"An den Kosten für Terminal 3 werden vermutlich noch bis 2016 auch alle Passagiere beteiligt, die über Delhi fliegen. Für Inlandsflüge beträgt die sogenannte Flughafenentwicklungsgebühr derzeit rund drei Euro, für internationale Verbindungen rund acht Euro - zusätzlich zu den normalen Gebühren und Steuern."
Die Idee einer Flughafenmaut finde ich gut. Das klappt zwar nur in Ländern mit geringer Flughafendichte, löst aber das Problem dort auf jeden Fall.
...denn BER ist prinzipiell auch nur ein Terminal auf dem alten Schönefeld-Gelände, allerdings mit zusätzlicher Landebahn.
Selbst bin ich kein Fan von öffentlich-privaten Baupartnerschaften, aber die Teilung der Kosten dürfte im indischen Fall einer der Unterschiede gewesen sein. Dort wuchert nämlich die Korruption wie in wenig anderen Ländern.
Wer aber sein eigenes Geld im Spiel hat, der passt schon auf, dass die Kosten im Rahmen bleiben und die Arbeiten ordnungs- und plangemäß ausgeführt werden.
Vielleicht haben die Inder aber auch nicht für jeden Furz Auflagen, Vorschriften und Gesetze, durch die keiner mehr durchblickt. Und keine Leute wie sie, die den Politikern die Schuld in die Schuhe schieben, obwohl die mit Sicherheit nicht am Reißbrett gestanden haben, oder die falschen Kabel verlegt haben.
Ein neues Terminal in Indien mit einem neuen Flughafen in Deutschland zu vergleichen, das halte ich für äußerst kühn. Da wird mir jeder erfahrene Projektplaner zustimmen.
Dann heißt es da "Der nach einer Kostenexplosion fast drei Milliarden Dollar teure Bau..." - da wurde wohl auch erst "günstig" gerechnet.
Last not least: Was würde der drei Milliarden-Bau in gleicher Ausführung in Deutschland kosten ?
Ich will hier nicht BER schön reden, aber diese von Laien angestellten Vergleiche gehen mir sehr gegen den Strich.
Flughafenmaut ? Vielleicht verlangen LIDL, Aldi usw. demnächst eine Maut für einen neuen Laden. Wenn da die Deutsche Bahn erstmal drauf kommt... Ja spinn ich denn ?
Am 04. Februar 2013 um 14:48 von TheodorTugendreich
Sie schrieben: Verschiedene Vorschriften sind in Indien etwas lässiger, wenn überhaupt vorhanden, als in Deutschland.
Ein wahres Wort, die deutsche Gesellschaft kommt mir manchmal vor wie ein Zwangshandlungserkrankter, die ohnehin grenzwertige Vorschriften noch, durch exponentiell erhöhten Aufwand, zu übertreffen sucht und dabei ihre Kräfte ohne Wirkung in eine wünschenswerte Richtung verschleißt.
sehr funktional und blitz sauber. Aber bei den dort tätigen Mitarbeitern hapert es. So war es schwierig, die nicht verbrauchten Rupien in Euro zurück zu tauschen. Wir hatten mehrere Anlaufstationen zu Thomas Cook -Schaltern nötig ehe es uns gelang, zu wechseln. Zeitbedarf ca 45 Minuten, ohne entsprechende Zeitreserve wären unsere Rupien in Indien geblieben. Ebenso langsam ging es bei der Zollkontrolle voran. Zweitweilig war nur ein Zollbeamter tätig und die Schlage der Wartenden wurde immer länger. Erst als lautstarke Unmutsbekundungen zu vernehmen waren, bequemten sich weitere Zollmitarbeiter an ihre Arbeitsplätze. Die Wartezeit vor den Zollschaltern betrug bei uns ebenfalls ca 45 Minuten, und trotz frühen Erscheines am Flughafen wurde es dann bis zur Boardingzeit noch knapp. Eine Terminal zu bauen ist eine Sache, es zu betreiben eine Andere.
Wenn ich die kommentare mancher hier lese, finde ich es lustig. BER ist kein neuer Flughafen. Es ist die Erweiterung vom aktuell aktiven Berliner Flughafen Schönefeld. Sehr wohl ist dies einigermaßen vergleichbar. Ok, in BER wird noch ein wenig mehr an den Startbahnen und Rollwegen gebastelt. Aber vergleichbar ist es schon.
@reconquistador: Fachkräfte in Indien? Es wird behauptet, die hätten welche. Bei meinen Reisen habe ich aber das Gefühl gehabt, viele der Fähigen sind ausgewandert. Was uns in D das Gefühl gibt: in Indien gibt es Fachkräfte!
Noch ein Stück Indien-Erfahrung: schaut euch mal das Terminal in 4-5 Jahren an. Häufig sieht in Indien ein 5 Jahre altes Gebäude aus wie 15 Jahre alt. Neubau ist eine Sache - Wartung eine andere.
Süß finde ich auch: "Passagiere loben den indischen Hauptstadtflughafen als schnell und effektiv - vergleichbar mit Frankfurt oder London Heathrow."
Haha, wer schon mal in Heathrow umsteigen durfte, wird dies nicht als Komplimement auffassen.
Sie schreiben: "Die Inder haben es leicht, die haben ja auch keinen Wowereit und keinen Platzeck, sondern echte Fachkräfte."
Die haben auch kein Rechtssystem, bei dem sich ein Großprojekt mal eben 20 Jahre verzögern lässt und müssen nicht 300 Änderungen in der laufenden Bauphase umsetzen.
Für einen seriösen Vergleich sollte man doch mindestens anführen
- die Fläche des gesamten Geländes,
- die bebaute überdachte Fläche,
- die Zahl der Schalter,
- die Zahl der Flugzeugstellplätze
usw usw. Nicht einmal die Zahl der Passagiere, die man pro Jahr durchzuschleusen gedenkt sind ein Vergleichsparameter, denn das kann ja so oder so aussehen.
Ich würde es schon etwas differenzierter betrachten. Nicht dass ich Berlin gut und Neu-Delhi schlecht sprechen will. Doch die Frage ist, wie läuft es standardmäßig bei solchen Projekten ab? Nicht selten passiert es in Indien, dass Großprojekte wie Kleinprojekte sich um Jahre verzögern, weil die Organisation sehr schlecht ist.
Neu-Delih war ein Prestigeprojekt. Nach Außen soll alles gut aussehen. So wird bei solchen Projekten genug Druck von Oben aufgebaut um das Projekt durchzuboxen.
BER ist ein Beispiel dafür, was passiert, wenn die Organisation und die Aufsicht ihre Arbeit nicht richtig macht.
Es wäre schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung wenn Könner sich der Sache hier annehmen würden und keine Leute aus der Politik, die durch tolles Gequassel nach oben gekommen sind. Spätestens wenn solche Aufgaben zu machen sind, zeigt sich wer was drauf hat und wer nur so tut!
Wenn unsere Verantwortlichen das Prestigeobjekt über den Brandschutz und andere Sicherheitsvorkehrungen gestellt hätten, wäre der BER wahrscheinlich auch pünktlich fertig geworden. Wer guckt denn in Delhi in die Kabelschächte, ob da alles richtig und nach Vorschrift verbaut ist? Wenn es dort mal brennen sollte, was möglichst nie eintreten möge, reden wir weiter...
Man kann einen Stahl- und Glaspalast optisch ganz toll hinbekommen... ob er den Sicherheitsanforderungen genügt, steht auf einem anderen Blatt.
Ich will die Katastrophen vom BER nicht schönreden (das ist ein Debakel erster Güte) und nicht pauschal den Indern schlamperei unterstellen (wäre vermessen), aber ohne nähere Details sind diese Projekte meines Erachtens (noch) nicht vergleichbar.
Das wäre mir neu.
Haben Sie eigentlich die Stellungnahme von Siemens gelesen? So etwas kann helfen.
Wenn der Auftraggeber selber nicht weiß, was er will, somit immer wieder Änderungen einbringt, kann die Beauftragte Firma noch so gut sein, sie wird ein Projekt nie rechtzeitig zu Ende bringen können. Das ist auch bei BER das Problem. Keiner von den Leitern weiß, was gemacht werden muss.
Das Problem bei Großfirmen und Prestigeprojekten ist aber, dass diese Firmen sich gerne verbiegen um den Kunden zufrieden zu stellen. So kann es schnell passieren, dass solche Firmen den schwarzen Peter zugeschoben bekommen.
und es hat auch keinen sinn, es schoen zu reden: BER ist verhunzt worden von den zwei SPD regierten laendern berlin und brandenburg. und meines erachtens hat man das schon am ersten verschiebungstermin sehen koennen. folglich ist die sache ueber lange zeit und wohl-organisiert massiv gedeckt worden.
ich will damit nicht sagen, dass das in anderen, auch von anderen parteien regierten laendern, nicht passieren kann. so objektiv bin ich, glaube ich, doch schon noch. aber es will mir nicht in den kopf, wie es sein kann, dass leute wie wowereit nicht endlich die konsequenzen ziehen und zuruecktreten.
Berlin ist der Inbegriff eines Desasters, beim Brandschutz funktioniert die Rauchabsaugung nicht richtig, das wäre auch in Indien ein ko-Kriterium und hat rein gar nichts mit zu peniblen Vorschriften zu tun. Weiterhin sind die Kabelschächte viel zu eng, damit kaum wartbar, nicht erweiterbar, nicht abnehmbar.
Es gibt nur acht Kofferbänder, Frankfurt hat fast 40, die Zahl der Check In-Schalter ist viel zu gering. Sicherheitsabstände bei den Schaltern wurden um die Hälfte unterschritten (5-7 Meter statt 15), daraus ergeben sich in Zukunft schwere Staus bis zum Stillstand.
Der ganze Flughafen ist ein absolutes Planungsdesaster, das müssen welche ohne den geringsten Sachverstand gemacht haben, die zudem zu faul oder dumm waren, sich in Frankfurt oder München gründlich zu informieren.
Schlimmer geht es eigentlich nicht und das im Land der Ingenieure. Gruselig ist das und ein bedrückendes Beispiel des geistigen Verfalls und der Dekadenz!
"Bei den World Airport Awards 2012 hat der Indira-Gandhi-International-Airport in Delhi den Preis für den am stärksten verbesserten Flughafen bekommen."
Ich glaube wenn er den westlichen Sicherheitsstandard- das ist einer der wichtigsten faktoren für die Qualität eines Flughafens -nicht entsprechen würde, dann wäre er nicht mit einem internationalen Award ausgezeichnet worden.
... für die Finanzierung der explodierten Baukosten?
Jetzt komm' mir bitte niemand mit dem alten Hut PPP. Schließlich werden Kosten damit nur auf die Zukunft verschoben. Und in der Regel werden PPP-Projekte in Summe auch noch teurer, als würde sich die öffentliche Hand selbst um alles kümmern.
Die Inder ...
...haben es leicht, die haben ja auch keinen Wowereit und keinen Platzeck, sondern echte Fachkräfte.
Flughafenmaut
"An den Kosten für Terminal 3 werden vermutlich noch bis 2016 auch alle Passagiere beteiligt, die über Delhi fliegen. Für Inlandsflüge beträgt die sogenannte Flughafenentwicklungsgebühr derzeit rund drei Euro, für internationale Verbindungen rund acht Euro - zusätzlich zu den normalen Gebühren und Steuern."
Die Idee einer Flughafenmaut finde ich gut. Das klappt zwar nur in Ländern mit geringer Flughafendichte, löst aber das Problem dort auf jeden Fall.
Der Vergleich mit Berlin hinkt
Hier wird der Bau eines Terminal beschrieben. In Berlin wird ein neuer Flughafen gebaut.
Das ist ein kleiner, eigentlich ein gro0er, Unterschied.
Und by the Way: Verschiedene Vorschriften sind in Indien etwas lässiger, wenn überhaupt vorhanden, als in Deutschland.
Das soll nicht heißen, dass dieses Kaspertheater um den Bau des Hauptstadtflughafens jetzt keine Zuschauer mehr hat, geschweige denn unwichtig wäre.
Nur der Vergleich der beiden Bauprojekte hinkt.
Der Vergleich ist durchaus treffend
...denn BER ist prinzipiell auch nur ein Terminal auf dem alten Schönefeld-Gelände, allerdings mit zusätzlicher Landebahn.
Selbst bin ich kein Fan von öffentlich-privaten Baupartnerschaften, aber die Teilung der Kosten dürfte im indischen Fall einer der Unterschiede gewesen sein. Dort wuchert nämlich die Korruption wie in wenig anderen Ländern.
Wer aber sein eigenes Geld im Spiel hat, der passt schon auf, dass die Kosten im Rahmen bleiben und die Arbeiten ordnungs- und plangemäß ausgeführt werden.
@ reconquistador
Vielleicht haben die Inder aber auch nicht für jeden Furz Auflagen, Vorschriften und Gesetze, durch die keiner mehr durchblickt. Und keine Leute wie sie, die den Politikern die Schuld in die Schuhe schieben, obwohl die mit Sicherheit nicht am Reißbrett gestanden haben, oder die falschen Kabel verlegt haben.
Vergleichbar ?
Ein neues Terminal in Indien mit einem neuen Flughafen in Deutschland zu vergleichen, das halte ich für äußerst kühn. Da wird mir jeder erfahrene Projektplaner zustimmen.
Dann heißt es da "Der nach einer Kostenexplosion fast drei Milliarden Dollar teure Bau..." - da wurde wohl auch erst "günstig" gerechnet.
Last not least: Was würde der drei Milliarden-Bau in gleicher Ausführung in Deutschland kosten ?
Ich will hier nicht BER schön reden, aber diese von Laien angestellten Vergleiche gehen mir sehr gegen den Strich.
Flughafenmaut ? Vielleicht verlangen LIDL, Aldi usw. demnächst eine Maut für einen neuen Laden. Wenn da die Deutsche Bahn erstmal drauf kommt... Ja spinn ich denn ?
@hut "Verschiedene Vorschriften sind in Indien etwas lässiger"
Sie schrieben: Verschiedene Vorschriften sind in Indien etwas lässiger, wenn überhaupt vorhanden, als in Deutschland.
Ein wahres Wort, die deutsche Gesellschaft kommt mir manchmal vor wie ein Zwangshandlungserkrankter, die ohnehin grenzwertige Vorschriften noch, durch exponentiell erhöhten Aufwand, zu übertreffen sucht und dabei ihre Kräfte ohne Wirkung in eine wünschenswerte Richtung verschleißt.
Das neue Terminal in Delhi ist top,
sehr funktional und blitz sauber. Aber bei den dort tätigen Mitarbeitern hapert es. So war es schwierig, die nicht verbrauchten Rupien in Euro zurück zu tauschen. Wir hatten mehrere Anlaufstationen zu Thomas Cook -Schaltern nötig ehe es uns gelang, zu wechseln. Zeitbedarf ca 45 Minuten, ohne entsprechende Zeitreserve wären unsere Rupien in Indien geblieben. Ebenso langsam ging es bei der Zollkontrolle voran. Zweitweilig war nur ein Zollbeamter tätig und die Schlage der Wartenden wurde immer länger. Erst als lautstarke Unmutsbekundungen zu vernehmen waren, bequemten sich weitere Zollmitarbeiter an ihre Arbeitsplätze. Die Wartezeit vor den Zollschaltern betrug bei uns ebenfalls ca 45 Minuten, und trotz frühen Erscheines am Flughafen wurde es dann bis zur Boardingzeit noch knapp. Eine Terminal zu bauen ist eine Sache, es zu betreiben eine Andere.
Neuer Flughafen?
Wenn ich die kommentare mancher hier lese, finde ich es lustig. BER ist kein neuer Flughafen. Es ist die Erweiterung vom aktuell aktiven Berliner Flughafen Schönefeld. Sehr wohl ist dies einigermaßen vergleichbar. Ok, in BER wird noch ein wenig mehr an den Startbahnen und Rollwegen gebastelt. Aber vergleichbar ist es schon.
@reconquistador: Fachkräfte in Indien? Es wird behauptet, die hätten welche. Bei meinen Reisen habe ich aber das Gefühl gehabt, viele der Fähigen sind ausgewandert. Was uns in D das Gefühl gibt: in Indien gibt es Fachkräfte!
Noch ein Stück Indien-Erfahrung: schaut euch mal das Terminal in 4-5 Jahren an. Häufig sieht in Indien ein 5 Jahre altes Gebäude aus wie 15 Jahre alt. Neubau ist eine Sache - Wartung eine andere.
Süß finde ich auch: "Passagiere loben den indischen Hauptstadtflughafen als schnell und effektiv - vergleichbar mit Frankfurt oder London Heathrow."
Haha, wer schon mal in Heathrow umsteigen durfte, wird dies nicht als Komplimement auffassen.
@reconquistador
Sie schreiben: "Die Inder haben es leicht, die haben ja auch keinen Wowereit und keinen Platzeck, sondern echte Fachkräfte."
Die haben auch kein Rechtssystem, bei dem sich ein Großprojekt mal eben 20 Jahre verzögern lässt und müssen nicht 300 Änderungen in der laufenden Bauphase umsetzen.
Nachtrag
Für einen seriösen Vergleich sollte man doch mindestens anführen
- die Fläche des gesamten Geländes,
- die bebaute überdachte Fläche,
- die Zahl der Schalter,
- die Zahl der Flugzeugstellplätze
usw usw. Nicht einmal die Zahl der Passagiere, die man pro Jahr durchzuschleusen gedenkt sind ein Vergleichsparameter, denn das kann ja so oder so aussehen.
Naja
Ich würde es schon etwas differenzierter betrachten. Nicht dass ich Berlin gut und Neu-Delhi schlecht sprechen will. Doch die Frage ist, wie läuft es standardmäßig bei solchen Projekten ab? Nicht selten passiert es in Indien, dass Großprojekte wie Kleinprojekte sich um Jahre verzögern, weil die Organisation sehr schlecht ist.
Neu-Delih war ein Prestigeprojekt. Nach Außen soll alles gut aussehen. So wird bei solchen Projekten genug Druck von Oben aufgebaut um das Projekt durchzuboxen.
BER ist ein Beispiel dafür, was passiert, wenn die Organisation und die Aufsicht ihre Arbeit nicht richtig macht.
Es wäre schon einmal ein
Es wäre schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung wenn Könner sich der Sache hier annehmen würden und keine Leute aus der Politik, die durch tolles Gequassel nach oben gekommen sind. Spätestens wenn solche Aufgaben zu machen sind, zeigt sich wer was drauf hat und wer nur so tut!
@reconquisator
Die haben auch keine Siemens oder T-Systems.
Vergleichbar?
Wenn unsere Verantwortlichen das Prestigeobjekt über den Brandschutz und andere Sicherheitsvorkehrungen gestellt hätten, wäre der BER wahrscheinlich auch pünktlich fertig geworden. Wer guckt denn in Delhi in die Kabelschächte, ob da alles richtig und nach Vorschrift verbaut ist? Wenn es dort mal brennen sollte, was möglichst nie eintreten möge, reden wir weiter...
Man kann einen Stahl- und Glaspalast optisch ganz toll hinbekommen... ob er den Sicherheitsanforderungen genügt, steht auf einem anderen Blatt.
Ich will die Katastrophen vom BER nicht schönreden (das ist ein Debakel erster Güte) und nicht pauschal den Indern schlamperei unterstellen (wäre vermessen), aber ohne nähere Details sind diese Projekte meines Erachtens (noch) nicht vergleichbar.
@Christian Berger
"Die haben auch keine Siemens oder T-Systems."
Das wäre mir neu.
Haben Sie eigentlich die Stellungnahme von Siemens gelesen? So etwas kann helfen.
Wenn der Auftraggeber selber nicht weiß, was er will, somit immer wieder Änderungen einbringt, kann die Beauftragte Firma noch so gut sein, sie wird ein Projekt nie rechtzeitig zu Ende bringen können. Das ist auch bei BER das Problem. Keiner von den Leitern weiß, was gemacht werden muss.
Das Problem bei Großfirmen und Prestigeprojekten ist aber, dass diese Firmen sich gerne verbiegen um den Kunden zufrieden zu stellen. So kann es schnell passieren, dass solche Firmen den schwarzen Peter zugeschoben bekommen.
es hilft alles nichts..
und es hat auch keinen sinn, es schoen zu reden: BER ist verhunzt worden von den zwei SPD regierten laendern berlin und brandenburg. und meines erachtens hat man das schon am ersten verschiebungstermin sehen koennen. folglich ist die sache ueber lange zeit und wohl-organisiert massiv gedeckt worden.
ich will damit nicht sagen, dass das in anderen, auch von anderen parteien regierten laendern, nicht passieren kann. so objektiv bin ich, glaube ich, doch schon noch. aber es will mir nicht in den kopf, wie es sein kann, dass leute wie wowereit nicht endlich die konsequenzen ziehen und zuruecktreten.
ehrbar waere dieser schritt..
Der nationale Reflex Berlin schönzureden ist unverständlich
und kann nur auf fehlenden Informationen beruhen.
Berlin ist der Inbegriff eines Desasters, beim Brandschutz funktioniert die Rauchabsaugung nicht richtig, das wäre auch in Indien ein ko-Kriterium und hat rein gar nichts mit zu peniblen Vorschriften zu tun. Weiterhin sind die Kabelschächte viel zu eng, damit kaum wartbar, nicht erweiterbar, nicht abnehmbar.
Es gibt nur acht Kofferbänder, Frankfurt hat fast 40, die Zahl der Check In-Schalter ist viel zu gering. Sicherheitsabstände bei den Schaltern wurden um die Hälfte unterschritten (5-7 Meter statt 15), daraus ergeben sich in Zukunft schwere Staus bis zum Stillstand.
Der ganze Flughafen ist ein absolutes Planungsdesaster, das müssen welche ohne den geringsten Sachverstand gemacht haben, die zudem zu faul oder dumm waren, sich in Frankfurt oder München gründlich zu informieren.
Schlimmer geht es eigentlich nicht und das im Land der Ingenieure. Gruselig ist das und ein bedrückendes Beispiel des geistigen Verfalls und der Dekadenz!
Solstice
Vergleichbar ja!!
"Bei den World Airport Awards 2012 hat der Indira-Gandhi-International-Airport in Delhi den Preis für den am stärksten verbesserten Flughafen bekommen."
Ich glaube wenn er den westlichen Sicherheitsstandard- das ist einer der wichtigsten faktoren für die Qualität eines Flughafens -nicht entsprechen würde, dann wäre er nicht mit einem internationalen Award ausgezeichnet worden.
Und was ist nun der simple Trick,
... für die Finanzierung der explodierten Baukosten?
Jetzt komm' mir bitte niemand mit dem alten Hut PPP. Schließlich werden Kosten damit nur auf die Zukunft verschoben. Und in der Regel werden PPP-Projekte in Summe auch noch teurer, als würde sich die öffentliche Hand selbst um alles kümmern.