Es lässt sich nicht beschönigen: Das politische System in Syrien ist eine brutale Diktatur, die hoffentlich bald ihren Endpunkt findet. Leider sind viele Gegner dieses Systems auch nicht zimperlich in der Wahl ihrer Mittel und ehrenhaft in der Wahl ihrer Ziele. Dennoch, das Assad-Regime gehört abgeschafft und Deutschlands Unterstützung für die Opposition ist eindeutig und richtig.
Für diejenigen, die sich in der Tradition des demokratischen Sozialismus sehen, ist das nicht leicht einzusehen, aber hier ist Umdenken ein Gebot der Vernunft.
Am 22. Dezember 2012 um 22:46 von Karsten.Laurisch
Und die wirtschaftlich viel stärkere Türkei verkraftet nicht einmal 100.000 wer glaubt hier noch diese Doppelmoral? Ich hoffe die deutsche Hilfe kommt wirklich bei den Flüchtlingen an und landet nicht in dunkle Kanäle.
Am 22. Dezember 2012 um 22:50 von Karsten.Laurisch
„Dennoch, das Assad-Regime gehört abgeschafft und Deutschlands Unterstützung für die Opposition ist eindeutig und richtig.
Für diejenigen, die sich in der Tradition des demokratischen Sozialismus sehen, ist das nicht leicht einzusehen, aber hier ist Umdenken ein Gebot der Vernunft.“
Aber bitte ohne Gewalt und mit demokratischen Mitteln, denn das würde einem demokratischen Sozialismus wiedersprechen. Also ohne ausländische Einmischung und nur über einen innersyrischen Dialog.
Am 22. Dezember 2012 um 23:22 von bürokr. Sozialismus
Eine Diktatur schaffen Sie nicht mit Dialog ab. So lange Sie nur auf Reden setzen, sitzen die etablierten Machthaber immer am längeren Hebel und es wird sich in hundert Jahren nichts ändern. In über vierzig Jahren hat sich nichts geändert außer Scheinreformen und Absichtserklärungen. Dass sich die syrische Jugend für die Revolte entschieden hat, kann ich nur zu gut verstehen.
Am 22. Dezember 2012 um 23:33 von bürokr. Sozialismus
Deutschland sollte die demokratisch orientierten Aufständischen finanziell, humanitär und organisatorisch unterstützen, um ihre Position in Syrien zu festigen. Dem syrischen Volk wäre es eine große Hilfe.
Die Krise in Syrien war nur eine Frage der Zeit. Eine totalitäre Diktatur - auch wenn sie gelegentlich für ihre "liberale" Haltung in religiösen Fragen gelobt wurde - kann nicht ewig halten. Eine kleine alawitische Elite hat dem Volk brutal alle Rechte vorenthalten. Diese Elite nähert sich jetzt ihrem Ende.
Für den Libanon birgt die Krise Gefahr und Chance zugleich. Die Umklammerung durch Syrien schwindet, die Belastung durch Flüchtlinge steigt. Hier muss Deutschland beherzt helfen. Das ist human und politisch konsequent, wenn man sich (zu Recht) entschlossen hat, die Rebellion in Syrien zu unterstützen.
Und deren Zahl stieg, nachdem Irak von Saddam befreit wurde.
Die Beschreibung der Iraker dazu:
"Sie haben Ali Baba vertrieben, aber die 40 Räuber da gelassen".
(Aus der Dokumentation "Heavy Metal In Baghdad")
Am 23. Dezember 2012 um 00:52 von Karsten.Laurisch
Deutschland sollte die demokratisch orientierten Aufständischen finanziell, humanitär und organisatorisch unterstützen, um ihre Position in Syrien zu festigen. Dem syrischen Volk wäre es eine große Hilfe.“
Das schließt aber die gewalttätige aus dem Ausland finanzierte bewaffnete „Opposition“ aus. Damit bin ich einverstanden.
Selbstverständlich ist die Flüchtlingshilfe richtig. Aber leider führt die politisch-militärische internationale Passivität zu einer schrecklichen, endlosen Verlängerung der Agonie des Assad-Regimes, in dessen Folge eben leider auch extremistische Gruppen die Entwicklung in Syrien, gerade auch für die Nach-Assad-Zeit, zusätzlich erschweren.
Umso richtiger wäre es, die vereinigte Opposition, die inzwischen von 130 Staaten als legitimer Vertreter Syriens anerkannt ist, energisch zu unterstützen. Dies gilt insbesondere auch für den militärischen Aspekt.
Flüchtlingshilfe ist richtig - aber sie kann Politik nicht ersetzen.
Im Falle des aktuellen Krieges in Syrien, in welchem dem Assad-Regime die Rolle des HAUPTaggressors (gegen die eigene Bevölkerung!) zukommt und der bereits über 40'000 Tote und Millionen Flüchtlinge zählt, ist in diesem Zusammenhang leider auch die internationale Androhung militärischer Mittel zur Beendigung des Krieges zwingend notwendig.
Ein demokratisches und freies System schaffen Sie eben nicht mal so von einem Tag zum Anderen. Wir müssen den Staaten einfach Zeit lassen. Und dabei wird es auch Rückschläge geben. In Deutschland entstand Demokratie auch nicht einfach mal so, sondern war Ergebnis langer historischer Prozesse mit vielen Rückschlägen. Die Entwicklung in Ägypten zeigt auch, dass es eine starke demokratische Opposition gegen die Islamisten gibt. Das gilt auch für die anderen Länder des arabischen Frühlings. Ich denke, dass Islamismus letztlich ohne Chance bleiben wird, weil die Menschen Diktaturen satt haben.
Am 23. Dezember 2012 um 01:03 von Karsten.Laurisch
Damit treffen Sie in Syrien den Nagel auf den Kopf. Sie äussern Verständnis dafür, dass die Syrer ihr Schicksal selbst in den Hand nehmen, und zwar gerade auch in Form der "Revolte" gegen das Assad-Regime insbesondere der "demokratischen Kräfte".
Soweit kann Ihnen sicher die grosse Mehrheit der Leser folgen.
Ich würde es allerdings begrüssen, wenn Sie den "Charakter" der Revolte etwas näher umschrieben. Offensichtlich werden "Revolten" in totalitären Regimen eben gerade gerne vom Regime schlicht zusammengeschossen, sodass "die Revoltierenden" als Konsequenz dann meist auch die Waffe in die Hand nehmen.
Wie sehen Sie diesen Teil der "Revolte" (jenseits terroristischer Aktivitäten extremistischer Gruppen)? Und inwieweit ist nicht die internationale Unterstützung auch dieses bewaffneten Kampfes nötig, wenn ansonsten das totalitäre Regime waffentechnisch überlegen wäre und die "Revolte" einfach blutig niederschlagen würde?
"Das schließt aber die gewalttätige aus dem Ausland finanzierte bewaffnete „Opposition“ aus. Damit bin ich einverstanden."
Die gewalttätigen Gruppen aus dem Ausland, die in der Opposition zur syrischen Bevölkerung stehen, sind die Hisbollah Kämpfer aus dem Libanon und die Revolutionsgarden aus dem Irak.
eines vorweg: die hilfen fuer libanon bzw. fuer die syrischen fluechtlinge in libanon sind gut und richtig.
aber:
a) 15 millionen sind ein witz, und anstelle der bundesrepublik wuerde ich mich schaemen, einen minister mit dieser summe auf die reise zu schicken.
b) die bemerkung, dass diese mittel insbesondere den fluechtlingskindern zugute kommen sollen, loest bei mir verwunderung aus. brauchen wir das wirklich zum beweis und zur unterstreichung unseres gutmenschentums, dass wir besonders fluechtlingskinder von unseren gaben profitieren lassen wollen?
c) dient die bemerkung moeglichst auch noch dem zweck anzudeuten, dass wir uns "politisch" aus der sache raushalten wollen, und nur den aermsten der armen, den "unschuldigen" kindern helfen wollen?
so, wie sich die sache in den nachrichten liest, spricht sie fuer eine populistische und doch gleichzeitig politisch feige massnahme zur eigenen gewissensberuhigung.
Diktatur
Es lässt sich nicht beschönigen: Das politische System in Syrien ist eine brutale Diktatur, die hoffentlich bald ihren Endpunkt findet. Leider sind viele Gegner dieses Systems auch nicht zimperlich in der Wahl ihrer Mittel und ehrenhaft in der Wahl ihrer Ziele. Dennoch, das Assad-Regime gehört abgeschafft und Deutschlands Unterstützung für die Opposition ist eindeutig und richtig.
Für diejenigen, die sich in der Tradition des demokratischen Sozialismus sehen, ist das nicht leicht einzusehen, aber hier ist Umdenken ein Gebot der Vernunft.
„Rund 160.000 Flüchtlinge aus Syrien“
„Rund 160.000 Flüchtlinge aus Syrien“
Und die wirtschaftlich viel stärkere Türkei verkraftet nicht einmal 100.000 wer glaubt hier noch diese Doppelmoral? Ich hoffe die deutsche Hilfe kommt wirklich bei den Flüchtlingen an und landet nicht in dunkle Kanäle.
@bürokr. Sozialismus
„Dennoch, das Assad-Regime gehört abgeschafft und Deutschlands Unterstützung für die Opposition ist eindeutig und richtig.
Für diejenigen, die sich in der Tradition des demokratischen Sozialismus sehen, ist das nicht leicht einzusehen, aber hier ist Umdenken ein Gebot der Vernunft.“
Aber bitte ohne Gewalt und mit demokratischen Mitteln, denn das würde einem demokratischen Sozialismus wiedersprechen. Also ohne ausländische Einmischung und nur über einen innersyrischen Dialog.
@Karsten Laurisch
Eine Diktatur schaffen Sie nicht mit Dialog ab. So lange Sie nur auf Reden setzen, sitzen die etablierten Machthaber immer am längeren Hebel und es wird sich in hundert Jahren nichts ändern. In über vierzig Jahren hat sich nichts geändert außer Scheinreformen und Absichtserklärungen. Dass sich die syrische Jugend für die Revolte entschieden hat, kann ich nur zu gut verstehen.
Faire Unterstützung der Revolte
Deutschland sollte die demokratisch orientierten Aufständischen finanziell, humanitär und organisatorisch unterstützen, um ihre Position in Syrien zu festigen. Dem syrischen Volk wäre es eine große Hilfe.
@bürokr. Sozialismus
"das Assad-Regime gehört abgeschafft"...und was kommt dann? haben sie Vorschläge, wer wann wie Frieden und Demokratie für Syrien garantieren könnte?
das wird wohl eher eine endlose Geschichte werden...Syrien wird sich nahtlos zu den anderen Brennpunkten des arabischen Frühlings gesellen.....
Chance für den Libanon
Die Krise in Syrien war nur eine Frage der Zeit. Eine totalitäre Diktatur - auch wenn sie gelegentlich für ihre "liberale" Haltung in religiösen Fragen gelobt wurde - kann nicht ewig halten. Eine kleine alawitische Elite hat dem Volk brutal alle Rechte vorenthalten. Diese Elite nähert sich jetzt ihrem Ende.
Für den Libanon birgt die Krise Gefahr und Chance zugleich. Die Umklammerung durch Syrien schwindet, die Belastung durch Flüchtlinge steigt. Hier muss Deutschland beherzt helfen. Das ist human und politisch konsequent, wenn man sich (zu Recht) entschlossen hat, die Rebellion in Syrien zu unterstützen.
In Syrien gab es Flüchtlinge aus dem Irak
Und deren Zahl stieg, nachdem Irak von Saddam befreit wurde.
Die Beschreibung der Iraker dazu:
"Sie haben Ali Baba vertrieben, aber die 40 Räuber da gelassen".
(Aus der Dokumentation "Heavy Metal In Baghdad")
Faire Unterstützung der Revolte
Deutschland sollte die demokratisch orientierten Aufständischen finanziell, humanitär und organisatorisch unterstützen, um ihre Position in Syrien zu festigen. Dem syrischen Volk wäre es eine große Hilfe.“
Das schließt aber die gewalttätige aus dem Ausland finanzierte bewaffnete „Opposition“ aus. Damit bin ich einverstanden.
Flüchtlingshilfe ist richtig...aber das ist nicht genug.
Selbstverständlich ist die Flüchtlingshilfe richtig. Aber leider führt die politisch-militärische internationale Passivität zu einer schrecklichen, endlosen Verlängerung der Agonie des Assad-Regimes, in dessen Folge eben leider auch extremistische Gruppen die Entwicklung in Syrien, gerade auch für die Nach-Assad-Zeit, zusätzlich erschweren.
Umso richtiger wäre es, die vereinigte Opposition, die inzwischen von 130 Staaten als legitimer Vertreter Syriens anerkannt ist, energisch zu unterstützen. Dies gilt insbesondere auch für den militärischen Aspekt.
Flüchtlingshilfe ist richtig - aber sie kann Politik nicht ersetzen.
Im Falle des aktuellen Krieges in Syrien, in welchem dem Assad-Regime die Rolle des HAUPTaggressors (gegen die eigene Bevölkerung!) zukommt und der bereits über 40'000 Tote und Millionen Flüchtlinge zählt, ist in diesem Zusammenhang leider auch die internationale Androhung militärischer Mittel zur Beendigung des Krieges zwingend notwendig.
Mantasto
Ein demokratisches und freies System schaffen Sie eben nicht mal so von einem Tag zum Anderen. Wir müssen den Staaten einfach Zeit lassen. Und dabei wird es auch Rückschläge geben. In Deutschland entstand Demokratie auch nicht einfach mal so, sondern war Ergebnis langer historischer Prozesse mit vielen Rückschlägen. Die Entwicklung in Ägypten zeigt auch, dass es eine starke demokratische Opposition gegen die Islamisten gibt. Das gilt auch für die anderen Länder des arabischen Frühlings. Ich denke, dass Islamismus letztlich ohne Chance bleiben wird, weil die Menschen Diktaturen satt haben.
@bürokr. Sozialismus
„Eine Diktatur schaffen Sie nicht mit Dialog ab.“
Eine Diktatur wurde schon oft im politischen Dialog abgeschafft. Siehe Chile, Südafrika, Griechenland, Türkei, Sowjetunion, DDR und und und.
@bürokr. Sozialismus, "Dialog allein reicht nicht".
Damit treffen Sie in Syrien den Nagel auf den Kopf. Sie äussern Verständnis dafür, dass die Syrer ihr Schicksal selbst in den Hand nehmen, und zwar gerade auch in Form der "Revolte" gegen das Assad-Regime insbesondere der "demokratischen Kräfte".
Soweit kann Ihnen sicher die grosse Mehrheit der Leser folgen.
Ich würde es allerdings begrüssen, wenn Sie den "Charakter" der Revolte etwas näher umschrieben. Offensichtlich werden "Revolten" in totalitären Regimen eben gerade gerne vom Regime schlicht zusammengeschossen, sodass "die Revoltierenden" als Konsequenz dann meist auch die Waffe in die Hand nehmen.
Wie sehen Sie diesen Teil der "Revolte" (jenseits terroristischer Aktivitäten extremistischer Gruppen)? Und inwieweit ist nicht die internationale Unterstützung auch dieses bewaffneten Kampfes nötig, wenn ansonsten das totalitäre Regime waffentechnisch überlegen wäre und die "Revolte" einfach blutig niederschlagen würde?
@K. Laurisch
"Das schließt aber die gewalttätige aus dem Ausland finanzierte bewaffnete „Opposition“ aus. Damit bin ich einverstanden."
Die gewalttätigen Gruppen aus dem Ausland, die in der Opposition zur syrischen Bevölkerung stehen, sind die Hisbollah Kämpfer aus dem Libanon und die Revolutionsgarden aus dem Irak.
Da dürften wir uns doch einig sein.
was soll denn das?
eines vorweg: die hilfen fuer libanon bzw. fuer die syrischen fluechtlinge in libanon sind gut und richtig.
aber:
a) 15 millionen sind ein witz, und anstelle der bundesrepublik wuerde ich mich schaemen, einen minister mit dieser summe auf die reise zu schicken.
b) die bemerkung, dass diese mittel insbesondere den fluechtlingskindern zugute kommen sollen, loest bei mir verwunderung aus. brauchen wir das wirklich zum beweis und zur unterstreichung unseres gutmenschentums, dass wir besonders fluechtlingskinder von unseren gaben profitieren lassen wollen?
c) dient die bemerkung moeglichst auch noch dem zweck anzudeuten, dass wir uns "politisch" aus der sache raushalten wollen, und nur den aermsten der armen, den "unschuldigen" kindern helfen wollen?
so, wie sich die sache in den nachrichten liest, spricht sie fuer eine populistische und doch gleichzeitig politisch feige massnahme zur eigenen gewissensberuhigung.
schade: ich denke, da waere mehr drin gewesen.