Kommentare

Draghi

Danke für den interessanten Kommentar! Ich wusste tatsächlich noch gar nicht, dass Draghi im Grunde die Verantwortung für diesen desaströsen Deal seiner damaligen Bank trägt.

Das weckt nun überhaupt kein Vertrauen für die EZB-Politik, es sei denn, bei genau diesen Banken, die sich guter Geschäfte sicher sein können, egal was passiert.

EZB-Unabhängigkeit wird untergraben...

...und die heilige Preisstabilität wird bedroht.

Im Grunde genommen ist das der monetaristische Tenor jeder Kolumne von Herrn Jakisch. Das auf Draghis Politik die Zinsen für Staatsanleihen erst mal fielen - ignoriert. Das die Reformpolitik der Krisenländer die Zinsen eher haben steigen lassen - ignoriert. Also genau wie der Rest der Medienlanschaft. Auch die angebliche Unabhängigkeit der EZB, die es nur auf dem Papier gab, wird immer wieder als Totschlagargument hervorgeholt. Wenn der deutsche Einfluss sich in der Politik bemerkbar macht, so ist dies ein Zeichen von Vernunft.

Und jeden Monat wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben - kein Realitätscheck kein Eingestehen von Irrtümern. Dogmatismus jetzt erst recht, lautet die Devise. Entweder funktioniert ein Währungsraum nach den Regeln dieses dogmatischen Glaubens oder man attestiert ihn für den Untergang des Abendlandes verantwortlich zu sein. Alles andere ist inakzeptabel.

Draghi hat nicht nur dort versagt

Seit Draghi in der Spitze der Zentralbank steht, haben die Sparer in Europa Milliarden verloren. Während die Gewerkschaften ständig höhere Löhne fordern sinken die Zinsen auf dem Sparbuch auf 0,5%. Das muß man sich mal vorstellen. Draghi ist für Europa als EZB Präsident nicht länger tragbar. Vielleicht würde ein neuer Kopf an der Spitze der EZB endlich wieder Leitzinsen einführen, die für die Eurostabilität zwingend notwendig sind.

Wenn man den Risikopoker der Banken nicht kontrollieren kann, dann muß man Banken Risikogeschäfte komplett verbieten und bei dem geringsten Verstoß auch schmerzhafte Strafen vollziehen. Verantwortliche lebenslänglich ins Gefängnis, und jegliche Restwerte beschlagnahmen.

Und außerdem ein Verbot von Gewinnausschüttungen und Bonizahlungen verhängen, solange nicht 100%ig sicher ist, daß die Banken keine unbeherrschbaren Risiken haben.

Guter Kommentar von Herrn Jackisch!

Ich sehe das genau so.
Das ist aber auch das einzig Positive von Draghis EZB, dass die Zinsen in den Krisenländern gesunken sind. Eine Lösung der Eurokrise ist dies bei weitem nicht. Noch dazu garantiert Draghi den ganzen Schott aufzukaufen und wer kauft überwiegend die Staatsanleihen der Wackelländer? Es sind fast nur deren eigene Banken.
Für was haben wir eigentlich eine Bankenaufsicht, wenn diese nichts taugt? Warum stehen die verantwortlichen Personen immer noch nicht vor Gericht?

und...

...wenn ich mir dann noch in Erinnerung rufe, dass Herr Draghi sein Geschäft bei den Herren Goldman & Sachs gelernt hat... wird mit übel.

Furchtbarer, haltlsoer, aber gefährlicher Unfug ..

.
wird hier getrieben.

Wer zocken will, wird zocken - wenn er darf. Ob der Zocker "Haus und Hof" verzockt ist den Nachbarn egal und dem Gewinner nur recht und billig.

All dieses Palaver um die Bankenaufsicht ist Rauch für die Augen derjenigen, die die Zockergewinne refinanzieren müssen, also für die Bürger der Nationalstaaten Europas.

Die einzige eine Besicherung der einzelstaatlichen Wirtschaften und des europäischen Geldverkehrs gewährleistende Maßnahme ist die Zerschlagung der Großbanken und das strikte Zockverbot für Geldinstitute in Europa.

Wer zocken will, soll dies in England tun (das will ja nicht europäisch sein), oder auf den Kayman Inseln oder wo auch immer.

Es ist noch gar lange her, daß Schröder und Eichel den Derivatenhandel der Hedgefonds in de BRD erst möglich gemacht haben. Es kostet uns nur ein Gesetz, dies wieder zu korrigieren - notfalls gerne auch gegen den Rest Europas. Deren Risiken tragen wir dann nicht.

Grüß Gott
und Glückauf
Friederich Prinz

@Trecker

Ich wusste tatsächlich noch gar nicht, dass Draghi im Grunde die Verantwortung für diesen desaströsen Deal seiner damaligen Bank trägt.

Das ist bestenfalls eine Vermutung. Ich fände es fair, damit sehr zurückhaltend zu sein.

@b_m - ungerechte Vorwürfe

Seit Draghi in der Spitze der Zentralbank steht, haben die Sparer in Europa Milliarden verloren.

Das ist ein sehr weitgehender Vorwurf, für den Sie hoffentlich Belege haben.
Die einzigen öffentlichen Anleihen, die in Europa in den letzen zehn Jahren nicht planmäßig bedient wurden, waren griechische Papiere. Die europäischen Sparer hatten an diesem Schuldenschnitt einen sehr geringen Anteil, so dass es keinen Sinn hat von Milliarden zu sprechen. Außerdem fallen diese Ereignisse nicht in den Zuständigkeitsbereich von Mario Draghi.

Ansonsten hat garantiert kein europäischer Sparer mit öffentlichen Anleihen auch nur einen Cent verloren.

Teufel kontrolliert Belzebub, Finanzwirtschaft sich selbst

Draghis Erfahrungsborn als ZB-Chef Italiens beinhaltet auch die Kunst, seiner klammen Regierung Unmengen an Zentralbankkrediten zu geben, die die Inflation ankurbelten und viele schönen Nullen auf d. Geldscheinen bewirkten, denen man im Außenkurs mit Wertverfall begegnete. Der Euro war dann die Rettung (und Deutschland schluckte die nicht eurofähige Kröte Italien und Griechenland dennoch in den Euro zu nehmen so dass der Damm für Malta und Osterupa später brach).

Nun haben die hoch verschuldeten bis pleite Südländer das Sagen über den größten Anteilseigner und Bürgen für alle -Deutschland.

Draghi pumpt munter eine Billion € in den Umlauf und garantiert den Schrottankauf, was uns als tolle Marktberuhigung vertickt wird. Die Zinsen hats nicht dauerhaft gedrückt für die Defizitländer in größter Spar-Rezession (was hat die EZB bei Staatskrediten in der Troika zu suchen?) seit WW2. Er macht nichts anderes als seinerzeit in Italien. Und das Ergebnis wird das gleiche sein. Goldman verdient.

Bei solchen Meldungen komme

Bei solchen Meldungen komme ich immer mehr zu dem Schluss, dass die jetzt überall geforderte Bankenaufsicht; beziehungsweise deren Funktionieren, eine der größten Selbsttäuschungen unserer Zeit ist.

Wie kann ich etwas beaufsichtigen oder regulieren, was sich der Regulierung und Aufsicht so konsequent versagt wie unser heutigen Bankenwesen. Hier kommt mir dann augenblicklich Das Bild mit dem Sack flöhen in den Sinn, die es zu "beaufsichtigen" gilt.

Ich möchte sogar noch einen Schritt weitergehen.
Das Wort Bankenaufsicht scheint mir immer mehr zu einer Phrase zu verkommen , die von Politikern oder anderen Interessenvertretern vorgeschoben wird, um etwas zum Thema Lehren aus der "Finanzkrise" sagen zu können - mehr nicht.

Raus aus der Eurozone

Bankenunion und -aufsicht hört sich gut an, ist aber in Wirklichkeit ein weiterer Schritt Richtung Schuldenunion. Wer wird denn für die verschuldeten Banken haften? Natürlich die Kunden der besser gestellten Banken. Lt. einer von Professor Sinn vorgelegten Aufstellung sind die gesamten Schulden der Banken wesentlich höher als die aller Eurostaaten. Alle Schulden werden vergemeinschaftet, aber die Gläubiger, mehrheitlich Millionäre und Milliardäre, kommen ungeschoren davon. Verteilt werden die Schulden auf die Normalbürgern, deren Versicherungen und Sparanlagen inflationär aufgefressen werden. Der Normalbürger wird mit weiter steigenden Steuern und Abgaben rechnen dürfen. Die Altersarmut wird stark steigen und die Sozialleistungen immer geringer.
Wir werden und noch wundern.
Ryder

@schwuler Sportlehrer: Draghis Verantwortung

"Das ist bestenfalls eine Vermutung. Ich fände es fair, damit sehr zurückhaltend zu sein."

Dann lesen Sie bitte den Artikel noch einmal! Wer war damals der Chef der Bank? Warum bezahlt man Manager so hoch, wegen der Verantwortung? Oder ist man als Chef nicht für sein Unternehmen verantwortlich? Schieben wir das jetzt auf die Schalterangestellten?

@ b_m

... und bei dem geringsten Verstoß auch schmerzhafte Strafen vollziehen. Verantwortliche lebenslänglich ins Gefängnis, und jegliche Restwerte beschlagnahmen.

Solche Strafen sind in einem Rechtsstaat nicht möglich. Auch für Bankmitarbeiter gilt die Unschuldsvermutung und die Möglichkeit sich vor einem Gericht zu verteidigen.

@Trecker - Vorverurteilung

Es liegt kein Anhaltspunkt dafür vor, dass Mario Draghi für die Verfehlungen, die Sie ihm zur Last legen, verantwortlich sein könnte.

@schwuler Sportlehrer: Draghis Verantwortung, die Zweite

"Es liegt kein Anhaltspunkt dafür vor, dass Mario Draghi für die Verfehlungen, die Sie ihm zur Last legen, verantwortlich sein könnte."

Schauen Sie sich bitte nochmal den Artikel an und achten Sie diesmal auf die Summen, um die es da ging. Und jetzt überlegen Sie, ob solche Summen im Management besprochen und entschieden werden!

Die Praxis normaler Geschäftsführung ist also schon einmal ein Anhaltspunkt.

Und nehmen wir an, ein Manager würde behaupten, nichts davon gewusst zu haben, muss er trotzdem sehr oft in der Praxis die Verantwortung dafür übernehmen, er ist schließlich der oberste Angestellte des Unternehmens, dessen Haut er damit retten muss.

@Trecker

Ich hhalte überhaupt nichts davon Menschen, selbst wenn sie Bankmanager sind, ohne Grund zu verurteilen. Populismus hat da zurück zu treten, wo er gegen das Recht verstößt.

@Trecker

... und achten Sie diesmal auf die Summen, um die es da ging.

Die Summen tun nichts zur Sache, wenn die Vorwürfe gegen Mario Draghi unhaltbar sind.

Vorschnelle Urteile

Ich finde es insgesamt erschreckend, mit wie wenig Kenntnis und mit wie wenig Belegen hier die Banken und ihre Manager vorverurteilt werden. Insbesondere bei Mario Draghi kann ich die Angriffe auf seine Person nicht verstehen. Der Mann ist immerhin Präsident der EZB und hätte mehr Respekt verdient.

@Sportlehrer und Neoliberal: Draghi's Verantwortung

War Draghi nun Chef der Bank oder nicht? Was ist der Job eines Managers eines solchen Unternehmens? Ist er für die Geschäfte des Unternehmens verantwortlich? Lesen Sie dazu bitte die Definition von Management!

Vielen Dank!

@Nana

Auch die angebliche Unabhängigkeit der EZB, die es nur auf dem Papier gab, wird immer wieder als Totschlagargument hervorgeholt.

Wie kommen Sie darauf, dass die EZB nicht unabhängig sei?

@ladycat

... und wer kauft überwiegend die Staatsanleihen der Wackelländer? Es sind fast nur deren eigene Banken.

Was sonst? Alles andere wäre ja wohl kaum nachvollziehbar.
Ein guter Bekannter von uns hier in Deutschland, ein sehr wohlhabender italienischer Gastronom, investiert sein Geld in italienische Staatsanleihen. Und zwar aus Prinzip.

@Trecker

Mir scheint angesichts Ihres Beharrens auf den Aufgaben des Managements, Sie haben den Artikel grundlegend missverstanden. Draghi war nie Manager von Monte dei Paschi, der Bank, die diese Probleme hat. Er war damals Gouverneur ( = Chef) der italienischen Zentralbank, die die zuständige Aufsichtsbehörde über Monte dei Paschi war. Man mag ihm daraus irgendwelche Vorwürfe konstruieren, aber Ihre Beiträge klingen so, als ob Sie davon ausgehen, Draghi habe die Geschäfte der Problembank geführt.

@Parabellum: Respekt verdienen

"Der Mann ist immerhin Präsident der EZB und hätte mehr Respekt verdient."

Sind wir aufgeklärte Menschen oder Religiöse, die ein Amt nur des Amtes wegen verehren müssen?

Sie schreiben, dass er Respekt verdient hat. Respekt muss man sich aber auch verdienen und zwar meistens mit Taten und nicht mit einem Amt. Und die Fehlspekulation seiner Bank spricht nicht unbedingt für ihn als Manager.

Auch wenn hier einige dessen Verantwortung abstreiten wollen, trägt er zumindest indirekt, aber bei so hohen Summen sehr wahrscheinlich auch direkt mit seiner Unterschrift die Verantwortung.

Auch wenn der 2. Hinweis von mir spekulativ sein mag, bleibt der Fakt, dass er als Geschäftsführer zumindest indirekt dafür gerade stehen muss.

Und als Ökonom muss ich seiner Arbeit in der EZB auch nicht unbedingt Respekt zollen, schon gar nicht, wegen Ankündigungen, €-Bazookas und der Abkehr von der Stabilitätspolitik.

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