u.a. hinter sich bringen, Hausaufgaben beaufsichtigen, Eltern-Lehrer-Gespräche - nicht immer erfreulich! - führen, und-und-und.
Die Frauen haben vielleicht längst gemerkt, dass sie nur ausgebeutet werden in diesem System, in dem sie a l l e s leisten sollen, pardon "dürfen". Wenn sie schon die Wahl haben, wählen sie den vielleicht bequemeren Weg s.o.!. Was ihnen evtl. entgeht ohne Kinder, wissen sie ja nicht.
Warum eigendlich
sollte man in diesen Staat Kinder in die Welt setzen?Gibt mein sein Kind in die Kika,ist man eine Rabenmutter und so weiter und so fort.Arbeit gibt es auch keine wenn man Jahren wieder einsteigen möchte.Wenn man sieht wie lange es gedauert hat bis Frau Schröder damit fertig war,mei da wundert mich nichts mehr.
Kindergeld u.s.w.
Bei dieser Studie geht es doch nicht um's Kinderkriegen oder Kindergroßziehen, diese Studie wurde von Wirtschaftswissenschaftlern erstellt, also geht es hier um die angebliche Wirkungslosigkeit der staatlichen Föderungen wie Kindergeld u.s.w..
Es geht also darum etwas einzusparen was angeblich Wirkungslos ist.
Auf gut Deutsch, Wegfall von Kindergeld und anderen staatlichen Leistungen, weil angeblich wirkungslos.
Oder glaubt hier echt jemand, dass jetzt eine alleinerziehende Mutter oder Vater der von Hartz 4 lebt nun das Kindergeld oben drauf bekommt.
Wir wollen doch Sparen oder warum wählen wir diese Politik immer wieder in allen ihren bekannten Farben!
Sie könnte es so einfach haben ....
.
... die unbedarfte Frau Schröder.
Sie bräuchte nur darauf hinzuweisen, die die aktuell pro Jahr wirkungslos verpulverten 200 Milliarden Euro von ihren Vorgängern in diversen Gesetzen verankert wurden, in Gesetzen, mit denen Wahlsprechen gegenüber dem Klientel eingehalten werden sollten.
Und es wird (leider) niemand ernsthaft an diesem Unfugsgebäude rüptteln. Die Arbeitgeber freuen sich, daß Niedriglöhne und familienfeindliche Arbeitsbedingungen so vortrefflich sozialisiert werden. Die Opposition wird alles ihr mögliche daran setzen, den auch (!) von ihr maßgeblich angerichteten Saustall auf keinen Fall ausmisten zu lassen.
Subventionsfreies Deutschland!
Laßt uns all diesen Quersubventionswahnsinn einfach aufgeben - und den Arbeitgebern wieder Löhne abzwingen, mit denen 1 (in Worten: ein) Arbeitnehmer einen Unterhalt für seine Familie verdienen kann, der den in der BRD geltenden Begriffen von Würde gerecht wird.
Grüß Gott
und Glückauf
Friderich Prinz
@Werner
Ich kann Ihrer Ansicht nicht zustimmen.Auch in anderen Ländern kann man heutzutage verhüten....und siehe da,dort bekommt man dennoch mehr Kinder als hier.
Da stimmt vielleicht doch etwas nicht an Ihrer These.
familienförderung verpufft
na dann bin ich ja schon mal auf den bericht des wirtschaftsministeriums gespannt, wirtschaftsförderung verpufft,die milliarden, die ohne gegenleistung in der marktwirtschaft versickern ohne neue arbeitsplätze,lohnsteigerung,arbeitsplatzgarantien usw. ?
aber da wird noch nicht einer drüber nachgedacht haben wollen, gedurft haben können lol
Mein Eindruck ist, dass es
Mein Eindruck ist, dass es hier im Wesentlichen darum geht, Eltern (nach der Geburt eines Kindes) so schnell wie möglich an einen Arbeitsplatz zu zwingen.
Kindergeld ist ein Einkommen
"Oder glaubt hier echt jemand, dass jetzt eine alleinerziehende Mutter oder Vater der von Hartz 4 lebt nun das Kindergeld oben drauf bekommt." 6. Februar 2013 - 21:45 — Michel D.
Das fängt schon bei Wohngeld an.
Kindergeld wird bei jeder, auch einmaliger staatlicher Leistung als Einkommen berechnet (z.B. Klassenfahrt; das kann jeder mit wenig Geld beantragen, auch wenn er kein Wohngeld oder H4 bekommt; man muss nur die Einkünfte der letzten Jahre nachweisen).
Na klar!
Nachdem man die Renten massiv gekürzt und auch noch der Versteuerung unterzogen hat (die 53% des letzten Brutto müssen noch um die Steuer reduziert werden, dann bleiben etwas über 1/3 des letzen Netto übrig), will man nun auch den Familien das Geld kürzen. Ich glaube nicht, dass man das Geld in Schulen etc. stecken wird. Denn in unserem "Nest" haben sich einige Kuckuks-Junge eingenistet, die schon drei Mal so groß sind und den Hals nicht voll genug kriegen können. Da wird das Geld hinfließen.
Nachtigall ich hör dir trabsen!
Die Gelder werden immer knapper , das sie ja den Banken und Zockern als auch den Superreichen hinterhergworfen werden. Nun undifferenziert zu behaupten, Kindergeld ....etc. wären sinnlos ists schon ein starkes Stück. Durch den Sozialabbau und die immer schlechtere Bezahlung einer breiten Masse der Gesellschaftschaft, würden viel Einfach und Geringverdiener, sich kaum Kinder erlauben können. Warum jemand mit mehr als 5000€netto aber Kindergeld bekommt war mir noch nie schlüssig. Sicherlich sollten so manche Ausgaben unseres Staates auf den Prüfstand. Auffälig ist natürlich das es gerade wieder der soziale Bereich ist, weshalb hier sehr genau hingeschaut werden sollte. Wer nun glaubt das es einen Unterschied macht ob Scharz- gelb oder Rotgrün regiert hat wohl schon vergessen das unter Rotgrün dieser Raubbau an der Gesellschaft begonnen hat. Natürlich wären ausreichende Löhne auch für einen Alleinverdiener eine Familie ernähren zu können wünschenswert, aber bei der derzeitigen EU:::???
Wer hat denn heute noch Lust
Wer hat denn heute noch Lust sich das Handicap Kinder ans Bein zu binden? Wir Leben nunmal in einer extrem kinderfeindlichen Gesellschaft, in der schon Kinder nichts anderes als potentielle Konsumenten sind. Wer redet den heute noch von Menschlichkeit? Und darum geht es doch bei der Fortpflanzung eigentlich oder? Unsere Gesellschaft hat sich bewusst für eine gewissenlose Marktradikalität entschieden und wird diese Entscheidung bei der nächsten Wahl wieder neu bekräften. Das soziale Kälte und Konsum als höchstes Glück nicht gerade Lust machen eine weitere schon von vornerein verdammte Generation zu zeugen leuchtet ein.
So wie sich die Lage zur Zeit darstellt wird man die Menschen nur mit Geld locken können sich für Kinder zu entscheiden. Die dennoch ungeliebten Kinder werden es uns später heimzahlen.
"Schröderismus" hatten wir schon.
Wenn öffentliche Unzufriedenheit mit lapidarem, politischen Aktionismus beantwortert wird, nennt man das heute "Schröderismus". Dies wird zum implifizierenden Wortspiel, wenn es das Familienministerium betrifft. Und peinlicherweise auch noch äußerst treffend bezüglich einer sehr schwachen Bundesfamilienministerin.
Die Ressortchefin Kristina Schröder mag als Mitbürger/in mehr oder weniger sympathisch sein, doch das politische Gewicht des Familienmministeriums füllt sie ganz und gar nicht aus. Hier geht es um mehr als um einen provinziellen Elternabend in Schulen oder Kitas oder um Herdprämie für Besserverdienende oder nicht.
Es geht übergreifend um die Gestaltung unseres künftigen Gesellschaftsbilds von Familie, Privatleben und Beruf.
Dazu aber hat Frau Schröder seit Anbeginn ihres Jobs keine konstruktiven Antworten oder gar Visionen. Man mus sogar konstatieren, daß es noch nie eine konstruktiv inspirationslosere Familienministerin gab.
Jugend ist nicht per se erfolgreich.
Kinder kosten Geld
Vorab möchte ich erwähnen, dass wir in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft ohne Kinder leben.
Die erwähnte Studie unterstütze ich bedingt. Man darf aber wirklich nicht vergessen, dass Kinder viel Geld kosten und wichtig für unsere Gesellschaft sind.
Und wir in einer schwulen Beziehung ohne Kinder haben bessere finazielle Chancen als normalverdienende Eltern mit Kindern.
Was allerdings stimmt: ein sehr gut verdienender Elternteil, der Gegenpart arbeitet nicht, profitiert extrem vom Ehegattensplitting und macht es für Frauen extrem unrentabel, einen Job anzunehmen. Das Kindergeld, erst recht nicht das Betreuungsgeld, ist für solche Paare nicht notwendig, es belastet die Staatskasse und bringt rein gar nichts.
Die finanzielle Familienförderung sollte für max. Normalverdiener beschränkt werden. Das gesparte Geld könnte man gut für Kita-Ausbau und kostenlose, nicht-christliche Kindergarten-Plätze einsetzen.
Ein starkes Stück ...
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... ist etwas anedres, lieber tamarixz ...
"... zu behaupten, Kindergeld ....etc. wären sinnlos ists schon ein starkes Stück."
Die Notwenigkeit von Kindergeld ist ein "starkes", Stück, ein sehr trauriges Stück, ein Beweis für das erbärmliche Versagen dieser Gesellschaft, in der die Gewinnmaximierungsansprüche Weniger ein so hohes Gewicht haben, daß ein würdevolles Auskommen einer Familie ohne staatlichen Zuschuß mit einem Einkommen unmöglich geworden ist.
Das war in meiner Kinderzeit anders, im Staate BRD (ist knapp 45 Jahre her).
Seit Helmut Kohl zum ersten Mal um die FDP gebuhlt und den Sozialstaat den Vorstellungen von neokapitlistischen Wahnsinnsgewinnen geopfert hat, und seit Gerhard Schröder den Sozialstaat mit Hedgefonds und Hartz Gesetzen vollständig kastriert hat, brauchen wir alle diese "Familiemaßnahmen", um garantieren zu können, daß die Löhne klein und die Gewinne maximal bleiben.
Es ist nie zu spät. Leute, wehrt euch!
Grüß Gott
und Glückauf
Friederich Prinz